Markus Söder | AFP
Liveblog

Corona-Liveblog ++ "Es reicht noch nicht" ++

Stand: 16.11.2020 23:43 Uhr

Bayerns Ministerpräsident Söder hat verdeutlicht, dass er die Ergebnisse des Corona-Gipfels nicht für ausreichend hält. NRW-Ministerpräsident Laschet lobte dagegen, dass es "keine Schnellschüsse" gab. Die Entwicklungen im Liveblog.


  • Corona-Gipfel: Merkel fordert weniger Kontakte
  • Söder: Schulen "nicht auf Biegen und Brechen" offen halten
  • Neue Maßnahmen werden kommende Woche beschlossen
  • EU vereinbart Impfstoff-Vertrag mit Curevac
  • Schweden begrenzt Veranstaltungen auf acht Personen
  • Iran: Rekordwert an Corona-Toten und Neuinfektionen
  • US-Biotech-Konzern meldet Erfolg bei Impfstoff
  • Japan und IOC: Olympische Spiele in Tokio werden ausgetragen
  • Fast 11.000 Neuinfektionen in Deutschland
16.11.2020 • 23:43 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen an dieser Stelle den Liveblog und bedanken uns für Ihr Interesse.

16.11.2020 • 23:22 Uhr

Virologin Eckerle: Abwarten in Pandemie keine gute Idee

Die Genfer Virologin Isabella Eckerle hat den wiederholten Appell von Bund und Ländern an die Bürger zu drastischen Einschränkung von Kontakten als notwendig bezeichnet. Allerdings kritisierte sie, dass neue Beschlüsse ausgeblieben sind. Um die Infektionszahlen zu senken, wäre jetzt eine Anpassung der Maßnahmen besser gewesen, sagte sie im Gespräch mit den tagesthemen.

16.11.2020 • 23:01 Uhr

Kalifornien führt härtere Maßnahmen ein

Kalifornien führt wegen steigender Corona-Zahlen wieder härtere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie ein. Der Staat müsse die Notbremse ziehen, sagte Gouverneur Gavin Newsom. Vergangene Woche hatte der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA die Schwelle von einer Million bekannten Corona-Infektionen überschritten. In Kalifornien leben 40 Millionen Menschen. Für gut 94 Prozent der Bevölkerung gelten nun wieder strikte Auflagen. Bars und Fitnesseinrichtungen müssen schließen, Restaurants können nur im Freien servieren oder außer Haus verkaufen. Schulen dürfen nur Online-Unterricht geben. 

Der Staat an der Westküste hatte sehr früh Corona-Beschränkungen erlassen, diese in den vergangenen Monaten aber langsam gelockert. Weiterhin gilt, dass man in der Öffentlichkeit eine Mund-Nasen-Schutzmaske tragen muss. Seit Ausbruch der Pandemie sind in Kalifornien nach Angaben des Gouverneursbüros mehr als 18 200 Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Auf die Einwohnerzahl bezogen steht der Westküstenstaat aber besser dar als viele andere Bundesstaaten.

16.11.2020 • 21:57 Uhr

Zusammenfassung der Beratungen in Berlin

Ärger am Morgen, hitzige Debatten am Nachmittag und Appelle am Abend - so lief der Tag mit dem Bund-Länder-Treffen in Berlin. Kirsten Girschick aus dem ARD-Hauptstadtstudio mit einer Zusammenfassung:

16.11.2020 • 21:48 Uhr

Dreyer kritisiert Vorbereitungen des Gipfels

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat die Vorbereitung der Bund-Länder-Schalte kritisiert. Das Papier des Bundes habe "zu viel Unmut geführt", sagte die SPD-Politikerin. Dies sei mit ein Grund, "warum wir so lange getagt haben". In der Vorlage hätten sich "viele von uns" nicht wiedergefunden.

Insofern sei länger diskutiert worden, allerdings konstruktiv und nach vorne gewandt. Dreyer regte an, wieder zum bewährten Verfahren zurückzukehren. Dabei seien die Vorlagen für eine Ministerpräsidentenkonferenz zwischen den A- und B-Ländern und dem Bundeskanzleramt vorbereitet worden. Auf die nächste Schalte am 25. November wolle man sich besser vorbereiten.

16.11.2020 • 21:29 Uhr

Biden stellt Wirtschaft Hilfen in Aussicht

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat von der Coronavirus-Pandemie geschwächten Wirtschaftszweigen Hilfen in Aussicht gestellt. Die Vereinigten Staaten befänden sich gerade in einer ziemlich düsteren Lage, sagte Biden vor Geschäftsleuten und Gewerkschaftsführern in Wilmington. "Ich will keinen falschen Optimismus verbreiten", versicherte Biden.

Später wollte er eine Ansprache zur Wirtschaft halten. Die US-Wirtschaft hat sich zwar schneller als erwartet von den Corona-Einschränkungen im Frühjahr erholt, aber die Arbeitslosenrate liegt immer noch bei 6,9 Prozent und das Land wird von einer zweiten Corona-Welle überrollt.

Ob er einen landesweiten Lockdown unterstützen würde, hat Biden bislang offen gelassen und seine Landsleute immer wieder zum Tragen von Schutzmasken und zum Einhalten von Abstandsregeln gemahnt.

16.11.2020 • 21:14 Uhr

Israel bringt Lockerungen auf den Weg

Israels Corona-Kabinett hat weitere Lockerungen auf den Weg gebracht. Wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mitteilte, dürfen fünfte und sechste Klassen am Dienstag nächster Woche in ihre Klassenräume zurückkehren. Eine Woche später sollen die elften und zwölften Klassen folgen. Dies gilt allerdings nur für Gegenden mit niedrigen Infektionszahlen - also für Orte, in denen die Corona-Ampel auf Grün oder Gelb steht. Dort dürfen auch Einkaufszentren unter Auflagen wieder öffnen.

Andererseits beschloss das Corona-Kabinett Verschärfungen für Gebiete mit hohen Infektionszahlen. So soll in stark betroffenen Orten künftig eine nächtliche Ausgangssperre gelten.

In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land verlief die Pandemie zunächst milde, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach Lockerungen nahmen die Fallzahlen jedoch massiv zu. Die Regierung verhängte einen zweiten landesweiten Lockdown, der am 18. September in Kraft trat. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sank von mehr als 9000 auf mehrere hundert - das Gesundheitsministerium vermeldete am Montag 617 Neuinfektionen. Mitte Oktober begann die Regierung mit Milderungen. Da die Infektionszahlen nicht weiter zurückgehen, wurden auch Rufe laut, keine weiteren Lockerungen zu machen.

16.11.2020 • 21:07 Uhr

Worauf sich der Corona-Gipfel im Kanzleramt geeinigt hat

Private Feiern, Kontaktpersonen und FFP2-Masken. Das waren einige der Themen bei den Beratungen im Kanzleramt.

16.11.2020 • 21:02 Uhr

Wie geht es weiter für Restaurants und Kultureinrichtungen?

Die Frage, ob Restaurants, Kultureinrichtungen oder Fitnessstudios im Dezember wieder aufmachen können, bleibt zunächst unbeantwortet. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder fassten dazu bei ihrem Gespräch über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise keine Beschlüsse.

Offiziell gilt weiterhin die Aussage der letzten Beratungen der Kanzlerin mit den Länderchefs von Ende Oktober, dass die Schließung der Einrichtungen in Kultur, Unterhaltung und Gastronomie bis Ende November befristet sein sollen.

16.11.2020 • 21:01 Uhr

ARD extra nach dem Corona-Gipfel

Welche Folgen hat die aktuelle Lage für die Wirtschaft? Dazu äußerte sich Finanzminister Scholz im ARD extra. Er geht von 14 Milliarden Euro Hilfszahlungen für November aus. Die Medizinerin Susanne Herold berichtet über die Lage in den Krankenhäusern. Sehen Sie hier die gesamte Sendung:

16.11.2020 • 20:51 Uhr

Laschet verteidigt ausgebliebene Beschlüsse

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die Vertagung von weitergehenden Beschlüssen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie auf die kommende Woche verteidigt. "Es sollten heute keine Schnellschüsse gemacht werden", sagte Laschet.

Die Ministerpräsidenten wollten "im Lichte realer Zahlen beurteilen, wie die Maßnahmen gewirkt haben", sagte Laschet. Dies sei aber am Mittwoch kommender Woche einfacher, wenn mehr Zeit seit Beginn der jüngsten Einschränkungen vergangen sei.

Die Aussichten in der Pandemie bewertet er skeptisch: "Es wird kein Weihnachten wie jedes andere", sagte Laschet. "Es wird das härteste Weihnachtsfest sicher, das wir seit Jahrzehnten erlebt haben."

16.11.2020 • 20:46 Uhr

Tschentscher: Zu früh für Lockerungen

Was haben die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie im November gebracht? Viel, meint der Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher. "Die Infektionszahlen sind nicht weiter exponentiell angestiegen (...) In den letzten Tagen ist sogar ein leichter Trend nach unten zu bemerken", sagte der ehemalige Laborarzt. Um das Gesundheitswesen sei er deshalb "heute weniger besorgt als noch vor zwei Wochen". Dennoch sei es für eine Lockerung der Maßnahmen Richtung Weihnachten und Silvester noch zu früh.

16.11.2020 • 20:43 Uhr

Hassel: "Nur ein Zwischenergebnis"

Hitzig seien die Gespräche im Kanzleramt gewesen, berichtet Tina Hassel aus dem ARD-Hauptstadtstudio. Die dabei gefassten Beschlüsse seien nur ein Zwischenergebnis. Die Gespräche in der kommenden Woche werden nach ihrer Einschätzung mehr Ergebnisse liefern. Bei der heutigen Runde mit den Ministerpräsidenten habe sich die Kanzlerin mit ihrer eher restriktiven Linie nicht durchsetzen können.

16.11.2020 • 20:39 Uhr

Wie Merkel das Vorgehen begründet

Wie begründet Kanzlerin Angela Merkel die Beschlüsse des Corona-Gipfels? Sehen Sie hier Ihr Statement zu Beginn der Pressekonferenz.

16.11.2020 • 20:35 Uhr

Günther kündigt eigene Vorschläge der Länder an

Die Länder wollen bis zum kommenden Montag dem Bund eigene Vorschläge zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie unterbreiten. Dies kündigte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther nach stundenlangen Corona-Beratungen zwischen Bund und Ländern an.

Am Mittwoch nächster Woche soll es dann die nächste Konferenz der Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel geben. Es sei richtig, für weitere Entscheidungen abzuwarten, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt hat, sagte Günther. An diesem Montag sei es noch nicht an der Zeit gewesen, über Lockerungen oder Verschärfungen nachzudenken. Hierüber habe es auch Einvernehmen zwischen den Ländern gegeben.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther  | dpa

Bild: dpa

16.11.2020 • 20:33 Uhr

Söder: "Hätte man noch ein bisschen eleganter machen können"

Der bayerische Ministerpräsident Söder hat sich selbstkritisch zu den Beratungen im Kanzleramt geäußert: "Natürlich gab es da heute auch unterschiedliche Akzente und Meinungen. Und das hätte man heute auch noch ein bisschen eleganter machen können im Vorfeld, auch die Länder untereinander, wenn ich das so sagen darf."

Anders sieht Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier das Treffen: Die Gespräche seien "alles in allem" so verlaufen, "wie wir sonst auch miteinander sprechen", sagte Bouffier. Der Grundkonsens sei es gewesen, die Kontakte zwischen den Menschen im Land weiter zu reduzieren.

16.11.2020 • 20:15 Uhr

Sachsen setzt "Kleinen Grenzverkehr" wegen Corona-Krise aus

Sachsen hat den "Kleinen Grenzverkehr" zum Tanken und Einkaufen in den Nachbarländern Tschechien und Polen ausgesetzt. Nur wer einen triftigen Grund habe, dürfe ohne Quarantänepflicht und nur noch für maximal zwölf Stunden aus einem ausländischen Risikogebiet nach Sachsen einreisen oder sich die gleiche Zeit im ausländischen Risikogebiet aufhalten, teilte das Sozialministerium mit. Erlaubt sei dies aus beruflichen, sozialen oder medizinischen Gründen. "Gleichzeitig darf der Aufenthalt nicht dem Einkauf, der privaten Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung, einem Sportereignis, einer öffentlichen Festivität oder einer sonstigen Freizeitveranstaltung dienen oder gedient haben", hieß es. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärte: "Ich habe mehrfach deutlich gemacht, dass ich mit Blick auf die hohen Infektionszahlen regen grenzüberschreitenden Einkaufstourismus sehr kritisch sehe. Angesichts der ernsten Lage haben wir entschieden, dass Einkaufs- oder Tankfahrten nicht mehr von der Quarantänepflicht ausgenommen sind."

16.11.2020 • 19:58 Uhr

Müller: Corona-Lage weiter besorgniserregend

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller schätzt die Corona-Lage in Deutschland nach zwei Wochen Teil-Lockdown weiterhin als problematisch ein. "Die Situation ist weiter besorgniserregen"», sagte der SPD-Politiker nach einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der anderen Länder. In den zurückliegenden Wochen sei zwar durch die Maßnahmen einiges erreicht worden. "Aber das ist nicht genug." Müller nannte ein aus seiner Sicht bedrückendes Beispiel aus Berlin: Dort seien erstmals 1000 Corona-Patienten in Krankenhäusern, die gleichzeitig behandelt werden müssten. "Das ist nicht wegzudiskutieren." Deshalb sei es gut, dass Bund und Länder in der kommenden Woche erneut zusammenkommen und dann auch Beschlüsse zu den längerfristigen Perspektiven im Umgang mit der Pandemie für Dezember und für Januar fassen wollten. "Die Wintermonate werden nicht einfach werden", so Müller, der momentan Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist.

16.11.2020 • 19:55 Uhr

Söder: Schulen "nicht auf Biegen und Brechen" offenhalten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die Ergebnisse der Beratungen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für noch nicht ausreichend. "Es reicht noch nicht", sagte Söder in Berlin im Anschluss an die Gespräche. Bei den für die kommende Woche geplanten neuen Gesprächen müsse geschaut werden, ob die jetzigen Aufforderungen in Form von Beschlüssen verschärft werden könnten. Söder sagte, er wolle die Maßnahmen lieber verlängern als vorzeitig abbrechen. "Im Zweifel müssen wir auf Sicherheit setzen."

Dabei verwies Söder besonders auf die Lage der Schulen, für die es noch keine neuen Beschlüsse gibt. Söder sagte, an den Schulen müsse gerade in Corona-Hotspots darüber nachgedacht werden, ob das Offenlassen der Schulen die wirklich einzige Möglichkeit sei. Dies dürfe "nicht auf Biegen und Brechen" durchgehalten werden, sagt er. Dazu werde die Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche entscheiden. Söder betont, es werde kein normales Schuljahr werden, "aber es muss ein faires sein". Mit Blick auf das nächste Treffen sagt Söder: "Das war heute noch kein großer Wurf. Nächste Woche ist die Woche der Entscheidungen."

16.11.2020 • 19:40 Uhr

Tunesien verschärft Einreisebeschränkungen für Urlauber

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Tunesien seine Einreisebeschränkungen für Urlauber verschärft. Individualreisende aus Deutschland müssen nun einen Covid-19-PCR-Test vorlegen, der bei Abreise nicht älter als 72 Stunden sein darf, wie das Fremdenverkehrsamt des nordafrikanischen Landes mitteilte. Zudem muss man sich online registrieren und nach Ankunft in Quarantäne. Am sechsten Tag ist ein neuer Test möglich. Fällt er negativ aus, endet die Quarantäne. Charterflüge seien von diesen Regelungen ausgenommen, sagte eine Sprecherin.

Tunesien mit seinen rund 11,5 Millionen Einwohnern registrierte zuletzt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zu 1600 Neuinfektionen pro Tag. Die WHO bezeichnete die Lage als "sehr besorgniserregend". Zudem berichtete sie von stark steigenden Zahlen bei Patienten in den Krankenhäusern und Todesfällen. Die Regierung hatte die Corona-Beschränkungen erst jüngst verschärft, unter anderem mit einer landesweiten nächtlichen Ausgangssperre.

16.11.2020 • 19:21 Uhr

Bund und Länder appellieren: Keine privaten Feiern mehr

Zum Eindämmen der Corona-Pandemie rufen Bund und Länder die Bürger auf, ihre privaten Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Sie sollten gänzlich auf private Feiern verzichten, private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten auf einen festen weiteren Hausstand beschränkt werden. Das schließe auch Kinder und Jugendliche in den Familien mit ein. Darauf verständigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in ihrer Videokonferenz, wie die Kanzlerin in einer Pressekonferenz mitteilte. Merkel kündigte ein längerfristiges Corona-Konzept für kommende Woche an.

Bund und Länder wollen besonders gefährdete Menschen mit günstigen FFP2-Masken vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus bewahren, hieß es weiter. Über 65-Jährige und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollen insgesamt 15 dieser Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten können. Die Kosten übernimmt demnach der Bund.

16.11.2020 • 19:16 Uhr

Acht Tote nach Infektionen in Mannheimer Altenheimen

Nach Corona-Ausbrüchen in zwei Alten- und Pflegeheimen in Mannheim (Baden-Württemberg) sind acht Bewohner gestorben. In einem Heim im Stadtteil Gartenstadt seien vier Frauen und drei Männer im Alter zwischen 77 und 88 Jahren am Wochenende und vergangenen Woche gestorben, teilte die Evangelische Kirche Mannheim als Betreiber mit. 51 der 90 Bewohner seien infiziert. Auch 20 Mitarbeiter hätten sich mit dem Coronavirus angesteckt. Besuche seien aktuell nicht gestattet. Derzeit gelte es, die Infektionskette zu unterbrechen, hieß es von der Leitung.

Wie es zu dem Ausbruch kam, sei noch unklar. In einem Mannheimer Seniorenzentrum wurden 42 Bewohner sowie acht Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Ein über 80-Jähriger mit Vorerkrankungen sei am Sonntag gestorben, teilte ein Sprecher des Heims mit. Alle 127 Bewohner seien nun in Quarantäne auf ihren Zimmern. Die betroffenen Mitarbeiter seien in häuslicher Isolation. Auch hier seien derzeit keine Besuche möglich. Ein Testteam des Universitätsklinikums Mannheim sei vor Ort.

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Berlin die Zahl der Todesfälle auf 14 gestiegen.

16.11.2020 • 19:00 Uhr

Wegen Corona: Landesparteitag der bayerischen AfD untersagt

Das Landratsamt Roth hat der bayerischen AfD ihren für Samstag mit 700 Teilnehmern geplanten Landesparteitag untersagt. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung begründete das mittelfränkische Landratsamt dies mit dem Corona-Infektionsgeschehen. Gegenüber September, als der in Greding geplante Landesparteitag genehmigt worden war, habe sich die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis mehr als verdreißigfacht.

Landrat Herbert Eckstein (SPD) erklärte, bei dieser Entwicklung werde "jedem klar sein, dass wir keine Versammlung oder kein Treffen mit mehr als 700 Personen - von welcher Partei oder Organisation auch immer - genehmigen können". Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung und auch der Teilnehmer gehe vor. Rechtsgrundlage der Absage ist die bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Der AfD-Landesvorstand nannte die Entscheidung "eine große Enttäuschung" und erklärte, gegen die Absage juristisch vorgehen zu wollen. Nach dem derzeitigen Stand kann die AfD einen Ende November im nordrhein-westfälischen Kalkar geplanten Bundesparteitag abhalten.

