Eine Person vor einem Computerbildschirm

Ermittlungen in NRW Festnahmen nach Kinderpornografie-Fund

Stand: 31.10.2019 16:52 Uhr

Nach der Festnhame von vier Tatverdächtigen hat die Polizei Köln Einzelheiten zu möglichen Kindesmissbrauchsfällen bekanntgegeben. Sie wertet derzeit umfangreiches Material aus.

In dem Fall von Kinderpornographie in Bergisch Gladbach hat die jetzt zuständige Polizei Köln am Donnerstag (31.10.2019) weitere Einzelheiten bekanntgegeben. Nach aktuellem Stand gibt es bislang sechs Missbrauchsopfer im Alter von unter einem Jahr bis zehn Jahren. Bei den Opfern handelt sich, so die Ermittlungen, um die Kinder bzw. Stiefkinder der mutmaßlichen Täter, die derzeit von Mitarbeitern der Polizei betreut werden.

Polizeipräsident Uwe Jakob sagte bei der Pressekonferenz, er sei in Anbetracht der schrecklichen Taten der bisher ermittelten Beschuldigten fassungslos und bestürzt. Die Polizei hatte tausende von Fotos und Videos von Kindern entdeckt.

Bislang vier Festnahmen

Neben dem mutmaßlichen Produzenten der Missbrauchsvideos hat die Polizei drei weitere tatverdächtige Männer festgenommen. Sie sollen zu einem Netzwerk gehören, das Kinderpornographie austauscht. Die Polizei hat Hinweise, dass diese vier Männer vermutlich Daten mit kinderpornographischem Inhalt besitzen und auch selbst Täter im Bereich des Kindermissbrauchs sind.

Bei der Durchsuchung der Wohnung in Bergisch Gladbach zeigte sich, dass in den Räumen Kinder missbraucht und dabei gefilmt worden sind. An der Aufklärung des Falles sind bereits vier Staatsanwaltschaften beteiligt: In Köln, Düsseldorf, Kleve und Wiesbaden.

Riesige Datenmengen

Polizeipräsident Uwe Jakob sprach bei der Pressekonferenz von einem sehr komplexen Ermittlungsverfahren. Noch sei unklar, seit wann der Missbrauch stattgefunden hat. Um das herauszufinden, untersucht die Polizei jetzt das umfangreiche Datenmaterial aus der Wohnung.

Die von der Polizei sichergestellten Daten umfassen eine Größe von mehr als drei Terrabyte. Die Datenträger werden aktuell ausgewertet, um eventuell weitere Täter zu identifizieren und zu überführen.

Nur die Spitze des Eisbergs?

Außerdem gab es wohl mehrere Tatorte. Spuren führten zu weiteren Männern an den Niederrhein und in den Raum Wiesbaden. Mit ihnen soll sich der Verdächtige aus Bergisch Gladbach über Messengerdienste ausgetauscht haben. Ob es auch Treffen gab, ist aktuell noch nicht sicher.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Oktober 2019 um 15:00 Uhr.

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