Ein Desinfektionsmittelspender im AWO Altenzentrum in Heinsberg | dpa
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Liveblog zum Nachlesen 23 Infektionen in Düsseldorfer Pflegeheim

Stand: 24.05.2020 22:01 Uhr

In einem Pflegeheim in Düsseldorf haben sich 23 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. FDP-Chef Lindner spricht sich für regional unterschiedliche Regeln aus. Südafrika will das Alkoholverbot lockern. Der Liveblog vom Sonntag zum Nachlesen.

  • 23 Senioren in Pflegeheim positiv auf Coronavirus getestet
  • Johnson hält zu umstrittenem Berater
  • Verlängerte Einreise für Saisonarbeitskräfte
  • Italiens Innenministerin mahnt nach Lockerungen zu mehr Disziplin
  • Schäuble kritisiert Dauer der Entwicklung von Corona-App
  • Scharfe Kritik an Thüringens Lockerungsplan
24.5.2020 • 22:01 Uhr

Liveblog endet

Das war es für heute, wir schließen den Liveblog für Sonntag. Alle wichtigen Informationen finden Sie auf tagesschau.de.

24.5.2020 • 22:01 Uhr

Röttgen nennt Gegenentwurf zu Merkels EU-Initiative Provokation

Der von Österreich und drei weiteren EU-Staaten vorgelegte Gegenentwurf zum deutsch-französischen Corona-Hilfsplan für Europa stößt bei Norbert Röttgen auf scharfe Kritik. "Der Vorschlag der geizigen Vier ist eine einzige Provokation, weil er das Problem nicht lösen, sondern verschärfen würde", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der "Süddeutschen Zeitung".

Die zu hohe Verschuldung einzelner Länder sei nicht mit dem Angebot weiterer Schulden zu lösen. Taktisch gehe es den vier wohlhabenden Ländern nur darum, ihren bisherigen Rabatt bei den Beiträgen zum EU-Haushalt zu erhalten. Dafür nehme die Gruppe "nicht nur die wirtschaftlich besonders hart getroffenen Länder wie Italien und Spanien, sondern auch den Zusammenhalt der EU in diesen schweren Zeiten als Geiseln".

24.5.2020 • 22:01 Uhr

Berliner Kliniken könnten Moskauer Corona-Patienten behandeln

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat der Partnerstadt Moskau angeboten, Corona-Patienten in Berliner Krankenhäusern zu behandeln. "Zusammen mit der Charité hatten wir Italien ein Angebot gemacht, das letztlich nicht angenommen werden musste. Stattdessen nahm unsere Uniklinik Patienten aus Frankreich auf, wofür sich Präsident Emmanuel Macron vor einigen Tagen per Brief bei uns bedankte", sagte Müller dem "Tagesspiegel". Bislang habe es keine Reaktion auf das Angebot aus Moskau gegeben.

24.5.2020 • 21:22 Uhr

Italien meldet mehr als 500 Infektionen an einem Tag

Italien hat 531 neue Corona-Infektionen in den zurückliegenden 24 Stunden vermeldet. Die Hälfte entfiel auf die von der Pandemie stark betroffene Lombardei im Norden des Landes. Mehr als die Hälfte der Regionen vermeldeten weniger als zehn neue Fälle. Getestet werden allerdings nur Personen, die in einem Krankenhaus behandelt werden, Symptome haben oder engen Kontakt zu jemandem hatten, bei dem das Coronavirus festgestellt wurde. Die Zahl der Corona-Patientinnen und -Patienten auf Intensivstationen sank auf 553.

Italien hatte vor etwa einer Woche seine Ausgangsbeschränkungen gelockert: Bars, Restaurants, Strände und Parks sind seitdem wieder geöffnet.

24.5.2020 • 21:04 Uhr

Habeck lobt Kurswechsel gegenüber Fleischindustrie

Grünen-Chef Robert Habeck geht davon aus, dass das Maßnahmenpaket der Bundesregierung gegen Missstände in den großen Schlachthöfen tatsächlich umgesetzt wird. Allerdings kritisierte er im Bericht aus Berlin: "Bisher war die Bundesregierung selbst auch immer wieder Teil des Problems, wenn man bei dem Agrarsystem etwas ändern wollte." Mit dem öffentlichen Aufschrei über miserable Arbeitsbedingungen, der meist ausländischen Arbeitnehmer in Subunternehmen und über die Behandlung von Schlachttieren erwarte er, so Habeck, "dass die Bundesregierung den Rücken auch mal gerade macht."

24.5.2020 • 20:38 Uhr

Lindner plädiert für regional unterschiedliche Corona-Regeln

FDP-Chef Christian Lindner hat sich für ein regional unterschiedliches Vorgehen gegen das Coronavirus ausgesprochen. In einer Region ohne Neuinfektionen müssten andere Regeln gelten als an Orten mit stärkerem Infektionsgeschehen, sagte Lindner bei "Bild Live". Über die Ausgestaltung der Maßnahmen müsse aber unter Einbeziehung von Experten entschieden und sorgfältig diskutiert werden. Die geplante Lockerung der Corona-Auflagen in Thüringen wollte Lindner vorerst nicht kommentieren, sondern die Diskussion "erstmal unseren Fachpolitikern überlassen".

24.5.2020 • 20:08 Uhr

Südafrika plant Lockerung von Alkoholverbot

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa plant, das seit einigen Wochen geltende Alkoholverbot im Land im Rahmen der Corona-Restriktionen zu lockern. Anfang Juni würden die landesweiten Corona-Restriktionen von der bestehenden Stufe vier auf das Niveau drei zurückgestuft, sagte Ramaphosa in einer Rede an die Nation. Damit werde der Alkohol für den Konsum zu Hause wieder erlaubt. Allerdings werde der Verkauf nur unter strengen Auflagen zu bestimmten Zeiten erlaubt sein. Weitere Details dazu sollten zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden, sagte er. Der Verkauf von Tabakwaren bleibe wegen der Gesundheitsrisiken weiterhin verboten.

