Demonstrierende Ärzte und Pfleger in London | WILL OLIVER/EPA-EFE/Shutterstock
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Britische Ärzte fordern Anerkennung ++

Stand: 12.09.2020 21:03 Uhr

In London demonstrieren Ärzte und Pfleger für Anerkennung und mehr Geld. In München haben die Veranstalter eine Kundgebung gegen die Corona-Regeln vorzeitig beendet - nachdem der Zug von der Polizei gestoppt worden war. Der Liveblog vom Samstag zum Nachlesen.

  • 1630 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet
  • Forscher: Corona sorgt für Renaissance der Ehe
  • Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in München und Hannover
  • Fehler ließ Corona-Zahlen auf Mallorca niedrig erscheinen
  • Kritik an Regierung nach Neuinfektionen in Tschechien
  • UN-Resolution gegen Widerstand der USA verabschiedet
  • Deutliche Zunahme von Neuinfektionen in Österreich
12.9.2020 • 21:02 Uhr

Liveblog endet

Für heute endet der Liveblog.

12.9.2020 • 21:01 Uhr

Griechenland will Arbeitsplatzverluste verhindern

Griechenland stemmt sich mit staatlichen Maßnahmen gegen umfangreiche Arbeitsplatzverluste im Zuge der Corona-Krise. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte, unter anderem sollten Sozialabgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gesenkt werden. Zudem solle die sogenannte Solidaritätssteuer, die auf Einkommen erhoben werde, für das Jahr 2021 ausgesetzt werden. Auch solle die Unterstützung für Arbeitslose verlängert werden. "Unsere Priorität kann keine andere sein als die Sicherung der Beschäftigung", sagte Mitsotakis.

12.9.2020 • 19:43 Uhr

Pfizer und BionTech wollen Impfstudie ausweiten

Der US-Pharmakonzern Pfizer und das Mainzer Biotech-Unternehmen BionTech wollen ihre Studie für einen Covid-19-Impfstoff ausweiten. Der US-Arzneimittelaufsicht FDA sei zugesagt worden, die Phase-3-Studie mit 44.000 Teilnehmern durchzuführen, teilten beide Firmen mit. Bislang war von 30.000 Probanden die Rede gewesen. Diese Zahl soll in der kommenden Woche erreicht werden. Pfizer und Biontech bekräftigten, bei erfolgreichen Ergebnissen solle bereits im Oktober die Zulassung des Impfstoffs beantragt werden.

12.9.2020 • 18:13 Uhr

Britische Ärzte und Pfleger fordern mehr Geld

Mehrere Hundert britische Ärzte und Pfleger haben in London für mehr Anerkennung 15 Prozent mehr Gehalt demonstriert. Viele von ihnen haben in den vergangenen Monaten an vorderster Front mit schwer erkrankten Covid-19-Patienten gearbeitet - oft nur unzureichend mit Schutzkleidung ausgestattet. Zu Beginn ihres Protests gedachten die Mediziner und Pfleger ihren 640 NHS-Kollegen, die mit einer Corona-Infektion gestorben waren. Großbritannien ist mit mehreren Zehntausend Toten bislang das am schwersten von der Corona-Pandemie getroffene Land in Europa.

12.9.2020 • 17:29 Uhr

Hilfsdienst betont Bedeutung der Betreuung von Einsamen während Corona

Der Malteser Hilfsdienst hält die Begleitung von einsamen und kranken Menschen während der Corona-Pandemie für systemrelevant. Auf der Bundesversammlung der Malteser in Köln würdigte Präsident Georg Khevenhüller "die vielen kreativen Ansätze, mit denen die Malteser auf die ungewohnte Situation reagiert haben, um den Menschen während dieser schwierigen Zeit helfen zu können."

Nicht nur die praktischen Hilfen wie Einkaufsservices hätten gut funktioniert. Besonders wichtig seien die Hilfen für Menschen gewesen, die in der Pandemie-Zeit einsam und abgeschottet gewesen seien. "Soweit die Hygiene-Regeln es zuließen, waren wir auch hier nahe. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch diese Begleitung 'systemrelevant' für unsere Gesellschaft ist", betonte Khevenhüller.

