Siegfried Russwurm | picture alliance/dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ BDI: "Raus aus dem Corona-Tal" ++

Stand: 14.03.2021 21:28 Uhr

Der BDI verlangt von den Parteien nach den Wahlen schnelles Handeln in der Krise. Thüringens Ministerpräsident Ramelow fordert für deutsche Corona-Hotspots Impfdosen aus dem EU-Sonderkontingent. Die Entwicklungen vom Sonntag zum Nachlesen.

  • WTO-Chefin fordert freie Lizenzen für Impfstoffproduktion
  • EU-Kommissionsvize räumt Versäumnisse bei Impfstoffstrategie ein
  • EVP-Fraktionschef Weber fordert Exportstopp für AstraZeneca
  • Lockdown kostet Wirtschaft im ersten Quartal 50 Milliarden Euro
14.3.2021 • 21:28 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit schließen wir den Corona-Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

14.3.2021 • 20:51 Uhr

BDI-Präsident: "Zügig aus Corona-Tal herauskommen"

Die deutsche Industrie fordert die Politik nach den beiden ersten Landtagswahlen des Jahres zum entschlossenen Kampf gegen die Corona-Krise auf. "Deutschland sollte und will zügig aus dem Corona-Tal herauskommen", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm. "Kraftvolles gemeinsames Handeln von Bund und Ländern bleibt zwingend und darf nicht durch lange Koalitionsverhandlungen oder den nächsten Wahlkampf ausgehebelt werden."

Derzeit sei ein echter Konsens von Bundesregierung und Landesregierungen für einen abgestimmten "Impfrollout" bis zum Sommer notwendig. Alleingänge einzelner Länder seien kontraproduktiv. "In welchen Koalitionen auch immer: Den kommenden Landesregierungen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz muss der Spagat zwischen der Eindämmung der Virus-Ausbreitung und der Zukunftsfähigkeit des Industriestandortes gelingen", erklärte Russwurm. In diesem Superwahljahr sehe die Industrie großen Bedarf für langfristig orientierte Wirtschafts- und Standortpolitik. "Jetzt kommt es deutschlandweit darauf an, vom Krisenmodus umzuschalten in den Zukunftsmodus", betonte Russwurm.

14.3.2021 • 19:42 Uhr

AstraZeneca hält eigenen Impfstoff für ungefährlich

Der Impfstoff-Hersteller AstraZeneca hält das von ihm produzierte Vakzin für gesundheitlich unbedenklich. Man habe eine Untersuchung durchgeführt, in deren Verlauf sich keinerlei Belege hätten finden lassen, dass das Thrombose-Risiko bei den Impfpatienten erhöht sei, heißt es in einer Stellungnahme. Die "genaue" Untersuchung habe die Gesundheitsdaten von mehr als 17 Millionen Patienten in der EU und Großbritannien erfasst. Darin habe es "keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Lungenembolien, tiefe Venenthrombosen oder Thrombozytopenie" gegeben, und zwar "in keiner Altersgruppe, keinem Geschlecht und in keinem Land".

14.3.2021 • 18:16 Uhr

Paris droht neuer Lockdown

Für Paris wird womöglich ein neuer Lockdown wegen des Coronavirus verhängt. "Die Situation ist komplex, angespannt und verschlechtert sich in der Region Paris", sagte der Chef der französischen Gesundheitsbehörde, Jérôme Salomon, im Fernsehsender BFM. Sollte ein Lockdown nötig sein, werde dieser beschlossen. Eine landesweite Ausgangssperre, die ab 18.00 Uhr gilt, sei in einigen Gegenden "nicht genug" gewesen, um einen Anstieg von Fällen mit dem Coronavirus zu verhindern, insbesondere von Fällen mit der zuerst in Großbritannien festgestellten Variante.

In Frankreich befänden sich mehr Menschen wegen des Coronavirus und anderer Erkrankungen auf Intensivstationen, als es zu Beginn der Pandemie Betten auf Intensivstationen dort gegeben habe, sagte Salomon. Frankreich hat 90.429 Todesfälle mit dem Coronavirus gemeldet. Das zählt zu den höchsten Todesopferzahlen weltweit. In den vergangenen 24 Stunden kamen 140 Tote hinzu. Die Zahl der Neuinfektionen stieg um 26.343.

