Spielszene Leverkusen gegen Bern | AP

Europa League Auch Leverkusen scheitert in Zwischenrunde

Stand: 25.02.2021 22:50 Uhr

In der Zwischenrunde der Europa League hat Bayer Leverkusen gegen die Young Boys Bern enttäuscht. Ein Torwartpatzer ebnete den Weg zum Ausscheiden der "Werkself", die gegen disziplinierte Schweizer auch am Torhüter verzweifelte.

Von Julian Tilders

Am Donnerstagabend unterlag Bayer 04 den Young Boys Bern, die schon das Hinspiel gewonnen hatten (4:3), mit 0:2 (0:0). Jordan Siebatcheu nutzte einen Fehler von Leverkusens Torhüter Niklas Lomb (48. Minute) aus und Christian Fassnacht (86.). traf spät zur Entscheidung für den amtierenden Schweizer Meister. Für die Leverkusener war indes der Kasten der Gäste wie vernagelt.

Laut Bayer-Trainer Bosz, der sich nach dem Spiel zutiefst enttäuscht zeigte, sei Bern mit Blick auf beide Spiele "zu Recht" weitergekommen. Bosz analysierte nüchtern: "Wir haben es versucht und alles dafür getan. Es war nicht gut genug."

Leverkusen kommt nicht richtig in Fahrt

Die "Werkself" versuchte früh, die Spielkontrolle zu erlangen, was mäßig gelang. Mannschaftstaktisch agierte Leverkusen im 3-4-3 bei Ballbesitz mit Tah, Dragovic und Tapsoba als Aufbauspieler im Defensivzentrum. Die Young Boys Bern verteidigten diszipliniert und lauerten vornehmlich auf Konter. Mal formierten sich die Schweizer im 4-4-2, mal im 4-5-1 und stellten so oft eine Gleichzahl im Mittelfeld her - was das auf volle Offensivkraft ausgerichtete Leverkusener Spiel ein wenig hemmte. Auch Mittelfeldjuwel Florian Wirtz wurde regelmäßig festgemacht.

Die erste Bayer-Möglichkeit vergab Leon Bailey, dessen Schuss von Bern-Torhüter David von Ballmoos pariert wurde (15.). Kurz vor dem Pausenpfiff verhinderte dann Berns Silvan Hefti mit einer starken Grätsche, dass Leverkusens Stürmer Patrik Schick eine Flanke von Wirtz im Sechzehner verwerten konnte (39.). Der dichte Berner Block im Zentrum stand, Leverkusen kombinierte streckenweise ansehnlich, musste sich aber in Geduld üben.

Schock für B04: Lomb schenkt Bern die Führung

Kurz nach dem Wiederanpfiff dann die eiskalte Dusche für Leverkusen: Torhüter Niklas Lomb, der auch schon beim 3:4 im Hinspiel sowie in der Bundesliga gegen Mainz (zweite Halbzeit) und Augsburg den verletzten Stammtorwart Lukas Hradecky vertrat, unterlief ein folgenschwerer Patzer. Lomb schnappte sich eine abgefälschte Flanke von Meschack Elia, ließ den Ball jedoch im Fallen aus den Händen rutschen und leistete damit den unfreiwilligen Assist für Siebatcheu, der im Fünfmeterraum nur noch lässig einköpfen musste. Schon beim 1:1 gegen Augsburg hatte Lomb das Gegentor verschuldet.

Trainer Bosz stellt um auf Doppelspitze

Angetrieben vom Rückstand machte Bayer nun gezwungenermaßen mehr Druck - zwei Tore mussten es für das Achtelfinale sein. Bailey scheiterte nach toller Hereingabe von Jeremie Frimpong per Hackenschuss aus kurzer Distanz am stark aufgelegten Bern-Keeper von Ballmoos (57.).

In der Folge stellte Bayer-Coach Peter Bosz um auf eine Doppelspitze: Verteidiger Aleksandar Dragovic wurde von Stürmer Lucas Alario ersetzt, außerdem kam Demarai Gray für Bailey (63.). Gray setzte direkt ein Ausrufezeichen - und einen Eckball direkt an den kurzen Pfosten. Auf der anderen Seite parierte Lomb einen Versuch von Elia (70.) sicher.

Fassnacht versetzt Bayer 04 den Knockout

In der Schlussviertelstunde mühte sich Bayer weiterhin ab. Alario vergab ebenso noch eine Chance (77.) wie Schick (80.), dessen Kopfball von Berns überragendem Schlussmann von Ballmoos klasse pariert wurde.

Auch Bern kam nochmal gefährlich vor das Tor von Leverkusen: Marvin Spielmanns direkter Freistoß krachte an den Pfosten (83.). Und dann machte Fassnacht nach einem stark vorgetragenen Konter per Lupfer über Lomb endgültig den Deckel drauf - 0:2 aus Sicht der Leverkusener.

Leverkusen in der Bundesliga gegen Freiburg

Weiter geht es für Leverkusen nach der herben Enttäuschung im Europapokal mit dem Liga-Alltag. Am Sonntag (18 Uhr) empfängt die "Werkself" den SC Freiburg zum Duell im Kampf um die europäischen Plätze.

Quelle: wdr.de