Menschen sitzem auf Stühlen in Abstand im Acchner  Dom

Gottesdienste in Corona-Zeiten Mit Abstand und im Schichtbetrieb

Stand: 03.05.2020 21:45 Uhr

In NRW haben die ersten Sonntagsgottesdienste unter neuen Auflagen stattgefunden. Auch in den Kirchen gelten Abstandsgebot und Hygienevorschriften in der Corona-Krise.

In Nordrhein-Westfalen sind Christen erstmals seit Einführung der Kontaktbeschränkungen wieder sonntags zum gemeinsamen Gottesdienst in die Kirche gegangen. Während der Feiern galten allerdings strenge Hygienevorschriften, und die Gläubigen mussten Abstand halten.

Menschen sitzem auf Stühlen in Abstand im Acchner  Dom
galerie

Gottesdienst mit Sicherheitsabstand

Stille Andacht in Aachen

"Ich bin innerlich sehr bewegt und es ist einfach etwas vollkommen anderes, die ganze Heilige Messe, die Liturgie mit den Menschen zu erleben, als nur am Fernsehen. So richtig Gemeinschaft", sagte eine Besucherin der 8-Uhr-Messe im Aachener Dom dem WDR am Sonntag (03.05.2020). In Aachen wurden Gottesdienste in vier Schichten gefeiert.

120 Gläubige hätten jeweils teilnehmen und auf den in zwei Metern Abstand verteilten Stühlen Platz nehmen können. Tatsächlich kamen nur etwa 60 Menschen.

Gewöhnungsbedürftiger Ablauf

Nur wenige der Gläubigen trugen den freiwilligen Mundschutz. Gesungen wurde wegen des erhöhten Infektionsrisikos nicht.

Ein kurzes Halleluja durften die Menschen ausrufen, ansonsten mussten sie auch auf gemeinsame Gebete verzichten. Während der Kommunion traten sie einzeln zum Pfarrer vor, der die Hostie mit lang ausgestrecktem Arm verteilte.

Stimmungsvoll trotz allem

Zwei Geistlicher mit Mundschutz | Bildquelle: AP
galerie

Mundschutz auch bei den Domschweizern in Köln

"Zum Heulen schön", so beschreibt eine Besucherin der Messe im Kölner Dom ihren Eindruck. Die Sicherheitsbestimmungen taten beim ersten Gottesdienst seit sechs Wochen der Stimmung offenbar keinen Abbruch.

Dabei trugen viele Gläubige und auch die Domschweitzer den empfohlenen Mundschutz. Für den Weg zum Empfang der Kommunion gibt es markierte Laufwege und Bodenmarkierungen. Gesungen wird auch hier nicht.

Testlauf in Köln

Geistlicher mit Mundschutz und Desinfektionsmittel | Bildquelle: AP
galerie

Ungewohnt: Gottesdienst mit Mundschutz

Es sei schön, jetzt auch wieder gemeinsam die heilige Messe feiern zu können, sagte Kardinal Rainer Maria Woelki zur Begrüßung. "Viele haben einfach als Corona-Engel gearbeitet und alte und gefährdete Menschen im Blick gehabt.''

Für die Messe im Kölner Dom waren 122 Besucher zugelassen, allerdings ausschließlich Kirchenmitarbeiter, Sänger, Lektoren und Messdiener. Denn man wolle zunächst Erfahrungen mit Hygienevorschriften sammeln. Ab Mittwoch ist dann die Teilnahme für jedermann möglich, allerdings nur nach vorheriger Anmeldung.

Für den Weg zum Empfang der Kommunion gibt es markierte Laufwege und Bodenmarkierungen. Gesungen wird nicht.

Evangelische Kirchen starten auch

Mit Voranmeldungen und Besucherbeschränkungen arbeiten auch die evangelischen Kirchen. Um möglichst vielen Gläubigen den Besuch eines Gottesdienstes zu ermöglichen, gibt es auch dort mehrere Gottesdienste.

In der Antoniterkirche in Köln zum Beispiel können sich 30 Menschen pro Gottesdienst anmelden und zwischen drei Uhrzeiten wählen. Wie in den katholischen Gottesdiensten wird auch hier auf Gesang verzichtet.

Quelle: wdr.de

Darstellung: