Das Triell der Kanzlerkandidaten | EPA
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Triell der Kanzlerkandidaten ++ Viele Themen, viel Streit ++

Stand: 12.09.2021 23:18 Uhr

Klima, Corona-Pandemie, Renten: Baerbock, Laschet und Scholz haben sich im Triell hitzige Wortgefechte geliefert. Teils gingen die Ansichten weit auseinander. FDP und Linkspartei zeigten sich enttäuscht von der Diskussion. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Triell von Baerbock, Laschet und Scholz
  • Harte Angriffe auf Scholz wegen FIU-Entwicklungen
  • Große Einigkeit beim Thema Corona-Schutzimpfungen
  • Differenzen bei Klima und Rente
  • Zuschauer fanden Scholz am überzeugendsten
12.9.2021 • 23:18 Uhr

Kommentar: "Zwei Männer, die streiten"

Wie lief das Triell? Wer hat gewonnen?

Martin Schmidt meint im tagesthemen-Kommentar, dass dieses Triell über weite Teile ein Duell war. Zwei streitende Männer standen im Vordergrund. Laschet attackiert und zwingt Scholz aus seiner Komfortzone. Aber die Angriffspunkte sind erwartbar, so richtig verfängt keiner der Angriffe.

Ein Kommentar:

12.9.2021 • 22:43 Uhr

"Es fehlten Ideen"

Oppositionspolitiker reagierten enttäuscht auf den Verlauf des Triells. "Es fehlten Ideen, wie wir unsere Wirtschaft nach der Krise stärken", schreibt FDP-Chef Christian Lindner bei Twitter.

Linkspartei-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch fand es "insgesamt enttäuschend. Gute Arbeit, Kinderarmut, Inflationsentwicklung, gleiche Lebensverhältnisse in Ost-West spielten keine Rolle."

12.9.2021 • 22:30 Uhr

Zuschauer fanden Scholz am überzeugendsten

Auch die Umfrage nach Ende des Triells sieht Scholz in Führung. Auf die Frage "Wen fanden Sie am überzeugendsten?" sprachen sich am Ende 41 Prozent für Scholz, 27 Prozent für Laschet und 25 für Baerbock aus. Es wurden die selben 1500 Personen befragt.

Ein ähnliches Ergebnis gab es bei der Frage "Wen fanden Sie am kompetentesten?". Scholz führt mit 49 Prozent, für Laschet sprachen sich 26 Prozent aus, Baerbock ist mit 18 Prozent abgeschlagen.

Dagegen wirkte Baerbock auf die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer am sympathischten. 39 Prozent sprachen sich für sie aus. Danach folgt Scholz mit 34 Prozent. Nur 18 Prozent sagen dies über Laschet. Dies könnte auf den aggressiven Diskussionsstil Laschets zurückzuführen sein, der häufig unterbrach und oft auf angebliche Fehler seiner Kontrahenten hinwies.

Einen sehr guten Wert erzielte Baerbock auch bei der Frage nach der Tatkraft. Bei dieser Frage liegt sie mit 41 Prozent deutlich vor Scholz (28) und Laschet (25). Die Grünen-Politikerin profitierte hierbei wahrscheinlich von Streitigkeiten zwischen Scholz und Laschet. Sie konnte dann offenbar mit inhaltlichen und sachlichen Aussagen punkten.

12.9.2021 • 22:19 Uhr

Halbzeit-Blitzumfrage: Scholz in Führung

In einer repräsentativen Zuschauerumfrage hat zur Halbzeit des Triells eine Mehrheit Olaf Scholz in Führung gesehen.

Auf die Frage "Wen fanden Sie am überzeugendsten?" sprachen sich 39 Prozent für Scholz, 25 Prozent für Baerbock und 24 Prozent für Laschet aus. Dabei handelte es sich um einen Zwischenstand um 21.00 Uhr. Es wurden 1500 Personen befragt.

12.9.2021 • 22:09 Uhr

Die Schlussstatements aller Kandidaten

Am Ende des Triells hatten die zwei Spitzenkandidaten und die Spitzenkandidatin Zeit für ein einminütiges Schlussstatement. Die Reihenfolge war ausgelost worden.

Laschet sagte, er möchte ein "Bundeskanzler des Vertrauens" werden. Er versprach den Bürgerinnen und Bürgern, Bürokratie abzuschaffen, nicht zu gängeln und nicht vorzuschreiben, wie man zu leben habe.

