Finanzminister Olaf Scholz im Bundestag | AFP
Liveblog

Corona-Liveblog zum Nachlesen ++ Scholz kündigt weitere Milliardenhilfen an ++

Stand: 18.07.2020 20:51 Uhr

Finanzminister Scholz hat zusätzliche drei Milliarden Euro für ein Darlehen für das IWF-Hilfsprogramm für ärmere Länder zugesagt. Individuell Reisende dürfen bis August nicht als Tagestouristen nach Mecklenburg-Vorpommern. Der Liveblog vom Samstag zum Nachlesen.

  • Deutschland will weitere drei Milliarden Euro für Hilfen bereitstellen
  • MV: Kein individueller Tagestourismus bis August
  • 100 Menschen nach Corona-Ausbruch in Verden getestet
  • EU-Ratspräsident Michel legt Kompromissvorschlag vor
  • Höchststand bei Neuinfektionen in den USA
  • 529 neue Fälle in Deutschland
20:51 Uhr

Ende des Liveblogs

Damit schließen wir den heutigen Liveblog und wünschen Ihnen eine gute Nacht.

20:42 Uhr

Conte: Verhandlungen um Hilfspaket unerwartet hart

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat die Verhandlungen über ein Milliardenpaket zur Bewältigung der Corona-Krise beim EU-Sondergipfel als unerwartet schwierig bezeichnet. Es gebe noch viele ungelöste Probleme, sagte Conte in einer Videobotschaft aus Brüssel. Er forderte alle Beteiligten auf, sich aufeinander zuzubewegen. Besonders die sogenannten "Sparsamen Vier" - Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande - sähen nicht unbedingt die Notwendigkeit, eine schnelle und gemeinsame Lösung zu finden, erklärte er. Umstritten sei weiter das Verhältnis von Zuschüssen und Krediten bei den Corona-Hilfszahlungen, sagte Conte. Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beraten seit gestern über ein milliardenschweres Hilfspaket gegen die Corona-Krise

19:58 Uhr

Rohani: 25 Millionen Iraner könnten infiziert sein

Im Iran könnten deutlich mehr Menschen mit dem Virus infiziert sein als offiziell bekannt. Schätzungen aus dem Gesundheitsministerium zufolge könnten rund 25 Millionen und damit etwa 30 Prozent der Bevölkerung betroffen sein, sagte Präsident Hassan Rohani im staatlichen Fernsehen. Die Agentur Isna zitierte einen Mitarbeiter aus der Corona-Task-Force der Regierung mit den Worten, dabei gehe es Patienten mit milden Symptomen, die keine medizinische Behandlung benötigten oder darum nicht ersuchten.

Menschen mit Atemschutzmasken laufen durch ein Einkaufszentrum in Teheran. | AP

Positiv getestet sind im Iran laut amtlichen Angaben bislang knapp 272.000 Menschen. Bild: AP

19:32 Uhr

Strände an der Ostsee gesperrt

Wieder hat es zahlreiche Menschen an die Ostseestrände in Schleswig-Holstein gezogen. Das hatte vor allem in den beliebtesten Orten, Scharbeutz und Haffkrug in der Lübecker Bucht, erneut Auswirkungen. Dort sind gegen Mittag die ersten Parkplätze und Strandabschnitte vorübergehend gesperrt worden, weil es nicht mehr genügend freie Plätze für die Gäste gab. Das ging aus den aktuellsten Informationen der Internetseite www.strandticker.de hervor.

18:38 Uhr

Massentest in Stuttgart: Abstriche bei 400 Nachbarn

Nachdem in einem Stuttgarter Hochhauskomplex sechs Menschen an Corona erkrankt sind, hat die Stadt rund 400 Nachbarn vorsorglich testen lassen. Sie seien "vorab schriftlich über dieses freiwillige und kostenlose Angebot informiert worden", teilte die Stadt mit.

