Das Charité Krankenhaus in Berlin. | REUTERS

Corona-Pandemie Berliner Charité verhängt Besuchsverbot

Stand: 06.01.2021 19:41 Uhr

Das Personal ist überlastet, die Intensivbetten werden wegen der steigenden Zahl von Covid-Patienten knapper. Und eine Trendwende ist laut der Leitung der Berliner Charité nicht erkennbar. Deshalb gilt erneut ein Besuchsverbot in den Kliniken.

Eine Trendwende sei nicht erkennbar: Zu diesem Schluss kommt die Leitung der Charité. Das Personal ist überlastet, die Intensivbetten werden wegen der steigenden Zahl von Covid-Patienten knapper. Deshalb gilt ab Donnerstag ein strenges Besuchsverbot in den Kliniken.

Die Berliner Charité hat von Donnerstag an ein striktes Besuchsverbot verhängt. Es solle bis Ende Januar gelten, sagte ein Sprecher der Kliniken am Mittwoch. Ausgenommen seien ab dem 7. Januar allein Besuche bei Kindern unter 16 Jahren und Schwerstkranken.
 
Bereits im vergangenen Frühjahr gab es ein solches Besuchsverbot. Bei der anhaltend angespannten Situation müssten mögliche Infektionswege von außen in die Kliniken verhindert werden, sagte der Sprecher.
 
Laut der Charité-Verantwortlichen erlebe man derzeit "eine nie gekannte Belastung von Ärzten und Pflegepersonal". Bei der Versorgung von Covid-Patienten sei keine Trendwende erkennbar. Deshalb habe der Vorstand das Notfall-Programm, das seit 17. Dezember gilt, vorerst bis zum 22. Januar verlängert. Das bedeutet, dass neben Covid-Erkrankungen nur noch Notfälle, Härtefälle und Tumorpatienten behandelt werden können, andere planbare Operationen werden verschoben.
 
Insbesondere die hohe Anzahl von Intensivpatienten zwinge zu diesem Schritt, sagte Martin Kreis, der Charité-Vorstand für die Krankenversorgung. Am gleichen Tag registrierte die Charité einen neuen Höchststand bei der Bettenauslastung. Die Kapazität werde dort bald erschöpft sein.

Im temporären Corona-Testzentrum im Berliner Kitkat-Club (Quelle: dpa/Jörg Carstensen) | dpa/Jörg Carstensen
Mehr zum Thema

Was in Berlin jetzt erlaubt ist - und was verboten mehr

Mehr als ein Drittel der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt

Nach dem Corona-Lagebericht des Berliner Senats vom Mittwoch sind insgesamt 35,2 Prozent aller Berliner Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Der Grenzwert der Corona-Ampel ist in diesem Bereich auf 25 Prozent festgelegt - sie steht seit Wochen auf Rot. Das Hauptproblem sind hierbei nicht die fehlende Zahl von Intensivbetten, sondern der Mangel an qualifiziertem Personal, das Patienten in diesen Intensivbetten auch betreuen kann.
 
Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsämter in Berlin 1.306 neue Ansteckungen, am Vortag waren es 1.235. Inzwischen sind fast ein Fünftel (18,7 Prozent) der PCR-Tests auf das Virus positiv. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Allerdings werden auch nur noch Menschen mit schweren Symptomen getestet.
 
Der kommunale Klinikkonzern Vivantes hat bereits seit Mitte Oktober ein ähnliches Besuchsverbot für alle seine Krankenhäuser verhängt. Die Charité verhängte eine solche Regelung zuletzt zu Beginn der Pandemie im Frühjahr. In der Zwischenzeit waren Besuche manchmal nur eingeschränkt möglich, aber nicht strikt verboten.

Sendung: Inforadio, 06.01.21, 18:30 Uhr

Über dieses Thema berichteten Inforadio am 06. Januar 2021 um 18:30 Uhr und Deutschlandfunk am 07. Januar 2021 um 02:00 Uhr in den Nachrichten.