Gleichzeitig warnte er, dass ein starker Anstieg der Infektionsfälle begonnen habe. "Das Risiko eines massiven Anstiegs der Infektionen ist jetzt größer denn je", sagte Ramaphosa. In dem Land wurden Ramaphosa zufolge bislang mehr als 22.500 Fälle von Covid-19 bestätigt.

Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus eine landesweite Ausgangssperre verhängt. Sie galt als eine der strengsten weltweit - verboten waren selbst Spaziergänge.

Ein Mann mit Mundschutz spricht mit einer Frau auf dem Balkon eines Gebäudes im Stadtteil Bo-Kaap in Kapstadt.  | dpa

Kapstadt ist zum Zentrum des Covid-19-Ausbruchs in Südafrika und zu einem der Brennpunkte Afrikas geworden. Die landesweiten Corona-Restriktionen sollen nun schrittweise von der bestehenden Stufe vier auf das Niveau drei zurückgestuft werden. Bild: dpa

24.5.2020 • 20:04 Uhr

Altmaier: Rückzahlung der Lufthansa-Hilfen bei Rückkehr in Gewinnzone

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat offengelassen, wann die Lufthansa die neun Milliarden Euro Staatshilfe zurückzahlen muss. "Sobald die Lufthansa wieder in der Gewinnzone ist, müssen diese Gelder zurückgezahlt werden. Das kann einige Jahre dauern. Das weiß niemand im voraus", sagte der CDU-Politiker im ZDF. Auf die Frage, in welchem Fall Deutschland seinen Anteil an der Airline auf 25 Prozent plus eine Aktie erhöhen würde, bekräftigte Altmaier: "Nur wenn es darum geht, Übernahmeversuche zu verhindern."

Im Zuge der Virus-Pandemie ist der internationale Luftverkehr praktisch zum Erliegen gekommen. Der Lufthansa droht nach eigener Darstellung ohne Staatshilfe die Insolvenz.

24.5.2020 • 19:28 Uhr

Weitere Lockerungen in Tschechien

In Tschechien werden ab morgen die nächsten großen Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft treten: Restaurants, Bars und Cafés dürfen ihre Innenräume öffnen. Auch Hotels und Pensionen sowie Hallen- und Freibäder öffnen wieder. Auch Burgen und Schlösser dürfen dann wieder besichtigt werden. Sportveranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern und Zuschauern sind dann ebenfalls wieder erlaubt. In allen Fällen gelten besondere Hygieneregeln.

Für ausländische Touristen gilt derzeit noch ein Einreisestopp nach Tschechien. Ein festes Datum für die Wiedereröffnung der Grenze zu Deutschland steht noch nicht fest, dies könnte aber nach früheren Aussagen der Regierung bereits Mitte Juni geschehen.

24.5.2020 • 18:58 Uhr

Mittlerweile 18 Corona-Fälle nach Restaurantbesuch in Ostfriesland

Die Zahl der Personen, die nach einer Restaurant-Feier in Ostfriesland mit dem Coronavirus infiziert sind, ist noch einmal deutlich gestiegen. Der Landkreis Leer meldete inzwischen 18 Infizierte.

24.5.2020 • 18:52 Uhr

Düsseldorf: Heimbewohner positiv auf Coronavirus getestet

In einem Senioren- und Pflegeheim in Düsseldorf sind 23 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bislang sei eine infizierte Bewohnerin in eine Klinik eingeliefert worden - die anderen seien zurzeit symptomfrei, teilte die Stadt mit.

24.5.2020 • 18:47 Uhr

Scholz: Fehlende Entlastung der Kommunen hätte Konsequenzen für Konjunktur

Bundesfinanzminister Olaf Scholz dringt auf eine zügige Einigung mit der Union über eine finanzielle Entlastung der Kommunen. "Zwei Drittel der öffentlichen Investitionen werden von den Kommunen getätigt", sagte der SPD-Politiker im Bericht aus Berlin. "Wenn die jetzt ihre Investitionen zurückfahren, dann hat das unmittelbar schlechte Auswirkungen auf die Konjunktur." Die Übernahme kommunaler Altschulden klinge zwar nach einer großen Summe, wäre aber eine sehr überschaubare Belastung für den Bund. "Denn wir müssen ja nach dem gucken, was wir an Zinsen zahlen müssen für diese Altschulden, und das ist nur eine sehr geringe Summe, die weit unter einer Milliarde liegt", sagte Scholz. "Wenn wir aber jetzt den Kommunen, die diese Altschulden von 45 Milliarden haben, jedes Jahr eine Milliarde überweisen, geben wir mehr Geld aus, würden aber weniger helfen."

Dies wäre nicht klug, erklärte Scholz. "Wir helfen im Augenblick vielen großen Industrieunternehmen milliardenschwer. Wir sorgen dafür, dass Europa funktioniert. Dann müssen wir auch dafür sorgen, unsere Kommunen funktionieren."

Die Union lehnt Scholz' Pläne für einen 57 Milliarden Euro großen Schutzschirm für klamme Kommunen ab.

24.5.2020 • 18:20 Uhr

Johnson hält an umstrittenem Berater Cummings fest

Der britische Premierminister Boris Johnson hat seinen umstrittenen Chefberater in der Affäre um angebliche Lockdown-Verstöße verteidigt. Nach einem ausführlichen Gespräch mit Cummings sei er zu dem Schluss gekommen, dass dieser "den Instinkten eines jedes Vaters gefolgt" sei, sagte Johnson bei einer Pressekonferenz. Cummings habe "in jeder Hinsicht verantwortlich, legal und mit Integrität" gehandelt, so der Regierungschef.

24.5.2020 • 18:10 Uhr

USA: Reisebeschränkungen für Brasilien geplant?

Die USA wollen wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien voraussichtlich Einreisebeschränkungen für das südamerikanische Land verhängen. Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Robert O'Brien, sagte dem Fernsehsender CBS, er rechne mit einer Entscheidung dazu noch im Laufe des Tages. "Wir hoffen, dass das vorübergehend sein wird", sagte er und verwies auf ähnliche, bereits erlassene Einreiseverbote mit Blick auf den Schengen-Raum, China, Großbritannien und Irland. "Wegen der Lage in Brasilien werden wir alles Notwendige unternehmen, um das amerikanische Volk zu schützen", versicherte er.

