Ein Fläschchen mit dem Impfstoff CoronaVac | REUTERS
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Tadschikistan führt Impfpflicht ein ++

Stand: 03.07.2021 22:25 Uhr

Erwachsene Bürger der Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan müssen sich gegen Corona impfen lassen. Mit Blick auf die sich schnell ausbreitende Delta-Variante warnen Ärzte in England vor den für Mitte Juli geplanten Lockerungen. Der Liveblog zum Nachlesen.


  • Hamburger Fischmarkt öffnet nach Corona-Zwangspause
  • Kolonialismus-Forscher für schnelle Impf-Hilfe für Namibia
  • Höchster Wert an Neuinfektionen in Tokio seit fünf Wochen
  • Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter Wert von 5
  • Italien: Polizei sprengt Netzwerk für gefälschte Corona-Pässe
3.7.2021 • 22:22 Uhr

Ende des heutigen Liveblogs

Damit endet unsere Liveblog-Berichterstattung für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

3.7.2021 • 21:18 Uhr

Sri Lanka öffnet Schulen nach drei Monaten

Sri Lanka will seine staatlichen Schulen nach einer dreimonatigen Schließung wieder öffnen. Zunächst würden Vorbereitungen für die Öffnung von Schulen mit weniger als 100 Schülerinnen und Schülern getroffen, teilte das Bildungsministerium mit. Es gebe fast 3000 davon. Andere Schulen würden schrittweise folgen.

Die Zahl der Corona-Fälle in Sri Lanka hatte im April stark zu steigen begonnen, weil das singhalesische Neujahrsfest gefeiert wurde. Vor einer Woche ging ein einmonatiger Lockdown zu Ende, doch viele Beschränkungen gelten weiterhin.

3.7.2021 • 18:43 Uhr

Tadschiken müssen sich impfen lassen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan in Zentralasien eine Impfpflicht für Erwachsende eingeführt. Bürgerinnen und Bürger über 18 Jahre müssen sich ab sofort einen Impfstoff spritzen lassen, wie der zuständige Stab in der Hauptstadt Duschanbe mitteilte. Geimpft werde mit den Präparaten AstraZeneca aus indischer Herstellung und mit dem chinesischen Vakzin CoronaVac. Tadschikistan, das mehr als neun Millionen Einwohner hat, verzeichnete am Samstag 21 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie sind es damit nach offiziellen Angaben 13.569 Corona-Fälle und 92 Tote gewesen.

3.7.2021 • 18:00 Uhr

Italien: Pflegepersonal reicht Klage gegen Impfpflicht ein

300 Beschäftigte des italienischen Gesundheitswesens gehen Medienberichten zufolge gerichtlich gegen die Impfpflicht für medizinisches Personal vor. "Dies ist kein Kampf von Impfgegnern, sondern ein demokratischer Kampf", sagte der Anwalt Daniele Granara der Zeitung "Il Giornale di Brescia". "Wir zwingen Leute, ein Risiko einzugehen unter der Androhung, dass sie ihren Beruf nicht länger ausüben dürfen", sagte Granara, der die Klage mit initiierte. Er vertritt zudem Dutzende Pfleger, die vom Dienst suspendiert wurden, weil sie eine Impfung ablehnten.

In Italien trat im April ein Gesetz in Kraft, wonach Beschäftigte privater und staatlicher Gesundheitsdienste, von Apotheken und Arztpraxen sich gegen Covid-19 impfen lassen müssen oder ohne Bezahlung freigestellt werden, sofern sie nicht an anderer Stelle eingesetzt werden können. 

3.7.2021 • 17:36 Uhr

Hamburger Fischmarkt öffnet nach Corona-Zwangspause

Nachtschwärmer und Touristen können am frühen Sonntagmorgen erstmals seit mehr als einem Jahr wieder den Hamburger Fischmarkt besuchen. Nach mehr als 15 Monaten Zwangspause können viele Verkäufer wieder ihre Rollläden hochziehen. Der Start ist allerdings als Testbetrieb deklariert, es gibt einige Auflagen. Marktschreier und Musiker sind noch nicht erlaubt. Besucher müssen eine medizinische Maske tragen und dürfen nur außerhalb des Geländes essen. Auf einer Länge von 250 Metern und einer Breite von 30 Metern dürfen zudem derzeit nur rund 60 Händler in zwei Reihen ihre Waren anbieten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut.

