Wolfgang Schäuble | OMER MESSINGER/EPA-EFE/Shutterst
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Corona-Liveblog ++ Schäuble warnt vor zu hohen Schulden ++

Stand: 29.08.2020 23:41 Uhr

Bundestagspräsident Schäuble zufolge erweckt die Regierung den Eindruck, "als gäbe es Geld für alles." Das RKI meldet 1479 neue Corona-Fälle. In Seoul sind nur noch 15 Klinikbetten für schwere Fälle frei. Der Liveblog vom Samstag zum Nachlesen.

  • Schäuble fordert die Bundesregierung zu mehr Sparsamkeit auf
  • 1479 neue Corona-Infektionen in Deutschland
  • Mehr als 43.000 Neuinfektionen in Brasilien
  • 47.000 Neuinfektionen und 1000 weitere Tote in den USA
  • Wuhan öffnet wieder alle Schulen und Kitas
  • In Seoul gibt es nur noch 4 Prozent freie Krankenhausbetten
29.8.2020 • 23:41 Uhr

Ende des Liveblogs für Samstag

Damit schließen wir das Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

29.8.2020 • 21:28 Uhr

44.656 Neuinfektionen in den USA

Die Zahl der Virus-Neuerkrankungen in den USA bleibt auf hohem Niveau. Die Seuchenschutz-Behörde CDC meldete einen Anstieg der Infektionen binnen 24 Stunden um 44.656. Am Freitag waren es 46.830 gewesen, am Donnerstag 46.393. Die Zahl liegt damit insgesamt jetzt bei rund 5,89 Millionen. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 steigt laut CDC um 978, nach 1167 am Freitag und 1239 am Donnerstag, Insgesamt liegt die Zahl der Verstorbenen damit bei 180.165.

29.8.2020 • 18:05 Uhr

Knapp 5500 Neuinfektionen in Frankreich

Das französische Gesundheitsministerium hat 5453 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages registriert. Damit ist die Zahl der neuen Fälle leicht gesunken - am Freitag waren in Frankreich noch 7379 Infektionen gemeldet worden. Acht weitere Menschen starben mit oder an dem neuartigen Coronavirus. Die Gesamtzahl der Corona-Toten stieg auf 30.602.

29.8.2020 • 17:49 Uhr

Großbritannien meldet mehr als 1100 Neuinfektionen

In Großbritannien haben sich innerhalb eines Tages 1108 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Behörden registrierten außerdem 12 weitere Todesfälle, die in einem Zusammenhang mit Covid-19 stehen.

29.8.2020 • 17:04 Uhr

Medienbericht: Deutlich höhere Testkapazitäten möglich

In Deutschland könnten einem Bericht zufolge viel mehr Menschen als bisher präventiv auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden, ohne dass es deshalb zu Engpässen oder Preissteigerungen kommen müsste. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, sind in veterinärmedizinischen Laboren große ungenutzte Kapazitäten für den sogenannten PCR-Test vorhanden, mit dem sich das Virus nachweisen lässt.

"Ich fände es richtig, diese Expertise zu nutzen", sagte Thomas Mettenleiter, der das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems leitet, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Ob Human- oder Veterinärmedizin, die Diagnostik sei in diesem Fall im Grundsatz dieselbe. Außerdem sei die Automatisierung in den Veterinärlaboren wegen der dort üblichen hohen Stückzahlen weit fortgeschritten.

Schon jetzt werden dem Bericht zufolge staatliche Veterinärlabore in sieben von 16 Bundesländern von den Gesundheitsbehörden für Corona-Tests genutzt. Die stärkere Einbeziehung privater Veterinärlabore könne die PCR-Test-Kapazität in Deutschland nach Branchen-Informationen verdreifachen, berichtet die Zeitung weiter.

Corona Test in Hamburg | dpa

In veterinärmedizinischen Laboren soll es große ungenutzte Kapazitäten für Corona-Tests geben. Bild: dpa

29.8.2020 • 16:39 Uhr

Schäuble warnt vor zu hohen Schulden

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Bundesregierung davor gewarnt, in der Corona-Krise zu viel Geld auszugeben. "Die Politik darf nicht das Missverständnis aufkommen lassen, dass sie jedes Problem mit Geld lösen kann", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Sie muss abwägen, wie die weiteren Hilfen aussehen könnten - und sie muss das so tun, dass nicht der Blick auf die nächste Bundestagswahl alles andere in den Hintergrund drängt."