Zunächst sei ein solcher Schritt nur mit Blick auf Brasilien geplant. Man werde die Lage in anderen lateinamerikanischen Staaten allerdings ebenso von Land zu Land betrachten.

24.5.2020 • 17:46 Uhr

Erntehelfer dürfen bis 15. Juni einreisen

Die begrenzte Einreise von Saisonarbeitskräften sei unter strengen Auflagen bis 15. Juni verlängert worden, teilten das Landwirtschafts- und das Innenministerium mit. Anfang April war ein Korridor zur Einreise von jeweils 40.000 Erntehelfern für April und Mai unter strengen Infektionsschutzauflagen geschaffen worden. Das Konzept wäre Ende Mai ausgelaufen.

Die Landwirte seien für die Ernte und Pflanzarbeiten auf die Unterstützung von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen, hieß es. Das Kontingent von 80.000 Arbeitskräften bleibe bestehen - es sei aktuell nicht ausgeschöpft. Eingereist seien bisher etwa 33.000 Saisonarbeiter.

Eine polnische Erntehelferin pflückt Erdbeeren auf einem Feld im baden-württembergischen Oberkirch.  | dpa

Erntehelfer dürfen auch weiterhin unter strengen Auflagen nach Deutschland kommen. Bild: dpa

24.5.2020 • 17:30 Uhr

Südafrika: Goldmine nach Virus-Infektionen geschlossen

Die tiefste Goldmine der Welt ist wegen einer Häufung von Corona-Infektionen vorübergehend geschlossen worden. Der Bergbaukonzern AngloGold Ashanti teilte mit, unter den Arbeitern der Mponeng-Mine in Südafrika habe es 164 positive Virus-Tests gegeben. In der Mine arbeiten normalerweise mehr als 5000 Menschen, zuletzt wurde sie wegen der Corona-Pandemie nur mit halber Belegschaft betrieben.

24.5.2020 • 17:26 Uhr

Nach Kritik an Berater: Johnson leitet Pressekonferenz

Der britische Premierminister Boris Johnson will nach heftiger Kritik an seinem Chefberater Dominic Cummings heute vor die Presse treten. Das teilte der Londoner Regierungssitz in der Downing Street mit. Johnson werde das tägliche Briefing zur Lage im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie leiten.

Zuvor war auch aus den eigenen Reihen der Druck auf Cummings gestiegen, wegen angeblicher Verstöße gegen die Lockdown-Regeln von seinem Posten zurückzutreten. Johnson hatte seinem wichtigsten Berater noch gestern "volle Unterstützung" zugesagt. Seitdem wurden jedoch neue Vorwürfe bekannt.

Dem Wahlkampfstrategen Cummings wird vorgeworfen, mit einer Reise von London zu seinen Eltern ins rund 430 Kilometer entfernte Durham Ende März gegen die Lockdown-Regeln der eigenen Regierung verstoßen zu haben.

24.5.2020 • 17:21 Uhr

Eid al-Fitr auf Abstand

Gläubige Muslime beten anlässlich des Fastenbrechens Eid al-Fitr auf dem Piazza Vittorio in Rom.  | dpa

Für Millionen Muslime weltweit geht der Fastenmonat Ramadan zu Ende. In Rom beten Gläubige anlässlich des Fastenbrechens Eid al-Fitr auf dem Piazza Vittorio. Aufgrund der Vorgaben in der Corona-Krise müssen die Feierlichkeiten auf Abstand stattfinden. Bild: dpa

24.5.2020 • 16:58 Uhr

Sylt mit Fähre wieder über Dänemark erreichbar

Die Nordseeinsel Sylt ist ab morgen auch wieder über Dänemark mit der Fähre zu erreichen. Wie Schleswig-Holsteins Regierungssprecher Peter Höver den "Lübecker Nachrichten" sagte, darf die Sylt-Fähre zu Transitzwecken genutzt werden. Die Kieler Landesregierung setzte sich demnach auf verschiedenen Kanälen bei der dänischen Staatsregierung und bei der Bundesregierung für die Wiedereröffnung der Verbindung ein. Details sollen nun zwischen der deutschen und der dänischen Polizei vereinbart werden.

Seit Anfang dieser Woche hatte die dänische Polizei keine deutschen Urlauber mehr zu Transitzwecken über die Grenze gelassen. Betroffen davon waren Sylt-Urlauber, die mit der Sylt-Fähre von Havneby auf der dänischen Insel Rømø nach List oder in die andere Richtung fahren wollten.

24.5.2020 • 16:46 Uhr

Spanien meldet 70 weitere Todesfälle

Spanien meldet erneut 70 Tote infolge einer Corona-Infektion innerhalb eines Tages. Insgesamt sind in dem Land bisher 28.752 an der Virus-Erkrankung gestorben. Die Zahl der Infektionsfälle stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 235.772 von 235.290.

24.5.2020 • 16:40 Uhr

Österreichs Bundespräsident nach Corona-Sperrstunde erwischt

Alexander Van der Bellen, der österreichische Bundespräsident, und seine Frau Doris Schmidauer sind nach der Corona-Sperrstunde in einem Lokal in Wien von der Polizei erwischt worden. Van der Bellen bestätigte der "Kronen Zeitung" den Vorfall und entschuldigte sich. Er habe sich "verplaudert und leider die Zeit übersehen". Auch die Polizei bestätigte, dass der Bundespräsident bei einer Kontrolle in der Wiener Innenstadt in einem Restaurant angetroffen wurde. Der Zeitung zufolge hatten Van der Bellen und seine Frau noch Getränke auf dem Tisch, als das Lokal gegen 0.20 Uhr kontrolliert wurde.