Baerbock präsentierte sich als Kandidatin von Aufbruch und Veränderung. Es gelte, die Klimakrise zu lösen. Sie stehe für "echten sozialen Zusammenhalt". "Unsere Kinder und unsere sollen uns fragen müssen: 'Warum habt ihr nichts getan?' Sondern: 'Wie habt ihr das geschafft?'"

Scholz sagte, es sei jetzt eine Entscheidung über die Zukunft Deutschlands zu treffen. Er betonte die große Solidarität der Gesellschaft. Diesen Zusammenhalt benötige es auch in der Zukunft. Deshalb setze er sich für mehr Respekt in der Gesellschaft ein.

12.9.2021 • 21:51 Uhr

Ein Hauch Rot-Grün

Bei vielen Antworten werden Schnittmengen zwischen Baerbock und Scholz deutlich. Laschet vertieft diesen Eindruck mit Äußerungen, die Unterschiede zwischen sich und Scholz und Baerbock auf der anderen betont.

12.9.2021 • 21:41 Uhr

Laschet gegen "Einheitsversicherung"

Beim Thema Bürgerversicherung präsentieren sich Baerbock und Scholz weitgehend einig. "Ja, ich will den Weg zu einer Bürgerversicherung gehen", so Baerbock. Der erste Schritt wäre, dass privat Versicherte in die gesetzlichen Krankenkassen wechseln könnten. Scholz befürwortet die Bürgerversicherung ebenfalls. Gerade im Bereich der Altenpflege zeige sich die Ungerechtigkeit des jetzigen Systems.

Dagegen lehnt Laschet eine "Einheitsversicherung" ab. Andere Staaten in der Europa zeigten, dass Einheitssysteme teuer und ineffizient sein.

12.9.2021 • 21:36 Uhr

Wieder Zwist zwischen Scholz und Laschet

Laschet und Scholz geraten auch beim Thema Klimaschutz hart aneinander. Sie werfen sich gegenseitig bei wichtigen Fragen eine Blockade vor. Scholz betont, die Union habe bis vor Kurzem bestritten, dass für den klimagerechten Umbau der Wirtschaft mehr Strom nötig sei.

Laschet wirft der SPD vor, Beschleunigungen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren verhindert zu haben.

12.9.2021 • 21:22 Uhr

Klimapolitik - wie weiter?

Baerbock nennt den Klimaschutz "eine riesengroße Kraftanstrengung für unsere Gesellschaft". Die Grünen wollten daher jährlich 50 Milliarden Euro zusätzlich investieren, etwa in Infrastruktur, Bahnausbau, Windkraftanlagen und Solaranlagen auf den Dächern von Neubauten. Es gelte jetzt zu handeln: "Sonst wird es richtig teuer."

Laschet betonte, es gehe beim Klimaschutz nicht um Gesetze, Verbote und Vorschriften. Es müsse vielmehr "eine Dynamik entstehen, dass jeder Lust hat, dass da etwas Neues entsteht". Er setzt auf Innovationen und Forschung.

Scholz spricht sich für einen moderaten Anstieg des Kohlendioxid-Preises aus. Nicht alle Menschen könnten sofort auf ein neues Auto umsteigen, sagt er mit Blick auf den Benzinpreis. Das wichtigste Feld sei die Umstellung der Industrie, die zukünftig sehr viel mehr Elektrizität benötigten werde. Dabei müssten die Unternehmen unterstützt werden.

12.9.2021 • 21:06 Uhr

Die wichtigste Lehre aus der Corona-Pandemie?

Für Laschet ist die Hauptlehre aus der Pandemie, dass Deutschland autarker sein muss. Der Mangel an Masken habe dies verdeutlicht.

Baerbock wirbt hingegen für eine bessere Vorsorge. Man dürfe nicht nur auf Sicht fahren. Sie forderte die Bildung eines Krisenstabs, "damit es eine politische Verantwortung gibt".

Die Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes verlangt Scholz - dieser müsse bei Ausstattung und Personal auf den neuesten Stand gebracht werden und dort auch gehalten werden.

12.9.2021 • 20:48 Uhr

Drei für Corona-Impfungen

Große Einigkeit gibt es beim Thema Corona-Impfung. Sowohl Baerbock, Laschet als auch Scholz werben für die Schutzimpfung.

Baerbock wirft der Bundesregierung vor, in der Corona-Pandemie immer nur auf Sicht zu fahren. Es müsse alles getan werden, Schulen und Kitas offenzuhalten. Das bedeute, dass Ungeimpfte "nicht die gleichen Freiheiten haben in Inzidenzgebieten wie die anderen".

