Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu lässt sich impfen. | AP
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Liveblog zum Coronavirus ++ Israel beginnt mit Impfungen ++

Stand: 19.12.2020 23:25 Uhr

In Israel hat sich als Erster Ministerpräsident Netanyahu impfen lassen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig will eine bundesweite Regelung für die Rückkehr aus deutschen Hotspots. Alle Entwicklungen im Liveblog zum Nachlesen.

  • Johnson: Neue Variante ansteckender - schärfere Maßnahmen
  • Mehr als 500 Neuinfektionen in Thailand
  • Bund sichert sich mehr Impfdosen
  • Macrons Zustand stabil
  • Schweiz lässt Impfstoff von Biontech/Pfizer zu
  • RKI meldet mehr als 31.000 Neuinfektionen
  • Fünf Fälle allergischer Reaktionen nach Impfung mit Biontech/Pfizer-Vakzin
  • Scholz: Finanzhilfen so lange wie nötig
19.12.2020 • 23:23 Uhr

Das war es für heute

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

19.12.2020 • 23:11 Uhr

Kanada nun über eine halbe Million Fälle

Die Zahl der Corona-Infektionen in Kanada hat die Schwelle von einer halben Million überschritten. Wie der Sender CBC unter Berufung auf Behördenangaben berichtete, wurden in dem 38-Millionen-Einwohner Land bislang 500.242 Fälle verzeichnet. Die Ausbreitung hat sich zuletzt stark beschleunigt: Die Schwelle von 400.000 Infektionen war erst vor zwei Wochen überschritten worden. Die Zahl der Todesfälle liegt mittlerweile bei mehr als 14.000. Am Montag waren in Kanada die Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer angelaufen - am selben Tag wie in den USA. Die erste Impfung bekam eine Krankenpflegerin in Toronto.

19.12.2020 • 22:29 Uhr

US-Gesundheitsbehörde meldet mehr als 400.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben des Zentrums zur Seuchenbekämpfung (CDC) um 403.359 auf rund 17,391 Millionen gestiegen. Die Zahl der Toten erhöhte sich um 2756 auf 312.636. Die Zahlen der CDC können von den aus den einzelnen Bundesstaaten gemeldeten Fällen abweichen.

19.12.2020 • 20:32 Uhr

Corona-Impfstoff von Moderna wird in den USA ausgeliefert

Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat mit der Auslieferung seines Corona-Impfstoffs in den USA begonnen. "Die Verteilung des Moderna-Impfstoffs hat begonnen", erklärte der General Gus Perna vom Impfprojekt "Warp Speed" (Überlichtgeschwindigkeit) der US-Regierung. Die ersten Lastwagen verließen ein Fabrikgelände in Bloomington im Bundesstaat Indiana, wo die Firma Catalent den Moderna-Impfstoff in Ampullen abfüllt.

Nach dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer hatte am Freitag auch das Mittel des US-Herstellers Moderna eine Notfallzulassung in den USA erhalten. Damit können die USA im Kampf gegen die Corona-Pandemie nun auf einen zweiten Impfstoff zurückgreifen. Die Notfallzulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA ist die erste Zulassung für den Moderna-Impfstoff weltweit.

19.12.2020 • 19:58 Uhr

Israel beginnt mit Impfungen - Netanyahu war Erster

In Israel hat sich Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zum Auftakt der Impfkampagne als Erster impfen lassen. Der 71-Jährige bekam die Spritze am Abend vor laufender Kamera im Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv. Danach war Gesundheitsminister Juli Edelstein an der Reihe. Morgen soll auch Präsident Reuven Rivlin geimpft werden. Ziel ist es, die Bürger Israels zu ermutigen, sich auch gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Zuerst sollen medizinisches Personal und Risikogruppen den Impfschutz erhalten.

Dies sei ein großer Tag für Israel, sagte Netanyahu. Er glaube an den Impfstoff. Zugleich appellierte er an die Bürger, seinem Beispiel zu folgen. Geimpfte sollen in Israel mit einem "grünen Pass" Vorteile erhalten. Sie können etwa eine Quarantänepflicht umgehen sowie öffentliche Veranstaltungen und Restaurants besuchen. Der Ausweis soll vermutlich zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis erhältlich sein. Die Anzahl der Neuinfektionen war zuletzt so hoch wie seit zwei Monaten nicht mehr. Ein weiterer Teil-Lockdown ist im Gespräch.

19.12.2020 • 18:49 Uhr

Schwesig will bundesweite Regelung für Rückkehr aus deutschen Hotspots

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) fordert eine bundesweite Quarantäneregelung für Reisen in Risikogebiete innerhalb Deutschlands. "Ich hätte das gerne bundesweit geregelt, aber dazu gab es bisher nie Mehrheiten", sagte sie im Interview mit RTL und ntv. "Ich werbe schon seit Beginn der Pandemie dafür, dass wir klare Regeln haben, wie wir die Mobilität regeln."

Zum Schutz vor einer noch rascheren Ausbreitung des Coronavirus hatte Mecklenburg-Vorpommern am Freitag die Zügel weiter angezogen: Reiserückkehrer aus deutschen Hochrisikogebieten müssen in Quarantäne. Ausgenommen sind nur Personen, die engste Familienangehörige besucht haben. Alle anderen Rückkehrer müssen wie bei Auslandsreisen bis zu zehn Tage in Isolation, die nur durch zwei negative Tests auf fünf Tage verkürzt werden kann. Als Hochrisikogebiete gelten nach Schwesigs Angaben Regionen mit mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen.

19.12.2020 • 18:15 Uhr

Orban senkt Gewerbesteuer zu Lasten der Kommunen

Mit der Begründung, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie dämpfen zu wollen, hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban eine Halbierung der Gewerbesteuer angekündigt. "In Zeiten der Pandemie müssen wir neben den Menschenleben auch die Familien und die Unternehmen schützen", erklärte der rechtsnationale Politiker in einem Video, das er auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. "Für uns zählen jedes Menschenleben und jeder Arbeitsplatz."

