Wellen brechen sich am Strand von Altefähr auf der Insel Rügen. Im Hintergrund ist die Silhouette der Hansestadt Stralsund zu sehen.  | dpa
Liveblog

Orkantief über Europa ++ Sturmserie geht weiter ++

Stand: 19.02.2022 14:23 Uhr

Die Serie schwerer Stürme reißt vorerst nicht ab: Nach "Zeynep" droht bereits ab Sonntag "Antonia". In Großbritannien sind Hunderttausende weiterhin ohne Strom. Der Liveblog vom Samstag zum Nachlesen.

19.2.2022 • 14:23 Uhr

Ende des Liveblogs

Orkan "Zeynep" hat sich über Deutschland ausgetobt und zieht über das Baltikum nach Russland weiter. Am Sonntag werden vor allem im Süden und in der Mitte Deutschlands noch mal stärkere Böen erwartet - verbreitet mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde. Auf höheren Bergen ist demnach auch mit teils schweren Sturmböen bis 100 km/h zu rechnen. Vorübergehend soll es aber erstmal ruhiger werden. Deshalb schließen wir unseren Liveblog und bedanken uns für ihr Interesse.

19.2.2022 • 14:09 Uhr

Historische Bockwindmühle zerstört

"Zeynep" hat die nach lokalen Angaben höchstgelegene Bockwindmühle Deutschlands umgeweht. Bei der historischen Windmühle im Weimarer Land brach in der Nacht zum Samstag der mittige Hausbalken, auf dem das Mühlenhaus stand, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Klettbach. Die 270 Jahre alte Mühle stand auf einer Höhe von 438 Metern über dem Meeresspiegel und war damit nach Angaben des Mühlenvereins vor Ort die höchstgelegene ihrer Art in Deutschland.

Bockwindmühlen sind der älteste Windmühlentyp in Europa. Das gesamte Mühlenhaus steht auf einem einzigen mittigen Pfahl, auf dem die Mühle in den Wind gedreht werden kann. Dieser Balken ist nun in Klettbach gebrochen. Bereits 2007 war in Thüringen eine Bockwindmühle nahe Jena dem Sturm "Kyrill" zum Opfer gefallen. Sie war später wieder aufgebaut worden.

Eine rund 270 Jahre alte Bockwindmühle ist auf einem Hügel am Rande der Ortschaft Klettbach komplett umgefallen. | dpa

Die rund 270 Jahre alte Bockwindmühle am Rande der Ortschaft Klettbach in Thüringen ist komplett umgefallen. Bild: dpa

19.2.2022 • 14:09 Uhr

Weiterer Fall bekannt: Drei Sturmtote in Deutschland

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul geht nun von zwei Sturmtoten in NRW aus. Zuvor war im Zusammenhang mit dem Sturm ein Todesfall in Nordrhein-Westfalen und ein weiterer in Niedersachsen bekannt. Wie eine Sprecherin erläuterte, handelt es sich dabei zum einen um einen Autofahrer, dessen Wagen von einem Baum getroffen worden war. Das zweite Sturmopfer sei nach vorläufigen Erkenntnissen ein 17 Jahre alter Beifahrer, der mit zwei Gleichaltrigen unterwegs gewesen war. Der Fahrer war nach Polizei-Angaben möglicherweise einem Ast ausgewichen und dadurch von der Fahrbahn abgekommen.

In der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste starb in der Nacht ein Mann, der während des Sturms das beschädigte Dach eines Stalls reparieren wollte. Der 68-Jährige sei durch das Dach gebrochen und rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

19.2.2022 • 12:48 Uhr

Die Sturmserie geht weiter - Beruhigung erst ab Dienstag

Die Serie schwerer Stürme reißt vorerst nicht ab. "Bereits ab Sonntag nimmt die Sturmserie mit Annäherung des nächsten Sturmtiefs 'Antonia' wieder deutlich an Fahrt auf", sagte Adrian Leyser von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. Auch der Montag bleibt noch stürmisch, erst ab Dienstag beruhigt sich das Wetter etwas. In der Nacht zum Sonntag kommt von Nordwest nach Südost zunächst etwas Regen. Teilweise kann sich auch noch etwas Schnee daruntermischen, bevorzugt im Bergland.