12.9.2021 • 20:45 Uhr

Kurze Debatte um Hans-Georg Maaßen

Angesprochen auf Hans-Georg Maaßen, der in Thüringen für den Bundestag kandidiert, sagt Laschet, dass Herr Maaßen Mitglied der CDU sei, allerdings nicht in der Mitte der Partei. Die Frage, ob er für Maaßen stimmen würde, wenn er in dem Wahlkreis wahlberechtigt wäre, beantwortet Laschet nicht.

"Herr Maaßen wird sich an den Kurs halten müssen, den ich als Parteivorsitzender und dann als möglicher Kanzler vorgebe", fügt er hinzu.

12.9.2021 • 20:38 Uhr

Hitzige Debatte zwischen Scholz und Laschet

Vor allem Laschet und Scholz verhaken sich in hitzigen Vorwürfen und Gegenvorwürfen zur FIU-Affäre. "Wenn mein Finanzminister so arbeiten würde wie Sie, hätten wir ein ernstes Problem", sagt Laschet. Scholz bezichtigt Laschet, Sachverhalte zu verdrehen und mit falschen Fakten zu arbeiten.

12.9.2021 • 20:33 Uhr

Scholz verteidigt FIU-Entwicklung

Angesprochen auf die Razzia in seinem Finanzministerium in Zusammenhang mit der FIU, betonte Scholz, dass im Kern um mögliche Versäumnisse von ein bis zwei Mitarbeitern in Köln geht. Er habe die FIU personell gefördert und ausgebaut.

Laschet kritisiert Scholz daraufhin für angebliche Versäumnisse in der FIU-Aufsicht und dessen Kritik an der Justiz. Laschet erinnert auch an die Wirecard-Affäre und Cum-Ex-Geschäfte. Dies seien Fehler von Scholz, zu denen er nicht stehe.

Baerbock betont, wie wichtig der Kampf gegen Geldwäsche sei. Da hätte das Finanzministerium in den vergangenen Jahre mehr Anstrengungen unternehmen müssen.

12.9.2021 • 20:23 Uhr

Scholz verlangt Bekenntnis

Auch Olaf Scholz wird nach einer Koalition mit der Linkspartei befragt. Er verlangt ein klares Bekenntnis eines Koalitionspartners zur transatlantischen Partnerschaft und gemeinsamen Auslandseinsätzen mit der EU, NATO und der UN. Er schloss eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht explizit aus.

12.9.2021 • 20:20 Uhr

Baerbock würde auch mit Linkspartei sprechen

Annalena Baerbock weicht der Frage nach einem dritten Partner in einer möglichen SPD-geführten Regierung aus - Linkspartei oder FDP. Sie kämpfe für eine von den Grünen geführten Regierung. Demokratische Parteien müssten miteinander reden, sei sie überzeugt. Dazu zähle auch die Linkspartei.

12.9.2021 • 20:17 Uhr

Juniorpartner der SPD?

Die erste Frage geht an Armin Laschet - ob er als Juniorpartner in eine SPD-geführte Regierung eintritt. Laschet weicht zunächst aus und lehnt die Antwort ab. "Wir kämpfen um Platz eins."

12.9.2021 • 19:57 Uhr

Alle Triell-Teilnehmer eingetroffen

Wenige Minuten später kam auch Scholz vor dem Studio an.

Olaf Scholz kurz vor dem Triell in Berlin | EPA

Bild: EPA

12.9.2021 • 19:53 Uhr

Baerbock und Laschet vor Ort

Baerbock und Laschet sind bereits zum Triell eingetroffen.

Baerbocks Wahlkampfbus fuhr als erstes vor.

12.9.2021 • 19:45 Uhr

"Vierkampf" von FDP, AfD, Linken und CSU am Montag

Beim Triell sind die Parteien vertreten, die eine Kanzlerkandidatin oder einen Kanzlerkandidaten nominiert haben. Am Montag dürfen sich die Oppositionsparteien sowie die CSU im TV präsentieren. Bei dem "Vierkampf" vertreten sind FDP-Chef Christian Lindner, AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel, die Linken-Vorsitzende Janine Wissler und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.

In der 75-minütigen Livesendung geht es um die unterschiedlichen Politikvorstellungen, die Schwerpunkte der Parteien und ihre Koalitionspräferenzen. Moderiert wird die Sendung von Ellen Ehni (WDR) und Christian Nitsche (BR). 

12.9.2021 • 19:37 Uhr

Warten auf die Kandidaten

Das Triell findet im TV-Studio in Berlin-Adlershof statt. Vor dem Gebäude haben sich zahlreiche Anhänger versammelt.

