Demonstranten während der Kundgebung "Gemeinsam für die Niederlande" auf dem Dam-Platz in Amsterdam. | EPA
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Zehntausende demonstrieren in Amsterdam ++

Stand: 05.09.2021 21:26 Uhr

Aus Protest gegen die niederländische Corona-Politik versammelten sich in Amsterdam Zehntausende Menschen. Die Bundesregierung will bis Ende des Jahres 100 Millionen Impfdosen spenden. Der Liveblog vom Sonntag zum Nachlesen.

  • Spahn: Deutschland wird 100 Millionen Impfdosen spenden
  • Inzidenzwert steigt auf 83,1 - insgesamt jetzt mehr als vier Millionen Tests positiv
  • Ethik-Experte für Impfpflicht in bestimmten Berufen
  • Insgesamt sieben Millionen Infektionen und 365.000 Tote in Russland
  • Brasilianische Behörde stoppt chinesischen Impfstoff
5.9.2021 • 21:26 Uhr

Ende des heutigen Liveblogs

Wir beenden an dieser Stelle für heute den Corona-Liveblog. Morgen geht es weiter. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und eine geruhsame Nacht.

5.9.2021 • 19:00 Uhr

Pfizer bei Auffrischimpfungen in den USA im Plan

Der BioNTech-Partner Pfizer liegt einem US-Regierungsexperten zufolge im Zeitplan für den Antrag auf die Zulassung von Auffrischimpfungen ab dem 20. September. Der Pharmakonzern habe die notwendigen Unterlagen an die US-Arzneimittelaufsicht FDA eingereicht, sagt Anthony Fauci dem Sender CBS. Dagegen habe Moderna den Vorgang noch nicht abgeschlossen. Die US-Regierung will ab dem 20. September Auffrischimpfungen anbieten.

5.9.2021 • 16:16 Uhr

Großdemo in Amsterdam gegen die Corona-Politik

Zehntausende Menschen haben in Amsterdam gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert. "Gemeinsam für die Niederlande" lautete das Motto des Protestzugs, an der sich auch der Rechtspopulist Thierry Baudet beteiligte. Die Stimmung war friedlich, es wurde getrommelt und getanzt.

Angesichts des großen Andrangs rief die Stadt gegen Mittag per Twitter dazu auf, sich dem Demonstrationszug nicht mehr anzuschließen, es sei zu voll auf den Straßen. Die Veranstalter hatten mit 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerechnet. Außer um den Umgang mit der Pandemie ging es manchen Demonstranten auch um Kritik an der Regierung etwa wegen des Wohnungsmangels.

Obwohl sich die Infektionslage in den Niederlanden zuletzt verschlechtert hatte, hat die Regierung die Corona-Regeln bislang nicht wieder verschärft.

5.9.2021 • 15:26 Uhr

"Spiegel": Mehr Impfungen als gemeldet

Die Zahl der Impfungen in Deutschland ist laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" deutlich höher als gedacht. Das gehe aus Erhebungen der Kassenärztlichen Vereinigungen in mehreren Bundesländern hervor. Im zweiten Quartal sind demnach mindestens 350.000 verabreichte Dosen dem Robert Koch-Institut (RKI) nicht gemeldet worden und tauchen nicht in der bundesweiten Impfquote auf. Laut RKI sind derzeit mehr als 61 Prozent aller Einwohner vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Eine solche Lücke war zunächst in Hamburg bekannt geworden, wo bis Ende Juni rund 71.000 Impfungen nicht erfasst waren. In Bayern liegt die Lücke dem Bericht zufolge bei rund 150.000, in Baden-Württemberg und Berlin jeweils bei rund 50.000 Impfungen. Sachsens Praxen haben rund 29.000 Impfungen nicht gemeldet. Im Saarland und in Brandenburg gab es dagegen offenbar zusammen genommen rund 18.000 weniger Impfungen als gemeldet.

