Christoph Landscheidt | Bildquelle: dpa

Kamp-Lintfort in NRW Bürgermeister zieht Klage auf Waffenschein zurück

Stand: 16.01.2020 20:44 Uhr

Christoph Landscheidt zieht seine Klage auf Erteilung eines Waffenscheins zurück. Er habe sein Ziel auch so schon erreicht: Eine Diskussion um Hetze, Hass und Bedrohung.

Der Bürgermeister von Kamp-Lintfort, Christoph Landscheidt, zieht seine Klage auf Erteilung eines Waffenscheins zurück. Das teilte er am Donnerstagabend (16.01.2020) auf einer Parteiveranstaltung mit. Gleichzeitig kündigte er an, bei der Kommunalwahl im September wieder für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Er ist seit 1999 im Amt.

Diskussion in der Gesellschaft erreicht

Landscheidt habe mit der Klage eine Diskussion in der Gesellschaft zur besonderen Gefährdung von Hoheitsträgern auslösen wollen. Dieses Ziel sei bereits jetzt erreicht – auch ohne die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf am kommenden Dienstag (21.01.2020)

Ziel: Debatte versachlichen

Er hätte gerne eine juristische Klärung vor Gericht gehabt, so Landscheidt. Allerdings wolle er die Diskussion mit der Rücknahme der Klage versachlichen und vor allem loslösen von seiner Person. Es gehe vielmehr um die gesellschaftliche Frage, wie man Hass, Hetze und Bedrohungen verhindern und sich gegenseitig besser schützen könne, erklärte Landscheidt.

Selbst wenn ihm ein Waffenschein von den Richtern zugesprochen worden wäre, hätte er ihn nie wirklich nutzen wollen. "Ich habe größten Respekt und volles Vertrauen in die Arbeit der Polizei", betonte Landscheidt. Seit rund einer Woche erhält der Bürgermeister Personenschutz.

Landscheidt strebt fünfte Amtszeit an

Landscheidt erklärte am Abend, trotz der Drohungen bei der Kommunalwahl erneut für das Bürgermeisteramt antreten zu wollen und seine fünfte Amtszeit anzustreben. Dafür wurde er anschließend von der örtlichen SPD einstimmig nominiert. "Es wäre fatal, in solch einer Situation den Schwanz einzuziehen."

Landscheidt hatte im Europawahlkampf in seiner Stadt Plakate von der Partei "Die Rechte" abhängen lassen. Danach sei er nach eigenen Angaben aus der rechtsradikalen Szene bedroht worden. Im Juni 2019 hatte er dann bei der zuständigen Polizeibehörde einen Waffenschein beantragt. Die Behörde hatte das aber abgelehnt. Deshalb hatte er geklagt.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Januar 2020 um 22:00 Uhr.

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