Sicherlich sei es vernünftig, für einige Branchen das Kurzarbeitergeld zu verlängern - aber man sollte dabei stärker differenzieren, sagte Schäuble. "Im Moment entsteht der Eindruck, als gäbe es Geld für alles." Die Politik habe die Verantwortung, dass keiner ins Bodenlose falle. "Aber auch ein Übermaß an Schulden ist nicht gut, das müssen wir Schritt für Schritt zurückführen - wie damals nach der Finanzkrise."

Schäuble sprach sich außerdem gegen eine Verschiebung des CDU-Parteitags aus. "Das Parteienrecht schreibt vor, dass alle zwei Jahre die Führung neu zu wählen ist. Und die Satzung erlaubt es auch nicht, einen solchen Parteitag digital abzuhalten. Die CDU kommt also im Dezember zusammen", sagte er. Der Parteitag werde kürzer sein als ursprünglich geplant, notfalls beschränke man sich auf die Wahlen.

Anfang Dezember soll bei einem Parteitag in Stuttgart der neue CDU-Vorsitz gewählt werden. Als Kandidaten mit den besten Aussichten gelten neben dem ehemaligen Fraktionschef Friedrich Merz Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenexperte Norbert Röttgen.

29.8.2020 • 15:56 Uhr

Seehofer will bald wieder Zuschauer in Stadien

Bundesinnenminister Horst Seehofer setzt sich dafür ein, in der Zuschauerfrage bei Sport-Großveranstaltungen von "Schwarz-Weiß-Lösungen" wegzukommen. "Wir können Zuschauer langsam wieder in die Stadien einlassen, ohne den Infektionsschutz zu vernachlässigen", sagte der CSU-Politiker in einem Interview des "Donaukurier". Er sei froh, dass es nun immer mehr Anhänger für dieses Vorgehen gebe. "Der Grundsatz, auf unbestimmte Zeit überhaupt keine Zuschauer zu zulassen, ist im Grunde vom Tisch. Wir werden jetzt prüfen, wann und wie wir den Sport auch wieder mit Publikumsbeteiligung erleben können", sagte der Minister. In den nächsten Wochen sollen laut Seehofer Konzepte entwickelt werden, wie man wieder Zuschauer zulassen kann. "Es geht dabei nicht nur um Fußball, sondern auch um alle anderen Sportarten. Ich denke, dass wir im Frühherbst genauere Pläne haben." Er sei "sehr zuversichtlich, dass wir bald wieder Zuschauer - wenn auch erst einmal in begrenzter Zahl - im Stadion haben werden."

29.8.2020 • 15:13 Uhr

Aufblasbare Puppen als Trinkkumpane

Mit aufblasbaren Puppen bekämpfen die Betreiber eines Restaurants in Barcelona die negativen sozialen Folgen des vorgeschriebenen Mindestabstandes. Für jene Gäste, die sich an der Bar des Restaurants "La Pepita" nicht allein fühlen wollen, wurden am Tresen mehrere "Trinkkumpane" aus Plastik hingesetzt. Die Idee mit den Puppen sei ihrem Mann Sergio schon während des Lockdowns im Frühjahr gekommen, um im leeren Laden etwas Partystimmung aufkommen zu lassen, erzählte Restaurant-Besitzerin Sofia Boixet der Zeitung "El Mundo". Man habe 20 Puppen gekauft und diese "mit unseren eigenen Kleidern bekleidet". Auch wenn die Trinkkumpane aus Plastik sicher nicht sehr gesprächig sind - bei den Kunden kam die Idee sehr gut an. Vor allem aber habe man geschafft, dass an der Bar das Social Distancing gewahrt wird und "unser Tresen trotz dieser so schweren Zeiten weiterhin voll ist".