12.9.2020 • 16:44 Uhr

Hunderte Menschen bei Protesten in Warschau

Mehrere hundert Menschen haben in Warschau gegen die von der Regierung erlassenen Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Unter dem Motto "Schluss mit der Pandemie - Genug der Lügen" versammelten sie sich vor dem polnischen Parlament und zogen anschließend durch die Hauptstadt bis zum Sitz des staatlichen Fernsehsenders TVP, dem sie "Lügen" über die Pandemie vorwarfen.

Zu der Demonstration aufgerufen hatten vor allem Impfgegner. Die Teilnehmer forderten den Rücktritt der Regierung und skandierten immer wieder "Freiheit, Freiheit" und "Schluss mit den Lügen, Schluss mit den Masken". 

12.9.2020 • 15:55 Uhr

AstraZeneca setzt Test von Impfstoff fort

Die Firma AstraZeneca setzt den Test ihres gemeinsam mit der Uni Oxford entwickelten Impfstoffs fort. Das erklärte das britische Unternehmen.

Der Pharmakonzern hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vor einigen Tagen vorsorglich gestoppt, nachdem bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten waren.

Der Impfstoff befindet sich derzeit in der dritten und abschließenden Studien-Phase. AstraZenecas Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen und soll das Immunsystem auf Trab bringen, damit es SARS-CoV-2 im Falle einer Infektion unschädlich machen kann.

12.9.2020 • 15:37 Uhr

Wirtschaft in der EU besser als erwartet

Die wirtschaftliche Lage in Europa ist deutlich besser als noch vor einigen Monaten befürchtet. Das sagt Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach Beratungen mit seinen europäischen Amtskollegen in Berlin. "Wir brauchen immer noch einen sehr langen Atem." Das Virus sei aber weiterhin da.

12.9.2020 • 15:18 Uhr

Anti-Corona-Demo in München abgebrochen

Die Initiatoren einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen in München haben ihren Demonstrationszug durch die Stadt vorzeitig abgebrochen. Zuvor hatte die Polizei den Zug gestoppt, weil mehr als die zugelassenen 500 Teilnehmer dabei waren und nach Polizeiangaben kaum jemand eine Maske trug. Die Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot von 1400 KRäften vor Ort.

In Hannover demonstrierten mehr als 360 Menschen gegen die Corona-Einschränkungen. Bei einer Gegendemonstration beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 200 Teilnehmer. Beide Veranstaltungen begannen am Waterlooplatz. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot vor Ort war, trennte die beiden Lager mit einem Absperrband.

Gegenproteste gegen eine Demonstration gegen Corona-Beschränkungen in Hannover. | STRINGER/EPA-EFE/Shutterstock

Zur Gegendemo in Hannover versammelten sich Hunderte. Bild: STRINGER/EPA-EFE/Shutterstock

12.9.2020 • 14:24 Uhr

116 weitere Corona-Tote im Iran

Im Iran ist die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus um 116 auf 23.029 gestiegen. Binnen 24 Stunden seien außerdem 2139 Neuinfektionen nachgewiesen worden, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums im staatlichen Fernsehen. Damit seien 399.940 Ansteckungsfälle bekannt. Der Iran ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder im Nahen Osten.

12.9.2020 • 14:02 Uhr

Linken-Vorstand regelt Internetparteitage

Angesichts der andauernden Corona-Pandemie hat der Vorstand der Linkspartei Regeln für Internet-Parteitage aufgestellt. "Wir sollten uns nicht leichtfertig von Präsenzparteitagen verabschieden", sagte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler in Berlin. Debatte und Meinungsbildung mit Emotionen und spontanen Reaktionen ließen sich nicht einfach ins Internet verlegen.

"Die gegenwärtige Situation macht aber deutlich, dass wir eine Lösung für den Fall brauchen, dass Präsenzparteitage nicht möglich sind." Falls ein Parteitag wegen einer Pandemie nicht stattfinden kann, darf der Vorstand ihn nach der Neuregelung bis höchstens ins nächste Kalenderjahr verschieben oder einen Internetparteitag einberufen, sofern das noch zu ändernde Parteiengesetz dies zulässt. Wenn nur einzelne Regionen von der Pandemie betroffen sind, dürfen dortige Delegierte an einem normalen Linke-Parteitag elektronisch teilnehmen. Beschlüsse von Internetparteitagen müssen auf dem nächstmöglichen Versammlungsparteitag der Linken bestätigt werden.

