Spieler von Bayer Leverkusen freuen sich nach dem Sieg gegen den OGC Nizza in der Europa League. | Bildquelle: dpa

Europa League Leverkusen fegt Nizza vom Rasen

Stand: 22.10.2020 20:50 Uhr

Nach dem eher mäßigen Bundesligastart hat Bayer Leverkusen in der Europa League eine ordentliche Reaktion gezeigt und OGC Nizza in einer Partie mit acht Toren förmlich vom Rasen gefegt.

Abgesehen von einer "Auszeit" von etwa 15 Minuten zum Ende der ersten Hälfte dominierten die Gastgeber die Partie beim 6:2 (2:1) in der BayArena souverän und feierten ihren höchsten Europa-League-Sieg. Die wesentlich stärker eingeschätzten Franzosen zeigten am Donnerstag zum Auftakt der Gruppenphase eine dürftige Vorstellung und gerieten deftig unter die Räder. Nadiem Amiri und Lucas Alario sorgten für die zunächst beruhigende Führung, ehe Amine Gouiris Anschlusstreffer zumindest für eine phasenweise Verunsicherung sorgte. Doch Moussa Diaby, Karim Bellarabi (2) und Florian Wirtz stellten die Weichen auf den auch in der Höhe verdienten Sieg.

Bayers maximale Effektivität

Ausnahme-Talent Wirtz saß nach seiner bei der U21 erlittenen Bauchmuskelverletzung zum Europa-League-Auftakt zumindest wieder auf der Bank - durfte in der 74. Minute dann aufs Feld und traf wenig später auch noch. Verzichten musste Leverkusens Trainer Peter Bosz auf Mittelfeldstratege Charles Aranguiz, den Julian Baumgartlinger ersetzte. Zudem nahm Bosz noch zwei Wechsel vor: Wendell und Ezequiel Palacios ersetzten Daley Sinkgraven und Kerem Demirbay.

Die Werkself startetet maximal effektiv in die Partie: Als Leon Bailey mit einem tollen Pass in die Schnittstelle Amiri bediente und der elegant einen Abwehrspieler und Torhüter Walter Benitez aussteigen ließ, war das die erste Chance für die Gastgeber (11. Minute). Anschließend gab Bayer klar den Ton an und legte wenig später durch Alario nach: Der Argentinier zog aus spitzem Winkel und zehn Metern Entfernung von halblinks ab - und versenkte das Leder sehenswert unter der Querlatte (16.).

Als der nächste Leverkusener Treffer nur noch ein Frage der Zeit schien, schlugen die Franzosen, aktuell Vierter in der heimischen Liga, überraschend zurück: Nach einem schnellen Angriff der Gäste schlug Gouiris Schuss aus 18 Metern unten rechts im Bayer-Tor ein (31.). Die Rheinländer zeigten Wirkung angesichts des Treffers, zogen sich zurück, nahmen Tempo aus der Partie - und hatten kurz vor dem Pausenpfiff Glück, dass der Schuss von Nizzas Hassane Kamara nur ans Außennetz klatschte (42.).

Bellarabi trifft doppelt

Offenbar hatte der Pausentee die Leverkusener belebt, denn sie gingen nun wieder wesentlich aktiver in die zweite Hälfte. Und obwohl jetzt auch die Franzosen selbstbewusster agierten, kassierten sie den nächsten Treffer: Exequiel Palacios erkämpfte sich am gegnerischen Strafraum den Ball, bediente Diaby, und der schob aus zwölf Metern zur erneuten Zwei-Tore-Führung ein (61.)

Aber es sollte noch schlimmer kommen für die Franzosen, denn der eingewechselte Karim Bellarabi hatte einen starken Tag erwischt: Zunächst hämmerte er die Kugel aus 22 Metern ins Netz (79.) und legte wenig später mit einem leicht abgefälschten Schuss nach (83.). Der kurz zuvor eingewechselte Wirtz vollendete einen Konter über Diaby zum sechsten Treffer für Bayer, ehe Alexis Claude-Maurice kurz vor dem Schlusspfiff das Ergebnis aus Sicht von Nizza etwas erträglicher gestaltete.

"Es war so wichtig für uns, mit einem Sieg zu starten", sagte Kapitän Lars Bender nach der Partie und stellte auch mit Blick auf einige Schwächen fest: "Es war nicht so leicht, wie es das Ergebnis vermuten lässt. Das Ergebnis ist vielleicht ein bisschen hoch, aber wir sind zufrieden, dass wir wieder Tore geschossen haben." Mit dem deutlichen Sieg gegen den als stärksten eingeschätzten Gruppengegner legte die Werkself damit schon einen Grundstein für das Erreichen der K.o.-Runde.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Oktober 2020 um 21:00 Uhr in den Nachrichten.

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