Ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde testet einen Jungen auf Corona | AFP
Liveblog

Coronavirus-Pandemie Israel ab Freitag wieder im Lockdown

Stand: 13.09.2020 21:29 Uhr

In Brüssel fordern Tausende Demonstranten mehr Geld für das Gesundheitswesen. Laut Österreichs Kanzler Kurz erlebt sein Land gerade den "Beginn der zweiten Welle". Der Liveblog vom Sonntag zum Nachlesen.

  • RKI: 948 registrierte Neuinfektionen in Deutschland
  • Charité: Weniger schwere Corona-Fälle in Berlin
  • Virologe: Nicht nur auf reine Ansteckungszahlen schauen
  • Rekordzahl an Neuinfektionen in Frankreich und Tschechien
  • Österreich: "Erleben Beginn der zweiten Welle"
  • Israel: Orthodoxer Minister tritt zurück
13.9.2020 • 21:29 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute beenden wir unseren Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

13.9.2020 • 21:28 Uhr

Weniger neue Fälle in Frankreich

Nachdem die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich am Samstag einen Rekordwert von 10.561 erreicht hatte, registrierten die Gesundheitsbehörden am Sonntag 7183 neue Fälle. 2464 Menschen wurden demnach im Laufe der vergangenen Woche in Krankenhäuser eingeliefert, 427 von ihnen auf Intensivstationen.

13.9.2020 • 20:17 Uhr

Israels Regierung beschließt erneuten landesweiten Lockdown

Israels Regierung hat angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Corona-Virus die Verhängung eines zweiten landesweiten Lockdowns beschlossen. Das Kabinett stimmte gegen den Widerstand einiger Minister für neue drastische Ausgangsbeschränkungen. Diese sollen am Freitagnachmittag um 13.00 Uhr (MESZ) in Kraft treten, vor Beginn der jüdischen Feiertage, und zunächst für drei Wochen gelten.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, angesichts steigender Infektionszahlen hätten Klinikleiter "die rote Fahne erhoben". Es seien sofortige Maßnahmen notwendig. "Unser Ziel ist es, den Anstieg zu stoppen."

Schulen und Kindergärten sollen den Angaben zufolge geschlossen werden. Die Menschen dürfen sich außer in Ausnahmefällen nur bis zu 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Auch Hotels, Restaurants und Einkaufszentren sowie Freizeiteinrichtungen sollen nach Medienberichten geschlossen bleiben.

Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Behörden und Privatunternehmen sollen unter Einschränkungen arbeiten. Außerdem gelten Versammlungsbeschränkungen: Bis zu 20 Menschen dürfen sich im Freien und bis zu zehn Menschen in Innenräumen versammeln.

13.9.2020 • 19:51 Uhr

Erstmals seit sechs Monaten wieder Schule in Italien

Nach sechs Monaten zu Hause können Millionen Kinder und Jugendliche in Italien ab morgen wieder zur Schule gehen. Allerdings ist das Land auch mit Beginn des neuen Schuljahres von einem normalen Unterricht noch weit entfernt: Unter anderem besteht Maskenpflicht - dafür wollen die Behörden jeden Tag landesweit kostenlos elf Millionen Masken für Schüler und Lehrer bereitstellen.

13.9.2020 • 17:44 Uhr

Tag des offenen Denkmals erstmals digital

Der heutige Tag des offenen Denkmals fand in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erstmals überwiegend digital statt. Die auf einer Online-Plattform präsentierten Angebote seien sehr gut angenommen worden, teilte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn mit.

Es habe viele begeisterte Rückmeldungen gegeben. Die vielen ehren- und hauptamtlichen Veranstalter hätten "regelrechte kleine virtuelle Kunstwerke geschaffen", sagte Stiftungsvorstand Steffen Skudelny.

Hunderte Denkmäler beteiligten sich den Angaben zufolge mit mehr als 1200 Beiträgen, darunter Filme, digitale Rundgänge, Fotoreihen, Schnitzeljagden, Live-Veranstaltungen und Podcasts.

13.9.2020 • 17:10 Uhr

Demo für Gesundheitswesen in Brüssel

Tausende Ärzte, Krankenschwestern und andere Demonstranten haben in der belgischen Hauptstadt Brüssel mehr Geld für das Gesundheitswesen in der Coronakrise gefordert.

Die Polizei zählte 4000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration in der Innenstadt, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete. Ziele waren unter anderem eine bessere Personalausstattung und Bezahlung für Gesundheitsberufe.

Auch in Belgien steigen die Infektionszahlen in der Coronakrise wieder. In dem kleinen Land mit nur rund elf Millionen Einwohnern wurden in den vergangenen sieben Tagen offiziell täglich im Durchschnitt 636 neue Fälle registriert, 38 Prozent mehr als in den sieben Tagen davor.

Beschäftigte des Gesundheitssektors demonstrieren im Zentrum von Brüssel | dpa

Beschäftigte im belgischen Gesundheitswesen demonstrieren im Zentrum von Brüssel für mehr Anerkennung und bessere Ausrüstung. Bild: dpa

13.9.2020 • 15:34 Uhr

Adidas profitiert von Corona-Krise

Der Sportartikelhersteller profitiert nach eigenen Angaben vom Trend zu legerer Kleidung im Homeoffice. "Wer nicht raus geht, sitzt in Adiletten und T-Shirt im Homeoffice", sagte Unternehmenschef Kasper Rorsted der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dort seien "die Leute sehr viel lockerer bekleidet als in den Büros".

Nach einigen schwachen Monaten Anfang des Jahres habe sich der Konzern mittlerweile aus der Verlustzone herausgekämpft. "Im Juli und August lagen unsere Umsätze in Deutschland über dem Vorjahr - und das trotz Maskenpflicht und Einschränkungen beim Einkaufen", sagte Rorsted. Im dritten Quartal rechne der Konzern mit 600 bis 700 Millionen Euro Gewinn.

Adidas hatte Anfang des Jahres vorübergehend die Mietzahlungen für seine Geschäfte eingestellt. Eine spezielle Verordnung, die eigentlich private Mieter vor Kündigung schützen sollte, erlaubte dies. Das Verhalten von Adidas - und anderen Konzernen wie H&m oder Deichmann - hatte für Kritik aus fast allen politischen Parteien gesorgt.

13.9.2020 • 14:20 Uhr

Lufthansa-Tochter Swiss droht Stellenstreichung

Die Lufthansa-Tochter Swiss könnte einem Medienbericht zufolge mehr als 1000 Stellen streichen. Sollte mit den Beschäftigten keine Einigung auf Lohneinbußen möglich sein, könnten bis zu 15 Prozent der 9500 Jobs wegfallen, berichtete das Schweizer Wochenblatt "Sonntagszeitung". Wie der gesamte Konzern steht auch die Schweizer Tochter in der Corona-Pandemie mit dem Rücken zur Wand, weil die Passagierzahlen dramatisch eingebrochen sind.

13.9.2020 • 13:12 Uhr

Israel: Orthodoxer Minister tritt zurück

Aus Protest gegen den bevorstehenden Lockdown in Israel hat der ultra-orthodoxe Wohnungsbauminister Jaakow Litzman seinen Rücktritt erklärt. Der Stillstand des öffentlichen Lebens betreffe zu Unrecht auch jüdische Feiertage, erklärte er. Die Einschränkungen beginnen voraussichtlich am Freitag, dem jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana, und dauern bis zum Versöhnungsfest Jom Kippur am 27. September. "Das ist falsch und verachtet Hunderttausende Bürger", sagt der Chef der Ultra-Orthodoxen - einem Koalitionspartner von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.

In Israel sind über 153.000 Infektions- und rund 1100 Todesfälle bekannt. In den vergangenen Wochen wurden täglich mehr als 3000 Neuinfektionen gemeldet.

13.9.2020 • 13:09 Uhr

Garmisch-Partenkirchen prüft Konsequenzen für Superspreaderin

Nach dem heftigen Corona-Ausbruch im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss. "Das muss geprüft werden. Dazu kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden", sagte der Sprecher des zuständigen Landratsamtes, Stephan Scharf.

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die junge Frau soll durch die Kneipen gezogen sein, obwohl sie Symptome hatte und in Quarantäne bleiben sollte. Nach Behördenangaben wartete sie ihr Testergebnis aber nicht ab. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

In einem Hotel, in der die Frau arbeitet, wurden nach Angaben Scharfs bis Samstag 24 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen bis Samstag auf 37.

13.9.2020 • 12:44 Uhr

Australiens Polizei greift bei Anti-Corona-Demo durch

Bei einer verbotenen Demonstration gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind im australischen Melbourne dutzende Menschen festgenommen worden. 74 der rund 250 Demonstranten seien abgeführt worden, teilte die Polizei mit. Einem mutmaßlichen Anführer der Demonstranten drohe nun eine Anklage wegen "Aufwiegelung". Die Polizei stellte insgesamt 176 Bußgeldbescheide aus.