12.9.2020 • 13:58 Uhr

Scholz für Öffnung neuer EU-Finanzquellen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz fordert rasch neue Geldquellen für die Europäische Union, um die Milliardenschulden für das Corona-Aufbauprogramm gemeinsam wieder abtragen zu können. Die Entscheidung für dieses 750-Milliarden-Programm als Antwort auf die Krise habe Konsequenzen, sagte der SPD-Politiker zum Abschluss eines informellen Treffens mit seinen EU-Kollegen in Berlin.

"Das Ergebnis wird sein, dass wir relativ bald eine Entscheidung für Eigenmittel treffen müssen." Für das 750-Milliarden-Programm will die EU erstmals im großen Stil gemeinsam Schulden aufnehmen und dann bis 2058 aus dem Haushalt tilgen. Zur Finanzierung hatten die Staats- und Regierungschefs die Einführung einer Abgabe auf nicht recyceltes Plastik schon zum 1. Januar 2021 verabredet. Weitere neue EU-Eigenmittel sollen folgen, so Einnahmen aus einem erweiterten europäischen Emissionshandel, aus CO-2-Zöllen, aber womöglich auch aus Digital- und Finanzmarktsteuern.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) | dpa

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) gibt am zweiten Tag des informellen Treffens der EU-Wirtschafts- und Finanzminister eine Erklärung ab. Bild: dpa

12.9.2020 • 13:38 Uhr

Erneut Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen

Gegner der staatlichen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie haben in München und Hannover erneut Kundgebungen organisiert. In München versammelten sich nach Angaben der Protestgruppe "Querdenken" 500 Menschen am Mittag zu einem Protestzug zur Theresienwiese. Diese Zahl war in der Nacht zuvor vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof als Höchstwert für zulässig erklärt worden. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 1400 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

Aufrufe zu Demonstrationen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen gab es auch in Hannover. Parallel wollen linke Gruppen gegen die Verbreitung von Verschwörungsmythen demonstrieren. In Hannover war ebenfalls ein großes Polizeiaufgebot im Einsatz.

12.9.2020 • 13:38 Uhr

Fehler ließ Corona-Zahlen auf Mallorca niedrig erscheinen

Wegen einer fehlerhaften Übertragung von Corona-Daten der Balearen an das spanische Gesundheitsministerium in Madrid sind die Infektionszahlen einem Pressebericht zufolge tagelang zu niedrig ausgewiesen worden. So wurde die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage aufgrund der Übertragungsfehler mit deutlich unter 50 angegeben, obwohl sie tatsächlich wesentlich höher lag, wie die "Mallorca Zeitung" unter Berufung auf Eugenia Carandell, Direktorin im balearischen Gesundheitsministerium, berichtete.

Nach den Daten der lokalen Gesundheitsbehörde ergebe sich eine Zahl von 120 bis 170 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Für ganz Spanien wird der Wert derzeit mit etwa 113 angegeben. Die Grenze von 50 ist ein entscheidendes Kriterium für die Bundesregierung, eine Region oder ein Land als Risikogebiet einzustufen oder die Einschätzung auch wieder aufzuheben. Die Balearen mit der beliebten Urlauberinsel Mallorca sind seit Mitte August Risikogebiet und das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin wie auch in den Rest Spaniens.

12.9.2020 • 13:02 Uhr

Rouhani: Erneuter Lockdown im Iran wäre "Kapitulation"

Ein von Gesundheitsexperten im Iran geforderter erneuter Lockdown wäre nach den Worten von Präsident Hassan Rouhani eine "Kapitulation" vor der Corona-Pandemie. "Der Gesundheit wegen nun alles abzuschließen und zu verbieten wäre nicht rational", sagte Rouhani. Er plädierte im Staatsfernsehen erneut für eine Öffnung des Landes unter Einhaltung der Hygienevorschriften als die einzig realistische Lösung während der Pandemie. 