Aufblasbare Puppen sitzen an der Bar des Restaurants "La Pepita" in Barcelona. | AFP

Das Restaurant "La Pepita" in Barcelona setzt auf Puppen, um die negativen Folgen des vorgeschriebenen Mindestabstands abzumildern. Bild: AFP

29.8.2020 • 14:08 Uhr

Seehofer kritisiert Kurswechsel bei Reiserückkehrern

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat das Hin und Her im Umgang mit Reiserückkehrern in der Corona-Krise kritisiert. "Wir alle brauchen in dieser Krise Orientierung und Verlässlichkeit", sagte der CSU-Politiker dem "Donaukurier". "Das betrifft ja jeweils zigtausende Menschen. Deshalb dürfen wir unsere Strategie nicht zu häufig ändern." Seehofer bezog sich damit auf den Kurswechsel, der am Donnerstag bei der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen wurde. Danach sollen die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten nach nur wenigen Wochen wieder geändert werden.

29.8.2020 • 13:49 Uhr

London warnt vor weiteren Einschränkungen

Die britische Regierung bereitet die Bevölkerung auf verschärfte Ausgehbeschränkungen im Falle einer erneuten Corona-Infektionswelle im Winter vor. "Eine zweite Welle ist in anderen Teilen der Welt klar erkennbar", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock der Zeitung "Times". "Die Fälle nehmen wieder zu, und wir müssen sehr weitgehende lokale Sperren anwenden oder weitere nationale Maßnahmen ergreifen." Die Regierung wolle das zwar nicht, könne es aber nicht ausschließen. In Großbritannien sind bislang 41.000 am Virus gestorben - das ist die höchste Zahl Europas.

29.8.2020 • 13:03 Uhr

RKI: Fallzahlen stabilisieren sich

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1479 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 1571. "Die Anzahl der neu übermittelten Fälle war in Deutschland seit etwa Mitte März bis Anfang Juli rückläufig, seitdem nahm die Fallzahl zu und scheint sich in den letzten Tagen zu stabilisieren", hieß es vom RKI.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 240.986 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9289. Seit dem Vortag wurden ein Todesfall mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 214.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,94 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

29.8.2020 • 12:31 Uhr

In Seoul werden Krankenhausbetten knapp

In Südkorea wächst die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Im Großraum der Hauptstadt Seoul waren am Freitag für schwere Fälle nur noch rund 15 Klinikbetten frei, erklärte der Koordinator für öffentliche Gesundheitspolitik im Gesundheitsministerium, Yoon Tae Ho. Das seien 4,5 Prozent der vorhandenen Betten. Eine Woche zuvor hätten noch 22 Prozent zur Verfügung gestanden. Er gehe aber von einer Entspannung in den nächsten Tagen aus, weil einige Patienten entlassen würden. Allerdings steigen die Infektionszahlen in Südkorea seit mehr als zwei Wochen wieder deutlich an. Heute meldeten die Seuchenkontrollzentren 308 Neuinfektionen.

Streikende Ärzte in Seoul | AP

Die steigenden Infektionszahlen in Südkorea bereiten vielen Ärzten Sorgen. In der Hauptstadt Seoul zeigten viele Mediziner zuletzt ihren Protest vor Krankenhäusern, wo es kaum noch freie Betten gibt. Bild: AP

29.8.2020 • 12:04 Uhr

Patientenschützer: Verweigerer zu Schutz ermahnen

Deutschlands Patientenschützer haben an alle Bürger appelliert, sich gegenseitig zur Einhaltung der Corona-Abstandsregeln und der Maskenpflicht zu ermahnen. Die meisten Menschen hielten sich an die Quarantäne- und Hygieneregeln zum Infektionsschutz, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Jetzt müssen die Sorglosen, Gleichgültigen und Verweigerer in den Blick genommen werden." Das sei eine "Mammutaufgabe", die die Ordnungshüter nicht alleine bewältigen könnten. "Es kommt also auf jeden Einzelnen an, die Menschen freundlich auf die Einhaltung der Regeln hinzuweisen", sagte Brysch mit Blick auf den steigenden Verdruss über Anti-Corona-Maßnahmen. "Natürlich erzeugt das manchmal Unverständnis oder sogar Aggressionen. Jedoch gibt es keine Alternative, um gerade die Hochrisikogruppe zu schützen."

