Blick auf die Skyline von New York.  | REUTERS
Liveblog

Liveblog zum Nachlesen ++ Todeszahl in New York wieder zweistellig ++

Stand: 23.05.2020 20:55 Uhr

In New York ist die Zahl der neu gemeldeten Toten infolge einer Corona-Erkrankung binnen 24 Stunden deutlich gesunken. In Berlin gibt es wieder Demonstrationen, ebenso in mehreren spanischen Städten. Alle Entwicklungen im Liveblog.

  • New Yorks Bürgermeister Cuomo verkündet sinkende Todeszahlen
  • Weniger Teilnehmer bei Protesten gegen Corona-Regeln als erwartet
  • Spanien: Tausende demonstrieren gegen die Regierung
  • Studie weckt Hoffnungen auf Therapie gegen Virus
  • Frankfurter Kirchengemeinde meldet mehrere Infektionen
  • Merkel nimmt Stellung zu Corona-Maßnahmen
23.5.2020 • 20:53 Uhr

Liveblog endet

Für heute endet der Liveblog zur Corona-Krise.

23.5.2020 • 20:36 Uhr

Weniger Demo-Teilnehmer als erwartet

Nach den Protesten an den vergangenen Wochenenden waren auch für heute deutschlandweit Demonstrationen von Kritikern der Corona-Regeln angemeldet worden. Bei schlechtem Wetter kamen vielerorts aber weniger Menschen als erwartet.

23.5.2020 • 20:04 Uhr

Indien setzt Sonderzüge für Wanderarbeiter ein

In Indien sollen 3,6 Millionen wegen der Corona-Krise arbeitslos gewordene Wanderarbeiter mit Sonderzügen in ihre Heimatdörfer zurückgebracht werden. In den kommenden zehn Tagen werden 2600 Züge eingesetzt, um den in Mumbai und anderen Großstädten gestrandeten Arbeitern die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen, wie die Regierung mitteilte.

Die Ende März in Indien verhängte Ausgangssperre und die Einstellung des Zugverkehrs hatten die Wanderarbeiter bei der Rückkehr in ihre Heimat vor große Probleme gestellt. Zahlreiche Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben oder starben auf langen Fußmärschen an Hunger und Erschöpfung.

In Indien wurden bislang rund 125.000 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. 3720 Menschen starben. Heute wurden 6600 neue Corona-Fälle gemeldet. Trotz der steigenden Zahl der Neuinfektionen will die Regierung die Corona-Beschränkungen schrittweise lockern.

23.5.2020 • 19:48 Uhr

Bistum Limburg: "Nicht entspannt, aber ruhig"

Angesichts zahlreicher Corona-Infektionen nach einem Baptisten-Gottesdienst in Frankfurt sieht das Bistum Limburg für die katholischen Gottesdienste derzeit keinen Grund zur Panik. "Wir sind nicht entspannt, bleiben aber ruhig", sagte Bistumssprecher Stephan Schnelle der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Seit zwei Wochen könnten in dem Bistum unter Hygiene- und Abstandsauflagen wieder Gottesdienste gefeiert werden. Pfarrer und Gläubige gingen sehr sorgsam und vorsichtig mit der Lage um, betonte der Sprecher. "Diesen Kurs wollen wir auch erst einmal weiterfahren." Bisher seien Fälle wie in der Baptisten-Gemeinde in dem katholischen Bistum Limburg, zu dem Frankfurt gehört, nicht bekannt. Einige Gemeinden hätten sich auch entschieden, derzeit noch auf Gottesdienste zu verzichten. "Das müssen die Pfarrer vor Ort entscheiden", sagte Schnelle.

23.5.2020 • 19:18 Uhr

EU-Wiederaufbauhilfe - Dobrindt regt Kompromiss an

Beim europäischen Streit über einen Wiederaufbauplan für die Wirtschaft hält CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt einen Kompromiss für denkbar. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, regte Dobrindt an, die konkurrierenden Vorschläge von Deutschland und Frankreich sowie Österreich, Schweden, Dänemark und den Niederlanden zu kombinieren.

Beide Entwürfe bewegten sich "innerhalb der europäischen Verträge", zitierte die Zeitung ihn. Deswegen könnte "eine Kombination der beiden Vorstellungen, ohne das Finanzvolumen zu erhöhen, ein Weg sein, um die europäische Solidarität und den Zusammenhalt zur Bewältigung der Corona-Krise zu stärken".

Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten jüngst ein Konzept für einen Wiederaufbauplan im Umfang von 500 Milliarden Euro unterbreitet. Das Geld soll von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlanden machen sich in einem Gegenentwurf dafür stark, die Wirtschaft mit günstigen Krediten statt mit Zuschüssen wieder in Schwung zu bringen.

23.5.2020 • 19:09 Uhr

Weniger Virus-Tote in Italien gemeldet

Auch in Italien hat sich die Zahl der Toten, die an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, abgeschwächt. Die Zivilschutzbehörde teilte mit, zuletzt seien 119 Menschen an Covid-19 gestorben, am Vortag waren es noch 130 Tote. Insgesamt seien damit bislang 32.735 Personen infolge einer Corona-Infektion gestorben. Das ist - gemessen an den Angaben der jeweiligen Behörden - die dritthöchste Zahl weltweit hinter den USA und Großbritannien.

Die Zahl der Infizierten stieg in Italien zuletzt um 669 nach 652 am Vortag und liegt nun bei insgesamt 229.327.

23.5.2020 • 19:02 Uhr

Sinkende Todeszahlen in New York

Im besonders heftig von der Coronavirus-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York ist die Zahl der neu gemeldeten Toten an einem Tag erstmals seit rund zwei Monaten wieder zweistellig. Gestern seien 84 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, sagte Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Am Tag zuvor waren es noch 109 Tote.

"Diese Nachrichten sind gute Nachrichten", sagte Cuomo weiter. "Das ist ein Zeichen, dass wir echte Fortschritte machen." Auch die Zahl der Neuinfektionen ging in dem Bundesstaat mit seinen etwa 19 Millionen Einwohnern weiter zurück.

Zum Höhepunkt der Krise im März und April waren in New York bis zu 800 Menschen pro Tag gestorben. Insgesamt haben sich in dem Bundesstaat bislang mehr als 360.000 Menschen angesteckt, etwa 29.000 sind gestorben.

23.5.2020 • 18:29 Uhr

USA erlauben Einreisen von ausländischen Profisportlern

Die US-Regierung will bestimmte ausländische Profisportler trotz in der Corona-Krise geltende Reisebeschränkungen wieder ins Land lassen. Der geschäftsführende US-Heimatschutzminister Chad Wolf unterzeichnete eine Anordnung, die eine Sonderreiseerlaubnis für gewisse Athleten aus dem Ausland sowie deren Teams und Familienangehörige vorsieht.

Gelten soll dies unter anderem für Sportler aus der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA, der Baseball-Liga MLB, der Eishockey-Liga NHL sowie für Golf- und Tennisprofis, die in den USA an Wettkämpfen teilnehmen, wie das Ministerium mitteilte.

Die Amerikaner bräuchten ihren Sport, so Wolf. Es sei an der Zeit, professionelle Athleten wieder an die Arbeit zu bringen.

23.5.2020 • 18:10 Uhr

Erste Virus-Tote im Gaza-Streifen

Der Behörden im Gaza-Streifen melden eine erste Virus-Tote. Es handele sich um eine 77-Jährige mit Vorerkrankungen, die am 19. Mai aus Ägypten eingereist und seitdem in Quarantäne gewesen sei, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Im Gaza-Streifen, der von der islamistischen Hamas regiert wird, leben rund zwei Millionen Menschen. Nach Angaben der Behörden gab es dort bislang keine Virus-Toten, sondern lediglich 55 bestätigte Corona-Infektionen. Ein kompletter "Lockdown" des Gebiets ist der Hamas zufolge bislang nicht erforderlich.

23.5.2020 • 17:44 Uhr

Iran: Rouhani kündigt Öffnung religiöser Stätten an

Der Iran will zum Ende des Fastenmonats Ramadan seine religiösen Stätten, Museen und kulturellen Einrichtungen wieder öffnen. Das kündigte Präsident Hassan Rouhani im Staatsfernsehen an. Die von vielen Pilgern besuchten Schreine - von denen einige als Corona-Ansteckungsschwerpunkte galten - sollen ab kommenden Montag wieder für wenige Stunden pro Tag geöffnet werden.