Die Getesteten wohnen demnach alle in einem Gebäudekomplex im Stadtteil Freiberg. Dort im Wohnumfeld sei bei sechs Personen die Coronavirus-Erkrankung festgestellt worden. Das städtische Gesundheitsamt führe in solchen Fällen regelmäßig vorbeugende Testungen durch, hieß es in der Mitteilung. Dies sei Teil der neuen Strategie, schnell großflächig mögliche Kontaktpersonen zu testen, die Verbreitung des Virus zu verhindern und Infektionsketten rechtzeitig zu unterbrechen. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Prof. Stefan Ehehalt, sagte: "Die Bewohner haben das Angebot ganz überwiegend gut angenommen, viele haben sich bedankt." Nur ganz wenige hätten den Test abgelehnt. Die Ergebnisse werden bis Mitte nächster Woche erwartet.

18:27 Uhr

Nur eine weitere Neuinfektion im Häuserkomplex in Verden

Nach der Verhängung einer Quarantäne für rund 100 Bewohner eines Häuserkomplexes im niedersächsischen Verden hat das Landratsamt weitgehende Entwarnung gegeben. Nur bei einer weiteren Person im Gebäudekomplex sei eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt worden, teilte die Pressestelle mit. Alle negativ getesteten Familien konnten noch am späten Nachmittag aus der temporären Quarantäne entlassen werden. Nach acht Corona-Infektionen in dem aus drei Häusern bestehenden Gebäudekomplex wurden gestern rund 100 weitere Menschen auf das Virus getestet. Sie mussten zunächst bis zur Vorlage des Testergebnisses in Quarantäne.

18:15 Uhr

Karliczek: Studienangebot trotz Corona stabil

Bildungsministerin Anja Karliczek hat Schulabgängern trotz der schwierigen Corona-Situation Mut zugesprochen. "Die Universitäten und Hochschulen haben ihr Studienangebot stabil gehalten. Auch wenn sie ansonsten auf digitale Lehre umgestellt haben, wurden bereits vielfach für die Erstsemester Präsenzveranstaltungen eingerichtet, um ihnen den Einstieg zu erleichtern", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ("FAS"). Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter-André Alt, ergänzte im Gespräch mit der Zeitung, die Chancen, zum Wintersemester einen Studienplatz zu erhalten, seien derzeit sehr gut. So ist die Quote der zulassungsfreien Studiengänge erneut leicht gestiegen, zudem "dürften sich wegen Corona aktuell weniger Studieninteressierte aus dem Ausland melden".

Junge Menschen an der Schwelle zum Berufsleben erlebten besonders schwierige Monate, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, der "FAS". Dennoch bleibe die Nachwuchssicherung für die meisten Unternehmen ein zentrales Thema. Die Übernahmequoten nach der Ausbildung seien fast so hoch wie vor Corona.

17:17 Uhr

Weitgehende Maskenpflicht ab Montag in Frankreich

Frankreich führt ab Montag eine weitgehende Maskenpflicht ein. So soll eine zweite Virus-Welle verhindert werden. In Geschäften und Banken sowie auf öffentlichen Plätzen und überdachten Märkten müssten dann Masken getragen werden, schrieb Gesundheitsminister Olivier Véran auf Twitter. Eine Reihe von Indikatoren lassen derzeit den Rückschluss zu, dass sich das Virus in Frankreich wieder vermehrt ausbreitet. Das betrifft vor allem Regionen im Westen und Süden des Landes, wie während der ersten Virus-Welle zwischen März und Mai eher glimpflich davongekommen waren.

17:14 Uhr

Bericht: Werkvertragsverbot für Fleischbranche im Juli im Kabinett

Der Gesetzentwurf zum Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie soll einem Bericht zufolge noch in diesem Monat vom Bundeskabinett beschlossen werden. Er könnte dann im September oder Oktober den Bundestag passieren und spätestens zum neuen Jahr gelten, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erneuerte in dem Bericht seine Kritik an der Fleischbranche. "Hier herrschen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen", sagte er. Diese Form des rücksichtslosen Wirtschaftens könne nicht akzeptiert werden. "Ausbeutung darf in Europa nicht Geschäftsmodell sein", so Heil.

Die Fleischindustrie stand in den vergangenen Jahren immer wieder wegen der dort herrschenden Arbeitsbedingungen in der Kritik. Als besonders problematisch wird die Lage von Menschen angesehen, die nicht bei den Firmen direkt, sondern bei Subunternehmern angestellt sind, die wiederum Werkverträge mit den Auftraggebern abschließen. Zuletzt rückte dieses System durch mehrere große Corona-Ausbrüche in Fleischfabriken zum Beispiel beim Fleischverarbeiter Tönnies in den Fokus.

16:09 Uhr

Rostock-Warnemünde: Aida bereitet Kreuzfahrten vor

Nach der coronabedingten Zwangspause für Kreuzfahrtschiffe bereitet sich die Branche allmählich wieder auf Passagierfahrten vor. Zwei Kreuzfahrtschiffe der Reederei Aida Cruises sind im Überseehafen in Rostock-Warnemünde eingelaufen - allerdings noch ohne Passagiere. "Es ist alles planmäßig gelaufen", sagte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Am Pier hätten sowohl viele Fans und Touristen als auch zahlreiche Mitarbeiter die beiden Schiffe begrüßt.

Die beiden Kreuzfahrtschiffe sowie die Crew werden nun auf die ersten Abfahrten seit Beginn der Corona-Krise vorbereitet. Mit Passagieren an Bord sollen die Schiffe der Reederei im August zu Kurz-Kreuzfahrten ohne Landgang starten. Auf den beiden Aida-Schiffen werden dem Sprecher zufolge zwischen 500 und 800 Menschen arbeiten und die ersten Touren werden mit einer Auslastung von etwa 50 Prozent der Kapazitäten angeboten. Bis Ende August seien mehrere drei- bis viertägige Kurzreisen geplant.

Schaulustige beochachten, wie ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Aida Cruises im Überseehafen in Rostock-Warnemünde einläuft.  | dpa

Kreuzfahrtschiffe der Reederei Aida Cruises sind im Überseehafen in Rostock-Warnemünde eingelaufen. Sie bereiten sich nach der Corona-Pause auf neue Kreuzfahrten vor. Bild: dpa

15:12 Uhr

IWF-Hilfsprogramm: Scholz kündigt weitere drei Milliarden Euro an

Deutschland will mehr Geld für internationale Corona-Hilfen bereitstellen. Finanzminister Olaf Scholz habe bei dem virtuellen Treffen der G20-Finanzminister zusätzliche drei Milliarden Euro zugesagt, teilt sein Ministerium mit. Dabei gehe es um ein langfristiges Darlehen für das IWF-Hilfsprogramm "Poverty Reduction Growth Trust" für ärmere Länder. Diese könnten stark vergünstigte Kredite erhalten und Liquiditätsengpässe überbrücken. "Mit den zusätzlichen Mitteln setzen wir ein starkes Signal der Solidarität und stehen denen bei, die besonders unter den Folgen der Pandemie leiden", erklärte Scholz. Deutschland stelle damit insgesamt 8,7 Milliarden Euro für internationale Hilfen in den Jahren 2020 und 2021 bereit.

"Das Coronavirus stellt uns alle vor große Herausforderungen, in Deutschland, in Europa und auch weltweit", sagte Scholz. "Deutschland übernimmt Verantwortung in der internationalen Gemeinschaft." Mit den zusätzlichen Mitteln setze man ein Signal der Solidarität und stehe denen bei, die besonders unter den Folgen der Pandemie litten.

14:57 Uhr

Appell: Grenze auch für Lebenspartner aus Nicht-EU-Staaten öffnen

Abgeordnete von Linken, FDP und Grünen rufen gemeinsam Innenminister Horst Seehofer dazu auf, die Grenze für Lebenspartner aus Nicht-EU-Staaten zu öffnen, die einen negativen Corona-Test haben. Bisher gebe es Ausnahmen von den Einreise-Beschränkungen in der Corona-Krise nur für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, heißt es in einem Online-Appell von Bundestags- und EU-Abgeordneten, den der Linke-Politiker Stefan Liebich gestartet hat.

Menschen, die ohne Trauschein in Beziehungen mit einem Partner aus sogenannten Drittstaaten lebten, berichteten "von großen Problemen für ihre Partnerschaft aufgrund der andauernden erzwungenen Trennung". Die 61 Erstunterzeichner fordern den CSU-Politiker Seehofer auf, Abhilfe zu schaffen. Zudem solle die Bundesregierung sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für eine europaweite Lösung einsetzen.

