Städtische Kita Luwenstraße in Duisburg Walsum vermisst seine Kinder

Für alle Kinder Kitas in NRW öffnen Anfang Juni

Stand: 21.05.2020 07:20 Uhr

Gute Nachricht für Eltern: Ab 8. Juni sollen die Kitas in NRW wieder für alle Kinder öffnen - mit einem eingeschränkten Betrieb. Fragen und Antworten dazu.

Von Nina Magoley

Ab dem 8. Juni soll in NRW wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb für alle Kinder in Kitas und bei Tageseltern starten. Das gab Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Mittwoch (20.05.2020) bekannt. Zuletzt hatte Stamp eine solche Öffnung erst ab September in Aussicht gestellt. Bereits ab dem 28. Mai sollen alle Vorschulkinder wieder in die Kitas gehen können.

Auch Ministerpräsident Armin Laschet hat die Entscheidung verteidigt. "Wenn man sieht, dass inzwischen in Bayern Biergärten geöffnet haben, dann finde ich, haben auch die Kinder wieder Betreuung verdient", sagte er am Mittwochabend in der Sendung "ARD Extra".

Was bedeutet "eingeschränkter" Regelbetrieb?

Eingeschränkt bedeutet dem Ministerium zufolge, dass Kinder jeweils zehn Stunden weniger als normalerweise gebucht betreut werden: Beispielsweise statt 45 nur 35 Stunden, statt 35 nur 25 Stunden. Dies gilt auch für die Kinder, die bisher in der Notbetreuung waren. Allerdings könnten Kitas, je nach räumlicher und personeller Kapazität und in Absprache mit den Aufsichtsbehörden, mehr oder weniger Betreuungsstunden anbieten.

Wie lange gilt der eingeschränkte Betrieb?

Die neue Regelung gelte zunächst bis zum 31. August, so Stamp. Mitte August soll angesichts der dann gegenwärtigen Situation über weitere Schritte entschieden werden.

Was ist der Grund für die Entscheidung, Kitas doch früher zu öffnen?

Die aktualisierte Risikoabwägung, beispielsweise des Robert-Koch-Instituts, lasse zu, dass die bisherige Strategie verändert werden könne, erklärte der Familienminister. Die Kennzahlen der Pandemie seien deutlich zurück gegangen, der sogenannte R-Faktor liege seit mehreren Wochen unter eins. Außerdem zeigten empirische Befunde aus Dänemark und Norwegen, wo Kitas bereits seit mehr als drei Wochen wieder geöffnet sind, dass es dort "kein auffälliges Infektionsgeschehen" gebe.

Vor allem aber warnten Stamp zufolge Kinderärzte und Verbände vor "erheblichen entwicklungspsychologischen Störungen" bei Kindern, die der Tagesbetreuung fern bleiben müssen. Zudem gebe es vermehrt Hinweise auf eine steigenden Dunkelziffer von Kindesmisshandlungen.

Auch die extreme Belastung von Eltern, deren Überstundenkonto mittlerweile leer sei und die vor einer beruflichen Existenzkrise stünden, müsse berücksichtigt werden. Vor allem Frauen, stellte Stamp fest, würden in dieser Hinsicht zunehmend Opfer der Krise.

Wird jetzt in den Kitas alles wieder wie vor Corona sein?

Nein. Familienminister Stamp appellierte an die Solidarität aller Eltern: "Nicht alles wird auf Anhieb reibungslos verlaufen", sagte er, die Situation fordere die Bereitschaft zu Zugeständnissen auf allen Seiten. Es seien nicht alle Erzieherinnen einsatzfähig, sodass es pro Gruppe erstmal nur eine Fachkraft gebe. Alle Kindergruppen werden räumlich voneinander getrennt bleiben. Erlaubt sind nur feste Gruppen - keine offenen Konzepte.

Wird es die Notbetreuung weiter geben?

Die Notbetreuung für bestimmte, systemrelevante Berufe und Alleinerziehende endet zum 8. Juni. Der eingeschränkte Regelbetrieb - also mit reduzierter Stundenzahl - gilt dann auch für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Bekommen die Kitas Unterstützung bei der Öffnung?

Das Ministerium kündigte an, zeitnah zwei Millionen FFP2-Schutzmasken und drei Millionen OP-Masken an die Jugendämter liefern, zur Verteilung an die Kitas. Kita-Träger bekämen außerdem finanzielle Unterstützung "in einstelliger Millionenhöhe", um die notwendigen Maßnahmen und Vorbereitungen stemmen zu können. Auch sollen zusätzliche Helfer zur Vorbereitung der Öffnung eingestellt werden.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete WDR-aktuell am 20. Mai 2020.

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