Der 300 Jahre alte Hamburger Fischmarkt startet wie gewohnt am frühen Morgen und ist bis 9.30 Uhr geöffnet. Auf spätere Öffnungszeiten wollten sich die Markthändler nicht einlassen, weil damit das Image des Marktes nicht gewahrt werden könne. Vor Corona waren an einem normalen Sonntag bis zu 70.000 Menschen auf dem Fischmarkt unterwegs.

3.7.2021 • 15:17 Uhr

Mediziner: Impfungen für Kinder sind überfällig

In der Debatte um Corona-Impfungen bei Kindern hat der renommierte Biomediziner Gerhard Ehninger die STIKO kritisiert. Sie blockiere "unverantwortlich den Einsatz von zugelassenen Medikamenten", schrieb der Hämatologe, Onkologe und Krebsforscher in einer Kolumne der "Dresdner Neuesten Nachrichten". "Die Impfungen bei Kindern sind überfällig." Angesichts der Delta-Variante, die in Israel und Großbritannien das Infektionsgeschehen trotz Impfrate über 50 Prozent wieder verstärkt hat, müssten alle vorhandenen Impfdosen rasch verabreicht und eine Quote von über 90 Prozent erreicht werden.

Ehninger appellierte zudem, den Sommer zu nutzen, um die Sicherheit für Kinder und Jugendliche zu erhöhen. An Schulen fehle es an Infrastruktur wie Klimageräten und Informationstechnologie, Ausweichräumen und virensicheren Belüftungsanlagen. "Die Delta-Variante hat unter diesen Bedingungen in kleinen Klassenräumen mit 25 ungeimpften Schülerinnen und Schülern leichtes Spiel", warnte er. Das Schuljahr dürfe nicht "mit der gleichen Blauäugigkeit" beginnen wie im Herbst 2020.

3.7.2021 • 15:12 Uhr

Kolonialismus-Forscher für schnelle Impf-Hilfe für Namibia

Aufgrund der sich zuspitzenden Lage in Namibia fordert der Hamburger Historiker und Kolonialismus-Forscher Jürgen Zimmerer schnelle Impfstoff-Hilfe aus Deutschland. Das sei ein Gebot historischer Gerechtigkeit, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "In Namibia trifft die Covid-Pandemie auf ein Land, dessen Gesundheitssystem auch aufgrund der kolonialen Geschichte" völlig unzureichend ausgebaut sei. Auch mehrere führende Repräsentanten der Herero seien in den vergangenen Wochen nach Corona-Infektionen gestorben, darunter sowohl der Chefunterhändler des Versöhnungsabkommens mit Deutschland als auch einer der wichtigsten Kritiker. Zimmerer fügt hinzu: "Es wäre das stärkste Zeichen der Verantwortungsübernahme durch Deutschland, wenn nun alles Erdenkliche unternommen würde, um den Erhalt der überlebenden Herero und Nama in der Gegenwart zu schützen."

3.7.2021 • 14:57 Uhr

Weltweit über 4,1 Millionen Tote in Zusammenhang mit Corona

Weltweit haben sich nachweislich mehr als 183,23 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,12 Millionen Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Mit über 33,8 Millionen Infizierten und fast 605.000 Toten weisen die USA die höchsten Zahlen auf. Indien verzeichnet über 30,5 Millionen Infektions- und mehr als 401.000 Todesfälle. In Brasilien wurden fast 18,7 Millionen Ansteckungen registriert, rund 522.000 Menschen starben.

3.7.2021 • 14:54 Uhr

Mehr Online-Psychotherapien während der Pandemie

Während der Pandemie hat es aktuellen Forschungen zufolge eine deutliche Zunahme von Online-Psychotherapien gegeben. Viele Therapeuten hätten Bedenken gegenüber virtuellen Therapien "gezwungenermaßen" aufgegeben, um die Versorgung ihrer Patienten zu sichern, sagte die Professorin für Psychotherapie an der Psychologischen Hochschule Berlin Antje Gumz. Diese Entwicklung offenbare die Chancen der Digitalisierung, sagte Gumz.

Patienten in unterversorgten Gebieten, bewegungseingeschränkte Menschen oder auch getrennt lebende Familienangehörige könnten so besser erreicht und überhaupt psychotherapeutisch versorgt werden. Sie warnte aber auch davor, den virtuellen Kontakt zwischen Therapeut und Patient als Allheilmittel anzusehen. In einer Online-Sprechstunde fehle "ganz viel dessen, was wirkliche menschliche Begegnung ausmacht", sagte die Wissenschaftlerin.

