Polizisten vor einem Impfzentrum in Moskau | REUTERS
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Neuer Höchststand an Todesfällen in Russland ++

Stand: 10.07.2021 21:52 Uhr

Russland verzeichnet 752 Corona-Tote - und damit einen neuen Höchststand. Österreichs Kanzler will trotz steigender Corona-Zahlen mehr Eigenverantwortung statt staatliche Kontrolle. Die Entwicklungen im Liveblog zum Nachlesen.

  • Mehr als 42 Prozent in Deutschland voll geimpft
  • Weltärztebund für vorsichtige Lockerungen
  • Österreich: Kurz appelliert an Eigenverantwortung
  • RKI meldet 952 Neuinfektionen
  • Niederlande verschärfen Maßnahmen
  • EU sieht Urlaubssaison nicht gefährdet
10.7.2021 • 21:51 Uhr

Ende des Liveblogs für heute

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

10.7.2021 • 21:24 Uhr

Berghain öffnet wieder seinen Garten

Berlins legendärer Techno-Club Berghain öffnet heute nach langer Corona-Pause wieder seine Türen - allerdings erst einmal nur zu seinem Garten, wie im vergangenen Sommer. Einlass auf das Außengelände gibt es laut Internet-Seite allein für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete. Ferner gelte im Clubgarten die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken. Die ersten Wartenden trugen schon am frühen Samstagnachmittag überwiegend schwarze Kleidung. Bei gutem Wetter soll der Garten an den Wochenenden geöffnet bleiben, mit wechselndem DJ-Programm.

Für Kunstinteressierte hat seit Juni bereits das Innere des Clubs wieder auf: In Zusammenarbeit mit der Boros Foundation zeigt das Berghain dort eine Kunstausstellung, in deren Zuge an der Außenfassade ein riesiges Banner mit den Worten "Morgen ist die Frage" prangt. Auf dem Gelände zu sehen ist auch die sich ständig ändernde Installation "Berl Berl" des Künstlers Jakob Kudsk Steensen, der eine Halle am Berghain in virtuelle Sumpflandschaft verwandelt hat.

Das Berghain in Berlin | dpa

Das Berghain in Berlin: Erst einmal darf nur im Garten getanzt werden. Bild: dpa

10.7.2021 • 19:58 Uhr

Algeriens Ministerpräsident in Quarantäne

Zwei Tage nach Abschluss seiner Regierungsbildung muss Algeriens neuer Ministerpräsident Ayman Benabderrahmane wegen einer Covid-19-Infektion in Quarantäne. Wie das Staatsfernsehen berichtet, wird er die Geschäfte aber online weiter führen. Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune beauftragt unterdessen die Regierung, angesichts steigender Infektionszahlen wieder eine Maskenpflicht sowie Abstandsregeln im ganzen Land einzuführen. Auch solle die Impfkampagne beschleunigt werden, ordnete der Präsident an. Das nordafrikanische Land hat bisher insgesamt gut 145.000 Corona-Infektionen und rund 3824 Todesfälle registriert.

10.7.2021 • 19:05 Uhr

Russland meldet 752 Todesfälle

Russland hat einen Höchststand bei Todesfällen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Behörden meldeten 752 Verstorbene mit dem Virus binnen 24 Stunden. Zudem wurden mehr als 25.000 Neuinfektionen gemeldet. Anfang Juni waren es noch rund 9000 Neuinfektionen pro Tag gewesen.

Den Anstieg der Zahlen führten die Behörden auf die Deltavariante des Virus zurück. Dennoch hat die Regierung erklärt, keinen neuen Lockdown verhängen zu wollen. Insgesamt hat Russland nach Angaben der Corona-Arbeitsgruppe mehr 5,7 Millionen Corona-Infektionen und mehr als 142.000 Todesfälle mit dem Virus registriert. Berichte der Statistikbehörde Rosstat, die rückwirkend Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus erfassen, zeigen jedoch eine viel höhere Zahl.