Orban ging nicht weiter darauf ein, dass die Gewerbesteuer die einzige stabile Einnahmequelle der rund 3000 Gemeinden in Ungarn ist. Er stellte lediglich in Aussicht, dass Gemeinden mit weniger als 25.000 Einwohnern eine Kompensation für den Einnahmenausfall erhalten würden. Mit größeren Gemeinden und Städten werde die Regierung "auf individueller Basis" über Entschädigungen reden. 

Seit den Kommunalwahlen im Herbst 2018 wird die Mehrheit der ungarischen Großstädte, darunter die Hauptstadt Budapest, von der Opposition regiert. Die beträchtliche Senkung der Gewerbesteuer ohne automatische Kompensation könnte sie schwer treffen. Der Budapester Oberbürgermeister Gergely Karacsony reagierte bestürzt auf Orbans Ankündigung. "Für die ohnehin schon am Rande des Abgrunds stehenden Gemeindeverwaltungen bedeutet dies faktisch die Hinrichtung", schrieb er auf seiner Facebook-Seite. "Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen dieser Regierungspolitik sind unabsehbar."

19.12.2020 • 17:55 Uhr

Johnson: Neue Variante ansteckender - schärfere Maßnahmen

Nach der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus hat die britische Regierung in London und Südostengland eine Ausgangssperre verhängt. Die neue Virus-Mutation sei ersten Erkenntnissen zufolge "bis zu 70 Prozent ansteckender" als die bisher verbreitete Form, sagte Premierminister Boris Johnson am Samstag. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe weniger effektiv seien. "Es gibt immer noch viel, das wir nicht wissen. Aber es gibt keine Beweise, dass die neue Variante mehr oder schwerere Krankheitsverläufe auslöst." Auch eine höhere Sterblichkeit sei durch die Virus-Variante VUI2020/12/01 bisher nicht festgestellt worden.

Wegen der Mutation verschärfte die Regierung aber die Beschränkungen für London von diesem Sonntag an deutlich. Das bisher dreistufige Corona-Warnsystem wurde nun auf vier erweitert - darunter fallen außer der Hauptstadt auch noch andere Regionen im Südosten.

Dort dürfen die Bewohner nur noch aus wichtigen Gründen ihre Wohnung verlassen, etwa um zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen. Auch zu Weihnachten dürfe man keine Angehörigen anderer Haushalte treffen, betonte Johnson. "Wir können Weihnachten nicht wie geplant verbringen." Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte sowie andere Einrichtungen wie Fitnessstudios oder Schönheitssalons müssen schließen. Einwohner der höchsten Corona-Stufe 4 dürfen diese Zone nicht verlassen.

19.12.2020 • 17:17 Uhr

Rekordwert nach Ausbruch auf Markt in Thailand

Thailand hat so viele Neuinfektionen gemeldet wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Verantwortlich dafür war ein Ausbruch ausgehend von einem Markt für Meeresfrüchte außerhalb von Bangkok. Von den 548 neuen Fällen, die von Freitag auf Samstag registriert worden seien, stünden 516 in Zusammenhang mit dem Klang-Koong-Markt für Garnelen in der Provinz Samut Sakhon, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Durch strikte Grenzkontrollen und Quarantäneregelungen ist Thailand gut durch die Pandemie gekommen. Bisher gab es nur weniger als 5000 Fälle und 60 Tote. Am Donnerstag wurde der erste Fall von dem Markt gemeldet, am Freitag waren es 13 und am Samstag schon 516 und damit innerhalb eines Tages ein Zehntel aller seit Jahresbeginn gemeldeten Fälle. Aus Konsequenz daraus werde eine nächtliche Ausgangssperre eingeführt, sagte Gouverneur Veerasak Vichitsangsri.

19.12.2020 • 16:59 Uhr

Mehr als 1000 Todesfälle in Berlin

Rund zehn Monate nach Pandemiebeginn ist in Berlin die Zahl der nach Corona-Infektionen gestorbenen Menschen auf mehr als 1000 gestiegen. Im Vergleich zum Vortag sind laut Lagebericht 17 weitere Todesfälle verzeichnet, damit sind es jetzt 1001 insgesamt. 124 von ihnen waren jünger als 70.

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht bundesweit von einer Dunkelziffer an weiteren Pandemietoten aus, da die Corona-Infektion nicht bei jedem Patienten erkannt werde. Die Zahl der binnen eines Tages neu erfassten Infektionen stieg laut dem Bericht der Gesundheitsverwaltung um 1325, auf nun 86.561 seit dem Frühjahr. Als genesen gelten 65.350 Menschen.

19.12.2020 • 16:53 Uhr

Polizei geht gegen Querdenker-Demo in Leipzig vor

Nach dem Verbot von Demonstrationen sogenannter Querdenker in Leipzig ist es in der Innenstadt laut Polizei zunächst ruhig geblieben. Die Polizei hatte zuvor dort Wasserwerfer sichtbar positioniert und Bilder davon auch im Internet verbreitet. Starke Einsatzkräfte sowie Polizeihubschrauber waren am Nachmittag vor Ort.

Die Polizei bestätigte auch, dass ein Bus, der sich offensichtlich auf dem Weg zu der verbotenen Kundgebung von Gegnern der staatlichen Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie befand, außerhalb von Leipzig gestoppt worden sei. Gegen den Fahrer und 30 Fahrgäste seien Anzeigen erstattet worden. Zudem habe es im Vorfeld eine Gefährderansprache bei dem Inhaber eines Busunternehmens aus dem Vogtland gegeben.