Die Praxen erfassen die Impfungen doppelt: einmal über ein Portal des RKI, zum anderen über ihre Abrechnungssoftware. Bei einem Vergleich dieser Zahlen seien die Differenzen zu Tage getreten.

5.9.2021 • 15:15 Uhr

Expertin: Besuche in Pflegeheimen müssen erlaubt bleiben

Nach Ansicht der Gerontologin Adelheid Kuhlmey sollten Besuche in Pflegeheimen auch bei einer sich zuspitzenden Corona-Lage möglich sein. Geimpfte, genesene und getestete Angehörige sollten auf alle Fälle weiter Zugang zu den etwa 800.000 Bewohnerinnen und Bewohnern der 14.000 Pflegeheime in Deutschland haben, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Berliner Charité den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"So etwas wie in der ersten Welle der Pandemie darf sich nie wiederholen." Durch die Abschottung der Heime seien neue Risiken für Bewohnerinnen und Bewohner entstanden: "Verwirrtheitszustände nahmen zu, Verläufe von demenziellen Erkrankungen wurden beeinflusst, Einsamkeitsgefühle traten auf."

5.9.2021 • 14:58 Uhr

Bennett: Israel kann Lockdown wegen Auffrischungen vermeiden

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett hält einen vollständigen Lockdown während der jüdischen Feiertage in den kommenden Wochen wegen der Auffrischungsimpfungen für unnötig. Die Regierung hat Familien aufgerufen, große Versammlungen zu vermeiden. Gebeten in Synagogen dürfen nur kleine Gruppen Geimpfter beiwohnen. Bennett sagte dem Kabinett, Kinder, die nicht geimpft seien, sollten nicht mit in die Synagogen kommen.

Israelis begehen am Montagabend das jüdische Neujahrsfest Rosch Haschana. In den kommenden Wochen gibt es auch den Fastentag Jom Kippur und das einwöchige Fest Sukkot. Die Feiertagszeit im vergangenen Jahr hatte zu einem Anstieg der Coronavirus-Infektionen geführt. Danach gab es einen vollständigen Lockdown.

5.9.2021 • 13:27 Uhr

Deutschland will 100 Millionen Impfdosen bereit stellen

Deutschland will bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen in der internationalen Corona-Impfkampagne zur Verfügung stellen. "Das ist so viel wie wir bisher auch in unserem Land verimpft haben", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Rande des G20-Treffens der Gesundheitsminister in Rom.

Ziel sei es, bis zum Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Weltbevölkerung geimpft zu haben. Die Pandemie sei erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei sei, so der CDU-Politiker. Ansonsten könnten Varianten entstehen, die dann auch Deutschland wieder erreichten und zu Problemen führten. Beim zweitägigen Treffen der Gesundheitsminister aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) ist die Corona-Pandemie ein zentrales Thema.

Jens Spahn spricht am Rande des G20-Treffens der Gesundheitsminister mit Journalisten, Rom/Italien. | dpa

Im ARD-Interview äußerte sich Spahn zu den internationalen Impf-Verpflichtungen Deutschlands. Bild: dpa

5.9.2021 • 13:07 Uhr

Spahn wirbt erneut für mehr Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat noch zögernde Bürger dazu aufgerufen, Angebote für Corona-Impfungen möglichst bald wahrzunehmen. "Jetzt im September entscheiden wir darüber, und zwar in Deutschland und Europa, wie sicher wir durch Herbst und Winter kommen", sagte der CDU-Politiker in Rom am Rande eines G20-Treffens der Gesundheitsminister.

Um sicher durch die nächsten Monate zu kommen, brauche es "noch fünf Millionen Impfungen und mehr in Deutschland". Nötig sei noch mehr Tempo. Vollständig geimpft sind bisher 50,9 Millionen Menschen oder 61,2 Prozent der Bevölkerung. Spahn betonte, Impfen schütze nicht nur einen selbst, sondern auch andere und insbesondere die Schwächeren in der Gesellschaft.