3.7.2021 • 13:31 Uhr

Mallorca hofft trotz steigender Zahlen auf gute Sommersaison

Trotz zunehmender Infektionen hoffen die Politik und die Tourismusbranche auf Mallorca auf eine gute Sommersaison. "Die Lust aufs Reisen ist groß. Wir hoffen auf eine Saison, die weit bis in den Herbst hinein anhält", zitierte die "Mallorca Zeitung" Regionalpräsidentin Francina Armengol. Auch die Managerin von Hotels der Gruppe Melía in Magaluf, Belén Sanmartín, äußerte sich vorsichtig optimistisch. Sie hoffe in diesem Sommer auf eine Auslastung von 50 bis 60 Prozent, berichtete die Zeitung "Diario de Mallorca".

Die, die auf Mallorca und den anderen Baleareninseln Menorca, Ibiza und Formentera leben, treibt allerdings die Sorge um, dass sich der vergangene Sommer wiederholen könnte, als die Pandemie zunächst unter Kontrolle schien, die Zahlen dann aber im Laufe des Sommers wieder in die Höhe schossen. Mehr infizierte junge Leute, viel weniger Tote, auf diese Formel lässt sich die Entwicklung in Spanien derzeit bringen.

3.7.2021 • 13:15 Uhr

Höchster Wert an Neuinfektionen in Tokio seit fünf Wochen

Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele meldet Tokio 716 Neuinfektionen binnen 24 Stunden - so viele wie seit mehr als fünf Wochen nicht mehr. Tokio und drei benachbarte Präfekturen gehören zu den Regionen in Japan, in denen bis zum 11. Juli ein Quasi-Ausnahmezustand gilt. Die Behörden könnten die Beschränkungen aber um zwei oder noch mehr Wochen verlängern. Die Entscheidung soll um den 8. Juli herum fallen, dann wird IOC-Präsident Thomas Bach in Japan erwartet. Die Olympischen Sommerspiele sollen am 23. Juli beginnen.

Blick auf das leere olympische und paralympische Athletendorf in Tokio. | AFP

Blick auf das leere olympische und paralympische Athletendorf in Tokio. Die Olympischen Spiele sollen vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 in Japan stattfinden. Bild: AFP

3.7.2021 • 12:56 Uhr

Intensivmediziner für Festhalten an Impfzentren

Intensivmediziner haben sich für die Beibehaltung von Impfzentren ausgesprochen. Deutschland benötige ein nochmal gesteigertes Impftempo, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" . Es komme jetzt auf jeden vollständig Geimpften an, um der Delta-Variante möglichst wenig Angriffsfläche zu geben. "Fünf Prozent mehr oder weniger Geimpfte machen für eine eventuelle vierte Welle enorm viel aus." Von einer Abschaffung der Impfzentren rate er ab. "Im Gegenteil: Wir müssen Impfungen in sozialen Brennpunkten mit mobilen Impfteams verstärken."

Um die Folgen der Delta-Ausbreitung besser abschätzen zu können, forderte Karagiannidis zudem eine Abkehr vom Fokus auf die Inzidenzwerte, die Neuinfektionen auf 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen beziffern. Mit steigender Impfquote sei der Inzidenzwert allein weniger aussagekräftig, um die potenzielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können, sagte er und plädierte für eine erweiterte Messdatenpalette. "Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten", sagte der Kölner Intensivmediziner. "Welche Gefahr die Delta-Variante aber für jüngere Menschen birgt, lässt sich im Moment noch nicht abschließend sagen."

3.7.2021 • 12:29 Uhr

Britische Stars werben fürs Impfen

Britische Stars machen mit einer Musical-Einlage Werbung fürs Impfen. In einem knapp zweiminütigen Video des britischen National Health Service (NHS) sind Schauspieler wie Jim Broadbent ("Game of Thrones") und Derek Jacobi sowie der Comedian David Walliams zu dem Song "The Rhythm of Life" aus dem Musical "Sweet Charity" zu sehen. "Hol dir einfach eine Impfung", sagt Broadbent, der die Show halb mittanzend aus dem Publikum verfolgt. Die Botschaft: Nur mit Impfungen kann der Rhythmus des Lebens wieder in Fahrt kommen.

