Loveparade-Prozess | Bildquelle: AFP

Loveparade-Prozess Verfahren gegen sieben Angeklagte eingestellt

Stand: 06.02.2019 13:52 Uhr

Im Loveparade-Prozess ist das Verfahren gegen sieben Angeklagte eingestellt worden. Drei Beschuldigte bestehen auf einem Freispruch - sie wollen weiter streiten. Für sie geht der Prozess also weiter.

Der Loveparade-Strafprozess ist am Mittwoch (06.02.2019) für sieben der zehn Angeklagten ohne Urteil eingestellt worden. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit der geringen Schuld der Angeklagten: Dabei handelt es sich um sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und einen Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent. Allen Angeklagten waren unter anderem fahrlässige Tötung und schwere Fehler bei der Planung des Events vorgeworfen worden.

Drei Beschuldigte wollen weiter streiten

Drei der Angeklagten, allesamt Lopavent-Mitarbeiter, hatten eine Einstellung des Verfahrens gegen sie abgelehnt. Bei ihnen sehen Gericht und Staatsanwaltschaft eine "mittlere Schuld" und hatten Geldauflagen in Höhe von jeweils rund 10.000 Euro angeboten. Eine Verteidigerin erklärte daraufhin, ihr Mandant verzichte "nicht auf sein Recht, freigesprochen zu werden." Für diese drei Angeklagten soll das Verfahren fortgesetzt werden.

Vater eines Opfers wehrt sich gegen Einstellung

06.02.2019, Düsseldorf: Stefanie (l) und Klaus-Peter Mogendorf, Nebenkläger im Loveparade-Prozess, warten auf den Prozessbeginn | Bildquelle: dpa
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Klaus-Peter Mogendorf und Ehefrau

Der Vater eines Loveparade-Todesopfers hatte sich noch am Mittwochmorgen gegen die geplante Einstellung des Verfahrens gestemmt und Vorwürfe gegen das Gericht erhoben. Das Gutachten zu der Katastrophe sei vom Gericht willkürlich selektiv zitiert worden, zahlreiche Mängel und Pflichtwidrigkeiten seien nicht erwähnt, wichtige Zeugen noch nicht gehört worden, sagte Klaus-Peter Mogendorf. Er hatte seinen Sohn Eike bei der Katastrophe verloren. Richter Mario Plein verteidigte die Entscheidung. Die Einstellung sei zweifellos unpopulär, "aber wir halten sie für richtig".

Staatsanwaltschaft schließt sich der Meinung des Gerichts an

Am Dienstag (05.02.2019) hatte sich die Staatsanwaltschaft dem Vorschlag des Gerichts von Mitte Januar 2019 angeschlossen, den Prozess ohne Urteil zu beenden. In einer 32-seitigen Stellungnahme erklärte Oberstaatsanwalt Uwe Mühlhoff, der Nachweis einer individuellen juristischen Schuld der einzelnen Angeklagten sei bis zum Eintreten der absoluten Verjährungsfrist im Juli 2020 "auch bei größter Anstrengung und weiterhin konstruktivem Einsatz aller Verfahrensbeteiligten nicht zu absolvieren".

Der Prozess hatte im Dezember 2017 begonnen. Bei der Loveparade im Juli 2010 in Duisburg waren 21 junge Menschen ums Leben gekommen und mehr als 650 verletzt worden.

Quelle: wdr.de

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