5.9.2021 • 11:55 Uhr

Shoppen und Impfen in Hamburg

In Hamburg haben am heutigen Sonntag viele Läden geöffnet. In einigen Einkaufszentren kann man sich auch gleich impfen lassen - so will die Stadt die Impfquote verbessern. Zusätzlich lockt ein HVV-Angebot: Busse und Bahnen sind für einen Tag im Großraum Hamburg gratis.

Impfen lassen kann man sich etwa in den Harburg-Arcaden, im Elbe-Einkaufszentrum, in der Hamburger Meile und im Alstertal-Einkaufszentrum (nur Zweitimpfung). Auch im Millerntorstadion wird wieder geimpft - und zwar von 12 bis 19 Uhr. Verimpft werden überall die Vakzine von BioNTech sowie Johnson & Johnson.

5.9.2021 • 11:24 Uhr

Slowakei: keine Impfpflicht bei Papstbesuch

Angesichts der bislang niedrigen Anmeldezahlen für den Papstbesuch in der Slowakei erweitert die Bischofskonferenz des Landes den zugelassenen Besucherkreis. Das teilte sie am Wochenende auf ihrer Website mit. Nicht mehr nur vollständig geimpfte Personen können demnach an den Treffen mit Franziskus teilnehmen, sondern auch solche, die von Covid-19 genesen sind oder einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen.

Nachdem sich bis Mitte vorvergangener Woche erst 33.000 Personen zu den öffentlichen Auftritten von Franziskus registrieren ließen, riefen die Bischöfe des Landes die Katholiken zuletzt in einem Hirtenbrief zu einer aktiven Teilnahme an dem Papstbesuch auf. Zugleich räumte ein Sprecher ein, die Resonanz sei bislang niedriger als erwartet.

In der Slowakei ist bislang nicht nur die Impfquote gering. Auch Papst Franziskus, seine Art und Politik stoßen bei vielen Gläubigen des Landes auf eine gewisse Skepsis. Der Papst reist vom 12. bis 15. September erst für einen halben Tag in die ungarische Hauptstadt Budapest. Anschließend besucht er für drei Tage die benachbarte Slowakei

5.9.2021 • 10:33 Uhr

Impfteam in Thüringen angegriffen

Bei einem Angriff auf ein mobiles Impfteam sind am Samstag in Gera zwei medizinische Fachkräfte verletzt worden. Die Impfaktion gegen das Coronavirus wurde daraufhin abgebrochen, wie das thüringische Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen mitteilten.

Demnach hatte ein Mann einen Impfnachweis gefordert, ohne eine Impfung erhalten zu haben. Als ihm dies verweigert wurde, schlug er auf Mitarbeitende des Impfteams ein. Die Impfaktion hatte in einem Einkaufszentrum stattgefunden. Der Angreifer konnte gefasst werden. Die Kassenärztliche Vereinigung erstattete Anzeige.

KV-Chefin Annette Rommel verurteilte den Angriff in scharfer Form: "Es ist unfassbar, dass Menschen, die die Corona-Pandemie hochgradig engagiert in vorderster Front bekämpfen, angegriffen werden." Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner sagte: "Aus der Hetze der Impfgegner werden Taten. Das können wir als Gesellschaft nicht akzeptieren." Die Impfteams seien unterwegs, damit sich Menschen vor der Infektion schützen.

5.9.2021 • 10:26 Uhr

Mehr als sieben Millionen Infektionen in Russland

Die russischen Behörden haben innerhalb der vergangenen 24 Stunden über 18.000 Neuinfektionen registriert. 793 Menschen starben nach offiziellen Angaben. Damit steigt die Gesamtzahl der bestätigten Coronafälle auf über sieben Millionen an. Seit Beginn der Pandemie verstarben laut russischer Statistikbehörde etwa 365.000 Menschen an Covid-19.

5.9.2021 • 09:04 Uhr

Vier Millionen Corona-Fälle in Deutschland

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Bislang haben die Gesundheitsämter 4.005.641 Ansteckungen gemeldet, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorging. Die tatsächliche Zahl der Ansteckungen hierzulande dürfte höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.768.400 an.