16.11.2020 • 18:49 Uhr

England richtet 40 Kliniken für Spätfolgen ein

Für die Behandlung der Spätfolgen von Corona-Infektionen baut England ein Netzwerk aus 40 Kliniken auf. Es solle Ende des Monats die Arbeit aufnehmen, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock. Er verwies auf die als "Long Covid" bezeichneten langfristigen Symptome wie Atembeschwerden, Erschöpfung, Muskelschmerzen und neurologische Probleme hin, die "selbst die Fitten und Gesunden" träfen. Es seien "Tausende, viele Tausende" dieser Fälle bekannt.

16.11.2020 • 18:48 Uhr

Tschechische Regierung will Notstand verlängern

In Tschechien soll der Corona-Notstand bis kurz vor Weihnachten verlängert werden. Dies kündigte Gesundheitsminister Jan Blatny nach einer Kabinettssitzung in Prag an. Die endgültige Entscheidung über eine Verlängerung bis zum 20. Dezember liegt beim Parlament. Es soll am Donnerstag beraten. Der Notstand gilt in dem EU-Mitgliedsland bereits seit Anfang Oktober. Bislang ist er nur bis Freitag dieser Woche terminiert. Zudem beschloss die Regierung, dass die Kundenzahl in Geschäften auf eine Person je 15 Quadratmeter beschränkt werden soll. Die Verordnung tritt an diesem Mittwoch in Kraft. Einzelhandelsverbände warnten vor langen Warteschlangen vor Supermärkten. Aktuell dürfen nur Geschäfte des täglichen Bedarfs öffnen.

16.11.2020 • 18:13 Uhr

Ministerpräsidenten nennen Beschlussvorlage "unabgesprochen"

Die Beschlussvorlage aus dem Kanzleramt über härtere Maßnahmen hat für Verärgerung bei den Ländern gesorgt. "Es heißt über alle Grenzen hinweg, das sei unabgesprochen gewesen - nicht abgestimmt", berichtet die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel. Von verschiedenen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten höre man weiter, das sei auch teilweise "unverhältnis" und sogar "lebensfremd". Deshalb seien ganz zentrale Forderungen aus dem Vorschlag vertagt worden. Darüber werde noch weiter diskutiert.

16.11.2020 • 17:51 Uhr

Kosmetikstudios und Massagepraxen dürfen im Saarland wieder öffnen

Mehrere Betreiber von Kosmetikstudios und Massage-Praxen im Saarland haben sich vor Gericht erfolgreich gegen die Schließung ihrer Geschäfte während des Teil-Lockdowns gewehrt. Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes sieht in dem umfassenden Betriebsverbot "eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung" gegenüber anderen "körpernahen Dienstleistern", wie das Gericht in Saarlouis zur Entscheidung in Eilverfahren mitteilte (Aktenzeichen 2 B 337/20 und 2 B 340/20).

Es sei nicht nachvollziehbar, wieso unter dem Gesichtspunkt der Pandemiebekämpfung Friseurgeschäfte, Tattoo- und Piercings-Studios geöffnet bleiben dürften, während die Studios der Antragsteller schließen müssen. Nach den bisherigen Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts seien diese nicht relevant für die Verbreitung des Coronavirus, stellte das Gericht fest. Die Entscheidung sei nicht anfechtbar.

Im Saarland ist heute eine neue Corona-Verordnung in Kraft getreten. Demnach ist der Betrieb von Tattoo- und Piercing-Studios unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte wieder zulässig. Betreiber von Tattoo- und Piercing-Studios hatten sich in der vergangenen Woche vor dem Oberverwaltungsgericht des Saarlandes erfolgreich gegen die Schließung ihrer Betriebe während des Teil-Lockdowns gewehrt.

16.11.2020 • 17:05 Uhr

Medizintechnik: Branche ist nicht der "Profiteur der Pandemie"

Trotz des gestiegenen Bedarfs an Beatmungsgeräten und anderer technischer Ausstattung sind die deutschen Medizintechnik-Hersteller nicht von Rückgängen durch die Corona-Pandemie verschont geblieben. Für 2020 werde mit einem Umsatzminus von 3,6 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro gerechnet, teilte der Branchenverband Spectaris bei einer Online-Pressekonferenz aus Anlass der Medizinmesse Medica in Düsseldorf mit. Der Auftragseingang habe von Januar bis September fast 7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum gelegen.

16.11.2020 • 16:57 Uhr

Ethikrat fordert mehr Rechte für junge Menschen

Die Belange junger Menschen sollen nach Auffassung der Initiative Niedersächsischer Ethikrat (INE) in der Corona-Krise besser berücksichtigt werden. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene dürften nicht nur als Teil ihrer Familien betrachtet, sondern müssten auch "als eigenständige Menschen mit eigenen Rechten und Bedürfnissen wahrgenommen" werden, schreibt die Initiative in einer in Hannover veröffentlichten Stellungnahme. Die Autoren haben zuvor nach eigenen Angaben betroffene Jugendliche und Experten befragt und angehört.

In dem 30-seitigen Papier kritisieren sie den negativen Blick auf junge Menschen in öffentlichen Debatten: "Sie werden nicht selten pauschal als 'Superspreader' verdächtigt und ihre Lebensweise wird als verantwortungslos kritisiert." Dabei sei ihre Lebenswelt, die sich häufig nicht in "Haushalten", sondern in wechselnden sozialen Gruppen abspiele, zu wenig in den Blick genommen worden. "Nur wenn die berechtigten Bedürfnisse dieser Lebensphase angemessen in Betracht gezogen werden, wird es gelingen, auch junge Menschen zu motivieren, die gemeinsamen solidarischen Maßnahmen aus Verantwortungsgefühl mitzutragen." Die Initiative ruft dazu auf, Kinder und Jugendliche stärker in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Bei der Erarbeitung neuer, für junge Menschen relevanter Verordnungen sollten die Kinder- und Jugendräte beteiligt werden.

Die INE ist ein im Juli gegründetes unabhängiges Gremium von Experten verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen und von Vertretern der Zivilgesellschaft. Träger sind die Ärztekammer Niedersachsen, die Evangelische Akademie Loccum und das katholische Forschungsinstitut für Philosophie Hannover.

16.11.2020 • 16:40 Uhr

Größere Ansteckungsgefahr in Italiens Gefängnissen

Angesichts der ernsteren Corona-Lage in Italien sehen sich Häftlinge und Bedienstete in italienischen Gefängnissen einer größeren Ansteckungsgefahr mit Sars-CoV-2 ausgesetzt. Unter anderem sorgen die Zahlen zweier Anstalten in Neapel für Wirbel, nachdem italienische Medien von über 100 positiv getesteten Insassen berichtet hatten. "Der Anstieg der positiven Fälle wurde mit dem Beginn der zweiten Welle in der Pandemie registriert", sagte der Präfekt von Neapel, Marco Valentini, auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

In den Anstalten Secondigliano und Poggioreale seien knapp 200 positive Fälle unter den Insassen festgestellt worden. Darüber hinaus hätten sich etwas mehr als 110 Vollzugsbeamte infiziert. Die Pandemie stelle eine extreme Notfallsituation für italienische Häftlinge dar und habe zu Mord und Gefängnisrevolten in ganz Italien geführt, mahnte der Gefängnisseelsorger in Neapel, Don Franco Esposito, in einem Brief an das Justizministerium. Mit dem Schreiben aus dem September forderte er eine Verbesserung der Haftbedingungen.

Die Lage in italienischen Gefängnissen gilt etwa wegen Überfüllung als schlecht. Derzeit befinden sich nach Zahlen einer unabhängigen Organisation für Freiheitsrechte knapp 54.000 Menschen in Haft. Im Frühjahr hatte die Justiz schon einige Häftlinge wegen der Corona-Lage aus den chronisch überfüllen Gefängnissen in den Hausarrest entlassen. Darunter waren auch Mitglieder der Mafia.

16.11.2020 • 16:30 Uhr

MDR verschenkt Sendezeit an Künstler

Zur Unterstützung von Künstlern in der Corona-Krise hat der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) zwei Ideenwettbewerbe ausgeschrieben - nun stehen die Sieger fest. Die 15 Gewinner des Wettbewerbs "Freie Sendezeit für freie Künstler" können sich über jeweils fünf Minuten Sendezeit im MDR-Fernsehen freuen, wie der Sender in Leipzig mitteilte. Ausgestrahlt werden ihre Beiträge während einer Kulturwoche zwischen dem 21. und dem 27. November.

Die Siegerprojekte stammen demnach aus ganz Mitteldeutschland und wurden aus mehr als 350 Einsendungen ausgewählt. Neben großen Kulturbetrieben seien auch kleine Wandertheater oder Dorfmuseen vertreten, hieß es. In insgesamt fünf Kategorien werden etwa Projekte aus den Bereichen Film, Tanz, Musik und Satire präsentiert. Für ihre Produktion stellt der MDR insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung.

Für einen weiteren Wettbewerb von MDR Klassik stehen demnach noch einmal 55.000 Euro bereit. Gesucht werden Kurzkompositionen, die sich für das Radio eignen. Nach Senderangaben sind knapp 140 Einsendungen eingegangen. Während der Kulturwoche würden bereits einige der ausgewählten Komponistinnen und Komponisten porträtiert. Die 30 Sieger-Werke sollen 2021 von den MDR-Ensembles eingespielt und in die Tagesprogramme der Digitalradios eingestreut werden. MDR-Intendantin Karola Wille sagte, der öffentlich-rechtliche Sender sehe sich in Zeiten geschlossener Kinos und Konzerthäuser in einer besonderen Verantwortung. Für die Kulturbranche sei die Corona-Zeit besonders schwer, und auch das Publikum brauche die Kultur "wie die Luft zum Atmen", betonte sie.

Karola Wille | null

Der<em> MDR</em> sehe sich als öffentlich-rechtlicher Sender in Zeiten geschlossener Kinos und Konzerthäuser in einer besonderen Verantwortung, sagte Intendantin Karola Wille

16.11.2020 • 16:27 Uhr

EU vereinbart Impfstoff-Vertrag mit Curevac

Die EU-Kommission hat mit der Tübinger Firma Curevac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vereinbart. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel mit. Die Kommission werde den Vertrag mit der deutschen Firma am Dienstag billigen. Es handelt sich um den fünften Rahmenvertrag mit Pharmafirmen, die einen aussichtsreichen Impfstoff gegen das Coronavirus in der Entwicklung haben.

Ebenfalls am Montag hatte der US-Konzern Moderna vielversprechende Testdaten zu seinem Impfstoff veröffentlicht. Mit diesem Hersteller ist die EU-Kommission aber nach von der Leyens Angaben noch in Verhandlungen und hofft, diese bald abzuschließen. Curevac ist in der Testphase seines Impfstoffs noch nicht ganz so weit wie Moderna und die Konkurrenten Biontech/Pfizer, der vergangene Woche ebenfalls vielversprechende Testdaten veröffentlicht hatte.

Von der Leyen betonte, noch sei nicht klar, welcher der Impfstoffe sich als sicher und wirksam herausstellen werde. Deshalb setze die EU-Kommission auf ein breites Portfolio. Nach der Zulassung würden die angekauften Mengen nach Bevölkerungsstärke an die EU-Staaten verteilt. Die zuständige Arzneimittelbehörde EMA werde die Mittel vor der Zulassung einer robusten Überprüfung unterziehen und keine Abstriche bei der Sicherheit machen, betonte von der Leyen.

16.11.2020 • 15:34 Uhr

Schweden begrenzt Veranstaltungen auf acht Personen

Die schwedische Regierung führt im Zuge von schnell steigenden Infektionszahlen verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein. Ab Dienstag kommender Woche dürfen sich nur noch maximal acht Menschen für öffentliche Zusammenkünfte und Veranstaltungen versammeln, wie Ministerpräsident Stefan Löfven bekanntgab. Dies sei dringend notwendig, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, während die Bereitschaft zur Einhaltung der Maßgaben geringer geworden sei.

Bislang liegt die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen und Veranstaltungen in Schweden bei 50 Personen. Für Kinos, Konzerte, Theater und Sportveranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten gelten seit wenigen Wochen Ausnahmen von bis zu 300 Teilnehmern. "Wir leben in einer Zeit der Prüfung. Es wird schlimmer werden. Erfülle deine Pflicht, übernimm deine Verantwortung, um die Ausbreitung der Infektionen zu stoppen", sagte Löfven gleich zweimal eindringlich an seine Landsleute gerichtet. Mit Ratschlägen und Empfehlungen sei man im Frühjahr weit gekommen, nun aber brauche es Verbote, um die Zahl der Infizierten zu senken. Man sende ein deutliches Signal an jeden Schweden, sagte Löfven. Man solle darauf verzichten, ins Fitnessstudio zu gehen, in die Bibliothek zu gehen oder Feste zu feiern. Innenminister Mikael Damberg ergänzte, zu viele Menschen verhielten sich so, als sei die Gefahr vorüber.

Schweden war in der Corona-Krise bislang einen viel beachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Eine Verordnungsänderung für die deutliche Teilnehmerbeschränkung soll nun am 24. November in Kraft treten und vorläufig für vier Wochen - und damit bis unmittelbar vor Weihnachten - gelten. Private Feste kann die schwedische Regierung allerdings formal nicht verbieten.

Wie im Frühjahr hat Schweden mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern mittlerweile wieder die mit Abstand höchsten Neuinfektionszahlen Skandinaviens. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet lag das Land in den vergangenen 14 Tagen bei etwa 430 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, verglichen mit einem Wert von rund 309 für Deutschland.

Der schwedische Ministerpräsident Stefan Lofven | AP

Bild: AP

16.11.2020 • 15:22 Uhr

Umfrage: Gesundheit hat mehr Einfluss auf Corona-Angst als Alter

Der eigene Gesundheitszustand hat einer Umfrage zufolge mehr Einfluss auf die Angst vor dem Coronavirus als das eigene Alter. Menschen ab 46 Jahren nehmen die Pandemie genauso häufig als bedrohlich wahr wie Menschen ab 75 Jahren, wie das Deutsche Zentrum für Altersfragen in Berlin mitteilte. Im mittleren wie im höheren Erwachsenenalter gab demnach jeweils etwa die Hälfte an, die aktuelle Situation als wenig bedrohlich wahrzunehmen.

Insgesamt nicht einmal jeder Zehnte fühlte sich sehr bedroht durch die Pandemie. Einen stärkeren Einfluss hat den Angaben zufolge dagegen, wie Menschen ihre Gesundheit einschätzen: Menschen, die ihre Gesundheit als sehr gut oder gut bewerten, fühlen sich wegen der Pandemie weniger bedroht als Menschen, die ihre Gesundheit weniger gut einschätzen. Die Mehrheit der Befragten habe zudem das Gefühl, das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus weitgehend selbst beeinflussen zu können. Im Rahmen des Deutschen Alterssurveys - einer repräsentativen Befragung von Menschen in der zweiten Lebenshälfte - waren rund 4.750 Personen im Alter von 46 bis 90 Jahren im Juni und Juli 2020 zu ihrer Haltung zur Corona-Pandemie befragt worden.

16.11.2020 • 15:20 Uhr

Bundesbank rechnet mit steigenden Kreditausfällen

Die Bundesbank rechnet angesichts der sich wieder verschärfenden Corona-Krise mit zunehmenden Kreditausfällen bei den Geldhäusern. Mit der länger dauernden Krise werde es zu Solvenzproblemen bei Unternehmen kommen, die sich dann auf das Finanzsystem auswirkten, sagte Bundesbank-Vorstand Sabine Mauderer auf einer virtuellen Finanzkonferenz. "Steigende Insolvenzen im Unternehmenssektor werden zu Kreditausfällen und zu Wertberichtigungen führen."

Die Insolvenzen in Deutschland könnten Anfang 2021 auf über 6000 pro Quartal steigen. Infolge der aktuellen Einschränkungen dürfte die Unsicherheit gestiegen sein. Dies belaste die Eigenkapitalquoten der Institute, sagte Mauderer. "Um diese zu stabilisieren, könnten die Banken weniger Kredite vergeben. Davon wäre wiederum die Realwirtschaft negativ betroffen." Wie bereits EZB-Vizepräsident Luis de Guindos sprach sie sich daher dafür aus, dass Banken ihre bestehenden Kapitalpuffer nutzen sollten. Die Ausreichung von Darlehen an die Wirtschaft könne so stabilisiert werden

16.11.2020 • 15:12 Uhr

Keine Staus durch verschärfte Einreisebestimmungen in die Slowakei

Trotz kurzfristig verschärfter Bestimmungen für die Einreise in die Slowakei sind die befürchteten Staus an den Grenzübergängen vorerst ausgeblieben. Der Grund dafür war vor allem, dass die Polizei lediglich Stichprobenkontrollen durchführte, wie der TV-Nachrichtensender TA3 berichtete. Seit Montag brauchen alle Einreisenden aus Deutschland und den direkt an die Slowakei grenzenden Nachbarländern einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Das sieht eine Verlautbarung der staatlichen Gesundheitsbehörde UVZ vor. Für Pendler, Studierende und Profisportler gelten jedoch Ausnahmebestimmungen.

16.11.2020 • 15:01 Uhr

Seibert verteidigt Videos über Corona-"Helden"

Regierungssprecher Steffen Seibert hat die Videos der Bundesregierung über Corona-"Helden" auf der heimischen Couch gegen Kritik verteidigt. Er bedauere, wenn einzelne Menschen einen negativen Eindruck hätten, sagte er. Bei der Aussage, besondere Helden für besondere Zeiten, sei das Heldentum eine Überhöhung. Hierbei gehe "um Heldentum der allerallerzivilsten Art". Seibert erläuterte, man habe bei den Clips an das Format der Geschichtsdoku angeknüpft, das auch bei jungen Menschen sehr beliebt sei: Alte Herrschaften erinnerten sich an schwierige Zeiten. Ziel sei es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Botschaft zu vermitteln, dass die Reduzierung von Kontakten das wirksamste Mittel gegen die Pandemie sei, je konsequenter umso besser.

Der Appell sei sehr ernst gemeint, auch wenn er in der Form "augenzwinkernd" sei. Die Spots hätten große Aufmerksamkeit bekommen, seien Millionenfach aufgerufen, geteilt und kommentiert worden - auch im Ausland. Die Bundesregierung hat seit Samstag über soziale Medien drei Videos zu dem Thema "besondere Helden" veröffentlicht. Darin erinnern sich fiktive Corona-Veteranen aus der Zukunft an die Zeit der aktuellen Pandemie zurück, in der sie durch einfaches Nichtstun zu Helden wurden. "Faul wie die Waschbären" seien sie gewesen, sagt ein Erzähler und betont: "Unsere Couch war die Front und unsere Geduld war unsere Waffe." An dieser Kriegsrhetorik gab es auch Kritik.

16.11.2020 • 14:58 Uhr

Twitter-Accounts der Biontech-Mitgründer gefälscht

Vermeintliche Twitter-Accounts der Biontech-Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci sind gefälscht. Wie das Mainzer Unternehmen, das durch die Arbeit an einem Corona-Impfstoff weltweit in der Öffentlichkeit steht, selbst bei dem Kurznachrichtendienst mitteilte, existieren "keine persönlichen Accounts" der beiden Vorstände. Biontech stehe deshalb mit Twitter in Kontakt, um entsprechende Fake-Benutzerkonten löschen zu lassen. Zuvor hatte der Dienst bereits zwei Accounts, die unter den Namen der beiden Mitgründer liefen und denen schon mehrere Tausend Menschen folgten, gesperrt.

Das deutsche Unternehmen und der US-Pharmakonzern Pfizer hatten am vergangenen Montag als erste westliche Hersteller vielversprechende Daten aus ihren klinischen Tests vorgelegt. Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Die Unternehmen wollen dem Vernehmen nach noch diesen Monat bei der US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für den Impfstoff beantragen.

16.11.2020 • 14:47 Uhr

Corona-Ausbruch in Großfabrik für Einweghandschuhe in Malaysia

Mehr als 13.000 Mitarbeiter eines der größten Unternehmen für Einweghandschuhe der Welt müssen nach einem massiven Corona-Ausbruch zwei Wochen lang in Quarantäne. In der Firma "Top Glove" in Malaysia waren zuvor 200 Fälle bestätigt worden. Das Unternehmen werde aufgefordert, alle Arbeiter in allen Fabriken zu testen, sagte Verteidigungsminister Ismail Sabri Yaakob. Die Arbeiter hatten sich voraussichtlich in einer Gemeinschaftsunterkunft angesteckt. Erst in der vergangenen Woche hatte die Firma mitgeteilt, die Ausbreitung des Virus unter der Belegschaft sei "weitgehend unter Kontrolle" und die Arbeit bleibe unberührt. Malaysische Fabriken produzieren rund 65 Prozent der weltweiten Gummi- und Einweghandschuhe für medizinischen Gebrauch.

Ein Mitarbeiter des Einweghandschuhherstellers "Top Glove" in Malaysia | REUTERS

Ein Mitarbeiter des Einweghandschuhherstellers "Top Glove" in Malaysia Bild: REUTERS

16.11.2020 • 14:40 Uhr

Hotel- und Gaststättenverband droht mit Klage vor Verfassungsgericht

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat wegen der geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gedroht. Mit den Änderungen werde eine neue Rechtsgrundlage für umfangreiche Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie geschaffen. Diese bedeutet nach Auffassung des Verbands einen erheblichen Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Gastwirte und Hoteliers.

"Es ist jedoch inkonsequent und unseres Erachtens verfassungswidrig, dass keine Entschädigung für diesen Fall für unsere Betriebe vorgesehen ist", sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Sollte es keine entsprechenden Korrekturen geben, "werden wir für die Branche Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einlegen". Bundestag und Bundesrat wollen am Mittwoch Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschließen.

16.11.2020 • 14:35 Uhr

Berliner Polizei ermittelt zu Soforthilfe-Betrug durch Extremisten

Die Berliner Polizei will mit einer eigenen Ermittlungsgruppe Betrugsfälle mit Corona-Soforthilfen durch Extremisten aufklären. In der Einheit mit der Bezeichnung "Krone" im Landeskriminalamt arbeiteten acht Dienstkräfte, sagte ein Sprecher. Die Zahl der Verfahren bezifferte er auf "im oberen zweistelligen Bereich".

Die "Berliner Morgenpost" hatte zuvor über die Arbeit der Kommission berichtet. Im Visier stehen demnach Rechtsextremisten und Islamisten, die sich das staatliche Hilfsgeld erschlichen haben sollen. Das Bundeskriminalamt geht bundesweit von Zehntausenden Betrugsfällen bei den Nothilfen von Bund und Ländern aus. In Berlin gibt es nach Polizeiangaben mehr als 2100 Ermittlungsverfahren. Die Ermittlungsgruppe war im Juni ins Leben gerufen worden.

Berlin hatte zu Beginn der Corona-Krise versucht, Kleinunternehmern und Solo-Selbstständigen möglichst schnell unter die Arme zu greifen und ihre Existenz zu sichern. Antragsteller mussten nur Name, Firmenadresse, Ausweis, Steuernummer und Bankverbindung hochladen. Kontrolliert werden sollten die Ansprüche erst nach der Auszahlung. Es gab einen großen Ansturm. Ursprünglich war der Senat von 100 bis 300 Millionen Euro ausgegangen. Schließlich gingen gut 1,8 Milliarden Euro aus Bundes- und Landesmitteln in Form von Zuschüssen an kleine Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten sowie an Solo-Selbstständige. Von 246.000 gestellten Anträgen wurden rund 30.000 abgelehnt.

16.11.2020 • 14:00 Uhr

US-Immunologe Fauci: Erste Impfungen im Dezember

Der renommierte US-Immunologe und Corona-Experte Anthony Fauci hat begeistert auf Daten des US-Pharmaunternehmens Moderna für dessen Corona-Impfstoff reagiert. "Das sind offensichtlich sehr aufregende Ergebnisse", sagte Fauci nach Angaben des TV-Senders CNN.

Moderna hatte zuvor mitgeteilt, dass Zwischenergebnisse eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent zeigten. "Besser wird es nicht - 94,5 Prozent sind wirklich hervorragend", so Fauci. Seiner Einschätzung zufolge könnten die ersten Impfungen in den USA im Dezember bei Hochrisikogruppen beginnen, der breite Rest der Bevölkerung könnte eher ab Ende April dran sein. "Und das wird in den Mai, Juni und Juli hineingehen. Das wird ein paar Monate dauern."

US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci spricht bei einer PRessekonferenz in Washington. | AP

Laut dem US-Immnologen Anthony Fauci könnten die ersten Impfungen in den USA im Dezember bei Hochrisikogruppen beginnen. Bild: AP

16.11.2020 • 13:42 Uhr

Iran: Rekordwert an Corona-Toten und Neuinfektionen

Die Zahlen der Corona-Toten und der Neuinfektionen im Iran haben neue Höchstwerte erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen nur eines Tages 486 Corona-Patienten. Im gleichen Zeitraum wurden 13.053 Neuinfektionen registriert. Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land aktuell bei fast 42.000, die der Infizierten bei über 770.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Die Fallzahlen dürften jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es im Iran laut Gesundheitsexperten noch zu wenige Testmöglichkeiten gibt. Um die drastisch steigenden Corona-Fallzahlen zu stoppen, plant die Islamische Republik am nächsten Wochenende landesweit strenge und unbefristete Lockdowns einzuführen.

16.11.2020 • 13:35 Uhr

Umfrage: 80 Prozent der Weihnachtsmärkte fallen aus

Einen Weihnachtsmarktbummel wird es für die meisten Deutschen in diesem Jahr nicht geben. Knapp 80 Prozent der Märkte fallen nach einer Umfrage wegen der Corona-Pandemie aus, bei weiteren 13 Prozent sei es unklar, dsieben Prozent der Märkte finden dagegen statt. Das teilte der Handelsverband Deutschland mit.

Der Verband erwartet schwerwiegende Folgen für die Läden. "Weihnachtsmärkte sind ein wichtiger Faktor, um die Kunden in die Fußgängerzonen und Stadtzentren zu bringen." Falle dieser Anlass nahezu flächendeckend weg, bedeute das einen schweren Schlag für den Innenstadthandel. Er mache im November und Dezember üblicherweise ein Viertel seines Jahresumsatzes.

16.11.2020 • 13:24 Uhr

Richter kippen strenge Maskenpflicht im Rems-Murr-Kreis

Die strenge Maskenpflicht im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg ist bis auf weiteres nicht gültig. Das teilte das Verwaltungsgericht Stuttgart mit. Mit dem Beschluss gaben die Richter dem Antrag eines Bürgers statt, der sich gegen die weitgehend ausnahmslose Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in sogenannten Verdichtungszonen gewandt hatte.

Nach der landesweiten Corona-Verordnung muss in Fußgängerbereichen eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen nicht eingehalten werden kann. Die verschärfte Maskenpflicht des Rems-Murr-Kreises vom 20. Oktober sieht eine solche Ausnahme für Verdichtungszonen, die von den Kommunen ausgewiesen werden können, nicht vor. Auch eine zeitliche Einschränkung für die Vorschrift gibt es nicht. 

Nach Angaben des Gerichts liegen keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür vor, dass die Allgemeinverfügung zusätzlich zur Verordnung des Landes erforderlich ist. 

16.11.2020 • 13:05 Uhr

US-Biotech-Konzern meldet Erfolg bei Impfstoff

Im weltweiten Rennen um einen Corona-Impfstoff hat ein weiteres Forschungsprojekt einen entscheidenden Erfolg gemeldet. Der Corona-Impfstoff des US-Biotechkonzerns Moderna zeigte in einer Zwischenanalyse eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent beim Schutz vor Covid-19. Moderna erwarte, in den kommenden Wochen in den USA eine Notfallgenehmigung beantragen zu können, teilte der Konzern mit.

Moderna ist der zweite große US-Pharmakonzern, der innerhalb einer Woche positive Daten aus der zulassungsrelevanten Studie mit einem Corona-Impfstoff vorlegt. Am vergangenen Montag hatten die Mainzer Biotechfirma BioNTech und ihr US-Partner Pfizer mitgeteilt, dass ihre Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bietet.

16.11.2020 • 12:56 Uhr

Tattoo-Studios im Saarland dürfen öffnen

Im Saarland ist seit heute eine neue Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mit angepassten Regeln in Kraft. Demnach ist der Betrieb von Tattoo- und Piercing-Studios unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte wieder zulässig.

Betreiber von Tattoo- und Piercing-Studios hatten sich in der vergangenen Woche vor dem Oberverwaltungsgericht des Saarlandes erfolgreich gegen die Schließung ihrer Betriebe während des Teil-Lockdowns gewehrt.

Vom Betriebsverbot in der Gastronomie ausgenommen sind nun auch Rastanlagen an Bundesautobahnen und gastronomische Betriebe an Autohöfen. Die neue Verordnung im Saarland gilt bis einschließlich 29. November.

16.11.2020 • 12:16 Uhr

Gazastreifen: Neuinfektionen erreichen Rekordwert

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist im Gazastreifen auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in dem von der islamistischen Hamas beherrschten Gebiet mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 453 Fälle gemeldet - so viele wie nie zuvor an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie.

Insgesamt wurden 2438 Tests gemacht, dies entspricht einer Positivtest-Quote von 18,6 Prozent. Insgesamt haben die Behörden im Gazastreifen bislang 10.985 Infizierte registriert. Die Pandemie verlief dort zunächst glimpflich. In den vergangenen Wochen stieg aber die Zahl der Fälle. In dem Gebiet leben etwa zwei Millionen Menschen unter prekären Bedingungen. Eine starke Ausbreitung des Virus gilt als Horrorszenario.

16.11.2020 • 12:10 Uhr

Vorerst keine schärferen Corona-Auflagen für Schulen

Bund und Länder werden bei ihren Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie an diesem Montag voraussichtlich noch keine schärferen Schritte für die Schulen beschließen. Nach einer geänderten Vorlage des Bundes, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt, sollen die Länder bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können.

Im ursprünglichen Papier des Bundes waren dagegen auch für die Schulen schärfere Maßnahmen vorgesehen. So sollte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schüler aller Jahrgänge und für Lehrer auf dem Schulgelände und während des Unterrichts vorgeschrieben werden.

Ausnahmslos sollten demnach zudem feste Gruppen von Schülern gebildet werden, wobei die Gruppengrößen in Klassenräumen gemessen am Regelbetrieb halbiert werden sollten. Der Bund wollte erreichen, dass es zwischen den einzelnen Gruppen eine räumliche Distanz gibt. Innerhalb einer Klasse oder eines Kurses sollte es einen Mindestabstand von 1,5 Metern geben. Dies sollte auch für die Schülerbeförderung etwa mit Bussen gelten.

16.11.2020 • 11:59 Uhr

Vor Demo: Polizei will "andere Maßnahmen als üblich" einsetzen

Die Berliner Polizei will die Einhaltung der Corona-Regeln bei der geplanten Demonstration am Mittwoch vor dem Bundestag mit allen zulässigen Mitteln durchsetzen. Man werde alles daran setzen, keine Versammlungen ohne Mund-Nasen-Schutz zuzulassen, und sollte es doch dazu kommen, sie so schnell wie möglich aufzulösen, kündigte Polizeipräsidentin Barbara Slowik an.

Bilder wie am Samstag vor einer Woche in Leipzig wolle man unbedingt vermeiden. "Wir werden und müssen über andere Maßnahmen als üblich nachdenken." Angemeldet seien bislang sechs Demonstrationen am Vormittag mit insgesamt 5000 Teilnehmern von Gegnern der Corona-Einschränkungen wie den sogenannten Querdenkern sowie von Gegendemonstranten, sagte Slowik.

16.11.2020 • 11:54 Uhr

20 Prozent mehr Intensivpatienten als im Frühjahr

Auf den Intensivstationen in Deutschland werden derzeit nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft 3500 Corona-Patienten behandelt. Dies seien 20 Prozent mehr als bei der ersten Welle im Frühjahr, sagte Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Auf den normalen Stationen der Kliniken befänden sich derzeit 15.000 Corona-Patienten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dankte den Beschäftigten in den Krankenhäusern. Diese leisteten seit Monaten einen "enormen Einsatz", sagte er. Zudem appellierte er an die Geschlossenheit der Gesellschaft. Diese Geschlossenheit "haben wir im Frühjahr bewiesen und müssen wir im November noch einmal zeigen". Es gebe die Chance, "die Kurve gemeinsam zu drücken".

16.11.2020 • 11:34 Uhr

Weniger Neuinfektionen in Österreich - aber mehr Klinikpatienten

In Österreich sinkt die Zahl der Neuinfektionen einen Tag vor dem zweiten vollständigen Lockdown. Die Behörden melden 4657 neue Positiv-Tests binnen 24 Stunden. 4297 Menschen sind wegen des Corona-Virus im Krankhaus in Behandlung, 612 davon auf Intensivstationen. In der Regel fallen die Zahlen am Montag geringer aus, da über das Wochenende weniger Fälle gemeldet werden.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober warnte: "Wir nähern uns den Kapazitätsgrenzen in den Spitälern." Die Prognose sage für diese Woche im Schnitt 7000 Neuinfektionen pro Tag voraus. Österreich schließt bis zum 6. Dezember Schulen und Geschäfte, die nicht zur Deckung des täglichen Bedarfs nötig sind. Die bisher geltenden nächtlichen Ausgangssperren werden mit wenigen Ausnahmen auf den ganzen Tag ausgeweitet.

16.11.2020 • 11:30 Uhr

FDP gegen Verschärfung der Maßnahmen - Grüne gegen Lockerung

Vor den Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise kommen von der Opposition im Bund gegensätzliche Forderungen. FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte RTL und n-tv, er halte nicht viel davon, "jetzt schon Verschärfungen zu diskutieren". Zunächst müssten Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Teil-Lockdowns abgewartet werden. Die Wirksamkeit der seit 2. November geltenden verschärften Corona-Maßnahmen könne frühestens am Ende dieser Woche eingeschätzt werden, sagte Wissing. Er lehnte es generell ab, in den Schulen bundeseinheitlich neue Maßnahmen einzuführen.

Die Grünen warnten davor, die Corona-Beschränkungen zu schnell zu lockern. "Auf gar keinen Fall können wir Lockerungen versprechen und auch nicht, dass wir ein ganz normales Weihnachten haben werden", sagte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt im SWR. Allerdings müsse jede weitere Einschränkung für die Bürger nachvollziehbar sein.

16.11.2020 • 11:22 Uhr

SPD-Experten dringen auf weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz

SPD-Fachpolitiker halten im Kampf gegen die Corona-Pandemie zusätzliche Einschränkungen für erforderlich. Zwar sei es gelungen, bei den Neuinfektionen "das exponentielle Wachstum zu durchbrechen", sagte die Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar. Sie gehe aber davon aus, "dass wir weitere Maßnahmen brauchen, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten". Bislang sei es lediglich gelungen, "die Infektionszahlen auf hohem Niveau zu stabilisieren", sagte Dittmar zur Begründung. Daher würden die geltenden Einschränkungen, auch von Grundrechten, noch "eine Weile andauern" müssen.

Der SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner pochte zwar auf den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bei allen Maßnahmen, verwies aber ebenfalls auf die weiterhin hohe Zahl der Neuinfektionen. Daraus lasse sich jetzt schon die absehbar steigende Auslastung der Intensivbetten in wenigen Wochen ablesen. "Wenn die voll sind, dann ist es zu spät", mahnte auch Fechner weiter zu Schutzmaßnahmen abhängig von den Infektionszahlen.

16.11.2020 • 11:08 Uhr

NRW-Minister Stamp gegen Halbierung der Schulklassen

Die Vorschläge des Bundes zur Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen an Schulen stoßen bei Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) auf Ablehnung. Nach einer Beschlussvorlage der Bundesregierung für die Bund-Länder-Runde am Montagnachmittag sollen die Schulen zwar offengehalten werden, die Klassen sollen aber in große Räume verlegt oder halbiert werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Stamp hält solche Vorgaben für nicht umsetzbar, weil der Personalbedarf dadurch steigen würde. Im übrigen seien die Länder zuständig. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ministerpräsidenten etwas beschließen, was nur umsetzbar wäre, wenn wir etwa die Hälfte des Unterrichts canceln." Nach Darstellung von Stamp fehlt das Personal, um die Klassen zu halbieren und im Wechsel in den Schulen zu unterrichten und daheim lernen zu lassen.

16.11.2020 • 10:59 Uhr

Führende gesellschaftliche Organisationen rufen zu Dialog auf

Ein breiter Zusammenschluss führender gesellschaftlicher Organisationen und Verbände hat Bürger und Politik in der Corona-Pandemie zu "besonnenem Handeln und mehr Dialogbereitschaft" aufgerufen. "Uns eint die Überzeugung, dass die eigene Freiheit spätestens dort endet, wo die Gesundheit und das Leben anderer gefährdet wird", erklärte die sogenannte Allianz für Weltoffenheit. In dem Bündnis sind große Verbände aus den Bereichen Religion, Wirtschaft, Kultur, Umweltschutz sowie Sport zusammengeschlossen. Dazu gehören die Deutsche Bischofskonferenz, der Rat der Evangelischen Kirche, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Zentralrat der Juden, der Deutsche Kulturrat, der Koordinationsrat der Muslime, der Deutsche Naturschutzring sowie der Deutsche Olympische Sportbund. Den Zusammenschluss gibt es seit 2016. In ihrem gemeinsamen Appell riefen die Organisationen dazu auf, die Rolle der Parlamente in der Debatte und bei den Beschlüssen über Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu stärken.

16.11.2020 • 10:48 Uhr

Premier Johnson in Quarantäne: "Fit wie ein Metzgershund"

Der britische Premierminister Boris Johnson ist wieder in Corona-Quarantäne. Er fühle sich aber "fit wie ein Metzgershund", sagte Johnson in einem über Twitter verbreiteten, selbst aufgenommenen Video. Die Formulierung ist eine gängige Redewendung im Englischen und gleichbedeutend mit "fit wie ein Turnschuh". Er werde alle Regeln befolgen und von der Downing Street aus arbeiten, sagte Johnson. "Ich fühle mich großartig." Im März hatte sich Johnson als einer der ersten Regierungschefs weltweit mit dem Coronavirus angesteckt und war zeitweise auf der Intensivstation behandelt worden. Experten schließen mögliche Reinfektionen mit dem Coronavirus nicht aus.

16.11.2020 • 10:24 Uhr

Russland meldet Infektionshöchststand

Die Neuinfektionszahlen in Russland haben einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Behörden 22.778 neue Corona-Fälle, davon allein 6360 in der Hauptstadt Moskau. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 1,9 Millionen Menschen in Russland mit dem Coronavirus infiziert. 303 Menschen starben binnen 24 Stunden, die Zahl der Toten stieg damit auf insgesamt 33.489.

