Außenministerin Annalena Baerbock bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wuppertal | WDR/Carsten Stein

Wahlkampf in NRW Baerbock in Wuppertal mit Eiern beworfen

Stand: 09.05.2022 16:35 Uhr

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock wurde am Sonntag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Wuppertal von einer Demonstrantin mit drei Eiern beworfen.

Von Carsten Stein

Schrecksekunde am Sonntagnachmittag auf einer Wahlveranstaltung der Grünen in der Wuppertaler Innenstadt: Kurz nachdem Außenministerin Annalena Baerbock die Bühne betreten hatte und für die NRW Spitzen-Kandidatin Mona Neubauer warb, wurde sie mit Eiern attackiert. Sofort stürmten Sicherheitsbeamte die Bühne und schirmten die Ministerin mit Schutzschilden ab.

Eierschale im Gras | WDR/Carsten Stein

Mit diesem Ei wollte eine Demonstrantin die Bundesaußenministerin abwerfen. Bild: WDR/Carsten Stein

Baerbock wies ihren Personenschutz an, beiseite zu treten. Sie betonte, sich dieser fragwürdigen Meinungsäußerung zu stellen und sich nicht von der angedrohten Gewalt einschüchtern lassen zu wollen.

Der Eierwerferin und ihren Sympathisanten hielt sie vor, ein fatales Vorbild abzugeben. Andersdenkende mit Eiern oder Steinen zu bewerfen, sei ein zweifelhafter Weg, das Recht auf Meinungsfreiheit auszuüben.

Zur gleichen Zeit wurde die mutmaßliche Eierwerferin, eine junge Frau, von Sicherheitsbeamten abgeführt. Laut Polizei erwartet sie jetzt eine Anzeige wegen "versuchter, gefährlicher Körperverletzung". Über die Beweggründe der Frau ist bislang nichts bekannt. Der Staatsschutz ermittelt.

Außenministerin Annalena Baerbock bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wuppertal | WDR/Carsten Stein

Annalena Baerbock macht Selfies mit Wählerinnen und Wählern. Bild: WDR/Carsten Stein

Scheinbar unbeeindruckt von dem Zwischenfall mischte sich die Außenministerin im Anschluss an ihre Rede unter die Zuschauer und machte Selfies mit deren Handys. Der Landtags-Kandidat der Grünen, Marc Schulz, sprach von schlechtem Benehmen. Wenn das die Kriegsgegener seien, dann sei das beängstigend.

Bereits Ende April hatten Demonstranten aus dem sogenannten "Querdenker"-Milieu zwei Wahlkampf-Auftritte von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in NRW gestört.

Attacken auf Politiker gab es nach Aussage des Politikwissenschaftlers Professor Detlef Sack schon immer. Schon 1999 wurden die Grünen als Kriegstreiber bezeichnet. Sie hatten dem Kosovo-Einsatz der Nato und der deutschen Beteiligung daran zugestimmt. Auf dem Grünen-Parteitag in Bielefeld wurde der damalige Außenminister Joschka Fischer von einem Kritiker mit einem roten Farbbeutel attackiert.

Quelle: wdr.de