14:52 Uhr

Städte- und Gemeindebund fordert Rettung von Innenstädten

Der Städte- und Gemeindebund setzt sich für ein Programm zur Rettung der von der Corona-Krise hart getroffenen Innenstädte ein. "Viele Geschäfte müssen schließen, Kaufhausketten ziehen sich zurück", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei verwies er auf eine Schätzung des Handelsverbands HDE, wonach bis zu 50.000 Geschäfte für immer schließen müssen. "Vor diesem Hintergrund ist es richtig und wichtig, ein Aktionsprogramm zur Belebung der Innenstädte zu konzipieren", sagte er.

Damit schließt sich der Städte- und Gemeindebund einer Forderung der Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, an. Die Kommunen sollten laut Landsberg in der Lage sein, leerstehende Gebäude selbst zu erwerben und für eine neue Nutzung zu sorgen. Das sollten nicht nur neue Geschäfte sein, sondern auch Wohnungen oder neue grüne Oasen in den immer heißer werdenden Innenstädten. Göring-Eckart hatte Investitionen von rund einer Milliarde Euro und eine Verschiebung der Sperrstunde gefordert, um Innenstädte in der Corona-Krise wieder zu beleben.

Thüringen, Eisenach: "wegen Geschäftsaufgabe" steht auf dem Aufkleber an der Tür eines Geschäfts in der Innenstadt. | dpa

Rettung der Innenstädte: Der Städte- und Gemeindebund fordert ein Programm, dass Leerstand verhindern soll. Bild: dpa

14:45 Uhr

Schleswig-Holstein: Ostseestrände wegen Überfüllung geschlossen

Bei bestem Sommerwetter hat es wieder viele Menschen an die Ostseestrände in Schleswig-Holstein gezogen. Das hatte unter anderem Auswirkungen in Orten wie Scharbeutz und Haffkrug an der Lübecker Bucht. Dort sind gegen Mittag die ersten Parkplätze und Strandabschnitte vorübergehend gesperrt worden, weil es nicht mehr genügend freie Plätze für die Gäste gab.

Anfang Juli ist in Schleswig-Holstein eine sogenannte virtuelle Ampel gegen überfüllte Strände in Betrieb genommen worden. So können sich Tagesgäste rechtzeitig über den Andrang an den Ostseestränden zwischen Scharbeutz und Rettin informieren. Die Strandampel gibt Informationen über acht verschiedene Strände.

Die Infos kommen zunächst von Strandkorbvermietern und den Angestellten, die die Kurtaxe kassieren. Mit der Strandampel sollen die Gäste an weniger ausgelastete Strandabschnitte geleitet werden. Die Ostseebäder haben das Lenkungssystem entwickelt, damit die coronabedingten Abstandsregeln an den Stränden eingehalten werden können.

14:44 Uhr

Tagesgäste bleiben bis August in Mecklenburg-Vorpommern verboten

Ein Tagesausflug an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bleibt - zumindest mit dem eigenen Auto oder dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr - weiterhin verboten. Für Tagesgäste aus anderen Bundesländern bestehe diese Corona-Regelung noch bis mindestens Anfang August, sagte ein Regierungssprecher in Schwerin der Deutschen Presse-Agentur. "Am 4. August wird entschieden, wie es mit dem Tagestourismus weiter geht." Dann werde es das nächste Treffen der Landesregierung unter anderem mit Kommunen, Gesundheitsexperten und Vertretern der Wirtschaft, von Gewerkschaften und Sozialverbänden geben.

In einem ersten Schritt sind bereits zumindest Tagesausflüge im Rahmen von Busreisen ins Land wieder erlaubt worden: Seit mehr als einer Woche dürfen Busunternehmen wieder mit Tagesgästen in den Nordosten kommen.

