Polizisten setzen Schlagstöcke ein, um die Menschen in Den Haag auseinanderzutreiben. | ROBIN VAN LONKHUIJSEN/EPA-EFE/Sh
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Corona-Liveblog zum Nachlesen ++ Gewalt bei Protesten in Den Haag ++

Stand: 21.06.2020 20:37 Uhr

Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Den Haag ist es zu Gewalt gekommen. NRW-Ministerpräsident Laschet erwartet, dass der Tönnies-Konzern Lehren aus dem Corona-Ausbruch zieht. Ökonomen kritisieren die Bundesregierung. Alle Entwicklungen im Liveblog.


  • Laschet fordert bessere Bedingungen bei Tönnies
  • Israel fürchtet zweite Corona-Welle
  • RKI: 687 Neuansteckungen in Deutschland
  • R-Wert steigt erneut
  • Warn-App bald in fünf weiteren Sprachen
  • Zahl der Neuinfektionen in China steigt weiter
21.6.2020 • 20:35 Uhr

Liveblog endet

Für heute endet der Liveblog.

21.6.2020 • 20:31 Uhr

Es wird eng für das Rettungspaket

Die Sorge bei der Lufthansa wächst: Für die Staatshilfen fehlt noch das Ja der Aktionäre. Von denen haben sich aber zu wenige für die Hauptversammlung angemeldet, sodass ein Großaktionär den Ausschlag geben könnte.

21.6.2020 • 19:29 Uhr

R-Wert erneut gestiegen

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,88 (Vortag: 1,79) gestiegen. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Der Wert reagiert auf kurzfristige Änderungen der Fallzahlen, verursacht etwa durch einzelne Ausbrüche, empfindlich, wie das RKI erläutert. Insbesondere bei einer insgesamt kleinen Anzahl von Neuerkrankungen könne dies zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen stieg dieser Wert mit Datenstand 21.6., 0.00 Uhr, auf 2,03 (Vortag: 1,55). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

"Die weitere Entwicklung muss in den nächsten Tagen beobachtet werden, insbesondere in Bezug auf die Frage, ob es auch außerhalb der beschriebenen Ausbrüche zu einem Anstieg der Fallzahlen kommt", so das RKI.

21.6.2020 • 18:57 Uhr

Walter-Borjans fordert höhere Fleischpreise

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat nach dem Corona-Ausbruch beim Schlachtkonzern Tönnies höhere Fleischpreise und eine Debatte über Verteilungsgerechtigkeit in Deutschland gefordert. "Fleisch ist ein Produkt, das mit hohem Einsatz an Energie und anderen Rohstoffen entsteht. Wert und Preis stehen oft in einem krassen Missverhältnis", sagte Walter-Borjans dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Der Fall Tönnies zeigt, wie wenig Beachtung der Frage geschenkt wird, wie Nahrung - immerhin unsere wichtigste Lebensgrundlage - produziert wird."

21.6.2020 • 18:40 Uhr

Netanyahu warnt vor neuem Lockdown wegen Corona in Israel

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat die Bevölkerung zum Einhalten der Corona-Regeln gedrängt. "Wenn wir nicht schleunigst unser Verhalten beim Maskentragen und Abstandhalten ändern, werden wir gegen unseren Willen eine Rückkehr der Abriegelungen über uns bringen", sagte Netanyahu nach einer Kabinettssitzung. "Das will niemand von uns."

In Israel waren in den vergangenen Tagen wieder deutlich mehr Neuinfektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden als zuvor. Zuletzt waren es um die 300. Insgesamt hatte Israel gut 20.000 Infektionen registriert. Mindestens 305 Erkrankte starben.

21.6.2020 • 17:41 Uhr

Unruhen bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen in Den Haag

Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen hat es in Den Haag Unruhen gegeben. Mobile Einsatzkommandos der Polizei setzten Wasserwerfer und Polizeipferde ein, um die Menschenmenge auseinanderzutreiben. Mehrere hundert Demonstranten, darunter viele Hooligans, hätten bewusst die Konfrontation mit der Polizei gesucht. "Das hat nichts mehr mit einer normalen Demonstration zu tun", sagte ein Polizeisprecher im Radio.