Am Montag wird ein seit Wochen geltender strenger Lockdown in der Metropole leicht gelockert: Die Menschen dürfen sich dann zwei Stunden draußen aufhalten - statt bisher eine Stunde.

Anti-Corona-Demo in Melbourne | AFP

Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Bild: AFP

13.9.2020 • 11:51 Uhr

Seoul lockert Corona-Auflagen

Südkorea pausiert die strengen Corona-Auflagen für den Großraum Seoul. Vorübergehend dürften Gaststätten in der Hauptstadt auch nach 21 Uhr Speisen servieren, teilten die Behörden mit. Zudem dürften Freizeiteinrichtungen wie Fitnessstudios und Internet-Cafés wieder öffnen. Die Lockerungen sollten zur Stärkung der Wirtschaft beitragen.

Mit Ferienbeginn am 28. September würden dann aber wieder schärfere Maßnahmen greifen. Das Zentrum für Seuchenkontrolle meldete am Samstag für ganz Südkorea 121 neue Fälle, womit die Gesamtzahl der Infektionen auf 22.176 stieg. Bisher starben demnach 358 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

13.9.2020 • 11:06 Uhr

Patientenschützer fordern Corona-Impfstrategie

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert eine frühzeitige Debatte der Politik über eine Corona-Impfstrategie. Schon jetzt sei klar, dass ein künftiger Impfstoff nicht für alle sofort zur Verfügung stehen werde, sagte Vorstand Eugen Brysch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Also bedarf es einer Priorisierung, die nicht allein Beamten oder Wissenschaftlern überlassen werden darf. Denn es gilt, für volle Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen. Die ethischen Leitlinien dafür muss der Bundestag festlegen", so der Patientenschützer.

Brysch forderte, das Parlament müsse dafür sorgen, dass Pflegebedürftige, ihre Angehörigen sowie pflegerisches und medizinisches Personal Priorität bei der Impfung erhielten. Seit Mai arbeiten demnach das Robert-Koch-Institut mit Wissenschaftlern an der Erstellung einer Impfstrategie.

13.9.2020 • 10:46 Uhr

Kardinal Marx: Appell an Gemeinschaftsgefühl trotz Social Distancing

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat angesichts der Corona-Pandemie an das Gemeinschaftsgefühl der Menschen appelliert. "Wir sind eine Gebetsgemeinschaft, da kann Social Distancing nichts daran ändern", sagte er er am Abend in München. Derzeit gelte es besonders auf die Menschen zu schauen, die in Not seien, in Deutschland und weltweit, die Angst hätten um ihre Gesundheit und ihren Arbeitsplatz.

13.9.2020 • 10:42 Uhr

Kurz: Österreich erlebt "Beginn der zweiten Welle"

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet einen weiteren starken Anstieg der Corona-Zahlen in Österreich und vor allem in Wien. "Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle" erklärte der Regierungschef der österreichischen Nachrichtenagentur APA. "Waren es vor zwei Wochen noch rund 350 Ansteckungen pro Tag, lagen wir gestern bereits bei über 850."

Bald werde man die Marke von 1000 neuen Fälle pro Tag erreichen. Als "besonders dramatisch" beschrieb Kurz die Lage in Wien, wo mehr als die Hälfte aller registrierten Neuinfektionen in Österreich verzeichnet werden.

13.9.2020 • 10:36 Uhr

Russland meldet insgesamt mehr als 18.500 Corona-Tote

In Russland gibt es nach amtlichen Angaben inzwischen mehr als 18.500 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahl sei zuletzt binnen 24 Stunden um 94 auf 18.578 gestiegen, teilen die Behörden mit. Mit 5449 neu registrierten Ansteckungen erhöhte sich zudem die Gesamtzahl der Infektionen auf 1.062.811. Das ist die vierthöchste Zahl weltweit.

13.9.2020 • 10:14 Uhr

Charité: Weniger schwere Corona-Erkrankungen in Berlin

Trotz der steigenden Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist die Zahl der Intensivpatienten in der Berliner Charité überschaubar. "Wir haben aktuell zehn Patienten in unseren Intensivstationen", sagte der Vorstandschef von Deutschlands größter Uni-Klinik, Heyo Kroemer, der "Berliner Morgenpost". "Diese zehn Patienten sind aber alle schon seit der ersten Infektionswelle bei uns. Wir sehen bisher keine neuen Intensivfälle."

