Carsten Watzl im TT-Gespräch
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Immunologe: Omikron-Variante überraschend ++

Stand: 27.11.2021 23:11 Uhr

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Watzl, hat sich verwundert über das Auftreten der komplett neuen Omikron-Variante gezeigt. Auch in Italien gibt es einen ersten Omikron-Fall. Die Entwicklungen vom Samstag zum Nachlesen.


  • Mehrere Omikron-Verdachtsfälle in den Niederlanden
  • PCR-Test und Quarantäne für alle Einreisenden nach Großbritannien
  • Zwei Omikron-Fälle in Bayern
  • Leopoldina empfiehlt sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen
  • 67.125 neue Fälle, Inzidenz steigt weiter auf 444,3
  • Hongkongs Omikron-Infizierte mit auffälliger Viruslast
27.11.2021 • 23:10 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute beenden wir den Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

27.11.2021 • 22:35 Uhr

Erster Omikron-Verdachtsfall im österreichischen Tirol

In Österreich gibt es den ersten Omikron-Verdachtsfall. Wie das Land Tirol mitteilte, liegt ein mit einer Südafrikareise assoziiertes positives PCR-Testergebnis im Bezirk Schwaz vor. Es bestehe ein konkreter Verdacht, dass es sich um die neue Virus-Mutation handeln könnte. Von der Infektion betroffen sei eine Person, die nach einer Südafrika-Reise positiv auf Covid-19 getestet wurde. Die betroffene Person weise derzeit keine Symptome auf.

27.11.2021 • 22:33 Uhr

Österreich: Zehntausende protestieren gegen Impfpflicht

Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen und die geplante Impfpflicht sind in Österreich rund 40.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die größte der Demonstrationen fand in Graz statt. Die Polizei berichtete von bis zu 30.000 Teilnehmern, die mit Sprechchören wie "Friede, Freiheit, keine Diktatur" durch Österreichs zweitgrößte Stadt zogen.

Auch in St. Pölten, Klagenfurt und Innsbruck kam es zu größtenteils friedlichen Versammlungen. Viele Menschen wurden jedoch angezeigt, weil sie keine Masken trugen. Die Regierung in Wien will im Februar eine allgemeine Impfpflicht einführen. Ein Gesetzesentwurf mit Details der Regelung soll in der zweiten Dezemberwoche vorgelegt werden.

Seit vergangenem Montag gilt im ganzen Land ein Lockdown. Bereits am vorigen Wochenende kam es wegen der Maßnahmen in Wien zu Massendemonstrationen. In Österreich sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz seit einigen Tagen leicht auf zuletzt 1030 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

27.11.2021 • 22:00 Uhr

Immunologe Watzl von Omikron-Variante überrascht

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, hat sich verwundert über das Auftreten der komplett neue Omikron-Variante gezeigt. Zwar sei eine neue Mutation nur eine Frage der Zeit gewesen, allerdings seien Experten eher davon ausgegangen, dass die nächste Variante von der Delta-Variante abgeleitet sein würde. "Dass jetzt eine komplett neue Variante aufgetreten ist, ist schon ein bisschen überraschend", sagte Watzl im Interview mit den tagesthemen.

Man könne noch nicht genau sagen, wieviel gefährlicher die neue Omikron-Variante sei, so der Immunologe. "Wir wissen, dass Omikron mehr Mutationen hat und zwar Mutationen, die wir schon in anderen Varianten teilweise gesehen haben.“ Um sagen zu können, welche Wirkung diese Mutationen jetzt in der Kombination haben, brauche man noch mehr Daten, so Watzl.

Allerdings sei es weiterhin wichtig sich impfen zu lassen. "Die Impfstoffe sind sicherlich nicht nutzlos", so Watzl. Zwar könne der Schutz vor der Infektion mit Omikron abgeschwächt sein, aber der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf sei noch immer "sehr, sehr hoch".

27.11.2021 • 20:43 Uhr

Einige Omikron-Verdachtsfälle in den Niederlanden

Unter den 61 Flugreisenden aus Südafrika, die auf dem niederländischen Flughafen Schiphol positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, sind nach Angaben der niederländischen Behörden "wahrscheinlich" auch Menschen mit der neuen Virus-Variante Omikron. "Die Omikron-Variante ist wahrscheinlich bei einigen getesteten Menschen gefunden worden", teilte das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) mit. Es würden weitere Analysen vorgenommen, um das endgültig zu klären.

Nach Angaben der niederländischen Gesundheitsbehörde kamen die Passagiere mit zwei Flügen aus Südafrika an. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben. Die positiv Getesteten wurden demnach in einem Quarantänehotel nahe des Flughafens untergebracht.

27.11.2021 • 19:59 Uhr

Omikron-Fall in Italien bestätigt

Nach Angaben der Behörden ist auch in Italien ein erster Fall einer Infektion mit der Omikron-Variante bestätigt worden. Die Probe sei in einem Labor in Mailand untersucht worden. Sie stamme von einem Reisenden, der zuvor in Mosambik war. Der Patient befinde sich in guter körperlicher Verfassung.

27.11.2021 • 19:56 Uhr

Unzulässige Impfaktion am Flughafen Lübeck

Am Flughafen Lübeck haben Polizei und Stadt eine unzulässige Impfaktion mit großem Andrang beendet. Es bestehe der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist und damit eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz darstellt, teilte die Polizeidirektion Lübeck am Abend mit. 50 Personen seien wahrscheinlich damit geimpft worden, bevor die Aktion von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst gestoppt worden sei.

Geimpft wurde den Angaben zufolge in einem zu diesem Zweck hergerichteten Büroraum. Flugverkehr gab es nicht. Die Beamten stellten Impfproben, genutzte Spritzen sowie Impflisten sicher und nahmen von den anwesenden Personen die Personalien auf. Weitere Detailangaben würden zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht, hieß es weiter. Diese würden in der kommenden Woche nach Absprachen der beteiligten Ämter und Behörden folgen.

Der Flughafen gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker, der einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat. Im April 2020 hatte sein Büro bestätigt, dass er diesen im Selbstversuch erforscht.

27.11.2021 • 19:01 Uhr

Bayern: Zwei Infektionen mit Omikron-Variante bestätigt

In München sind die ersten beiden Fälle der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Die Betroffenen hätten selbst vorausschauend eine Untersuchung auf die Virusvariante veranlasst, nachdem sie aus den Medien von der Gefahr erfahren hätten.

Das bayerische Gesundheitsministerium forderte Fluggäste, die mit demselben Flug am 24. November aus Südafrika gekommen sind, auf, sich umgehend bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Alle Personen, die in den vergangenen 14 Tagen aus Südafrika eingereist seien, sollten sofort ihre Kontakte reduzieren, einen PCR-Test unter Angabe ihrer Reisegeschichte machen und umgehend das Gesundheitsamt kontaktieren.

27.11.2021 • 18:55 Uhr

PCR-Test und Quarantäne für Großbritannien-Einreise

Angesichts der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus verschärft Großbritannien seine Regeln für Einreisende aus aller Welt. Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson mitteilte.

27.11.2021 • 17:36 Uhr

Fauci: Omikron könnte in USA sein - aber noch kein Fall gemeldet

Der US-Immunologe Anthony Fauci hält es für möglich, dass die als besorgniserregend eingestufte Omikron-Variante bereits in den USA ist. "Es würde mich nicht überraschen, wenn es so ist", sagte er im US-Fernsehen. Allerdings seien bisher noch keine entsprechenden Fälle gemeldet worden. Es sei letztlich fast unvermeidlich, dass sich die Variante auf der ganzen Welt ausbreite. Reiseeinschränkungen könnten lediglich Zeit verschaffen, um mehr über die Variante zu erfahren, so der Präsidenten-Berater.

Auch die US-Regierung schränkt wegen der neuen Variante des Coronavirus Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas ein. Betroffen sind laut Weißem Haus ab Montag Einreisen aus Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botswana, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. Von den Beschränkungen ausgenommen seien einreisende US-amerikanische Staatsbürger, Menschen mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung und andere Ausnahmefälle.

27.11.2021 • 17:21 Uhr

Hessen: Am Montag Näheres zu Omikron-Verdacht erwartet

Bei dem Omikron-Verdachtsfall in Hessen erwartet das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt genauere Erkenntnisse am Montag. Dann werde mit der vollständigen Sequenzierung gerechnet, teilt die Behörde mit. Das Gesundheitsamt stehe in engem Kontakt mit der Virologin Sandra Ciesek, die sich damit befasse, mit der betroffenen Person und mit dem Frankfurter Flughafen, wo nun alle Reisenden aus Südafrika und Namibia bei der Ankunft getestet würden. Der Omikron-Verdachtsfall sei bei einem Routineverfahren festgestellt worden. Ciesek habe dabei mehrere typische Merkmale der neuen Coronavirus-Variante ermittelt.

27.11.2021 • 17:19 Uhr

Spahn: Kommende Woche 14 Millionen Impfdosen verfügbar

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Kritik der Länder und von Ärzten an angeblich unzureichenden Impfstoff-Lieferungen zurückgewiesen. Diese Woche seien sieben Millionen Impfdosen ausgeliefert und 3,5 Millionen Menschen geimpft worden. Am Montag und Dienstag liefere der Bund weitere zehn bis elf Millionen aus. Dann stünden rund 14 Millionen Dosen zur Verfügung.

Es könne trotzdem vorkommen, dass es lokal aus logistischen Gründen nicht so viel Impfstoff wie gewünscht gebe. Allerdings hätten einige Länder die seit April bestehende wöchentliche Bestellfrist bis Dienstagmittag für die Folgewoche verpasst.

27.11.2021 • 17:14 Uhr

Berlins Gesundheitssenatorin fordert Bundesnotbremse

Angesichts anhaltend steigender Infektionszahlen und dem Ausbruch der neuen Virus-Variante hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) von der Bundesregierung ein schnelles Eingreifen gefordert. "Ich fordere den Bund auf, eine Bundesnotbremse einzusetzen", sagte Kalayci der "Berliner Morgenpost". Damit sollen Maßnahmen wie etwa das Verbot von Großveranstaltungen bundesweit durchgesetzt werden. 

Kalayci appellierte an die Berlinerinnen und Berliner, Großveranstaltungen vor allem in Innenräumen zu meiden, um das Ansteckungsrisiko zu senken. In Berlin trat ihren Angaben zufolge bislang kein Fall der neuen gefährlichen Virus-Variante Omikron auf.

27.11.2021 • 17:12 Uhr

Nonnemacher: Infektionsschutzgesetz nachschärfen

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat den Bund aufgefordert, das Infektionsschutzgesetz nachzuschärfen. Es müsse ganz dringend gegengesteuert werden, sagte sie dem rbb. Brandenburg sei in 14 Tagen mit den Kapazitäten in den Krankenhäusern am Ende. Die Landesregierung habe mit ihrer jüngsten Verordnung die Elemente des alten Infektionsschutzgesetzes ausgeschöpft.

Nonnemacher sprach von Hotspot-Strategien, Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren für Ungeimpfte. Das sei aber nur noch bis zum 15. Dezember möglich, so die Grünen-Politikerin. Denn das neue Infektionsschutzgesetz biete diese Möglichkeiten dann nicht mehr. Es müsse aber jetzt zu einer massiven Reduktion von Kontakten kommen.

27.11.2021 • 16:57 Uhr

Impfallianz: Zeichen für ungerechte Vakzin-Verteilung

Die neue Corona-Variante Omikron unterstreicht aus Sicht der globalen Impfallianz Gavi den Mangel an Impfdosen in vielen Teilen der Welt. Solange große Teile der Weltbevölkerung ungeimpft blieben, könne das Virus mutieren und sich so die Pandemie verlängern, sagte Gavi-Chef Seth Berkley. "Wir werden die Entstehung von Varianten nur verhindern können, wenn wir alle Menschen auf der Welt schützen, und nicht nur die Reichen", fügte er hinzu.

Omikron wurde im November in Südafrika entdeckt. Dort liegt die Rate der vollständig geimpften Erwachsenen noch unter 36 Prozent. In Deutschland liegt sie bei 79 Prozent, im EU-Schnitt bei 77 Prozent.

27.11.2021 • 16:52 Uhr

Spahn erwägt lange Einschränkungen für Ungeimpfte

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Corona-Pandemie lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel gebracht. Der CDU-Politiker sagte, er sei grundsätzlich skeptisch, was eine allgemeine verpflichtende Impfung angehe. Eine Alternative, die zu diskutieren sei, sei durchgängig 2G für alle Lebensbereiche, also Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene. Das sei eine Option, die besprochen werden müsse.

Der geschäftsführende Gesundheitsminister, Jens Spahn | dpa

Laut Gesundheitsminister Spahn müsse man darüber nachdenken, die 2G-Regel auf nahezu alle Lebensbereiche ausweiten, also Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene. Bild: dpa

"Wir sehen ja alle, was los ist in diesem Land, weil elf Millionen Erwachsene sich haben noch nicht überzeugen lassen. Und darunter leiden jetzt alle", sagte Spahn. Deutschland sei wahrscheinlich in der "schwersten" und "dramatischsten" Zeit dieser Pandemie. Man müsse nur den Blick richten nach Sachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg und in viele Kliniken. Die Welle werde weiter gen Westen gehen. Die Frage sei, wie hoch die Welle werde. "Das haben wir in der Hand."

27.11.2021 • 16:41 Uhr

Experten: Impfung und Booster auch bei Omikron wichtig

Auch wenn die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe bei der neuen Corona-Variante Omikron nach bisher bekannten Daten geringer sein könnte: Die Impfung bleibt auch in diesem Fall die beste Option, wie Experten betonen. "Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei null an, wenn sie sich mit einer neuen Variante infiziert haben", sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI). Sie hätten auf jeden Fall schon einen gewissen Impfschutz, das sei entscheidend zu wissen.

Zwar gebe es bei Omikron viele Veränderungen an Stellen, an denen gerade die besten Antikörper binden können, sagte Leif Erik Sander, Immunologe an der Charité Berlin. "Aber unser Körper bildet eine Unmenge an verschiedenen Antikörpern." Hinzu kämen spezielle Zellen der Immunabwehr, die in der Regel ganz andere Stellen erkennen als die Antikörper. Gerade bei der zellulären Immunität sei er sehr optimistisch, dass sie auch bei Omikron greife - und das sei die, die den Körper schütze, wenn das Virus in die Lunge eindringe und dort zu schwerem Lungenversagen führen könnte.

Das Level an Immunität könne durch die Booster-Impfungen generell noch einmal sehr stark angehoben werden - was auch gegen Varianten helfe, führte der Infektionsimmunologe weiter aus. "Die Booster bleiben wichtig, gerade auch bei den Varianten." Für eine genaue Einschätzung speziell zu Omikron fehlten bislang noch Daten - noch sei daher auch unklar, ob eine Anpassung der Impfstoffe nötig werde.

27.11.2021 • 16:12 Uhr

2G seit heute im Berliner Einzelhandel - Einbußen erwartet

Der Berliner Einzelhandel erwartet deutliche Umsatzeinbußen angesichts der seit heute in der Hauptstadt geltenden strengeren Corona-Regeln. "Wir verzeichnen bereits Frequenzrückgänge", sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. In Berlin ist heute - dem ersten Adventswochenende - die 2G-Regelung auch im Handel in Kraft getreten: Zu den meisten Geschäften haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt, ausgenommen sind unter anderem Supermärkte, Drogerien und Apotheken.

Busch-Petersen rechnet für die Berliner Händler mit Umsatzeinbußen von 15 bis 30 oder 40 Prozent. Zugleich erneuerte er seine Kritik an der Umsetzung der 2G-Regel wegen der Folgen für die Beschäftigten: "Die Mitarbeitenden müssen die Hilfspolizei geben und bei der Kontrolle die Konfrontationen mit Kunden aushalten."

27.11.2021 • 15:47 Uhr

Holetschek für schnelle Bund-Länder-Runde

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), spricht sich angesichts neuer Forderungen der Wissenschaftsakademie Leopoldina für ein schnelles Bund-Länder-Treffen aus. Die Äußerungen des wissenschaftlichen Beratergremiums könnten nicht ignoriert werden, sagte Holetschek der Nachrichtenagentur dpa. "Ich bin immer dafür, auf die Wissenschaft zu hören". Das sei ein Weckruf par excellence der Leopoldina. Der Bund müsse dieses Signal nun unverzüglich aufnehmen.

Die Leopoldina empfiehlt sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen, auch für Geimpfte und Genesene.

27.11.2021 • 15:38 Uhr

Laut Fachverband impfen jetzt etwa 100.000 Ärzte

Die Zahl der Ärzte, die sich an der Corona-Impfkampagne beteiligen, ist nach Angaben von Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands, drastisch gestiegen. Mittlerweile würden etwa 100.000 Ärzte impfen. Das seien mehr als auf dem Höhepunkt der Impfkampagne im Frühjahr und Sommer, sagt Heinrich. Die Impfkampagne werde in den kommenden ein, zwei Wochen an Fahrt gewinnen.

27.11.2021 • 15:28 Uhr

Geltungsdauer des Corona-Impfpasses soll verkürzt werden

Die bislang auf ein Jahr angelegte Gültigkeitsdauer des digitalen Corona-Impfzertifikats soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkürzt werden. Da der Impfschutz nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach einigen Monaten nachlasse, stehe nun eine Entscheidung darüber an, "dass dieses digitale Impfzertifikat angepasst wird an die tatsächliche Schutzwirkung", sagte Spahn bei einer Online-Veranstaltung seines Ministeriums in Berlin.

Die Verkürzung werde aber "nicht über Nacht" erfolgen, beteuerte Spahn. "Wir werden das so machen, dass jeder seine Auffrischungsimpfung hat kriegen können, um das Zertifikat zu verlängern." In der Frage der Verkürzung strebe er eine EU-weit abgestimmte Regelung zur Geltungsdauer des Digitalnachweises an.

27.11.2021 • 15:26 Uhr

Großbritannien meldet zwei Omikron-Fälle

In Großbritannien ist nach Regierungsangaben ebenfalls die Omikron-Variante festgestellt worden. Es handle sich um zwei Fälle, die miteinander im Zusammenhang stünden, teilte Gesundheitsminister Sajid Javid mit. Beide Personen befänden sich nun in häuslicher Isolation. Die Fälle würden noch näher untersucht.

27.11.2021 • 15:23 Uhr

Vakzin-Versorgung laut Spahn auch bei Omikron-Ausbreitung gesichert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält die Versorgung mit Corona-Impfstoff auch dann für gesichert, falls sich die Virusvariante Omikron in Europa ausbreitet. Die EU habe für die kommenden beiden Jahre insgesamt zwei Milliarden Impfdosen bestellt - diese Bestellmenge sei auch dann gesichert, wenn der Impfstoff zum Kampf gegen die Omikron-Variante verändert werden müsse, sagte Spahn bei einer Online-Expertenbefragung seines Ministeriums in Berlin. "Wir haben Produktionskapazitäten, falls man den Impfstoff anpassen müsste", sagte Spahn. "Das ist genug, um Europa fast fünf Mal zu impfen."

27.11.2021 • 14:57 Uhr

Omikron-Verdachtsfall war vollständig geimpft

Die über den Frankfurter Flughafen eingereiste Person mit dem Verdacht einer Infektion mit der neuen Omikron-Variante war vollständig geimpft. Sie sei am 21. November aus Südafrika über den Frankfurter Airport ins Land gekommen, teilte das hessische Sozialministerium in Wiesbaden mit. Im Laufe der Woche habe die Person Symptome entwickelt und sich daraufhin testen lassen. Anschließend sei sie häuslich isoliert worden.

Mit dem Ergebnis der vollständigen Sequenzierung sei in den nächsten Tagen zu rechnen. Zum Zeitpunkt der Ankunft sei Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft gewesen.

27.11.2021 • 14:54 Uhr

Spahn-Appell: Praxen nicht mit verfrühten Booster-Anfragen belasten

Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn appelliert an die Bürger, nicht bereits zwei oder drei Monate nach der Zweitimpfung eine Auffrischungsimpfung zu verlangen. Solche Anfragen seien ein zunehmendes Problem in den ohnehin stark belasteten Arztpraxen.

Diesen Trend bestätigt Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands. Booster sollten sechs Monate nach der Zweitimpfung erfolgen. Einige Bundesländer bieten sie bereits nach fünf Monaten an.

27.11.2021 • 14:49 Uhr

Charite-Experte rechnet mit Vakzin-Wirksamkeit gegen Omikron

Der Charite-Immunologe Leif Erik Sander zeigt sich optimistisch, dass die bisherigen Corona-Impfstoffe auch gegen die Omikron-Variante wirken. Zwar könne man dies noch nicht abschließend sagen, weil dies noch erforscht werden müsse, sagt er bei einer Veranstaltung des Bundesgesundheitsministeriums. Aber er sei optimistisch, dass man bei dieser Variante "nicht bei Null" anfangen müsse.

27.11.2021 • 14:35 Uhr

Weitere Corona-Fälle bei Fortuna Düsseldorf

Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf hat die nächsten beiden Corona-Fälle im Team bekannt gegeben: Defensivspieler Matthias Zimmermann und der derzeit im Reha-Training befindliche Phil Sieben wurden positiv getestet. Beide Spieler sind doppelt geimpft und müssen sich nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben.

In dieser Woche waren bereits Innenverteidiger Jamil Siebert und Torhüter Florian Kastenmeier positiv getestet worden. Zudem hatte sich Mittelfeldspieler Thomas Pledl als enge Kontaktperson in häusliche Isolation begeben müssen.

27.11.2021 • 13:48 Uhr

Bayern verlegt weitere Patienten in andere Bundesländer

Das mit Corona-Intensivpatienten überlastete Bayern setzt seine Verlegungsflüge in andere Bundesländer fort. Nach Angaben aus dem Innenministerium sollten bis zum Abend zwei Patienten von München aus nach Hamburg und jeweils zwei nach Köln, Düsseldorf und Dortmund geflogen werden. Mit Krankenwagen sollten weitere drei Patienten von Schwaben aus ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz gebracht werden.

27.11.2021 • 13:44 Uhr

Experten wollen Patienten-Verlegungen ins Ausland nicht ausschließen

Die bisherigen Verlegungen von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands wegen der regionalen Überlastung von Intensivstationen reichen nach Ansicht des Grünen-Gesundheitsexperten Janosch Dahmen womöglich nicht aus. "Anhand der Neuinfektionszahlen müssen wir davon ausgehen, dass Hunderte Intensivpatienten verlegt werden müssen", sagte Dahmen der "Welt am Sonntag". Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, "werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig", fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu.

Hermann Schröder, der die Abteilung Krisenmanagement im baden-württembergischen Innenministerium sowie den Arbeitskreis Rettungswesen in der Innenministerkonferenz leitet, bestätigte, dass es bei den aktuell 80 Verlegungen lediglich um Fälle geht, "die jetzt notwendig" seien. "Wir können es aktuell nicht ausschließen, dass Patienten auch ins Ausland verlegt werden müssen", sagte er "Welt am Sonntag".

27.11.2021 • 13:17 Uhr

Leopoldina empfiehlt sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt angesichts des dynamischen Corona-Infektionsgeschehens sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen. "Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren", heißt es in einer veröffentlichten Stellungnahme.

"Aufgrund der nachlassenden Immunität müssten diese Maßnahmen vorübergehend auch für Geimpfte und Genesene gelten, die in dieser Zeit eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen." Die Impfkampagne müsse massiv verstärkt und eine Impfpflicht stufenweise eingeführt werden. Insgesamt sollten bis Weihnachten neben Erst- und Zweitimpfungen rund 30 Millionen Drittimpfungen ermöglicht werden, so die Leopoldina.

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche empfiehlt die Leopoldina vorgezogene Weihnachtsferien und regelmäßige Corona-Tests mindestens dreimal pro Woche. Während des gesamten Aufenthalts in den Schulen sollten Lehrer und Schüler aller Klassenstufen Masken tragen. "Eine Aussetzung der Präsenzpflicht und ein Wechselunterricht an Schulen sowie die Schließung von Kitas sollten möglichst vermieden werden."

27.11.2021 • 13:07 Uhr

Hans für schnelle MPK wegen Omikron-Verdachtsfalls

Angesichts eines Omikron-Verdachtsfalls in Deutschland hat sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eindringlich für eine schnelle Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ausgesprochen. Man stehe erneut vor einer "Stunde Null in der Pandemiebekämpfung", sagte Hans nach einer Mitteilung der Staatskanzlei in Saarbrücken. "Eine nationale Notlage erfordert den Schulterschluss aller Länder, sowie alter und neuer Bundesregierung."

Es brauche rasch bundeseinheitliche Maßnahmen zur Eindämmung, Engpässe bei der Bereitstellung von Impfstoff müssten mit aller Macht beseitigt werden, sagte Hans, "damit jetzt der Impf-Turbo gezündet werden kann von der Arztpraxis bis zu den Impfzentren". Auch Zahnärzte, Veterinäre und Apotheken müssten in die Impfkampagne einbezogen werden. "Es braucht eine Omikron-MPK mit geschäftsführender und neuer Bundesregierung - jeder Tag zählt", sagte Hans.

27.11.2021 • 12:59 Uhr

Oxford-Experte: Neuer Impfstoff wohl "sehr schnell" entwickelt

Der Mitentwickler des AstraZeneca-Impfstoffs, Andrew Pollard, geht davon aus, dass ein neuer Impfstoff gegen die Omikron-Variante des Coronavirus bei Bedarf "sehr schnell" entwickelt werden könnte. Er glaube, dass die vorhandenen Vakzine gegen die zuerst in Südafrika entdeckte neue Variante funktionieren sollten, sagte der Leiter der Oxford Vaccine Group der BBC. Dies werde sich aber erst nach weiteren Untersuchungen in den kommenden Wochen herausstellen.

Es sei äußerst unwahrscheinlich, dass es in einer geimpften Bevölkerung zu einem Neustart einer Pandemie kommt, sagte Pollard. Aber falls erforderlich, seien "die Verfahren zur Entwicklung eines neuen Impfstoffs zunehmend gut geölt, so dass man bei Bedarf sehr schnell handeln könnte".

27.11.2021 • 12:54 Uhr

Kanzlerkandidat Scholz kündigt konsequentes Handeln an

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der sich dramatisch zuspitzenden Corona-Pandemie konsequentes Handeln angekündigt. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagte Scholz in Frankfurt beim Bundeskongress der Jusos und sprach von "wieder neuen dramatischen Herausforderungen". Es gebe nichts, was nicht in Betracht genommen werde. Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Booster-Impfung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagte Scholz am Rande des Bundeskongresses.

27.11.2021 • 12:36 Uhr

Kommunalverbände in Niedersachsen für strengere Regeln

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen fordern der Niedersächsische Landkreistag und der Städte- und Gemeindebund strengere Maßnahmen. Im Visier haben sie vor allem Weihnachtsmärkte und Discos.

27.11.2021 • 12:32 Uhr

Mutmaßliche Impfzertifikats-Betrüger in Italien gestellt

Eine Bande in Italien soll Internetnutzer betrogen haben, die sich für gefälschte Corona-Impfzertifikate interessiert haben - jetzt sind Ermittler den mutmaßlichen Betrügern auf die Schliche gekommen. Eine Einheit gegen Internet-Kriminalität der Finanzpolizei machte die italienischen Staatsbürger in den Regionen Venetien, Ligurien, Apulien und auf der Insel Sizilien aus, wie die Guardia di Finanza mitteilte. Sie seien Administratoren eines Kanals im Messenger-Dienst Telegram gewesen. Hier seien Nutzern gefälschte Corona-Impfzertifikate für 100 Euro angeboten worden. Die Bezahlung sollte in Kryptowährungen erfolgen. Erhalten hätten die Kunden jedoch nichts, erklärte ein Ermittler.

Bei ihren Untersuchungen entlarvten die Polizisten das Netzwerk der kriminellen Bande und fanden zahlreiche Fotos von Personalausweisen und Gesundheitskarten sowie Chatverläufe. Ob die mutmaßlichen Täter festgenommen würden, sei noch unklar, da die Ermittlungen noch liefen.

27.11.2021 • 12:17 Uhr

Staatskanzlei-Chef bringt Lockdown für Ungeimpfte ins Spiel

Der Leiter der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, Nathanael Liminski (CDU), schließt strengere Corona-Regel für Ungeimpfte nicht aus. Im Interview mit dem "Bonner General-Anzeiger" sagte er: "Leider müssen wir der Realität ins Auge schauen, dass wir die vierte Welle alleine nicht mehr mit Auffrischungsimpfungen und mehr Tests aufhalten können. Auch einen Lockdown für Ungeimpfte schloss der Staatskanzlei-Chef nicht aus. "Wir können nicht auf Dauer damit leben, dass die gesamte Gesellschaft massive Einschränkungen hinnehmen muss, weil einige Leute sich nicht impfen lassen wollen." Wenn sich jemand bewusst gegen den Schutz einer Impfung entscheide, dann müsse er damit leben, dass an diese freie Entscheidung auch Folgen geknüpft seien.

27.11.2021 • 12:06 Uhr

Kapstadt-Passagiere haben Flughafen München verlassen

Die Passagiere, die am Freitagabend mit einem Lufthansa-Flug aus dem südafrikanischen Kapstadt in München angekommen sind, haben nach Angaben eines Sprechers den Flughafen allesamt verlassen. Zum Teil seien sie vom Flughafen aus in Länder des Nicht-Schengen-Raumes weitergereist. Ein weiterer Teil der Insassen des Lufthansa-Airbus 350, dessen rund 300 Sitzplätze fast voll besetzt gewesen seien, sei in München und Umgebung zu Hause oder im Hotel und befinde sich in Quarantäne. Einige Passagiere seien auch innerhalb des Schengen-Raumes vom Flughafen aus weitergereist. Entscheidungen über Infektionsschutzmaßnahmen müssten dann am Zielort getroffen werden.

Die Passagiere stellen nach Bekanntwerden der von der Weltgesundheitsorganisation WHO als besorgniserregend eingestuften Virusvariante Omikron, die erstmals im südlichen Afrika nachgewiesen worden war, einen Sonderfall dar. Es war der erste Flug, der nach Bekanntwerden der Problematik aus der Region München erreichte. Und es war gleichzeitig der letzte planmäßige Flug, der vor Inkrafttreten der neuen Regelungen zu Virusvariantengebieten landete. Nach Inkrafttreten dürfen die Fluggesellschaften im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen aus den fraglichen Ländern einfliegen.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte am Freitag für die ankommenden Passagiere aus Kapstadt strenge Test- und Quarantäne-Bestimmungen angeordnet. Alle in München nach Deutschland Einreisenden mussten sich einem PCR-Test unterziehen. Auch im Falle eines negativen PCR-Testergebnisses gilt eine 14-tägige Quarantäne.

27.11.2021 • 11:57 Uhr

Verdacht auf Omikron-Variante auch in Tschechien

Auch in Tschechien besteht der Verdacht, dass die Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten ist. Wie das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit mitteilt, ist eine Person betroffen, die sich in Namibia aufgehalten hat. Weitere Tests würden noch unternommen.

27.11.2021 • 11:55 Uhr

Ethikrat verteidigt Gleichstellung von Geimpften und Ungeimpften bei Behandlung

Andreas Lob-Hüdepohl, Sozialethiker und Mitglied des Deutschen Ethikrates, pocht darauf, dass bei Engpässen in Kliniken der Impfstatus einer Person und die Erfolgsaussichten keine Rolle spielten sollten. Auf die Frage, ob es gerecht sei, dass Ungeimpfte den Geimpften gleichgestellt werden, antwortete er im Bayerischen Rundfunk: "Das ist gerecht."

Es zähle ausschließlich die Dringlichkeit eines Behandlungsbedarfs, so Andreas Lob-Hüdepohl. "Ob ein Mensch im Vorlauf gut gelebt hat, schlecht gelebt hat, gefährlich gelebt hat, ungefährlich gelebt hat, ob er geraucht hat, getrunken, einen schwierigen Job gemacht hat, das ist unerheblich für medizinethische Behandlungsnotwendigkeiten." Ungeimpfte sollten gleichgestellt sein, "auch wenn uns das emotional querkommt", so der Sozialethiker.

27.11.2021 • 11:45 Uhr

Braun inzwischen offen für Impfpflicht

Angesichts rasant steigender Infektionszahlen und überlasteter Kliniken steht der CDU-Vorsitzkandidat Helge Braun der Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht offen gegenüber. Angesprochen auf die Aussage von Serap Güler, die er im Fall seiner Wahl zum CDU-Chef als Generalsekretärin vorschlagen will, sagte Braun der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", eine solche Pflicht werde sich wohl nicht vermeiden lassen. "Da hat sie leider recht."

Er fügte hinzu: "Ich befürchte, dass eine Impfpflicht gesellschaftlich spaltet. Aber eine nicht enden wollende Pandemie spaltet auch." Vor rund zwei Wochen hatte der geschäftsführende Kanzleramtsminister eine allgemeine Impfpflicht gegenüber "Welt am Sonntag" noch abgelehnt.

27.11.2021 • 11:06 Uhr

Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung geboostert

In Deutschland haben mehr als zehn Prozent der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung erhalten. Das entspreche 8,6 Millionen Dosen, teilt der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) per Twitter mit. Allein in den vergangenen fünf Tagen habe es 2,7 Millionen Booster-Impfungen gegeben. Zudem hätten sich rund 450.000 Menschen in dieser Woche doch noch zur ersten Impfung entschlossen.

27.11.2021 • 11:02 Uhr

Grünen-Gesundheitsexperte rechnet mit Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes

Angesichts der eskalierenden vierten Corona-Welle rechnen die Grünen mit einer erneuten Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes. "Die aktuelle Notlage ist sehr besorgniserregend. Es war und ist völlig klar, dass die beschlossenen Änderungen im Infektionsschutzgesetz allenfalls ein erster Schritt sein können", sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der "Rheinischen Post". Es sei offensichtlich, dass es bisher nicht gelungen sei, die Lage unter Kontrolle zu bringen. "Insofern sind weitreichendere Maßnahmen erforderlich", betonte Dahmen. "Bei der anstehenden Evaluation der bisherigen Beschlüsse werden für die besonders hart betroffenen Regionen wie in Bayern und Sachsen noch flächendeckendere und weitreichende Maßnahmen beschlossen werden müssen." Dabei plädierte er für ein regional angepasstes Vorgehen. Die Situation etwa in Schleswig-Holstein müsse von der in Bayern unterschieden werden.

27.11.2021 • 10:58 Uhr

Forscher befürchten Omikron-Welle unter Jüngeren in Südafrika

Die rasche Ausbreitung der Coronavirus-Variante Omikron unter jungen Menschen in Südafrika bereitet Forschern große Sorge. Es gebe eine "deutliche Veränderung im demografischen Profil" der Patienten mit Covid-19, berichtete Rudo Mathivha, Leiterin der Intensivstation des Baragwanath-Krankenhauses im Johannesburger Stadtteil Soweto in einem virtuellen Pressegespräch.

Junge Leute in ihren Zwanzigern und jene um die Ende 30 kämen mit mäßigem bis schwerem Krankheitsverlauf, einige müssten intensivmedizinisch versorgt werden. Rund 65 Prozent seien nicht geimpft, die meisten anderen hätten eine Teilimpfung erhalten.

Sie befürchte eine Überlastung des öffentlichen Gesundheitssystems angesichts der steigenden Fallzahlen, erklärte Mathivha. Es müssten dringend Vorkehrungen getroffen werden, damit Kliniken für den möglichen Ansturm von Intensivpatienten gerüstet seien. "Wir wissen, dass wir eine neue Variante haben", sagte die Medizinerin weiter. "Im schlimmsten Fall trifft es uns wie Delta", ergänzte sie mit Blick auf die Delta-Variante, auf die nahezu alle aktuellen Neuinfektionen weltweit zurückgeführt werden.

27.11.2021 • 10:43 Uhr

Hessische Behörden melden Omikron-Verdacht

Die hessischen Behörden gehen davon aus, dass die in Südafrika entdeckte neue Virusvariante "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits in Deutschland angekommen" ist. Kai Klose, Sozialminister in Hessen, schrieb auf Twitter: "Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika wurden gestern Nacht mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden. Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus."

27.11.2021 • 10:27 Uhr

Forderungen nach weiteren Einschränkungen

Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Corona-Infektionszahlen sowie den Sorgen vor der neuen Omikron-Variante hat der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, eine Absage von Großveranstaltungen sowie einen baldigen Lockdown in besonders betroffenen Gebieten gefordert. 

"Volle Fußballstadien und Großveranstaltungen gehen in dieser kritischen Phase der Pandemie nicht und setzen ein vollkommen falsches Signal", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Städtetagspräsident Markus Lewe sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wenn die Situation weiter außer Kontrolle gerät, führt kein Weg an erneuten Kontaktbeschränkungen vorbei." Rufe nach Verschärfungen kommen auch von Medizinern.

27.11.2021 • 10:17 Uhr

Tschechien: Erster Rückgang bei Neuinfektionen seit zwei Monaten

In Tschechien verzeichnen die Gesundheitsbehörden 20.315 Neuinfektionen binnen 24 Stunden - das ist der erste Rückgang im Wochenvergleich seit zwei Monaten. Vor einer Woche wurden in dem Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern noch 22.957 Neuinfektionen registriert.

Das Land weist eine der höchsten Infektionsraten weltweit auf. Seit Freitag sind auf Anweisung der Regierung Bars und Clubs geschlossen, Weihnachtsmärkte sind verboten. In den Krankenhäusern hat sich die Zahl der wegen Covid-19 behandelten Menschen verdoppelt. Viele Hospitäler haben bereits nicht zwingend notwendige Behandlungen abgesagt.

27.11.2021 • 10:11 Uhr

Niederlande: 61 Flugpassagiere aus Südafrika positiv getestet

In den Niederlanden sind 61 Flugpassagiere aus Südafrika positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Tests seien bei der Ankunft am Flughafen Schiphol in Amsterdam vorgenommen worden, teilte die niederländische Gesundheitsbehörde GGD mit. Die Passagiere kamen demnach mit zwei Flügen aus Südafrika an. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben. 

Am Donnerstag war in Südafrika die Entdeckung der neuen Coronavirus-Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 bekannt gegeben worden. Die niederländischen Behörden erklärten, die in Amsterdam positiv Getesteten würden in einem Quarantänehotel nahe des Flughafens untergebracht. Es werde nun untersucht, ob sie sich mit der neuen Virusvariante angesteckt haben.