Auch der Wind frischt vor allem in der Mitte und im Süden in Böen wieder stark bis stürmisch auf. "Das ist allerdings nur das Vorgeplänkel des nächsten größeren Sturmereignisses", sagte Leyser. Denn "Antonia" erreicht am Sonntag bereits das Seegebiet zwischen Schottland und Island, in der Nacht zum Montag die Nordsee und Südschweden.

19.2.2022 • 12:08 Uhr

Fernverkehr der Bahn ist weiter eingeschränkt

Bahnreisende müssen im Fernverkehr vor allem im Norden und Osten Deutschlands weiter mit erheblichen Einschränkungen rechnen. "Es verkehren keine Fernverkehrszüge nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin bis mindestens 18 Uhr", teilte die Bahn mit. In Nordrhein-Westfalen gibt es keinen Fernverkehr bis mindestens 13 Uhr, ausgenommen einzelne Züge auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt. Ebenfalls bis mindestens 13 Uhr ist mit keinen Fernverkehrszügen zwischen Leipzig/Halle (Saale) und Berlin zu rechnen.

Auch die ICE-Züge auf der Strecke Köln - Hannover - Berlin fallen bis dahin aus. Wann wieder ICE/IC-Züge von Frankfurt (Main) beziehungsweise Berlin nach Amsterdam im Einsatz sein werden, ist noch nicht absehbar. Nach Angaben der Deutschen Bahn hat es durch die Sturmperiode der vergangenen Tage bereits Schäden im Eisenbahnnetz auf einer Länge von mehr als 1000 Kilometer gegeben. Und noch seien nicht alle Strecken erkundet.

19.2.2022 • 11:44 Uhr

Schwere Sturmflut an Niedersachsens Küste

An vielen Pegeln an der niedersächsischen Nordseeküste haben die Wasserstände die Schwelle zur schweren Sturmflut überschritten. Vor allem an den Flussmündungen sei diese Grenze überschritten, an einigen Pegeln zudem nur um wenige Zentimeter verfehlt worden, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz der Nachrichtenagentur dpa. Wegen der erhöhten Wasserstände vor allem in den Flusstrichtern seien alle Sperrwerke zwischenzeitlich geschlossen worden.

Der Sturmflutwarndienst der landeseigenen Behörde hatte erwartet, dass das Hochwasser in der Nacht zwischen 2,25 und 2,50 Meter höher auflaufen könnte als das mittlere Tidehochwasser. Tatsächlich sei in Cuxhaven an der Elbemündung ein Wasserstand von 2,82 Meter über dem mittleren Tidehochwasser gemeldet worden, die Grenze zur schweren Sturmflut liege bei 2,28 Metern. In Emden wurde ein Stand von 2,41 Meter gemessen worden, das sei auch exakt die Grenze zur schweren Sturmflut. Auf der Insel Norderney lag der Wasserstand bei 2,19 über dem mittleren Tidehochwasser, die Grenze zur schweren Sturmflut sei bei 1,95 Metern.

19.2.2022 • 11:18 Uhr

Hunderttausende Briten weiter ohne Strom

In Großbritannien sind noch immer Hunderttausende Menschen ohne Stromversorgung aufgewacht. Die Energieversorger arbeiteten weiter daran, die Haushalte wieder ans Netz anzuschließen, berichtete die BBC. Auch der Zugverkehr nimmt erst langsam wieder Fahrt auf. Vielerorts fallen noch Züge aus oder sind stark verspätet, teilweise gelten auch ins Wochenende hinein noch Reisewarnungen.