10.7.2021 • 17:47 Uhr

Scholz für bessere weltweite Verteilung von Impfstoff

Finanzminister Olaf Scholz hat sich für eine bessere weltweite Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus ausgesprochen. Nötig seien ausreichend Impfstoffe und finanzielle Mittel dafür. "Und wir müssen jetzt gleichzeitig auch sicherstellen, dass die Impfstoffe dann dort ankommen, wo sie gebraucht werden", sagte der SPD-Politiker bei einem Treffen der Finanzminister der großen Industrie- und Handelsstaaten in Venedig.

Da sich das Virus immer wieder verändere, müsse eine langanhaltende Impfstoffproduktion und weitere Forschung sichergestellt werden. Im Hinblick auf die immer wieder auftauchenden, gefährlichen Varianten sei es wichtig zu verstehen: "Es ist eine humanitäre, notwendige Sache, dass wir der ganzen Welt helfen, dass die Menschen geimpft werden können. Aber es ist auch eine Sache der Vernunft."

10.7.2021 • 17:39 Uhr

Parlament der Niederlande unterbricht Sommerpause

Wegen einer starken Zunahme von Corona-Infektionen in den Niederlanden unterbricht dort das Parlament seine gerade erst begonnene Sommerpause und kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Sie wurde für den kommenden Mittwoch angesetzt. Zuvor hatte Gesundheitsminister Hugo de Jonge Alarm geschlagen. Nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstituts RIVM wurden in den Niederlanden zwischen Freitag und Samstag 10.345 neue Ansteckungen festgestellt, einen Tag zuvor waren es noch knapp 7000 und am Samstag voriger Woche 1100.

Angesichts dieser Entwicklung hat das Land eine Reihe von Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Die Niederlande hatten zum 26. Juni fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Das war vielfach als zu schnell und fahrlässig kritisiert worden.

10.7.2021 • 17:37 Uhr

Großbritannien meldet rückläufige Infektionszahl

In Großbritannien ist die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen gesunken. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am Samstag 32.367 neue Fälle gemeldet. Am Vortag meldeten die Behörden 35.707 Neuinfektionen.

10.7.2021 • 16:15 Uhr

Kurz setzt auf mehr Eigenverantwortung in Pandemie

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will trotz steigender Corona-Infektionen nun auf Eigenverantwortung statt auf staatliche Kontrolle setzen. Kurz sieht die Krise an einem Wendepunkt: "Sie wandelt sich von einer akuten gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu einem individuellen medizinischen Problem", sagte er mehreren Regionalmedien wie der "Kleinen Zeitung". Man müsse den noch nicht Geimpften klar machen, dass sie sich früher oder später anstecken würden, sagte der konservative Politiker. Dennoch gebe es in einer liberalen Demokratie das Recht, unvernünftig zu handeln. "Man kann am Tag zehn Schnitzel essen oder mit 140 Kilo die Felswand hinaufklettern, ohne dass der Staat unten steht und das Seil sichert."

Der Staat müsse sich jetzt wieder auf seine Kernaufgaben zurückziehen, sagte Kurz. Durch den Fortschritt bei Impfungen, das Tragen von Masken und Massentests sei die Lage nicht mit dem vorigem Sommer vergleichbar. In Österreich wurden Anfang Juli Abstandsregeln aufgehoben und die Nachtgastronomie sperrte wieder auf. Seitdem ist die Sieben-Tage-Inzidenz von sieben auf zehn gestiegen.