In zehn der 31 Provinzen sei die Epidemie inzwischen unter Kontrolle, sagte Rouhani. Insgesamt infizierten sich bislang 133.521 Menschen im Iran mit dem Coronavirus. Die Zahl der Todesopfer stieg um 59 auf 7359. Rouhani zufolge litten 88 Prozent der Verstorbenen an Vorerkrankungen. Experten zweifeln die offiziellen Infektions- und Todeszahlen an und schätzen die tatsächlichen Zahlen viel höher ein.

23.5.2020 • 17:35 Uhr

Opposition fordert Rücktritt von Johnson-Berater

Trotz einer möglichen Covid-19-Erkrankung reiste Premierminister Boris Johnsons umstrittener Spitzenberater Dominic Cummings zum Haus seiner Eltern. Die Opposition fordert seinen Rücktritt.

23.5.2020 • 17:29 Uhr

Kroatien: Erster Tag ohne Corona-Neuansteckung seit März

Kroatien hat erstmals seit dem 9. März einen Tag ohne registrierte Neuansteckung mit dem Coronavirus erlebt. Dies teilte der Katastrophenschutz in Zagreb mit. Die erste Corona-Infektion war man am 25. Februar verzeichnet worden.

Bisher haben sich in dem Land 2243 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die Zahl der Todesopfer beträgt 99.

23.5.2020 • 17:16 Uhr

VW muss Neustart der Autoproduktion in Mexiko verschieben

Volkswagen und Audi dürfen ihre Autoproduktion in Mexiko nach dem coronabedingten Stopp erst einmal nicht wie geplant wieder aufnehmen. Der Gouverneur des Bundesstaates Puebla, Miguel Barbosa, erließ ein entsprechendes Dekret, um die Zunahme von Corona-Infektionen zu vermeiden. Darin heißt es, in Puebla herrschten keine Bedingungen für die Wiederaufnahme der Aktivitäten in der Automobilindustrie. Die mexikanische Regierung hatte die Automobilindustrie in eine Liste der wirtschaftlich essenziellen Aktivitäten aufgenommen.

Volkswagen Mexiko hatte am 20. März eine vorübergehende Einstellung seiner Produktion wegen der globalen Pandemie zunächst bis zum 12. April angekündigt. Später hieß es, im Laufe des Monats Mai gehe es wieder los. Dann sollten die zwei VW-Werke am 1. Juni eigentlich wieder in Betrieb gehen.

23.5.2020 • 17:13 Uhr

Grabeskirche in Jerusalem öffnet wieder

Die Grabeskirche in Jerusalem wird morgen nach zwei Monaten Schließung wieder geöffnet. Allerdings dürfen mit Blick auf die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus nur jeweils 50 Menschen gleichzeitig in eines der wichtigsten Gebäude der Christenheit, teilten die drei christlichen Konfessionen mit, die die Kirche gemeinsam nutzen. Gläubige müssen demnach Gesichtsmasken tragen und zwei Meter Abstand voneinander halten. Außerdem sollen sie keine Steine oder andere Objekte berühren oder gar küssen.

Die Grabeskirche ist über dem Ort errichtet, an dem Jesus von Nazareth nach christlicher Überzeugung gekreuzigt, begraben und auferstanden ist

Die Grabeskirche in Jerusalem. | ATEF SAFADI/EPA-EFE/Shutterstock

Die Jerusalemer Grabeskirche wird nach zwei Monaten Schließung wegen der Corona-Pandemie wieder geöffnet. Bild: ATEF SAFADI/EPA-EFE/Shutterstock

23.5.2020 • 17:05 Uhr

Rentenversicherung: Corona-Krise lässt Reserve sinken

Infolge der Corona-Krise sinkt nach einer Schätzung der Rentenversicherung die Rücklage der Rentenkasse. Wie die Rentenversicherung mitteilte, geht die Rücklage nach ersten Schätzungen bis Ende des Jahres um rund ein Zehntel auf dann rund 36 Milliarden Euro zurück.

Diese Werte seien angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen noch mit großen Unsicherheiten behaftet und könnten sich noch verändern. Zudem sieht die Versicherung begrenzte Auswirkungen durch die Krise, da auch während des Bezugs von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt würden.

23.5.2020 • 16:49 Uhr

Spanien beschließt zehn Tage Staatstrauer für Corona-Opfer

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez hat eine offizielle Staatstrauer in Erinnerung an die zahlreichen Corona-Opfer angekündigt. Ab kommenden Dienstag sollen zehn Tage lang die Fahnen im gesamten Land auf halbmast hängen. Das sei die längste Staatstrauer, die es jemals in der demokratischen Geschichte Spaniens gegeben habe, sagte Sanchez.

Spanien ist mit fast 235.000 Infizierten und mehr als 28.600 Todesopfern eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder der Welt.

Sobald der Alarmzustand beendet sei, werde es zudem unter Vorsitz von Staatsoberhaupt König Felipe VI. einen großen Gedenkakt für die zahlreichen Virus-Opfer geben, erklärte Sanchez weiter. Das wird wahrscheinlich Ende Juni der Fall sein.

23.5.2020 • 16:41 Uhr

Stuttgart: AfD-Demo gegen Corona-Regeln darf stattfinden

Eine für morgen angekündigte Demonstration der AfD in Stuttgart gegen die Corona-Beschränkungen darf stattfinden. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hob einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Stuttgart auf. Dieses hatte zuvor den Eilantrag der AfD gegen das von der Stadt Stuttgart verfügte Versammlungsverbot abgelehnt.

Die AfD-Demonstration kann allerdings nur mit 100 Teilnehmern und unter strengen Auflagen stattfinden, wie der VGH mitteilte. Um Teilnehmer, Polizisten und Gegendemonstranten vor einer Infektion mit dem Coronavirus und die Bevölkerung vor einer weiteren Ausbreitung der Epidemie zu schützen, könne die Versammlung nur unter strengen Auflagen stattfinden, hieß es.

23.5.2020 • 16:37 Uhr

Polens Weg durch die Krise

Polen steht in der Corona-Krise wirtschaftlich ganz gut da: Warum der Einbruch kleiner ausfallen könnte als in den anderen EU-Staaten:

23.5.2020 • 16:20 Uhr

Bundesweit Demos gegen Corona-Einschränkungen

Gegner der Corona-Einschränkungen haben heute bundesweit demonstriert. Neben in mehr als 30 angemeldeten Kundgebungen und Gegendemonstrationen in Berlin, gab es auch in Städten wie Hannover, Bremen, München und Stuttgart Proteste.

In Stuttgart waren die Teilnehmerzahlen im Vergleich zu den Vorwochen "recht überschaubar", wie ein Polizeisprecher sagte. In der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg waren mehrere Kundgebungen angemeldet worden. Einige fanden demnach bei strömendem Regen gar nicht statt.

Ähnlich verhielt es sich in München: Laut Polizei wurde dort keine der vier ursprünglich angemeldeten Kundgebungen zu Ende gebracht. Die größte Veranstaltung auf der Theresienwiese wurde demnach kurz vor Beginn vom Veranstalter abgesagt - auch hier herrschte schlechtes Wetter. In Nürnberg waren bei einer Aktion gegen Grundrechteeinschränkungen laut Polizei "nicht annähernd" so viele Teilnehmer anwesend wie die zuvor 500 angekündigten.

In Hamburg versammelten sich unter anderem mehrere Hundert Gegner der Corona-Maßnahmen vor dem Michel. Dort seien mehrere Demonstranten von der Polizei ermahnt worden, weil sie ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs gewesen seien, sagte eine Sprecherin. Einige nicht angemeldete Gegen-Aktionen seien aufgelöst worden.

