Klaus Iohannis, rumänischer Präsident, und seine Frau Carmen stehen im Aachener Dom | dpa/Gambarini

Rumäniens Präsident geehrt Klaus Iohannis erhält Aachener Karlspreis

Stand: 02.10.2021 15:00 Uhr

Der rumänische Präsident Klaus Iohannis sollte eigentlich schon 2020 den Karlspreis in Aachen entgegennehmen, doch wegen der Pandemie konnte die Verleihung nicht stattfinden. Heute hat er den Preis nun verliehen bekommen.

Klaus Iohannis habe sein Land, das eine "brutale Diktatur" habe überwinden können, zum "europäischsten in Südosteuropa gemacht", so die Jury. Er sei ein herausragender Streiter für die europäischen Werte, für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und ein großer Brückenbauer zwischen Ost und West, heißt es in der Begründung des Karlspreisdirektoriums.

1959 wird Klaus Iohannis in Hermannstadt, rumänisch Sibiu, geboren. Er gehört zur Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen.

Iohannis wird 2014 Präsident von Rumänien

2000 wird er Bürgermeister in Hermannstadt. In seiner Amtszeit holt er viele ausländische Investoren und große EU-Projekte in seine Heimat und erreicht, dass Hermannstadt 2007 zur Europäischen Kulturhauptstadt wird. 

2014 tritt er als Kandidat der Nationalliberalen Partei PNL an und wird zum Präsidenten von Rumänien gewählt. Ansehen verschafft er sich durch seine klare Haltung gegen Korruption und durch seinen proeuropäischen Kurs, den er, anders als manche Nachbarländer, auch in stürmischen Zeiten hält.

Feier unter Coronabedingungen

Klaus Iohannis erhielt den Karlspreis in Aachen | WDR

Der rumänische Präsident Iohannis erhält den Karlspreis Bild: WDR

Die Verleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses fiel auf Grund der Coronabestimmungen kleiner aus als sonst. Nur 350 Gäste waren zugelassen. Zu den Ehrengästen gehörten der Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, der in seiner Festrede Iohannis in teils persönlichen Worten für dessen methodische und prinzipientreue Haltung würdigte.

An der Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses nahmen auch frühere Preisträger teil. Darunter Martin Schulz, Wolfgang Schäuble, die litauische Ex-Staatspräsidentin Dalia Grybauskaitė und der erste hauptamtliche Präsident des Europäischen Rates, Herman van Rompuy. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident, der aus Aachen stammende CDU-Vorsitzende Armin Laschet, hatte seine Teilnahme abgesagt.

Preisträger und Ehrengäste zeigen sich auf Balkon des Rathauses

Klaus Iohannis und seine Frau Carmen stehen auf den Stufen des Rathauses und winken | dpa/Gambarini

Iohannis und seine Frau Carmen auf dem Balkon des Aachener Rathauses Bild: dpa/Gambarini

Das Volksfest und der sonst übliche Empfang anlässlich des Karlspreises mit vielen Bürgern der Stadt können in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden. Allerdings konnten die Aachener den Karlspreisträger trotzdem kurz live erleben. Nach der Verleihung zeigte er sich mit seiner Frau und einigen Ehrengästen auf dem Balkon des Aachener Rathauses.

Der internationale Karlspreis wurde im Jahre 1950 zum ersten Mal vergeben. Mit dem Preis werden Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben. Namensgeber ist Kaiser Karl der Große, der als Einiger Europas gilt.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Oktober 2021 um 13:00 Uhr.