Sebastian Kurz | REUTERS

Österreichs Kanzler Kurz will auf mehr Eigenverantwortung statt auf Maßnahmen setzen: Der Staat müsse sich jetzt wieder auf seine Kernaufgaben zurückziehen Bild: REUTERS

10.7.2021 • 15:40 Uhr

Pariser Nachtclubs nach 16 Monaten wieder geöffnet

Nach 16 Monaten Corona-Sperre haben die Pariser Nachtclubs wieder geöffnet. Besucher mussten in der Nacht zu Samstag per QR-Code nachweisen, dass sie entweder vollständig geimpft sind oder vor kurzem negativ auf Corona getestet worden sind. Die Zahl der Gäste war auf 75 Prozent der Kapazität beschränkt. Im "La Bellevilloise" im Osten von Paris waren viele Menschen ganz erpicht darauf, wieder auf die Tanzfläche zu kommen. Es sei eine Befreiung und ein gewaltiges Glück, seine Freunde, das Ausgehen und das Feiern wieder zu entdecken, sagte der Pariser Laurent Queige. "La Bellevilloise"-Besitzer Renaud Barillet sagte, das Wochenende könne ein Test dafür sein, wie Öffentlichkeit und Organisatoren auf die neue Situation reagieren.

Die Öffnung der seit März 2020 geschlossenen Pariser Nachtclubs war der letzte Schritt beim Aufheben der Corona-Beschränkungen und sollte eigentlich den Sieg über das Virus markieren. Doch die Deltavariante des Erregers hat auch in Frankreich dafür gesorgt, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder zunimmt. Die Regierung könnte deswegen neue Restriktionen verhängen. Präsident Emmanuel Macron wollte am Montag eine Ansprache zur aktuellen Lage halten.

10.7.2021 • 15:15 Uhr

Polizei: England-Fans ohne Tickets sollten nicht nach London kommen

Vor dem EM-Finale gegen Italien bittet die Londoner Polizei englische Fußball-Fans, sich nicht in größeren Mengen zu versammeln. London befinde sich weiterhin in einer Gesundheitskrise, mahnte die Hauptstadtpolizei angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie an. Gleichzeitig warnte sie davor, ohne Ticket in die Hauptstadt zu kommen. "Wenn Sie kein Ticket für die Spiele oder Fanzonen oder eine offizielle Buchung für einen Pub, eine Bar oder einen Club haben, dann ist meine Botschaft klar: Bitte kommen Sie nicht nach London - Sie könnten das Spiel verpassen", erklärte Polizeivertreter Laurence Taylor.

Eine große Anzahl an Beamten werde vielerorts im Einsatz sein, kündigte die Polizei an. "Wir wollen, dass die Leute das Finale der EM sicher genießen können, sich verantwortungsbewusst verhalten und die Sicherheit und das Wohlbefinden von anderen berücksichtigen", so Taylor.

10.7.2021 • 13:43 Uhr

Mehr Hilfen für arme Länder gefordert

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) haben die internationale Staatengemeinschaft zu mehr Solidarität bei der Überwindung der Klima-, Hunger- und Corona-Krise aufgerufen. Nicht nur die Corona-Pandemie lasse die Nahrungsmittelpreise steigen, sagte Müller dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Andere Krisen, wie der Klimawandel und politische Konflikte, verstärkten diese Entwicklung. "So verbinden sich Corona, der Klimawandel und Konflikte immer mehr zu einer Polypandemie", sagte der CSU-Politiker.

10.7.2021 • 13:51 Uhr

Mehr als 42 Prozent der Bevölkerung voll geimpft

In Deutschland sind inzwischen mehr als 42 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag betrug die Quote am Freitag 42,1 Prozent. An dem Tag wurden demnach wie schon zuvor knapp 700 000 Impfungen gezählt. Insgesamt haben bisher 48,4 Millionen Menschen (58,2 Prozent) mindestens eine Impfdosis erhalten, rund 35 Millionen sind vollständig geimpft.

Bundesgesundheitsminister Spahn schrieb zu den jüngsten Zahlen auf Twitter: "Das ist gut - aber im Wettlauf mit der Delta-Variante reicht das noch nicht. Impfstoff, um jeden zu impfen, ist nun da. Bitte nutzen Sie es!" Unter den Bundesländern liegt Bremen mit einem Anteil von 67,4 Prozent mindestens einmal geimpfter Menschen weiter an erster Stelle; bei den vollständig Geimpften behauptet das Saarland mit 46,6 Prozent seinen Spitzenplatz. Nur Sachsen hat die 50-Prozent-Marke bei den Erstgeimpften bislang nicht erreicht (49,6). Brandenburg ist bei den vollständig Geimpften mit 38,4 Prozent unverändert das Schlusslicht.

