Fläschchen mit dem Impfstoff von AstraZeneca | REUTERS
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Keine Lösung im Streit mit AstraZeneca ++

Stand: 27.01.2021 22:49 Uhr

Auch nach dem Krisentreffen der EU mit dem Impfstoffhersteller AstraZeneca ist keine Lösung in Sicht. Berlin verschiebt die Abiturprüfungen um drei Wochen nach hinten. Die Entwicklungen vom Mittwoch zum Nachlesen.

  • Norwegen schließt aus Sorge vor Mutationen seine Grenzen
  • Italien investiert 81 Millionen Euro in eigenen Impfstoff
  • Grundschul- und Kitaöffnung in Baden-Württemberg abgesagt
  • RKI meldet 13.202 Neuinfektionen und 982 Todesfälle
  • Homeoffice-Vorgaben treten in Kraft
27.1.2021 • 22:49 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse!

27.1.2021 • 21:54 Uhr

Keine Lösung im Impfstoff-Streit mit AstraZeneca

Das Online-Krisengespräch zwischen der EU und dem britisch-schwedischen Impfstoffhersteller AstraZeneca am Abend brachte keine Lösung. Große Mengen Impfstoff für Deutschland und andere EU-Länder werden somit wohl Wochen oder Monate später kommen. "Wir bedauern, dass es immer noch keine Klarheit über den Lieferplan gibt und erbitten uns von AstraZeneca einen klaren Plan zur schnellen Lieferung der Impfstoffe, die wir für das erste Quartal reserviert haben", erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nach dem Krisentreffen auf Twitter.

"Wir werden mit dem Unternehmen zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und die Impfstoffe rasch für die EU-Bürger zu liefern." Sie lobte aber den konstruktiven Ton des Gesprächs mit Unternehmenschef Pascal Soriot, der sich persönlich zugeschaltet habe.

Der Streit begann am Freitag mit der Ankündigung des britisch-schwedischen Herstellers, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung des Impfstoffs weit weniger an die EU zu liefern als zugesagt. Von EU-Politikern wurden Zahlen genannt: Statt erwarteter 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal kämen nur 31 Millionen. Am Mittwoch deutete eine EU-Vertreterin an, dass die Dimension noch größer ist.

27.1.2021 • 21:48 Uhr

Verzögerung bei Lieferung von russischem Impfstoff

Russland hat die Verzögerung von Lieferungen des Sputnik V-Impfstoffes nach Lateinamerika um bis zu drei Wochen angekündigt. Grund seien die hohe Nachfrage und Produktionsengpässe. Die staatliche Private Equity-Gesellschaft RDIF und das Gamaleya-Institut erklärten, die Produktionskapazitäten auszuweiten. Den Impfstoff Sputnik V haben unter anderem Argentinien, Bolivien und Mexiko geordert.

27.1.2021 • 21:39 Uhr

Bundeswehr schickt Erkundungsteam nach Portugal

Die Bundeswehr hat ein Erkundungsteam nach Portugal geschickt, um Hilfsmöglichkeiten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu auszuloten. Die Experten sollten klären, welche Unterstützung vor Ort benötigt werde und machbar sei, bestätigte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums einen "Spiegel"-Bericht.

27.1.2021 • 21:23 Uhr

Erzieher am stärksten betroffene Berufsgruppe

Die Beschäftigten in Kindergärten und Vorschulen sind im vergangenen Jahr über lange Zeit die am stärksten vom Coronavirus betroffene Berufsgruppe gewesen. In einer Auswertung vom Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) der Monate März bis November vergangenen Jahres lagen die Beschäftigen in Kitas und Vorschulen bei der Krankheitshäufigkeit vor Pflegekräften in Altenheimen und vor Krankenhauspersonal. Im Dezember allerdings gab es unter Altenpflegern die meisten Betroffenen.

Nach der Auswertung der Krankmeldungen von März bis November gab es unter Kita-Personal 162 Krankmeldungen je 10.000 Beschäftigte wegen einer Infektion mit dem Coronavirus. Bei den Beschäftigten in Alten- und Behindertenheimen waren es 146, gefolgt von Pflegeheimen mit 144 Krankmeldungen je 10.000 Beschäftigten. Der Durchschnitt über alle Berufsgruppen lag bei 74 Krankmeldungen je 10.000 Beschäftigten.

27.1.2021 • 20:55 Uhr

Britische Virus-Mutation in 26 US-Bundesstaaten nachgewiesen

Die ansteckendere britische Coronavirus-Mutation ist in den USA inzwischen in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten nachgewiesen worden. Die Direktorin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, sagte beim ersten Coronavirus-Briefing der Experten der neuen US-Regierung, die Variante des Virus sei bis zum Vortag in 26 der 50 US-Bundesstaaten festgestellt worden. In dieser Woche sei im Bundesstaat Minnesota außerdem erstmals die Variante aus Brasilien entdeckt worden. Die Mutation aus Südafrika sei dagegen bislang noch nicht in den USA gefunden worden.

Experten gehen davon aus, dass die britische Variante bereits deutlich weiter in den USA verbreitet ist. Positive Tests werden in den USA noch verhältnismäßig selten einer Genom-Sequenzierung unterzogen, mit der neue Varianten festgestellt werden können. Die Gesundheitsbehörde hatte Mitte Januar gewarnt, die britische Mutation verbreite sich schnell und könne bis März in den USA "zur vorherrschenden Variante" des Coronavirus werden.

27.1.2021 • 20:47 Uhr

Hochrisikogebiete: Hotel-Quarantäne für Briten

Britische Reiserückkehrer, die aus Corona-Hochrisikogebieten eintreffen, müssen sich zukünftig für zehn Tage in eine Hotel-Quarantäne begeben. Das kündigte Innenministerin Priti Patel im Parlament in London an, ohne zunächst ein Datum für das Inkrafttreten dieser Regelung zu nennen. Zu den Hochrisikogebieten werden 22 Länder gerechnet, darunter Portugal und Südafrika.