27.11.2021 • 10:11 Uhr

Kretschmann schließt Lockdown für alle nicht mehr aus

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schließt angesichts der aktuellen Corona-Lage einen weiteren Lockdown auch für Geimpfte und Genesene nicht aus. Man müsse zwar immer verhältnismäßig agieren, sagte Kretschmann der "Schwäbischen Zeitung". Dies berge aber "immer die Gefahr, dass wir zu langsam sind". Kretschmann sprach sich für eine "rasche Ministerpräsidentenkonferenz" und "das volle Instrumentarium" aus dem Infektionsschutzgesetz aus: "Einen Lockdown für alle schließe ich nicht aus."

27.11.2021 • 09:56 Uhr

Virologin Protzer besorgt über Omikron-Variante

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die neue Coronavirus-Variante. B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer im Deutschlandfunk. Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper - das reiche dann aus, um auch Varianteviren "wegzuneutralisieren".

Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem "hochpushen". "Und dann - davon gehen wir alle aus - sollte das wieder ausreichen", sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

27.11.2021 • 09:49 Uhr

Union fordert rasche Benennung von Spahn-Nachfolger

Um inmitten der Corona-Krise eine bruchlose Übergabe der Amtsgeschäfte im Bundesgesundheitsministerium zu ermöglichen, fordern führende Unionspolitiker eine rasche Benennung des designierten Amtsnachfolgers von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Wir brauchen dringend einen klaren, sachkompetenten Ansprechpartner in der zukünftigen Regierung", sagte Noch- Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der "Bild"-Zeitung vom Samstag. Braun koordiniert die Corona-Politik der geschäftsführenden Bundesregierung von Union und SPD.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädiert für eine rasche Klärung der Personalie. Es brauche sofort ein Team aus altem und neuem Minister: "Die Ampel darf Corona nicht verschleppen, es droht ein nationales Corona-Drama", sagte er der Zeitung. Offiziell sollen die SPD-Minister Anfang übernächster Woche nach dem SPD-Parteitag am 4. Dezember benannt werden. 

27.11.2021 • 09:23 Uhr

Hongkongs Omikron-Infizierte mit ungewöhnlicher Viruslast

Die zwei bestätigten Omikron-Infizierten in Hongkong weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. "Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren", schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte.

Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter. Laut Angaben der Hongkonger Regierung wurde die Omikron-Variante des Coronavirus von einem Reisenden aus Südafrika eingeschleppt, der sich seit seiner Ankunft am 11. November in einem Quarantäne-Hotel befand. Am 13. November wurde er dann positiv getestet.

Es wird davon ausgegangen, dass der Mann trotz strenger Isolation einen 62-Jährigen im gegenüberliegenden Zimmer des Quarantäne-Hotels angesteckt hat. Dieser wurde am 18. November während seines vierten PCR-Tests positiv getestet. In beiden Fällen wurde bei einer späteren Genomsequenzierung deutlich, dass sie sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert hatten.

27.11.2021 • 08:59 Uhr

Timo Boll profitiert bei Tischtennis-WM von Corona-Fall

Tischtennis-Star Timo Boll ist nur noch einen Sieg von seiner ersten WM-Einzel-Medaille seit zehn Jahren entfernt. Bei den Weltmeisterschaften in Houston zog der Rekord-Europameister in der Nacht zu Samstag kampflos in die Runde der besten Acht ein, weil sich sein Achtelfinal-Gegner Wang Yang aus der Slowakei in eine Selbst-Quarantäne begeben hatte. Der 27-Jährige sei als Erstkontakt einer Person ermittelt worden, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, teilte der Weltverband ITTF mit.

27.11.2021 • 07:45 Uhr

EU-Abgeordnete fordert wegen Omikron Freigabe von Impfstoff-Patenten

Die neue Coronavirus-Variante Omikron hat die Diskussion um die Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe neu entfacht. "Die in Südafrika entdeckte Variante zeigt deutlich, dass wir die Patente für die Covid-Impfstoffe temporär freigeben müssen", sagte die Grünen-Politikerin und Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini, der Zeitung "Die Welt".  "Die EU ist der einzige große Wirtschaftsraum der Welt, der das bisher blockiert und bringt sich selbst weltweit in eine Außenseiterposition", kritisierte sie.

Die neue Variante zeige, "dass das Beharren auf dem Patentschutz uns auch in Europa im Kampf gegen Covid zurückwirft". Das Thema Patentfreigabe sollte die 12. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) dominieren, die ab Dienstag in Genf stattfinden sollte. Wegen der Ausbreitung der neuen Variante wurde das Treffen jedoch erst einmal abgesagt.

27.11.2021 • 07:37 Uhr

Brinkhaus: "Weihnachtsferien ein bis zwei Wochen früher"

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus dringt in der "Welt am Sonntag" auf weitere rasche Maßnahmen, um die vierte Corona-Welle zu brechen. "Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen, um die Kontakte zum Beispiel in den Schulen zu reduzieren." Notfalls müsse es auch einen Teil-Lockdown geben, sagt der CDU-Politiker. "Die Lage ist blitzgefährlich, die Lage ist akut. Wir müssen sofort handeln. Die Bundestagsfraktion der Union ist jedenfalls bereit, für zusätzliche Maßnahmen innerhalb von 24 Stunden zu einer Sondersitzung des Bundestages nach Berlin zu kommen."

27.11.2021 • 06:48 Uhr

Kanada plant harte Strafen für Proteste von Impfgegnern vor Kliniken

Kanada plant ein Gesetz, um Proteste gegen Impfungen in Krankenhäusern unter Strafe zu stellen. Generalstaatsanwalt David Lametti stellte am Freitag Pläne zu Änderungen des Strafgesetzbuchs vor, die bis zu zehnjährige Haftstrafen vorsehen, wenn Mitarbeiter des Gesundheitswesens beispielsweise eingeschüchtert oder an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden.

"Wir haben alle die Proteste während der Pandemie gesehen, auch in dieser Woche", sagte Lametti und wies auf "Covid-Leugner hin, die versuchen, Kinder davon abzuhalten, potenziell lebensrettende Impfstoffe zu erhalten". Er nannte es "verabscheuungswürdig und inakzeptabel", Beteiligte "einzuschüchtern, zu belästigen, zu behindern oder zu bedrohen".