Rouhani steckt seit Monaten wegen der Corona-Krise in einer Zwickmühle. Einerseits muss er auf die Warnungen der Gesundheitsexperten, auch innerhalb seiner eigenen Regierung, hören, andererseits kann er auch die Wirtschaft nicht ignorieren. Wegen der US-Sanktionen steckte der Gottesstaat schon vor dem Corona-Ausbruch Ende Februar in einer Wirtschaftskrise. Die Pandemie hat diese noch weiter verschärft.

Hassan Rouhani | dpa

Irans Präsident Hassan Ruhani Bild: dpa

12.9.2020 • 12:57 Uhr

Deutliche Zunahme von Neuinfektionen in Österreich

In Österreich hat es erneut einen drastischen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Innerhalb von 24 Stunden seien 869 neue Fälle registriert worden, teilte die Regierung laut einem Bericht der Nachrichtenagentur APA mit. 444 Fälle traten in Wien auf und erreichten damit einen neuen Höchstwert von täglichen Fällen in der Hauptstadt.

In ganz Österreich infizierten sich seit Ausbruch der Pandemie 32.696 Menschen mit dem Coronavirus, 754 starben. Österreichs Regierung hatte angesichts der steigenden Infektionszahlen am Freitag eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen angekündigt.

12.9.2020 • 12:47 Uhr

Experte: Großbritannien droht Kontrollverlust

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien hat ein führender britischer Gesundheitsexperte Alarm geschlagen. "Man muss sagen, wir fangen an, die Kontrolle über das Virus zu verlieren", sagte der Chef des staatlichen Forschungs- und Innovationsinstituts UKRI, Mark Walport, dem Sender BBC. Am Freitag hatte es in Großbritannien mehr als 3500 bestätigte Neuinfektionen gegeben - so hoch lagen die Zahlen zuletzt Mitte Mai.

Entgegen der zuletzt von Premierminister Boris Johnson forcierten Kampagne, die Briten sollten in ihre Büros zurückkehren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, riet der ehemalige Regierungsberater Walport, weiter zuhause zu arbeiten, wenn möglich. Da Schüler zurück in den Schulen und Studenten in den Universitäten seien, sei es umso wichtiger, in anderen Bereichen die Kontakte zu reduzieren. Die britische Regierung hat in dieser Woche wieder strengere Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen: So dürfen sich in England ab Montag nur noch maximal sechs Leuten treffen.

12.9.2020 • 12:42 Uhr

Festnahmen bei Demonstration in Melbourne

In Australien sind bei einer Demonstration von rund 100 Gegnern der Anti-Corona-Maßnahmen nach Polizeiangaben 14 Personen festgenommen worden. Die Menschen gingen in der Metropole Melbourne auf die Straße, dem Brennpunkt des ansonsten verhältnismäßig moderaten Ausbruchs des Virus in Australien. Ein seit Wochen geltender strenger Lockdown in der Stadt hätte eigentlich am Sonntag aufgehoben werden sollen, wurde aber um weitere zwei Wochen verlängert.

12.9.2020 • 12:40 Uhr

Star-Bariton: "Die Kultur steht vor dem Bankrott"

Der international bekannte Bariton Matthias Goerne sieht durch die geltenden Corona-Restriktionen die deutsche Kulturlandschaft in ihrer Existenz bedroht. "Die Kultur steht vor dem Bankrott. Und gegenwärtig grundlos", sagte Goerne der "Welt am Sonntag". Er macht dafür vor allem die strengen Auflagen für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen verantwortlich. "Wenn die Autoindustrie so behandelt werden würde wie die Kultur, dann würde längst schon kein einziger Wagen mehr vom Band rollen." Goerne befürchtet eine "zweite Welle" des Bühnensterbens nach den Wunden der Wiedervereinigung: "Ich bin gespannt, was in fünf bis zehn Jahren von der wundervollen deutschen Orchester- und Theaterlandschaft noch übrig ist."

Goerne kritisiert die Politik vor allem dafür, dass sie von Veranstalterseite vorgelegte Konzepte, neue Erkenntnisse zur Übertragung des Virus und positive Erfahrungen im Ausland, etwa bei den Salzburger Festspielen, ignoriere. Vor allem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wirft der Sänger mangelnde Empathie für die existenziellen Nöte der Kulturszene vor: "Bahn und Flugzeug ja, Kultur nein! Ich finde das erschreckend."