16.11.2020 • 10:18 Uhr

Sächsische Corona-Schutzverordnung geändert

Das sächsische Kabinett hat die Corona-Schutzverordnung des Landes geändert. Demnach sind unter freiem Himmel Versammlungen ausschließlich ortsfest und mit höchstens 1000 Teilnehmern zulässig, wenn alle Versammlungsteilnehmer, -leiter sowie Ordner eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und zwischen allen Versammlungsteilnehmern der Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt wird. Versammlungen mit mehr als 1000 Teilnehmern können genehmigt werden, wenn durch den Anmelder der Versammlung mittels technischer und organisatorischer Maßnahmen das Infektionsrisiko auf ein vertretbares Maß reduziert werden kann.

Weitere Änderungen der Corona-Schutzverordnung betreffen Regelungen zur Schließung von Einrichtungen und Angeboten. Volkshochschulen sind zu schließen. Touristische Busreisen sind untersagt. Übernachtungsangebote sind nur aus notwendigen beruflichen, sozialen oder medizinischen Anlässen erlaubt. Die Verordnung gilt vom 13. November 2020 bis einschließlich 30. November 2020.

16.11.2020 • 10:10 Uhr

CDU-Wirtschaftspolitiker fordert Langfriststrategie

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann fordert eine langfristige Corona-Strategie von der Regierung. Man dürfe nicht nur auf die Infektionszahlen schauen, sagt er dem MDR. Wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung sinke, dann "hat die Politik ein Problem". Linnemann verweist auf Schließungen von Restaurants und Bars, obwohl sich die Betreiber an die Corona-Maßnahmen gehalten hätten. In den Schulen werde dagegen immer noch gearbeitet und gelernt wie immer. Linnemann ergänzt, es müsse auch über die Corona-App gesprochen werden. Diese sei faktisch nutzlos.

16.11.2020 • 09:48 Uhr

Auch Weil für spätere Corona-Beschlüsse

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat dafür geworben, sich für eine neue Corona-Strategie mehr Zeit zu lassen. Vor den Bund-Länder-Beratungen sagte der SPD-Politiker dem NDR: "Wir sollten heute die gesamte Bandbreite diskutieren, auch die Vorschläge, die das Bundeskanzleramt offenbar ja schon zu Papier gebracht hat." Beschlüsse sollten dann aber "Teil eines Gesamtkonzepts in einer Woche oder in zehn Tagen" sein. Eine Gesamtstrategie bis Neujahr schaffe mehr Klarheit als "scheibchenweise" vorzugehen. Noch gebe es keinen Überblick, ob der Teil-Lockdown im November ausreiche. Zuvor war bekanntgeworden, dass der Bund die Kontaktbeschränkungen nochmals verschärfen will. Mehrere Länder plädierten allerdings dafür, damit noch zu warten.

16.11.2020 • 09:39 Uhr

Söder plädiert für alternative Unterrichtsformen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder plädiert dafür, über alternative Unterrichtsformen nachzudenken, um Schulen und Kitas in der Corona-Krise so lange wie möglich geöffnet halten zu können. Dazu gehöre etwa auch die Möglichkeit eines Wechselunterrichts, sagte Söder am Montag im Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Der eine Teil wird via Internet zu Hause beschult, der andere in der Schule." Auch die Leistungsanforderungen müssten anders formuliert werden. Es könne nicht sein, dass den Schülern genau dieselben Schulaufgaben und Klausuren gestellt würden wie in anderen Zeiten, mit einem durch die Pandemie erhöhten Notendruck. "Es wird kein normales Schuljahr werden, aber es soll ein faires Schuljahr werden", sagte Söder.

16.11.2020 • 09:19 Uhr

Deutsches Kinderhilfswerk will Register für Kitas und Schulen

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert die schnelle Einführung eines bundesweiten Registers, das die Corona-Lage an Schulen und Kitas abbildet. Dort müssten "fortlaufend aktualisierte Daten" erfasst werden, um eine "verlässliche Entscheidungsgrundlage" dafür zu bekommen, "wie das Recht auf Bildung in Schulen und Kitas bestmöglich umgesetzt werden kann", erklärte die Organisation. Es dürfe nicht sein, "dass es nur unvollständige Zahlen und damit einhergehende Schätzungen gibt, wie viele Schülerinnen und Schüler, Kitakinder, Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher in Corona-Quarantäne sind", monierte das Kinderhilfswerk. Neben staatlichen müssten auch private Bildungseinrichtungen erfasst werden. "Wir brauchen endlich einen aussagekräftigen Gesamtüberblick", erklärte der Bundesgeschäftsführer des Verbands, Holger Hofmann. "Länderspezifisches Stückwerk bringt uns hier nicht weiter."

16.11.2020 • 08:52 Uhr

Merkel: Infektionszahlen stabilisieren sich zu langsam

Kanzlerin Angela Merkel hat die Forderung des Bundes nach neuen drastischen Kontaktbeschränkungen mit einer weiterhin zu hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen begründet. Zwar sei durch die seit Anfang November geltenden Einschränkungen eine Stabilisierung erreicht worden, machte Merkel nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in der Sitzung des CDU-Präsidiums deutlich. Dies sei aber nicht ausreichend. "Die Zahlen stabilisieren sich etwas. Aber zu langsam", wurde die Kanzlerin zitiert.

Notwendig sei es nun, die Kontakte im privaten Bereich weiter zu reduzieren, sagte Merkel demnach. Dabei sei die Bundesregierung auf die Mitwirkung der Bevölkerung angewiesen. Über notwendige Maßnahmen im Dezember bis Weihnachten und im nächsten Jahr solle am kommenden Montag entschieden werden. Die Kanzlerin machte auch auf unterschiedliche Entwicklungen in einzelnen Städten aufmerksam. So sehe man in Berlin keine Reduzierung der Infektionszahlen - im Gegensatz zu Hamburg oder Bremen. Dort müsse man dann Maßnahmen für die Hotspots ergreifen. Merkel will am Nachmittag mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Einschränkungen beraten.

16.11.2020 • 08:07 Uhr

Jurist: Neues Infektionsschutzgesetz nicht grundgesetzkonform

Die geplante Novelle des Infektionsschutzgesetzes ist nach Einschätzung des früheren nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtspräsidenten Michael Bertrams nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Der Gesetzentwurf, mit dem die Große Koalition die Corona-Schutzmaßnahmen rechtssicher machen will, werde mangels inhaltlicher Klarheit dem vom Grundgesetz geforderten Bestimmtheitsgebot nicht gerecht, schreibt Bertrams in einem Beitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger".

Der Entwurf sei "mit heißer Nadel gestrickt" und müsse mit Blick auf den "vermutlich in die Verlängerung gehenden November-Lockdown" schnell und gründlich nachgebessert werden, rät der Jurist. Anderenfalls dürften die Regelungen vor Gericht kaum Bestand haben. So lasse sich der bloßen Auflistung typischer Corona-Schutzmaßnahmen im Gesetz ohne jede Abwägung mit den betroffenen Freiheitsrechten nicht entnehmen, welche Vorschriften und Verbote unter welchen Voraussetzungen angewendet werden sollen. Offen bleibe auch, welche Maßnahmen in einer kritischen Infektionslage mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner geeignet, notwendig und verhältnismäßig seien, moniert Bertrams.

16.11.2020 • 07:24 Uhr

Indien meldet niedrigste Zahl an Neuinfektionen seit Juli

Indien hat so wenige Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert wie seit vier Monaten nicht. Am Montag wurden knapp mehr als 30.000 neue Fälle bestätigt. Seit Mitte September sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Die Entwicklungen in der Hauptstadt Neu-Delhi dagegen sind besorgniserregend, dort werden mehr Infektionen als in irgendeinem anderen Bundesstaat verzeichnet. Experten führen das auf Feste, Luftverschmutzung und einen Rückgang der Temperaturen zurück. Es wird befürchtet, dass das Gesundheitssystem in Neu-Delhi der großen Anzahl der Erkrankten nicht standhalten kann. Indien ist nach den USA das Land, in dem die meisten Coronavirus-Fälle bestätigt wurden. Die Zahl der Infektionen liegt offiziellen Angaben zufolge bei mehr als 8,84 Millionen, die Zahl der Toten bei mehr als 130.000.

Passanten mit Gesichtsmasken in Neu Delhi, Indien. | AFP

Während in Indien die Corona-Zahlen seit Wochen zurückgehen, ist die Lage in der Hauptstadt Neu-Delhi besorgniserregend. Bild: AFP

16.11.2020 • 06:59 Uhr

Reiseverband hat 28 Milliarden Euro weniger Umsatz

Die deutsche Reisebranche hat durch die Corona-Krise mit milliardenschweren Umsatzausfällen zu kämpfen. "Die Unternehmen der Reisewirtschaft verzeichnen mehr als 80 Prozent Umsatzausfälle, dies entspricht einer Größenordnung von 28 Milliarden Euro für 2020", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands, Norbert Fiebig, dem "Handelsblatt". Die finanzielle Lage der Branche sei "höchst angespannt, Insolvenzen sind die Folge". 

11.000 Reisebüros, 2300 Reiseveranstalter und Tausende touristische Dienstleister sind demnach derzeit "de facto geschlossen". Reisewarnungen und -beschränkungen hätten den touristischen Reisemarkt mit wenigen Ausnahmen "zum vollständigen Erliegen gebracht", sagte Fiebig. Nach seiner Einschätzung werden die Reiseunternehmen weit bis ins nächste Jahr hinein von den weitreichenden Einschränkungen des Reiseverkehrs betroffen sein. Fiebig forderte deshalb mehr Unterstützung der Bundesregierung, um die 2,9 Millionen Arbeitsplätze in der Reisewirtschaft zu sichern. 

16.11.2020 • 06:31 Uhr

Infektiologe: Weihnachten könnte Kick-Starter für Corona werden

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, warnt vor einer verschärften Corona-Situation in und nach der Weihnachtszeit. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Feiertage ein Kick-Starter für die Influenza-Ausbreitung waren, sagte der Infektiologe, der am Uniklinikum Regensburg schwere Corona-Fälle behandelt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Die Leute reisen durch das ganze Bundesgebiet, mischen sich überall, man trifft in der Kneipe seine alten Klassenkameraden. Wenn wir Pech haben, könnte das mit Corona ähnlich sein."