In Österreich dürfen Restaurants, Lokale und Bars aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nur bis 23 Uhr öffnen. Für den Wirt könnte der Vorfall daher teure Folgen haben. Das Covid-19-Maßnahmengesetz sieht für den Betrieb nach 23 Uhr Strafen von bis zu 30.000 Euro vor. Offiziell war das Lokal aber wohl bereits geschlossen. Bundespräsident Van der Bellen selbst zeigte sich am Sonntag reumütig. "Das tut mir aufrichtig leid. Es war ein Fehler", sagte er. Auf Twitter schrieb er zudem: "Sollte dem Wirt daraus ein Schaden erwachsen, werde ich dafür gerade stehen."

24.5.2020 • 16:25 Uhr

Inzwischen 107 Infektionen nach Frankfurter Gottesdienst

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen nach einem Gottesdienst in einer Frankfurter Baptisten-Kirchengemeinde vor zwei Wochen hat sich deutlich erhöht. Laut Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) gibt es 107 bestätigte Fälle. Die Menschen lebten in Frankfurt und drei hessischen Landkreisen.

Zunächst war von mehr als 40 Infizierten die Rede gewesen.

Religiöse Versammlungen sind in Hessen seit dem 1. Mai unter Auflagen wieder erlaubt. So muss in Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern.

24.5.2020 • 16:09 Uhr

Wieder Papstsegen auf dem Petersplatz

Erstmals seit der Aufhebung der Corona-Beschränkungen in Italien hat der Papst seinen Sonntagssegen wieder vor Pilgern erteilt, die auf dem Petersplatz standen. Dieser war seit März gesperrt gewesen und erst am Montag wieder geöffnet worden.

Auf dem Platz waren nur vergleichsweise wenige Menschen zugelassen. Sie mussten zum Schutz vor Ansteckung mit dem Virus größeren Abstand voneinander halten. In Italien waren am 18. Mai viele Beschränkungen gefallen, die beim Lockdown vom 10. März verhängt worden waren. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.

Papstsegen auf dem Petersplatz in Corona-Zeiten | dpa

Der Petersplatz war erst am Montag wieder geöffnet worden - heute gab es den ersten sonntäglichen Papstsegen seit März. Bild: dpa

24.5.2020 • 15:52 Uhr

Franzosen sollen in Frankreich Urlaub machen

Die französische Regierung hat ihre Bürger aufgefordert, wegen der Corona-Pandemie im Sommer im eigenen Land Urlaub zu machen. Man wolle nicht, dass die Franzosen ins Ausland reisten, und rate ihnen zu Ferien im eigenen Land, sagte Umweltministerin Elisabeth Borne dem Rundfunksender France Inter. Kommende Woche werde die Regierung über eine Lockerung der Regeln für Inlandsreisen entscheiden.

Momentan dürfen sich französische Bürger höchstens 100 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen.

24.5.2020 • 15:32 Uhr

30 Milliarden Euro für Kurzarbeitergeld?

Bis zum Ende des Jahres könnten laut Bundesagentur für Arbeit die Kosten für Kurzarbeit mehr als 30 Milliarden Euro betragen. Der Bund müsste dann aushelfen, sagte BA-Chef Detlef Scheele dem "Tagesspiegel".

Ausgezahlt habe die BA bislang zwar lediglich 2,5 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld. Dies liege allerdings daran, dass viele Unternehmen noch nicht abgerechnet hätten.

Insgesamt ist in der Corona-Krise für mehr als zehn Millionen Beschäftigte in Deutschland Kurzarbeit angemeldet worden. Die Nürnberger Behörde geht aber davon aus, dass am Ende nicht alle Personen, für die ein Antrag gestellt wurde, tatsächlich Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen.

24.5.2020 • 15:00 Uhr

Italiener missachten nach Lockerungen Regeln

Bei sommerlichem Wetter habe viele Italiener ihre neuen Freiheiten in der Corona-Krise für Strandbesuche und nächtliche Feiern vor Bars genutzt. Fernsehsender zeigen süditalienische Strände voller Menschen meist ohne Atemschutz. Junge Leute strömten abends in Ausgehviertel. Viele standen ohne vorgeschriebenen Abstand und Mund-Nasen-Schutz in Gruppen auf den Straßen. In einigen Städten ließen Bürgermeister Bars am Abend vorzeitig schließen.

Innenministerin Luciana Lamorgese kritisierte in einem Interview des Senders RTL102,5: "Die Jugendlichen haben nach so langer Zeit des zu Hause Eingeschlossenseins die Grenzen aus dem Blick verloren, an die sie sich bisher gehalten haben."

Italiens Regierung hatte am 18. Mai den Lockdown erheblich gelockert. Allerdings gelten strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Italien wurde von der Krankheit Covid-19 mit bisher etwa 230.000 registrierten Infizierten und ungefähr 33.000 Toten heftig getroffen. Inzwischen sinken die Zahlen der Neuansteckungen deutlich.

Menschen spazieren am Strand in Santa Severa in der Nähe von Rom, Italien. | REUTERS

Voller Strand in Santa Severa in der Nähe von Rom: Die Menschen in Italien genießen ihre wieder erlangten Freiheiten in der Corona-Krise im Freien. Bild: REUTERS

24.5.2020 • 14:27 Uhr

Kritik an Corona-App

Die Verzögerungen bei der Einführung der Corona-Warn-App stoßen zunehmend auf Kritik. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte die Entwicklung in der "Welt am Sonntag": "Gucken Sie sich das Elend um die Entwicklung einer Corona-App an. Ich bin kein Experte, aber es dauert mir ein bisschen lange." Die App hätte es schon am Anfang der Pandemie geben müssen, am besten auf europäischer Ebene.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer äußerte sich ebenfalls skeptisch. "So wie die Corona-App jetzt auf den Weg gebracht worden ist, bringt sie keine ausreichende Sicherheit", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wichtig seien eineinhalb Meter Abstand und das Tragen eines Mund-Nasenschutzes.

Die App soll Mitte Juni fertig sein und aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe anderer aufgehalten hat, die an ihrem Smartphone ebenfalls diese Funktion eingeschaltet haben. Infiziert sich jemand, können jene anonym informiert werden, die sich durch die Nähe zu ihm angesteckt haben könnten. Die Anwendung wird im Auftrag der Bundesregierung von SAP und der Deutschen Telekom entwickelt.

24.5.2020 • 13:34 Uhr

Auf Corona-Streife: Polizeipferde beim Salsa-Kurs

Eine Salsa-Lehrerin in Den Haag hat in der Corona-Krise ungewöhnliche Schüler bekommen: Zwei Polizisten hoch zu Ross. Die Beamten hatten auf ihrer Streife durch den Zuiderpark in der niederländischen Stadt eine Tanz-Gruppe entdeckt. Da Sport wegen der Corona-Krise zur Zeit nur draußen gestattet ist, hatte die Tanzlehrerin kurzerhand ihren Salsa-Kurs in den Park verlegt.

Die Polizisten schrieben auch kein Knöllchen, sondern nutzten die Gelegenheit und machten kurzerhand mit, wie ein Video des niederländischen Fernsehens zeigt.

24.5.2020 • 13:14 Uhr

Italien testet ab morgen 150.000 Menschen auf Antikörper

In Italien startet morgen eine Antikörpertest-Studie mit etwa 150.000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2000 Orten nehmen. Das teilte das Ministerium in Rom mit.

Die repräsentativ ausgewählten Teilnehmer würden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben italienischer Virologen gibt es Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab.

Mit derartigen Tests lässt sich herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. Damit kann der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachgewiesen werden, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten.

24.5.2020 • 12:56 Uhr

Landesverbände fordern vom DFB Abbruch der 3. Liga

Die Fußball-Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt haben den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgefordert, die 3. Liga wegen der Corona-Pandemie abzubrechen. Ein entsprechender Antrag für den DFB-Bundestag an diesem Montag wurde dem Verband nach übereinstimmenden Medienberichten am Freitag zugestellt.

Darin wird gefordert, dass es in dieser Saison keine Absteiger in die Regionalligen geben soll. Gleichzeitig sollen die per 27. Spieltag auf den Aufstiegsrängen zur 2. Bundesliga stehenden Vereine genauso aufsteigen wie der Tabellen-Dritte, der eigentlich eine Relegation spielen müsste.

Die beiden Verbände beziehen sich bei ihrem Antrag auf die nach wie vor geltenden unterschiedlichen Corona-Beschränkungen in allen Bundesländern, was einen fairen Wettbewerb nicht zulasse.

24.5.2020 • 12:42 Uhr

Kritik an Ende der Corona-Beschränkungen in Thüringen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat das Ende der Corona-Beschränkungen scharf kritisiert. "Wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus", sagte Lauterbach der "Saarbrücker Zeitung". Thüringen stelle jetzt genau die Maßnahmen in Frage, denen man den gesamten Erfolg im Moment zu verdanken habe.

"Ramelow relativiert damit die Krankheit", sagte Lauterbach. Nach wie vor sei die Sterblichkeit durch das Coronavirus hoch, gerade bei älteren Menschen. Es blieben auch oft Spätschäden zurück. Außerdem gebe es weder ein wirksames Medikament noch eine Impfung, betonte der Mediziner. "Von daher gibt es überhaupt keinen Grund, das aufzuheben, was wir mühsam gelernt haben - etwa Abstand zu halten und eine Maske zu tragen."

Ramelow argumentierte gegenüber der "Bild am Sonntag" mit einer niedrigen Zahl von Infektionen: "Wir haben im März auf der Grundlage von Schätzungen von 60.000 Infizierten entschieden - jetzt haben wir aktuell 245 Infizierte", sagte er der Zeitung. Der Erfolg zeige, dass die harten Maßnahmen zurecht ergriffen worden seien, er zwinge nun aber auch zu realistischen Konsequenzen.

24.5.2020 • 12:20 Uhr

Altmaier: Eigentlich für später geplante Entlastungen vorziehen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will in der Corona-Krise eigentlich erst für 2021 geplante Entlastungen vorziehen. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe und nannte dabei die zweite Stufe der Kindergelderhöhung und den geplanten Ausgleich der so genannten kalten Progression.

Die Koalition hatte vereinbart, das Kindergeld im kommenden Jahr um weitere 15 Euro zu erhöhen. Die kalte Progression ist der Effekt, wenn bei steigendem Einkommen höhere Steuersätze fällig werden und dadurch unterm Strich weniger Geld übrig bleibt.

Zur Entlastung der Wirtschaft schlug Altmaier zudem einen "Belastungs-Tüv" für bereits beschlossene Gesetze vor, die noch nicht in Kraft getreten sind. "Neue Belastungen, Abgaben und Meldepflichten müssen wir wo immer möglich verhindern, aussetzen oder verschieben", sagte der Minister.

24.5.2020 • 11:47 Uhr

Freilichtbühnen-Saison bleibt weitgehend abgesagt

Trotz der Hoffnung auf weitere Lockerungen für den Theaterbetrieb in der Corona-Krise rechnen viele Freilichtbühnen nicht mehr mit einer Wiederaufnahme der Saison in größerem Umfang. "Einen Freilichtsommer wie man ihn gewohnt ist, wird es bei den bestehenden Bedingungen nicht geben. Selbst bei gewaltigen Lockerungen blieben zu viele Probleme für eine reguläre Spielzeit", sagte Herbert Knecht, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) Nord.

Der überwiegende Teil der geplanten Inszenierungen muss abgesagt werden. Die Corona-Krise habe an den Bühnen den Probenbetrieb und die Vorbereitungen für neue Produktionen jäh gestoppt. "Das lässt sich gar nicht mehr aufholen, selbst wenn wir wieder zusammen auf der Bühne stehen dürften", sagte Knecht. Wenn Zuschauerzahlen sehr deutlich reduziert werden müssten, um Abstandsregeln einzuhalten, müsse sich zudem jede Bühne fragen, was noch wirtschaftlich sei.