29.8.2020 • 11:42 Uhr

Tour verschärft erneut Maßnahmen

Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen wird bei der Tour de France nun doch eine Mannschaft ausgeschlossen, wenn es zwei positive Corona-Fälle im gesamten Team inklusive Umfeld innerhalb von sieben Tagen gibt. Das gab Tourchef Christian Prudhomme kurz vor dem Start der 107. Frankreich-Rundfahrt bekannt. Erst gestern war die Maßnahme nach einer Entscheidung des Weltverbandes UCI gelockert worden. Demnach wäre ein Team erst bei zwei Positivfällen unter den jeweiligen acht Fahrern ausgeschlossen worden. Das direkte Team-Umfeld umfasst aber rund 20 weitere Personen wie Physiotherapeuten, Busfahrer oder Sportdirektoren. Laut Prudhomme sei die Entscheidung vom interministeriellen Krisenstab getroffen worden. Hintergrund sind die seit Tagen steigenden Neuinfektionen in Frankreich.

29.8.2020 • 11:01 Uhr

EU-Kommissarin: Schulöffnung folgenlos

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erwartet keinen deutlichen Anstieg von Corona-Fällen durch die Wiedereröffnung von Schulen. "Studien in mehreren EU-Ländern haben gezeigt, dass die Übertragung von Kind zu Kind in Schulen selten ist und dass die Wiedereröffnung von Schulen nicht mit einem signifikanten Anstieg der Infektionen verbunden ist", sagte Kyriakides der italienischen Zeitung "La Stampa". Nach derzeitigen Erkenntnissen sei es bei angemessenen Hygienemaßnahmen wie der Wahrung physischer Distanz oder der Einteilung der Schüler in Gruppen unwahrwahrscheinlich, dass Schulen eine größere Infektionsquelle bildeten als andere Orte, sagte Kyriakides.

29.8.2020 • 10:40 Uhr

Geisel ruft Demonstranten zu Infektionsschutz auf

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat die Demonstranten gegen staatliche Corona-Auflagen dazu aufgerufen, den Infektionsschutz nicht zu vernachlässigen. Er äußerte zudem die Sorge, dass es bei Veranstaltungen zu Gewalt kommen könnte. Zum Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin in der Nacht zum Samstag sagte Geisel: "Das Gericht gibt den Versammlungsteilnehmern damit eine zweite Chance zu zeigen, dass sie sich an die Auflagen halten. Es liegt jetzt an den Demonstrierenden das auch unter Beweis zu stellen." Die Initiative Querdenken plant heute einen langen Demonstrationszug und eine Kundgebung, für die rund 22.000 Menschen angemeldet sind.

Geisel blickt mit Sorge auf einen Teil der zu erwartenden Teilnehmer: "Große Sorge bereitet mir nach wie vor die europaweite Mobilisierung unter Rechtsextremisten, die unabhängig von der Verbotsdiskussion im Vorfeld stattgefunden hat. Ich appelliere an alle, sich gewaltfrei in Berlin zu versammeln."

Andreas Geisel | FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/Shuttersto

Berlins Innensenator Andreas Geisel forderte die Teilnehmer zu Gewaltfreiheit auf. Bild: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/Shuttersto

29.8.2020 • 10:26 Uhr

Fast 5000 Neuinfektionen in Russland

In Russland sind binnen 24 Stunden 111 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Damit steigt die von den Behörden bekanntgegebene Gesamtzahl auf 17.025. Zudem seien 4941 nachgewiesene Neuinfektionen verzeichnet worden. Insgesamt haben sich damit 985.346 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt. Russland steht bei den Infektionszahlen weltweit an vierter Stelle hinter den USA, Brasilien und Indien. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle ist allerdings vergleichsweise gering.

29.8.2020 • 10:10 Uhr

Eltern beantragen kaum noch Kinderkrankengeld

Während der Corona-Einschränkungen im Frühjahr haben deutlich weniger berufstätige Eltern ein Kinderkrankengeld in Anspruch genommen als 2019. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sind die Fälle, in denen Erziehungsberechtigte Krankengeld für die Betreuung ihrer Kinder bezogen haben, allein im April um 83,9 Prozent gesunken, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Daten der Krankenkasse DAK-Gesundheit berichten. Demnach machten bundesweit 2.174 Eltern ihre Ansprüche geltend, im April 2019 waren es 13.485. Die Krankenkasse sieht einen Zusammenhang mit vermehrtem Homeoffice oder der Freistellung von Arbeitnehmern während der Corona-Krise.

