Reagenzgläser mit Blutproben

Mutter und Baby sterben Tödliches Gift in Apotheken-Präparat

Stand: 24.09.2019 13:19 Uhr

Nach dem Tod einer Mutter und ihres Kindes in Köln warnen die Behörden weiterhin vor der Einnahme eines Glukosepräparats aus einer Apotheke in Köln-Longerich. Darin sind Giftstoffe nachgewiesen worden, das teilte die Polizei heute mit.

Die Ursache für den Tod einer Mutter und ihres Kindes in Köln sind offenbar Giftstoffe in einem Glukosepräparat. Das teilte die Polizei am Dienstagmittag (24.09.2019) mit. Die Behörden warnen nach wie vor vor der Einnahme eines Testpräparats auf Schwangerschaftsdiabetes aus der Heilig-Geist-Apotheke in Köln-Longerich.

Möglicherweise weitere Präparate betroffen

Apotheke und Heilig-Geist-Krankenhaus
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Die betroffene Apotheke ist direkt am Heilig-Geist-Krankenhaus

Nach Angaben eines Sprechers können die Ermittler nicht ausschließen, dass weiteres giftiges Material im Umlauf ist. Bis zum Dienstag habe sich aber noch niemand gemeldet, der Glukose aus der betroffenen Apotheke zu Hause habe, so Polizeisprecher Ralf Remmert. Wer noch entsprechende Präparate habe, solle diese bei der nächsten Polizeiwache abgeben.

Wie der Giftstoff in das Glukosepräparat gekommen ist, sei noch unklar, heißt es von der Polizei. Auch sei noch nicht sicher, ob die toxische Substanz in der Apotheke oder noch beim Hersteller in die Glukose gelangt ist.

Vorfall bereits in der vergangenen Woche

Eine 28 Jahre alte Frau und ihr Neugeborenes waren an den Folgen der Einnahme gestorben. Die Polizei hatte Ermittlungen eingeleitet, nachdem ein Arzt den Tod der Mutter und des Kindes bei der Polizei gemeldet hatte. Ebenfalls gestorben ist ihr Kind, das zuvor per Notkaiserschnitt entbunden wurde. Das war bereits in der vergangenen Woche. Am Freitagabend sei jedoch noch unklar gewesen, welche Umstände genau für den Tod der Mutter und ihres Kindes verantwortlich gewesen waren, heißt es von der Polizei. Am Dienstag steht nun fest: Die Frau starb an multiplem Organversagen, offenbar ausgelöst durch den Giftstoff.

Eine Apothekerin nimmt Medikamente aus einem Regal
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Führte eine verunreinigte Arznei zum Tod von zwei Menschen?

Weitere Patientin brach Einnahme ab

Bei der anderen Patientin, die sich auf Rezept ihres Arztes das gleiche Präparat aushändigen ließ, traten ebenfalls Komplikationen auf. Sie fühlte sich unwohl und brach die Einnahme ab, bevor sie die gesamte Menge des Stoffes zu sich genommen hatte.

Apotheke bleibt geöffnet

Laut Polizei sind ausschließlich Arzneimittel aus der besagten Apotheke betroffen. Der Inhaber der Kölner Apotheke kann sich nicht erklären, wie der Giftstoff in die Glukose gekommen ist. "Ich bin fassungslos, ich kann es mir nicht erklären", sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er vertraue auf die Ermittlungen der Polizei. "Dabei bin ich Zeuge, nicht Beschuldigter", betonte der Apotheker.

Seine Apotheke bleibe geöffnet. Sie habe seit Jahren ihre Patienten gut versorgt und werde dies weiter tun. Selbst hergestellte Arzneimittel würden aber vorerst nicht mehr angeboten. «Das ist eine unvorstellbare persönliche Tragödie», sagte der Inhaber. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Angaben wegen eines Tötungsdelikts gegen Unbekannt. Der Polizei ist kein weiterer Fall bekannt.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 24. September 2019 um 13:05 Uhr.

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