Mecklenburg-Vorpommern: Viele Urlauber nutzen das sonnige und warme Sommerwetter zu einem Strandbesuch | dpa

Mecklenburg-Vorpommern will erst am 4. August entscheiden, wie es mit dem individuellen Tagestourismus weitergeht. Bild: dpa

14:02 Uhr

Indien: Fast 35.000 neue bestätigte Corona-Fälle

Indien hat am Samstag 34.884 neu bestätigte Corona-Infektionen Fälle gemeldet. Die Zahl der Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gab das Gesundheitsministerium mit 671 innerhalb von 24 Stunden an, die Gesamtzahl stieg damit auf 26.273. Die Genesungsrate sei leicht auf 62,9 Prozent gesunken. Im Land werden inzwischen täglich mehr als 300.000 Tests ausgewertet.

Etwa ein Dutzend indische Staaten, darunter Maharashtra, Tamil Nadu, Westbengalen und Assam, haben in Hochrisikogebieten Ausgehbeschränkungen verfügt.

13:40 Uhr

Briten nennen vorerst keine Opferzahlen mehr - Fehler befürchtet

Die britische Regierung hat die tägliche Aktualisierung der Todesfallzahlen durch die Coronavirus-Pandemie vorübergehend gestoppt. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Grund sei, dass die Statistik für England nicht berücksichtigt, ob Infizierte tatsächlich an der Lungenkrankheit Covid-19 oder an einer anderen Ursache gestorben sind. Bis diese Ungenauigkeit behoben sei, werde die Zahl der täglichen Todesfälle nicht mehr veröffentlicht, hieß es auf der Webseite des Ministeriums.

Bislang wurden in Großbritannien mehr als 45 000 Todesfälle bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten gezählt. Das Vereinigte Königreich gilt damit als das von der Pandemie am schwersten betroffene Land Europas. Ob die nun in der Zählweise erkannte Schwäche diese Zahl erheblich reduziert, gilt aber als zweifelhaft.

13:05 Uhr

EU-Gipfel: Niederlande reagieren positiv auf neuen Vorschlag

Die Niederlande haben positiv auf den neuen Verhandlungsvorschlag von EU-Ratschef Charles Michel zum milliardenschweren Corona-Aufbauplan reagiert. Dieser sei ein ernsthafter Schritt in die richtige Richtung, erklärte ein niederländischer Diplomat. Allerdings handele es sich um ein Paket, und darin seien noch viele Fragen zu klären.

Michel war auf die Niederlande zugegangen in der Frage, wie die Vergabe der geplanten Corona-Aufbauhilfen kontrolliert werden soll. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hatte ursprünglich ein Vetorecht gegen die Auszahlung gefordert, für den Fall, dass zugesagte Reformen der Empfänger nicht umgesetzt wurden.

Der Ratschef will nun jedem Land das Recht zugestehen, bei Bedenken den Europäischen Rat oder den Rat der Wirtschafts- und Finanzminister einzuschalten und die Auszahlung zeitweise aufzuhalten. Ein niederländischer Diplomat sagte, man prüfe das neue Paket noch, aber es sei zumindest eine Grundlage für Verhandlungen. Noch sei unklar, ob der neue Vorschlag wirklich das geforderte volle Vetorecht bedeute.

Mit dem neuen Vorschlag soll Bewegung in die Verhandlungen kommen, die nach dem ersten Tag des Sondergipfels der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag völlig festgefahren waren.

11:48 Uhr

Kirchen fehlen Millionen durch Einbußen bei der Kirchensteuer

Eine Mehrheit der Landeskirchen und Bistümer in Deutschland rechnet im Zuge der Corona-Krise für das Jahr 2020 damit, dass dreistellige Millionenbeträge in ihren Haushalten fehlen werden. Das zeigt eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den 20 evangelischen Landeskirchen und 27 katholischen Bistümern.

Grund für den Rückgang der Kirchensteuer, die an die Lohn- und Einkommenssteuer gekoppelt ist, ist vor allem die Kurzarbeit im Zuge der Corona-Pandemie. Auf das Kurzarbeitergeld wird keine Kirchensteuer erhoben.

11:25 Uhr

EU-Gipfel: Michel schlägt Kürzung der Zuschüsse auf 450 Milliarden vor

EU-Ratspräsident Charles Michel hat Diplomaten zufolge einen Kompromissvorschlag im Streit um den Corona-Aufbaufonds vorgelegt. Danach könnte die Höhe der geplanten Zuschüsse für besonders von der Corona-Krise betroffene Staaten von 500 auf 450 Milliarden Euro sinken. Eine Kürzung der Zuschüsse hatten vor allem die Niederlande, aber auch Österreich gefordert.

