Eine Karnevalistin in Köln | dpa

Karneval in Corona-Zeiten Mundschutz statt Pappnase

Stand: 11.02.2021 16:29 Uhr

Vom vitaminreichen Mini-Zoch bis zum Überfall auf den Düsseldorfer Oberbürgermeister: ein bisschen Spaß muss an Weiberfastnacht sein. Die Polizei hat bei solchen Karnevals-Aktionen nichts zu beanstanden.

Von Susanne Schnabel

Das Wetter ist einfach zu schön, um "Karneval vonne Couch aus" zu sehen. Hübsch kostümiert beim Bäcker ein paar Berliner kaufen, die Maske mit Filzstift lustig bemalen oder verkleidet zur Arbeit gehen - die Karnevalisten lassen sich was einfallen, damit dieser Donnerstag kein ganz normaler Wochentag wird. Immerhin ist Weiberfastnacht. Helau und Alaaf!

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Fotos vom Karneval: Ein Hauch von Weiberfastnacht trotz Corona

Festkomitee-Präsident: Karneval wird durch Corona gereinigt

"Möhne" stürmen Schalte des Düsseldorfer Oberbürgermeisters | Landeshauptstadt Düsseldorf/dpa

"Überfall! Krawatte her!" Bild: Landeshauptstadt Düsseldorf/dpa

Am Mittag überfielen zwei "Möhnen" den Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) im Rathaus: mitten in einer Live-Schalte mit dem WDR schnitten sie ihm vor laufender Kamera die Krawatte ab. Keller nahm es mit Humor. Am Düsseldorfer Medienhafen sorgte ein kleiner Zoch für Stimmung - zwei verkleidete Frauen verteilten Bananen passend zu dieser seltsamen Zeit, in der alles "total Banane" ist.

Christoph Kuckelkorn ist optimistisch - der Karneval könnte nach Einschätzung des Kölner Festkomitee-Präsidenten in gereinigter Form aus der Corona-Pandemie hervorgehen. "Ich glaube, dass sich der Karneval insgesamt verändern wird. Viele Vereine haben sich auf den Kern ihres Wirkens besonnen, das ist eine ganz intensive Auseinandersetzung mit dem Brauchtum. Das wird dazu führen, dass sich viele Vereine auch ein Stück weit neu ausrichten werden."

Polizei meldet: "Tote Buxe"

Weiberfastnacht in Köln - in Corona-Zeiten | Oliver Berg/dpa

Die Wickinger verhalten sich vorbildlich Bild: Oliver Berg/dpa

Die Jecken fügen sich ihrem Schicksal und bleiben zu Hause: Die Kölner Polizei meldet am Mittag weitestgehende Ruhe. Man habe im Zusammenhang mit Karneval "null" zu berichten, so ein Sprecher der Polizei Köln und sein Düsseldorfer Kollege erklärt, es sei einfach nichts los: "Es ist tote Buxe."

Köln: Alkoholverbot bis Aschermittwoch

Ein Party-Ausflug nach Köln lohnt sich nicht, denn die Kneipen sind zu - und es gibt viele Verbote: Von Weiberfastnacht (6 Uhr) bis Aschermittwoch (6 Uhr) ist es im gesamten Stadtgebiet untersagt, im öffentlichen Raum Alkohol zu trinken. Zudem gilt an den Hotspots ein Glasverbot und es darf kein Alkohol verkauft werden. Private Partys fallen ebenfalls aus. Es dürfen sich maximal ein Haushalt und eine weitere Person treffen.

Strenge Kontrollen an den Feier-Hotspots - auch in Düsseldorf

Auch wenn es bisher ruhig war - die Polizei ist zusätzlich zum Streifendienst mit Hundertschaften an den bekannten Kölner Feier-Hotspots unterwegs und das Ordnungsamt zeigt ebenfalls verstärkt Präsenz und kontrolliert die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen und des Alkoholverbots. Auch in weiten Teilen Bonns gilt ein Alkoholverbot. Dort und in anderen Städten wie Erkelenz, Leverkusen oder Düsseldorf wird streng kontrolliert.

Karneval im Netz, Fernsehen und Radio

Digital hat das Virus keine Chance und so gibt es viele Angebote im Netz. "Karneval vonne Couch aus" lautet das Motto bei der KG Kattfiller im sauerländischen Attendorn, die ein virtuelles Karnevalsprogramm vorbereitet hat. Auch die KG KITT aus Olfen (Kreis Coesfeld) bringt Karneval ins Netz und wendet sich an das jecke Volk: "Bitte geht derzeit nicht raus, wir bringen euch den Karneval nach Haus."

Beim WDR werden Narren in allen Kanälen fündig - ob im Radio bei WDR 4 mit vielen Sondersendungen und jecker Musik, bei Livestreams auf wdr.de und in der App WDR aktuell, im Fernsehen oder in den sozialen Netzwerken bei WDRjeck.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete der WDR am 11. Februar 2021 ab 11:00 Uhr.