19.2.2022 • 11:17 Uhr

Sturmflut spült Strand auf Langeoog weg

"Zeynep" hat auch auf der ostfriesischen Insel Langeoog den Sandstrand beschädigt. "In Teilen ist gar kein Strand mehr da, die Abbruchkante geht bis zu den Dünen", sagte Inselbürgermeisterin Heike Horn. Zum Ausmaß des Schadens könne sie aber nichts sagen. Das müsse der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz beurteilen, sagte Horn. Menschen seien in der Sturmnacht auf ihrer Insel ihrer Kenntnis nach nicht verletzt worden, sagte Horn. Es seien aber Bäume entwurzelt worden, viele Zäune durch die Gegend geflogen und Vordächer beschädigt worden, die von den Hausbesitzern fixiert werden mussten.

19.2.2022 • 10:58 Uhr

Weiter Einschränkungen bei der Abfertigung am Flughafen BER

Am Hauptstadtflughafen BER gibt es weiterhin Verzögerungen bei der Abfertigung. Es sei wegen der hohen Windgeschwindigkeiten immer noch so, dass das Gepäck häufig nicht aus den Flugzeugen aus- und auch nicht eingeladen werde, sagte ein Flughafensprecher. "Die Passagiere fliegen nur mit Handgepäck." Gepäck und Passagiere würden wegen des Sturms zum Teil getrennt. An der Situation werde sich voraussichtlich bis Mitte des Tages nichts ändern. Mit Einschränkungen sei bis dahin noch zu rechnen.

Am späten Freitagabend hatten Hunderte trotz des Unwetters angekommene Fluggäste vergeblich auf ihre Koffer gewartet. Das berichtete ein dpa-Reporter. Der Flughafen habe wegen des Sturms die Bestückung der Gepäckbänder eingestellt. Inzwischen sei es wieder möglich, das Gepäck abzuholen.

19.2.2022 • 10:07 Uhr

Schäden auch in Polen und Tschechien

"Zeynep" hat auch in Polen und Tschechien viele Schäden angerichtet. Die polnischen Feuerwehren rückten in der Nacht zu rund 2000 Einsätzen aus. Zahlreiche Bäume blockierten Straßen, Dächer wurden abgedeckt. Vom Nationalmuseum Stettin wurde ein großes Blech gerissen. Wegen beschädigter Leitungen waren Zehntausende Haushalte vor allem in Westpommern ohne Strom. Auf einer Landstraße bei Olsztyn im Nordosten Polens fiel ein Baum auf ein Auto. Die Fahrerin wurde ins Krankenhaus gebracht.

In Tschechien waren rund 26.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. In Cercany bei Prag fuhr ein Regionalzug auf einen Baum auf. Bei dem Unfall wurde niemand verletzt. Auch auf weiteren Bahnstrecken kam es zu Einschränkungen.

19.2.2022 • 10:04 Uhr

Sturmschaden am Stadion: Osnabrück gegen Braunschweig fällt aus

Weil das Stadion an der Bremer Brücke beschädigt wurde, muss das für heute geplante Duell zwischen den Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig verlegt werden. Im Stadion hatten sich durch den Sturm unter anderem Werbebanden von der Dachkonstruktion gelöst und waren auf das Spielfeld und die Zuschauerränge geflogen. Das Stadion wurde daraufhin aus Sicherheitsgründen gesperrt. Es sei zu befürchten, dass weitere Werbebanden, die sich bereits durch den Sturm gelöst hätten, vor oder während des Spiels vom Dach auf das Spielfeld oder die Tribünenbereiche fliegen könnten, heißt es in der Osnabrücker Mitteilung. Wann die Partie nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

19.2.2022 • 09:56 Uhr

Mann bei Hannover von Baum getroffen und schwer verletzt

In Lehrte bei Hannover ist ein Mann von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt worden. Wie die Feuerwehr mitteilte, wollte der Mann am Freitagabend nachsehen, ob der Baum durch den Sturm beschädigt oder gefährdet ist. In diesem Moment erfasste eine Windböe den Baum und die Baumkrone stürzte herab. Entgegen einer ersten Annahme sei der Mann aber nicht unter dem Baum eingeklemmt gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Mann wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

19.2.2022 • 09:38 Uhr

Wetterdienst hebt Warnung vor Orkanböen deutschlandweit auf

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat alle Warnungen vor Orkanböen aufgehoben. Es werde aber weiterhin vor Sturmböen und schweren Sturmböen in der Nordhälfte Deutschlands gewarnt, teilte der DWD mit. Orkanböen sind Böen mit einer Geschwindigkeit ab 120 Kilometern pro Stunde. In Büsum (Schleswig-Holstein) an der Nordsee hatte der DWD am Freitagabend eine Böe mit 143,3 Kilometern pro Stunde gemessen.

19.2.2022 • 08:53 Uhr

Nach Sturmflut: Deiche werden auf Schäden untersucht

Nach der schweren Sturmflut an Nordsee und Elbe werden jetzt die Deiche und Schutzbauwerke auf Schäden untersucht. Es sehe auf den ersten Blick ganz gut aus, sagte der stellvertretender Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, Michael Kruse, zur Situation an den schleswig-holsteinischen Elbdeichen. Zu möglichen Sandverlusten auf den Inseln könne er noch nichts sagen. "Wir nehmen derzeit die Schäden auf."

19.2.2022 • 08:48 Uhr

Orkan richtet starke Schäden im Norden an

Allein in Schleswig-Holstein verzeichneten die Rettungsleitstellen bis zum Morgen etwa 1700 Unwetter-Einsätze. Ein Überblick über die Nacht in Norddeutschland:

19.2.2022 • 08:41 Uhr

Bahnverkehr im Norden weiterhin stark eingeschränkt

Der Bahnverkehr im Norden Deutschlands und in den nördlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens ist infolge des Sturms weiterhin stark eingeschränkt. Laut Deutsche Bahn fahren weiterhin keine Züge des Fernverkehrs in den betroffenen Regionen. Dies gelte für Verbindungen nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin sowie zwischen Berlin und Halle (Saale)/Leipzig. Nur auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt führen einzelne Züge.

Auch der Regionalverkehr falle noch flächendeckend aus, berichtete die Bahn weiter. Vor einer Wiederaufnahme des Verkehrs seien zunächst umfangreiche Erkundungsfahrten erforderlich, hieß es. "Mit abflauendem Sturm sind rund 2000 Einsatzkräfte der DB im Dauereinsatz, um Strecken zu erkunden und Reparaturen durchzuführen", teilte die Bahn mit. Für einen Überblick über den Zustand der Strecken setze die Bahn auch Hubschrauber ein. "Die DB arbeitet mit Hochdruck daran, Strecken freizuräumen und den Verkehr Stück für Stück wieder aufzunehmen", hieß es weiter. "Wir gehen daher davon aus, dass der Betrieb im Fernverkehr der Deutschen Bahn auf den genannten Strecken frühestens ab 9 Uhr am Samstagmorgen sukzessive wieder aufgenommen werden kann", hieß es in einer Kundeninformation. In Bereichen mit starken Sturmschäden sei jedoch auch eine deutlich spätere Wiederaufnahme möglich.