Fünf Menschen wurden festgenommen. Sie hatten nach Angaben der Polizei mit Steinen geworfen. Bürgermeister Johan Remkes hatte zunächst aus Sicherheitsgründen die Demonstration gegen Corona-Maßnahmen der Gruppe "Virus Waanzin" verboten. Dennoch waren einige hundert Demonstranten zum Hauptbahnhof gekommen sowie auch noch mehrere hundert Fußball-Fans, wie die Polizei mitteilte.

Der Bürgermeister hatte daraufhin eine kurze Kundgebung gestattet. Als die Atmosphäre gewalttätig wurde und vor allem Hooligans Richtung City ziehen wollten, griff die Polizei ein. Ein Platz in der Nähe des Hauptbahnhofes wurde geräumt, nachdem mehrere hundert Demonstranten sich geweigert hatten, ihn zu verlassen. Mehrere Menschen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Ein nahe gelegenes Einkaufszentrum war vorsorglich geschlossen worden.

21.6.2020 • 17:26 Uhr

Ökonomen kritisieren Einstieg des Bundes bei CureVac

Ökonomen kritisieren den Einstieg der Bundesregierung beim Tübinger Biotechunternehmen CureVac. "Diese Industriepolitik sehe ich sehr kritisch", sagte der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, der "Welt". "Das hat sich durch die Corona-Krise nicht geändert. Sie dient vor allem protektionistischen Zwecken."

Man wollte ausländische Investoren daran hindern, Unternehmen in Deutschland zu übernehmen. Dies werde nicht ohne Reaktion anderer Staaten bleiben. Es drohe eine zunehmende Abschottung in Europa. Angesichts der Bedeutung der Globalisierung für den Erfolg der deutschen Wirtschaft sei das eine "falsche Strategie", sagte Feld.

21.6.2020 • 16:55 Uhr

Enge Klassenzimmer, hohe Auflagen, kreative Lösungen

Lehrer in Südafrika haben ein ganz eigenes Konzept entwickelt, um Kinder weiter unterrichten zu können und trotzdem nicht gegen die Schutzauflagen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu verstoßen.

21.6.2020 • 16:46 Uhr

Verwaistes Stonehenge zur Sonnenwende

Es ist Tradition in Großbritannien: Zu Sonnenwende versammeln sich im Steinkreis Stonehenge Druiden, Kultanhänger und Schaulustige, um die kürzeste Nacht des Jahres zu feiern.

Doch in diesem Jahr blieb die Steinformation leer - die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie untersagen Menschenansammlungen. Ein paar Druiden ließen es sich dennoch nicht nehmen, sich auf einem nahegelegenen Feld zu versammeln - trotz typisch britischem Regenwetter.

Für alle anderen, die die Sonnenwende trotzdem feiern wollten, wurde der Sonnenaufgang über Stonehenge im Internet übertragen.

Vor Stonehenge haben sich zur Feier der Sonnenwende als Druiden verkleidete Menschen versammelt. | REUTERS

Stonehenge wird auf ein Alter von 4500 Jahren geschätzt und ist entsprechend dem Sonnenstand am Mittsommertag errichtet. Die wird alljährlich gefeiert, mit althergebrachten Bräuchen und teils im Druidengewand. Bild: REUTERS

21.6.2020 • 16:32 Uhr

Unternehmen investieren weniger in Forschung

Durch die Belastungen der Corona-Krise schrauben viele Firmen ihre Ausgaben für Forschung und Innovation zurück. Das ergab eine Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) unter 250 Betrieben, wie das "Handelsblatt" berichtet.

38 Prozent der befragten Unternehmen haben demnach ihre Investitionen in diesem Sektor gegenüber 2019 reduziert oder ganz eingestellt. Vor der Corona-Krise hatten lediglich 13 Prozent der Konzerne geplant, ihre Ausgaben für die Forschung gegenüber dem Vorjahr zu senken.

21.6.2020 • 16:26 Uhr

Kreis Gütersloh plant kostenlose Corona-Tests für Einwohner

Nach dem Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies will der Landkreis Gütersloh kostenlose Corona-Tests für die dort lebenden Anwohner bereitstellen. Das solle "in den nächsten Tagen" geschehen, kündigte Landrat Sven-Georg Adenauer an.