Die Stadt Leipzig hatte für das gesamte Stadtgebiet ein Versammlungsverbot für nicht zuvor angemeldete Kundgebungen erlassen. Zugelassen wurden demnach unter Auflagen drei Veranstaltungen. Weitere geplante Kundgebungen, die der Querdenker-Szene zugeordnet wurden, seien verboten worden. Auch in Dresden und in Berlin, wo ebenfalls Kundgebungen geplant waren, blieb es offensichtlich zunächst ruhig.

 Ein Wasserwerfer und Fahrzeuge der Polizei am Augustusplatz in Leipzig | dpa

Ein Wasserwerfer und Fahrzeuge der Polizei am Augustusplatz in Leipzig Bild: dpa

19.12.2020 • 15:53 Uhr

Bund sichert sich mehr Impfdosen

Die Bundesregierung hat mehr Dosen für Impfungen gegen das Coronavirus für Deutschland gesichert. Vom ersten Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer kommen aus einer EU-weiten Bestellung nun 55,8 Millionen statt zunächst vorgesehener 40 Millionen Dosen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Zuerst berichtete die "Bild am Sonntag" darüber.

Daneben wurden über nationale Zusagen auch schon weitere 30 Millionen Impfdosen dieses Präparats gesichert. An diesem Montag will die EU-Arzneimittelbehörde EMA ihre Beurteilung über den Impfstoff von Biontech/Pfizer abgeben, danach wird eine Zulassung durch die EU-Kommission erwartet. Bund und Länder stellen sich dann auf einen Beginn von Impfungen am 27. Dezember ein.

Vom zweiten aussichtsreichen Impfstoff des US-Konzerns Moderna hat Deutschland nun dem Gesundheitsministerium zufolge über das EU-Kontingent 50,5 Millionen Impfdosen gesichert. Zusammen mit 85,8 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer seien damit 136,3 Millionen Dosen sicher, von denen nahezu alle 2021 ausgeliefert werden könnten. Da jeweils zwei Dosen benötigt werden, ließen sich so rein rechnerisch 68,2 Millionen Bürger impfen - bei insgesamt 83 Millionen Einwohnern in Deutschland. Der Moderna-Impfstoff hatte am Freitagabend eine Notfallzulassung in den USA erhalten.

19.12.2020 • 15:41 Uhr

Schweizer Kantone schließen Skigebiete

Mehrere Schweizer Kantone schließen wegen der Infektionszahlen nun doch ihre Skigebiete. Auch andere Maßnahmen einzelner Kantone gehen teils deutlich über die Schutzmaßnahmen hinaus, die die Regierung in Bern am Freitag landesweit vorgegeben hatte. Ab nächsten Dienstag müssen Restaurants, Kinos, Museen und Sportclubs schließen, aber Geschäfte und die Skigebiete dürfen trotz Kritik aus dem Ausland offenbleiben.

Die Kantone Zürich, St. Gallen, Luzern, Schwyz, Nidwalden, Obwalden, Zug sowie Appenzell Innerrhoden kündigten an, ihre Skigebiete ab Dienstag geschlossen zu lassen. Die Corona-Lage lasse es nicht zu, dass diese den Betrieb weiterführten oder überhaupt erst aufnähmen, erklärte etwa der Luzerner Regierungsrat.

Offen bleiben Skigebiete dagegen zunächst in den Kantonen Bern und Wallis. Die Berner Regierung rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Sie kündigte an, die Skigebiete zu schließen, falls die Situation in den Krankenhäusern schlimmer werden sollte. Andere Kantone wie Uri und Graubünden wollten noch bis Montag entscheiden, ob sie die Skigebiete über Weihnachten öffnen. Die Infektionszahlen in der Schweiz gehören - im Verhältnis zur Einwohnerzahl - zu den höchsten in Europa, das Gesundheitssystem stößt vielerorts an seine Grenzen. Dennoch waren Bundesregierung und Kantone bislang zurückhaltend.

19.12.2020 • 15:22 Uhr

Mehrere Kreise in Bayern haben keine freien Intensivbetten mehr

In Bayern werden wegen der Corona-Krise die Intensivbetten knapp. Mehrere Landkreise meldeten kein einziges freies Intensivbett mehr, wie aus dem deutschlandweiten DIVI-Register hervorgeht. Null freie Betten gab es demnach in den Landkreisen Würzburg, Landshut, Regen, Aichach-Friedberg, Donau-Ries, Altötting und Fürstenfeldbruck. Mehrere andere Kommunen meldeten am Samstag nur noch ein bis zwei freie Intensivbetten.

"Vereinzelt ist die Situation - abhängig vom jeweiligen lokalen Infektionsgeschehen – dementsprechend bereits sehr ernst", sagte Ministerin Melanie Huml (CSU). Bayernweit stünden aber noch ausreichend Allgemein- wie auch Intensivbetten-Kapazitäten zur Verfügung.

Allerdings liegt die Gesamtzahl der in Bayern freien Intensivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit für besonders schwer erkrankte Corona-Patienten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in München nur noch bei rund 300. Wenn in einem Landkreis keine Betten mehr frei sind, bedeutet dies zwar nicht, dass keine Behandlung mehr möglich ist. Aber neue Intensivpatienten müssen dann zum Teil über weite Entfernungen in andere Krankenhäuser gebracht werden. Bayernweit waren laut Intensivregister noch gut 13 Prozent der rund 3400 Intensivbetten frei, vergleichbar mit dem benachbarten Baden-Württemberg.

19.12.2020 • 15:12 Uhr

Ärztekammer: Niedersachsen soll Feuerwerk trotz Urteil eingrenzen

Die Ärztekammer hat an die niedersächsische Landesregierung appelliert, die Corona-Verordnung in Sachen Feuerwerk nachzuschärfen. "Es sollte so streng wie möglich verboten werden, es dreht sich um eine vermeidbare Überbelastung des Gesundheitssystems", sagte Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer, der Nachrichtenagentur dpa.