19.2.2022 • 08:39 Uhr

400 Liter Diesel auf der A7 ausgelaufen

Nach einem Unfall aufgrund des Sturmtiefs sind am Freitagabend 400 Liter Diesel-Kraftstoff auf der Autobahn 7 ausgelaufen. Nach Angaben der Polizei hatte sich bei Hildesheim durch den Sturm das Fundament einer Verkehrstafel gelöst, so dass diese umknickte und auf die Fahrbahn fiel. Ein Sattelzugfahrer habe nicht mehr ausweichen können und sei über die Hindernisse gefahren. Dabei riss der Tank auf und Hunderte Liter Kraftstoff ergossen sich über die Fahrbahn. Durch den starken Wind habe sich die Flüssigkeit immer weiter verteilt. Die Feuerwehr rückte an und pumpte noch einmal mehrere Hundert Liter Diesel aus dem Sattelzug ab, um ein weiteres Auslaufen zu verhindern. Die Autobahn musste in beiden Fahrtrichtungen für mehrere Stunden gesperrt werden. Die Fahrbahn in Richtung Kassel war laut Polizei erst in den frühen Morgenstunden wieder störungsfrei befahrbar.

19.2.2022 • 08:19 Uhr

Strand der Insel Wangerooge fast vollständig weggespült

Die Nordseeinsel Wangerooge hat im Sturm etwa 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. "Auf einer Länge von einem Kilometer gibt es kaum noch Sand", sagte Wangerooges Inselbürgermeister Marcel Fangohr. Die Schutzdünen vor dem Trinkwasserschutzgebiet hätten kein Deckwerk mehr, dies müsse wie der Strand neu aufgeschüttet werden. Dennoch sei der Sturm glimpflich ausgegangen, das Orkantief "Zeynep" habe keine schweren Schäden verursacht. Der Wasserstand habe etwa zwei Meter über dem normalen Stand gelegen, das sei weit von den Höchstständen entfernt, erklärte Fangohr.

2013 habe der Wasserstand bei 9,17 Metern gelegen, in der Nacht zum Samstag seien es 8,50 Meter gewesen. Glück im Unglück sei es gewesen, dass der starke Wind eher aus westlicher Richtung kam - nicht aus nordwestlicher. Neben dem weggespülten Strand seien Mülleimer umgekippt, eine Satellitenschüssel sei von einem Dach geflogen und Zäune umgefallen. "Wir haben Glück gehabt", sagte er. Mindestens sechs Wochen werde es dauern, den Strand wieder aufzuschütten, sagte Fangohr. Der Sand dafür komme von einer Sandbank vor der Insel. Schon nach den vergangenen Stürmen seien etwa 60 Prozent des Strandes weggespült worden, nun sei stellenweise überhaupt kein Sand mehr da.

19.2.2022 • 07:09 Uhr

Hunderte Einsätze im Norden - Fehmarnsundbrücke gesperrt

Das Sturmtief "Zeynep" hat in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg für Hunderte Einsätze gesorgt. Alleine in Hamburg sei die Feuerwehr bis zum frühen Morgen 654 Mal ausgerückt, sagte ein Sprecher. Meist handelte es sich dabei um umgekippte Bäume, Schilder und Zäune, aber auch umherfliegende Dach- und Fassadenteile forderten die Einsatzkräfte. Zwei Menschen wurden von der Feuerwehr per Schlauchboot aus ihrem im Wasser treibenden Auto gerettet. Die Elbe hatte den Bereich überschwemmt. Beide wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Auf der Fehmarnsundbrücke kippten in der Nacht zwei Laster um. Ein Fahrer wurde dabei verletzt. Die Brücke ist seitdem gesperrt, wie ein Polizeisprecher sagte. Im Norden Schleswig-Holsteins zählte die Polizei 84 Einsätze. Im westlichen Bereich waren es 123. Und im Bereich der Polizei-Leitstelle Süd waren es laut einem Sprecher deutlich mehr als 200 Einsätze. 

19.2.2022 • 06:56 Uhr

DWD hebt Warnung vor extremen Orkanböen an Nordsee auf

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine Warnung vor extremen Orkanböen an der Nordsee von bis zu 160 Kilometern pro Stunde aufgehoben. In Büsum (Schleswig-Holstein) an der Nordsee hatte der DWD am Abend eine Böe mit 143,3 Kilometern pro Stunde gemessen. Auch die Unwetterwarnungen für Nordrhein-Westfalen wurden aufgehoben. Der DWD warnt aber weiterhin vor Wind- und Sturmböen. Im Tagesverlauf soll der Wind weiter abnehmen, berichtete der DWD.