29.8.2020 • 09:35 Uhr

Berliner Polizei bereitet sich auf Demo vor

Die Berliner Polizei hat sich auf einen Großeinsatz zur Demonstration gegen staatliche Corona-Auflagen vorbereitet. Vor dem Brandenburger Tor stehen bereits zahlreiche Polizeifahrzeuge. "Die Nacht war überwiegend ruhig", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. An mehreren Versammlungsorten seien bereits Polizeikräfte im Einsatz. Die Initiative Querdenken plant einen langen Demonstrationszug und eine Kundgebung, für die rund 22.000 Menschen angemeldet waren. Die Versammlungen können laut Gerichtsurteil stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte am frühen Samstagmorgen in zweiter Instanz, dass das zuvor erlassene Verbot der Polizei keinen Bestand hat. Diese Entscheidung ist rechtskräftig. Insgesamt sollen rund 3000 Polizisten bereit stehen.

Polizisten stehen neben Polizeifahrzeugen vor dem Brandenburger Tor in Berlin. | dpa

Vor dem Brandenburger Tor haben zahlreiche Polizisten bereits Stellung bezogen. Bild: dpa

29.8.2020 • 09:17 Uhr

Wuhan öffnet wieder alle Schulen

Die als Ausgangsort der Coronavirus-Pandemie geltende chinesische Millionenmetropole Wuhan will am Dienstag wieder alle Schulen und Kindergärten öffnen. Rund 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler sollen dann mit dem Ende der Sommerferien wieder regulär die insgesamt 2842 Bildungseinrichtungen in der Stadt besuchen. Die Universität soll schon am Montag öffnen. In der zentralchinesischen Stadt mit ihren elf Millionen Einwohnern war das neuartige Virus Ende Dezember erstmals festgestellt worden. Seit April kehrt sie mit schrittweisen Lockerungen allmählich zur Normalität zurück, seit dem 18. Mai wurden keine neuen lokalen Ansteckungen gemeldet. Mit 3869 Todesfällen zählt Wuhan mehr als 80 Prozent aller Corona-Todesfälle in China.

29.8.2020 • 08:54 Uhr

Britische Weihnachtsmänner mit Corona-Konzept

Während viele noch Sommerurlaub machen, beschäftigt sich James Lovell bereits mit dem ersten Weihnachten unter Corona-Bedingungen. Der Brite hat ein Konzept entwickelt, wie Kinder trotz Virusalarm den Weihnachtsmann treffen können - ohne sich oder ihn zu infizieren. Lovell leitet die Londoner Event-Agentur Ministry of Fun. Seit 25 Jahren vermittelt er Weihnachtsmänner. Diese tragen in diesem Jahr eigens entworfene Atemmasken aus rotem Samt und weißem Fell als Teil des Kostüms.

Damit der Abstand gewahrt bleibt, werden die Geschenke zwischen den Kindern und Santa Claus positioniert. Statt die Präsente wie sonst persönlich zu überreichen, liegen sie auf einem kleinen Schlitten. "Die Menschen brauchen die Gewissheit, dass der Weihnachtsmann kommen kann", sagt Lovell. Für ein Kind sei es wirklich wichtig, Santa Claus zu treffen. "Und uns allen gefällt die Vorstellung, dass der Weihnachtsmann uns verzaubert. Wir haben es nötiger denn je. Es war ein entsetzliches Jahr und wir brauchen diese Freude."

Ein Weihnachtsmann mit Gesichtsmaske stellt das Corona-Konzept von James Lovell vor. | AP

So soll der Weihnachtsmann in Corona-Zeiten die Geschenke bringen, ohne sich oder andere zu infizieren. Bild: AP

29.8.2020 • 08:18 Uhr

47.000 Neuinfektionen und 1000 Todesfälle in USA

In den USA sind binnen 24 Stunden mindestens 47.467 Neuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle auf mindestens 5,93 Millionen. Demnach wurden mindestens 1003 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl liegt damit bei mindestens 181.862. Die USA sind nach wie vor das mit Abstand am stärksten von der Seuche betroffene Land weltweit.

