Black-Lives-Matter-Demonstration auf dem Berlin Alexanderplatz | AFP
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Liveblog zum Nachlesen ++ Spahn sieht Menschenmengen bei Demos mit Sorge ++

Stand: 06.06.2020 23:15 Uhr

Bundesgesundheitsminister Spahn äußert Besorgnis über das teils dichte Gedränge bei Protestveranstaltungen während der Pandemie. In der US-Stadt Buffalo ist gegen zwei Polizisten Anklage wegen Tätlichkeit erhoben worden. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Großer Protesttag in Washington, D.C.
  • Zwei Polizisten in US-Stadt Buffalo wegen Tätlichkeit angeklagt
  • 15.000 Teilnehmer bei Demo in Berlin, 25.000 in München
  • Gewaltausbrüche nach Demos in Berlin, Hamburg und London
  • Trauerfeier in Floyds Geburtsstadt Raeford
  • Demonstranten in Paris umgehen Versammlungsverbot
  • Bundesliga-Fußballvereine setzen Zeichen gegen Rassismus
6.6.2020 • 23:15 Uhr

Spahn in Sorge wegen dichten Gedränges bei Demonstrationen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich nach den jüngsten Demonstrationen während der Corona-Pandemie besorgt gezeigt - aus gesundheitlichen Gründen: "Der Kampf gegen Rassismus braucht unser gemeinsames Engagement. Jeden Tag", schrieb er auf Twitter. "Doch dicht gedrängte Menschenmengen mitten in der Pandemie besorgen mich." Auch bei wichtigen Anliegen gelte: "Abstand halten, Alltagsmaske tragen, aufeinander acht geben. Um uns und andere zu schützen."

Auch weitere Bundespolitiker, etwa der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, äußerte Besorgnis wegen des zum Teil dichten Gedränges auf Protestveranstaltungen.

6.6.2020 • 21:56 Uhr

Zusammenstöße bei Protest in London

Bei Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus in London ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Beamten gekommen. Nahe der Downing Street, dem Regierungssitz von Premierminister Boris Johnson, wurden Gegenstände auf Polizisten in Schutzausrüstung geworfen. Auf einem in sozialen Medien kursierenden Video war zu sehen, wie bei den Auseinandersetzungen das Pferd eines berittenen Beamten durchging und dieser aus dem Sattel geworfen wurde, als er gegen Ampeln prallte. Der Polizist wurde vor Ort behandelt.

6.6.2020 • 21:14 Uhr

New Yorker Polizei zieht Konsequenzen nach Vorfall auf Demo

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio teilt mit, dass zwei Polizisten wegen "Fehlverhaltens während der Proteste" entlassen worden und ein Vorgesetzter strafversetzt worden sei. Die New Yorker hätten verdient, dass sie zur Rechenschaft gezogen würden, schrieb er auf Twitter - "ohne sie wird es kein Vertrauen zwischen Polizei und Bürgerschaft geben."

6.6.2020 • 21:09 Uhr

Großdemonstrationen in vielen US-Städten

Auch in weiteren US-Städten haben sich viele Teilnehmer zu Kundgebungen versammelt, wie Fernsehbilder und Beiträge in sozialen Netzwerken zeigen. Allein in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania sind mehrere Tausend Menschen auf den Straßen:

6.6.2020 • 21:09 Uhr

Tausende bei Protesten in Washington

In der US-Hauptstadt Washington haben Tausende Menschen die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt fortgesetzt. In der Umgebung des Weißen Hauses hielten Demonstranten Schilder mit Aufschriften wie "Kein Frieden ohne Gerechtigkeit", "Stoppt Rassismus jetzt" oder "Ich kann nicht atmen" in die Höhe - letzteres hatte Floyd gesagt, als ihm ein weißer Polizist sein Knie in den Nacken drückte. Zwischenfälle wurden zunächst keine gemeldet.

Auch in anderen US-Städten wie New York, Los Angeles und Philadelphia kam es wieder zu Demonstrationen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Ausschreitungen und Plünderungen im Zuge der landesweiten Proteste haben inzwischen deutlich nachgelassen. Washington hat sich zu einem Zentrum der Proteste entwickelt - auch weil sich ein Teil der Wut gegen US-Präsident Donald Trump richtet. Dieser hatte Floyds Tod bei dem brutalen Einsatz in Minneapolis am 25. Mai mehrfach verurteilt und das Recht auf friedliche Proteste betont. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis zu zeigen für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land.