Die Regelungen beziehen sich auf Länder, in denen neu entdeckte Corona-Mutanten in Umlauf sind. Für Menschen ohne britische Staatsbürgerschaft ist die Einreise aus diesen Ländern bereits untersagt. Die zehntägige Quarantäne im Hotel koste zurückkehrende Briten umgerechnet rund 1700 Euro, berichteten Londoner Medien. Mahlzeiten sollen dabei vor die Zimmertür geliefert werden und der gesamte Aufenthalt werde von Sicherheitskräften überwacht.

Die britische Regierung kündigte an, dass der aktuell bestehende Lockdown bis zum 8. März verlängert werde. Einzelheiten zu den Quarantäne-Regelungen sollten in der kommenden Woche mitgeteilt werden. Die neuen Maßnahmen seien ein "notwendiger Schritt", um die Öffentlichkeit und das laufende "erstklassige Impfprogramm" Großbritanniens zu schützen, sagte Patel. Es müsse verhindert werden, dass neue Mutanten des Virus ins Land eindringen.

27.1.2021 • 20:35 Uhr

 New Yorker Verkehrsbetriebe gedenken ihrer toten Mitarbeiter

Mit einem Video auf Bildschirmen in zahlreichen U-Bahn-Stationen gedenken die Öffentlichen Verkehrsbetriebe (MTA) der Millionenmetropole New York ihrer mindestens 136 Mitarbeiter, die nach einer Corona-Infektion starben. In dem Video, das noch bis zum 7. Februar in den Stationen zu sehen sein soll, sind Fotos der Toten zu sehen, dazu ein Gedicht und Musik, wie MTA mitteilte. New York war im Frühjahr 2020 ein Epizentrum der Pandemie. Mehr als 20 000 Menschen sind in der Stadt nach einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben. Inzwischen hat sich die Situation etwas abgemildert.

27.1.2021 • 20:04 Uhr

Leicht veränderte Symptome bei britischer Virus-Variante

Einer Studie der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sind die Symptome bei der zuerst in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante leicht anders als bei der bislang vorherrschenden. Husten, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Halsschmerzen treten demnach etwas häufiger auf. Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns hingegen etwas seltener. Keinen Unterschied gibt es demnach bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Durchfall oder Erbrechen. Befragt wurden 6000 zufällig ermittelte Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

27.1.2021 • 19:33 Uhr

Berlin verschiebt Abiturprüfungen

In Berlin werden die Abitur-Prüfungen nach hinten verschoben. Der Senatsverwaltung zufolge beginnt die erste Prüfung erst am 21. April 2021, nicht am 12. April 2021. Außerdem wird der letzte Unterrichtstag vom 23. März auf den 13. April 2021 verschoben, also auf einen Termin nach den Osterferien.

Somit hätten die Abiturientinnen und Abiturienten mehr Lernzeit vor den Prüfungen. Vor den zweiwöchigen Osterferien (29. März bis 10. April) gebe es also eine Woche mehr Lernzeit. Zudem gewinnen Abiturientinnen und Abiturienten fast zwei weitere Wochen mehr Lernzeit durch die Verlegung von schriftlichen Prüfungen

Alle Schulen könnten Nachschreibetermine nutzen. Die Schule könne auch entscheiden, ob der Nachschreibetermin der Haupttermin als erster Termin für die Abiturprüfung der jeweiligen Fächer und Kurse genutzt werden solle.

27.1.2021 • 19:21 Uhr

Norwegen schließt Grenzen aus Sorge vor Mutationen

In Norwegen kündigt Ministerpräsidentin Erna Solberg die Schließung der Grenzen für alle Besucher an. "Praktisch bedeutet das, dass die Grenze für jeden, der nicht in Norwegen lebt, geschlossen wird", sagte Solberg. Dabei handele es sich um die strengsten Einreisebeschränkungen seit März des vergangenen Jahres. Ausnahmen gebe es nur für wenige Gruppen, etwa Krankenhaus-Bedienstete. Nach dem vermehrten Auftreten hochansteckender Mutationen wurde am Samstag über die Hauptstadtregion ein Lockdown verhängt.

27.1.2021 • 18:59 Uhr

IOC-Präsident: Tokio-Pläne "nicht unverantwortlich"

IOC-Präsident Thomas Bach hat Kritik an den Bemühungen um eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio zurückgewiesen. "Es ist ganz sicher nicht unverantwortlich", betonte der Chef des Internationalen Olympischen Komitees. Bach verwies auf die Pläne für vielfältige Corona-Maßnahmen für die Sommerspiele und die Vielzahl internationaler Sportereignisse, die in den vergangenen Monaten schon veranstaltet wurden.

Das IOC sei "voll darauf konzentriert und verpflichtet", die Spiele auszutragen. Dies sei auch die Haltung aller 206 Nationalen Olympischen Komitees, der Weltverbände und der Athletengemeinde sowie der japanischen Gastgeber, sagte Bach. Spekulationen um eine Absage der bereits um ein Jahr verschobenen Tokio-Spiele würden den Sportlern schaden. "Unsere Aufgabe ist es, die Spiele zu organisieren, nicht, sie abzusagen", bekräftigte der IOC-Präsident.

Umfragen zufolge spricht sich eine klare Mehrheit der Japaner derzeit dafür aus, dass die Spiele nicht in diesem Sommer stattfinden. "Ich kann jeden verstehen, der Bedenken wegen Olympischer Spiele hat, während er im Lockdown lebt. In diesen Umständen ist es schwer, sich Olympische Spiele vorzustellen", sagte Bach. Er fügte hinzu: "Die Verantwortung einer Regierung und des IOC ist es, über diese Umstände hinauszublicken."