12.9.2020 • 12:33 Uhr

UN-Resolution gegen Widerstand der USA verabschiedet

Gegen den Widerstand der USA haben die Vereinten Nationen eine Resolution zur Corona-Pandemie verabschiedet, mit der die führende Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Bekämpfung des Coronavirus bestätigt wird. Für die Entschließung stimmten am Freitag 169 der 193 Mitgliedstaaten, dagegen votierte außer den USA nur noch Israel. US-Präsident Donald Trump, der der WHO schwere Fehler in der Corona-Krise vorwirft, hatte Anfang Juli den Austritt seines Landes aus der Organisation eingeleitet. An dem Resolutionstext, der mehrere Aspekte der Pandemie umfasst, wurde seit Mai gefeilt.

12.9.2020 • 11:53 Uhr

Demonstrationen gegen Corona-Auflagen in Neuseeland

Im neuseeländischen Auckland sind Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Maßnahmen der Regierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu protestieren. Auf Fernsehbildern waren dicht gedrängt Demonstranten zu sehen, von denen viele keinen Mund-Nase-Schutz trugen.

In Neuseelands größter Stadt waren die Auflagen verschärft worden, als es im August zu einem neuen Ausbruch der Krankheit kam. Versammlungen von mehr als zehn Personen sind seitdem verboten. Vor August hatte das Land die Infektionswelle gut eindämmen können. Am Samstag meldeten die Behörden zwei neue Fälle, womit seit Jahresbeginn insgesamt 1444 Infektionen bekanntgeworden sind.

12.9.2020 • 11:51 Uhr

New Yorker Künstlerin bedankt sich bei Müllabfuhr

Mit einer überall in der Millionenmetropole verbreiteten Botschaft hat sich eine New Yorker Künstlerin in der Corona-Pandemie bei den Mitarbeitern der Müllabfuhr bedankt. "Lieber Service-Angestellter. Danke dafür, dass du New York am Leben hältst. Für ... immer", steht seit kurzem auf der Fassade des Queens Museums.

Außerdem taucht die Botschaft auch auf Leinwänden am Times Square in Manhattan und in der U-Bahn auf. Der Dank von Künstlerin Mierle Laderman Ukeles richtet sich dem Museum zufolge an alle öffentlichen Angestellten der Stadt, aber ganz besonders an die der Müllabfuhr.

Der Schriftzug einer New Yorker Künstlerin am Queens Museum. | dpa

"Danke, dass du New York am Leben hältst" - mit der überall in der Millionenmetropole verbreiteten Botschaft hat sich eine New Yorker Künstlerin in der Corona-Pandemie bei den Mitarbeitern der Müllabfuhr bedankt. Bild: dpa

12.9.2020 • 11:41 Uhr

Bobic warnt vor Club-Insolvenzen

Fredi Bobic hat vor den Auswirkungen der Corona-Krise für den Fußball gewarnt und befürchtet, dass die Zahl der arbeitslosen Profifußballer steigen wird. "Je länger die Pandemie andauert, desto spannender wird es", sagte der Sportvorstand von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt in einem Interview mit dem Nachrichtenportal von T-Online.

Die finanziellen Auswirkungen seien unabsehbar. "Clubs mit großen Namen könnten insolvent gehen", sagte der 48-Jährige. Einen Millionenmarkt für Spieler wie Leroy Sané, Kai Havertz oder Timo Werner werde es immer geben. "Aber mal abgesehen von diesen Stars der Branche: Es wird künftig mehr arbeitslose Profifußballer geben."

12.9.2020 • 11:32 Uhr

Merkel betont Möglichkeit zur Debatte über Maßnahmen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die staatlichen Corona-Beschränkungen erneut verteidigt, aber ausdrücklich die Möglichkeit zu demokratischen Debatten darüber betont. "Bei uns steht jedem frei, diese Entscheidungen der Regierung offen zu kritisieren", sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Jeder könne seine Haltung bei friedlichen Demonstrationen zum Ausdruck bringen.