24.5.2020 • 11:05 Uhr

China unter Bedingung zu internationaler Untersuchung bereit

China ist nach den Worten seines Außenministers bereit, bei der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus mit internationalen Ermittlern zusammenzuarbeiten. Die Untersuchung müsse allerdings frei von politischer Einmischung sein, sagte Wang Yi vor Journalisten in Peking.

Vorwürfe Washingtons, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan, wies Wang erneut scharf zurück. Er warf den USA vor, Gerüchte über den Ursprung des Virus zu verbreiten, um China zu stigmatisieren.

Die USA und andere Staaten fordern seit längerem von Peking mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie.

24.5.2020 • 10:49 Uhr

Brinkhaus kritisiert Konzerne für Dividenden

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat Konzerne kritisiert, die Dividenden an Aktionäre zahlen und zugleich wegen der Corona-Pandemie Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. "Das halte ich für ein falsches Signal", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Die Aktionäre profitieren davon, dass die Solidargemeinschaft mit ihrem Geld letztlich auch den Unternehmenswert erhält. Wenn sie obendrauf noch eine Dividende bekommen, dann ist das unfair gegenüber den Steuerzahlern und auch gegenüber den Mitarbeitern." Zu denjenigen Konzernen, die trotz Kurzarbeitergeld Dividenden ausgezahlt haben, gehört zum Beispiel der Autobauer BMW.

24.5.2020 • 10:43 Uhr

Freiberufler drängen auf Nachbesserungen bei staatlicher Hilfe

Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) hat eine Verlängerung und Ausweitung der Soforthilfe-Programme für Freiberufler in der Corona-Krise gefordert. "Der Corona-Rettungsschirm lässt gerade kleine Unternehmen auch bei den Freien Berufen im Regen stehen. Bei der Soforthilfe und den Kreditangeboten muss dringend nachgesteuert werden", sagte BFB-Präsident Wolfgang Ewer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ewer forderte, die Frist zur Beantragung der staatlichen Soforthilfe zu verlängern. Diese läuft planmäßig am 31. Mai ab. Allerdings würden bei vielen Freiberuflern Umsätze und Liquidität erst zeitversetzt wegbrechen, sagte Ewer. "Anträge sollten also nicht nur bis Ende Mai, sondern mindestens bis Ende August gestellt werden können." Zudem forderte Ewer eine Ausweitung der Hilfen. "Die Soforthilfe soll ausgeweitet werden auf die Deckung des Lebensunterhalts und sich nicht ausschließlich auf Betriebsmittel erstrecken", sagte der BFB-Präsident. Viele Freiberufler würden aus den laufenden Einnahmen ihren Lebensunterhalt decken, oft diene die Wohnung auch als Arbeitsstätte.

24.5.2020 • 10:38 Uhr

Ramadan-Ende im Schatten von Corona

Nach entbehrungsreichen Wochen geht heute für Millionen Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan zu Ende - im Schatten der Corona-Krise. Eigentlich kommen die Menschen in Moscheen und mit ihren Familien zusammen, um gemeinsam zu beten und zu feiern. In diesem Jahr ist das nur beschränkt möglich. Auch in den mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern in Asien und im arabischen Raum gelten oft strikte Ausgangsbeschränkungen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

24.5.2020 • 10:14 Uhr

Zahl der Todesfälle in Russland steigt etwas schneller

In Russland steigt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus inzwischen etwas schneller. Heute meldeten die Behörden offiziell 153 mehr Todesfälle als gestern - das ist der höchste Zuwachs seit Ausbruch der Krankheit in dem Land. Insgesamt wurden dort bislang 3541 Tote gezählt.

Die Zahl der Infektion liegt inzwischen bei 344.481. Mehr Fälle gibt es weltweit nur in Brasilien (mehr als 347.000 Infektionen) und den USA (mehr als 1,6 Millionen).

24.5.2020 • 09:56 Uhr

Labor in Wuhan weist alle Vorwürfe zurück

Das Virologie-Labor in Wuhan hat erneut alle Vorwürfe zurückgewiesen, Ursprung der Corona-Pandemie zu sein. Vor allem die US-Regierung um Präsident Donald Trump hatte die Einrichtung immer wieder als Urheber des Virus genannt. Das sei eine reine Erfindung, sagte die Leiterin des Instituts, Wang Yanyi.

Sie hätten anfangs nichts von der Existenz des Virus gewusst, wie hätte es dann aus dem Labor entweichen können, wird sie von chinesischen Staatsmedien zitiert. Die Wissenschaftler hätten die ersten Proben der bis dahin unbekannten Lungenkrankheit Ende Dezember erhalten, davor sei man nicht mit Covid-19 in Berührung gekommen.

Zwar sei im Institut an Fledermaus-Coronaviren gearbeitet worden, aber keiner dieser Virenstränge habe die Pandemie ausgelöst.

24.5.2020 • 09:37 Uhr

Vatikanische Museen öffnen am 1. Juni wieder

Die weltberühmten Vatikanischen Museen werden nach dem Corona-Lockdown vom 1. Juni an wieder ihre Tore öffnen. Besucher müssen Atemschutzmasken tragen, Abstandsregeln einhalten und am Eingang ihre Körpertemperatur messen lassen, wie die Museen in Rom mitteilten. Tickets müssen im Voraus gebucht werden.

Das Museum auf dem Gelände des Vatikanstaats zeigt unter anderem die Sixtinische Kapelle Michelangelos, die Stanzen Raffaels und unzählige Skulpturen und Gemälde seit der Zeit der Antike. Es war am 8. März wegen der Corona-Pandemie geschlossen worden. Ebenfalls am 1. Juni wird die rund 30 Kilometer südöstlich von Rom gelegene päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo wieder geöffnet. Der Petersdom im Vatikan ist schon seit 18. Mai wieder offen.

