Rainer Maria Kardinal Woelki | wdr

Kölner Erzbistum Diözesanrat geht auf Distanz zu Woelki

Stand: 29.01.2021 20:21 Uhr

Der Diözesanrat, das oberste Gremium der katholischen Laien im Erzbistum Köln, geht auf Distanz zu Kardinal Woelki. Bis zur Aufklärung möglicher Versäumnisse im Umgang mit sexuellem Missbrauch wolle der Rat mit dem Kardinal nicht mehr zusammenarbeiten.

Damit kündigt die katholische Basis Kardinal Rainer Maria Woelki die Gefolgschaft bei einem seiner wichtigsten Projekte auf.

So zum Beispiel, wie das Erzbistum und vor allem die Pfarreien bis zum Ende des Jahrzehnts aufgestellt sind. Dazu gehört die Frage, wie viele Pfarreien und wie viele Seelsorger es in Zukunft noch geben wird.

Deutliche Kritik an Woelki

Für den Herbst waren abschließende Gespräche geplant. Die lägen nun auf Eis, denn die Vertrauensbasis sei wegen der ungeklärten Missbrauchsaufarbeitung nicht mehr ausreichend, sagt ein Sprecher des Diözesanrates.

In einer offiziellen Mitteilung des Rates heißt es: "Der Erzbischof von Köln hat als moralische Instanz versagt und zeigt bis heute keine Haltung."

Kardinal Woelki steht seit Monaten in der Kritik, weil er die Veröffentlichung eines Gutachtens einer Münchener Anwaltskanzlei untersagt, das sich mit den Fällen sexualisierter Gewalt in Deutschlands größtem Bistum befasst.

Unterstützung vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Unterstützung erhalten die Laien auch vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, die eine Ausstrahlung der Kölner Vorgänge auf die gesamte katholische Kirche in Deutschland fürchten: Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki äußerte sich nicht.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Januar 2021 um 18:00 Uhr.