6.6.2020 • 20:01 Uhr

US-Polizisten nach Übergriff in Buffalo angeklagt

Nachdem sie einen älteren Demonstranten bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt heftig gestoßen haben, sind zwei Polizisten in der US-Stadt Buffalo angeklagt worden. Ihnen werde schwere Tätlichkeit vorgeworfen, berichteten US-Medien. Beide Polizisten plädierten bei dem Gerichtstermin im Bundesstaat New York auf nicht schuldig. Sie hatten den Mann, der bei einer Demonstration am Donnerstag nach Beginn der Ausgangssperre noch auf der Straße war, heftig gestoßen, woraufhin dieser gefallen und mit Blutungen am Kopf auf dem Bürgersteig liegen geblieben war, wie auf einem Video zu sehen ist. Die Beamten wurden daraufhin suspendiert.

Buffalos Bürgermeister Byron Brown und New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo verurteilten den Vorfall. Zahlreiche Polizisten aus Buffalo stellten sich hingegen demonstrativ hinter ihre beiden Kollegen.

6.6.2020 • 19:28 Uhr

Trauerfeier in Floyds Geburtsstadt Raeford

In der Stadt Raeford im US-Bundesstaat North Carolina, wo George Floyd geboren wurde, haben Trauernde eine private Gedenkfeier für ihn abgehalten. Als der Sarg des Getöteten zur Kirche gefahren wurde, riefen die Teilnehmer am Eingang Losungen wie "Black Power" und "Keine Gerechtigkeit, keine Ruhe". Eine öffentlich zugängliche Trauerfeier war für später geplant.

Der Sarg mit dem Leichnam von George Floyd wird vor der Trauerfeier in einer Raeforder Kirche enthüllt. | dpa

Der Sarg mit dem Leichnam von George Floyd wird vor der Trauerfeier in einer Raeforder Kirche enthüllt. Bild: dpa

6.6.2020 • 19:03 Uhr

Berliner Polizei berichtet von Steinwürfen

Nach der friedlich verlaufenen Demonstration gegen Rassismus am Berliner Alexanderplatz sind laut Polizei aus einer größeren Gruppe heraus Steine und Flaschen auf Polizisten und Passanten geworfen worden. Es gab demnach Festnahmen und verletzte Polizisten. Zu genauen Zahlen gab es zunächst keine Angaben.

6.6.2020 • 18:54 Uhr

Banksy veröffentlicht Werk gegen Rassismus

Der nicht identifizierte britische Streetart-Künstler Banksy hat sich mit einem neuen Werk dem Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt angeschlossen. Auf dem Kunstwerk ist ein Bild mit einer schwarzen Person und daneben eine große Trauerkerze zu sehen, die eine US-Fahne in Brand setzt. Damit schloss sich Banksy der Initiative "Black lives matter" an.

"Zuerst dachte ich, ich sollte einfach die Klappe halten und den Schwarzen bei diesem Thema zuhören. Aber warum sollte ich das tun? Es ist nicht ihr Problem, es ist meins", schrieb Banksy auf Instagram. Wer nicht weiß sei, scheitere am System. Banksys Identität gibt Rätsel auf. Bekannt ist, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven. Seine Graffiti erscheinen meist überraschend.

6.6.2020 • 18:46 Uhr

BVB und Hertha BSC setzen ein Zeichen

Die Profis von Borussia Dortmund und Hertha BSC haben vor dem Abendspiel der Fußball-Bundesliga ein Zeichen gegen Rassismus und Polizeigewalt gesetzt: Alle 22 Spieler knieten vor dem Anpfiff um den Mittelkreis und schwiegen für einige Momente, auch die Ersatzspieler am Spielfeldrand machten mit.

Die Knie-Geste hatte 2016 Football-Profi Colin Kaepernick als Protestform etabliert. Auch der Mainzer Pierre Kunde Malong war nach seinem Tor zum 2:0 gegen Eintracht Frankfurt am Nachmittag auf ein Knie gegangen. Schon in der Vorwoche hatten mehrere Profis protestiert. Eine Bestrafung dafür gibt es nach einer entsprechenden DFB-Entscheidung nicht.

6.6.2020 • 18:38 Uhr

Proteste in Paris trotz Versammlungsverbots

In Paris haben sich Tausende Menschen unter Umgehung des Demonstrationsverbots zu antirassistischen Protesten versammelt - unter anderem in der Nähe der US-Botschaft am Place de la Concorde. Am späten Nachmittag demonstrierten auch Menschen am Champ de Mars in der Nähe des Eiffelturms.

Die Pariser Polizei hatte wegen der Covid-19-Pandemie etliche Proteste in der Hauptstadt verboten. Zahlreiche Menschen hielten Schilder der "Black Lives Matter"-Bewegung in den USA in die Höhe. Andere forderten Gerechtigkeit für Adama Traoré: Der 24-jährige Sohn von Einwanderern aus Mali war vor vier Jahren in Polizeigewahrsam in einer Pariser Vorstadt ums Leben gekommen. Der Fall Traoré hatte zuletzt in Frankreich wieder die Gemüter erregt. Er gilt als ein Symbol der Polizeigewalt und weist Parallelen zum Fall Floyd auf. Über die Todesursache wurden zahlreiche Gutachten und Gegengutachten erstellt. Ein Gutachten im Auftrag der Familie sieht Ersticken durch Außeneinwirkung als Todesursache, die Polizei weist das zurück. Ebenfalls für Bestürzung sorgten rassistische Kommentare, die mutmaßlich von Polizisten in einer Facebook-Gruppe gemacht wurden. Die Justiz ermittelt.

6.6.2020 • 18:22 Uhr

Einsatzkräfte riegeln Washingtoner Innenstadt ab

In der US-Hauptstadt Washington haben sich inzwischen Tausende Menschen versammelt, um in einem Protestzug durch die Straßen zu ziehen. Wie schon in den vergangenen Tagen wurden besonders viele Demonstranten am Lincoln Memorial, dem Capitol Hill und dem Weißen Haus erwartet.

Einsatzkräfte des Militärs riegelten mit schweren Fahrzeugen das Stadtzentrum ab und umstellten die drei Wahrzeichen der Stadt.

Einsatzkräfte umstellen das Weiße Haus in Washington vor den angekündigten antirassistischen Protesten. | REUTERS

Einsatzkräfte umstellen das Weiße Haus in Washington vor den angekündigten antirassistischen Protesten. Bild: REUTERS

6.6.2020 • 17:51 Uhr

Auseinandersetzung nach friedlicher Demonstration in Hamburg

Im Anschluss an die friedliche Kundgebung gegen Rassismus in der Hamburger Innenstadt ist es zu Auseinandersetzungen zwischen einer Gruppe Demonstranten und der Polizei gekommen. Aus der Gruppe heraus sei Pyrotechnik gezündet worden, drei Beamte seien verletzt worden, sagte eine Sprecherin. Einige Vermummte hätten Banner entrollt mit der Aufschrift "Bullenschweine" und "ACAB". Die Polizei fuhr mit Wasserwerfern vor. Nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur dpa, der vor Ort war, flogen auch Steine.

Zuvor hatten Tausende Menschen in der Innenstadt gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Die Polizei sprach von insgesamt 14.000 Teilnehmern bei zwei fast zeitgleichen Kundgebungen am Jungfernstieg und am Rathausmarkt - erlaubt waren wegen der Coronamaßnahmen zusammen nur gut 800.

6.6.2020 • 17:38 Uhr

25.000 Demo-Teilnehmer am Münchner Königsplatz

Rund 25.000 Menschen haben in München gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Die Zahl der Teilnehmer sei im Verlauf der Veranstaltung immer weiter angestiegen, berichtete ein Polizeisprecher. Anfangs waren zunächst 7000 Demonstranten am Münchner Königsplatz von der Polizei gezählt worden - angemeldet waren 200 Menschen. Das Versammlungsgelände sei schließlich erweitert worden, um mehr Platz zu schaffen. Neben dem Königsplatz habe dann auch auf dem benachbarten Karolinenplatz demonstriert werden dürfen.

In München waren am Samstag immer wieder "Black Lives Matter"-Rufe zu hören. Die meisten Teilnehmer waren in schwarzer Kleidung gekommen. Neben Reden gab es auch Musik.

6.6.2020 • 17:23 Uhr

"Sesamstraßen"-Sondersendung zu Rassismus

Nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen Amerikaners George Floyd haben die Figuren der Sesamstraße gemeinsam mit dem Nachrichtensender CNN eine Sondersendung zum Thema Rassismus aufgenommen. "Nicht alle Straßen sind wie die Sesamstraße", sagte die Figur Louie, Vater von Elmo, in der Sendung: "In der Sesamstraße lieben und respektieren wir uns alle."