27.11.2021 • 05:57 Uhr

Außenhandelspräsident Jandura warnt vor Reisebeschränkungen

Die deutsche Exportwirtschaft warnt vor Reisebeschränkungen für Geimpfte angesichts ausfallender Flüge wegen der neuen Corona-Variante Omikron. "Mit Sorge blicken wir auf die sich wieder verschärfende Corona-Situation. Eine Wiedereinführung der Reisebeschränkungen wäre für den Groß- und Außenhandel eine Katastrophe", sagt der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. Reisen zu Kunden und Lieferanten seien unerlässlich. Gerade in Zeiten, in denen es immer noch zu massiven Lieferengpässen komme, sei die Präsenz vor Ort entscheidend.

27.11.2021 • 04:51 Uhr

Bisher keine Omikron-Fälle in den USA entdeckt

In den Vereinigten Staaten sind bisher keine Fälle der in Südafrika entdeckten neuen Coronavirus-Variante festgestellt worden. Das teilt das US-Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention (CDC) mit. "Wir erwarten, dass Omikron schnell identifiziert wird, wenn es in den USA auftaucht", so das CDC in einer Erklärung.

27.11.2021 • 04:33 Uhr

Handelsverband für Impfpflicht

Der deutsche Einzelhandel hat sich für eine Impfpflicht ausgesprochen. "Gerade mit Blick auf die aktuell diskutierten erheblich einschränkenden Maßnahmen für die Gesellschaft und Wirtschaft muss eine Impfpflicht entsprechend verfolgt werden", schreibt der Handelsverband HDE in einem Brief an die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Geboten sei eine "zeitnahe Einführung einer verfassungskonform ausgestalteten allgemeinen Impfpflicht mit klar definierten Ausnahmen".

Bereits seit Monaten appelliert der Einzelhandel an seine Kunden, sich impfen zu lassen. Für eine Impfpflicht hatte er sich bisher allerdings nicht stark gemacht. Viele Bereiche des Einzelhandels waren wegen der angeordneten Geschäftsschließungen während der Lockdowns besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen.

27.11.2021 • 04:01 Uhr

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 444,3

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat 67.125 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind 3201 Fälle mehr als am Samstag vor einer Woche, als 63.924 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 444,3 von 438,2 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Zahl der in Deutschland im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen Menschen stieg um 303. Damit erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Corona-Todesfälle auf 100.779.

27.11.2021 • 03:33 Uhr

Städte- und Gemeindebund gegen Großveranstaltungen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Corona-Lage als "äußerst dramatisch" bezeichnet und Bund und Länder zu schärferen Maßnahmen aufgefordert. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Unser Gesundheitssystem kommt an seine Grenzen, die Infektionszahlen steigen ungebremst. Eine weitere, möglicherweise noch gefährlichere Virus-Variante ist in Südafrika erstmals aufgetreten. Volle Fußballstadien und Großveranstaltungen gehen in dieser kritischen Phase der Pandemie nicht und setzen ein vollkommen falsches Signal." Die bisher von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen reichten zur wirksamen Bekämpfung der Pandemie erkennbar nicht aus, so Landsberg.

27.11.2021 • 02:50 Uhr

Merz schließt Zustimmung zur allgemeinen Impfpflicht nicht aus

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz hat angesichts der dramatischen Corona-Lage eine allgemeine Impfpflicht nicht ausgeschlossen. "Wenn die heutigen Maßnahmen auch nicht ausreichen, dann kann ich meine Zustimmung zu einer allgemeinen Impfpflicht nicht ausschließen", sagte er der "Rheinischen Post". "Dass sich jemand nicht impfen lassen möchte, ist grundsätzlich Teil unserer freiheitlichen Ordnung. Aber in der gegenwärtigen Lage wird diese Haltung immer mehr zu einer Belastung der Freiheit derer, die sich impfen lassen."

27.11.2021 • 02:45 Uhr

Offenbar Dutzende Corona-Fälle auf Flügen nach Amsterdam

Laut den niederländischen Gesundheitsbehörden sind Dutzende von Menschen, die am Freitagabend mit zwei Flügen aus Südafrika in Amsterdam angekommen sind, wahrscheinlich mit dem Coronavirus infiziert. Nun werden alle Passagiere getestet, um herauszufinden, ob sie sich möglicherweise schon mit der kürzlich entdeckten Omikon-Variante angesteckt haben. "Von den positiven Testergebnissen untersuchen wir so schnell wie möglich, ob es sich um die neue Variante handelt", so die Gesundheitsbehörden. Rund 600 Fluggäste kamen mit zwei KLM-Flügen auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol an. Die niederländische Regierung hatte am Freitagmorgen bereits alle Flugreisen aus dem südlichen Afrika verboten. Reisende, die bereits auf dem Weg waren, wurden bei Ankunft getestet und danach in Quarantäne geschickt.

27.11.2021 • 02:40 Uhr

Montgomery für Absage von Weihnachtsmärkten

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine strikte Reduzierung der Kontakte, um die Infektionskurve wieder zu senken. "Wir sollten deswegen die Weihnachtsmärkte bundesweit schließen. Es bringt nichts, die Weihnachtsmärkte in der einen Region zu verbieten, wenn die Leute dann in eine andere fahren, wo sie noch geöffnet sind", sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. Länder und Kommunen sollten zudem zu Silvester größere Feiern, Feuerwerk und private Böllerei flächendeckend verbieten. "Das verhindert nicht nur Ansteckungen, sondern entlastet auch die Notfallambulanzen", sagt der Chef des Weltärztebundes. Wenn man die Inzidenzen nicht in den Griff bekomme, müssten die Länder auch wieder flächendeckend Betriebe schließen oder Ausgangssperren verhängen können.

27.11.2021 • 02:36 Uhr

WTO verschiebt Ministertagung wegen Omikron-Variante

Die Welthandelsorganisation (WTO) hat ihre erste Ministertagung seit vier Jahren wegen der neuen Coronavirus-Variante auf unbestimmte Zeit verschoben. Die WTO teilte mit, ihre Mitglieder hätten sich am späten Freitag darauf geeinigt, die Ministerkonferenz zu verschieben, nachdem der Ausbruch der neuen Variante zu Reisebeschränkungen geführt hatte, die viele Minister daran gehindert hätten, Genf zu erreichen. Ein neuer Termin wurde noch nicht festgelegt. WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala sagte, die Verschiebung bedeute nicht, dass die Verhandlungen eingestellt werden sollten. "Im Gegenteil, die Delegationen in Genf sollten voll und ganz in der Lage sein, so viele Lücken wie möglich zu schließen. Diese neue Variante erinnert uns einmal mehr an die Dringlichkeit der Arbeit, die uns aufgetragen ist", sagte sie in einer Erklärung.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. November 2021 um 15:00 Uhr.