Symbolbild Kindesmissbrauch | Bildquelle: dpa

Bergisch Gladbach Anklage wegen Kindesmissbrauchs in 36 Fällen

Stand: 09.03.2020 20:08 Uhr

Im Zusammenhang mit den Missbrauchsermittlungen, die in Bergisch Gladbach ihren Anfang nahmen, hat die Staatsanwaltschaft am Montag eine erste Anklage erhoben. Wegen sexuellen Missbrauchs in mindestens 36 Fällen wird einem 26-jährigen Soldaten aus Kamp-Lintfort demnächst vor dem Landgericht Kleve der Prozess gemacht.

Von Jochen Hilgers

Im Zusammenhang mit den Missbrauchsermittlungen, die in Bergisch Gladbach ihren Anfang nahmen, hat die Staatsanwaltschaft am Montag (09.03.2020) eine erste Anklage erhoben. Wegen sexuellen Missbrauchs in mindestens 36 Fällen wird einem 26-jährigen Soldaten aus Kamp-Lintfort demnächst vor dem Landgericht Kleve der Prozess gemacht. Das hat ein Behördensprecher dem WDR bestätigt. 

Mehrere Fälle von Missbrauch

Der Berufssoldat soll seine leibliche Tochter, seinen Stiefsohn und eine Nichte schwer sexuell missbraucht haben. Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt, weil sich der Angeklagte bereits im Juni vergangenen Jahres wegen Missbrauchs selbst angezeigt hatte, die Staatsanwaltschaft Kleve auf Untersuchungshaft oder Hausdurchsuchungen verzichtet hatte. Ende August soll er dann noch seine dreijährige Nichte missbraucht haben.

Spur führte nach Kamp-Lintfort

Erst im Herbst, im Zuge der Ermittlungen um schweren sexuellen Missbrauch in Bergisch Gladbach wurden die Fälle wieder aktuell, der Soldat festgenommen. Bei den Ermittlungen gegen einen Bergisch Gladbacher, der seine einjährige Tochter missbraucht haben soll, ergaben sich offenbar Spuren zu dem Soldaten. Er soll Teil eines bundesweiten Ringes von Sexualstraftätern gewesen sein, gegen den die Staatsanwaltschaft Köln zentral für Nordrheinwestfalen ermittelt. In geheimen  Internetforen sollen Dutzende Männer Missbrauch mit den eigenen Kindern begangen, gefilmt und Kinder untereinander ausgetauscht haben.

Zahl mutmaßlicher Täter wächst

Mehr als 200 Ermittler werten seit dem Ende des vergangenen Jahres riesige Menge an Datenmaterial aus. Neun Beschuldigte in Nordrheinwestfalen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Mehr als ein Dutzend weiterer Männer sind von der Haft verschont worden, da sie einen festen Wohnsitz haben. Immer wieder sorgen die Ermittlungen der Kölner Anklagebehörde für Schlagzeilen. In der vergangenen Woche ergab sich bei der Auswertung zum Beispiel eine konkrete Spur nach Freiburg. Da nicht auszuschließen war, dass der Verdächtige sein Opfer weiter missbraucht wurde das Beweismaterial mit einem Hubschrauber von Köln nach Freiburg geflogen. Dort wurde daraufhin sofort Haftbefehl gegen den Freiburger erlassen.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. März 2020 um 21:00 Uhr.

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