"Ein Staat, der Meinungsfreiheit, öffentliche Debatte und Teilhabe nicht unterdrückt, sondern garantiert - darum beneiden uns viele Menschen auf der Welt", sagte Merkel zum "Internationalen Tag der Demokratie" der Vereinten Nationen am kommenden Dienstag. Beschränkungen bei Kontakten, Besuchsmöglichkeiten und im kulturellen Leben in der Corona-Krise seien "wirklich demokratische Zumutungen". Diese Maßnahmen, über die frei berichtet und breit öffentlich debattiert werde, hätten aber gewirkt.

12.9.2020 • 11:26 Uhr

Touristin aus USA war Superspreaderin in Garmisch

Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen. Die junge Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

12.9.2020 • 11:23 Uhr

HSV darf nicht 5000 Zuschauer ins Stadion lassen

Der Hamburger SV ist mit seinem Antrag auf Zulassung von 5000 Zuschauern im Eröffnungsspiel der 2. Fußball-Bundesliga am 18. September gegen Fortuna Düsseldorf chancenlos. Eine Begründung lieferte Innensenator Andy Grote. "Es ist keine gute Idee, wenn jeder für sich eine Entscheidung verkündet und an einem Bundesligawochenende in 18 Stadien 18 unterschiedliche Regeln gelten. Das ist auch nicht die Verabredung der Ministerpräsidentenkonferenz", sagte der SPD-Politiker dem "Hamburger Abendblatt". An die Verabredung fühle man sich gebunden. "Wenn man etwas beschließt, muss man sich auch daran halten", so Grote.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) | dpa

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD). Bild: dpa

12.9.2020 • 11:19 Uhr

Kritik an Regierung nach Neuinfektionen in Tschechien

Der Trend zunehmender Corona-Infektionszahlen in Tschechien hält ungebrochen an. Gestern kamen 1447 bestätigte Fälle hinzu, mehr als je zuvor an einem Tag. Das gab das Gesundheitsministerium in Prag heute bekannt. Seit Beginn der Pandemie starben 450 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Prags Oberbürgermeister Zdenek Hrib übte im tschechischen Fernsehen CT scharfe Kritik an der Krisenpolitik der Regierung. Sie habe verschlafen, dass es mit dem Schulbeginn nach den Sommerferien zu einer Infektionswelle kommen werde, sagte der studierte Mediziner. Die Schulen seien zu "Covid-Tauschbörsen" geworden. Gesundheitsminister Adam Vojtech erwiderte dagegen, niemand habe erwartet, dass der Anstieg so schnell und so massiv ausfallen werde wie in den zurücklegenden 14 Tagen.

12.9.2020 • 11:14 Uhr

Russland: Zahl der Infektionen und Toten steigt weiter

In Russland hat sich die Zahl der Corona-Toten binnen eines Tages um 119 auf 18.484 erhöht. Die Behörden bestätigten zugleich 5488 Neuinfektionen, womit insgesamt 1.057.362 Fälle bekannt sind. Damit folgt Russland weltweit auf die USA mit über 6,4 Millionen sowie Indien und Brasilien mit jeweils mehr als vier Millionen Fällen.

12.9.2020 • 10:33 Uhr

Corona-Fälle in deutscher Box-Olympiamannschaft

Mehrere Sportler und Betreuer der deutschen Box-Olympiamannschaft haben sich offensichtlich bei einem Trainingslager im österreichischen Sölden mit dem Coronavirus infiziert. Wie der "Spiegel" berichtete, bestätigte der Generalsekretär des Deutschen Boxsportverbands, Michael Müller, dies dem Magazin. Die Infektionen seien bereits am Mittwoch festgestellt worden.

Wie viele Betroffene es gibt, wollte Müller laut "Spiegel" nicht sagen. Unter Berufung auf Angaben von Teilnehmern des Trainingslagers berichtete das Magazin, möglicherweise seien alle 18 Sportler sowie mehrere ihrer Betreuer infiziert. Die Mannschaft wurde dem Bericht zufolge vom Gesundheitsamt des Bundeslands Tirol komplett unter Quarantäne gestellt und muss vorerst in Sölden bleiben.