Demnach sollen von den insgesamt 750 Milliarden Euro jetzt nur mehr 450 Milliarden Euro als Zuschüsse und dafür 300 Milliarden Euro als Kredite vergeben werden. Mit dem neuen Vorschlag soll Bewegung in die Verhandlungen kommen, die nach dem ersten Tag des Sondergipfels der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag völlig festgefahren waren.

Insgesamt geht es bei den Verhandlungen um ein Finanz- und Krisenpaket in Höhe von 1,8 Billionen Euro. Die 750 Milliarden Euro Corona-Hilfen - an der Summe würde sich auch mit dem neuen Vorschlag von Michel nichts ändern - sollen als Schulden am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Verhandelt wird dies zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Haushaltsrahmen im Umfang von mehr als 1000 Milliarden Euro.

11:23 Uhr

Johns-Hopkins-Universität: 14 Millionen bestätigte Infektionen weltweit

Die weltweite Zahl der bestätigten Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus ist seit Beginn der Pandemie auf mehr als 14 Millionen gestiegen. Das geht aus einer Zählung der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervor. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus überstieg demnach die Marke von 600.000. Offiziell genesen sind laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 7,9 Millionen Menschen.

11:03 Uhr

Per App einen Platz am Strand buchen?

Mithilfe von Pilotprojekten an der norddeutschen Küste können sich Touristen einen Überblick über die Lage am Wunschurlaubsort verschaffen.

10:48 Uhr

Lauterbach fordert Corona-Tests für alle Reiserückkehrer

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, sämtlichen Reiserückkehrern Corona-Tests anzubieten. "Optimal wäre es, jeden zu testen", sagte er dem "Tagesspiegel". Er plädierte für kostenlose Tests an Flughäfen und zudem einige Tage später bei Hausärzten oder Gesundheitsämtern. Lauterbach verwies auf die Unvernunft einiger Urlauber und die generell höhere Kontaktdichte im Urlaub und an Flughäfen. Eine Testpflicht sei juristisch kaum durchzusetzen, auch nicht bei Rückkehrern aus Risikogebieten, fügte er hinzu. Daher müsse es eine verbindliche Aufforderung geben, sich nach der Rückkehr testen zu lassen. 

10:10 Uhr

Tönnies: Werkvertragsarbeiter sollen in Tochterfirmen angestellt werden

Der Fleischkonzern Tönnies will in Zukunft keine Werkverträge mehr abschließen. Vielmehr sollen die Beschäftigten direkt beim Unternehmen angestellt werden. Dafür hat Tönnies neue Firmen im Handelsregister eintragen lassen. Tönnies will über diese 15 Tochterfirmen zunächst mit 1000 Arbeitern einen direkten Vertrag abschließen, sagte ein Sprecher dem WDR. Derzeit ist noch die Hälfte aller Mitarbeiter - etwa 9000 - über Subunternehmer bei dem Fleischkonzern beschäftigt.

Nach dem Corona-Ausbruch und der anschließenden vorübergehenden Schließung des Schlachtwerks in Rheda-Wiedenbrück kündigte Konzernchef Clemens Tönnies im "Westfalenblatt" an, staatliche Lohnkostenerstattungen notfalls vor Gericht durchfechten zu wollen.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt gegen Tönnies wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz.

Ein Mitarbeiter bei der Arbeit nach der Wiederaufnahme der Schlachtung bei Tönnies | dpa

Bereits bis September sollten die ersten 1000 Werkvertragsarbeiter direkt bei Firmen der Tönnies-Gruppe angestellt werden, so der Konzern. Bild: dpa

10:04 Uhr

Niedersachsen: Auswertung von Coronatests in Verden läuft

Nach acht Corona-Infektionen in einem Gebäudekomplex in der Stadt Verden in Niedersachsen werden etwa 100 weitere Menschen auf das Virus getestet. Die betroffenen Bewohner stehen bis zur Vorlage der Testergebnisse unter Quarantäne, wie der Sprecher des Landkreises mitteilte.