Im Anschluss beantworteten CNN-Moderatoren und Experten Fragen, die Kinder und Familien aus den ganzen USA zuvor per Video geschickt hatten. Zuvor hatte es schon ein ähnliches CNN-Format zum Thema Coronavirus gegeben. 

6.6.2020 • 17:17 Uhr

Washington stellt sich auf Protesttag ein

In der US-Hauptstadt Washington versammeln sich zur gegenwärtigen Mittagszeit (Ortszeit) erste Teilnehmer, die an zentralen Punkten an Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt teilnehmen wollen. Erwartet werden Tausende Demonstranten, unter anderem vor dem Kapitol, am Lincoln Memorial und vor dem Weißen Haus - bewaffnete Einsatzkräfte umstellten dort im Vorfeld das Gebäude.

Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser forderte die Demonstranten zur Umsicht auf: "Während wir uns Gehör verschaffen, passen Sie bitte weiterhin aufeinander auf", schrieb sie auf Twitter. Bowser hatte gestern einen Zugangsstraße zum Weißen Haus in "Black Lives Matter-Plaza" umbenannt und den Slogan in großen gelben Lettern über eine zentrale Straße sprühen lassen.

Zwei Demonstranten halten vor dem Lincoln Memorial in Washington Schilder mit dem Protestslogan "Black Lives Matter" hoch. | AFP

Zwei Demonstranten halten vor dem Lincoln Memorial in Washington Schilder mit dem Protestslogan "Black Lives Matter" hoch. Bild: AFP

6.6.2020 • 16:46 Uhr

FC Bayern setzt Zeichen gegen Rassismus

Der FC Bayern München setzt mit seinen Profiteams im Fußball und Basketball ein Zeichen im Kampf gegen Rassismus und für mehr Toleranz, Respekt und Menschlichkeit. Beim Bundesligaspiel des deutschen Fußball-Rekordmeisters in Leverkusen, dem Auftaktspiel der Basketballer beim Bundesliga-Finalturnier am Abend in München sowie am Sonntag beim Auswärtsspiel der Fußball-Frauen in Potsdam würden die Spieler und Spielerinnen beim Aufwärmen Shirts der Vereins-Aktion "Rot gegen Rassismus" tragen, teilte der Verein mit. Mit einem speziellen Trauerflor würde zudem die "Black Lives Matter"-Bewegung unterstützt.

6.6.2020 • 16:46 Uhr

Rabbinerkonferenz-Präsident macht sozialen Medien Vorwürfe

Der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner, Moskaus Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt, hat angesichts des wachsenden Antisemitismus in der Corona-Pandemie die Rolle sozialer Medien kritisiert. "Facebook, Twitter und Co. sind verantwortlich für den Ausstoß ungeahnter Mengen an Falschinformationen, an Hassbotschaften und sogar an direkten oder verklausulierten Aufrufen zur Gewalt", schreibt Goldschmidt in einem Gastbeitrag für die wöchentliche Rubrik "Hauptstadtbrief" in der Sonntagsausgabe der "Berliner Morgenpost".

Die Plattformen seien ein Eldorado für Rassisten und Antisemiten. Facebook, Twitter, Google "und all die anderen" hätten eine Verpflichtung, schrieb Goldschmidt: "Wenn sie bei uns und mit uns Geld verdienen wollen, kann man verlangen, dass sie Hass und Hetze einen Riegel vorschieben." Antisemitismus, Rassismus und Verleumdung seien keine Meinungen. Sie seien Vorstufen zu Verbrechen. Goldschmidt warf Facebook-Chef Mark Zuckerberg in dem Zusammenhang "einen eklatanten Mangel an Führungsstärke" vor, weil er zuwenig gegen Hass-Inhalte vorgehe. "Dass ausgerechnet ein jüdischer Unternehmer wie er nicht erkennen will oder kann, wohin ungebremster Hass und propagandistische Verleumdung von Gruppen führen können, ist traurig." Die Konferenz Europäischer Rabbiner ist eine orthodoxe Vereinigung mit nach eigenen Angaben mehr als 700 Mitgliedern.

6.6.2020 • 16:14 Uhr

Mazyek fordert "echte" Debatte über Rassismus in Deutschland

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, vermisst in Deutschland eine "echte Debatte" über Rassismus. Auch hierzulande seien in Behörden und anderswo immer wieder ein gewisser latenter Rassismus oder Vorurteile zu finden, sagte er im Deutschlandfunk: "Wenn wir vom sogenannten Alltagsrassismus sprechen, dann ist das genau dieser."