27.1.2021 • 18:57 Uhr

Filmfestival von Cannes wird verschoben

Das Filmfestival von Cannes wurde um zwei Monate verschoben. Die Veranstaltung an der Cote d'Azur solle nun vom 6. bis 17. Juli stattfinden, teilten die Organisatoren mit. 2020 war das Festival wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Die Organisatoren veröffentlichten lediglich eine Liste von 56 Spielfilmen, die sie zur offiziellen Auswahl rechneten. Bei einer reduzierten Veranstaltung wurden im Herbst vier Filme aus dieser Auswahl vorgeführt.

Das erste große Filmfestival dieses Jahres, die Berlinale, wird ebenfalls nicht in der üblichen Form stattfinden. Im März werden sich Angehörige der Filmbranche bei einer virtuellen Veranstaltung treffen, im Juni soll sich das Berliner Publikum die Filme ansehen können.

27.1.2021 • 18:50 Uhr

Tschentscher: Verlängerung des Lockdowns wahrscheinlich

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher hält eine weitere Verlängerung des Lockdowns für wahrscheinlich. "Es ist jetzt nicht die Zeit für Lockerungen", sagte der SPD-Politiker. "Ich gehe davon aus, dass der Lockdown über den 14. Februar hinaus fortgeführt werden muss."

Die Infektionszahlen seien bisher nicht ausreichend zurückgegangen. "Einen Automatismus für die Aufhebung von Einschränkungen sollte es nicht geben", sagte er. Zunächst müssten die Risiken der neuen Virusmutationen und ihre Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen eingeschätzt werden können. "Erst auf dieser Grundlage kann ein Öffnungskonzept beschlossen werden."

Bei der Entscheidung über den Zeitpunkt und die Schrittfolge der Lockerungen müssten dann neben der 7-Tage-Inzidenz weitere Indikatoren einbezogen werden. Als Beispiele nannte Tschentscher den R-Wert, der angibt, wie viele Menschen von einer infektiösen Person durchschnittlich angesteckt werden, die Zahl der stationären Covid-19-Patienten, die Auslastung der Intensivstationen und den Fortschritt der Impfungen.

27.1.2021 • 18:33 Uhr

Israel schließt wegen Corona-Ausbreitung auch Landgrenzen

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden, schließt Israel seine Landgrenzen zu Jordanien und Ägypten. Innenminister Arye Deri erklärte, die Übergänge an den Landgrenzen blieben von Donnerstag an sowohl für israelische Staatsbürger als auch für Ausländer gesperrt.

Bereits seit Dienstag gilt in Israel ein fast vollständiges Verbot für den internationalen Flugverkehr. Die Landgrenzen sollen bis mindestens Sonntag geschlossen bleiben. Dann endet gemäß der aktuellen Regelung auch das Flugverbot. Mit der Maßnahme solle verhindert werden, dass die Menschen mit dem Flugzeug in die Nachbarländer reisten und durch die "Hintertür" nach Israel gelangten. 

Verlassener Ben Guiron Flughafen in Israel | AP

Israels internationaler Flughafen bei Tel Aviv ist bereits seit Dienstag geschlossen. Ab morgen sind auch die Grenzen dicht. Bild: AP

27.1.2021 • 17:57 Uhr

Italien setzt auf eigenen Impstoff

Angesichts der schleppenden Versorgung mit Impfstoffen investiert die italienische Regierung 81 Millionen Euro in die Produktion eines eigenen Vakzins. Rom werde sich an dem Biotechnologie-Unternehmen Reithera beteiligen, das derzeit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus forscht, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza.

Die mit der Anti-Corona-Strategie beauftragte Behörde Invitalia hatte bereits gestern mitgeteilt, dass der Staat sich mit 30 Prozent an dem Unternehmen beteiligen werde. Reithera soll nach Angaben von Invitalia mit Subventionen und Krediten unterstützt werden. Das von dem in Rom ansässigen Unternehmen produzierte Vakzin befindet sich in der Testphase.

Italien gehört zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Staaten in Europa. Die Impfkampagne kommt wegen mangelnder Lieferung von Impfdosen allerdings nur schleppend voran.

27.1.2021 • 17:23 Uhr

EU weitet Einreisestopp auf Japan aus

Die Liste jener Staaten, aus denen Menschen problemlos in die EU einreisen können, wird immer kürzer. Wegen deutlich gestiegener Infektionszahlen soll auch für Japan keine Ausnahme der zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen mehr gelten. Darauf einigten sich die EU-Botschafter der 27 Mitgliedsstaaten in Brüssel. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Diplomatenkreisen. Die Entscheidung muss bis morgen noch offiziell von den Hauptstädten bestätigt werden.

Somit bleiben nur sechs Länder weltweit, aus denen Bürger normal in die EU einreisen dürfen: Australien, Neuseeland, Ruanda, Singapur, Südkorea und Thailand. Für alle anderen Staaten gelten drastische Einschränkungen. Darauf hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im März verständigt. Demnach sind alle nicht zwingend notwendigen Reisen in die EU zunächst verboten.

Rechtlich bindend ist der Einreisestopp allerdings nicht. Zudem gelten Ausnahmen etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

27.1.2021 • 17:04 Uhr

Zahl der täglichen Corona-Toten weltweit auf neuem Höchststand

In den vergangenen 24 Stunden starben weltweit 18.109 Menschen mit einer Corona-Infektion. Das errechnete die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben. Die Zahl der täglichen Corona-Toten hat damit hat einen neuen Höchststand erreicht.

In der Woche vom 20. bis 26. Januar wurden 101.366 Corona-Tote gemeldet und damit im Schnitt rund 14.000 pro Tag. Damit war es die schlimmste Woche seit Beginn der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr.

