Einsatzkräfte der Feuerwehr sind mit Löscharbeiten im Chempark beschäftigt.  | dpa/Chempark/Currenta GmbH

Nach Explosion in Leverkusen Sechstes Todesopfer geborgen

Stand: 03.08.2021 19:31 Uhr

Bei den Arbeiten an der Unglücksstelle ist eine Woche nach der Explosion ein weiterer Mensch tot geborgen und identifiziert worden. Das erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstagnachmittag.

Von Frank Überall

Der Zahl der bei dem Unglück Getöteten erhöht sich damit auf sechs. Eine Person wird nach wie vor vermisst, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Ermittlungen gestalten sich auch eine Woche nach der Explosion noch sehr schwierig. Die Brandermittler der Polizei konnten nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft bislang noch nicht einmal in den Bereich am Explosionsort in engeren Sinne vordringen. Es sei einfach noch zu gefährlich dort: Das Areal könnte vergiftet sein, Aufbauten könnten einstürzen.

Ruß-Analysen stehen noch aus

Eine Woche nach der Explosion wissen die Anwohner immer noch nicht verbindlich, ob auch Gifte in die Umwelt gelangt sind. Chempark-Leiter Lars Friedrich hält sich mit öffentlichen Statements zurück, hat aber ein Kurzvideo bei Twitter veröffentlicht, in dem er noch einmal eindringlich an die Nachbarn des Unglücksortes appelliert: „Als Anwohnerin haben Sie weiterhin bitte die Empfehlungen des LANUVs und der Stadt Leverkusen weiter fest im Blick, Gemüse aus den Gärten nicht zu essen, auf Rußpartikel zu achten, diese im Zweifelsfall nicht anzupacken. Wir sind unterwegs im Stadtgebiet, haben eine Hotline geschaltet und sind auch bei den betroffenen Bürgern vor Ort im Gespräch, hier Hilfe zu leisten.“

Landesumweltamt und Greenpeace haben Proben genommen

Hintergrund der Warnungen ist, dass immer noch die Analysen ausstehen, die Auskunft über die mögliche Gefahr durch den Ruß geben können, der bei dem Unglück herabregnete. Die Umweltorganisation Greenpeace sowie das nordrhein-westfälische Landesumweltamt haben jeweils eigene Proben entnommen, deren Untersuchung noch andauert.

Und selbst wenn die ersten Analysen vorliegen, kann womöglich noch nicht Entwarnung gegeben werden, betont Horst Büther von der Bezirksregierung Köln:  „Wie lange der Gutachter braucht um festzustellen, was diese Reaktionen wirklich bewirkt haben in diesem Tank, das weiß ich nicht, ob das in ein bis zwei Tagen schon da sein wird. Wahrscheinlich noch nicht. Das Gutachterteam hat angekündigt, dass es noch eigene Versuche durchführen wird mit diesen Abfallstoffen, um zu sehen, wie die tatsächlich im technischen Maßstab zusammen reagieren.“

Störung an der Anlage vor der Explosion

Es soll zudem bereits vor der Explosion Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Zeugen zufolge sei kurz vor dem Unglück Alarm ausgelöst worden. Womöglich handelt es sich bei den Getöteten um die Personen, die ausgerückt waren, um das Problem zu untersuchen. Wie der Ablauf genau war, ist Teil der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2021 um 20:00 Uhr.