Für die Tests zahlen will nach eigener Aussage der Tönnies-Konzern. Adenauer hatte angeregt, "dass es für die Firma Tönnies möglicherweise interessant wäre, für diese Kosten aufzukommen. Das muss die Firma aber selber entscheiden."

Kurz darauf kam die Bestätigung des Betriebs: "Zusage. Wir stehen zu unserer Verantwortung und übernehmen die Kosten für einen freiwilligen flächendeckenden Coronatest im Kreis Gütersloh. Die Details stimmen wir mit dem Kreis Gütersloh ab", sagte ein Sprecher von Unternehmenschef Clemens Tönnies an.

21.6.2020 • 16:18 Uhr

Göttingen: Behörden wollen Quarantäne für Hochhaus leicht lockern

Nachdem gestern mehrere Bewohner des unter Quarantäne stehenden Hochhauses in Göttingen versucht hatten, das Gelände entgegen der Auflagen zu verlassen und sogar Polizisten angegriffen wurden, reagiert die Stadt. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler kündigte an, dass Bewohner, die zwei Mal negativ auf das Coronavirus getestet worden seien, den Komplex maximal in Dreiergruppen und mit An- und Abmeldungen verlassen dürften.

Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt sprach von einem "atmenden System", durch das die Quarantäne teils gelockert werden könne. Die Stadt will alle Bewohner des Hochhauses testen, die Entscheidung ist aber freiwillig. Mit weiteren Testergebnissen rechnet Broistedt morgen Abend.

In dem Gebäude leben etwa 700 gemeldete Menschen, von denen bisher bei etwa 120 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen wurden.

21.6.2020 • 15:38 Uhr

Laschet nimmt Unternehmer Clemens Tönnies in die Pflicht

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies nimmt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Unternehmer Clemens Tönnies in die Pflicht. "Wir werden auch Herrn Tönnies beim Wort nehmen, dass er gesagt hat, es kann keinen Zustand geben wie zuvor. Wir brauchen neue Regeln, neue Bedingungen - und das ist auch das, was wir vom Unternehmen erwarten", sagte Laschet in Gütersloh.

Zu einer Aussage von Clemens Tönnies, das Unternehmen habe aus datenschutzrechtlichen Gründen den Behörden nicht die Wohnadressen aller Mitarbeiter nennen können, sagte Laschet: "Wir müssen einen Zustand herstellen - gerade als Lehre aus der Pandemie -, dass zu jeder Zeit feststellbar ist: welcher Mitarbeiter arbeitet im Unternehmen und wo wohnt er", sagte Laschet. In dieser Frage gebe es im Moment verschiedene Rechtsauffassungen. Gegebenenfalls müssten Gesetze entsprechend geändert werden.

Auch Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mahnte einen härteren Kurs der Politik gegenüber der Fleischindustrie an. Mit der Branche könne es "keine freiwilligen Vereinbarungen geben, sondern nur klare gesetzliche Vorgaben".

Laumann forderte mehr Transparenz der Unternehmen, vor allem bei Meldepflichten und der Arbeitszeiterfassung. Konzernchef Tönnies habe bis zuletzt eine digitale Arbeitszeiterfassung angelehnt, kritisierte er.

21.6.2020 • 14:51 Uhr

Mehr als 1300 Infizierte bei Tönnies

Die Zahl der Corona-Infizierten in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück ist auf 1331 gestiegen. Dies teilte der Kreis Gütersloh mit. Die Reihentestungen auf dem Gelände der Firma seien gestern abgeschlossen worden.

Insgesamt 6139 Tests seien gemacht worden, 5899 Befunde lägen bereits vor. Bei 4568 Beschäftigten konnte demnach das Virus nicht nachgewiesen werden. "Bei den Testungen zeigte sich, dass die Zahl der positiven Befunde außerhalb der Zerlegung deutlich niedriger sind als in diesem Betriebsteil", hieß es weiter.

In den vier Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen sechs Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.

21.6.2020 • 14:42 Uhr

Schweizer Corona-App startet in vier Tagen

Die Schweizer Corona-App SwissCovid App für Mobiltelefone ist ab dem 25. Juni erhältlich. Sie könne im Apple Store und im Google Play Store heruntergeladen werden, hieß es auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).

Die App soll die manuelle Rückverfolgung von Kontakten ergänzen, wenn sich jemand mit dem Coronavirus infiziert hat. Die Nutzung ist freiwillig und kostenlos.