Die Impfbereitschaft ist im Vereinigten Königreich im Vergleich zu anderen Ländern überdurchschnittlich hoch. Fast 86 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben bereits eine erste Impfdosis erhalten. Allerdings ist unter einigen Minderheiten die Skepsis höher als in anderen Teilen der Bevölkerung - worauf man versucht, mit gezielten Kampagnen zu reagieren. Am Samstag sollten auch Kirchen, Stadien und viele andere Gebäude in Blau - der Farbe des NHS - erstrahlen, um Medizinern und Pflegekräften zu danken.

3.7.2021 • 12:10 Uhr

Slowakei verschärft Einreiseregeln

Aus Sorge vor neuen Virusvarianten verschärft die Slowakei ihre Einreiseregeln drastisch. Vom 9. Juli an müssen alle Ungeimpften für 14 Tage in Quarantäne, wie aus einer neuen Verordnung der Regierung des EU-Mitgliedstaates hervorging. Das gilt unabhängig vom Herkunftsland. Frühestens am fünften Tag ist ein freier Test mit einem PCR-Corona-Test möglich. Reisende, die seit mindestens 14 Tagen einen vollständigen Impfschutz haben, sind von der Quarantäne ausgenommen.

Die Änderung sorgte vor allem in Tschechien für Enttäuschung, denn die Slowakei mit dem Hochgebirge Hohe Tatra ist im Nachbarland als Urlaubsziel beliebt. Transitreisende, die zum Beispiel von Deutschland über Tschechien und die Slowakei nach Ungarn fahren wollen, sind von der Quarantäne ausgenommen. Sie müssen sich indes an vorgegebene Straßenrouten halten.

3.7.2021 • 11:59 Uhr

Ärzte warnen vor Lockerungen in England Mitte Juli

Mediziner haben vor einer baldigen Aufhebung aller Maßnahmen in England gewarnt. "Da die Fallzahlen wegen der hohen Ansteckungsrate der Delta-Variante weiterhin alarmierend ansteigen und mehr Menschen sich treffen, macht es keinen Sinn, die Beschränkungen in etwas mehr als zwei Wochen vollständig aufzuheben", sagte Chaand Nagpaul von der British Medical Association. Die britische Regierung will nach derzeitigem Stand am 19. Juli die meisten verbleibenden Maßnahmen in England aufheben.

So könnten dann Nachtclubs wieder öffnen und Menschen sich in unbegrenzt großen Gruppen treffen und feiern. Sogar die Aufhebung der Maskenpflicht steht zur Debatte. Der Medizinerverband fordert, Masken in Innenräumen wie Geschäften oder Bahnen und Bussen weiterhin verpflichtend zu machen. Außerdem solle bessere Lüftungstechnik eingesetzt werden. In der vergangenen Woche ist die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien um fast 75 Prozent gestiegen, wie aus offiziellen Zahlen hervorgeht.

3.7.2021 • 10:52 Uhr

Russland vermeldet Tagesrekord an Corona-Toten

Russland meldet den fünften Tag in Folge einen Rekord bei den täglichen Todesfällen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Binnen 24 Stunden starben nach Angaben der Regierung 697 Menschen, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. 24.439 Neuinfektionen seien bestätigt worden. Zuletzt wurde ein solches Niveau Anfang Januar gemeldet. 7446 der Neuinfektionen wurden in Moskau registriert. Als Grund sehen die Behörden die Ausbreitung der Delta-Variante des Virus.

3.7.2021 • 10:22 Uhr

Italien: Polizei nimmt Netzwerk für gefälschte Corona-Pässe hoch

Italienische Ermittler haben mehrere Kanäle und Konten der Chat-App Telegram beschlagnahmt, über die Kriminelle digitale Zertifikate für den sogenannten Grünen Pass angeboten hatten. Insgesamt habe es sich um zehn Kanäle und Accounts gehandelt, die die Nutzer zu anonymen Konten auf Marktplätzen im Dark Web führten, teilte die Finanzpolizei in Rom mit. Auf den Online-Handelsplätzen hätten Verkäufer Fälschungen für das digitale Zertifikat gegen eine Bezahlung in Kryptowährungen angeboten.

Der Nachweis bescheinigt den vollständigen Impfschutz gegen Covid-19 und ist für Reisen etwa innerhalb der EU wichtig. Der Preis dafür lag der Guardia di Finanza zufolge umgerechnet zwischen 110 und 130 Euro. Tausende Nutzer hätten sich auf den Telegram-Kanälen registriert, hieß es weiter. Dort wurden auch Ampullen mit einem angeblichen Impfstoff gegen Corona zum Kauf angeboten.