19.2.2022 • 06:47 Uhr

520 Einsätze für ostfriesische Feuerwehren

"Zeynep" hat die ostfriesischen Feuerwehren in Atem gehalten. Bis um 6.00 Uhr seien die Feuerwehren zu mehr als 520 Einsätzen im Landkreis Aurich gerufen worden, teilte die Feuerwehr mit. Das sei eine "sicherlich historische Zahl". Umstürzende Bäume hätten die Oberleitung der Bahn in Norden erheblich beschädigt, ebenso Überland-Telefonleitungen. Dächer mussten gesichert werden, Teile von Garten- und Blockhäusern und mehrere Trampoline wurden von den Straßen geräumt.

Ein Baukran habe sich in Richtung zweier Einfamilienhäuser geneigt. Die Familien mussten die Häuser verlassen. Die Feuerwehr beklagte zudem sogenannte "Einsatzstellentouristik" - trotz der Warnung, sich nicht unnötig im Freien aufzuhalten. Die Bundesstraße 72 habe wegen umgestürzter und stürzender Bäume gesperrt werden müssen, ein Autofahrer habe aber trotzdem durchfahren wollen - um sich Einsätze der Feuerwehren anzusehen. Die Straße wurde für einige Stunden gesperrt.

19.2.2022 • 06:00 Uhr

Mindestens neun Tote in Europa

Mindestens neun Menschen sind in Deutschland und anderen Ländern durch "Zeynep" ums Leben gekommen. In Niedersachsen ist ein Mann während des Sturms von einem Dach gestürzt und gestorben. Zwei Autofahrer starben nach Angaben der Polizei in Nordrhein-Westfalen. In den Niederlanden kamen drei Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben, darunter war auch ein Radfahrer. Großbritannien meldete ebenfalls drei Todesopfer. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. In Irland starb ein Mann infolge des Orkantiefs. In Frankreich wurden mindestens elf Menschen verletzt.

19.2.2022 • 06:33 Uhr

55 Meter großer Baukran in Bremen stürzt ein

Ein 55 Meter großer Baukran ist während des Sturmtiefs "Zeynep" in Bremen eingestürzt. Der Kran sei dabei in der Nacht auf ein im Rohbau befindliches Bürogebäude gekracht, sagte ein Feuerwehrsprecher. "Es sieht verheerend aus" so der Sprecher. Auch ein gerade vorbeifahrender Laster sei von dem Kran erwischt worden. Der Fahrer sei unverletzt geblieben. Ein weiterer 90 Meter hoher Kran wurde nicht beschädigt. Die Trümmerteile blockieren nun die umliegenden Straßen. Die Beseitigung des Krans werde noch bis zum Anfang der kommenden Woche dauern. Zur Schadenshöhe konnte die Polizei keine Angaben machen.

19.2.2022 • 05:44 Uhr

Sehr schwere Sturmflut erreicht Hamburg

Hamburg erlebt eine sehr schwere Sturmflut. Der Wasserstand am Pegel St. Pauli erreichte am Morgen gegen 5.30 Uhr 3,75 Meter über dem mittleren Hochwasser. Das sei wahrscheinlich der Scheitelpunkt, sagte ein Sprecher des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Ab 3,5 Metern über dem mittleren Hochwasser spricht man vor einer sehr schweren Sturmflut.

An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste lief das Wasser früher in der Nacht und weniger hoch auf. In Dagebüll (Kreis Nordfriesland) und Büsum (Kreis Dithmarschen) gab es mit 2,92 und 2,86 Metern über dem mittleren Hochwasser jeweils eine schwere Sturmflut.