Je mehr Personen die App installieren und verwenden, umso wirksamer unterstützt sei aber die Eindämmung des neuen Coronavirus. Wenn die App installiert und die Funktion Bluetooth angeschaltet ist, registrieren zwei Smartphones, die sich innerhalb eines Tages in weniger als zwei Metern Abstand für insgesamt mehr als 15 Minuten befunden haben, den Kontakt anonym auf den Geräten.

Wenn sich jemand infiziert, würde er vom ärztlichen Dienst einen Code erhalten, mit dem er über die App alle diese Kontakte benachrichtigen kann. Die Kontaktierten sollen sich dann an eine Hotline wenden. Nach drei Wochen werden die Kontakte gelöscht. Standortdaten werden nicht gespeichert.

21.6.2020 • 14:17 Uhr

Schul-Lockerungen ab Montag

Einige Bundesländern lockern ab morgen ihre Corona-Regeln bezüglich Schulen und Kitas. In Berlin und Niedersachsen können dann beispielsweise alle Kinder wieder in eine Kita gehen. Auch alle Grundschüler in Hessen und Bremen bekommen dann wieder einen Präsenzunterricht. Trotzdem gelten weiterhin Einschränkungen. In der Hansestadt werden die Schüler erstmal nur in vier Unterrichtsstunden an vier Tagen in der Woche unterrichtet. Für Hessen gelten vier Stunden Unterricht pro Tag für die Klassen eins und zwei und fünf für die Klassen drei und vier.

21.6.2020 • 14:05 Uhr

Gewerkschaft: Azubis leiden besonders unter Corona-Krise

Die Corona-Krise trifft laut einer Umfrage der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Auszubildende besonders hart. In 26 Prozent der Betriebe sei das Erreichen des Ausbildungsziels gefährdet, in 22 Prozent leide die Betreuung der Auszubildenden, teilte die IG BCE mit.

85 Prozent der Auszubildenden in den Branchen der IG BCE waren demnach bundesweit von Corona-Maßnahmen betroffen. Einige seien in andere Bereiche versetzt worden oder arbeiteten zu veränderten Zeiten. 19 Prozent waren laut der Gewerkschaft bezahlt freigestellt, fünf Prozent im Pflichturlaub oder in Kurzarbeit.

Die IG BCE ist mit mehr als 600.000 Mitgliedern die drittgrößte Gewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund.

21.6.2020 • 12:35 Uhr

Papst: Umweltschutz nach Lockdown nicht vergessen

Papst Franziskus hat mit dem Ende der Pandemie-Einschränkungen zu sorgsamem Umweltschutz aufgerufen. Der Lockdown habe "Umweltverschmutzung verringert und die Schönheit vieler verkehrs- und lärmfreier Orte wiederentdecken lassen", sagte er beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Mit der Wiederaufnahme wirtschaftlicher Aktivitäten sollten die Menschen "mehr Verantwortung für die Sorge um das gemeinsame Haus übernehmen". Dabei lobte das Kirchenoberhaupt die zahlreichen Initiativen, die es weltweit für die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt gebe. Sie sollten das Bewusstsein aller Bürger für "dieses wesentliche Gemeinwohl" fördern.

Papst Franziskus zeigt sich an einem Fenster des Vatikans | AFP

Bild: AFP

21.6.2020 • 11:36 Uhr

Fünf Tönnies-Mitarbeiter werden intensivmedizinisch behandelt

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies werden im Kreis Gütersloh derzeit insgesamt 19 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt. Es handele sich "fast ausschließlich" um Mitarbeiter von Tönnies, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des Kreises Gütersloh, Beate Behlert, auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Sechs von ihnen würden intensivmedizinisch behandelt, darunter seien fünf bei Tönnies beschäftigt. Zwei der sechs Patienten würden beatmet.

Am Samstagnachmittag hatte die Zahl der positiv getesteten Tönnies-Mitarbeiter in der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück bei 1029 gelegen. Die Behörden haben alle rund 6500 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt.