"Wir müssen schauen, ob das Virus weiter gestreut hat und dann gegebenenfalls weitere Menschen unter Quarantäne stellen", so der Sprecher weiter. Die Menschen in dem Häuserkomplex mit rund 300 Bewohnern seien kooperativ. Die Polizei helfe mit, die Hauseingänge zu beobachten.

Die acht Infizierten wohnen den Angaben nach in einem Gebäudekomplex aus drei Häusern. Einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden.

10:00 Uhr

Mehr als 6000 Neuinfektionen in Russland

Russland meldet 6234 Corona-Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. 124 mit dem Virus infizierte Menschen starben laut den Angaben.

09:58 Uhr

Rouhani: Bereits 25 Millionen Infektionen im Iran

25 Millionen Iraner sind oder waren bereits mit dem Corona-Virus infiziert. Das sagte Präsident Hassan Rouhani unter Berufung auf einen Bericht des Gesundheitsministeriums in einer Fernsehansprache. "Nach unseren Schätzungen gehen wir im Iran aktuell von 25 Millionen Infektionen aus. Etwa 14.000 Menschen haben bereits ihr Leben verloren", sagte der Präsident. Demnach bestehe die Gefahr, dass sich weitere 35 Millionen Iraner anstecken.

Die Zahlen sind weitaus höher als die derzeitigen offiziellen Angaben. Demnach gibt es im Iran knapp 270.000 bestätigte Corona-Fälle. Auf die starke Abweichung ging Rouhani bei seiner Rede nicht ein.

Iran - mit seinen mehr als 80 Millionen Einwohnern vergleichbar mit Deutschland - ist das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land im Nahen Osten.

09:14 Uhr

Karliczek: Das nächste Schuljahr wird kein normales werden

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek warnt, dass es auch nach den Sommerferien immer wieder zu Schulschließungen kommen kann. "Das neue Schuljahr soll so normal wie möglich sein, aber es wird dennoch kein normales Schuljahr werden", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "An den Schulen werden weiter strenge Vorsichtsmaßnahmen gelten, wie sie die Kultusminister jetzt vereinbart haben. Und die müssen eingehalten werden", sagte sie. "Sonst gefährden wir gleich wieder die Schulöffnungen."

Bei allen Chancen, die der Digitalunterricht biete, sollten aber erneute flächendeckende längere Schulschließungen vermieden werden. "Der Präsenzunterricht ist unersetzlich", sagte Karliczek. Dazu müsse neben der Einhaltung der Hygiene-Vorschriften vor allem auf lokale Infektionsausbrüche rasch und konsequent reagiert werden. "Dabei kann es als letztes Mittel zur vorübergehenden Schließung einzelner Schulen kommen, auch wenn dies sicher niemand gern tun wird", so die Ministerin.

08:55 Uhr

Mit Sonnencreme und Maske in Kalifornien

Zu, auf und wieder zu: Die Corona-Zahlen in Kalifornien geben Anlass zur Sorge, daher verschärft die Politik hier wieder die Maßnahmen. Mittlerweile werden die Testkits knapp, die Kliniken sind am Limit.

07:55 Uhr

Ärztepräsident für fallbezogene Cluster-Isolierung

Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland fordert Ärztepräsident Klaus Reinhardt die Einführung einer schnellen, fallbezogenen Isolierung. "Cluster-Isolierung ist meines Erachtens die pragmatischste Art, mit der Pandemie umzugehen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Dabei werden beim Auftreten von Infektionen an einem Ort schnell alle Kontaktpersonen in Quarantäne untergebracht. In Japan würden etwa - noch bevor es also zu einer großen Testung komme - die Infektionsketten unterbrochen. "Allerdings nicht für 14 Tage, nach aktuellen wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnissen ist eine Woche völlig ausreichend." Länger sei die Infektiosität von Covid-19 nicht anzusetzen. Bei so einem Vorgehen brauche man auch keine großen Reihentestungen von Menschen ohne Symptomen.

