Thomas Kutschaty | Bildquelle: dpa

NRW-SPD-Fraktionschef Kutschaty liebäugelt mit SPD-Vorsitz

Stand: 19.06.2019 12:08 Uhr

Nordrhein-Westfalens SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty ist offenbar bereit, für den Bundesvorsitz der SPD zu kandidieren. Auch eine Doppelspitze sei vorstellbar.

Nordrhein-Westfalens SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty ist offenbar bereit, für den Bundesvorsitz der SPD als Nachfolger von Andrea Nahles zu kandidieren. "Großen Herausforderungen darf man nicht hinterherlaufen, man darf aber auch nicht davor weglaufen", wird der ehemalige NRW-Justizminister in der Mittwochsausgabe (19.06.2019) des "Kölner Stadt-Anzeigers" zitiert.

Urwahl und Doppelspitze möglich

Nach Informationen der Zeitung hatten Mitglieder der Landtagsfraktion und SPD-Bundestagsabgeordnete Kutschaty zu einer Kandidatur ermuntert. In puncto Kandidatensuche für die Nahles-Nachfolge wünscht sich der 51 Jahre alte Anwalt aus Essen ein offenes Verfahren. Sowohl eine Urwahl als auch eine Doppelspitze seien für ihn vorstellbar. Bei einer möglichen Mitgliederbefragung sollten mehrere Personen antreten.

Am Dienstag (18.06.2019) hatte Kutschaty bei einer Pressekonferenz mit dem kommissarischen SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel in Düsseldorf zunächst nichts zu persönlichen Ambitionen auf Bundesebene gesagt: "Wir wollen uns nicht nur über Personalfragen unterhalten, sondern wir wollen inhaltliche Schwerpunkte setzen."

Nach der Pressekonferenz äußerte sich dann in einem RTL-Interview zu einer möglichen Bewerbung für den Bundesvorsitz:

Scharfer GroKo-Kritiker

Kutschaty gilt seit Jahren als einer der schärfsten Kritiker der Großen Koalition in Berlin. Als einer der ersten SPD-Politiker hatte für eine Abkehr von Hartz IV geworben. Er gehört dem Landtag seit 2005 an. Von 2010 bis 2017 war Kutschaty NRW-Justizminister.

NRW-SPD in der Dauerkrise

Kutschatys Verhältnis zum SPD-Landesvorsitzenden Sebastian Hartmann gilt als angespannt. Bislang ist unklar, wer von beiden bei der nächsten Landtagswahl gegen Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) antreten soll. Die SPD befindet sich seit dem Verlust der Macht bei der Landtagswahl 2017 in einer Dauerkrise. Bei der Europawahl Ende Mai hatten die Sozialdemokraten in ihrem alten Stammland nur 19,2 Prozent erreicht.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete WDR Fernsehen am 19. Juni 2019 um 18:45 Uhr in der Sendung "Aktuelle Stunde".

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