Polizeibeamte verlassen den Kölner Hauptbahnhof. | Bildquelle: dpa

Geiselnahme in Köln Polizei prüft Terror-Hintergrund

Stand: 16.10.2018 09:10 Uhr

Nach der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof prüfen Ermittler einen Terrorverdacht. Der angeschossene Geiselnehmer liegt laut Polizeiangaben auf der Intensivstation.

Im Kölner Hauptbahnhof werden am Morgen nach der Geiselnahme noch Spuren gesichert. Die Polizei versucht fieberhaft herauszufinden, ob die Tat wirklich einen terroristischen Hintergrund hat. Passanten zufolge soll der Geiselnehmer gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe IS gehöre.

Die Ermittler suchen nach Hinweisen auf Kontakte des Geiselnehmers zu der Terrororganisation IS. Deshalb gab es Durchsuchungen. Handy, Computer, Chats, E-Mails: Alle verfügbaren Daten müssten jetzt ausgewertet werden, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen (16.10.2018) dem WDR.

Geiselnehmer auf Intensivstation

Der angeschossene Geiselnehmer liege weiterhin auf einer Intensivstation, sagte die Polizeisprecherin. Er hatte zuvor drei Passanten verletzt. Der Tatort und ein Eingang zum Gebäude sind noch abgesperrt, Reisende kommen aber zu den Gleisen.

Polizisten im Kölner Hauptbahnhof an einer Absperrung am Morgen nach der Geiselnahme am 15.20.2018
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Absperrung am Tag nach der Tat

Zeugen können Fotos und Videos hochladen

Über Twitter rief die Kölner Polizei am Dienstagmorgen Zeugen dazu auf, "Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten".

Mehrere Verletzte

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) hatte die Geiselnahme am Montagnachmittag (15.10.2018) nach zwei Stunden gewaltsam beendet. Der Geiselnehmer wurde dabei "schwerst" verletzt. Eine weibliche Geisel erlitt leichte Verletzungen. Außerdem wurde eine 14-Jährige schwer verletzt.

Wie die Polizei am Montagabend bei einer Pressekonferenz bekannt gab, zündete der Täter zunächst einen Molotowcoktail in einem Schnellrestaurant. Dabei erlitt das 14 Jahre alte Mädchen schwere Brandverletzungen. In der gegenüberliegenden Apotheke nahm er eine Frau als Geisel.

Mann wollte Geisel anzünden

Neben Brandbeschleuniger und Gaskartuschen hatte der Mann nach Polizeiangaben auch eine Schusswaffe bei sich. Während des SEK-Zugriffs habe er versucht, die Geisel in der Apotheke anzuzünden, sagte der Einsatzleiter. Die Beamten gaben daraufhin mehrere Schüsse ab und trafen den Täter mehrfach.

Polizei beendet Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof

16.10.2018 16:50 Uhr

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Papiere eines polizeibekannten Syrers gefunden

Am Tatort wurden Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden, der bis Mitte 2021 in Deutschland geduldet ist. Der Geiselnehmer sei mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Passinhaber.

Die Ermittler betonten gleichzeitig, dass die Identität des Täters noch nicht eindeutig geklärt sei. Der Inhaber des Dokumentes sei wegen verschiedener Delikte wie Diebstahl und Bedrohung bekannt.

Einsatzwagen und Menschenmenge vor dem Eingang des Kölner Hauptbahnhofes

Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof am Montagmittag (15.10.2018).

Quelle: wdr.de

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