Das "Jüngste Gericht" von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle | null

Das "Jüngste Gericht" von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle

24.5.2020 • 08:43 Uhr

Karliczek für Verdoppelung der Bundesmittel für Ganztagsausbau

Bildungsministerin Anja Karliczek will deutlich mehr Bundesmittel für den geplanten Ausbau der Ganztagsbetreuung an Grundschulen ausgeben. "Ich könnte mir vorstellen, die bisher vorgesehenen Mittel des Bundes zu verdoppeln", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". Der Bund will den Ländern bisher zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um in den Ausbau der Ganztagsplätze zu investieren.

Bundesländer sowie Städte und Gemeinden hatten aber mehr Geld gefordert. Von 2025 an sollen nach dem Willen der großen Koalition alle Kinder in Deutschland von der ersten bis zur vierten Klasse einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben. Der Ausbau von Räumlichkeiten und Gebäuden wird Schätzungen zufolge fünf bis sieben Milliarden Euro kosten.

"Momentan zeigt sich doch wie unter einem Brennglas, wie wichtig es ist, die Schülerinnen und Schüler gut zu betreuen, wenn die Eltern berufstätig sind», sagte Karliczek. «Mit der Ausweitung des Ganztagsprogramms möchte ich den Familien neue Perspektiven für die Zeit nach der Pandemie geben."

24.5.2020 • 08:39 Uhr

Türkei erwartet Aufhebung der Reisewarnung

Die türkische Regierung erwartet, dass Deutschland die weltweite Reisewarnung noch vor den Sommerferien auch für die Türkei aufhebt. Das Land sei von Mitte Juni an bereit, Touristen aus dem Ausland zu empfangen, sagte der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin. "Alle notwendigen Vorkehrungen werden seitens der zuständigen Behörden getroffen. Wir sind davon überzeugt, dass die Bundesregierung all dies in Betracht zieht und sich dementsprechend entscheidet."

Die weltweite Reisewarnung gilt noch bis zum 14. Juni. Danach will Außenminister Maas sie für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise ersetzen. Wie mit Ländern außerhalb der EU verfahren wird, ist noch unklar. Die Türkei ist nach Spanien und Italien die Nummer 3 unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen.

"Es ist offensichtlich, dass wir im Gegensatz zu vielen anderen Ländern die Covid-19-Krise erfolgreich überwinden", sagte Aydin. Die Wiederaufnahme des Flugverkehrs sei bereits in Vorbereitung. Mit Beginn der Auslandsflüge sollen die Quarantänebestimmungen wegfallen. Stattdessen würden Reisende bei Ankunft auf Corona getestet.

24.5.2020 • 08:32 Uhr

"BamS": Söder macht bei Kabinettsumbildung Rückzieher

Die von CSU-Chef Markus Söder bis zur Jahresmitte geforderte Umbildung des Bundeskabinetts ist offenbar vom Tisch. "Die Frage einer Kabinettsumbildung stellt sich inmitten der Corona-Krise nicht", berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Aussagen aus der CSU-Spitze. Die Bundesregierung habe momentan höchstes Ansehen "und die CSU-Minister leisten sehr gute Arbeit".

Der bayerische Regierungschef hatte Anfang Januar gesagt, sollte die Regierung bis 2021 im Amt bleiben, sei es wichtig, über eine Verjüngung und neue Leute neuen Schwung hinein zu bringen. "Wir sollten daher bis Mitte des Jahres das Regierungsteam verjüngen und erneuern."

Freuen dürften sich über Söders Sinneswandel jetzt besonders die drei CSU-Minister in Merkels Kabinett: Eine Verjüngung hätte vor allem Innenminister Horst Seehofer (70) und Entwicklungsminister Gerd Müller (64) treffen können, hieß es. Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (45) dürfe trotz Mautdebakel und Untersuchungsausschuss weitermachen.

24.5.2020 • 08:24 Uhr

"New York Times" erinnert auf Titelseite an Corona-Tote

Während sich die USA der Marke von 100.000 Corona-Toten nähern, hat die "New York Times" (NYT) am Sonntag auf ihrer Titelseite unter Nennung von Namen an 1000 der Verstorbenen erinnert. "Die 1000 Menschen hier spiegeln nur ein Prozent der Todesfälle wider, keiner von ihnen war nur eine Zahl", schrieb das Blatt in einer kurzen Einführung auf der Titelseite, die ausschließlich aus Text bestand."

"Ich wollte etwas, auf das die Menschen noch in hundert Jahren zurückblicken, um das Ausmaß zu verstehen, das wir gerade durchleben", erklärte "NYT"-Ressortleiter Marc Lacey. Die USA sind weltweit mit Abstand das am schwersten von der Pandemie betroffene Land. Bis Samstagabend wurden 1,6 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 97.000 Todesfälle registriert. Die Marke von 100.000 Toten dürfte in den kommenden Tagen erreicht werden.

24.5.2020 • 08:08 Uhr

Vor Urlaubssaison: Mediziner warnen vor zweiter Corona-Welle

Mit Blick auf fortschreitende Lockerungen und die bevorstehende Urlaubszeit erinnern Experten an das Risiko eines erneuten Anstiegs von Corona-Neuinfektionen. Aktuell sähen die Infektionszahlen zwar gut aus, sagte der Arzt und Gesundheitsforscher Max Geraedts von der Universität Marburg. Wenn Menschen jedoch wieder vielerorts eng zusammenkämen, etwa in Bars, könnte das dennoch ausreichen, "um wieder einen starken Anstieg loszutreten".

Gerade die Reisezeit berge zudem das Risiko, dass sich das Virus noch flächendeckender ausbreite als bislang schon, erklärte Geraedts - also auch an Orte, die bislang verhältnismäßig verschont geblieben sind.

Auch Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen erklärte: "Wenn man sich veranschaulicht, dass nur ein sehr geringer Bevölkerungsanteil bisher immun sein dürfte, so ist klar, dass das Virus sich schnell auch wieder ausbreiten kann, wenn die Bedingungen dafür stimmen." Gleichzeitig verwies auch er darauf, dass die Infektionszahlen derzeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in Reiseländern im Mittelmeerraum rückläufig seien.