Es brauche eine "echte Debatte" und nicht nur Betroffenheitskultur oder "mal ein Hashtag gegen Rassismus". In Deutschland gebe es viel "aufzuräumen" bei dem Thema, meint Mazyek: "Wir verharmlosen oft, wir blenden aus, oder wir tun so, als wäre es nur ein Thema von Rechtsextremismus." Es gebe aber auch einen Rassismus, "der sich immer mehr Bahn bricht in die Mitte der Gesellschaft". Mazyek sagte, auch er selbst habe bisweilen schon Angst vor der Polizei in Deutschland gehabt. Auch gebe es sogenannte No-go-Areas für Menschen mit nicht weißer Hautfarbe. Es sei nötig, die Gesellschaft insgesamt zu sensibilisieren.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman A. Mazyek | dpa

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman A. Mazyek. Bild: dpa

6.6.2020 • 15:55 Uhr

Tausende Demonstranten füllen den Alexanderplatz in Berlin

Etwa 15.000 Menschen haben nach Polizeiangaben in Berlin auf dem Alexanderplatz gegen Rassismus und Polizeiwillkür demonstriert. Wegen der vielen Teilnehmer sperrte die Polizei die umliegenden Straßen für den Verkehr. Zugleich lobte sie auf Twitter, "dass von vielen auf ausreichend Abstand und das Tragen von Mundschutz geachtet" werde. Viele der Demonstranten trugen schwarze Kleidung. Immer wieder wurde der Protestslogan "Black Lives Matter", "Schwarze Leben zählen", gerufen.

Bei einer Schweigeminute setzten sich die Demonstranten, darunter viele Jugendliche, auf den Boden. Sie dauerte genau 8 Minuten und 46 Sekunden. So lange hatte ein Polizist George Floyd sein Knie an den Hals gedrückt, bis dieser sein Bewusstsein verlor und kurz darauf starb.

6.6.2020 • 15:43 Uhr

Polizei: Etwa 8000 Demonstranten in Frankfurt

Die Polizei hat Schätzungen zur Größe der Kundgebung in Frankfurt am Main veröffentlicht. Demnach beteiligten sich etwa 8000 Menschen.

Bereits vor dem offiziellen Beginn der Kundgebung sei der Römerplatz voll gewesen, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Weitere Teilnehmer könnten deshalb auf den nahe gelegenen Paulsplatz ausweichen. "Bisher ist alles friedlich", sagte der Sprecher am Samstagmittag. Auch die Hygiene- und Mundschutzregeln würden eingehalten.

6.6.2020 • 15:35 Uhr

Sehr viele Teilnehmer auch in München

Die Münchner Polizei hat den Königsplatz abgesperrt und bittet alle ankommenden Demonstrantinnen und Demonstranten, auf den Karolinenplatz auszuweichen.

6.6.2020 • 15:28 Uhr

Nur kleine Aktionen in Paris möglich

In Paris wurden alle größeren Proteste verboten - in der Corona-Pandemie sind lediglich Versammlungen von maximal zehn Menschen erlaubt.

Auf dem Place de la Concorde unweit der US-Botschaft fand trotzdem eine Aktion statt.

Protestaktion auf dem Place de la Concorde in Paris | AFP

Bild: AFP

6.6.2020 • 15:19 Uhr

Acht Minuten und 46 Sekunden Stille in Düsseldorf

Mehrere Tausend Menschen haben mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen gegen Rassismus und Polizeiwillkür demonstriert.

In Düsseldorf nahmen etwa 10.000 Menschen an einem friedlichen Schweigemarsch teil, in Köln kamen laut Veranstaltern bei zwei Demonstrationen ebenfalls ungefähr 10.000 Menschen zusammen. "Silent Protest" war das Motto der Aktionen, die auch in Münster, Dortmund, Leverkusen und Bonn stattfinden sollten.

In Düsseldorf verharrten zum Auftakt die Demonstranten für acht Minuten und 46 Sekunden in Schweigen. So lange hatte am 25. Mai ein Polizist in Minneapolis sein Knie auf den Hals des Schwarzen gedrückt, der danach starb.

Alle Demonstrationen fanden unter den Schutzvorschriften der Corona-Pandemie statt. Die Abstandsregeln wurden weitestgehend eingehalten und die Teilnehmer trugen einen Mund-Nasenschutz, teilten Polizei und Veranstalter mit.

