Portal der Uniklinik Düsseldorf | Bildquelle: dpa

Coronavirus in Deutschland Zwei bestätigte Infektionen in NRW

Stand: 26.02.2020 16:44 Uhr

Nordrhein-Westfalen hat einen zweiten bestätigen Coronavirus-Fall. Auch die Ehefrau des infizierten Mannes aus dem Kreis Heinsberg ist laut Uniklinik Düsseldorf erkrankt.

Nordrhein-Westfalen hat einen zweiten bestätigen Coronavirus-Fall. Wie das Universitätsklinikum Düsseldorf am Mittwoch (26.02.2020) mitteilte, werden dort aktuell zwei Patienten behandelt. Gestern war bei einem 47 Jahre alten Patienten aus Gangelt (Kreis Heinsberg) erstmals das Corona-Virus nachgewiesen worden. Bei der neuen Patientin handelt es sich um seine Ehefrau.

Das Ehepaar war zunächst in einem Krankenhaus in Erkelenz mit Verdacht auf eine schwere Lungeninfektion behandelt worden.

Mann in kritischem Zustand wegen Vorerkrankung

Der Mann leide an einer Vorerkrankung, teilte der Landrat von Heinsberg, Stephan Pusch, mit. Der Zustand des Patienten sei kritisch, er schwebe in Lebensgefahr, sagte Landrat Pusch. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums vom späten Dienstagabend wird die Ehefrau des Patienten ebenfalls stationär behandelt. "Ihr Zustand ist aktuell stabil."

Nach WDR-Informationen wurden der Mann und seine Frau in der Nacht zu Mittwoch in die Unikliniken Düsseldorf transportiert.

Landrat warnt vor Panik

Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch hat die Bevölkerung nach dem ersten bestätigten Coronavirus-Fall in Nordrhein-Westfalen zu Ruhe aufgerufen. "Ich denke, diese Situation  erfordert von uns allen etwas Disziplin. Aber wir sollten auch nicht in Panik verfallen", sagte der CDU-Politiker am Mittwochmorgen in einem auf Facebook veröffentlichten Video. Pusch sagte in dem Video, dass die Menschen im Kreis Heinsberg "Massenansammlungen oder Besuche in Gemeinschafteinrichtungen" wenn möglich vermeiden sollten. "Bleiben Sie, wenn es sich nicht vermeiden lässt, bitte Zuhause", sagte er. Auch wer Krankheitssymptome bei sich oder Bekannten feststelle, solle erstmal zuhause blieben und seinen Hausarzt anrufen.

Bürgermeister besorgt

Das Gesundheitsamt des Landkreises ermittelt nach eigenen Angaben zur Zeit intensiv alle möglichen Kontaktpersonen des Ehepaares. "Zunächst war es in China, dann in Italien und jetzt ist es direkt im Ort", sagte der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde Gangelt, Bernhard Tholen, dem WDR am Mittwochmorgen. Er empfahl den Bürgern von Gangelt "das öffentliche Leben jetzt erstmal zu meiden".

Kindertagesstätten und Schulen bleiben geschlossen

Als Vorsorgemaßnahme bleiben Kindertagesstätten und Schulen im Kreis Heinsberg am Mittwoch zunächst geschlossen. Auch die kommunalen Verwaltungen sollen nicht öffnen. Der Landkreis hat einen Krisenstab eingerichtet. Am Mittwoch soll ein Krisenstab auf Landesebene gebildet werden. Er trifft sich ab 9 Uhr in Düsseldorf.

Hinweise an die Bevölkerung im Kreis Heinsberg

Laut NRW-Gesundheitsministerium sollen die Menschen im Kreis Heinsberg von Besuchen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen absehen.

Das Gesundheitsministerium hat eine Info-Hotline unter der Nummer 0211-855 4774 geschaltet. Wer grippeähnliche Symptome aufweist, soll den Haus- oder Notarzt zunächst telefonisch kontaktieren, um das weitere Vorgehen abzuklären.

Weiterer Fall in Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg gibt es einen ersten bestätigten Fall. Es handle sich um einen 25-Jährigen, der sich vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt habe, teilte das Gesundheitsministerium in Stuttgart mit. Damit sind bisher insgesamt 18 Infizierte mit dem Corona-Virus in Deutschland registriert.

In Italien haben sich nach Behördenangaben 322 Menschen angesteckt, elf seien gestorben. Auch Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz berichteten von Infizierten. In China, wo das Virus im Dezember entdeckt wurde, kamen bis Dienstag 2.663 Menschen ums Leben.

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die neuen Corona-Patienten aus NRW sollten in der Sonderisolierstation der Klinik für Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf untergebracht werden. Diese Station ist aber für Corona-Patienten ausdrücklich nicht vorgesehen. Wir entschuldigen uns für den Fehler.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Februar 2020 um 17:00 Uhr.

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