Mit großer Sorge habe sie das Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Lüneburg zur Kenntnis genommen, dass das Feuerwerksverbot in der niedersächsischen Verordnung gekippt hatte. Ein derart umfassendes Verbot sei als Infektionsschutzmaßnahme nicht notwendig, urteilten die Richter.

Aus ärztlicher Sicht habe sie kein Verständnis für das Urteil, betonte Wenker. "Zum einen verbieten die derzeit stetig steigenden Infektionszahlen und die Zahl der schwer an Covid-19 Erkrankten jede Ansammlung von alkoholisierten Menschen in der Silvesternacht", sagte sie. In jahrelanger Praxiserfahrung zum Jahreswechsel habe sie zudem die schwersten Verletzungen besonders auch an Kindern beobachtet. "Wir sind in Niedersachsen noch nicht an der Belastungsgrenze, und wir sollten alles dafür tun, dass es so bleibt." Die Freigabe von Feuerwerk würde alle strikten Maßnahmen der Kontaktbeschränkungen konterkarieren und zu erhoffende positive Effekte des jetzigen Lockdown auf einen Schlag wieder zunichtemachen.

19.12.2020 • 14:55 Uhr

Tirols Landeschef: Söder auf "Egotrip"

Tirols Landeschef Günther Platter ist mit Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) unzufrieden. "Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder befindet sich momentan auf einem Egotrip", sagte der konservative ÖVP-Landeshauptmann der "Tiroler Tageszeitung". "So eine Formulierung verwende ich sonst nicht. In diesem Fall tue ich das aber ganz bewusst, weil Söders Tirol-Bashing, die ständige und abschätzige Erwähnung von Ischgl, nicht in Ordnung ist. Ich bin schwer irritiert, so verhält man sich unter Freunden nicht."

Söder hatte den Tiroler Skiort Ischgl, der im Frühjahr zu einem zentralen Corona-Hotspot für zahlreiche Touristen wurde, wiederholt für Vergleiche herangezogen. Zuletzt hatte es auch wegen der Frage der Öffnung der Skigebiete unter den Nachbarn gekriselt. Das angespannte Verhältnis seines österreichischen Bundeslands zum Nachbarn Bayern liege nicht nur an Streit über Transitverkehr, sagte Platter. "Auch Salzburg, Oberösterreich oder Vorarlberg haben Probleme mit Bayern, und die haben keine Transitprobleme." Aber die Situation werde sich wieder verbessern, das mache er sich keine Sorgen, sagte Platter.

19.12.2020 • 14:33 Uhr

Neue Variante in Großbritannien breitet sich rasch aus

Eine neue Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich derzeit rasch in Großbritannien aus. Das Vereinigte Königreich habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darüber informiert, teilte der medizinische Regierungsberater Chris Whitty mit. Bereits am Montag hatten die Behörden mitgeteilt, dass eine neue Variante des Virus entdeckt worden sei.

Premierminister Boris Johnson beriet sich mit seinem Kabinett und wollte sich am Nachmittag um 17 Uhr zur Corona-Lage äußern.

Die neue Variante sei vor allem in Südostengland nachgewiesen worden, sagte Whitty. "Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass der neue Stamm eine höhere Sterblichkeitsrate verursacht oder Impfstoffe und Behandlungen beeinflusst." Er rief die Bevölkerung aber auf, alles zu unternehmen, um eine Ausbreitung zu verhindern. "Angesichts der jüngsten Entwicklung ist dies wichtiger denn je", betonte Whitty.

19.12.2020 • 14:25 Uhr

Portugals Regierungschef nach Treffen mit Macron in Quarantäne

In Portugal begibt sich Ministerpräsident Antonio Costa für 14 Tage in Quarantäne. Hintergrund sei ein Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Mittwoch, teilt die Lissaboner Gesundheitsbehörde mit. Macrons Büro hatte am Donnerstag erklärt, der Präsident sei positiv auf Covid-19 getestet worden. Costa wurde den Angaben zufolge am Donnerstag zwar negativ getestet. Er müsse aber dennoch bis zum 29. Dezember in Selbstisolierung bleiben.

19.12.2020 • 14:10 Uhr

Hilferuf: Brandenburger Krankenhäuser bitten um Unterstützung

Die beiden größten Krankenhäuser in Potsdam haben um Unterstützung bei der Behandlung von Corona-Patienten gebeten. Die Stadt Potsdam twitterte, das Klinikum Ernst von Bergmann und das St. Josefs-Krankenhaus suchten Helferinnen und Helfer, Studierende der Medizin, ausgebildete Pflegekräfte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten, "die sich mit uns gegen das Coronavirus stellen". "Jede helfende Hand wird gebraucht", hieß es auf der Internetseite der Landeshauptstadt. Die Stadt hatte am Freitag einen Massenanfall von Erkrankten ausgerufen, die letzte Stufe unter einem Katastrophenfall.

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) rechnet noch mit einer Verschlimmerung der Lage. "Die aktuelle Situation in den Krankenhäusern ist nur der Blick in den Rückspiegel. Wir haben jetzt so viele aktuelle Neuinfektionen, dass es tatsächlich sehr eng wird", sagte Schubert der "Märkischen Allgemeinen". Er schlug vor, dass Sanitätskräfte der Bundeswehr, die in Berlin stationiert sind, auch in Brandenburg aushelfen könnten. "Damit wäre uns eher geholfen als mit Menschen ohne medizinische Vorbildung."

Die Lage im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist weiter angespannt. Die steigenden Zahlen von Covid-19-Patienten seien nur durch Verlegungen zu bewältigen, hatte das Klinikum am Freitag mitgeteilt. Zwölf der 16 Intensivbetten seien mit Covid-19-Patienten belegt. Bisher waren Patienten unter anderem nach Berlin und Frankfurt (Oder) verlegt worden. Im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus werden derzeit 57 Patienten behandelt, die an Covid-19 erkrankt sind, davon 17 auf der Intensivstation. Die Zahlen seien trotz einer Verlegung von Patienten anhaltend hoch, teilte die Stadt mit.