6.6.2020 • 15:04 Uhr

Zwei NYPD-Angehörige freigestellt

Zwei New Yorker Polizisten sind nach Zusammenstößen mit Demonstranten freigestellt worden. Einer der beiden soll Ende Mai eine Frau zu Boden gestoßen haben, der andere soll einem Demonstranten die Maske heruntergezogen und dann Pfefferspray auf ihn gerichtet haben.

Die Vorfälle seien "verstörend", sagte Polizeichef Dermot Shea. Zuvor hatte sich Shea bereits für mögliches Fehlverhalten seiner Polizisten entschuldigt - aber auch betont, dass seine Polizisten während der Begleitung der Proteste immer wieder beleidigt und angegriffen würden und dass auch dies aufhören müsse.

6.6.2020 • 14:58 Uhr

"Silent Demo" in Dresden

Auf dem Altmarkt in Dresden erinnern Menschen an George Floyd und wollen ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Kundgebung auf dem Altmarkt in Dresden | dpa

Bild: dpa

6.6.2020 • 14:52 Uhr

Veranstaltung in Hamburg zu voll - Abbruch

Mehrere Tausend Menschen haben sich in Hamburg versammelt. Die Polizei spricht von 9000 Teilnehmern am Jungfernstieg - erlaubt waren wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nur 525. Deshalb wurde die Veranstaltung nach Polizeiangaben beendet.

6.6.2020 • 14:37 Uhr

Lob von der Berliner Polizei

6.6.2020 • 14:19 Uhr

Sehr viele Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz

In der Hauptstadt haben viele Menschen den Weg zum Alexanderplatz gesucht. In einem kurzen Video des Deutsche-Welle-Journalisten Benjamin Alvarez ist zu erkennen, dass auch in Berlin viele Demonstranten schwarze Kleidung angezogen haben.

6.6.2020 • 14:10 Uhr

Protest in Frankfurt am Main

Ganz in schwarz auf dem Römer - in Frankfurt am Main hat eine Demonstration begonnen. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind schwarz gekleidet.

Demonstration auf dem Frankfurter Römer | REUTERS

Bild: REUTERS

6.6.2020 • 13:42 Uhr

Demonstration in Londons Innenstadt

Trotz amtlicher Warnungen vor einer Ausbreitung des Coronavirus, haben sich in der Londoner Innenstadt viele Demonstranten versammelt. Die Mehrheit trägt Mund- und Nasenschutz. Angaben zur Teilnehmerzahl liegen noch nicht vor.

Innenministerin Priti Patel hatte vor Beginn gesagt, dass sie den Wunsch der Menschen an der Teilnahme verstehe. Aber während der Corona-Pandemie sei dies das falsche Signal.

6.6.2020 • 13:21 Uhr

Protest vor US-Botschaft in Südafrika

Vor der US-Botschaft in Pretoria erinnerten einige Demonstranten an George Floyd. Anschließen marschierten sie zum Amtssitz des südafrikanischen Präsidenten.

In den vergangenen Tagen hatten einige Funktionäre des regierenden ANC Rassismus in den USA beklagt.

Protest vor der US-Botschaft in Pretoria. | AFP

Protest vor der US-Botschaft in Pretoria. Bild: AFP

6.6.2020 • 12:48 Uhr

Viele deutsche Kundgebungen ab 14:00 Uhr

Die Linkspartei-Politikerin Janine Wissler informiert über geplante Demonstrationen in deutschen Städten.

6.6.2020 • 12:07 Uhr

Zusammenstöße in Sydney

Nach einer Demonstration im australischen Sydney ist es im Hauptbahnhof zu einer Auseinandersetzung zwischen Aktivisten und Polizisten gekommen. Die Beamten setzten Pfefferspray ein.

In Australien wird nicht nur an George Floyd erinnert, sondern auch die Stellung der Ureinwohner thematisiert. Mehrere Ureinwohner starben in der Obhut der Polizei.

Polizisten gehen im Hauptbahnhof von Sydney mit Pfefferspray gegen Demonstranten vor. | dpa

Polizisten gehen im Hauptbahnhof von Sydney mit Pfefferspray gegen Demonstranten vor. Bild: dpa

6.6.2020 • 11:57 Uhr

Zuckerberg kündigt Überprüfung an

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat nun doch die Überprüfung der Richtlinien angekündigt. Das Unternehmen werde den Umgang mit staatlichen Gewaltandrohungen und mit Veröffentlichungen, die die Wahlbeteiligung beeinflussen könnten, prüfen, erklärte er in einer Mitteilung an die Beschäftigten und auf seiner Facebook-Seite. Es werde auch geprüft, neben der bisherigen Vorgehensweise einen Post entweder zu löschen oder stehenzulassen, Alternativen zu finden.