3.7.2021 • 10:13 Uhr

Iran: Rouhani warnt wegen Delta-Variante vor fünfter Welle

Der iranische Präsident Hassan Rouhani warnt angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante vor einer neuen Welle in seinem Land. "Es ist zu befürchten, dass wir uns auf dem Weg zu einer fünften Welle im ganzen Land befinden", sagte Rouhani. In den südlichen Provinzen sei wegen der Verbreitung der Delta-Variante besondere Vorsicht geboten. Ruhani appellierte an die Iraner, die Hygienevorschriften zum Schutz vor Infektionen einzuhalten. Mehrere Provinzen im Süden und Südosten des Iran wurden zur "roten" Zone erklärt, wie das Gesundheitsministerium erklärte. Die höchste Warnstufe gilt auch in zehn Städten der Provinz Teheran. 

Der Iran ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Land der Region. Die Behörden verzeichneten bislang rund 3,2 Millionen Infektionen und mehr als 84.000 Todesfälle. Das im Februar gestartete Impfprogramm kommt nicht so schnell voran, wie von der Regierung in Teheran erhofft. Nach Angaben des Gesundheitsministerium haben bislang 4,4 Millionen Iraner ihre erste Impfdosis bekommen. 1,7 Millionen Menschen sind zweifach geimpft.

3.7.2021 • 10:07 Uhr

Opposition fordert bessere Corona-Vorbereitungen für den Herbst

Die Oppositionsparteien Grüne, Linke und FDP drängen die Bundesregierung, das Land besser auf möglicherweise steigende Corona-Infektionszahlen im Herbst vorzubereiten. "Jetzt müssen die Vorbereitungen für den Herbst getroffen werden und insbesondere die Schulen auf möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen vorbereitet werden", sagte die Linken-Vorsitzende Janine Wissler dem "Spiegel". Im vergangenen Sommer sei dies komplett versäumt worden. 

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte, "jetzt sofort" Teststationen an den Grenzen einzurichten und alle Urlaubsrückkehrer zu Tests zu verpflichten.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, drängt auf eine veränderte Impfkampagne. "Wir benötigen auch mehr mobile Impfteams in der Fläche, um Unentschlossene besser aufzuklären und zu erreichen. Das gilt insbesondere für soziale Brennpunkte", sagte Buschmann. 

3.7.2021 • 09:52 Uhr

Indischer Impfstoff schützt zu 65,2 Prozent gegen Delta

Der bereits in zahlreichen Ländern zugelassene Corona-Impfstoff Covaxin des indischen Herstellers Bharat Biotech ist neuen Studienergebnissen zufolge zu 77,8 Prozent effektiv. Er wirke auch gegen die bisher bekannten Varianten des Coronavirus, teilte das Unternehmen mit.

Bei der zuerst in Indien festgestellten Delta-Variante beträgt der Wert demnach aber nur 65,2 Prozent. Die indische Regierung hatte dem Impfstoff Covaxin bereits im Januar eine Notfallzulassung erteilt, obwohl Experten zufolge zu diesem Zeitpunkt noch zu wenige Daten aus klinischen Studien vorlagen.

Millionen Inder wurden damit bereits geimpft. Auch in 15 anderen Staaten, darunter im Iran, in Mexiko und auf den Philippinen, wurde der Impfstoff bereits zugelassen. Nach der Vorlage der Ergebnisse der sogenannten Phase-III-Studie wolle man nun eine Notfallzulassung durch die Weltgesundheitsorganisation erreichen, teilte Bharat Biotech mit.

Eine Ampulle des indischen COVID-19-Impfstoffes COVAXIN. | AP

Eine Ampulle des indischen COVID-19-Impfstoffes Covaxin. Bild: AP

3.7.2021 • 09:46 Uhr

Straßensperren auf Bali

Auf den indonesischen Inseln Java und Bali errichtet die Polizei Straßensperren und mehr als 400 Kontrollpunkte, um einen strengen Lockdown für Hunderte Millionen Menschen durchzusetzen. Indonesien kämpft zur Zeit gegen eine der größten Coronavirus-Wellen in Asien.