Urlauber mahnte Reinhardt zur Einhaltung der derzeit überall üblichen Vorsichtsmaßnahmen gegen das Coronavirus auch auf ihren Reisen. "Nicht ratsam sind derzeit Reisen zu Urlaubsorten, an denen die Infektionsraten aktuell hoch sind, den Südstaaten der Vereinigten Staaten etwa oder Brasilien - vor allen Dingen, wenn man zu den Risikogruppen zählt", sagte Reinhardt. "Und es gelten auch im Urlaub die Abstands- und Hygieneregeln", betonte der Präsident der Bundesärztekammer.

06:57 Uhr

Mehr als 1000 Fälle in texanischem Gefängnis

Die in den USA grassierende Pandemie hat ein Bundesgefängnis in Texas schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach einem Bericht des Senders NBC infizierten sich 1072 von insgesamt 1798 Insassen der Strafanstalt in Seagoville im Norden des Bundesstaats. Auch zehn Angehörige des Wachpersonals seien positiv getestet worden. Ein 65-jähriger Gefangener, der eine 14-jährige Haftstrafe wegen Geldwäsche und Drogenvergehen erhalten hatte, sei in dieser Woche an Covid-19 gestorben.

Die Justizvollzugsanstalt in Seagoville ist nach Medienberichten das am schlimmsten vom Coronavirus betroffene Bundesgefängnis in den USA.

05:47 Uhr

Weniger Einnahmen bei der Lkw-Maut

Die Corona-Krise führt zu weniger Einnahmen für den Staat bei der Lkw-Maut. Wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte, sank im ersten Halbjahr der Mautumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 148 Millionen Euro auf rund 3,59 Milliarden Euro. Hintergrund ist ein Rückgang der Lkw-Fahrleistung angesichts der Corona-Beschränkungen.

05:20 Uhr

RKI: 529 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 529 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 201.372 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Es starben bislang 9083 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 1 im Vergleich zum Vortag. Bislang haben 187.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag bei 1,42 (Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

04:26 Uhr

USA: neuer Höchststand bei Neuinfektionen

Die USA haben am dritten Tag in Folge einen Rekordanstieg bei den Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Binnen 24 Stunden wurden 77.638 Neuinfektionen registriert, wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Erst am Tag zuvor hatten die USA mit mehr als 68.400 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet. 927 weitere Menschen starben bis Freitag an den Folgen der Infektion. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle damit bei 139.128.

In den USA breitet sich das Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,64 Millionen. Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Ein medizinischer Mitarbeiter in Schutzanzug vor einem Krankenwagen | REUTERS

Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Bild: REUTERS

03:50 Uhr

Briten wollen Millionen Schnelltests verteilen

Britische Minister planen einem Medienbericht zufolge, Millionen von kostenlosen Coronavirus-Antikörper-Tests zu verteilen. Grund für die Überlegungen sei, dass zuvor eine Test-Version, die von der Regierung in London favorisiert wird, bei einer Überprüfung gut abgeschnitten habe, berichtet die Zeitung "Daily Telegraph". Der Test, bei dem ein Bluttropfen aus dem Finger durch einen kleinen Stich abgenommen werde, sei zu 98,6 Prozent zuverlässig. Er zeige innerhalb von 20 Minuten an, ob eine Person bereits Antikörper gegen das Coronavirus gebildet habe. Der Schnelltest sei von der Universität Oxford in Zusammenarbeit mit einem führenden britischen Diagnostik-Spezialisten entwickelt worden. In der Erwartung einer Zulassung durch die Behörden in den kommenden Wochen seien bereits zehntausende Prototypen in britischen Fabriken hergestellt worden.

03:26 Uhr

WHO meldet neuen Rekordanstieg

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen neuen Rekordanstieg bei den Corona-Infektionen: In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit fast 238.000 neue Erkrankungen registriert worden. Die bisher größte Zahl von Neuinfektionen binnen eines Tages hatte die UN-Gesundheitsorganisation jüngst mit gut 230.000 Fällen verzeichnet. Zuletzt habe die Zahl der neu registrierten Erkrankungen vor allem in den USA, Brasilien, Indien und Südafrika zugenommen, so die WHO. Die Zahl der Todesfälle bleibe derzeit dagegen konstant bei durchschnittlich rund 5000 täglich.