10.7.2021 • 13:02 Uhr

Festival mit Tausenden Teilnehmern in Barcelona

In Barcelona sind trotz stark steigender Corona-Zahlen Tausende meist junge Leute zum diesjährigen Musik-Festival Cruilla zusammengekommen. An der Veranstaltung unter offenem Himmel von Donnerstag bis Samstag hätten pro Tag bis zu 18.000 Menschen teilgenommen, berichteten die Zeitung La Vanguardia und die Nachrichtenagentur Europa Press. Maximal seien 25.000 pro Tag zugelassen gewesen.

Alle Teilnehmer mussten sich unmittelbar vor dem Eintritt einem Corona-Schnelltest unterziehen. Dafür standen 180 Testplätze zur Verfügung. Etwa 200 Teilnehmer seien positiv getestet worden. Direkt vor der Bühne galt ein Trink- und Essverbot, dazu überall Maskenpflicht. Die meisten der begeisterten Zuschauer hätten sich sehr diszipliniert verhalten. "Wir brauchen gar nicht einzugreifen, sie halten sich an die Regeln", zitierte La Vanguardia einen der vielen freiwilligen Ordner.

Menschen besuchen das Cruilla-Musikfestival in Barcelona | AP

An dem Cruilla-Festival haben pro Tag bis zu 18.000 Menschen teilgenommen. Bild: AP

10.7.2021 • 12:05 Uhr

EU liefert Impfstoff für 70 Prozent der Erwachsenen

Die Europäische Union hat mit Ablauf dieses Wochenendes ausreichend Impfstoff an die EU-Staaten ausgeliefert, um noch im Juli "mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung" einen vollständigen Impfschutz zu sichern. Bis zu diesem Sonntag würden "rund 500 Millionen Dosen in alle Regionen Europas verteilt" sein, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. In der EU leben rund 366 Millionen Menschen über 18 Jahre.

Die Pandemie sei nicht besiegt. "Aber wir sind vorbereitet, weiter Impfstoffe zu liefern - auch gegen neue Varianten", sagte von der Leyen. Sie appellierte an die Mitgliedsstaaten, alles dafür zu tun, dass die Impfungen vorankommen. Die bis einschließlich diesen Sonntag erfolgten und geplanten Lieferungen umfassen einem EU-Sprecher zufolge rund 330 Millionen Impfdosen des Anbieters BioNTech/Pfizer, rund 100 Millionen von AstraZeneca, 50 Millionen von Moderna und 20 Millionen von Johnson & Johnson.

10.7.2021 • 11:54 Uhr

Wirtschaftsverbände gegen nochmalige Lockdowns

Auch bei einer wieder steigenden Zahl an Neuinfektionen darf das Geschäftsleben nach Ansicht der großen Wirtschaftsverbände nicht wieder heruntergefahren werden. Der Präsident des Deutschen Indsutrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, sagte dem Handelsblatt, es gelte, sich "viel stärker auf wissenschaftliche Daten und belastbare Erkenntnisse aus dem betrieblichen Alltag" zu stützen, um "pauschale Schließungen mit ihren oft gravierenden Folgewirkungen zu vermeiden".

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Joachim Lang, forderte in der Zeitung: "Die Inzidenz allein darf bei einer hohen Impfquote in Deutschland nicht mehr das Maß aller Dinge sein." Zuletzt ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz vier Tage in Folge gestiegen.

"In den kommenden Monaten wird es weiterhin darum gehen, das Leben mit Corona zu organisieren", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger dem Handelsblatt. "Denn eines ist doch klar: Das Coronavirus wird nicht gänzlich verschwinden."