Mit den Beschränkungen soll die Zahl der Neuinfektionen auf täglich weniger als 10.000 gesenkt werden. Am Freitag verzeichnete Indonesien 25.830 Neuinfektionen und 539 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. In dem Land breitet sich vor allem die hochansteckende Delta-Variante aus.

3.7.2021 • 09:43 Uhr

Panama: Impfungen in Privatwohnungen?

In Panama herrscht Empörung über mögliche Impfvordrängler. Wohlhabenden Bürgern soll in Privatwohnungen das Vakzin verabreicht worden sein. Aufgefallen waren die beiden Fälle, weil mehrere Luxusautos vor Häusern vorgefahren waren, berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Nach Angaben der Behörden wurden zwar nur Impfungen von 32 Menschen in beiden Fällen bestätigt. Dennoch löste die Nachricht in Panama Empörung aus, wo nur die Regierung Covid-19-Impfstoffe bereitstellen darf - und zwar kostenlos und priorisiert nach Alter und Risikograd. Den Kunden der beiden illegalen Impfstationen wurde vorgeworfen, ihre Privilegien ausgenutzt zu haben, um sich vorzudrängeln.

Panama hat bislang etwa 1,4 Millionen Impfdosen verabreicht. Etwa 17 Prozent der insgesamt 4,2 Millionen Einwohner sind damit voll immunisiert. Das Land verzeichnete etwa 400.000 bestätigte Corona-Infektionen und fast 6500 Tote. Auch andere Länder in Lateinamerika wurden von Impfskandalen erschüttert. Sowohl in Argentinien als auch in Peru sollen sich zum Teil ranghohe Politiker auf Kosten von älteren Menschen und medizinischem Personal vorgedrängelt haben.

3.7.2021 • 09:15 Uhr

Situation in Thailand verschlechtert sich

In Thailand ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen den dritten Tag in Folge auf einen Rekordwert gestiegen. Die Gesundheitsbehörden meldeten an Samstag mehr als 6200 neue Fälle sowie 41 Tote. Experten warnten vor Engpässen in den Intensivstationen, sollte sich dieser Trend fortsetzen. Rund 90 Prozent der mehr als 271.000 bestätigten Coronavirus-Fälle in Thailand wurden seit Anfang April registriert. Alleine im Juni wurden 992 Todesfälle gemeldet, mehr als 15 mal so viel wie im gesamten Jahr 2020.

In den vergangenen zwei Wochen nahm auch die Zahl der Patienten in den Intensivstationen deutlich zu. Die stellvertretende Leiterin der staatlichen Corona-Behörde, Apisamai Srirangsan, sagte, in Bangkoks Krankenhäusern brauche man dringend Isolierstationen und mehr Intensivbetten. Epidemiologen führten den Anstieg vor allem auf die ansteckendere Delta-Variante zurück, die zuerst in Indien festgestellt worden war.

3.7.2021 • 09:11 Uhr

Ärger über volle EM-Stadien

Angesichts der hohen Zuschauerzahlen in den Stadien und Tausender Corona-Infektion im Umfeld der Fußball-Europameisterschaft wird die Kritik an der UEFA schärfer. "Mir fehlt jedes Verständnis für das lediglich gewinnorientierte Agieren der UEFA, welches sie im Verlaufe des Turniers schon mehrfach gezeigt hat", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Europa-SPD, Tiemo Wölken, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dieses Verhalten gefährdet Menschenleben und kann uns in der Pandemiebekämpfung weit zurückwerfen."

Der Gesundheitsexperte der europäischen Konservativen, Peter Liese (CDU), sagte dem RND: "Es ist mittlerweile leider bewiesen, dass die Euro 2020 ein Pandemietreiber ist." In Finnland etwa sei die Sieben-Tage-Inzidenz nach dem Spiel Finnlands gegen Belgien im russischen St. Petersburg sprunghaft angestiegen. "Und wir wissen auch aus Schottland, dass es viele Infektionen im Zusammenhang mit der Euro 2020 gibt", sagte Liese. 

Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold sieht auch die Regierungen in der Verantwortung. "Es ist kein gutes Zeichen für die Demokratie, wenn Regierungen vor einem durch Korruption gekennzeichneten Fußballverband kuschen", sagte Giegold. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte am Donnerstag an die UEFA appelliert, die Zahl der Zuschauer bei den verbleibenden Spielen zu verringern.