Die meisten Todesfälle haben derzeit die USA zu beklagen, gefolgt von Mexiko, Großbritannien, Brasilien und Deutschland. Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit Pandemie-Beginn stieg bis Dienstag auf 2,16 Millionen weltweit, insgesamt wurden mehr als 100 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen.

Särge in einem Krematorium im sächsischen Meissen | AFP

In einem Krematorium im sächsischen Meissen stapeln sich die Särge. Weltweit hat die Zahl der täglichen Corona-Toten einen neuen Höchststand erreicht. Bild: AFP

27.1.2021 • 16:45 Uhr

GEMA vergibt weitere 19 Millionen an Clubs und Festivals

Clubs, Festivals und Musikaufführungsstätten können neue Corona-Hilfen erwarten. Der Musikrechteverwerter GEMA kündigte weitere 19 Millionen Euro aus dem Kulturpaket der Bundesregierung an. Zuvor waren bereits 30 Millionen Euro an die GEMA für die Antragssteller geflossen. "Bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte sich die GEMA für eine Aufstockung der Fördersumme eingesetzt, um 280 offene Anträge bewilligen zu können", hieß es in einer Mitteilung. "Rund fünf Millionen Euro konnten bereits ausgezahlt werden, der Rest folgt in den nächsten Wochen."

Spätestens Ende Februar sollten Vergabe und Auszahlung der nun 49 Millionen Euro abgeschlossen sein. "Durch das Verbot öffentlicher Veranstaltungen ist dieser Wirtschaftszweig in seiner Existenz bedroht", sagte GEMA-Chef Harald Heker.

27.1.2021 • 15:35 Uhr

Habeck fordert notfalls Zwangslizenzvergabe bei Impfstoffen

Grünen-Parteichef Robert Habeck hat die Bundesregierung aufgefordert, die Produktion von Impfstoffen notfalls durch eine Zwangslizenzvergabe deutlich zu erhöhen. Die Produktion müsse steigen, und die Bundesregierung sei gefordert, alles zu tun, was irgend gehe, sagte Habeck der "Rheinischen Post". Für die Pharmakonzerne solle sich die historisch schnelle Impfstoffentwicklung auszahlen.

"In letzter Konsequenz jedoch hätte die Bundesregierung über verpflichtende Lizenzvergabe die Möglichkeit, die Beteiligten zu Kooperation zu zwingen", sagt Habeck. "Wenn Bayer vor Wochen angekündigt hat, dass sie Impfstoffe produzieren können, bis heute aber nicht richtig eingebunden sind, dann ist das auch ein politisches Versäumnis."

27.1.2021 • 15:35 Uhr

EU: AstraZeneca muss Impfstoff auch aus britischen Werken liefern

Die EU besteht im Streit mit dem Pharma-Unternehmen AstraZeneca darauf, mit Impfstoff auch aus britischen Werken beliefert zu werden. Im Vertrag der EU mit dem britisch-schwedischen Unternehmen seien zwei Produktionsstätten in Großbritannien "für unseren Bedarf" aufgeführt, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Es sei "nicht akzeptabel", dass AstraZeneca zunächst nur ein Viertel der vereinbarten Menge liefern wolle.

AstraZeneca hatte vergangene Woche bekanntgegeben, der EU wegen Produktionsproblemen in einem Werk in Belgien zunächst deutlich weniger Impfstoff liefern zu können als vorgesehen. Zunächst war von einer Verringerung um 60 Prozent der Lieferungen im ersten Quartal die Rede gewesen. Nun sprach der EU-Vertreter von 75 Prozent. Brüssel stört auch, dass das Unternehmen Großbritannien und andere Nicht-EU-Länder aber offenbar weiterhin mit ungekürzten Mengen beliefert.

Stella Kyriakides, die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin | dpa

"Britische Werke sind Teil unseres Kaufvertrages und deshalb müssen sie liefern", sagt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Bild: dpa

27.1.2021 • 15:35 Uhr

Ravensburger Spiele verkauft 28 Millionen Puzzles

Kontaktbeschränkungen und geschlossene Restaurants lassen die Lust am Puzzeln wieder hochleben. Der Spielwarenhersteller Ravensburger profitiert von dem Boom. 28 Millionen Ravensburger Puzzles gingen im vergangenen Jahr über die Theke - das sind rund 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stiegt um 20 Prozent auf 632 Millionen Euro. Man sei gut durch das Krisenjahr gekommen, sagte Vorstandschef Clemens Maier.

Laut Maier hat Corona einen kleinen Hype um das eher "stille Hobby" ausgelöst. Auch mit Gesellschaftsspielen konnte der Konzern punkten. Hier seien vor allem Klassiker gefragt gewesen. 25 Millionen Spiele des Herstellers seien weltweit verkauft worden.

27.1.2021 • 15:22 Uhr

Grundschul- und Kitaöffnung in Baden-Württemberg abgesagt

Die baden-württembergische Landesregierung wird die Grundschulen und Kitas doch nicht zeitnah wieder öffnen. Der Grund sei das Auftreten einer mutierten Virusvariante in einer Freiburger Kindertagesstätte. In der Kita seien bereits zwei Fälle der Variante bestätigt, teilte ein Regierungssprecher mit. 21 weitere Corona-Infektionen seien festgestellt worden und würden nun auf die Variante hin überprüft. Die Entscheidung über die Öffnung von Kitas und Grundschulen müsse deshalb verschoben werden.

27.1.2021 • 15:00 Uhr

Bundesregierung senkt Wachstumsprognose für 2021

Nach dem Einbruch der deutschen Wirtschaft in 2020 rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr wieder mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,0 Prozent. Damit senkte die Regierung ihre Wachstumsprognose für 2021 - in ihrer Herbstprojektion war sie noch von einem Plus von 4,4 Prozent ausgegangen. Der Aufschwung gehe 2021 weiter, "wenn auch mit weniger Dynamik", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts. 