14.3.2021 • 17:25 Uhr

Französische Arbeitsministerin positiv getestet

Frankreichs Arbeitsministerin Elizabeth Borne ist nach eigenen Angaben positiv auf Covid-19 getestet worden. Sie werde "aus der Distanz" weiter ihre Arbeit verrichten. Es gehe ihr abgesehen von einigen leichten Symptomen gut. Borne ist das vierte Mitglied der französischen Regierung, das sich mit dem Coronavirus infiziert. Vor ihr waren bereits Präsident Emmanuel Macron, Finanzminister Bruno Le Maire und Kulturminister Franck Riester betroffen, alle Drei im vergangenen Jahr.

14.3.2021 • 17:10 Uhr

Dresdens Oberbürgermeister verurteilt Protest von Corona-Leugnern

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat die Zwischenfälle bei den Demonstrationen gegen die Corona-Politik verurteilt. "Die Teilnehmer, die sich widerrechtlich in Dresden eingefunden haben, haben sich an keine bestehenden Regeln gehalten und somit bewusst eine gesundheitliche Gefährdung von vielen Menschen provoziert", sagte der FDP-Politiker. Einige seien nicht vor Gewalt gegen Polizisten und Medienvertreter zurückgeschreckt. Die Ereignisse hätten deshalb gezeigt, dass das Verbot der Demonstrationen von der städtischen Versammlungsbehörde richtig gewesen sei, so Hilbert.

Bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen war es gestern zu mehreren Zwischenfällen gekommen: Knapp 50 Straftaten wurden registriert. Die Polizei erteilte Hunderte Platzverweise und fertigte mehr als 900 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln. Die Stadt hatte im Vorfeld eine Demonstration der Initiative "Querdenken 351" mit bis zu 5000 angemeldeten Teilnehmern untersagt - das Verwaltungsgericht in Dresden sowie das Oberverwaltungsgericht bestätigten das Verbot. Hilbert rief dazu auf, nicht über den Polizeieinsatz zu streiten. "Es wäre wichtiger, dass wir gemeinsam auf allen politischen Ebenen effektiv die Probleme beim Testen und Impfen schnellstmöglich beseitigen."

14.3.2021 • 16:50 Uhr

US-Studie: Reicht ein Meter Abstand?

Die US-Behörden erwägen nach Angaben des Virologen Anthony Fauci eine Änderung der Corona-Abstandsregel von bisher zwei auf einen Meter. Fauci sagte im Fernsehsender CNN, die US-Gesundheitsbehörde CDC prüfe derzeit eine Studie aus Massachusetts, wonach es bei den Corona-Zahlen "keinen substanziellen Unterschied" gebe, wenn in Schulen ein Abstand von einem oder zwei Metern vorgeschrieben sei - bei gleichzeitiger Maskenpflicht. Auf die Frage, ob dies bedeute, dass ein Abstand von einem Meter ausreichend sei, sagte Fauci: "So ist es, in der Tat". Er betonte in der Sendung "State of the Union" aber auch, dass die CDC die neuen Daten noch analysiere und eigene Tests vornehme. Die Ergebnisse würden jedoch "bald" vorliegen.

Zusammen mit Händewaschen und Maskentragen gilt das Abstandhalten weltweit als eine der zentralen Regeln im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Behördenvertreter stehen weltweit unter Druck, die Schulen baldmöglichst wieder zu öffnen und dabei einen Schutz vor Ansteckungen zu gewährleisten. Die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 bis zwei Metern erschwert dies, Klassen müssen geteilt und vielerorts zusätzliche Klassenräume geschaffen werden.

"Bitte halten Sie Abstand" steht in der Innenstadt auf einem Aufsteller mit Absperrband. | dpa-Bildfunk

1,5 bis zwei Meter Abstand gelten als zentrales Mittel im Kampf gegen Corona. Bild: dpa-Bildfunk

Die von Fauci zitierte Studie wurde vom Beth Deaconess Medical Center der Universität Harvard geleitet und untersuchte 251 Schulen im Bundesstaat Massachusetts. Demnach wurden "keine substanziellen Unterschiede bei den Covid-19-Fallzahlen unter Schülern und Mitarbeitern festgestellt", wenn ein Abstand von einem Meter oder von zwei Metern eingehalten wurde, aber alle Masken trugen. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin "Clinical Infectious Diseases" veröffentlicht. Auch andere Untersuchungen ergaben bereits, dass die Infektionsraten in Schulen eher niedrig sind. Eine Abstandsregel von einem Meter hätte enorme Auswirkungen auf eine mögliche Wiederöffnung von Schulen, Büros und öffentlichen Einrichtungen wie Sportstätten. 

