RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen | Bildquelle: dpa

Energiekonzern unter Druck RWE untersucht Cyber-Attacke

Stand: 25.09.2018 13:20 Uhr

Wegen der geplanten Rodung des Hambacher Forstes gerät der Energiekonzern RWE zunehmend unter Druck. Hacker legen Server lahm. Kommunen sollen RWE-Anteile verkaufen.

Zur Diskussion über den Hackerangriff auf RWE

Hacker haben am Montagabend (24.09.2018) die Internetseite des Energiekonzerns RWE lahmgelegt. Das Unternehmen habe Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, sagte RWE-Sprecherin Stephanie Schunck am Dienstag dem WDR.

Eine Flut gesteuerter Mail-Anfragen habe die Leistungsfähigkeit des Servers erheblich reduziert. "Unsere Webseite war deswegen teilweise nicht erreichbar", sagte Schunck. IT-Spezialisten des Unternehmens hätten das Problem behoben.

Ob der Hacker-Angriff im Zusammenhang mit den Protesten um den Hambacher Forst steht, konnte die RWE-Sprecherin nicht bestätigen.

Droh-Video auf Youtube

Zuvor waren Drohungen gegen RWE auf Youtube veröffentlicht worden. Unter dem Nutzerkonto "Anonymous Deutsch" findet sich ein Video mit dem Titel "Operation RWE abschalten".

Eine Computerstimme droht dort, die Server des Energiekonzerns anzugreifen und die Internetseiten abzuschalten, sollte RWE die geplante Rodung des Hambacher Forsts nicht aufgeben. In dem Video wird die Absicht geäußert, den Konzern nachhaltig wirtschaftlich schaden zu wollen.

Umweltverbände kritisieren Stadt Dortmund

RWE steht seit Wochen in der Kritik, weil das Unternehmen das Waldgebiet bei Aachen abholzen will, um weiter Braunkohle abzubauen. Kritik kommt nun auch aus Dortmund. Die Stadt ist größter kommunaler Einzelaktionär von RWE.

Acht Umweltschutzgruppen haben die Stadt in einem offenen Brief aufgefordert, dass sie sich "offensiv und umgehend" für einen Verzicht auf die Rodung einsetzt. Zugleich wird die Stadt aufgefordert, sich von RWE-Aktien zu trennen. Außerdem solle der städtische Energieversorger DEW21 seine Geschäftsverbindung zu RWE beenden.

Umweltschützer fordern Trennung von RWE-Aktien
wdr
26.09.2018 07:10 Uhr

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Thomas Quittek vom BUND aus Dortmund glaubt, dass die Forderung, dass sich die Stadt Dortmund von den RWE-Aktien trennt, durchgesetzt werden kann: "Also es ist sicherlich ein dickes Brett, was zu bohren ist. Ich glaube, dass man auch erst Teile von RWE-Aktien verkaufen kann, aber das Ziel muss sein, die totale Entkoppelung der Stadt Dortmund von RWE, wegen dieser klimaschädlichen Braunkohleverstromung."

Ullrich Sierau, der als Oberbürgermeister im RWE-Aufsichtsrat sitzt, will sich zu den Forderungen nicht äußern. Der Sprecher der Dortmunder Stadtwerke, Bernd Winkelmann, hält einen Verkauf der RWE-Aktien für unwirtschaftlich. Durch die hohe Dividende der Aktien würden nämlich regelmäßig die Verluste im Dortmunder Nahverkehr ausgeglichen. So würden Busse und Bahnen in Dortmund mitfinanziert.

Unterdessen hat die Polizei am Dienstag die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst fortgesetzt. Das Waldstück war in den vergangenen Monaten zum Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung geworden.

RWE-Seite gehackt
RWE-Seite gehackt

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Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichteten am 25. September 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und WDR aktuell ab 13:00 Uhr.

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