19.12.2020 • 13:53 Uhr

Ethikrat-Mitglied: Impfgegner sollten auf Behandlung verzichten

Mit einem scharf formulierten Appell hat sich der Humangenetiker Wolfram Henn an Gegner einer Corona-Impfung und sogenannte Querdenker gewandt. Henn, der auch Mitglied des Ethikrats der Bundesregierung ist, forderte diese in einem von der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Schreiben auf, dann auch auf Behandlungsansprüche im Fall einer Covid-19-Erkrankung zu verzichten. Henn wies darin auch Kritik an dem Zulassungsverfahren für Impfstoffe zurück.

"Wer partout das Impfen verweigern will, der sollte, bitte schön, auch ständig ein Dokument bei sich tragen mit der Aufschrift: 'Ich will nicht geimpft werden! Ich will den Schutz vor der Krankheit anderen überlassen! Ich will, wenn ich krank werde, mein Intensivbett und mein Beatmungsgerät anderen überlassen'", zitierte "Bild" aus dem Schreiben Henns.

Zwar seien kritische Fragen in Verbindung mit den Impfungen verständlich und berechtigt, doch sollten diese an Menschen gerichtet werden, "die sich wirklich auskennen", forderte Henn. Forscher weltweit hätten "mit riesigem Aufwand das Tempo erhöht, aber nicht auf Kosten der Sicherheit". Weiter empfahl Henn "Querdenkern und Impfgegnern", statt "Panikmache" doch "mal ins nächste Krankenhaus zu gehen und ihre Verschwörungstheorien den Ärzten und Pflegern zu präsentieren, die gerade völlig ausgepowert von der überfüllten Intensivstation kommen".

19.12.2020 • 13:23 Uhr

Macrons Zustand nach Covid-Infektion stabil

Der Gesundheitszustand des mit Covid-19 infizierten französischen Präsidenten Emmanuel Macron ist nach Angaben seines Büros stabil. Die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung seien ermutigend, heißt es zudem. Die Symptome seien ähnlich wie die am Freitag und hinderten Macron nicht daran, seine Pflichten zu erfüllen. Das Büro hatte am Donnerstag mitgeteilt, der Präsident sei positiv getestet worden.

Am Freitag hatte Macron in einem via Twitter verbreiteten Video mitgeteilt, dass es ihm gut gehe, er aber an den Krankheitszeichen Kopfschmerzen, Husten und Müdigkeit leide. In dem Video hatte Macron seinen Landsleuten versprochen, sie täglich über den Verlauf seiner Krankheit zu informieren. 

19.12.2020 • 13:06 Uhr

Slowakei beginnt Lockdown

In der Slowakei hat ein ursprünglich erst für nächste Woche geplanter Lockdown begonnen. Zugleich traten ab 5 Uhr morgens Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Polizisten kontrollierten auf Straßen und an Bahnhöfen. Erlaubt blieb neben dringend notwendigen Besorgungen auch der Weg zur Arbeit. Nicht möglich sind Weihnachtseinkäufe. Offen halten dürfen Lebensmittelläden, Apotheken, Tankstellen und Banken, aber auch Servicestellen für Mobiltelefone.

Supermärkte dürfen zwar Lebensmittel verkaufen, müssen aber die Bereiche für andere Waren absperren. Die Handelsketten-Vereinigung hat dies als unnötige Schikane kritisiert und eine Klage angedroht. Besonders viel Medienkritik erntete die Regierungsentscheidung, zwar alle Schulen zu schließen, Skiliften aber den Betrieb zu erlauben und das Skifahren von den Ausgangsbeschränkungen auszunehmen. Eines der bekanntesten Skizentren im Land gehört dem rechtspopulistischen Parlamentspräsidenten Boris Kollar. Er ist Chef der zweitgrößten Regierungspartei "Wir sind Familie".

Am Freitag hatte der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic bestätigt, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Kurz danach wurden mehrere andere Spitzenpolitiker, die zu ihm engen Kontakt hatten, ebenfalls positiv getestet. Die Slowakei hatte im November mit Massentests an fast der ganzen Bevölkerung für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Matovic hatte die Aktion als Alternative zu einem Lockdown angepriesen. Dass sich dieser nun wegen dramatisch steigender Infektionszahlen und drohender Überlastung der Krankenhäuser dennoch nicht verhindern ließ, wertete er als politische Niederlage.

19.12.2020 • 12:53 Uhr

Städtetag: Mit Impfzentren gut aufgestellt

Die Impfzentren in den Städten sind laut Städtetag-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy startklar. "Mit den Impfzentren sind wir inzwischen gut aufgestellt. Dafür haben die Städte in den vergangenen Wochen aber auch ordentlich geklotzt", sagte Dedy der "Passauer Neue Presse". Die Impfungen sollen nach Weihnachten beginnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dazu am Freitag eine Verordnung vorgelegt, in der auch die Reihenfolge für verschiedene Gruppen der Bevölkerung festgelegt ist.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages mahnte zugleich eine umfassende Informations- und Werbekampagne an. Es müsse verhindert werden, dass bei Behörden, Ärzten und Kommunen eine Vielzahl unnötiger Nachfragen auflaufen, sagte er und warnte auch vor einer Überlastung von Kommunen. Impfungen dürften nicht an fehlendem Personal scheitern, warnte Dedy.

Das medizinische Personal der Gesundheitsämter sei jedoch durch die Pandemie auf absehbare Zeit voll ausgelastet und könne nicht zusätzlich auch noch die Impfungen übernehmen. "Wir sehen hier vor allem Länder und Kassenärzte gefordert", sagte er. Dedy geht davon aus, dass zu Beginn vor allem mobile Impfteams in Alten- und Pflegeeinrichtungen fahren, um dort besonders gefährdete Menschen zu impfen. Laut Spahns Verordnung gehören Hochbetagte über 80 und deren Pflegepersonen zu den ersten, die geimpft werden sollen.

