Demonstranten gegen den Bundesparteitag der AfD | dpa / Marcel Kusch

Nordrhein-Westfalen Proteste gegen AfD-Parteitag

Stand: 29.11.2020 09:00 Uhr

In Kalkar am Niederrhein läuft heute der AfD-Bundesparteitag weiter - die Proteste vor dem Veranstaltungsgelände hielten sich am Samstag in Grenzen.

Das Wunderland Kalkar ist eigentlich ein Familien- und Freizeitpark, direkt am Rhein. Wo sonst Kinder Karussell fahren, gibt es aber auch ein Konferenzzentrum, etwas abseits auf dem Gelände. Dort diskutieren seit Samstag etwa 600 AfD-Delegierte.

Ein Parteitag, bei dem die Gäste tatsächlich anwesend sind: in Corona-Zeiten eine Seltenheit. Die Bundesspitze der Partei zu Gast in der Kleinstadt Kalkar am Niederrhein - begleitet wird das Treffen von einigen Protesten im Umfeld, sowie einem massiven Polizeiaufgebot. Mehrere Hundertschaften sind rund um die Uhr im Einsatz.

Demonstration gegen die Veranstaltung

Nach Angaben der Polizei demonstrierten am Samstag mehr als 500 Menschen friedlich gegen die Partei und ihre Veranstaltung. Einige waren schon am frühen Morgen unterwegs, an einem kalten und nebligen Tag. Mit 1.000 Teilnehmern hatten die Organisatoren gerechnet, die kamen aber nicht zusammen.

Am frühen Nachmittag fand eine Kundgebung statt, an einer Wiese vor dem Gelände, mit mehreren Lokalpolitikern und der ehemaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) - sie stammt aus dem wenige Kilometer entfernten Kleve. Die Veranstaltung ging laut Polizei friedlich zu Ende. Für den heutigen Sonntag werden keine größeren Proteste erwartet.

Proteste aus der Ferne

Bei den AfD-Delegierten wird im Wunderland über Themen wie Rentenpolitik beraten - Parteisprecher Meuthen sorgte aber auch mit einem Angriff auf die extremeren Ausläufer der Partei für Aufsehen.

Auch die Haltung der AfD zur Corona-Politik der Bundesregierung ist ein Thema. AfD-Chef Chrupalla warf Bundeskanzlerin Merkel zur Eröffnung des Bundesparteitags vor, durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens Existenzen zu vernichten.

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Wunderland-Betreiber in der Kritik

Demonstranten gegen den Bundesparteitag der AfD | dpa / Marcel Kusch

Demonstranten gegen den Bundesparteitag der AfD Bild: dpa / Marcel Kusch

Dass die Teilnehmer während der Veranstaltung einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen, hatte das Oberverwaltungsgericht Münster vorher noch einmal bestätigt. AfD-Sprecher Meuthen rief die Parteimitglieder dazu auf, sich daran zu halten - um den Kritikern keine Angriffsfläche zu bieten. Nach Einschätzung des Ordnungsamts Kalkar befolgten die Anwesenden die Regeln zum großen Teil.

Die Kritik der Anwohnerinnen und Anwohner richtet sich aber nicht nur gegen die Partei selbst - auch der Geschäftsführer des Wunderlands Kalkar, Han Groot Obbink, musste sich vielfach dafür rechtfertigen, dass er der AfD die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Er müsse seine Mitarbeiter bezahlen, sagt er, da habe er das Angebot der Partei nicht ablehnen können.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. November 2020 um 15:00 Uhr.