12.9.2020 • 10:27 Uhr

Spanische Thronfolgerin muss in Quarantäne

Prinzessin Leonor von Spanien steht nach einem Corona-Fall in ihrer Schulklasse unter Quarantäne. Eine Mitschülerin der 14-jährigen Prinzessin von Asturien sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte ein Sprecher des Königshauses der Nachrichtenagentur AFP. Die Schule habe daraufhin alle Eltern gebeten, ihre Kinder zwei Wochen zu Hause zu lassen.

Die älteste Tochter von König Felipe VI. und Königin Letizia hatte die Schule erst am Mittwoch wieder begonnen. Nach Angaben des Palastsprechers soll die Thronfolgerin nun einen Coronavirus-Test machen. Ihre Eltern wollen ihre offiziellen Aufgaben demnach aber vorerst weiter wahrnehmen.

12.9.2020 • 10:10 Uhr

Sardinien: Einreise nur mit negativem Test

Die italienische Ferieninsel Sardinien verschärft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab Montag ihre Einreisebestimmungen. Ankommende Passagiere sind "aufgerufen", einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das geht aus einer neuen Verordnung hervor, die der Präsident der Region, Christian Solinas, unterzeichnete.

Alternativ können Einreisende auch online erklären, selbst einen Corona-Schnelltest mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben. Wer ohne negatives Testergebnis anreist, kann sich übergangsweise innerhalb von 48 Stunden auf der Insel testen lassen, muss aber bis zum Ergebnis in häuslicher Quarantäne bleiben.

Es gibt einige Ausnahmen, etwa für das Personal in Flugzeugen. Darüber hinaus müssen Einreisende vor ihrer Ankunft online ein Formular ausfüllen und übermitteln. Zudem gilt ab Montag auch im Freien eine Maskenpflicht, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann. Mit der neuen Verordnung reagiert die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer auf die zuletzt steigenden Corona-Zahlen.

12.9.2020 • 09:32 Uhr

Keine Tour-Fans auf dem Grand Colombier

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen werden bei der 107. Tour de France am Sonntag auf dem Grand Colombier keine Zuschauer zugelassen. Die Maßnahme der Präfektur im Département Ain betrifft dabei den Schlussanstieg der 15. Etappe zum 1501 Meter hohen Gipfel sowie den vorherigen Anstieg zum Col de la Biche.

Die Region gehört zu den 42 Départements, die inzwischen zur Roten Zone aufgrund der hohen Corona-Infektionen erklärten wurden. In Frankreich wurden am Donnerstag und Freitag jeweils fast 10.000 Neuinfektionen registriert. Durch die Einstufung als Rote Zone haben die Behörden vor Ort die Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben einschränken.

12.9.2020 • 08:40 Uhr

Mehr Hilfen für Unternehmen in Japan

Der als künftiger Ministerpräsident gehandelte japanische Regierungspolitiker Yoshihide Suga erwägt nach eigenen Worten eine Aufstockung von Corona-Hilfen für Firmen und Privatpersonen. "Wenn sich die wirtschaftlichen Probleme verschärfen, werden wir alles tun und weitere Schritte einleiten, um Arbeitsplätze und Unternehmen zu schützen", sagte Suga im japanischen Fernsehen.

Suga bewirbt sich am Montag um den Vorsitz der Liberaldemokratischen Partei LDP. Wegen der LDP-Mehrheit im Parlament steht praktisch fest, dass ihr neuer Vorsitzender auch die Nachfolge von Ministerpräsident Shinzo Abe antreten wird. Der 65-Jährige hat aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt als Partei- und Regierungschef angekündigt.

12.9.2020 • 07:54 Uhr

Forscher: Corona sorgt für Renaissance der Ehe

Die Corona-Krise bewirkt nach Ansicht des Zukunftsforschers Horst Opaschowski eine Rückbesinnung auf Ehe und Familie. "Von einem Niedergang der Familie als Lebensform kann in Corona-Zeiten keine Rede mehr sein", sagte Opaschowski der Nachrichtenagentur dpa. Es deute sich eine Trendwende an. In repräsentativen Umfragen sei der Anteil der Befragten, die sich nach der "Ehe mit Trauschein und Kindern" sehnten, seit 2013 Jahr für Jahr gesunken, und zwar von 75 auf 63 Prozent Anfang 2019. Im März 2020 seien es wider Erwarten 64 Prozent gewesen.