19.12.2020 • 12:45 Uhr

Österreichs Tourismusministerin: Skilifte sicher wie U-Bahnen

Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hat das Öffnen der Skigebiete trotz eines weiteren mehrwöchigen Lockdowns nach Weihnachten verteidigt. Seilbahnen und Liftanlagen dürfen am 24. Dezember wieder öffnen, wobei die Entscheidung darüber bei den Bundesländern liegt. "Wir haben zur Zeit keine Touristen im Land, das heißt, wir öffnen die Sportmöglichkeiten, die Skilifte vor allem auch für die Einheimischen", sagte Köstinger.

Heute tritt die neue Einreiseverordnung in Österreich in Kraft, wonach Einreisende mit wenigen Ausnahmen in eine zehntägige Quarantäne mit Testmöglichkeit ab Tag fünf müssen. Ein Wiener könne beispielsweise auch mit der U-Bahn ins Grüne am Stadtrand fahren und dort laufen gehen, sagte Köstinger. "Es gibt bei den Seilbahnen, den Gondeln keinen Unterschied zu den anderen Transportmitteln, also ich verstehe manchmal, ehrlich gesagt, nicht, warum das so differenziert gesehen wird."

Sicherheitskonzepte, die unter anderem Maskenpflicht schon beim Anstellen für den Lift vorsähen, gebe es bereits seit Herbst. Am Freitagabend hatte Österreichs Regierung erneute Ausgangsbeschränkungen und Schließungen etwa des Handels vom 26. Dezember bis zum 17. Januar verkündet. Für diejenigen, die dann nicht an einem der landesweit angebotenen Corona-Tests teilnehmen wollen, sollen die Regeln laut Regierung noch eine weitere Woche gelten. Für Negativgetestete sollen ab dem 18. Januar auch die seit November geschlossene Gastronomie, Tourismusbetriebe und Kultur wieder öffnen.

19.12.2020 • 12:33 Uhr

Hongkong meldet wieder mehr Fälle in vierter Welle

In Hongkong sind am Samstag 109 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Laut den Behörden gehen 102 davon auf örtliche Ansteckungen zurück. Sieben Fälle kamen von außen. Es handelt sich bereits um die vierte Welle in der chinesischen Sonderverwaltungsregion.

Hongkong hatte seine Grenzen seit dem ersten Ausbruch im Frühjahr weitgehend dichtgemacht. Das konsequente Vorgehen half dabei, das Virus unter Kontrolle zu bringen. Bisher wurden 8078 Infektionen bestätigt, 129 Menschen starben an oder mit dem Coronavirus. Die frühere britische Kronkolonie hat rund 7,5 Millionen Einwohner.

19.12.2020 • 12:07 Uhr

Mehr als 50.000 Corona-Tote in Russland

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten nach offiziellen Angaben über die Marke von 50.000 gestiegen. Nach 585 neuen Todesfällen lag die Zahl heute bei 50.347, wie Regierungsbehörden in Moskau mitteilten. Zudem habe es 28.209 Neuinfektionen gegeben. Die Sterbezahlen des nationalen russischen Statistikamtes lagen nach Medienberichten allerdings deutlich über den Angaben der Regierung. Demnach weist die Regierung in ihren Zahlen weiter nur jene Fälle aus, in denen Covid-19 als Todesursache genannt wird.

19.12.2020 • 11:58 Uhr

Behörde: Überprüfung von Astrazeneca-Impfstoff dauert an

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat noch nicht über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca entschieden. Die Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen, sagte eine MHRA-Sprecherin. "Unser Verfahren zur Zulassung von Impfstoffen soll sicherstellen, dass jeder zugelassene Covid-19-Impfstoff die erwarteten hohen Standards in Bezug auf Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit erfüllt." Zuvor hatte die Zeitung "Daily Telegraph" berichtet, das Vakzin, das Astrazeneca gemeinsam mit der renommierten Universität Oxford entwickelt, solle am 28. oder 29. Dezember die Zulassung erhalten.

Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Die Europäische Union hat bereits Hunderte Millionen Dosen bei Astrazeneca bestellt. Insgesamt wurden weltweit schon Milliarden Dosen dort in Auftrag gegeben. Der vielversprechende Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig.

19.12.2020 • 11:58 Uhr

Lockdown in Corona-Hotspot in Sydney

Wegen eines neuen Corona-Ausbruchs in Sydney haben die Behörden für den Norden der australischen Metropole einen Lockdown verhängt. Dieser solle in der als Northern Beaches bekannten Gegend von heute Nachmittag bis Mittwoch um Mitternacht gelten, teilte die Premierministerin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, auf Twitter mit. Sie rief die Bewohner anderer Teile der Stadt auf, die Gegend zu meiden und warnte, dass der Lockdown ausgeweitet werden könne, wenn sich das Virus ausbreiten sollte.

Nach ihren Angaben wurden in Northern Beaches bis Samstag 38 Neuinfektionen registriert. Mit den jetzt getroffenen Maßnahmen wolle man für den gesamten Bundesstaat die Chance auf ein sicheres Weihnachtsfest wahren. Die Bewohner der Hotspot-Zone dürfen ihre Häuser jetzt nur noch aus unverzichtbaren Gründen verlassen.

Der neue Corona-Ausbruch kommt für Australien als ein Schock, weil das Virus dort in den vergangenen sieben Wochen fast als verschwunden galt. Vorausgegangen waren extrem strikte Maßnahmen und wochenlange strenge Lockdowns, etwa in der Millionenstadt Melbourne. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern wurden bislang nur rund 28.000 Fälle registriert. Mehr als 900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Mehrere Bundesstaaten kündigten nun Reisebeschränkungen bei Ankünften aus Sydney an.