14.3.2021 • 16:29 Uhr

Den Haag: Niederländische Polizei löst Anti-Lockdown-Demo auf

Einen Tag vor der Parlamentwahl in den Niederlanden haben etwa 2000 Menschen gegen die Regierung und deren Lockdown wegen des Coronavirus protestiert. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen die Protestierenden vor, weil diese gegen die geltenden Schutzbestimmungen verstießen. Ein Mann sei wegen eines Angriffs auf ein Polizeimitglied mit einem Stock festgenommen worden, teilte die Behörde mit. Im Vorfeld der Demonstration waren Züge nach Den Haag gestoppt worden, damit nicht mehr Menschen in die Stadt kamen.

Wegen des Lockdowns sind in den Niederlanden seit Mitte Oktober Geschäfte, Bars, Restaurants und Museen geschlossen. Die Zahl der Covid-19-Infektionen ist trotzdem sehr hoch. Offiziell sind bislang mehr als 16.000 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben.

Die Parlamentswahl beginnt morgen; die Stimmabgabe ist bis Mittwochabend möglich. Weil es als wahrscheinlich gilt, dass viele Parteien ins Parlament einziehen, könnte die Koalitionsbildung schwierig werden. Umfragen zufolge wird die Volkspartei für Freiheit und Demokratie von Ministerpräsident Mark Rutte die meisten Sitze bekommen.

14.3.2021 • 16:16 Uhr

DEHOGA erneuert Forderung nach Öffnungsperspektive

Nach der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca und andere Urlaubsgebiete im Ausland dringt das einheimische Gastgewerbe auf eine Öffnungsperspektive auch im Inland. "Es ist nicht erklärbar, der einheimischen Tourismusbranche keine Perspektive zu geben, während das Reisen ins Ausland ermöglicht wird", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Ingrid Hartges, der dpa. "Wut und Verzweiflung wachsen ohne Ende. Das ist bitter wie inakzeptabel, dass es keine Öffnungsperspektive für das Gastgewerbe im Inland gibt."

Seit heute ist Urlaub auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens, Portugals und Dänemarks wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich - zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in den meisten Bundesländern. Die Hotels in Deutschland sind dagegen mindestens noch bis zum 28. März geschlossen. Wie es weitergeht, soll erst am 22. März von Bund und Ländern entschieden werden.

"Das ist nicht das erste Mal, dass Maßnahmen nicht nachvollziehbar sind", sagte Hartges zur Diskrepanz zwischen der Aufhebung der Reisewarnungen für Regionen im Ausland und der fehlenden Perspektive im Inland. "Wir möchten nicht das eine gegen das andere ausspielen, aber wir erwarten Gleichbehandlung." Die heimische Hotellerie verfüge über ausgezeichnete Hygiene- und Schutzkonzepte, die Gesundheit der Gäste wie Mitarbeiter habe höchste Priorität. Nun erwarte man, dass die Bundesregierung und die Landesregierungen ihre Hausaufgaben machten. "Konkret: mehr Tempo beim Impfen und Testen ist jetzt überfällig", forderte Hartges.

14.3.2021 • 15:52 Uhr

Köln: Illegale Techno-Party aufgelöst

In Köln hat die Polizei eine illegale Technoparty mit 34 Menschen aufgelöst. Anwohner hatten gegen drei Uhr in der Nacht zum Sonntag die Feier in einem Hinterhaus gemeldet, wie die Polizei mitteilte. Die eintreffenden Beamten stellten die Personalien der Anwesenden fest und erteilten Platzverweise. Dabei bespuckte ein 20 Jahre alter Mann die Polizisten. Ihn erwartet nun eine Anzeige. Die übrigen Teilnehmer erwarten demnach Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung.

14.3.2021 • 15:50 Uhr

Ramelow fordert mehr Impfdosen für Corona-Hotspots

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich dafür ausgesprochen, Impfdosen aus einem EU-Sonderkontingent in die Corona-Hotspot-Landkreise Deutschlands zu verteilen. Er gehe davon aus, dass die Impfdosen aus diesem Kontingent bundesweit nur an Landkreise verteilt werden, deren Corona-Inzidenzwert bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liege, sagte Ramelow der dpa. Er habe über dieses Thema mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gesprochen. "Ich verstehe die EU so, dass damit eine Sonderimpfung gemacht werden soll, wo hohe Belastungen sind", sagte Ramelow.