27.1.2021 • 14:54 Uhr

Frankreich prüft "sehr strengen" Corona-Lockdown

Frankreich schließt einen erneuten "sehr strengen" Lockdown nicht aus. "Wir erwägen mehrere Szenarien", sagte ein Regierungssprecher in Paris. Die abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr bremse die Ausbreitung des Virus nicht ausreichend aus. Aktuell gebe es ein hohes Plateau - der Druck auf die Krankenhäuser wachse. Daher sei die Beibehaltung der aktuellen Regelung "unwahrscheinlich".

Präsident Macron habe zusätzliche Untersuchungen in Auftrag gegeben. Seit rund anderthalb Wochen gilt in ganz Frankreich die Ausgangssperre ab 18 Uhr abends. Die Menschen dürfen dann nicht mehr einkaufen oder spazieren gehen; auch Sport an der frischen Luft ist untersagt.

27.1.2021 • 14:37 Uhr

Verdächtiges Paket bei Impfstoffhersteller AstraZeneca entdeckt

Bei einem Zulieferer des britisch-schwedischen Impfstoffherstellers AstraZeneca ist ein verdächtiges Paket entdeckt worden. Das teilte das Unternehmen Wockhardt im walisischen Wrexham mit. Alle zuständigen Behörden seien benachrichtigt worden.

Die Produktionsstätte, an der wichtige Schritte zur Herstellung des Coronavirus-Impfstoffs von AstraZeneca stattfinden, sei auf Rat von Experten teilweise geräumt worden. Die Polizei in Wales sprach von einem "andauernden Vorfall". Mehrere Straßen seien gesperrt worden. Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, die Umgebung zu meiden.

Polizei vor den dem AstraZeneca-Zulieferer Wockhardt  | AFP

Polizei vor dem AstraZeneca-Zulieferer Wockhardt in Wales. Dort wurde ein verdächtiges Paket gefunden. Bild: AFP

Die BBC meldete, ein Team zur Bombenentschärfung sei wegen des Pakets gerufen worden. Verletzte gebe es nicht. Wockhardt schloss zuletzt ein Abkommen mit der britischen Regierung, um den von Astrazeneca und der Universität Oxford entwickelten Impfstoff in Wales zu produzieren.

27.1.2021 • 14:34 Uhr

Bund will schnelle Regelung zu kostenlosen Masken für Arme

Die Bundesregierung strebt eine schnelle Regelung für eine kostenfreie Abgabe von medizinischen Masken an arme Menschen an. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereiteten eine entsprechende Sachleistung für Hilfsbedürftige in der Grundsicherung vor, sagte eine Regierungssprecherin.

Medizinische Masken wie OP- oder FFP2-Masken sind im Rahmen der Corona-Maßnahmen seit Kurzem in Bus und Bahn, Geschäften und Gottesdiensten Pflicht. Einfache Stoffmasken reichen nicht mehr aus. Älteren und Risikopatienten waren bundesweit bereits kostenfreie Masken zur Verfügung gestellt worden. In einzelnen Bundesländern gibt es darüber hinaus schon weitere Initiativen, so etwa in Bayern für Bedürftige. Dort war die Maskenpflicht zuerst landesweit verschärft worden.

Eine Mitarbeiterin einer Apotheke nimmt FFP2-Masken aus einem Karton | picture alliance/dpa

FFP2-Masken in einem Karton - Die Bundesregierung strebt schnelle Regelung zu kostenlosen Masken für Bedürftige an. Bild: picture alliance/dpa

27.1.2021 • 14:25 Uhr

Europarat ruft zu fairer Verteilung von Corona-Impfstoffen auf

Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hat für die faire Verteilung von Corona-Impfstoffen weltweit an die Spendenbereitschaft der Mitgliedstaaten appelliert. Diese sollten sicherstellen, dass jedes Land Risikogruppen und Gesundheitspersonal impfen könne, bevor Impfungen für Menschen ohne erhöhtes Risiko starteten, hieß es in einem Beschluss.

Dazu solle etwa in Erwägung gezogen werden, Impfdosen zu spenden. "Eine faire und gleichberechtigte Verteilung von Impfdosen ist der effizienteste Weg, um die Pandemie zu bekämpfen und die damit verbundenen sozioökonomischen Lasten zu reduzieren", schrieben die Abgeordneten in der Resolution.

Auch der Chef der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, forderte erneut globale Solidarität ein. 75 Prozent der Impfdosen würden in lediglich zehn Ländern zum Einsatz kommen. "Es ist nicht richtig, dass junge, gesunde Erwachsene in reichen Ländern vor Gesundheitspersonal und älteren Menschen in armen Ländern geimpft werden", mahnte Tedros mit Blick auf möglicherweise starke zeitliche Verzögerungen für den Impfstart in ärmeren Ländern. Die Pandemie zu beenden, hänge von einer gerechten Verteilung der Impfstoffe ab. Derzeit gebe es die Gefahr, dass ein Großteil der Welt zurückgelassen werde.

27.1.2021 • 14:08 Uhr

Bundesregierung prüft Hilfen für Portugal

Die Bundesregierung prüft zusammen mit der Regierung in Lissabon mögliche deutsche Hilfen für Portugal, wo das mutierte Corona-Virus die Zahl der Neuinfektionen hat explodieren lassen. Es gebe von der portugiesischen Regierung aber noch keine formale Anfrage, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.

