Rückenansicht eines Security-Mitarbeiters im Fußballstadion

Paderborn und Bremen Mutmaßliche Salafisten in Stadion-Security

Stand: 19.07.2019 13:39 Uhr

Zwei Sicherheitskräfte, die für den SC Paderborn und Werder Bremen tätig waren, sollen Kontakte zu gewaltbereiten Islamisten gehabt haben.

Von Peter Cohrs & Oliver Jürgens

Zwei Sicherheitskräfte, die für den SC Paderborn und Werder Bremen tätig waren, sollen Kontakte zu gewaltbereiten Islamisten gehabt haben. Nach Recherchen des WDR waren sie noch vor kurzem für eine Paderborner Sicherheitsfirma in Bundesliga-Stadien tätig.

Die beiden tschetschenischen Brüder hatten auf einem Instagram-Account Fotos von sich in den Bundesliga-Stadien gepostet. Die Männer hatten demnach offenbar schon als Jugendliche Kontakt zu Islamistenkreisen.

Fotos mit gewaltbereiten Gefährdern

Nach Angaben der Herforder Initiative „extrem dagegen“, die diese Szene beobachtet, waren die Sicherheitsleute schon vor Jahren gemeinsam mit ihrem Vater bei Koran-Verteilaktionen. Fotos zeigen die Familie mit gewaltbereiten Gefährdern, die später untergetaucht und ausgereist waren.

Bereits auffällig geworden

Islam M., einer der heutigen Sicherheitsleute, wurde 2015 zu einer Arreststrafe verurteilt, weil er Sympathie bekundet hatte für das Attentat auf die Pariser Satirezeitschrift Charlie Hebdo, bei dem 13 Menschen starben.

Auch sein Bruder Shamil M. wurde damals auffällig. In einem Internet-Chat wurde er gefragt: Was ist für Dich ein schöner Tag? Er antwortete: "Allahu akbar" und setzte drei Bombensymbole dahinter.

Bundesligisten schalten Polizei ein

Wie kommen Männer aus solchen Kreisen als Sicherheitskräfte in ein Stadion? Diese Nachfrage des WDR hat den SC Paderborn veranlasst, "..den Sachverhalt eingehend zu überprüfen." Der Bundesliga-Neuling verständigte auch sofort die Polizei. Ebenso Werder Bremen. Der Verein verweist aber darauf, dass die Bremer Sicherheitsfirma die beiden Mitarbeiter von einem Subunternehmen aus Paderborn erhalten habe. Dieses Unternehmen gibt trotz mehrfacher Anfragen bisher keine Stellungnahme. Mittlerweile ist auch der Staatsschutz Bielefeld informiert, gibt aus Datenschutzgründen aber keine Auskünfte.

Sicherheitsrisiko bei Sicherheitsdiensten?

Die Gewerkschaft der Polizei zeigte sich im Gespräch mit dem WDR alarmiert. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens ist erschrocken, dass solche Leute große Stadien bewachen: "Bei den Erkenntnissen, die jetzt da im Raum stehen, ist auf jeden Fall ein Sicherheitsrisiko erkennbar. Das darf so nicht passieren. Da müssen die Vereine und die DFL auch reagieren in ihrem eigenen Interesse. Das ist ziemlich geboten."

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete WDR 5 am 19. Juli 2019 um 09:33 Uhr im Morgenecho.

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