21.6.2020 • 11:21 Uhr

Israel fürchtet zweite Welle

Angesichts eines deutlichen Anstiegs der Neuinfektionen hat Israels Gesundheitsministerium die Krankenhäuser des Landes angewiesen, ihre Corona-Abteilungen wieder zu öffnen. Ein entsprechender Brief sei an die Kliniken geschickt worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Israels Corona-Kabinett will sich am Nachmittag zu einer Dringlichkeitssitzung versammeln, um über mögliche Schritte zur Eindämmung der Pandemie zu beraten. Auch in den Palästinensergebieten wurde in den vergangenen Tagen ein Anstieg der Neuinfektionen verzeichnet.

In einem am Samstag veröffentlichen Bericht des israelischen Armee-Geheimdienstes war eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle gewarnt worden. Ohne rasche Eindämmungsmaßnahmen müsse das Land damit rechnen, dass die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Monats auf mehr als 1000 am Tag steigen werde. Dann seien auch hunderte von Toten zu befürchten.

Israel hatte zu Beginn der Corona-Welle sehr schnell mit rigorosen Maßnahmen reagiert, die Pandemie verlief in dem kleinen Mittelmeerland zunächst relativ glimpflich. Im Mai begannen schrittweise Lockerungen. Seit Ende Mai ist die Zahl der Neuinfektionen wieder stetig angestiegen.

Corona-Abteilung eines Krankenhauses in Tel Aviv | dpa

Corona-Abteilung eines Krankenhauses in Tel Aviv Bild: dpa

21.6.2020 • 11:10 Uhr

Türkische Gemeinde fordert Klarheit für Türkei-Urlauber

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) ist unzufrieden mit der weiterhin bestehende Reisewarnung der Bundesregierung für die Türkei. "Millionen türkeistämmige Bürger würden im Sommer gern ihre Verwandten in der Türkei besuchen, aber die Ungewissheit ist groß - uns erreichen immer mehr Anfragen und Anrufe", sagt der TGD-Vorsitzende Gökay Sofuoglu den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Die derzeit vielerorts geltenden 14-tägigen Quarantänepflichten für Rückkehrer aus der Türkei machten vielen Deutschtürken, aber auch anderen Urlaubern einen Aufenthalt in der Türkei unmöglich, sagte Sofoglu.

"Die türkische Regierung hat zugesichert, Urlauber vor Abflug auf das Corona-Virus zu testen und sie im Falle eines positiven Tests nicht ausreisen zu lassen", betonte Sofoglu. "Die Bundesregierung muss rasch sagen, ob die türkischen Gesundheitsbescheinigungen bundesweit akzeptiert werden oder nicht.

21.6.2020 • 10:59 Uhr

IG Metall sieht Hunderttausende Stellen in Gefahr

Die IG Metall sieht wegen den Folgen der Corona-Pandemie "Hunderttausende Stellen" bedroht und fordert ein sofortiges Gegensteuern der Politik. Allein aufgrund von Insolvenzen seien "150.000 Arbeitsplätze akut bedroht, wenn nicht schnell sichtbar konjunkturelle Impulse gesetzt werden", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". In Branchen wie dem Maschinenbau und dem Anlagenbau schlügen die Auftragseinbrüche erst jetzt richtig durch, über 20 Prozent der Betriebe hätten erst im Mai oder Juni mit Kurzarbeit begonnen, sagte Hofmann. Allein in der Metall- und Elektroindustrie seien mehr als zwei Million Beschäftigte in Kurzarbeit. Einer bundesweiten Betriebsumfrage der IG Metall zufolge gebe es in sieben von zehn Betrieben Kurzarbeit, so die "WAZ".

21.6.2020 • 10:27 Uhr

Viele neue Corona-Fälle in Russland

Russland hat in den vergangenen 24 Stunden eine große Zahl von Corona-Neuinfektionen erfasst. Behörden sprechen laut der Nachrichtenagentur Reuters von 7728 neuen Fällen. 109 weitere Menschen seien gestorben. Damit steigt die Zahl der Toten insgesamt auf 8111, angesteckt haben sich in dem Land in Summe 584.680 Personen.

21.6.2020 • 10:24 Uhr

Ausgangssperre in Aserbaidschan

Das autoritär regierte Aserbaidschan hat wegen steigender Corona-Neuinfektionen in mehreren Regionen zweiwöchige Ausgangssperren verhängt. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Betroffen ist auch die Hauptstadt Baku. Die Wohnung darf man nur noch mit Genehmigung verlassen, die per SMS verschickt wird. Einkaufszentren, Friseursalons, Restaurants und Museen dürfen nicht mehr öffnen.