Hintergrund ist die Ankündigung, dass die EU in den kommenden Wochen über ein Sonderkontingent vier Millionen zusätzliche Impfdosen des Herstellers BioNTech/Pfizer bekommen soll. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte deutlich gemacht, das Zusatzpaket sei ausgehandelt worden, um gezielt in Corona-Hotspots stärker impfen zu können.

Deutschland kann mit rund 740.000 Impfdosen aus dem Kontingent rechnen. Ramelow forderte 80.000 bis 100.000 Impfdosen aus dem Kontingent für Thüringen. Der Linke-Politiker betonte, dass die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission bei der Impfreihenfolge weiter beachtet werden sollen. Daneben bedürfe es aber ein Sonderkontingent an Impfstoff, das in die besonders stark betroffenen Regionen gegeben werden könne.

14.3.2021 • 16:31 Uhr

USA: Fauci mit Appell an Trump und Warnung vor "europäischen Verhältnissen"

Der US-Immunologe Anthony Fauci hat den früheren Präsidenten Donald Trump indirekt zu einem Impf-Appell an dessen Anhänger aufgefordert. Hintergrund ist eine aktuelle Umfrage, wonach etwa die Hälfte aller Trump-Unterstützer eine Impfung gegen das Coronavirus ablehnen. Fauci nannte diese Zahl beunruhigend und erklärte, es ergebe keinen Sinn, dass eine solch große Bevölkerungsgruppe die Immunisierung aus rein politischen Gründen verweigere.

Fauci | AFP

US-Seuchenexperte Anthony Fauci warnt vor übereilten Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Bild: AFP

Angesichts der stabilen Corona-Neuinfektionszahlen in den Vereinigten Staaten warnte Fauci vor vorschnellen Lockerungen und einer Entwicklung wie in Europa. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen sei in den letzten Wochen zwar gesunken und habe sich auf einem Niveau eingependelt, sagte Fauci. Mit rund 60 000 neuen Fällen pro Tag seien die USA aber sehr anfällig für einen erneuten Anstieg. "Und genau das ist in Europa passiert: Die Zahl der Fälle ging zurück, es gab eine Stabilisierung, und die Gesundheitsvorkehrungen wurden zurückgefahren." Die Folge sei ein plötzlicher Anstieg der Neuinfektionen gewesen. "Wir können das vermeiden, wenn wir die Menschen weiter impfen und so immer mehr Schutz bekommen, ohne auf einmal die Gesundheitsmaßnahmen zurückzufahren", sagte Fauci.

Die Impfkampagne in den USA kommt rasch voran. Nach Angaben von Fauci - der das Weiße Haus in Corona-Fragen berät - wurden allein am Samstag drei Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt liegt die Zahl nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC bei mehr als 105,7 Millionen. 20,7 Prozent der Gesamtbevölkerung hat mindestens eine Impfung bekommen. 11,1 Prozent gelten als voll geimpft.

14.3.2021 • 15:36 Uhr

Italien: Region Piemont setzt Impfung mit AstraZeneca aus

Nach dem Tod einer geimpften Lehrkraft hat die italienische Region Piemont die Corona-Immunisierung mit AstraZeneca ausgesetzt. Man handle aus "extremer Vorsicht", bis man herausfinde, ob die Impfung mit dem Tod in Verbindung stehe, sagte der Gesundheitsbeauftragte der Region, Luigi Genesio Icardi. Die Lehrkraft sei in der Stadt Biella gestorben. Bisher seien im Piemont keine Probleme mit dem Impfstoffen gemeldet worden.

Am Freitag hatte die italienische Arzneimittelbehörde Aifa die Verabreichung einer Charge von AstraZeneca gestoppt, nachdem ein Soldat auf Sizilien gestorben war. Eine Verbindung zwischen Impfung und Tod wurde bisher nicht festgestellt. Generell hält die italienische Regierung an der Impfung mit AstraZeneca fest. Gesundheitsminister Robert Speranza betonte in einem Interview mit der Zeitung "La Repubblica": "Die Impfstoffe in Italien und Europa sind alle wirksam und sicher."