19.2.2022 • 04:59 Uhr

Rheinbrücke Emmerich wegen Sturmschäden gesperrt

Die Rheinbrücke Emmerich ist bis auf Weiteres gesperrt. Grund dafür seien umgestürzte Gerüstteile, die in die Fahrbahn ragen, teilte die Polizei am frühen Morgen mit. Die Begutachtung des Schadensausmaßes durch Sturm "Zeynep" sei demnach für diesen Samstag bei Tageslicht geplant. Danach werde über das weitere Vorgehen entschieden. Die Polizei bat betroffene Verkehrsteilnehmer, auf die weiterhin frei befahrbare Rheinbrücke Rees-Kalkar auszuweichen.

19.2.2022 • 03:30 Uhr

Schlepper sichern Schiffe in Emden und Wilhelmshaven

Mehrere Schlepper haben in den Häfen in Emden und in Wilhelmshaven größere Schiffe gesichert. Durch die hohen Windgeschwindigkeiten in der Nacht drohten mehrere Schiffe abzudriften, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. Dies sei ein normaler Vorgang bei solch außergewöhnlichen Wetterlagen. Besonders die größeren Schiffe seien durch ihre Angriffsfläche gefährdet. Je nach Größe drückten mehrere Schlepper jeweils ein Schiff zurück gegen die Pier.

19.2.2022 • 02:55 Uhr

"Extreme Orkanböen"

Der Deutsche Wetterdienst hat mitgeteilt, an der Nordsee und auf dem Brocken im Harz gebe es "extreme Orkanböen".

19.2.2022 • 08:19 Uhr

Die Lage in Heiligenhafen an der Ostseeküste

Auch an der Ostseeküste fegt der Sturm heftig. Ein Lagebericht aus Heiligenhafen von Hauke von Hallern:

19.2.2022 • 08:19 Uhr

Stärkstes Sturmfeld bis 2 Uhr

Die Meteorologen erwarteten an der Nordseeküste Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern. In der zweiten Nachthälfte sollte "Zeynep" auf die Ostseeküste treffen und dann allmählich nachlassen. "Das stärkste Sturmfeld erwarten wir zwischen 21 und 2 Uhr", sagte NDR Wetterexperte Sebastian Wache.

19.2.2022 • 08:19 Uhr

Deutscher Wetterdienst hebt Unwetterwarnung für Thüringen auf

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Unwetterwarnung für Thüringen aufgeboben. Somit lag für die restliche Nacht zum Samstag keine Warnung vor orkanartigen Böen mehr vor, wie der DWD mitteilte. Seit Freitagabend hatten die Meteorologen landesweit gewarnt, dass der Sturm Bäume entwurzeln oder Dächer beschädigen könne. Am Abend hatte der Wind laut Polizei mehrere Fahrzeuge umgeweht.

19.2.2022 • 08:19 Uhr

Extreme Orkanböen: Höchstwert auf dem Brocken

Der Sturm "Zeynep" hat Deutschland am Freitagabend extreme Orkanböen gebracht. Die stärkste Böe wurde auf dem Brocken im Harz gemessen mit 145,8 km/h, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mitteilte. An der Nordseeküste in Büsum wurde mit 143,3 km/h ein ähnlich hoher Wert gemessen. Aber auch in anderen Landesteilen wurden Orkanböen registriert, so auf dem Feldberg im Schwarzwald (137,5), auf dem Großen Arber in Bayern (130,7) und in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

19.2.2022 • 08:19 Uhr

Landkreise Altmark und Salzwedel: 400 Einsätze

In Sachsen-Anhalt verzeichnet die Rettungsleitstelle Altmark für die Landkreise Altmark und Salzwedel etwa 400 Einsätze mit mehr als 1000 Einsatzkräften. Vor allem werden sie gerufen, um Sturmschäden zu beseitigen wie umgestürzte Bäume, die Stromleitungen zerstört haben, umgekippte Baugerüste und Unfälle.