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges, machte deutlich: "Unsere Branche wird einen weiteren Lockdown nicht mehr akzeptieren." Es sei Aufgabe der Politik, fürs Impfen zu werben. "Wenn sich alle Menschen impfen lassen können und eine relevante Impfquote erreicht wird, dann darf es keine Einschränkungen wie eine Masken- oder Testpflicht für Geimpfte mehr geben", sagte Hartges.

10.7.2021 • 11:48 Uhr

Lambrecht und Holetschek gegen schnelles Ende der Maßnahmen

Der bayerische Gesundheitsminister Holetschek (CSU) und Bundesjustizministerin Lambrecht (SPD) lehnen Forderungen nach einem baldigen Ende aller Corona-Maßnahmen ab. Lambrecht sagte, entscheidend für das Ende der Maßnahmen sei nicht, ob jeder Erwachsene ein Impfangebot erhalten habe, sondern der Stand der sogenannten Herdenimmunität.

Sie stellen sich damit gegen Forderungen etwa von SPD-Chefin Esken oder Außenminister Maas (SPD), die für ein Ende der Beschränkungen plädiert hatten. Bayerns Gesundheitsminister Holetschek sagte dem Evangelischen Pressedienst, er rechne trotz der aktuell niedrigen Inzidenzen weiterhin mit Maskenpflicht und Abstandsgeboten. Dies werde "auch zum Schuljahresbeginn" noch so sein, sagte er mit Blick auf die bayerischen Sommerferien, die Ende Juli beginnen und Anfang September enden.

10.7.2021 • 11:18 Uhr

Sauerstoff in Indonesien wird knapp

In Indonesien ist wegen der Corona-Pandemie medizinischer Sauerstoff knapp geworden. Krankenhäuser sind überfüllt und Kranke sterben in zunehmender Zahl in häuslicher Isolation oder während sie auf Notfallhilfe warten. Mehr als 1000 Sauerstoff-Zylinder, Konzentratoren und Beatmungsgeräte seien am Freitag aus Singapur angeliefert worden, sagte der zuständige indonesische Minister Luhut Binsar Pandjaitan. Neben diesen Spenden plane Indonesien, in Singapur 36.000 Tonnen Sauerstoff und 10.000 Konzentratoren zu kaufen, sagte er. Die Geräte produzieren medizinischen Sauerstoff. Er stehe auch mit China und weiteren möglichen Lieferanten in Kontakt, sagte der Minister. Andere Länder haben ebenfalls Hilfe angeboten.

Indonesien erreichte in den vergangenen Tagen seinen bisherigen Tagesrekord von offiziell 1040 Todesfällen. Für Java und Bali gilt ein Lockdown.

Zur Sauerstoffknappheit habe beigetragen, dass manche Menschen diesen bei Panikkäufen erworben hätten, obwohl sie ihn nicht bräuchten, berichtete der stellvertretende Bürgermeister von Bandung, Yaya Mulyana.

Menschen warten in Jakarta, um ihre Sauerstoffflaschen aufzufüllen | dpa

Die Corona-Ausbreitung in Indonesien lässt Sauerstoff knapp werden: Menschen stehen in Jakarta an, um ihre Sauerstoffflaschen aufzufüllen. Bild: dpa

10.7.2021 • 11:03 Uhr

Weltärztebund für vorsichtige Lockerungen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, unterstützt eine behutsame Lockerung von Corona-Auflagen. Im Inforadio des rbb sagte Montgomery, vorsichtige Öffnungen seien möglich - die Folgen müssten aber genau beobachtet werden. Bei stark steigenden Fallzahlen müssten die Öffnungen dann auch konsequent wieder zurückgenommen werden.