14.3.2021 • 15:13 Uhr

EU-Kommission hält an Impfzusagen fest

Trotz weiterer Lieferengpässe des Herstellers AstraZeneca hält die EU-Kommission an ihren Impfzusagen fest. Industriekommissar Thierry Breton sagt dem französischen Radiosender Europe 1: "Die gute Nachricht ist, dass obwohl es Verzögerungen bei AstraZeneca gibt, wir mit unserem Impfprogramm im ersten Quartal nicht in Verzug kommen." Denn der BioNTech-Partner Pfizer werde für Ausgleich sorgen, da er "viel mehr als geplant" produzieren und an die EU liefern werde.

14.3.2021 • 14:56 Uhr

Lauterbach will Schulen bis Ostern schließen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts wieder deutlich steigender Infektionszahlen einen Schulstopp bis Ostern. "Die dritte Welle rollt bereits seit zwei Wochen durch Deutschland", sagt er der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht. Bund und Länder müssten die Notbremse ziehen, wenn in Regionen die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz über 100 steige. Ein Schulstopp sei nötig, "weil die Virusmutationen sich insbesondere bei den Jüngeren rasant ausbreiten". Auch Grundschulen müssten bis Ostern schließen.

14.3.2021 • 14:22 Uhr

Irland setzt Impfungen mit AstraZeneca-Impfstoff aus

Nach Dänemark, Norwegen, Island und Bulgarien pausiert jetzt auch Irland vorerst mit der Verabreichung des Impfstoffs von AstraZeneca. Hintergrund ist die Sorge um schwere Nebenwirkungen. Vom irischen Gesundheitsministerium heißt es, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die nach einem Bericht der norwegischen Arzneimittelbehörde über vier neue Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften ergriffen worden sei.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) halten den Impfstoff weiterhin für sicher.

14.3.2021 • 13:56 Uhr

WTO-Chefin ruft zu Lizenzherstellung von Corona-Impfstoffen auf

Die neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation WTO, Ngozi Okonjo-Iweala, appelliert an die Hersteller von Corona-Impfstoffen, den Weg für eine Lizenzfertigung ihrer Vakzine durch andere Unternehmen freizumachen. Dies sei dringend notwendig, um auch arme Länder mit Impfstoff zu versorgen, sagte die WTO-Chefin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Es gebe weltweit mehr als 130 Staaten "ohne eine einzige Dosis" Impfstoff. "Das ist nicht akzeptabel, denn es sterben deshalb Menschen."

Vakzine für arme Länder zu beschaffen sei im Eigeninteresse der reichen Staaten, betonte Okonjo-Iweala: "Wenn wir nicht weltweit solidarisch handeln, dann werden sich die Virus-Mutationen vervielfachen und uns alle heimsuchen."  Die WTO-Chefin lobte den britisch-schwedischen Impfstoff-Hersteller Astrazeneca und andere Produzenten dafür, dass sie die Lizenzfertigung ihrer Vakzine bereits ermöglichten. "Deshalb wäre es gut, wenn auch die anderen Unternehmen bereit wären, freiwillig Lizenzen für ihre Impfstoffe zu erteilen."

14.3.2021 • 12:40 Uhr

Offenbar große Nachfrage nach Mallorca-Flügen

Wegen der immensen Nachfrage nach Mallorca-Flügen hat die Lufthansa-Tochter Eurowings hunderte Zusatzverbindungen für Ostern aufgelegt. Nach der Entscheidung des Robert Koch-Instituts vom Freitag, Mallorca und weitere Gebiete Spaniens von der Liste der Corona-Risikogebiete zu nehmen, seien die Flüge "im Nu ausgebucht" gewesen, teilte Eurowings mit. Das "bisher knappe" Mallorca-Angebot sei daher ausgeweitet worden - für die beginnende Oster-Reisezeit wurden 300 Zusatzflüge aufgelegt.

Sprunghaft angestiegen seien die Buchungen dabei "quer über das ganze Land", erklärte Eurowings weiter. Sie betreffen demnach die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn ebenso wie Hamburg und Stuttgart. Für das Reisen nach Mallorca ist weiter ein negativer PCR-Test nötig.

