Köln - ARD-Fernsehsitzung 2015 | WDR / Fulvio Zanettini

Corona-Pandemie NRW sagt Sitzungskarneval ab

Stand: 14.12.2021 16:58 Uhr

In den kommenden Wochen wird es wegen Corona keine Karnevalssitzungen, Bälle oder Partys in NRW geben. Was aus den Umzügen Ende Februar wird, bleibt aber noch offen.

Von Christian Wolf

Nach der Corona-Absage der vergangenen Karnevalsession ruhten die Hoffnungen der Karnevalisten auf dieser Saison. Endlich wieder schunkeln, feiern und tanzen. Doch all das fällt auch in den kommenden Wochen wieder aus. Die angespannte Corona-Lage sorgt erneut dafür, dass es keinen normalen Karneval in NRW geben wird.

Keine Bälle und Sitzungen zu Karneval

Archivbild: Karnevalssitzung vor der Pandemie | WDR / Interfoto / Christian Bäck

Solche Karnevalssitzungen wird es auch diese Saison nicht geben Bild: WDR / Interfoto / Christian Bäck

Am Dienstag haben sich Vertreter des organisierten Karnevals mit der Landesregierung getroffen. Das Ergebnis: Es wird auf Karnevalsbälle, Partys und Karnevalssitzungen in Innenräumen verzichtet. Das Infektionsgeschehen und die Belastung der Krankenhäuser machten Karnevalsveranstaltungen selbst für Geimpfte oder Genesene unter Einhaltung hoher Schutzmaßnahmen wie 2G+ nicht bedenkenlos möglich, hieß es im Anschluss. Hinzu komme die Unsicherheit durch die Omikron-Variante.

"Damit beweisen die Karnevalistinnen und Karnevalisten im ganzen Land außergewöhnliche Solidarität, da sie in erster Linie an die Gemeinschaft denken", sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). Veranstaltungen, bei denen sich viele Menschen in engen Innenräumen begegnen, seien in den nächsten Monaten nicht verantwortbar.

Christoph Kuckelkorn  | imago images/Future Image/Christoph Hardt

Christoph Kuckelkorn Bild: imago images/Future Image/Christoph Hardt

Der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, machte deutlich: "Niemand kann den Karneval absagen, aber wir können mit Augenmaß daran gehen, große gesellige Veranstaltungen in engen Sälen zu unterlassen."

Über Rosenmontagszüge wird später entschieden

Verkleidete Karnevalisten vor dem Kölner Dom | WDR/dpa/Oliver Berg

Ob der Rosenmontagszug in Köln stattfindet, ist noch offen Bild: WDR/dpa/Oliver Berg

Eine Entscheidung über den Straßen- und Kneipenkarneval Ende Februar mit den großen Rosenmontagszügen wurde hingegen noch nicht getroffen. "Da haben wir noch ein bisschen Zeit hin", sagte Kuckelkorn und fügte hinzu: "Wir müssen das Infektionsgeschehen beobachten."

Der Präsident des Festausschusses Aachener Karneval, Frank Prömpeler, sprach davon, dass "Anfang, Mitte Januar" darüber entschieden werde. Er habe zwar die Hoffnung, dass die Züge stattfinden können. Aber: "Feiern um jeden Preis gibt es nicht."

Düsseldorf hat Rosenmontagszug schon verschoben

Nicht dabei waren am Dienstag die Karnevalisten aus Düsseldorf. In der Landeshauptstadt war schon vorher entschieden worden, den Rosenmontagszug zu verschieben. Er soll nun Ende Mai 2022 stattfinden. Trotzdem zeigte man sich am Dienstag überrascht. "Wir müssen uns jetzt erstmal sammeln, weil das war so nicht vorhersehbar", sagte Hans-Jürgen Tüllmann vom Comitee Düsseldorfer Carneval und ergänzte: "Jetzt müssen wir mal die Köpfe zusammenstecken, dass wir diese Session irgendwie hinbekommen."

Wüst stellt finanzielle Hilfen in Aussicht

Für Vereine, Veranstalter und Künstler ist die Absage ein herber Rückschlag. Die Vorbereitungen laufen bereits. Ministerpräsident Wüst sicherte aber finanzielle Unterstützung zu. So solle das Förderprogramm "Neustart miteinander" den eingetragenen Vereinen helfen. Zudem solle der Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen unterstützen. "Es war wichtig, dass wir auch finanzielle Lösungen bei pandemiebedingten Absagen für die Karnevalsgesellschaften finden", sagte Aachens Karnevalspräsident Prömpeler.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Dezember 2021 um 15:15 Uhr in den Nachrichten.