Twitter hat Tweets von US-Präsident Donald Trump mehrfach mit einem Warnhinweis versehen, weil er das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verletze. Dies hatte den Druck auf Zuckerberg erhöht, ebenfalls zu reagieren.

6.6.2020 • 11:43 Uhr

North Carolina: Flaggen auf Halbmast

In Gedenken an George Floyd sollen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang alle Flaggen an staatlichen Gebäuden in North Carolina auf Halbmast gesetzt werden. Das ordnete Gouverneur Roy Cooper an.

George Floyd wurde in Fayetteville, North Carolina geboren.

6.6.2020 • 11:34 Uhr

Demos in Australien, ein Kniefall in Ottawa

Es soll ein Samstag im Zeichen des Protests werden: In australischen Städten versammelten sich Tausende Menschen, um gegen Rassismus zu demonstrieren.

Ein Zeichen setzte am Freitagabend (Ortszeit) der kanadischen Premierminister Justin Trudeau.

6.6.2020 • 11:23 Uhr

Anthony Ujah: "Alles, was man tut, ist besser, als nichts zu tun"

Der Bundesliga-Spieler Anthony Ujah weist der Haltung von bekannten Sportlern eine große Bedeutung zu. "Wenn ich einen Spieler wie Thomas Müller sehe, der den Deutschen viel bedeutet, dann ist schon ein einziger Post von ihm ein starkes Statement. In der Fußballwelt weiß seit zehn Jahren jeder, wer Thomas Müller ist. Und alle Kinder, die wie Thomas Müller sein wollen, oder wie Manuel Neuer oder Joshua Kimmich, und ihren Idolen auf Social Media folgen, sehen nun, wo ihre Stars stehen", schreibt der Stürmer von Union Berlin in einem Gastbeitrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Anthony Ujah | dpa

Ujah bezieht Stellung gegen Polizeigewalt. Bild: dpa

Ujah hatte mit einem Tweet als erster Bundesliga-Profi den gewaltsamen Tod des Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt beklagt. Schon vor sechs Jahren hatte Ujah nach dem Tod von Eric Garner in den USA öffentlich protestiert. "Wenn ich es schaffe, dass nur fünf oder zehn Menschen ihre Denkweise wegen mir verändern, dann habe ich meine Rolle ausgefüllt. Alles, was man tut, ist besser, als nichts zu tun", sagte Ujah.

6.6.2020 • 11:11 Uhr

Knie-Protest in Seoul

Auch in Südkorea bewegt der Tod George Floyds die Menschen. In der Innenstadt Seouls versammelten sich Menschen zu einer Kundgebung in Andenken an den 46-Jährigen.

Menschen knien in der Innenstadt von Seoul. | JEON HEON-KYUN/EPA-EFE/Shutterst

Bild: JEON HEON-KYUN/EPA-EFE/Shutterst

6.6.2020 • 11:03 Uhr

Kommentar: Der Rassismus der gesellschaftlichen Mitte

Ist Rassismus vor allem ein Problem in den USA? Nein, meinte Georg Restle in seinem tagesthemen-Kommentar. In Deutschland reiche Rassismus weit in Milieus hinein, die sich sonst gerne als liberal und weltoffen bezeichneten.

6.6.2020 • 10:52 Uhr

Kundgebungen in Paris verboten

Die französischen Behörden haben mehrere Demonstrationen in Paris unter Verweis auf das Infektionsschutzgesetz verboten. Wegen der Corona-Pandemie seien alle Demonstrationen mit mehr als zehn Personen untersagt, teilte Polizeipräfekt Didier Lallement mit.

Zu den Demonstrationen werde im Internet aufgerufen; sie seien von den Organisatoren jedoch nicht angemeldet worden, so die Polizei. Unter anderem wird zu Protesten am späten Nachmittag auf dem Marsfeld nahe dem Eiffelturm aufgerufen.

6.6.2020 • 10:44 Uhr

Polizeireformen in US-Städten angekündigt

Nicht nur in Minneapolis, sondern auch in einigen anderen US-Städten wurden Polizeireformen angekündigt.