14.3.2021 • 12:25 Uhr

Italien rechnet mit Verbesserung gegen Frühlingsende

Die italienische Regierung rechnet mit einer Verbesserung der Corona-Lage im Land "in der zweiten Frühjahrshälfte". Aufgrund der strengeren Beschränkungen und der wachsenden Zahl an Geimpften gehe die Regierung davon aus, dass sich gegen Ende des Frühlings die Infektionszahlen verbesserten, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza der Tageszeitung "La Repubblica". Wegen erneut drastisch steigender Zahlen bei den Corona-Infektionen hat die Regierung für weite Teile Italiens einen dritten Lockdown verhängt, der am Montag in Kraft tritt und bis zum 6 April gilt. Regionen mit einem Inzidenzwert von 250 wechseln damit automatisch in die höchste Alarmstufe rot. Dies trifft derzeit auf rund drei Viertel des Landes zu. In den betroffenen Regionen sind Schulen, Hochschulen, Cafés und Restaurants ab Montag geschlossen. Der Verkauf aller nicht dringend benötigten Produkte wird gestoppt.

14.3.2021 • 12:09 Uhr

Mehr als 50 Anzeigen nach Corona-Demonstrationen in München

Nach mehreren Demonstrationen in München gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen am Samstag hat es mehr als 50 Anzeigen gegeben. Wie die Polizei mitteilte, waren darunter mehr als 30 Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen gegen das Versammlungs- und Infektionsschutzgesetz sowie über 20 Straftaten wie der Gebrauch unrichtiger Atteste und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Außerdem wurde ein Mann festgenommen, der im Verdacht steht, bei einer früheren Veranstaltung einen Journalisten angegriffen zu haben.

500 Beamte waren den Angaben zufolge am Samstag bei drei Kundgebungen in der bayerische Landeshauptstadt im Einsatz. Die größte davon wurde von der Polizei in der Nähe des Landtags aufgelöst, weil der überwiegende Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer "die vorgegebenen Auflagen, wie eine Maskentragepflicht und ausreichende Abstände zueinander nicht" eingehalten habe. Statt der angemeldeten 500 waren laut Polizei rund 2500 Menschen zu der Protestaktion gekommen.

14.3.2021 • 11:24 Uhr

Iran: Eine Million Menschen verlieren Job in der Pandemie

In den vergangenen zwölf Monaten haben wegen der Corona-Pandemie über eine Million Menschen im Iran ihren Arbeitsplatz verloren. "Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in dieser Zeit waren extrem hart und führten zu einer Arbeitslosigkeit von über einer Million im Land", sagte Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli laut Medienberichten. Neben den direkt Betroffenen gab es in fast allen Branchen - unter anderem Tourismus, Gastronomie, Hotelgewerbe und Schönheitssalons - starke Einschränkungen. 

14.3.2021 • 11:17 Uhr

EU-Kommission verteidigt Impfstoff-Verteilung

Die Europäische Kommission hat Vorwürfen widersprochen, wonach der Impfstoff in der EU ungerecht verteilt werde. Alle Mitgliedsländer erhielten - im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl - die gleichen Pro-Kopf-Mengen, heißt es in einem Statement. Dieser Mechanismus sei gerecht, denn das Virus betreffe alle Mitgliedsstaaten gleichermaßen. Allerdings hätten einige Staaten beschlossen, von diesem Mechanismus abzuweichen. Wenn ein Mitgliedsland seine wöchentlichen Chargen nicht einfordert, könnten andere dieses Kontingent übernehmen.

Brüssel reagiert damit auf Vorwürfe aus Österreich und vier anderen EU-Ländern. Sie hatten behauptet, es gebe Nebenabsprachen, durch die sich einige Länder größere Anteile gesichert hätten. In der Kritik standen vor allem die Niederlande. Deren Gesundheitsministerium hatte die Anschuldigungen scharf zurückgewiesen.

14.3.2021 • 11:06 Uhr

Irische Impfkommission rät zur Aussetzung von AstraZeneca-Impfungen

Die Impfkommission in Irland hat sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca ausgesprochen. Grund seien neue Berichte der norwegischen Arzneimittelbehörde über vier Fälle von schweren Blutgerinnseln nach Verabreichung des Mittels, hieß es in einer Mitteilung. Es werde nicht gefolgert, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und diesen Fällen gebe. Als Vorsichtsmaßnahme werde aber dennoch vorübergehend von der Verabreichung des Präparats abgeraten, bis weitere Informationen verfügbar seien.

14.3.2021 • 10:10 Uhr

RKI meldet 10.790 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 79

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat 10.790 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das sind 2687 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt im Vergleich zum Vortag auf 79 von 76,1. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

70 Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 73.371. Insgesamt wurden bislang mehr als 2,569 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet.