Gleichzeitig bremste Salzberger die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Normalität: "Wir werden im Dezember kein normales Leben haben. Das kann nicht sein und wäre nicht vernünftig. Optimistischer blickt er auf das kommende Jahr: "Jetzt gibt es eine Impfung, das ist der große Durchbruch." Die entsprechenden Daten seien ausgesprochen gut. Auch wenn man noch nicht wisse, wie gut die Impfung in allen Altersgruppen ist. Dazu sei es zu früh, schließlich handele es sich um vorläufige Ergebnisse. "Aber man muss eines ganz klar sagen: Diese Ergebnisse zeigen uns, dass wir diese Infektion durch Impfungen verhüten können."

16.11.2020 • 05:20 Uhr

Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind mehr als 10.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 10.824 neue Ansteckungsfälle innerhalb eines Tages erfasst. Am Vortag waren es knapp 17.000 Neuinfektionen gewesen. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. 

Im Vergleich zur Vorwoche verzeichnete das RKI allerdings einen deutlichen Rückgang der Ansteckungzahlen: Vergangenen Montag wurden 13.363 Fälle gemeldet. Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des Instituts 801.327 Infektionsfälle registriert. Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus in Zusammenhang stehenden Todesfälle stieg demnach bundesweit auf 12.547 - dies waren 62 mehr als am Vortag. Die Zahl der Genesenen lag bei rund 515.200.

16.11.2020 • 04:36 Uhr

Klöckner: Keine Ansteckungsgefahr durch Nutztiere

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fürchtet nicht, dass das Coronavirus in Deutschland über Tiere weiterverbreitet wird. "Von den wichtigsten Nutztieren wie Schweinen, Rindern oder Hühnern geht keine Gefahr der Übertragung auf den Menschen aus", sagt die CDU-Politikerin der Zeitung "Augsburger Allgemeinen" mit Blick auf Dänemark, wo Millionen Nerze wegen eines Ausbruch des Virus getötet werden mussten.

16.11.2020 • 04:18 Uhr

Japan und IOC: Olympische Spiele in Tokio werden ausgetragen

Die wegen der Corona-Pandemie auf den Sommer 2021 verlegten Olympischen Spiele in Tokio sollen wie geplant ausgetragen werden. Darauf verständigte sich der Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, am Montag mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga in Tokio. Er sei entschlossen, die Spiele im kommenden Jahr in der Hauptstadt seines Landes auszurichten, sagte Suga laut örtlichen Medien.

Bach dankte Suga für dessen Engagement, die Spiele auszurichten. Sie sollten zu einem Symbol für Soldidarität in der Nach-Corona-Ära werden, sagte Bach. Eine endgültige Olympia-Absage schloss er aus. In Tokio zeigte er sich zuversichtlich, dass die Spiele nicht ohne Zuschauer stattfinden.

16.11.2020 • 03:59 Uhr

Erneut Corona-Fälle in Australien aufgetreten

In Australien sind nach erfolgreicher Eindämmung erneut Corona-Fälle aufgetreten: In der Metropole Adelaide im Süden des Landes haben die Behörden in Verbindung mit einem Quarantäne-Hotel am Montag mindestens 17 Virusfälle bestätigt. Es handelt sich um die größte seit April gemeldete Fallzahl in der Region. Anfang November hatte Australien erstmals seit Monaten keine Neuinfektionen mehr gemeldet. 

Erst Anfang November hatte Australien verkündet, erstmals seit fast fünf Monaten keine Neuinfektionen mehr registriert zu haben. Wegen der Corona-Pandemie galten in Australien extrem strenge Auflagen.  Insgesamt ist Australien bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Bei einer Einwohnerzahl von 25 Millionen wurden gut 27.500 Corona-Infektionen und 907 Todesfälle verzeichnet.

16.11.2020 • 02:57 Uhr

USA: Michigan und Washington verschärfen Beschränkungen

Die US-Bundesstaaten Michigan und Washington verschärfen wegen steigender Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen. Ab Mittwoch müssen Universitäten, Restaurants und Veranstaltungsorte in Michigan geschlossen bleiben, sagt Gouverneurin Gretchen Whitmer. In Washington sind Versammlungen in geschlossenen Räumen verboten und Treffen im Freien auf fünf Personen beschränkt sowie Restaurants und Fitnessstudios geschlossen, kündigt Jay Inslee, Gouverneur des US-Bundesstaates an.

16.11.2020 • 02:44 Uhr

Mehr als 11 Millionen Corona-Infektionen in den USA

Die Zahl der erfassten Corona-Infektionen in den USA ist am Sonntag auf mehr als 11 Millionen gestiegen. Eine Million Neuinfektionen gab es nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität zuletzt innerhalb weniger als einer Woche. Erst am 9. November hatte die Universität die zehnmillionste Infektion vermeldet. Die erste bekannte Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 in den USA war am 20. Januar im US-Staat Washington diagnostiziert worden.

Die Pandemie ist in den USA schneller als je zuvor auf dem Vormarsch. Auch die Zahl der Todesfälle steigt. Im Schnitt der vergangenen sieben Tage starben den Angaben zufolge bis Samstag täglich 1080 Menschen. Weltweit wurden bislang mehr als 54 Millionen Corona-Fälle verzeichnet. Bei einem Anteil von etwa vier Prozent an der Weltbevölkerung entfallen etwa ein Fünftel der bekannten Fälle auf die Vereinigten Staaten.

16.11.2020 • 01:17 Uhr

Göring-Eckardt fordert Hilfen für mehrere Monate

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert die Bundesregierung auf, Corona-Hilfen für mehrere Lockdown-Monate vorzubereiten. Es sei "eine Zumutung", dass die November-Hilfen "sehr spät" bei den Betroffenen ankämen, sagt sie den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Daher brauche es bereits jetzt Regelungen, die über den November hinaus gehen. "Ansonsten stehen uns weitere Chaos-Monate bei den Hilfen bevor." Göring-Eckardt nahm Bezug auf Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der am Wochenende von erheblichen Einschränkungen in den nächsten vier bis fünf Monaten gesprochen hatte.

16.11.2020 • 01:06 Uhr

14.134 Neuinfektionen in Brasilien

In Brasilien steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen eines Tages um 14.134 auf insgesamt 5,86 Millionen. 140 weitere Menschen starben demnach an oder mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf insgesamt 165.798.

16.11.2020 • 01:01 Uhr

Tschentscher für Verbot von Demos in Innenstädten

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher fordert nach der "Querdenker"-Demonstration vor gut einer Woche in Leipzig ein Verbot von großen Protestkundgebungen in Innenstädten während der Corona-Krise. "Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern, die auf engen Straßen und Plätzen zusammenkommen, sollten unter den derzeit schwierigen Pandemiebedingungen nicht genehmigt werden", sagt der SPD-Politiker der Zeitung "Rheinischen Post". Ferner müsse bei Versammlungen jeglicher Art auf ausreichenden Abstand und das Tragen von Gesichtsmasken geachtet werden.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher | Omer Messinger/POOL/EPA-EFE/Shut

Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher will große Demos in Innenstädten während der Corona-Krise verbieten. Bild: Omer Messinger/POOL/EPA-EFE/Shut

16.11.2020 • 00:45 Uhr

Sechs von zehn Eltern fühlen sich gestresst

Laut einer neuen Umfrage fühlen sich 60 Prozent aller Eltern in der Corona-Krise gestresst. Familie, Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bringen, führe in diesen Zeiten zu erheblichen Mehrbelastungen. Darauf reagierten viele gereizt (67 Prozent), übermüdet (45 Prozent), nervös (42 Prozent) oder unkonzentriert (31 Prozent). Jeder Dritte leide auch an körperlichen Belastungen wie Kopfschmerzen, berichten die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage in Elternhaushalten für die Minijob-Zentrale.

Durch die stärkeren Anforderungen fühle sich gut jeder zweite Befragte einem erhöhten Druck ausgesetzt - insbesondere durch Anforderungen, die sie an sich selbst oder an andere stellten (58 Prozent). 45 Prozent würden durch Sorgen und Ängste gequält. Dabei empfänden vor allem Eltern unter 35 Jahren überdurchschnittlich viel Stress.

Gut jeder dritte Befragte wünsche sich Unterstützung, vor allem im Haushalt beim Waschen und Putzen sowie bei der Kinderbetreuung, so die Zeitungen weiter. Gut jeder Fünfte wünsche sich Hilfe beim Kochen, bei der Gartenarbeit und beim Einkaufen. Laut Umfrage greifen 11 Prozent auf eine Haushaltshilfe zurück, die vor allem beim Putzen, Waschen und Bügeln unterstütze.

16.11.2020 • 00:31 Uhr

Biontech-Chef: Ausbreitung könnte halbiert werden

Die Ausbreitung des Coronavirus könnte laut dem Mainzer Pharmaunternehmen Biontech mit einem Impfstoff deutlich eingedämmt werden. Er sei zuversichtlich, dass die Übertragung möglicherweise um die Hälfte verringert werde, sagte der Chef des Unternehmens, Ugur Sahin, am Sonntag. Es sei absolut essenziell, vor dem nächsten Herbst eine hohe Impfrate zu haben, um eine Rückkehr zum normalen Leben vor dem Winter sicherstellen zu können, sagte Sahin. Wenn alles weiterhin gut laufe, könne der Impfstoff ab Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres ausgeliefert werden. Biontech und sein US-Partner Pfizer arbeiten an einem Impfstoff und hatten vielversprechende Daten aus klinischen Tests vorgelegt. Vergangenen Montag teilten sie mit, dass vorläufige Ergebnisse eine 90-prozentige Wirksamkeit zeigten.

Biontech-Chef Sahin. | REUTERS

Biontech-Chef Sahin sagte, er sei zuversichtlich, dass die Übertragung möglicherweise um die Hälfte verringert werde. Bild: REUTERS