Er plädierte außerdem dafür, die Maskenpflicht beizubehalten, wo immer der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

10.7.2021 • 08:36 Uhr

Argentinien verlängert Maßnahmen

Hauptsächlich aus Sorge vor der Delta-Variante verlängert Argentinien seine Corona-Einschränkungen bis vorerst zum 6. August. "Die Delta-Variante wurde in 86 Ländern nachgewiesen und ist zu 50 bis 70 Prozent ansteckender als die Alpha-Variante", begründete die Regierung ihre Entscheidung in einer schriftlichen Mitteilung.

Damit bleiben die Grenzen des Landes vorerst geschlossen. In der Öffentlichkeit dürfen sich auch weiterhin nicht mehr als zehn Menschen treffen. Nicht betroffen von den Restriktionen sind dagegen Geschäfte und Bildungsstätten.

10.7.2021 • 06:52 Uhr

Landes-Kassenarztchef drängt auf Beschränkungen für Ungeimpfte

Wer nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, sollte aus Sicht des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, auch weiterhin Auflagen in Kauf nehmen müssen.

"Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen. Und man darf Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren", forderte Heinz in der "Rhein-Zeitung".

Auch ein negativer Corona-Test ist für Heinz kein Freifahrtschein: "Wer zum Beispiel auf eine Insel mit einem negativen PCR-Test fährt, kann sich dort sehr wohl anstecken, fährt wieder nach Hause und ist Virusträger."

10.7.2021 • 06:37 Uhr

Tschentscher glaubt an Ende der Pandemie bis Jahresende

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher geht davon aus, dass "wir die Pandemie dieses Jahr hinter uns lassen". Voraussetzung sei eine möglichst hohe Impfquote in der Bevölkerung, denn die zugelassenen Vakzine schützten auch vor auftretenden Virusvarianten.

Als weiteren Faktor nennt Tschentscher gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die "umfassende Teststrategie", mit deren Hilfe Infektionsketten schnell erkannt und unterbrochen werden könnten. Ein solches System habe es im vergangenen Sommer und Herbst noch nicht gegeben.

Trotz seines Appells an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen, bestätigte Tschentscher, dass das Impfzentrum in den Hamburger Messehallen voraussichtlich bis Ende August geschlossen werden solle. Es gebe inzwischen genügend Praxen, Kliniken und andere medizinische Einrichtungen, die Impfangebote bereitstellen würden.

10.7.2021 • 05:32 Uhr

Karliczek für Präsenzpflicht mit möglichen Ausnahmen nach den Ferien

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich dafür ausgesprochen, dass nach den Ferien für Schüler trotz Corona grundsätzlich die Präsenzpflicht im Unterricht gelten soll. "Die Präsenzpflicht sollte aus meiner Sicht wieder in der Regel gelten", sagte die CDU-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Ausnahmen bei vorerkrankten und besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen müssen aber möglich sein". Es werde Rahmenbedingungen geben, unter denen sicherer Unterricht gewährleistet werden kann. Vor Schulbeginn nach den Ferien sollten ihrer Ansicht nach alle Schüler einmal getestet werden.

10.7.2021 • 04:33 Uhr

RKI meldet 952 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 5,8

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei Corona-Infektionen ist am vierten Tag in Folge angestiegen. Sie lag bei 5,8 Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner (Vortag: 5,5; Vorwoche: 4,9). Die deutschen Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 952 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 671 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 35 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 16 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 735 420 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

10.7.2021 • 04:33 Uhr

EU-Kommission: Urlaubssaison möglich trotz steigender Infektionen

Die Urlaubssaison ist in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission trotz steigender Corona-Infektionszahlen nicht in Gefahr. "Wir müssen uns jetzt vor zu großer Aufregung hüten und Überreaktionen vermeiden," sagt EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni der Funke Mediengruppe. Höhere Infektionszahlen brächten nicht automatisch eine gefährlichere Situation, betont Gentiloni. Dies sei den Impfungen gegen das Corona-Virus zu verdanken. Er warnt vor einseitigen, nicht gerechtfertigten Reisebeschränkungen durch einzelne EU-Staaten als Reaktion auf den Anstieg der Infektionszahlen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Juli 2021 um 09:00 Uhr.