Ein leeres Rednerpult steht auf einer vom Dauerregen überfluteten Bühne in München.  | dpa

Wegen eines Unwetters wurde die Demonstration gegen die Anti-Corona Maßnahmen der Regierung in München abgebrochen.  Bild: dpa

In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls Demonstranten auf die Straße gegangen: In Düsseldorf nahmen in der Spitze etwa 70 Menschen an einem Protestzug teil, wie ein Polizeisprecher sagte. Rund 300 Teilnehmer waren angemeldet worden. In Essen kamen rund 360 der ursprünglich 1000 angemeldeten Teilnehmer zu einer Demonstration auf einem Messeparkplatz gegenüber vom Flughafen Essen/Mülheim zusammen. In Köln versammelten sich etwa 250 Demonstranten auf der Deutzer Werft auf der Rheinbrücke zu einer Menschenkette. In Aachen hatten Teilnehmer zwei Veranstaltungen in der Innenstadt angemeldet, an denen sich nach Polizeiangaben knapp 130 Menschen beteiligten

23.5.2020 • 16:12 Uhr

Merkel rechtfertigt Vorgehen der Regierung

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich anlässlich des Verfassungstags zu den Einschränkungen von Grundrechten in der Corona-Krise geäußert - und diese erneut verteidigt.

23.5.2020 • 15:52 Uhr

US-Studie nährt Hoffnungen auf therapeutischen Ansatz

Die Ergebnisse einer klinischen Studie aus den USA verstärken die Hoffnungen auf eine Therapie gegen das Coronavirus: Danach verkürzt das antivirale Mittel Remdesivir die Genesungsdauer von Covid-19-Patienten um rund 30 Prozent.

An der Studie nahmen 1063 Covid-19-Patienten in den USA sowie in neun weiteren Ländern in Europa und Asien teil. Sie erhielten zehn Tage lang entweder Remdesivir, das ursprünglich gegen Ebola entwickelt wurde, oder ein Placebo. Die mit Remdesivir behandelten Patienten benötigten im Mittelwert elf Tage, die anderen Patienten 15 Tage bis zur Genesung.

Nach Angaben der Autoren der Studie wirkte das Mittel am besten bei Patienten, die noch nicht an Beatmungsgeräte angeschlossen werden mussten. Sie empfahlen deshalb, schon früh mit der Behandlung zu beginnen.

Weniger eindeutig ist die Studie in der Frage, ob das Mittel auch die Sterblichkeit von Patienten senken kann. Von den Patienten, die Remdesivir erhielten, starben binnen 14 Tagen 7,1 Prozent. In der Kontrollgruppe betrug die Sterblichkeit 11,9 Prozent. Der Unterschied ist zu gering, um ihn eindeutig dem Medikament zuzuschreiben.

In jedem Fall reiche Remdesivir allein nicht aus, um das Überleben von Covid-Patienten zu sichern, schrieben die Autoren. Erfolgversprechender sei wahrscheinlich eine Kombination mehrerer Therapien, darunter möglicherweise ein Cocktail mit mehreren antiviralen Mitteln. Remdesivir dringt in Viren ein und verhindert deren Vermehrung. Offiziell als Medikament zugelassen ist das Mittel bislang nicht.

23.5.2020 • 15:31 Uhr

Corona-Infektionen in Leer: Verstöße gegen Beschränkungen?

Nach dem gehäuften Auftregen von Infektionen im niedersächsischen Leer halten die Behörden es für möglich, dass in einem Restaurant gegen die Corona-Regeln verstoßen wurde.

23.5.2020 • 15:29 Uhr

Wieder "Hygiene-Demos" und Gegendemonstrationen in Berlin

Mit einem Großaufgebot hat die Berliner Polizei wieder zahlreiche Demonstrationen gegen die Corona-Verordnungen sowie Gegendemonstrationen begleitet. Insgesamt seien rund 1.100 Polizisten bei mehr als 30 angemeldeten Versammlungen mit Corona-Bezug dabei gewesen.

Bis auf eine Kundgebung am Großen Stern, die vorzeitig beendet wurde, seien alle Veranstaltungen bislang störungsfrei verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag.Teilweise habe es sich nur um Versammlungen mit einer Handvoll Menschen gehandelt.

Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sind in Berlin derzeit nur bis zu 50 Teilnehmer je Demonstration erlaubt. Bei der Kundgebung am Großen Stern sollen laut Medienberichten und Polizei zahlreiche Anhänger der Reichsbürger- und Gelbwesten-Bewegung dabei gewesen sein. Die Veranstaltung wurde wegen zu vieler Teilnehmer vorzeitig beendet.

In Berlin protestieren bereits seit rund zwei Monaten jeweils am Wochenende Menschen auf sogenannten "Hygiene-Demos" gegen die Einschränkung von Grundrechten im Zuge der Pandemie-Bekämpfung, darunter zahlreiche Anhänger von Verschwörungstheorien. Inzwischen gibt es zahlreiche Gegenproteste. Laut Berliner Bündnis gegen Rechts sind auf den Veranstaltungen gegen die Corona-Verordnungen eindeutig auch rechte Gruppierungen, Parteien und Organisationen vertreten.

23.5.2020 • 15:17 Uhr

Spanien öffnet im Juli Grenzen für ausländische Touristen

Der Corona-Hotspot Spanien will erst im Juli seine Grenzen für ausländische Touristen öffnen. "Ab Juli wird der Empfang ausländischer Touristen unter sicheren Bedingungen wiederaufgenommen werden", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Rede an die Nation.

"Wir werden garantieren, dass die Touristen keine Risiken eingehen werden und auch, dass sie keine Risiken für uns verursachen", erklärte der sozialistische Politiker.

Mit seiner Ankündigung machte Sánchez Hoffnungen auf eine frühere Wiederaufnahme des Tourismus zunichte. Diese waren jüngst gewachsen, nachdem ein anderer Corona-Brennpunkt, Italien, die Grenzöffnung für Touristen ab dem 3. Juni angekündigt hatte.

23.5.2020 • 15:05 Uhr

15-jährige Inderin nach Kraftakt auf dem Radar des Radsportverbands

Eine 15-jährige Inderin, die mit ihrem verletzten Vater auf dem Gepäckträger 1200 Kilometer quer durchs Land geradelt ist, ist von der indischen Radsport-Nationalmannschaft zum Eignungstest eingeladen worden.

Jyoti Kumari war nach Beginn der Corona-Ausgangssperre mit ihrem dadurch plötzlich arbeitslos gewordenen Vater samt Gepäck von Gurugram nahe Neu Delhi bis zum Heimatdorf der Familie im nordöstlichen Bundesstaat Bihar gestrampelt, wie indische Medien berichteten. Jyoti bewältigte die enorme Strecke in sieben Tagen.

Ihre Reise mit einem mit den letzten Ersparnissen gekauften gebrauchten Fahrrad machte landesweit Schlagzeilen und erregte die Aufmerksamkeit des Indischen Radsportverbandes: "Sie hat diese Distanz mit ihrem Vater und Gepäck in sieben Tagen zurückgelegt. Ich dachte mir, sie hat das Zeug dazu - mit einer solchen Ausdauer. Wir können sie testen", sagte Verbandschef Onkar Singh.

Jyoti habe zunächst geantwortet, dass sie ihre Schulausbildung fortsetzen wolle. "Wir haben ihr gesagt, dass wir uns an unseren Akademien auch um die Schulbildung kümmern", sagte Singh. Nach dem Ende der landesweiten Reisesperre soll die 15-Jährige nun nach Neu Delhi reisen, um zu testen, ob sie auch unter Wettkampfbedingungen radfahren kann.

23.5.2020 • 14:54 Uhr

Leutheusser-Schnarrenberger: "Grundrechte massiv eingeschränkt"

Die frühere Bundesjustizministern Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Politik aufgefordert, die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie permanent zu überprüfen und auch wieder "zurückzuführen".

"Die Grundrechte sind so massiv eingeschränkt worden, wie wir es noch nie kannten in den 71 Jahren unseres Grundgesetzes", sagte die FDP-Politikerin dem WDR aus Anlass der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949. "Die Freiheitsbeschränkungen müssen begründet werden, aber nicht die Lockerungen."

Es sei ein "absolutes Muss", nun klar zu regeln, unter welchen Voraussetzungen mehr Bewegungsfreiheit beispielsweise in Kitas und im Reiseverkehr möglich sei, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Teilweise würden Regierungen inzwischen von Gerichten zu Lockerungen und Öffnungen gezwungen, etwa im Blick auf das Versammlungsrecht.

"Versammlungsfreiheit gehört essenziell zu unserem Zusammenleben, auch in Pandemie-Zeiten, auch wenn Unsinn gefordert werden sollte", betonte die ehemalige Justizministerin. Dafür gebe es Schutzkonzepte, deren Einhaltung die Polizei effektiv und mit Augenmaß kontrollieren müsse: "Dann können wir Grundrechte leben in diesen Zeiten."

Für die Zukunft verlangte Leutheusser-Schnarrenberger eine andere Form des Umgangs mit Pandemieauswirkungen, dazu gehöre die Stärkung von Parlamenten. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass "ein paar Eliten und Mächtige alles steuern", sagte die 68-Jährige. Sie kritisierte, dass Bayern ohne Parlamentsbeteiligung eine "notstandsähnliche Lage" ausgerufen habe. Die Parlamente müssten an derlei massiven Weichenstellungen und an vorübergehenden Beschränkungen von Freiheitsrechten beteiligt werden.

23.5.2020 • 14:40 Uhr

Fußball-Neustart in Spanien am 8. Juni

Die spanischen Fußball-Profiligen dürfen ab dem 8. Juni den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Das gab Ministerpräsident Pedro Sánchez in einer Rede an die Nation bekannt. Die Erlaubnis gilt für die Primera División und auch für die zweite Liga. Einen konkreten Spielplan mit Terminen gibt es aber noch nicht.

Der Spielbetrieb ist in Spanien seit dem 12. März unterbrochen. Zuletzt wurden acht von rund 2500 Spielern und Mitarbeitern von Clubs der 1. und 2. Liga positiv auf das Coronavirus getestet. In der Primera División liegt der FC Barcelona nach 27 von insgesamt 38 Spieltagen mit 58 Punkten auf Platz eins. Der Tabellenzweite Real Madrid hat nur zwei Zähler Rückstand, während der FC Sevilla als Dritter mit 47 Punkten nur noch sehr wenige Titelchancen hat.

23.5.2020 • 14:13 Uhr

Spanien: Tausende demonstrieren gegen Regierung Sánchez

Tausende haben bei Kundgebungen in ganz Spanien gegen die Anti-Corona-Maßnahmen den Rücktritt des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez gefordert. In Madrid und vielen anderen Städten des Landes folgten die Demonstranten mehrheitlich in Privatfahrzeugen dem Aufruf der rechtspopulistischen Partei Vox.

Vox, die drittstärkste Fraktion im spanischen Parlament, wirft der linken Regierung vor, mit den strikten Regeln und Verboten zur Eindämmung der Pandemie das Land wirtschaftlich "in den Ruin" zu treiben und außerdem die Freiheiten der knapp 47 Millionen Bürger illegal einzuschränken. Diese Vorwürfe erhebt auch die größte Oppositionspartei, die konservative Partido Popular (PP), die ihre Anhänger aber nicht zur Teilnahme an der Kundgebung aufrief.

Mit mehr als 230.000 Infektionsfällen und über 28.000 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder der Welt. Seit Mitte März gelten im Rahmen eines mehrfach vom Parlament verlängerten Alarmzustandes strenge Ausgehbeschränkungen und Regelungen, die erst seit kurzer Zeit schrittweise gelockert werden.

23.5.2020 • 13:45 Uhr

Wuhan führt rund 1,5 Millionen Tests an einem Tag durch

In der chinesischen Millionenmetropole Wuhan, dem vermuteten Urprungsort der Corona-Pandemie, haben die Gesundheitsbehörden gestern fast anderthalb Millionen Tests durchgeführt. Bereits am Vortag seien bereits etwa eine Million Tests verzeichnet worden.

Die vielen Tests sind Teil einer Studie zur Erforschung so genannter asymptomatischer Krankheitsverläufe - also jene, bei denen die Infizierten keine oder nur sehr schwache Symptome zeigen.

23.5.2020 • 13:36 Uhr

Studie weckt Zweifel an Wirksamkeit umstrittener Malaria-Medikamente

Die von US-Präsident Donald Trump und dem brasilianischen Staatschef Bolsonaro aggressiv beworbenen Malariamittel sind laut einer großangelegten Studie als Medikamente gegen das neue Coronavirus eher kontraproduktiv.

Bei einem Vergleich von etwa 96.000 Patienten auf sechs Kontinenten habe sich gezeigt, dass die Sterberate von Menschen, die Hydroxychloroquin und Chloroquin einnahmen, bei 13 Prozent lag, hieß es in einem Bericht des Journals "Lancet". Bei Kranken, die anders behandelt wurden, habe sie neun Prozent betragen.

Außerdem sei bei der Einnahme der Malariamittel ein fünf Mal höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen festgestellt worden, schrieb das Blatt. Laut dem Leiter der Studie, einem Herzspezialisten aus Boston, gibt es nicht nur keinen Vorteil, sondern sogar einen sehr durchgängigen Hinweis auf Schädigung.

23.5.2020 • 13:33 Uhr

Internationaler Appell zum Schutze Älterer

Prominente aus Politik, Gesellschaft, Kirche und Wissenschaft rufen in einem internationalen Appell dazu auf, das Leben alter Menschen in der Corona-Krise nicht abzuwerten - und wünschen sich eine "moralische Revolte". "Alle notwendigen Energien müssen investiert werden, um die größte Zahl an Leben zu retten und den Zugang zur Behandlung für alle zu ermöglichen", heißt es in dem Appell, der in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" als Anzeige veröffentlicht und neben anderen von dem Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas unterzeichnet wurde.

"Der Wert des Lebens muss gleich für alle bleiben. Wer das zerbrechliche und schwache Leben der Älteren abwertet, bereitet einer Entwertung jeden Lebens den Weg", heißt es. In vielen Ländern tauche "ein gefährliches Modell" auf, das sich für ein selektives Gesundheitswesen ausspreche, in dem das Leben alter Menschen als zweitrangig betrachtet werde. Zu den zahlreichen Erstunterzeichnern des Appells gehören der ehemalige Präsident der EU-Kommission Romano Prodi und die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU).

23.5.2020 • 13:13 Uhr

Formel 1 in Silverstone weiter fraglich

Die Austragung der geplanten zwei Formel-1-Rennen in Silverstone ist nach wie vor unsicher. Wie die englische Zeitung "The Guardian" berichtete, bekamen die Veranstalter wie andere Sportorganisationen auch trotz großer Bemühungen bisher keine Ausnahmeregelung von den strengen Quarantänevorschriften.

Dem "Guardian" zufolge sind die Rennen in Silverstone für den 26. Juli und 2. August geplant. Doch die Corona-Maßnahmen des britischen Premierministers Boris Johnson sehen für alle Flugreisenden nach ihrer Ankunft in England eine zweiwöchige Quarantäne vor. Sollte eine Selbst-Isolation nach der Einreise nötig sein, wären die Termine nicht zu halten. Die Veranstalter wiesen daraufhin, dass dies erhebliche Auswirkungen auf Zehntausende mit dem Sport verbundene Arbeitsplätzen haben würde. Sieben der zehn Formel-1-Teams haben ihren Sitz in Großbritannien.

Derzeit plant die Formel 1 nach Absagen oder Verschiebungen der ersten zehn Saisonläufe einen Start Anfang Juli in Österreich. Auch in Spielberg soll es wegen der Corona-Krise zum Auftakt zwei Rennen ohne Zuschauer geben.

23.5.2020 • 12:43 Uhr

Vatikanische Museen öffnen wieder

Die weltberühmten Vatikanischen Museen werden nach dem Corona-Lockdown vom 1. Juni an wieder ihre Tore öffnen. Besucher müssen Atemschutzmasken tragen, Abstandsregeln einhalten und am Eingang ihre Körpertemperatur messen lassen, wie die Museen am Samstag in Rom mitteilten. Tickets müssen im Voraus gebucht werden.

Das Museum auf dem Gelände des Vatikanstaats zeigt unter anderem die Sixtinische Kapelle Michelangelos, die Stanzen Raffaels und unzählige Skulpturen und Gemälde seit der Zeit der Antike. Es war am 8. März wegen der Corona-Pandemie geschlossen worden. Der Petersdom im Vatikan ist schon seit 18. Mai wieder offen.

Petersplatz in Rom | dpa

Bald wieder mehr Freiheit im Vatikan: Die weltberühmten Vatikanischen Museen machen am 1. Juni wieder auf. Bild: dpa

23.5.2020 • 11:46 Uhr

Frankreich: Einreisende aus Spanien und Großbritannien müssen in Quarantäne

Frankreich hat für Einreisende aus Großbritannien und Spanien eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Damit reagiert die französische Regierung auf die von beiden Ländern erklärte Quarantäneverpflichtung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie.

Die häusliche Isolierung gelte für Reisende aus europäischen Ländern, deren Behörden unkoordiniert eine 14-tägige Maßnahme für Reisende beschlossen hätten, die aus europäischen Ländern in ihr Hoheitsgebiet einreisen, teilte das Pariser Innenministerium mit. Spanien und Großbritannien hatten zuvor ihrerseits Einreisebeschränkungen verhängt.

23.5.2020 • 11:29 Uhr

Waigel will CO2-Steuer zur Krisenbewältigung

Der ehemalige Bundesfinanzminister Theo Waigel hat eine europäische CO2-Steuer zur Finanzierung der Corona-Folgen vorgeschlagen. Im rbb sagte der frühere CSU-Chef, auf diesem Weg könnte man ein "Wiederaufbauprogramm mit Klimazielen und Naturschutz verbinden". Eine CO2-Steuer für ganz Europa sei "sinnvoller als das Handeln und Verhandeln um Brutto- und Nettobeiträge und eventuelle Rabatte".

23.5.2020 • 11:17 Uhr

Thüringen will Beschränkungen Anfang Juni aufheben

Das Land Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden. An deren Stelle sollen nur noch lokale Maßnahmen treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird. Dafür ist ein Grenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche im Gespräch.

"Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen", sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den Zeitungen der Mediengruppe Thüringen. Die Details sollen nach Angaben einer Regierungssprecherin in der nächsten Kabinettssitzung am Dienstag beraten werden.

23.5.2020 • 11:12 Uhr

Grütters: "Kultur kein Luxus, sondern Lebensnotwendigkeit"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat zum Erhalt der kulturellen Infrastruktur in Deutschland auch nach der Corona-Krise aufgerufen. "Ich hoffe sehr, dass am Ende der Krise, wenn möglicherweise auch größere wirtschaftliche Schäden erkennbar werden, die Länder und Kommunen ihre Kultureinrichtungen nicht zum Steinbruch ihrer Haushaltskonsolidierungen machen", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post".

Kultur sei kein Luxus, sondern eine Lebensnotwendigkeit, ein Ausdruck von Humanität und für eine lebendige Demokratie unverzichtbar. Öffentliche Gelder für die Kulturlandschaft seien "eine Investition in die Zukunft", unterstrich die Staatsministerin. Sie arbeite zusammen mit dem Finanzministerium an einem Hilfs- und Rettungspaket für die Künste. Ziel sei, das "große, dichte Geflecht insgesamt" zu erhalten. Es müsse verhindert werden, dass am Ende zwar die "Künstler überlebt haben, aber ihre Arbeits- und Wirkungsstätten verschwunden sind".

Grütters und die Kultusministerkonferenz der Länder hatten am Mittwoch Eckpunkte für die weitere Öffnung kultureller Einrichtungen und Aktivitäten vorgelegt. Für das Soforthilfeprogramm "Neustart" für kleine und mittlere Kultureinrichtungen stellt die Bundesregierung 20 Millionen Euro bereit.

23.5.2020 • 11:04 Uhr

Deutsche Bank bittet Manager um Gehaltsverzicht in der Krise

Die Deutsche Bank hat einige ihrer Manager darum gebeten, freiwillig auf ein Monatsgehalt zu verzichten. "Das ist eine freiwillige Maßnahme im Sinne des Unternehmergeists und der Disziplin, mit denen wir unser Unternehmen leiten", teilte Konzernsprecher Jörg Eigendorf mit.

Ein Teil der leitenden Angestellten der Bank hätten sich bereits auf einen freiwilligen Verzicht auf ein Monatsgehalt geeinigt. Nun wolle man einer größeren Gruppe von Managern die Möglichkeit geben, Teil dieser Initiative zu sein, so Eigendorf weiter.

Die Deutsche Bank treibt ihren 2019 eingeleiteten Konzernumbau trotz der Corona-Krise weiter voran. Der freiwillige Gehaltsverzicht sei ein Teil der Kostensenkungen, teilte ein Sprecher des Konzerns mit.

23.5.2020 • 10:59 Uhr

China will internationale Flüge weiter einschränken

China wird internationale Flüge noch mindestens bis Oktober stark beschränken. Das berichten chinesische Medien. Seit Ende März gilt eine "Fünf-Eins-Regel", die pro Fluggesellschaft nur einmal die Woche einen Flug auf einer Strecke in ein Land erlaubt. Diese solle nun bis in den Herbst ausgedehnt werden.

Fluggesellschaften müssen ihre Flugpläne den Berichten zufolge zwei Monate im Voraus genehmigen lassen, bevor sie Tickets verkaufen dürfen. Aus Angst vor einer Einschleppung des Virus aus anderen Ländern will China mit dem Vorgehen nicht nur die Zahl von Touristen, sondern vor allem auch die Zahl der rückkehrenden Chinesen begrenzen.

23.5.2020 • 13:54 Uhr

Mehrere Kirchenmitglieder infiziert: "Schwierige Lage" in Frankfurt

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt am Main haben sich mehrere Mitglieder mit dem Coronavirus infiziert. Laut Gesundheitsamt sind es mehr als 40 Betroffene. Viele von ihnen seien allerdings ""nicht sonderlich krank", wie es hieß.

"Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online", sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau. "Bei uns ist es eine schwierige Lage."

Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen. Sechs Betroffene befänden sich in Krankenhäusern. Unklar ist, wie viele Besucher an dem Gottesdienst teilnahmen. Es seien aber "alle Regeln eingehalten worden."

Religiöse Versammlungen sind seit dem 1. Mai unter Auflagen wieder erlaubt. So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern.

23.5.2020 • 10:41 Uhr

"Sparsame Vier" legen Gegenentwurf zu Merkel-Macron-Papier vor

Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande haben einen Gegenvorschlag zu dem deutsch-französischen Vorstoß für einen Corona-Wiederaufbauplan vorgelegt. Die vier Länder sprechen sich darin für einen einmaligen, auf zwei Jahre befristeten Notfallfonds zur Stärkung der EU-Wirtschaft aus.

Die EU-Kommission solle das Geld für den Fonds an den Finanzmärkten aufnehmen und als günstige Kredite an die Mitgliedstaaten weiterreichen. Das Geld müsse für den Wiederaufbau und die künftige Widerstandsfähigkeit des Gesundheitssektors und der Wirtschaft eingesetzt werden. Einen maximalen Umfang für den Nothilfefonds wird nicht genannt.

23.5.2020 • 10:33 Uhr

Lockerungen in den USA: Los Angeles geht seinen eigenen Weg

Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, hat sich gegen eine Warnung der Regierung von US-Präsident Donald Trump gewehrt, wonach die in seiner Stadt verhängten Corona-Beschränkungen illegal sein könnten. "Wir lassen uns in dieser Sache nicht von der Politik leiten, sondern von der Wissenschaft", sagte Garcetti auf einer Pressekonferenz.

In Los Angeles geht bei der Aufhebung von Beschränkungen langsamer vor als andere Teile Kaliforniens. In der dicht besiedelten Stadt wurden mehr als 43.000 Corona-Infektionen und mehr als 2000 Todesfälle registriert - weit mehr als die Hälfte aller Todesfälle in dem Bundesstaat.

Zuletzt hatten Äußerungen aus Los Angeles, wonach die Beschränkungen noch weitere drei Monate andauern könnten, für Empörung in Washington gesorgt. Das US-Justizministerium verfasste ein Schreiben, in dem es unter anderem heißt, nach der US-Verfassung und kalifornischem Recht seien "willkürliche und unangemessene Handlungen" verboten.

Trump tritt mit Blick auf seine potenzielle Wiederwahl im November für eine weitere Öffnung der US-Wirtschaft ein. Wegen der Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt es in den USA derzeit massive Jobverluste. 

23.5.2020 • 10:24 Uhr

Kardinal Marx verurteilt Appell gegen Corona-Maßnahmen scharf

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat den Appell rechtskonservativer katholischer Geistlicher gegen die Corona-Maßnahmen scharf verurteilt. Der Aufruf, den unter anderem der ehemalige Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, unterschrieben hat, "hat mich erstaunt und auch fassungslos gemacht", sagte Kardinal Marx dem "Spiegel".

In dem Anfang Mai veröffentlichten Text wird eine Weltverschwörung angenommen, die das Ziel hat, persönliche Freiheiten dauerhaft einzuschränken. "Diese illiberalen Maßnahmen sind der beunruhigende Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht", heißt es darin.

Marx erklärte, der Appell spalte und mache Angst. Er selbst halte sich an das, was die Politik in der Corona-Krise nach intensiver Beratung vorgebe, betonte der frühere Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. "Ich weiß nicht, aus welcher Kompetenz heraus die Kirche darüber debattieren sollte, was bei einer Pandemie sinnvoll ist und was nicht."

23.5.2020 • 10:21 Uhr

Merkel: Corona eine "Zumutung für unsere Demokratie"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich anlässlich des heutigen Tags des Grundgesetzes zu den verfassungsrechtlichen Beschränkungen in der Corona-Krise geäußert. "Dieses Virus ist eine Zumutung für unsere Demokratie. Deshalb machen wir es uns natürlich mit den Beschränkungen von Grundrechten nicht einfach, und deshalb sollen sie so kurz wie möglich sein. Aber sie waren notwendig." 

In ihrem Podcast sagt die Kanzlerin, dass es gerade jetzt essentiell sei, "die Prinzipien des Grundgesetzes zu achten. Ganz besonders ist dabei der Artikel 1 wichtig: Die Würde des Menschen ist unantastbar." Dazu gehöre auch, eine Überforderung unseres Gesundheitssystems zu verhindern: "Das ist uns glücklicherweise auch gelungen."

Bei den Lockerungen müsse die Verhältnismäßigkeit der Beschränkungen gewahrt bleiben, es müsse immer wieder begründet werden, "warum wir etwas noch nicht aufheben und warum wir etwas schon lockern können". Sie sei sehr froh, "dass die derzeitige Infektionslage es ermöglicht, schon viele Dinge wieder zu erlauben und möglich zu machen, die einige Wochen nur eingeschränkt da waren", betont die Bundeskanzlerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel | CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutt

Bundeskanzlerin Merkel nimmt anlässlich des heutigen Tags des Grundgesetzes Stellung zu den Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt (Archiv). Bild: CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutt

23.5.2020 • 09:58 Uhr

Bericht: Nachfrage nach staatlichen Finanzhilfen steigt

Die Nachfrage nach staatlichen Liquiditätshilfen in der Corona-Krise ist einem Bericht zufolge deutlich gestiegen. Bei der staatlichen Förderbank KfW seien bereits 44.089 Anträge für die Kreditprogramme eingegangen, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Unterlagen des Bundesfinanzministeriums. Das Antragsvolumen summiert sich danach auf inzwischen 42,3 Milliarden Euro. 

Im Zuge der Corona-Krise hatte die Bundesregierung mehrere Hilfs- und Förderprogramme aufgelegt. Gelder werden - je nach Höhe - als Kredit oder als einmaliger Finanzzuschuss ausgezahlt.

23.5.2020 • 11:10 Uhr

Fast zehntausend Neuinfektionen in Russland

Russland hat in den vergangenen 24 Stunden 9434 weitere Corona-Fälle gemeldet. Dabei bleibt die Zahl der Neuansteckungen in dem Land auf hohem Niveau: Gestern lag die Zahl der Neuinfektionen bei 8894. Damit hat Russland nach den USA nun wieder die zweithöchsten Fallzahlen, nachdem das Riesenreich zwischenzeitlich von Brasilien überholt worden war.

23.5.2020 • 09:22 Uhr

Altmaier gegen gesetzliches Recht auf Home Office

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich gegen ein gesetzlich verankertes Recht auf Arbeit von zu Hause ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir brauchen vor allem weniger Bürokratie, nicht immer neue staatliche Garantien. Ich bin überzeugt, dass viele Betriebe von sich aus mehr Homeoffice ermöglichen, aber es passt eben nicht überall, vor allem wenn der direkte Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern notwendig ist."

Altmaier sagte, er habe volles Vertrauen in Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Betriebsräte, dass vor Ort die richtigen Lösungen gefunden werden. "Staatliche Gängelei wäre grundfalsch." Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, er wolle das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich verankern und bis zum Herbst dazu ein neues Gesetz vorlegen.

23.5.2020 • 08:54 Uhr

NBA-Legende Patrick Ewing mit Covid-19 im Krankenhaus

NBA-Legende Patrick Ewing ist an Covid-19 erkrankt. Wie der frühere Basketball-Profi mitteilte, hat er sich mit dem Coronavirus infiziert. "Dieses Virus ist schwerwiegend und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden", schrieb der 57-Jährige auf Twitter.

Der langjährige Center der New York Knicks, der auch noch für die Seattle Supersonics und Orlando Magic spielte, befindet sich derzeit in einem Krankenhaus bei Washington in Isolation, wie die Georgetown Universität mitteilte. Dort coacht der zweimalige Olympiasieger das College-Team Georgetown Hoyas.

Ewing sei der Einzige im Basketballprogramm, der bisher positiv getestet wurde, teilte die Universität mit. "Mit geht es gut und wir werden das alle überstehen", sagte Ewing. "Ich möchte alle ermutigen, in Sicherheit zu bleiben und auf sich und seine Lieben aufzupassen."

NBA-Legende Patrick Ewing | AP

NBA-Legende Patrick Ewing (links) coacht sein Team Georgetown Hoyas (Archiv). Der 57-Jährige hat mitgeteilt, dass er an Covid-19 erkrankt ist. Bild: AP

23.5.2020 • 08:42 Uhr

Präsident des Bundesverfassungsgerichts: "Grundrechte intakt"

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, sieht trotz der Corona-Proteste das Grundgesetz auf stabilen Füßen. "Die Grundrechtsausübung geschieht in Corona-Zeiten teilweise in einer anderen Weise als vor der Pandemie. Aber die Grundrechte sind weiter intakt. Sie werden von den Gerichten in Deutschland geschützt, auch vom Bundesverfassungsgericht", sagte Harbarth der "Rhein-Neckar-Zeitung" zum heutigen Tag des Grundgesetzes.

"Corona wirft viele verfassungsrechtliche Fragen auf. Aber die aktuelle Situation zeigt, dass das Grundgesetz auch für solch schwierige Phasen ein hervorragender Ordnungsrahmen ist." Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit sei bedeutsam, so der Verfassungsrichter: "Es ist ein Zeichen gelebter Demokratie, wenn auch in Zeiten der Corona-Pandemie unterschiedliche Meinungen aufeinanderprallen. Der demokratische Meinungskampf lebt freilich davon, dass der Prozess der Meinungsbildung und Meinungserörterung in Ernsthaftigkeit und Offenheit und auf einer soliden Informationsbasis stattfindet." Insgesamt sei das Grundgesetz "ein Glücksfall für Deutschland".

23.5.2020 • 08:39 Uhr

Innenminister wollen sich mit Verschwörungstheorien befassen

Die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern (IMK) will sich einem Medienbericht zufolge auch mit dem Thema Verschwörungstheorien beschäftigen. Das sagte die Sprecherin des IMK-Vorsitzenden, des thüringischen Innenministers Georg Maier (SPD), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Maier sei es "wichtig, die Verteidigung der Demokratie und die Stärkung des Rechtsstaats voranzutreiben". Außerdem soll "die Auswirkungen der Corona-Krise auf die öffentliche Sicherheit" auf der Innenministerkonferenz erörtert werden. Die IMK soll am 17. Juni in Erfurt stattfinden.

23.5.2020 • 08:30 Uhr

Steinmeier verweist auf Stärke der Demokratie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht in den Debatten über die Corona-Politik einen Nachweis der Stärke der Demokratie. "Wie lebendig unsere Demokratie, wie tief verankert und wie hoch geschätzt ihre Grundwerte sind, das zeigt sich doch gerade jetzt in dieser Krise", schreibt er in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung". "Kritik ist nicht reserviert für Corona-freie Zeiten." Er freue sich über die lebhaften Diskussionen, warnte aber zugleich vor deren Missbrauch. Einige Menschen versuchten in die Debatten ihre "vergifteten Ideen" einzubringen, "um Zweifel am Sinn und der Rechtmäßigkeit demokratischer Verfahren zu säen", so der Bundespräsident. Hinter Verschwörungstheorien stünden harte politische Ziele, "die wir nicht ignorieren dürfen".

Steinmeier betonte zudem, dass nichts dafür spreche, dass die Beschränkungen nach der Krise nicht wieder aufgehoben würden. Er zeigte sich überzeugt: Das Grundgesetz werde diese Pandemie überdauern, ohne Schaden zu nehmen. Heute vor 71 Jahren, am 23. Mai 1949, wurde es in Bonn unterzeichnet und trat mit Ablauf des Tages in Kraft. "Das Grundgesetz gehört in keine Risikogruppe - nicht nur, weil 71 Jahre für eine Verfassung kein Alter sind."

23.5.2020 • 08:18 Uhr

DGB pocht in Corona-Krise auf Kaufanreize für Autos

Der Deutsche Gewerkschaftsbund pocht in der Corona-Krise auf staatliche Anreize zur Förderung des Autokaufs. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", eine Kaufprämie für Fahrzeuge sei sinnvoll, wenn sie technologieoffen sei und auch für emissionsarme Verbrenner gelte. Die Wirtschaftsweisen lehnen solche Prämien hingegen grundsätzlich ab und argumentieren, angesichts der Corona-Krise gelte es, nicht allein die Nachfrage zu stärken, sondern zugleich den Strukturwandel sinnvoll zu unterstützen.

Körzell forderte weiter, die Bundesregierung müsse schnellstens ein Konjunkturprogramm auflegen und damit den Konsum ankurbeln. Wichtig seien jetzt Investitionen in moderne Schulen, schnelle Internetanschlüsse, den Breitbandausbau und eine flächendeckende Lade-Infrastruktur für E-Mobilität. Außerdem drängte der Gewerkschafter auf "mehr Personal im öffentlichen Dienst bis hin zu einem guten, funktionierenden Gesundheitssektor".

23.5.2020 • 08:12 Uhr

Rassistische Übergriffe in Corona-Krise

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, hat rassistische und antisemitische Übergriffe in der Corona-Krise angeprangert. Menschen würden beleidigt, bedroht, mit Desinfektionsspray besprüht und angegriffen, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Die Angriffe richten sich gegen Jüdinnen und Juden, gegen Menschen, die als Asiaten gesehen werden, gegen alle Altersgruppen vom Kleinkind bis zur Rentnerin."

Die Zahlen der Opferberatungsstellen seien erschreckend. In wenigen Wochen seien mehr als 100 Berichte über antisemitische und rassistische Übergriffe eingegangen. Widmann-Mauz sagte: "Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir die Bekämpfung von Rassismus und Rechtsextremismus jetzt auf die höchste politische Ebene ziehen und dabei auch die Stimmen der Betroffenen Gehör finden." Rassismus zerfresse das Fundament unserer Demokratie.

23.5.2020 • 08:08 Uhr

DFL warnt vor Torjubel

Die Deutsche Fußball Liga hat die Proficlubs eindringlich vor unzulässigem Torjubel gewarnt und noch einmal auf die strikten Anti-Corona-Maßnahmen hingewiesen. "Unter die positiven Reaktionen mischten sich auch einige kritische Rückmeldungen, die uns ein Gefühl dafür geben, dass die Medien und die Öffentlichkeit inklusive der Politik ihren Fokus auf die Einhaltung aller Vorgaben und Maßnahmen durch die Clubs gerichtet haben", zitiert die "Bild"-Zeitung aus einem dreiseitigen Brief, den die DFL in dieser Woche den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga geschickt habe.

Beim 3:0-Sieg von Hertha BSC bei 1899 Hoffenheim am ersten Geister- Spieltag hatten Jubeltrauben um Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic für öffentliche Diskussionen gesorgt. In ihrem Hygiene- und Sicherheitskonzept zur Fortsetzung der Saison hat die DFL empfohlen, auch beim Jubeln den Abstand einzuhalten. Erlaubt sind nur Ellbogen- und Fußkontakte.

Herthas Spieler jubeln über ein Tor im Spiel bei der TSG Hoffenheim. Quelle: imago images/Poolfoto |

Herthas Spieler jubeln über ein Tor im Spiel bei der TSG Hoffenheim.

23.5.2020 • 07:07 Uhr

RKI meldet 638 Neuinfektionen und 42 Todesfälle

Das Robert Koch-Institut meldet heute 638 Corona-Neuinfektionen und damit erneut weniger als 1000 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland liegt nun bei 177.850. Die Zahl der Todesfälle legte um 42 auf 8216 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 159.900.

Die Johns Hopkins Universität in den USA zählt für Deutschland bereits 179.710 Corona-Fälle und 8.228 Tote im Zusammenhang mit dem Virus.

Die Angaben der US-Universität basieren auf einer Internetrecherche, bei der unter anderem Meldungen von Behörden und Medienberichte berücksichtigt werden. Das RKI berichtet ausschließlich über offizielle, den Gesundheitsämtern gemeldete Fälle. 

23.5.2020 • 05:31 Uhr

Arbeitgeber fordern baldigen Hilfsfonds

Die Arbeitgeber haben die Bundesregierung in der Debatte um ein Konjunkturprogramm aufgefordert, zunächst einen schnell wirksamen "Überbrückungshilfefonds" für Firmen aufzulegen. "Die am stärksten betroffenen Unternehmen benötigen jetzt besonders schnelle Hilfe", heißt es in einem Brief von Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

Werde abgewartet, bis die anderen Elemente des Konjunkturprogramms stehen, könne es für die am schwersten gebeutelten Unternehmen vielleicht schon zu spät sein, so Kampeter in dem Schreiben. "Ziel muss es sein, dass die Hilfsmittel im Juni 2020 ausgezahlt werden." Das Konjunkturpaket müsse zudem für langfristiges Wachstum sorgen und dürfe keine "branchenspezifischen Strohfeuer" entfachen.

23.5.2020 • 04:47 Uhr

Autovermieter Hertz beantragt Gläubigerschutz

Der US-Autovermieter Hertz hat wegen der Corona-Krise Gläubigerschutz beantragt. Das Insolvenzverfahren zur Umstrukturierung sei am Freitag eingeleitet worden, wie das mehr als 100 Jahre alte Unternehmen mitteilte. Dessen internationale Geschäfte - darunter die in Europa, Australien und Neuseeland - werden nicht in das US-Verfahren einbezogen.

Die Einnahmen von Hertz waren wegen der Corona-Krise eingebrochen. Ein großer Teil des Umsatzes stammt normalerweise aus Autovermietungen an Flughäfen, die aber unter dem Zusammenbruch des Flugverkehrs als Folge der Epidemie leiden. Das mit fast 19 Milliarden Dollar verschuldete Unternehmen hatte bereits Tausende Mitarbeiter entlassen.

23.5.2020 • 04:37 Uhr

New York lockert Verbot von Versammlungen

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat das wegen der Corona-Pandemie verhängte Verbot von Versammlungen jeglicher Größe aufgehoben. Er gab einen Erlass heraus, der bis zu zehn Personen Zusammenkünfte erlaubt. Doch gälten dabei auch weiterhin Abstandsregeln sowie Hygiene- und Desinfizierungsvorgaben.

Cuomos Dekret markiert dennoch einen der größten Schritte zu Lockerungen der strikten Maßnahmen, die der US-Staat seit deren Einführung im März unternommen hat. Bisher durften sich nur Vertreter essenzieller Berufsgruppen zusammentun. Ausgenommen vom Verbot waren Mitglieder desselben Haushalts.