In Deutschland leben nach Angaben von Opaschowski 18 Millionen Menschen in Ein-Personen-Haushalten, gewollt oder ungewollt. 1991 seien es erst zwölf Millionen gewesen. In Krisenzeiten fühlten sich Singles in ihren eigenen vier Wänden alleingelassen. Das sogenannte Social Distancing in der Öffentlichkeit verstärke dieses Gefühl. Familienleben biete dagegen nicht nur Beziehungsreichtum, sondern auch gegenseitige Hilfe.

Horst Opaschowski lehnt an einem Geländer. | dpa

Der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Bild: dpa

12.9.2020 • 07:47 Uhr

Erneut Rekordanstieg in Indien

Mit 97.570 neuen Corona-Fällen binnen 24 Stunden meldet Indien den zweiten Tag in Folge einen Rekordanstieg. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen erhöhte sich auf 4,65 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. In keinem anderen Land steigen die Fallzahlen derzeit stärker als in Indien. Bei der Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen folgt Indien direkt auf die USA, die mit mehr als 6,4 Millionen Fällen weltweit an der Spitze liegen.

12.9.2020 • 07:36 Uhr

Mehr als 70.000 Corona-Tote in Mexiko

Mexiko hat die Marke von 70.000 Corona-Toten überschritten. Am Freitag wurden weitere 534 Todesfälle gemeldet, womit die Gesamtzahl der Toten auf 70.183 stieg, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit wurden auch die pessimistischsten Prognosen übertroffen. Die Behörde hatte die Zahl der durch die Pandemie verursachten Todesfälle anfangs auf 8000 geschätzt, bevor sie in einem "Katastrophen"-Szenario von bis zu 60.000 Toten ausgegangen war. 

Mexiko ist das Land mit der vierthöchsten Todeszahl weltweit, nach den USA, Brasilien und Indien. Infiziert haben sich in dem lateinamerikanischen Land bislang insgesamt mehr als 658.000 Menschen.

12.9.2020 • 05:40 Uhr

1630 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1630 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI mindestens 258.480 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9347. Das sind fünf mehr als noch am Vortag. Bis zum Morgen hatten etwa 231.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

12.9.2020 • 05:40 Uhr

Datenschutzbeauftragter kritisiert Gastronomie für Umgang mit Corona-Kontaktdaten

Wegen des Umgangs mit Corona-Kontaktdaten hat der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber die Gastronomie scharf kritisiert. "In einigen Restaurants und Cafés werden die einfachsten Regeln für eine datenschutzkonforme Erhebung von Kontaktdaten missachtet", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Daten der Gäste würden "viel zu lange aufbewahrt und es fehlen technische Sicherungsmaßnahmen", sagte Kelber.  Zudem übte er Kritik an offen liegenden Listen an den Eingängen sowie der Tatsache, dass häufig alle Beschäftigten des Betriebes Einblick in diese nehmen könnten.

12.9.2020 • 05:40 Uhr

Richter: Münchner Corona-Demo darf nicht so stattfinden wie geplant

Die für heute in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf nicht so stattfinden wie von den Veranstaltern geplant. Das entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am frühen Morgen - und bestätigte damit in Teilen das erstinstanzliche Urteil und die Vorgaben der Stadt. Allerdings wurde ein bislang verbotener Aufzug mit bis zu 500 Teilnehmern vom Odeonsplatz zur Theresienwiese erlaubt. Im Übrigen wurde die Beschwerde der Organisatoren aber zurückgewiesen. Damit darf die Demo nicht wie vom Veranstalter geplant auf dem Odeonsplatz, sondern kann nur auf der Theresienwiese mit nur 1000 Teilnehmern stattfinden.

Die Organisatoren der Demo, die Initiative "Querdenken 089", hatten zuvor gegen Beschlüsse des Verwaltungsgerichts München Beschwerde eingelegt. Gegen die Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs sind eigenen Angaben zufolge keine Rechtsmittel gegeben. "Querdenken 089" hatte eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Odeonsplatz unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit" angemeldet. Die Stadt untersagte diese. Stattdessen erlaubte sie die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

Auch in anderen deutschen Städten, unter anderem in Hannover und Wiesbaden, sollen heute Corona-Demos stattfinden.