24.5.2020 • 07:56 Uhr

Wirtschaftsweisenchef zu Konjunkturpaket: "Kein Freibier für alle"

Der Chef der Wirtschaftweisen, Lars P. Feld, hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, beim geplanten Konjunkturprogramm mit Augenmaß zu vorzugehen. "Es darf kein Freibier für alle geben", sagte er. Der Staat dürfe finanziell nicht überfordert werden. Deswegen sollten die Mittel möglichst effektiv eingesetzt werden - dort, wo jeder Euro am meisten bringe.

Pläne für einen Familienbonus lehnte Feld ab. "Ein Familienbonus oder auch Konsumgutscheine würden verpuffen." Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berät die Bundesregierung.

24.5.2020 • 05:45 Uhr

Städtetagspräsident warnt vor Innenstadtsterben

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung (SPD), befürchtet angesichts der Corona-Krise eine dramatische Veränderung der Innenstädte durch Einzelhandelspleiten. "Das ist eine unserer größten Sorgen", sagte der Leipziger Oberbürgermeister dem Berliner "Tagesspiegel". Diese Krise betreffe gerade die Innenstädte besonders schwer.

"Handel, Gastronomie, Kultur, einfach alles." Er könne keine Prognose abgeben, wie lange Kaufhäuser und Kleinhändler diese Krise noch durchhalten könnten, sagte Jung. Es sei schrecklich bequem, nur noch im Internet Dinge zu bestellen. Andererseits bleibe "die Sehnsucht nach Begegnung und danach, das, was man kaufen will, auch anzufassen und auszuprobieren.

Um Geschäfte vor dem Kollaps zu bewahren, sei es wichtig, wieder mehr Wohnen und Arbeiten in der Innenstadt zu ermöglichen.

24.5.2020 • 05:35 Uhr

Fast 1000 neue Todesopfer in Brasilien

In Brasilien steigt die Zahl der Toten in Verbindung mit dem Coronavirus weiter deutlich. 965 Opfer wurden am Samstag registriert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit erhöht sich die Gesamtzahl auf 22.013. Nach Angaben des Ministeriums gibt es jetzt 347.398 bestätigte Infektionsfälle, 16.508 mehr als am Freitag. Nur in den USA wurden bislang mehr gezählt.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist wegen seines Umgangs mit dem Ausbruch zuletzt heftig kritisiert worden. Seine Umfragewerte sind deutlich gesunken.

24.5.2020 • 05:28 Uhr

Schäuble: Demos zeigen offene Gesellschaft

Die Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen zeigen nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, "dass unsere Gesellschaft eine offene ist". "Unsere Demokratie, unser Rechtsstaat funktionieren", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag".

"Es ist gut, wenn sich der Wunsch artikuliert, etwa die Meinungsfreiheit zu erhalten. Dass sich in solche Demonstrationen mitunter auch Personen mit abstrusen Theorien begeben, lässt sich nicht verhindern." Niemand sei vor "dem Beifall von der falschen Seite" sicher. Er rate jedoch jedem, "der zu unserem Grundgesetz steht, zu Extremisten Abstand zu halten, um sich nicht auf die eine oder andere Art anzustecken".

24.5.2020 • 05:26 Uhr

Industrie fordert Abbau staatlicher Vorgaben

Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert zur Wiederbelebung der Wirtschaft in der Corona-Krise weniger Bürokratie. Es sei ein deutlicher Abbau staatlicher Vorgaben nötig, heißt es in einem Forderungskatalog, der der "Welt am Sonntag" vorliegt. Als Beispiele nannte der Verband Regelungen im Energie-, Wettbewerbs-, und Umweltrecht.

Neben dringend notwendigen finanziellen Hilfen für Firmen gebe es sowohl kurzfristige als auch dauerhafte Entlastungsmöglichkeiten bei der Bürokratie. Die Bundesregierung sollte den Nationalen Normenkontrollrat beauftragen, die 100 größten bürokratischen Lasten bei einem Neustart zu identifizieren, um diese kurzfristig auszusetzen und mittelfristig im parlamentarischen Verfahren abzubauen.

24.5.2020 • 05:01 Uhr

RKI meldet 431 Neuinfektionen und 31 Todesfälle

Das Robert Koch-Institut meldet 431 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 178.281, wie das RKI mitteilt.

Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 31 auf 8247 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 160.300. Das sind rund 500 mehr als am Vortag.

24.5.2020 • 04:57 Uhr

Göring-Eckhardt warnt vor "Entgleiten" der Corona-Situation

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat die Bundesländer aufgerufen, ihre Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus immer wieder auf die Wirksamkeit hin zu überprüfen. "Viele von ihnen haben die Lockerungen vorangetrieben", sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Sie müssen jetzt aufpassen, dass uns die Situation nicht entgleitet."

Damit reagierte sie auf jüngst bekanntgewordene Infektionsfälle nach Gottesdienst- und Restaurantbesuchen. "Die Fälle zeigen: Wir müssen weiterhin wachsam sein", sagte sie. Entscheidend sei, dass überall die Hygienekonzepte sorgsam eingehalten werden und auch ausreichend Testkapazitäten vorhandenen sind.

24.5.2020 • 04:45 Uhr

Lufthansa will offenbar Streckennetz ab Juni wieder ausbauen

Die wegen der Corona-Pandemie angeschlagene Lufthansa will einem Zeitungsbericht zufolge ihr Streckennetz ab Juni wieder ausbauen. In der zweiten Monatshälfte sollen allein aus Frankfurt rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Konzernkreise. Darunter befänden sich Heraklion, Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Mallorca solle deutlich häufiger angeflogen werden.

Mit dem neuen Juni-Flugplan sollen 80 Flugzeuge reaktiviert werden. Dem Bericht zufolge sind am Monatsbeginn konzernweit dann 160 von insgesamt 760 Maschinen im Einsatz. Die Lufthansa ist wegen der  Reisebeschränkungen auf Unterstützung vom Staat angewiesen, der dem Konzern mit insgesamt neun Milliarden Euro unter die Arme greifen will. Entsprechende Verhandlungen sollen kurz vor dem Abschluss stehen.