Die bislang geltenden Quarantäne-Maßnahmen wegen der Epidemie wurden der Regierung zufolge bis 1. August verlängert.

21.6.2020 • 09:55 Uhr

Heil: Faire Löhne für "Corona-Alltagshelden"

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil spricht sich für ein Tariftreuegesetz im Bund aus, damit fairere Löhne auch für die "Corona-Alltagshelden" gezahlt werden. "Der Bund sollte öffentliche Aufträge nur noch an Unternehmen geben, die Tariflöhne zahlen", sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag". In vielen Bundesländern gebe es solche Gesetze schon. "In der Krise haben die Heldinnen und Helden des Alltags den Laden am Laufen gehalten: die Kassiererin, der Busfahrer, die Altenpflegehelferin", ergänzte Heil. Sie hätten während des Lockdowns nicht ins Homeoffice wechseln können, sondern seien an ihrem Arbeitsplatz auch einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt gewesen. "Wenn wir nur applaudieren, werden viele das als Hohn empfinden. Wir müssen für bessere Löhne sorgen", so der Arbeitsminister.

21.6.2020 • 09:23 Uhr

Zweifel an Regelbetrieb in Schulen nach den Sommerferien

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hält die vollständige Rückkehr zu einem normalen Schulbetrieb nach den Sommerferien noch längst nicht für gesichert. "Das Virus ist nicht weg, und wir müssen immer wieder damit rechnen, dass Schulen geschlossen werden müssen, wenn sich dort jemand infiziert hat", sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wie fragil die Situation sei, zeige sich gerade in Nordrhein-Westfalen.

Inzwischen strebten die Länder die Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Sommerferien an. "Ich hoffe sehr, dass das Infektionsgeschehen diese Entwicklung zulässt", sagte Karliczek.

21.6.2020 • 09:01 Uhr

Weidmann: "Der Tiefpunkt dürfte hinter uns liegen"

Nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist die schlimmste Phase der Wirtschaftskrise in der Corona-Pandemie vorüber. Zwar sei die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal sicher noch erheblich stärker gesunken als im ersten, sagte er in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Aber: "Der Tiefpunkt dürfte mittlerweile hinter uns liegen, und es geht wieder aufwärts. Auf den scharfen Einbruch folgt aber nur eine vergleichweise allmähliche Erholung."

21.6.2020 • 08:33 Uhr

Grüne fordern Tönnies-Boykott

Mit Blick auf die hohe Corona-Infektionszahl beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hat Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter die Supermarktketten zu einem Boykott von Tönnies-Produkten aufgerufen. "Das Gebaren der Fleischbarone, die nur auf Profit setzen, und meinen, sich an keine Regeln halten zu müssen, ist ein Skandal", sagte Hofreiter der "Bild am Sonntag".  Es sei an der Zeit, dass sich die großen Supermarktketten "nicht länger mitschuldig machen", sagte Hofreiter der Zeitung. "Sie sollten die Tönnies-Produkte aus ihrem Angebot nehmen."

21.6.2020 • 08:13 Uhr

Warn-App bald auch in weiteren Sprachen

Die Corona-Warn-App wurde in der ersten Woche mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen. Gesundheitsminister Jens Spahn wertet den Start in der "Bild am Sonntag" als großen Erfolg. "Darauf können wir stolz sein".

Die Entwickler arbeiten derweil daran, die App auch in weiteren Sprachen zur Verfügung zu stellen: "In etwa vier Wochen wird es eine türkische Version geben, außerdem sind weitere Sprachen in Planung: Französisch, Arabisch und auch Russisch", sagte SAP-Vorstand Jürgen Müller der "BamS". Auch Rumänisch sei in Planung.

21.6.2020 • 07:43 Uhr

Auch Großbritannien senkt offenbar die Mehrwertsteuer

Auch die britische Regierung ist offenbar zu einer Senkung der Mehrwertsteuer bereit, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Finanzminister Rishi Sunak habe seine Beamten angewiesen, Optionen für eine solche Senkung zu erarbeiten, berichtete die "Sunday Times" unter Berufung auf Regierungsvertreter. Die Maßnahmen könnte dann bei einer Rede Anfang Juli angekündigt werden. 2008 war Großbritannien während der globalen Finanzkrise ähnlich vorgegangen. In Deutschland wird wegen der wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona-Krise die Mehrwertsteuer ab dem 1. Juli für ein halbes Jahr gesenkt.