Eine Zusammenfassung können Sie hier lesen:

6.6.2020 • 10:39 Uhr

Grünen-Politikerin: Mehr interkulturelle Kompetenz bei Polizei

Die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic hält auch in Deutschland Reformen für nötig. Die deutsche Polizei sei im Kern "sicherlich gut aufgestellt", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Aber das heißt nicht, dass es nicht noch Verbesserungen geben sollte."

Zwar sei die Lage in Deutschland nicht mit der in den USA vergleichbar, betonte Mihalic, die früher selbst als Polizistin gearbeitet hat. Auch hier gebe es jedoch teilweise das so genannte Racial Profiling bei verdachtsunabhängigen Kontrollen, bei dem verstärkt oder ausschließlich Ausländer oder Menschen mit Migrationshintergrund überprüft werden.

Mihalic sprach sich auch dafür aus, stärker "die Perspektive von Opfern rassistischer Gewalt einzunehmen und noch mehr auf die Sichtweise von Minderheiten einzugehen". Dafür sei mehr interkulturelle Kompetenz in der Polizei erforderlich "und noch mehr antirassistische Trainings".

6.6.2020 • 10:34 Uhr

Atlanta und die "Macarena"

Kurz bevor am Freitagabend die nächtliche Ausgangssperre in Kraft trat, haben sich in Atlanta (Georgia) Nationalgardisten mit Demonstranten solidarisiert. Sie tanzten zusammen zu "Macarena".

6.6.2020 • 10:15 Uhr

NFL findet deutliche Worte gegen Rassismus

Die National Football League (NFL) hat sich deutlich gegen Rassismus positioniert und erstmals in diesem Zusammenhang Fehler eingestanden. NFL-Boss Roger Goodell sagte in einer Videobotschaft:

Wir, die National Football League, verurteilen Rassismus und die systematische Unterdrückung schwarzer Menschen. Wir, die National Football League, geben zu, dass es falsch war, nicht schon früher auf die NFL-Spieler gehört zu haben und ermutigen alle, sich zu äußern und friedlich zu protestieren. Wir, die National Football League, glauben, dass schwarze Leben wichtig sind.

Goodell betonte, er persönlich protestiere mit und wolle Teil des dringend notwendigen Wandels in den USA sein. Ohne schwarze Spieler gebe es die NFL nicht.

Schon 2016 hatte der damalige Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernik, durch Hinknien während der Nationalhymne versucht, auf Polizeigewalt gegen Schwarze aufmerksam zu machen. Goodell sagte damals, dass er "nicht unbedingt einverstanden ist damit, was er macht". Kaepernick bekam seit 2017 keinen Vertrag mehr in der NFL.

6.6.2020 • 10:03 Uhr

Widmann-Mauz: "Rassismus benennen und bekämpfen"

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz einen verstärkten Einsatz gegen rassistische Diskriminierung auch in Deutschland gefordert. "Rassismus gegen Schwarze ist nicht nur ein Problem in den USA", betonte die CDU-Politikerin im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir müssen Rassismus erkennen, benennen und in allen Bereichen bekämpfen."

Die Demonstrationen in den USA bezeichnete sie als "Ausdruck der Verzweiflung und der Hoffnung zugleich".

6.6.2020 • 09:48 Uhr

Tausende Australier demonstrieren

In Australien haben sich Zehntausende Menschen mit den Anti-Rassismus-Protesten solidarisiert. In Brisbane demonstrierten nach offiziellen Schätzungen mehr als 10.000 Menschen, in Melbourne etwa 5000. Zuvor hatten die Behörden daran erinnert, dass in der Corona-Pandemie Abstandsregeln einzuhalten sein. Sie schreckten aber davor zurück, die Demonstrationen zu untersagen.

In Brisbane demonstrierten mehrere Tausend Menschen. | GLENN HUNT/EPA-EFE/Shutterstock

In Brisbane demonstrierten mehrere Tausend Menschen. Bild: GLENN HUNT/EPA-EFE/Shutterstock

6.6.2020 • 09:33 Uhr

Protesttag in den USA

Der Tod George Floyds bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat nicht nur in den USA, sondern weltweit die Debatte über Rassismus und Polizeigewalt neu entfacht.

Heute werden weltweit Menschen zu Demonstrationen und Protestkundgebungen erwartet - die größte vermutlich in Washington DC. Wir dokumentieren die Ereignisse im Liveblog.