3.7.2021 • 07:57 Uhr

Intensivmediziner: Nicht mehr nur auf Inzidenz schauen

Intensivmediziner sprechen sich dafür aus, bei der Pandemiebekämpfung nicht mehr ausschließlich die Inzidenzwerte in den Fokus zu stellen. "Mit steigender Impfquote ist der Inzidenzwert alleine weniger aussagekräftig, um die potenzielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post".

"Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten", so der Intensivmediziner.

3.7.2021 • 06:39 Uhr

Polizeigewerkschaft: Vorerst keine stationären Grenzkontrollen

Die Bundespolizei wird trotz der Urlaubssaison und der raschen Verbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus vorerst keine stationären Grenzkontrollen durchführen. "Im Moment gibt es keine Anweisung für Kontrollen an den Grenzen", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. "Bleibt es so wie jetzt, ist damit auch nicht zu rechnen."

Sollte sich die Lage verschärfen, müssten an den Landesgrenzen zwar verstärkt Kontrollen durchgeführt werden - "das ginge aber bloß stichpunktartig", so Roßkopf. Solche Kontrollen müsste demnach das Bundesinnenministerium anweisen.

3.7.2021 • 04:40 Uhr

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt unter Wert von 5

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist unter fünf Fälle pro 100.000 Einwohner gefallen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, sank der Wert auf 4,9. Am Freitag hatte er bei 5,0 gelegen und am Samstag vergangener Woche bei 5,9.

Wie das RKI weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 671 Corona-Neuinfektionen sowie 16 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt damit bei 3.730.353, die Zahl der Corona-Toten beträgt 91.023. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit etwa 3.627.800 an.

3.7.2021 • 03:28 Uhr

Südafrika meldet neuen Höchststand der Neuinfektionen

Südafrika hat einen neuen Höchststand der täglichen Corona-Neuinfektionen registriert. Binnen 24 Stunden seien 24.270 neue Corona-Fälle gemeldet worden, teilte das Nationale Institut für ansteckende Krankheiten mit. Damit seien mittlerweile 2.019.826 Ansteckungen in Südafrika nachgewiesen worden.

Der bisherige Tageshöchststand war im Januar mit 21.980 Neuansteckungen erreicht worden. Die Zahl der Corona-Toten stiegt am Freitag mit 303 weiteren Opfern auf 61.332. Das Land befinde sich "im Auge des Sturms der dritten Corona-Welle", sagte Vize-Gesundheitsminister Joe Phaahla bei einer Pressekonferenz. Die Zahlen der täglichen Neuinfektionen hätten in den vergangenen zwei Wochen das Ausmaß während der ersten beiden Pandemie-Wellen überschritten.

Auch in Südafrika wird der Anstieg der Neuinfektionen auf die hochansteckende Delta-Variante zurückgeführt. Laut WHO ist Südafrika derzeit Brennpunkt der neuen Corona-Welle auf dem afrikanischen Kontinent.

3.7.2021 • 03:06 Uhr

Touristikkonzern: Buchungen über dem Niveau von 2019

Der Kölner Handels- und Touristikkonzern Rewe sieht eine deutliche Belebung des Reisegeschäfts. "Es gibt einen großen Nachholbedarf nach den vielen Monaten der Einschränkung", sagt Rewe-Chef Lionel Souque der "Rheinischen Post". Das Unternehmen sehe aktuell Buchungseingänge in der Woche, die über dem Niveau von 2019 lägen. Trotzdem bleibe 2021 ein schwieriges Jahr, weil die Menschen später buchten als in anderen Jahren.

3.7.2021 • 00:50 Uhr

Hausärzte: Großer Mehraufwand wegen STIKO-Empfehlung

Die Hausärzte beklagen, dass die neue Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur Kreuzimpfung mit AstraZeneca sie vor enorme Herausforderungen stellt. "Patientinnen und Patienten sind verunsichert, erfragen, welchen Impfstoff sie nun bei der Zweitimpfung erhalten werden und wollen auch ihren Termin entsprechend vorziehen. Für sie macht es natürlich - gerade mit Blick auf die anstehenden Sommerferien - einen großen Unterschied, ob sie neun bis zwölf Wochen auf ihre Zweitimpfung warten oder nur vier", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Die Anpassung der Empfehlung habe bereits am ersten Tag in vielen Praxen für einen "enormen Mehraufwand" gesorgt.

Die Impfkommission hatte am Donnerstag überraschend mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von BionNTech oder Moderna erhalten sollen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Juli 2021 um 08:00 Uhr.