19.12.2020 • 11:42 Uhr

Bericht: Pflegekräfte erkranken besonders häufig an Corona

Pflegekräfte erkranken besonders häufig an Corona. Das geht laut einem Bericht der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) aus Berechnungen der Krankenkasse Barmer hervor, bei der Zahl und Ursachen von Krankmeldungen ausgewertet wurden. Demnach waren seit Beginn der Pandemie bis Mitte November 2,5 Prozent aller bei der Barmer versicherten Pflegekräfte wegen Covid-19 krankgeschrieben. In absoluten Zahlen seien dies 6600 Pflegerinnen und Pfleger, hieß es weiter.

Bei allen Berufsgruppen lag der durchschnittliche Anteil der Covid-19-Kranken dagegen bei 1,6 Prozent. Demnach haben Pflegekräfte ein um 56 Prozent höheres Risiko, an Corona zu erkranken, als Berufstätige insgesamt. "Die Corona-Pandemie spitzt sich immer weiter dramatisch zu. Wir können es uns also nicht leisten, dass so viele Pflegekräfte an Corona erkranken und ausfallen", sagte die leitende Medizinerin der Barmer, Ursula Marschall, den RND-Zeitungen. Sie verwies darauf, dass die Ausfälle die Versorgung in den Krankenhäusern, in Altenheimen und in der häuslichen Pflege gefährdeten.

"Daher ist es sehr wichtig, dass das Pflegepersonal den Impfstoff gegen Covid-19 sehr früh und mit der höchsten Priorität erhalten kann", betonte Marschall. Aktuell ist vorgesehen, dass zunächst über 80-Jährige sowie Pflegeheimbewohner und deren Pflegekräfte geimpft werden. Das medizinische Pflegepersonal, das in besonders sensiblen Bereichen arbeitet, soll danach dran sein.

19.12.2020 • 11:10 Uhr

Auch Schweiz lässt Biontech/Pfizer-Impfstoff zu

Mit der Schweiz hat ein weiteres Land das Vakzin der beiden Hersteller Biontech und Pfizer zugelassen. Wie die Arzneimittelbehörde in Zürich laut Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, zeigten die vorliegenden Daten einen Schutz von mehr als 90 Prozent. Damit habe der Impfstoff die weltweit erste ordentliche Zulassung erhalten.

19.12.2020 • 10:01 Uhr

Verband: Viele mittelständische Betriebe kurz vor Insolvenz

Der Mittelstand hat wegen einer schleppenden Umsetzung der Novemberhilfen Alarm geschlagen. "Bis dato ist erst ein Bruchteil der dringend benötigten Liquidität bei den notleidenden Unternehmen angekommen, viele Klein- und Mittelbetriebe stehen unmittelbar vor der Insolvenz", heißt es in einem Brief des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Die Bundesregierung hatte wegen des Teil-Lockdowns im November und Dezember für betroffene Firmen etwa in der Gastronomie Hilfen angekündigt, erstattet werden Umsatzausfälle. Abschlagszahlungen werden bereits ausbezahlt. Ab Januar gilt die Überbrückungshilfe III, erstattet werden dann betriebliche Fixkosten wie Mieten und Pachten.

19.12.2020 • 08:59 Uhr

Scholz: Finanzhilfen so lange wie nötig

Nach den Worten von Finanzminister Olaf Scholz sollen der Wirtschaft Finanzhilfen gezahlt werden, so lange es nötig ist. "Finanziell können wir den Lockdown lange durchhalten, weil wir über eine robuste Volkswirtschaft mit sehr leistungsfähigen und international wettbewerbsfähigen Unternehmen verfügen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wir tun, was nötig ist, solange es nötig ist."

Ziel sei es nun, die Infektionszahlen einzudämmen. Was im Februar oder März sei, könne man nicht sagen. Aber: "Jeder weiß, dass der 10. Januar nur eine Zwischenstation sein wird." Bis dahin gilt der Mittwoch in Deutschland in Kraft getretene Lockdown derzeit.

19.12.2020 • 08:49 Uhr

Intensivbetten in Südkorea werden knapp

In Südkorea werden wegen der Corona-Pandemie die Krankenhausbetten knapp. Im Großraum der Hauptstadt Seoul mit fast 26 Millionen Einwohnern waren gestern der Nachrichtenagentur Reuters zufolge nur noch vier Intensivbetten verfügbar. Laut Medien und Behördenvertretern können derzeit Hunderte Patienten nicht aufgenommen werden, da Plätze in den Hospitälern fehlen.

Südkorea galt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie lange als mustergültig: Die Sterblichkeit war niedrig, durch die strikte Kontaktverfolgung und viele Tests konnten lokale Ausbrüche schnell eingegrenzt werden. Dieses Vorgehen hatte die Belastung für die Krankenhäuser in Grenzen gehalten, sie konnten sich auf die schwerkranken Patienten konzentrieren. Inzwischen handelt es sich aber nicht mehr um einzelne größere Ausbrüche, sondern um weiter verbreitete Infektionen, deren Nachverfolgung schwieriger ist.

19.12.2020 • 08:15 Uhr

Bundesagentur für Arbeit sieht derzeit keine Insolvenzwelle

Die Bundesagentur für Arbeit sieht trotz der Schließung zahlreicher Unternehmen im Corona-Lockdown weiter keine Insolvenzwelle auf Deutschland zurollen. "Unsere Zahlen geben so etwas im Moment nicht her", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Bis zum November 2020 seien knapp 1,2 Milliarden Euro an Insolvenzgeld gezahlt worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 723 Millionen Euro gewesen. In den Zahlen für 2020 sei aber auch die Insolvenz einer großen Einzelhandelskette enthalten, die nicht pandemiebedingt gewesen sei. Gemeint sein dürfte die Insolvenz von Galeria Kaufhof. Es gingen aber auch mehrere größere Unternehmen pleite, zu deren Schwierigkeiten die Corona-Problematik zumindest beitragen hat - darunter die Restaurantkette Vapiano und Deutschlands größte Friseurkette Klier.