27.1.2021 • 14:07 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern ändert Wahlgesetz wegen Corona-Pandemie

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat das Landeswahlgesetz geändert, um Wahlen unter den Bedingungen einer Naturkatastrophe oder einer Pandemie fristgemäß abhalten zu können. Demnach sollen die Parteien ihre Kandidatinnen und Kandidaten auch online und ohne Präsenzparteitage aufstellen können. Ebenso können gegebenenfalls Abstimmungen komplett per Briefwahl oder digital stattfinden. Die Zahl der Unterstützerunterschriften, die erstmals antretende Parteien sowie Kandidatinnen und Kandidaten beibringen müssen, kann gesenkt werden. Bevor der Notfallmodus greift, muss der Landtag feststellen, dass das Land von einer Naturkatastrophe oder einem ähnlichen Ereignis höherer Gewalt betroffen ist. Daraufhin muss das Innenministerium eine Verordnung vorlegen, welche die konkreten Regeln erhält. Dieser Verordnung muss der Landtag erneut zustimmen. Das Gesetz wurde mit einer Mehrheit von SPD, CDU und Linken gegen die Stimmen der AfD beschlossen.

27.1.2021 • 13:48 Uhr

Bund startet 500-Millionen-Programm für Lehrer-Laptops

Die Bundesregierung hat ein 500 Millionen Euro schweres Programm zur Anschaffung von Laptops für Lehrkräfte gestartet. "Der Bund unterstützt die Länder in außergewöhnlichen Maße dabei, das Distanzlernen zu ermöglichen", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die nötige Verwaltungsvereinbarung trete nun in Kraft, dann könne das Geld fließen. Dem Programm liegt ein Beschluss des Koalitionsausschusses vom August des vergangenen Jahres zugrunde. Kritik wegen der Verzögerung wies Karliczek zurück. "Die letzte Unterschrift ist gestern eingetrudelt", sagte die Bildungsministerin. Dass das Programm nun formal starten könne, sei "sicherlich ein gutes Signal" für die Schulen, jedoch: "Wir müssen in der Digitalisierung der Schulen wirklich schneller werden."

Hochgestellte Stühle in einem Klassenzimmer | dpa

Wegen der Corona-Pandemie sind die Schulen in Deutschland noch mindestens bis zum 14. Februar weitgehend geschlossen. "Wir wissen, dass dies den Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern und den Lehrerinnen und Lehrern sehr viel abverlangt", sagt Bildungsministerin Anja Karliczek bei der Vorstellung Bundesprogramms. "Und der Grad der Belastung steigt natürlich weiter, je länger die Maßnahmen andauern." Bild: dpa

27.1.2021 • 13:45 Uhr

Britische Regierung will Grenzregeln verschärfen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat ankündigt, die Regierung werde noch strengere Grenzregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschließen. Der Innenminister werde härtere Maßnahmen ergreifen für Länder, die wegen der Ausbreitung der Corna-Mutanten auf der Roten Liste stünden, sagte Johnson im britischen Parlament. Dauerhafte Grenzschließungen seien aber keine Lösung, so der Premier.

27.1.2021 • 13:43 Uhr

Österreich: Corona-Zahlen sinken kaum

In Österreich sinkt die Zahl der Neuinfektionen nach einem Monat im Lockdown kaum. Laut Gesundheits- und Innenministerium wurden binnen eines Tages 1641 neue Positiv-Tests registriert und damit etwa genauso viele wie vor einem Monat. "Der Lockdown wirkt, aber nicht so schnell wie wir uns das wünschen würden", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Österreich hatte das öffentliche Leben am 26. Dezember, wenige Tage nach dem Ende des zweiten Lockdowns, erneut herunter gefahren. Der dritte Lockdown soll mindestens noch bis zum 8. Februar andauern.

27.1.2021 • 13:41 Uhr

Bremer Friseure dürfen Hausbesuche machen

In Bremen sind Friseursalons wie überall wegen Corona geschlossen - Friseurinnen und Friseure dürfen ihre Kunden aber durchaus zuhause besuchen und bedienen. Das Ordnungsamt habe diese Lesart der Corona-Verordnung bestätigt, teilte die örtliche Handwerkskammer mit. Man sei seit Erlass der Verordnung am 16. Dezember "davon ausgegangen, dass sämtliche Dienstleistungen im Bereich der nichtmedizinischen Körperpflege untersagt sind", hieß es. Die Kammer warnte die Friseure aber, jetzt eilig Aufträge für Hausbesuche anzunehmen. "Bedenken Sie das gesundheitliche Risiko, wenn Sie sich in das private Umfeld des Kunden begeben", mahnte die Kammer. Es sei auch unsicher, wie lange diese Ausnahmeregelung bestehen werde. Über die Ausnahme hatte zuvor der "Weser-Kurier" berichtet.

Geschlossener Friseurladen |

Eigentlich geschlossen: Die maßgebliche Bremer Corona-Verordnung verfügt an einer Stelle die Schließung aller Betriebe der nichtmedizinischen Körperpflege. An anderer Stelle werden allgemein Handwerks- und Dienstleistungen für zulässig erklärt. Somit dürfen Friseurinnen und Friseure nun mobil arbeiten.

27.1.2021 • 13:33 Uhr

Finnland schränkt Reiseverkehr ein

Aus Sorge vor einem Wiedererstarken des Coronavirus sowie der mutierten Virus-Varianten hat Finnland seine Grenzen für die meisten Reisenden aus dem Ausland wieder geschlossen. Ausländer werden nur noch in Ausnahmefällen ins Land gelassen. Das gilt etwa für Arbeitskräfte mit wichtigen Funktionen; familiäre Gründe können ebenfalls als Einreisegrund gelten. Alle Einreisenden werden zudem zu einem Corona-Test aufgefordert. Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 25. Februar. Finnische Staatsbürger haben von Gesetz her ein Recht darauf, in ihr Heimatland zurückzukehren. Das finnische Außenministerium hat jedoch dringend darum gebeten, unnötige Reisen sowie Reisen nach Großbritannien, Irland und Südafrika zu vermeiden.