Erst Anfang der Woche hatte Cuomo Versammlungen von bis zu zehn Personen nur für Gottesdienste und Gedenkveranstaltungen rund um das lange Wochenende anlässlich des Memorial Day erlaubt, ein Feiertag am letzten Montag im Mai zu Ehren der Kriegsgefallenen.

23.5.2020 • 04:20 Uhr

Altmaier für schnellen Ausstieg nach Lufthansa-Rettung

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat betont, dass die geplante Staatsbeteiligung an der Lufthansa nur vorübergehend sein soll. "Der Staat wird sich so schnell wie möglich wieder zurückziehen, damit die Lufthansa dann alleine zurechtkommt", sagte Altmaier der "Saarbrücker Zeitung". Dies gelte auch für "ähnliche Fälle, über die wir möglicherweise in der Zukunft noch Entscheidungen treffen müssen", sagte Altmaier.

Der Minister verteidigte den geplanten Einstieg des Staates gegen Kritik aus der Opposition. Die Lufthansa sei ein traditionsreiches, starkes Unternehmen, das durch die Corona-Krise unverschuldet in Schwierigkeiten geraten sei. "Ich habe noch keine ernst zu nehmende Stimme vernommen, die dafür plädiert, die Lufthansa und all ihre Beschäftigten in die Insolvenz zu schicken." Über die genaue Ausgestaltung des Rettungspakets für die Lufthansa werde noch intensiv verhandelt, so Altmaier weiter.

23.5.2020 • 04:03 Uhr

Berichte: Johnson-Berater verstieß gegen Lockdown-Regeln

Der wichtigste Berater des britischen Premierministers Boris Johnson, Dominic Cummings, soll Medienberichten zufolge gegen die Ausgangsbeschränkungen in dem Land verstoßen haben. Das berichteten der "Guardian" und der "Daily Mirror". Cummings soll demnach Ende März von London in die rund 430 Kilometer entfernte nordostenglische Grafschaft Durham zu seinen Eltern gefahren sein - zu einem Zeitpunkt, als er selbst Symptome von Covid-19 hatte.

Nur rund eine Woche vorher hatte die Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie strenge Auflagen für die Bewegungsfreiheit erlassen. Das Reisen war mit Ausnahme von dringenden Gründe nicht erlaubt. Wer Symptome aufweist, muss zudem sieben Tage in Selbstisolation verbringen.

Dominic Cummings, Berater des britischen Premierministers Boris Johnson | AP

Cummings gilt als wichtigster Berater von Premier Johnson (Archivbild). Bild: AP

23.5.2020 • 03:48 Uhr

China meldet erstmals keine neuen Corona-Fälle

China hat offiziellen Angaben zufolge erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie keine neuen Infektionen mit dem Virus verzeichnet. Die Nationale Gesundheitskommission teilte mit, am Freitag habe es keine Neuinfektionen gegeben. Am Donnerstag waren es noch vier gewesen. Die Zahl der bestätigten Fälle beläuft sich auf insgesamt 82.971, die der offiziell gemeldeten Todesopfer blieb unverändert bei 4634.

In der Provinzhauptstadt Wuhan waren Ende 2019 die ersten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bekanntgeworden. Sie und die gesamte Provinz Hubei waren wochenlang vom Rest des Landes abgeriegelt worden, um die Epidemie einzudämmen.

23.5.2020 • 03:18 Uhr

Kretschmer: "Keine ausreichende Sicherheit" durch Corona-App

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zweifelt am Nutzen der geplanten Corona-Warn-App. "So wie die Corona-App jetzt auf den Weg gebracht worden ist, bringt sie keine ausreichende Sicherheit", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wichtig seien für die Leute heute 1,50 Meter Abstand und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Die Corona-Warn-App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen. Sie soll erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben. Die App wird von der Deutschen Telekom und dem Software-Konzern SAP entwickelt. Es dürften noch einige Wochen vergehen, bis sie einsatzbereit ist.

23.5.2020 • 02:36 Uhr

Türkei: Landesweites Ausgehverbot über Bayram-Tage

In der Türkei hat wegen der Corona-Pandemie eine erste landesweite weitgehende Ausgangssperre begonnen. Sie trat um Mitternacht in Kraft und soll über die hohen Bayram-Feiertage noch bis Dienstagnacht gelten. Mit der Regelung möchte die Regierung unter anderem die zu Bayram üblichen Familienbesuche unterbinden und so eine weitere Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 verhindern.

Die Türkei meldet seit längerem sinkende Opferzahlen und hat begonnen, Beschränkungen zu lockern. Unter anderem durften in der vergangenen Woche Friseure und Einkaufszentren wieder öffnen.

Männer mit Mundschutz bei einem Markt in Istanbul | SEDAT SUNA/EPA-EFE/Shutterstock

Zuletzt wurde einige Maßnahmen in der Türkei gelockert. Bild: SEDAT SUNA/EPA-EFE/Shutterstock

23.5.2020 • 02:19 Uhr

Tui will noch im Juni Touristen nach Mallorca fliegen

Der Reisekonzern Tui will bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen - unter anderem nach Mallorca. "Ab Ende Juni wollen wir pünktlich zu den Sommerferien wieder fliegen", sagte Vorstandschef Fritz Joussen der "Rheinischen Post". Mallorca soll demnach schon bald angesteuert werden. "Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen." Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien ebenfalls sehr gut vorbereitet, sagte der Tui-Chef. Die Hotel-Saison solle dort spätestens am 1. Juli starten. Mit der Türkei befinde man sich in Gesprächen.

Zuletzt hatte es bei den Beratungen innerhalb der Europäischen Union zum Abbau der Reisebeschränkungen vor den Sommerferien erste Fortschritte gegeben. Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich am Mittwoch nach Videokonferenzen mit den Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen zuversichtlich, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni zumindest für die EU aufgehoben werden kann.

23.5.2020 • 02:16 Uhr

Brasilien weltweit mit den zweithäufigsten Infektionen

Die Zahl nachgewiesener Infektionen in Brasilien steigt weiter an. 330.890 infizierte Personen wurden inzwischen offiziell registriert - nur in den USA sind es mehr, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit wurde Russland überholt. Das Land kam nach Aufzeichnungen der amerikanischen Johns Hopkins Universität zuletzt auf 326 448 Fälle. Die USA überstiegen am Freitag die Marke von 1,6 Millionen nachgewiesenen Infizierungen.

Brasilien verzeichnete allein am Freitag 1001 Todesfälle, wodurch sich die Gesamtzahl auf 21.048 erhöhte. Die tatsächlichen Zahl der Infizierten und der Todesfälle ist jedoch wahrscheinlich noch höher. Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas konnte seine Tests bislang nur langsam steigern.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ist Südamerika zu einem neuen Epizentrum der Corona-Pandemie geworden. Brasilien sei sicherlich am meisten betroffen, sagt der Chef des WHO-Programms für Gesundheitsnotfälle, Mike Ryan.

23.5.2020 • 02:00 Uhr

Mehr als 100.000 Corona-Fälle in Afrika

In Afrika haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 100.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Dennoch nehme die Coronapandemie auf dem Kontinent einen anderen Verlauf als anderswo auf der Welt, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, in einer Stellungnahme. Bisher seien dem Kontinent die hohen Todeszahlen erspart geblieben, die andere Regionen der Welt getroffen haben, so Moeti.

In Afrika wurden demnach bislang 3100 Todesfälle in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Als die WHO-Region Europa 100.000 Corona-Fälle gemeldet hatte, gab es dort im Vergleich schon 4900 Todesfälle. Ersten Analysen zufolge könnte die relativ niedrige Todesrate mit der demografischen Struktur des Kontinents zu tun haben, da mehr als 60 Prozent aller Afrikaner jünger als 25 sind. Ältere Menschen tragen ein höheres Risiko, nach einer Infektion ernsthaft zu erkranken. Zudem hätten afrikanische Regierungen frühzeitig Ausgangsbeschränkungen eingeführt, was sich zusammen mit anderen Maßnahmen positiv ausgewirkt haben könnte, hieß es.