Die gängigste Erklärung sei, dass die Neuinfizierten im Durchschnitt jünger seien als in der ersten Welle. "Ein weiteres Argument könnte sein, dass es inzwischen mehr Erfahrungen gibt, wie Corona-Patienten zu behandeln sind", sagte Kroemer.

13.9.2020 • 09:50 Uhr

Anti-Corona-Demo: Ermittlungen wegen gefälschten Attesten

Bei den Anti-Corona-Protesten in Hannover hatten laut Polizei etwa 70 Demonstranten die ärztliche Atteste zur Befreiung von Gesichtsmasken vorgelegt. Doch offenbar waren mehrere dieser Dokumente gefälscht. Deshalb wurden nun Ermittlungen eingeleitet.

13.9.2020 • 09:24 Uhr

Sehr viele Neuinfektionen in Frankreich und Tschechien

In Frankreich ist die Zahl der Neuinfektionen erstmals überhaupt auf mehr als 10.000 gestiegen. Binnen 24 Stunden habe es 10.561 neue Fälle gegeben, teilen die Behörden am Samstag mit. Die höchste Zahl bislang hatte es am Donnerstag mit 9843 gegeben. Der Anstieg hatte die Regierung dazu veranlasst, weitere Beschränkungen zu verhängen. Die Zahl der Toten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen steigt um 17 auf 30.910.

Auch Tschechien meldet eine Rekordzahl an Neuinfektionen: Das Gesundheitsministerium teilte am Morgen mit, es seien 1541 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden rregistriert worden. Es ist zugleich der fünfte Tag in Folge mit mehr als 1000 Neuinfektionen. Tschechien gehört zu den EU-Ländern, in denen sich die Krankheit derzeit wieder besonders stark verbreitet. Angesichts der steigenden Ansteckungszahlen hatte die Regierung in Prag zuletzt die Maskenregelungen verschärft, umfangreiche Beschränkungen des öffentlichen Lebens will sie aber vermeiden.

13.9.2020 • 07:26 Uhr

Reiseverband kritisiert neue Quarantäne-Regel für Reiserückkehrer

Der Deutsche Reiseverband hat die neuen Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer als ein faktisches Berufsverbot für die Branche kritisiert. "Die Bundesregierung unterbindet faktisch die Berufsausübung von Reisebüros und Reiseveranstaltern", sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig der "Bild am Sonntag". "Es gibt für den Winter derzeit fast nichts, was verkauft werden kann. Damit ist die Reisewirtschaft eine Händlerin ohne Ware."

Kritik übte Fiebig auch an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und seinem Ratschlag, den Herbsturlaub in diesem Jahr in Deutschland zu verbringen. Damit messe der Minister mit zweierlei Maß: "In Bayern gibt es aktuell drei Hotspots: Rosenheim, Würzburg und Kaufbeuren. In Spanien gibt es eine Reihe von touristisch relevanten Inseln, zum Beispiel Lanzarote, Formentera und Menorca, die keinen einzigen Hotspot haben. Trotzdem gilt dort eine Reisewarnung. Das ist absurd und schadet nicht nur der deutschen Reisewirtschaft".

13.9.2020 • 05:35 Uhr

Virologe Streeck: Nicht nur auf reine Ansteckungszahlen schauen

Der Virologe Hendrik Streeck regt eine Debatte über Umfang und Dauer der staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie an. "Ich plädiere für einen Strategiewechsel", sagte der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn der "Welt am Sonntag". "Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken", sagte er. Zwar steige die Zahl der positiv getesteten Menschen in Deutschland und Europa signifikant an. "Gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen."

Der Wissenschaftler ergänzte, gesellschaftlich betrachtet seien Infektionen mit keinen Symptomen nicht zwangsweise schlimm. "Je mehr Menschen sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind - zumindest für eine kurzen Zeitraum - immun. Sie können zum pandemischen Geschehen nicht mehr beitragen." Streeck sagte, man könne "das Leben ja nicht pausieren lassen".

13.9.2020 • 05:35 Uhr

948 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die deutschen Gesundheitsämter laut Robert Koch-Institut 948 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 259.428 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9349. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis zum Morgen hatten 231.400 Menschen die Infektion überstanden.