5.9.2021 • 08:46 Uhr

Warum die Impfkampagne in Spanien so erfolgreich ist

Impfen ohne Termin, teilweise sogar 24 Stunden am Tag - das ist nur einer der Gründe, weshalb die Impfquoten in Spanien so hoch sind. Dazu kommt, dass in Spanien die Familie einen hohen Stellenwert hat. Man verbringt viel Zeit miteinander, Jüngere sehen sich in der Pflicht, sich impfen zu lassen, um eine geringere Gefahr für ältere Familienmitglieder zu sein, sagen Experten.

5.9.2021 • 08:30 Uhr

Viele Covid-Tote in Französisch-Polynesien

Der schlimmste Coronavirus-Ausbruch von Frankreich tritt viele Zeitzonen entfernt von Paris auf. Auf den Inseln von Französisch-Polynesien im Südpazifik, darunter Tahiti, gibt es nicht genug Sauerstoff, Intensivbetten und Platz in Leichenhallen. Von den 463 Todesfällen mit dem Coronavirus in dem Gebiet gab es die meisten im Laufe des vergangenen Monats. Derzeit gibt es 15 bis 20 neue Todesfälle pro Tag.

Die Probleme werden mit Skepsis über Impfungen, einer hohen Rate von Übergewichtigen und Diabetes-Kranken erklärt. Seit dem 23. August gilt ein Lockdown. Die französische Regierung versprach in dieser Woche, 100 weitere Pflegekräfte in die Region zu schicken. Das Gebiet mit 118 Inseln, das nicht stark an Paris gebunden ist, ist von der französischen Regierung bei der Gesundheitsversorgung abhängig.

Ein Krankenhaus in Tahiti | AFP

Bild: AFP

5.9.2021 • 08:19 Uhr

Ethik-Experte fordert Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Der Humangenetiker und Medizinethiker Wolfram Henn spricht sich für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen aus. Der "Bild am Sonntag" sagte er: "Mein Vorschlag wäre, eine Impfpflicht für Berufe mit personennahen Dienstleistungen einzuführen. Allerdings nur bei solchen Berufen, bei denen der Mensch, der die Dienstleistung in Anspruch nimmt, keine Wahlfreiheit hat."

Das seien Berufe in der Medizin, in der Pflege, in Schulen und Kitas, aber auch in manchen Transportberufen wie etwa für Taxifahrer: "Diese sind für Krankenfahrten von vulnerablen Personen verantwortlich", erklärte Henn. Friseure wiederum wären nicht betroffen, weil der Kunde hier die Wahlfreiheit habe.

5.9.2021 • 05:47 Uhr

Inzidenzwert steigt erneut

Im Laufe des Samstags haben die Ämter dem Robert Koch-Institut 10.453 neue Corona-Fälle übermittelt. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8416 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen stieg erneut an: Sie liegt jetzt bei 83,1 - am Vortag hatte der Wert bei 80,7 gelegen, vor einer Woche bei 74,1.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 21 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es zwölf Todesfälle gewesen. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.346.

5.9.2021 • 05:47 Uhr

Japan: Impfausweise für Auslandsreisen

Japan will laut Medienbericht Impfausweise für Reisen ins Ausland einführen. Reisende könnten die digitalen Impfausweise mit QR-Code ab Dezember auf ihren Handys installieren, berichtet die Zeitung "Nikkei".

5.9.2021 • 05:47 Uhr

Brasilien: Stopp für chinesischen Impfstoff

Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa setzt die Verwendung von mehr als zwölf Millionen Dosen des von der chinesischen Sinovac Biotech Ltd entwickelten Corona-Impfstoffs für 90 Tage aus.

Nach Informationen der Behörde wurden die Impfdosen in einer nicht von Anvisa zugelassenen Anlage hergestellt. Anvisa werde versuchen, die Anlage zu inspizieren. Weitere neun Millionen Impfdosen aus der gleichen Produktionsstätte seien bereits auf dem Weg nach Brasilien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. September 2021 um 09:00 Uhr.