21.6.2020 • 06:56 Uhr

Union Berlin akzeptiert Geldstrafe

Fußball-Bundesligist Union Berlin hat die Geldstrafen wegen der Verstöße gegen die Corona-Vorschriften durch die Deutsche Fußball-Liga akzeptiert. "Die bewegt sich im fünfstelligen Bereich insgesamt, wenn man alles zusammenaddiert", sagte Geschäftsführer Oliver Ruhnert im ZDF-Sportstudio. Die Union-Profis Christopher Trimmel und Sheraldo Becker sowie der Club selbst waren am Freitag bestraft worden. Die beiden Union-Spieler nach dem Spiel gegen Paderborn "offenkundig gegen allgemeine Hygiene- und Infektionsschutzstandards" sowie insbesondere gegen das DFL-Konzept verstoßen, hatte die Liga mitgeteilt. Erkennbar sei dies auf Videoaufnahmen unter anderem in sozialen Netzwerken.

21.6.2020 • 05:29 Uhr

RKI: 687 neue Corona-Fälle in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 189.822 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, bislang starben 8882 nachweislich mit dem Virus Infizierte.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,79 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

21.6.2020 • 04:54 Uhr

Infiziertenzahl in Chinas Hauptstadt steigt weiter

Nach dem neuen Coronavirus-Ausbruch in Peking ist die Zahl der Infizierten weiter gestiegen. Nach Angaben der staatlichen Gesundheitskommission wurden in der Hauptstadt 22 weitere Ansteckungen nachgewiesen. Landesweit wurden insgesamt 26 Infizierte neu gemeldet.

Als Reaktion auf den neuen Ausbruch, der vergangene Woche auf dem Xinfadi-Großmarkt der Stadt begann, hatten die Behörden am Dienstag die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit Peking teilweise abgeriegelt wurde. Flüge aus und in die Hauptstadt wurden drastisch reduziert. Auch der Busverkehr in andere Provinzen wurde inzwischen eingestellt. Menschen sollen die Stadt nicht mehr verlassen. Wenn doch Reisen notwendig sind, muss ein negativer Coronatest vorliegen. 

Kellnerinnen am Eingang eines Pekinger Restaurants tragen Handschuhe, Mundschutze und Plastikbrillen. | WU HONG/EPA-EFE/Shutterstock

Kellnerinnen am Eingang eines Pekinger Restaurants tragen Handschuhe, Mundschutze und Plastikbrillen. Bild: WU HONG/EPA-EFE/Shutterstock

21.6.2020 • 04:54 Uhr

Spanien beendet Alarmzustand

Spanien befindet sich seit Mitternacht nicht mehr im Corona-Notstand. Sonntag ist damit der erste Tag nach 14 Wochen, an dem sich die 47 Millionen Bürger wieder im ganzen Land frei bewegen können. Auch die Grenzen für Urlauber aus Schengenstaaten sind seit Mitternacht wieder offen. Nur die Grenze zu Portugal bleibt auf Wunsch der Regierung in Lissabon noch bis zum 1. Juli für die meisten Reisenden geschlossen.

21.6.2020 • 04:54 Uhr

NRW: Kabinett vor Tönnies-Sondersitzung

Reichen die Quarantäne-Maßnahmen für die coronainfizierten Tönnies-Beschäftigten oder sind doch flächendeckende Einschränkungen nötig? Die nordrhein-westfälische Landesregierung beschäftigt sich am Mittag in einer Sondersitzung mit dem Corona-Ausbruch bei Tönnies. Sie will dabei die Lage erneut bewerten, wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag angekündigt hatte. Einen regionalen Lockdown hatte er ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

Die Reihentestungen der insgesamt 6500 Mitarbeiter auf dem Werksgelände der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück werden im Laufe des Tages fortgesetzt. Bis Samstagmittag waren rund 5800 Proben genommen worden. 3127 Befunde lagen vor: Bei 1029 Beschäftigen wurde das Coronavirus nachgewiesen, in 2098 Fällen war das Ergebnis negativ.