27.1.2021 • 13:32 Uhr

Mehr als drei Jahre Haft wegen Corona-Betrugs

Wegen Corona-Subventionsbetrugs hat das Amtsgericht Rottweil einen Gastwirt zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Der Mann habe im vergangenen Jahr über mehrere Monate hinweg immer wieder neue Anträge auf Hilfen eingereicht und sich so 488.000 Euro erschlichen, teilten die Staatsanwaltschaft in Rottweil und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit. Den Justizangaben zufolge legte der Wirt vor Gericht ein Geständnis ab und räumte alle Vorwürfe ein. Die Soforthilfen hatte er demnach wegen tatsächlich gar nicht existierender Zahlungsengpässe beantragt. Durch die umfangreichen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft sei dies aufgeflogen, erklärten die Ermittler.

27.1.2021 • 13:30 Uhr

AstraZeneca will doch an EU-Treffen teilnehmen

Das Pharma-Unternehmen AstraZeneca will doch am angesetzten Treffen mit EU-Vertretern zu Streitigkeiten wegen Lieferengpässen bei seinem Corona-Impfstoff teilnehmen. "Wir haben uns nicht zurückgezogen", erklärte ein Sprecher des britisch-schwedischen Unternehmens. Eine Sprecherin der EU-Kommission hatte kurz zuvor noch frühere Angaben eines EU-Vertreters bestätigt, wonach AstraZeneca seine Teilnahme an dem Treffen abgesagt hatte.

27.1.2021 • 13:28 Uhr

OECD: Beispiellose Wissenschaftsförderung in der Pandemie

Die Corona-Pandemie hat nach einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in beispielloser Weise die wissenschaftliche Forschung und Zusammenarbeit mobilisiert. Allein in den ersten Monaten der Pandemie seien weltweit von nationalen Forschungseinrichtungen im Eilverfahren umgerechnet rund 4,1 Milliarden Euro für die Forschung und Entwicklung zu Covid-19 bereitgestellt worden, teilte die OECD mit. Außerdem seien bis Ende November etwa 75.000 wissenschaftliche Publikationen zu Covid-19 erschienen, die meisten Beiträge seien aus den USA und China veröffentlicht worden. Auf der ganzen Welt hätten Forschungsdatenbanken und wissenschaftliche Verlage den Informationsaustausch gefördert, in dem sie etwa Bezahlschranken für Veröffentlichungen entfernten. Die OECD fürchtet nun allerdings, dass viele Unternehmen wegen ihrer Umsatz- und Gewinnrückgänge durch die Pandemie ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung stark zurückfahren. Angesichts der hohen Staatsverschuldung sei auch zu erwarten, dass viele staatliche Budgets den vielen Anträgen auf Unterstützung von Forschungsvorhaben kaum noch gerecht werden können.

27.1.2021 • 12:40 Uhr

Schwesig stellt Corona-Lockerungen in Aussicht

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat erste Lockerungen für die aktuell strengen Corona-Schutzvorkehrungen in Aussicht gestellt, aber an Bedingungen geknüpft. Bei dauerhaft weniger als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche sollten zunächst Schulen und Kitas wieder stärker öffnen. Und bei Werten zwischen 50 und 100 könne auch über die Öffnung von Dienstleistern wie etwa Friseurbetrieben nachgedacht werden. "Ich sage aber ganz klar, das wird alles nur funktionieren, wenn wir es schaffen, uns vor der Mutation zu schützen", sagte Schwesig im Landtag in Schwerin.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig  | dpa

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: Corona-Lockerungen nur, wenn es gelingt, sich vor Virus-Mutationen zu schützen. Bild: dpa

27.1.2021 • 12:34 Uhr

Pflegeazubis sollen bei Tests helfen

Wegen der angespannten Corona-Lage in Pflegeheimen appelliert die Bundesregierung an die Betreiber von Pflegeeinrichtungen, verstärkt auch Azubis als Helfer einzusetzen. "Bereits im ersten Ausbildungsjahr können sie in der derzeitigen Situation zur Entlastung des Pflegepersonals, etwa nach entsprechender Einweisung bei der Durchführung von Testungen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie deren Angehörigen oder bei den Vorkehrungen der Hygiene- und Schutzmaßnahmen, beitragen", heißt es in einem gemeinsamen Schreiben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Familienministerin Franziska Giffey (SPD) an Verbände und Akteure im Pflegebereich. Die dynamische Pandemielage erfordere ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft. "Wir möchten Sie daher eindringlich bitten zu prüfen, ob ggf. auch Auszubildende noch stärker zur Unterstützung und Entlastung des Pflegepersonals in den Einrichtungen eingesetzt werden können", heißt es weiter. Die Minister schlagen dafür vor, schulische Ausbildungsabschnitte zu verschieben oder die Reihenfolge der praktischen Ausbildungsabschnitte bei Azubis umzuplanen.

27.1.2021 • 12:31 Uhr

SPD-Fraktion befürwortet Reisebeschränkungen

Die SPD im Bundestag befürwortet schärfere Reisebeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Wenn in Deutschland den Menschen zugemutet werde, sich nicht weiter als 15 Kilometer von ihrem Landkreis zu entfernen, könne auch der Winterurlaub auf den Malediven infrage gestellt werden, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider. "Ich halte das für eine Option, die auf dem Tisch ist." Dabei gehe es nicht um die Einschränkung der Freizügigkeit in der EU, den Pendlerverkehr oder die Schließung der Grenzen. Vielmehr sollten unnötige Reisen verhindert werden. Die meisten könnten derzeit ohnehin überhaupt keinen Urlaub mehr machen. "Es wundert mich, dass das solange geduldet wurde", sagte er zu den bisherigen Urlaubsreisen.