29.8.2020 • 03:04 Uhr

OVG: Kundgebungen gegen Corona-Politik dürfen stattfinden

Die für heute in Berlin geplanten Kundgebungen gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern dürfen stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg bestätigte in der Nacht "im Wesentlichen" zwei Eilbeschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin vom Freitag, wie es in einer Mitteilung hieß.

29.8.2020 • 02:32 Uhr

Ausgangsbeschränkung in Argentinien wird verlängert - neuer Tageshöchstwert

Die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie in Argentinien werden um weitere zwei Wochen verlängert. Allerdings dürfen sich künftig wieder bis zu zehn Personen unter freiem Himmel treffen - aber mit Mundschutz und unter Beachtung eines Mindestabstands von zwei Metern, wie Präsident Alberto Fernández in einer Videobotschaft sagte. Mit 11.717 Corona-Neuinfektionen meldete das Land einen neuen Tageshöchstwert.

Argentinien hatte am 20. März recht strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, den Wirtschaftsbetrieb weitgehend heruntergefahren und die Grenzen geschlossen. Im Vergleich zu den Nachbarländern war es so zunächst gelungen, die Verbreitung des Virus deutlich zu bremsen. Nach rund fünf Monaten Einschränkungen ließ die Disziplin der Bevölkerung allerdings deutlich nach und die Zahl der täglichen Neuinfektionen stieg zuletzt auf über 10 000. Zudem kam es auch außerhalb des Großraums Buenos Aires wieder zu neuen Ausbrüchen.

29.8.2020 • 00:51 Uhr

Erster bekannter Fall von wiederholter Corona-Infektion in den USA

Wissenschaftler haben einer Studie zufolge eine erneute Corona-Infektion eines bereits seit längerem genesenen Patienten in den USA nachgewiesen. Dies zeige, dass die Immunität nach einer Infektion nicht absolut sei und Mehrfachansteckungen möglich seien, hieß es in der Studie der Universität Nevada.

Bei dem Fall im US-Bundesstaat Nevada handelt es sich um einen 25-jährigen Patienten, der erstmals Mitte April positiv auf Corona getestet worden war. Er hatte damals Erkältungssymptome und Durchfall. Nach der Genesung fielen bei dem Patienten im Mai zwei Coronavirus-Tests negativ aus. Am 31. Mai suchte der Patient allerdings wegen Symptomen wie Fieber, Kopfweh und Husten ärztliche Hilfe. Ein Corona-Tests Anfang Juni fiel dann erneut positiv aus.

Zuletzt hatten bereits Forscher in Hongkong, Belgien und den Niederlanden von dokumentierten Fällen erneuter Infektionen berichtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht angesichts von inzwischen weltweit fast 25 Millionen Coronavirus-Infektionen davon aus, dass es sich dabei um Einzelfälle handelt. Auch die Forscher aus Nevada betonen, es sei unklar, inwieweit aus dem Fall generelle Schlussfolgerungen gezogen werden könnten.

29.8.2020 • 00:47 Uhr

Röttgen: Reisen in Risikogebiete beim Gesundheitsamt anmelden

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat sich dafür ausgesprochen, dass Reisen in Corona-Risikogebiete künftig vorab bei den Gesundheitsämtern angezeigt werden müssen. "Es ist nicht rational, mitten in einer Pandemie in eine Gegend zu fahren, die ein Corona-Risikogebiet darstellt", sagte Röttgen der "Welt". Wer dies tue, müsse akzeptieren, "dass dieser Urlaub keine reine Privatangelegenheit mehr ist. Denn er gefährdet damit die öffentliche Gesundheit", so Röttgen.

29.8.2020 • 00:40 Uhr

Mehr als 43.000 Neuinfektionen in Brasilien

In Brasilien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Die Behörden melden 43.412 Neuinfektionen. Damit stieg die Zahl der landesweit registrierten Ansteckungen mit dem neuartigen Virus binnen 24 Stunden auf mehr als 3,8 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 855 auf 119.504. Brasilien ist - in absoluten Zahlen - nach den USA das am schwersten von der Pandemie betroffene Land weltweit.