14.3.2021 • 06:22 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern will Reserve für Zweitimpfung reduzieren

Mecklenburg-Vorpommern reduziert bei den Corona-Schutzimpfungen seine Bevorratung für die Zweitimpfung und will damit die Zahl der Erstimpfungen um etwa ein Viertel erhöhen. Zudem sollen die Intervalle bis zur zweiten Impfung ausgedehnt werden. Wie nach einem etwa siebenstündigen Impfgipfel am Samstag in Schwerin weiter mitgeteilt wurde, werden Hausärzte für den Einstieg in die Corona-Schutzimpfungen vorbereitet. Impfwillige Haus- und Ambulanzärzte im Land sollen vom 22. März an insgesamt 15.000 Impfdosen des Herstellers AstraZeneca erhalten, um sich selbst und das Praxispersonal zu impfen. Damit soll laut Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sichergestellt werden, dass bis zu dem für Mitte April geplanten allgemeinen Impfstart in den Arztpraxen Infektionsschutz besteht.

14.3.2021 • 04:21 Uhr

Brasilien: 1997 Corona-Tote an einem Tag

Das Gesundheitsministerium in Brasilien meldete am Samstag (Ortszeit) 1997 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden, sowie 76.178 Neuinfektionen. Das Land verzeichnet damit insgesamt 277.102 Corona-Tote. Nur in den USA sind bisher noch mehr Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

14.3.2021 • 03:20 Uhr

EU-Kommissionsvize räumt Versäumnisse bei Impfstoffstrategie ein

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, hat Versäumnisse bei der Corona-Impfstoffstrategie der Europäischen Union eingeräumt. "Es stimmt, dass bei der Bestellung der Impfstoffe sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten Fehler gemacht wurden", sagte Timmermans dem "Tagesspiegel am Sonntag". Er kündigte seine Bereitschaft an, am Ende der Pandemie Bilanz zu ziehen. "Dann können wir ja sehen, was wir falsch und was wir richtig gemacht haben", sagte er der Zeitung. In der jetzigen Situation gehe es aber darum, "dass ganz Europa Impfstoff bekommt",. mahnte Timmermans. Er verstehe "den Anspruch der Bürgerinnen und Bürger, dass wir den Impfstoff schnellstens liefern müssen."

14.3.2021 • 03:12 Uhr

British Airways fordert unbeschränkte Reisemöglichkeiten für Geimpfte

Der neue Chef der Fluggesellschaft British Airways, Sean Doyle, fordert internationale Reiseerleichterungen für geimpfte und ungeimpfte Personen. "Geimpfte Personen sollten ohne jede Einschränkung reisen dürfen. Und alle, die noch nicht geimpft worden sind, aber negativ getestet wurden, sollten ebenfalls fliegen dürfen",sagte Doyle. Die Impfkampagne in Grossbritannien mache ihn optimistisch, dass seine Fluggesellschaft ab dem Sommer wieder Kurz- und Langstrecken fliegen werde.

14.3.2021 • 02:28 Uhr

Lockdown kostet Wirtschaft im ersten Quartal 50 Milliarden Euro

Der Corona-Lockdown kostet die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal des Jahres 2021 rund 50 Milliarden Euro. Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf eine Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Insgesamt beläuft sich der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts durch die Corona-Krise demnach auf bislang 250 Milliarden Euro. "Die Corona-Krise war und ist ein Schock für die deutsche Wirtschaft, der seinesgleichen sucht", sagte IW-Direktor Michael Hüther der Zeitung. Die Hilfspakete der Bundesregierung und das Kurzarbeitergeld hätten noch schlimmere Folgen abwenden können. "Allerdings haben die Auszahlungen der Hilfen lange, teilweise zu lange, auf sich warten lassen", kritisierte er.

14.3.2021 • 02:28 Uhr

EVP-Fraktionschef Weber fordert Exportstopp für AstraZeneca

Der Fraktionschef der konservativen EVP im EU-Parlament, Manfred Weber (CSU), fordert einen Exportstopp für alle in der EU produzierten Impfstoffdosen des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers AstraZeneca, solange dieser seine Zusagen nicht erfülle. "Es entsteht der Eindruck, dass andere Länder gegenüber der EU bevorzugt werden", sagte Weber der "Welt am Sonntag". Zuvor hatte AstraZeneca erneut Lieferkürzungen für die EU angekündigt.

Über dieses Thema berichtete am 14. März 2021 unter anderem tagesschau24 um 09:00 Uhr und Deutschlandfunk um 10:00 Uhr.