Nach wie vor gilt jedoch, dass die Pflicht zum Stellen einen Insolvenzantrags für pandemiebedingt überschuldete Firmen ausgesetzt bleibt - und zwar mindestens bis Ende Januar ausgesetzt. Das liegt vor allem daran, dass sich die Auszahlung der staatlichen Corona-Hilfen verzögert hat.

19.12.2020 • 08:04 Uhr

Bahn-Beauftragter: Mehr als 13 Milliarden Euro Corona-Kosten

Der Deutschen Bahn werden nach Ansicht des Bahn-Beauftragten der Bundesregierung mehr als 13 Milliarden Euro Corona-Kosten entstehen. Ein Schaden von 13 bis 14 Milliarden Euro sei zu Beginn der Pandemie als schlechtestes Szenario errechnet worden, sagte Enak Ferlemann der "Welt". "Inzwischen ist klar: Es wird nicht auf unser bestes Szenario hinauslaufen, sondern auf das schlechteste." Sollte der Lockdown länger dauern, könne es auch noch teurer werden, warnte Ferlemann.

19.12.2020 • 05:45 Uhr

Mehr als zehn Millionen Positiv-Tests in Indien

In Indien sind in bislang mehr als zehn Millionen Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet werden, das zweithöchste Niveau weltweit. Die Behörden melden weitere 25.152 Fälle. Die Zahl der täglichen Positiv-Tests liegt seit geraumer Zeit deutlich unter dem Mitte September erfassten Spitzenwert von fast 98.000. 347 weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. Insgesamt steigt die Zahl der Todesfälle auf 145.136.

19.12.2020 • 05:15 Uhr

31.300 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 31.300 Neuinfektionen binnen eines Tages übermittelt. Das geht aus RKI-Angaben von Morgen hervor. Am Freitag hatte es mit 33.777 gemeldeten Infektionen einen Höchstwert gegeben, allerdings waren darin rund 3500 nachgemeldete Fälle vom Vortag enthalten. Am Samstag vergangener Woche hatte die Zahl bei 28.438 gelegen.  Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 702 neue Todesfälle. Der bisherige Höchstwert von 952 Toten war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 25.640. 

19.12.2020 • 03:36 Uhr

US-Behörde: Fünf allergische Reaktionen nach Impfstoffverabreichung

Nach der Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer sind in dieser Woche in fünf Fällen allergische Reaktionen aufgetreten, wie die US-Arzneimittelbehörde FDA mitteilt. FDA-Experte Peter Marks sagt, der Übeltäter sei womöglich die Chemikalie Polyethylenglycol. Sie sei Bestandteil der Impfstoffe sowohl von Biontech/Pfizer als auch von Moderna.

19.12.2020 • 03:32 Uhr

Erste Gelder der Corona-Dezemberhilfe sollen bald fließen

Erste Gelder der Corona-Dezemberhilfen sollen bald bei Firmen ankommen. Wie das Bundeswirtschaftsministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, werden Abschlagszahlungen nach aktuellem Stand spätestens Anfang Januar 2021 fließen. Die Abschlagszahlungen sind ein Vorschuss auf spätere Zahlungen. Wirtschaftsverbände hatten massive Kritik an einer schleppenden Umsetzung der Hilfen geäußert. Unternehmen bekommen Abschlagszahlungen in Höhe von 50.000 Euro, Soloselbstständige von bis zu 5000 Euro. Dies gilt bereits bei den Novemberhilfen. Die Bundesregierung hatte die milliardenschweren Hilfen für Unternehmen etwa aus der Gastronomie beschlossen, die ihren Geschäftsbetrieb wegen des Teil-Lockdowns seit Anfang November dicht machen mussten.

19.12.2020 • 02:30 Uhr

Chef der Wirtschaftsweisen gegen mehr Corona-Hilfen für den Handel

Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, hat sich gegen eine Ausweitung der Corona-Hilfen für Händler und Gastronomen ausgesprochen. "Der Lockdown ist bitter für den Handel, aber mehr als die Überbrückungshilfen sollte es nicht geben", sagte Feld der "Rheinischen Post". Anders als bei vielen Dienstleistungen könne Umsatz "online stattfinden oder nachgeholt werden." Zur Unterstützung des Handels könnten Verbraucher Gutscheine verschenken. Manche Gastronomen machten sogar "bessere Geschäfte als vor einem Jahr", sagte Feld mit Blick auf Entschädigungen des Bundes und den möglichen Außer-Haus-Verkauf. "Es ist gut, dass der Staat 2021 zu den Überbrückungshilfen zurückkehrt und nur noch einen Teil der Fixkosten erstattet", betonte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

19.12.2020 • 02:30 Uhr

Scholz verteidigt Reihenfolge bei der Corona-Impfung

Vizekanzler Olaf Scholz hat die Priorisierung bei der Corona-Impfung gegen Kritik verteidigt. "Natürlich wäre es am besten, wenn alle sofort geimpft werden könnten. Da das nicht geht, muss man eine Reihenfolge festlegen nach klaren wissenschaftlichen Kriterien", sagte der SPD-Kanzlerkandidat den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Impfpriorisierung gestern vorgestellt. "Die Schwächsten zu schützen, das ist das erste Ziel unserer Impfkampagne", sagte Spahn. Ältere über 80 Jahre, Bewohner und Personal in Pflegeheimen sollen zuerst zum Zug kommen, wenn Impfungen wie geplant am 27. Dezember anlaufen können.

19.12.2020 • 02:30 Uhr

Corona-Impfstoff von Moderna erhält Notfallzulassung in den USA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des US-Pharma-Unternehmens Moderna eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte die FDA am Abend (Ortszeit) mit. Vor rund einer Woche hatte bereits ein vom Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer entwickelter Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung der Behörde bekommen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 19. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.