12.9.2021 • 19:20 Uhr

95 Minuten Spannung

Das Triell ist ein rund 95-minütiges Live-Format. Die Sendung wird von Maybrit Illner (ZDF) und ARD-Chefredakteur Oliver Köhr moderiert.

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), Armin Laschet (CDU/CSU) und Olaf Scholz (SPD) werden diskutieren und ihre Positionen zu den wesentlichen Themen des Bundestagswahlkampfs darstellen.

tagesschau.de zeigt das Triell im Livestream.

12.9.2021 • 19:09 Uhr

Welcher Kurs bei den Renten ist richtig?

Klingbeil betonte, mit der SPD werde es keine Anhebung des Renteneintrittsalters geben. Das Rentenniveau müsse auf dem jetzigen Stand gesichert werden. Durch die Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro pro Stunde und eine Stärkung von Tariflöhnen würden die Menschen im Berufsleben besser für das Alter vorsorgen können.

Ziemiak betonte, dass der Union seit vielen Jahren bewusst sei, dass die "beste Rentenpolitik eine solide Wirtschaftspolitik" sei. Es gehe darum, gut bezahlte Jobs zu schaffen und die Wirtschaft wachsen zu lassen. Außerdem planten CDU und CSU eine "Generationenrente". Es solle also für jedes geborene Kind eingezahlt werden, um einen Grundstock für das Alter zu haben.

Für viele Menschen sei eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht zumutbar, sagte Haßelmann. Darum seien die Grünen dagegen. Das Rentenniveau solle bei 48 Prozent gesichert werden. Ihre Partei befürworte eine Bürgerversicherung, in die mehr Menschen einzahlten, zum Beispiel Beamte.

12.9.2021 • 18:51 Uhr

Besserer Klimaschutz - aber wie?

Eines der großen Themen im Wahlkampf ist besserer Klimaschutz. Grünen-Fraktionsgeschäftsführerin Haßelmann sagte, ihre Partei habe das "mit Abstand ambitionierteste Klimaschutzprogramm" vorgelegt. Union und SPD hätten in den gemeinsamen Regierungsjahren nicht geliefert. Wichtig sei der Kohlausstieg bis 2030.

SPD-Generalsekretär Klingbeil erinnerte daran, dass das SPD-geführte Umweltministerium das Klimaschutzabkommen in Paris verhandelt habe. Wichtig sei nun, den Ausbau Erneuerbarer Energien drastisch voranzubringen. Dazu müsste der Bau von Windrädern viel schneller genehmigt werden, es solle eine Photovoltaik-Pflicht geben und es müssten Stromtrassen gebaut werden, damit die Energie auch dort ankomme, wo sie gebraucht werde.

Unions-Generalsekretär Ziemiak machte deutlich, dass es wichtig sei, "möglichst schnell voranzukommen". Planung und Baurecht müssten viel effizienter und schneller werden. Er schlug vor, Windräder verstärkt an Autobahnen zu bauen, weil es dort keinen Widerstand von Bürgern gebe. Zudem müssten Solardächer für alle Bürgerinnen und Bürger erschwinglich werden.

12.9.2021 • 18:28 Uhr

Welche Themen werden im Triell wichtig?

In einer Art "Vor-Triell" wollen im Bericht aus Berlin Britta Haßelmann, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der grünen Bundestagsfraktion, sowie Unions-Generalsekretär Paul Ziemiak und Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD, ihren Kandidatinnen und Kandidaten Rückenwind für das direkte Aufeinandertreffen mitgeben. Alle drei versuchten, Themen zu setzen und gleichzeitig keine offene Flanke zu zeigen. Besonders Ziemiak setzte auf Offensive.

12.9.2021 • 18:28 Uhr

ARD-DeutschlandTrend - Union im Rekordtief

Vor zehn Tagen gab es im ARD-DeutschlandTrend schlechte Nachrichten für die Union - rund drei Wochen vor der Bundestagswahl fiel sie auf ein Rekordtief. Die SPD zog vorbei, die Grünen fielen weiter zurück.

12.9.2021 • 17:51 Uhr

Duelle und Trielle im TV - der Blick zurück

Zwischen Korsett, "King of Kotelett" und der "Schlandkette": In der Vergangenheit gab es bereits einige denkwürdige TV-Duelle - meist mit Angela Merkel. Ein Blick zurück:

12.9.2021 • 17:41 Uhr

Willkommen zum Triell-Liveblog

Heute Abend ab 20:15 Uhr findet im Ersten das Triell der drei Spitzenkandidatinnen und -kandidaten statt. Wir begleiten den verbalen Schlagabtausch mit diesem Liveblog - aktuell und dicht dran.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. September 2021 um 20:00 Uhr.