Symbolbild: Blick vom gefüllten Zuschauerraum auf eine Konzertbühne | Bildquelle: picture alliance / Marius Bullin

Pläne in Düsseldorf Kritik an Konzert mit 13.000 Zuschauern

Stand: 07.08.2020 17:38 Uhr

In Düsseldorf soll Anfang September ein Konzert mit 13.000 Menschen stattfinden - trotz steigender Corona-Infektionszahlen. Aus der Politik kommt Kritik.

In Düsseldorf soll am 04. September ein Konzert mit 13.000 Menschen in der Arena stattfinden. Es wäre die erste Großveranstaltung mit so vielen Zuschauern seit Beginn der Corona-Einschränkungen.

NRW-Gesundheitsminister Laumann zweifelt rechtliche Grundlage an

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat "begründete Zweifel an der rechtlichen Grundlage" eines in Düsseldorf geplanten Konzerts mit 13.000 Zuschauern. Das Konzept und die Genehmigung seien nicht mit dem Land abgestimmt worden, erklärte er am Freitag. Er sei irritiert, dass ein lokales Gesundheitsamt in dieser Lage eine Veranstaltung dieser Größenordnung im Alleingang genehmigt.

Stadt verwundert über Kritik

Die Stadt Düsseldorf zeigte sich am Freitag verwundert über die Kritik Laumanns. Man habe das Konzept untersucht und es auf Grundlage der geltenden Corona-Schutzverordnung des Landes NRW geplant. Oberbürgermeister Thomas Geisel erklärte: "Diese Prüfung kam zu dem Ergebnis, dass es in der vorgesehenen Form mit Blick auf die Corona-Schutzverordnung eindeutig zulässig ist. [...] Aus meiner Sicht gibt es keine Veranlassung, dieses Konzert zu untersagen."

Laut Aussage des Düsseldorfer Gesundheitsamtes würde das Konzept des Veranstalters die geforderten Hygienemaßnahmen sogar übererfüllen. Die Entwicklung der Coronazahlen werde außerdem kontinuierlich beobachtet. Vom Veranstalter seien alle Vorkehrungen getroffen worden, um die Veranstaltung auch kurzfristig absagen zu können.

Bundesgesundheitsminister mahnt zur Vorsicht

Auch die FDP-Bundestagsabgeordnete und OB-Kandidatin für Düsseldorf, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, bezeichnete den Plan als "unverantwortlich, in Zeiten, in denen wir diskutieren, ob Kinder in Schulen Masken tragen sollen". Sie habe vollstes Verständnis dafür, dass die Menschen wieder feiern wollen. Mit einem Konzert mit 13.000 Menschen laufe man aber Gefahr, ein neues Superspreading-Event zu riskieren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, dass er keine generellen Einwände habe, er mahnte aber zur Vorsicht: "Das ist eine sehr große Verantwortung für die Veranstalter und die Behörden vor Ort".

Sarah Connor und Bryan Adams

Mit dabei sind bei dem Konzert unter anderem Bryan Adams, Sarah Connor und The Boss Hoss. Unter dem Motto "Give Live A Chance" werden alle Künstler in 150 Minuten hinteinander unplugged auftreten.

Veranstalter des Konzertes ist neben der Stadt Düsseldorf der bekannte Konzertveranstalter Marek Lieberberg, der auch für Rock am Ring verantwortlich ist.

Maskenpflicht und Alkoholverbot

Es gebe ein mit den Behörden abgestimmtes Hygienekonzept für das Konzert in Düsseldorf. Das sieht vor, dass alle Zuschauer schon beim Ticketkauf registriert werden und nur in zeitlichen Abständen ins Stadion gelassen werden. Außerdem gilt beim Konzert Maskenpflicht und Alkoholverbot und zwischen den Sitzplätzen gibt es einen Abstand von 1,50 Metern.

Die Veranstalter wollen mit dem Konzert nach eigenen Angaben ein Signal der Hoffnung in die ganze Welt senden. Das Konzert soll ein positives Beispiel sein, wie Großveranstaltungen in Zeiten von Corona aussehen können. Der WDR-Radiosender WDR 2 unterstützt das Konzert als Medienpartner, wenn alle erforderlichen Genehmigungen der Behörden vorliegen.

Quelle: wdr.de

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