27.1.2021 • 12:27 Uhr

Deutscher Arbeitsmarkt trotz Lockdown weiter robust

Der deutsche Arbeitsmarkt erweist sich auch im seit Dezember geltenden Lockdown mit Schließungen von Gastronomie und Einzelhandel als robust. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg stand im Januar mit 100,2 Punkten trotz eines Rückganges um 0,4 Punkte noch immer leicht im positiven Bereich. "Die Arbeitsagenturen erwarten, dass der Arbeitsmarkt insgesamt auch einem verlängerten Lockdown standhalten kann", sagte Enzo Weber, einer der Forschungsleiter des IAB . Die Corona-Eindämmungsmaßnahmen seit November führten zu deutlich geringeren wirtschaftlichen Einbrüchen als im Frühjahr 2020. "Mit der Perspektive der Impfungen vor Augen halten die Betriebe an ihren Beschäftigten fest", betonte Weber. Pandemiebedingt notwendige Entlassungen seien ohnehin oft schon im zweiten Quartal des vergangenen Jahres vorgenommen worden.

27.1.2021 • 12:18 Uhr

EU-Krisensitzung mit AstraZeneca geplatzt

Im Streit über den Corona-Impfstoff ist ein für heute geplantes Krisentreffen der Europäischen Union mit dem Hersteller AstraZeneca geplatzt. Das Unternehmen habe abgesagt, hieß es aus EU-Kreisen in Brüssel. Die EU-Kommission und die Mitgliedsstaaten hätten den Konzern gebeten, sich das gut zu überlegen. Die Kommission und die 27 Staaten hatten das Treffen mit Astrazeneca auf Expertenebene für den Abend einberufen. Hintergrund ist die Ankündigung des britisch-schwedischen Herstellers Lieferungen in die EU zu kürzen. Statt der erwarteten 80 Millionen Impfdosen im ersten Quartal sollen nach EU-Angaben nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund - Probleme in der Lieferkette - will die EU nicht gelten lassen.

27.1.2021 • 12:18 Uhr

Reisebeschränkungen sorgen für Umsatzrückgang bei Ritter Sport

Die Geschäfte des Schokoladenherstellers Ritter Sport sind auch wegen eines Verkaufseinbruchs in Duty-Free-Geschäften weiter zurückgegangen. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge auf jetzt 470 Millionen Euro, wie das Unternehme bekanntgab. 2018 hatte Ritter Sport noch Erlöse in Höhe von 489 Millionen Euro erwirtschaftet, 2019 waren es 480 Millionen Euro. Zum Jahresergebnis machte das Unternehmen wie immer keine Angaben.

Im Zuge der Corona-Krise kam vor allem das bisher recht erfolgreiche Geschäft in Duty-Free-Läden etwa an Flughäfen oder auf Kreuzfahrtschiffen "nahezu zum Erliegen", wie es hieß. Das habe entscheidend zum Umsatzrückgang beigetragen

27.1.2021 • 12:11 Uhr

Scholz kündigt mehr Corona-Hilfen für Kulturbranche an

Neue Hilfen sollen der Kulturszene mehr Sicherheit bei der Vorbereitung von Veranstaltungen nach der Corona-Krise verschaffen. Nach der Pandemie sollten möglichst schnell wieder kulturelle Aktivitäten möglich sein, deshalb brauche es mehr Planungssicherheit für die Branche, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz in der aktuellen Ausgabe von "Politik & Kultur" des Deutschen Kulturrates. Scholz kündigte dafür einen Fonds an. "Wir wollen kleinere Kulturveranstaltungen finanziell fördern, die aufgrund von Hygienevorgaben mit deutlich weniger Publikum stattfinden müssen und sich sonst nicht rechnen würden", sagte der SPD-Politiker. Zudem solle der Fonds als Absicherung für größere Kulturveranstaltungen dienen. Dies sei für den Fall, dass eine Veranstaltung geplant und organisiert werde, wegen Corona dann aber wider Erwarten doch abgesagt werden müsse. "So sollen Kulturschaffende ermuntert werden, früh genug zu planen, damit nach Ende der Pandemie Konzerte, Lesungen und Theater bald wieder stattfinden können", erklärte Scholz.

Zuschauer beim Rock am Ring Festival 2019 | dpa

"Rock am Ring" wie man es vor Corona kannte: Nach der Absage 2020 sollte das Festival in diesem Jahr ursprüglich am zweiten Juni-Wochenende stattfinden. Angesicht der aktuellen Corona-Lage herrscht aber Unklarheit. Es müssten die konkreten Entwicklungen abgewartet werden, heißt es vom Veranstalter: "Deshalb ist eine Aussage über das Stattfinden erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich." Bild: dpa

27.1.2021 • 12:05 Uhr

Palästinenser wollen russischen Impfstoff kaufen

Die Palästinenserführung will 100.000 Dosen des russischen Impfstoffs "Sputnik V" kaufen. Das meldet die Nachrichtentur Interfax. Die Bestellung ist demnach für Februar geplant. 10.000 Dosen sollen laut dem palästinensischen Botschafter in Russland, Abdel Hafiz Nofal, kostenlos von Moskau zur Verfügung gestellt werden.

27.1.2021 • 11:48 Uhr

Bei Corona-Amtshilfe sollen Auslagen kostenfrei werden

Die Bundesregierung will Landkreise und Kommunen bei Amtshilfe in der Corona-Pandemie von zusätzlichen Kosten befreien. Beim Einsatz von Soldaten und anderen Bundesbehörden sollen auch sogenannte Auslagen wie Dienstreisen oder Übernachtungskosten nicht in Rechnung gestellt werden. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag legte das Verteidigungsministerium vor. Die Regelung soll demnach im Zeitraum seit März 2020 und bis Ende dieses Jahres gelten. Der Schritt betrifft vor allem den Hilfseinsatz von Soldaten, die nun auch verstärkt für Corona-Schnelltests vor Alten- und Pflegeheimen eingesetzt werden sollen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat wiederholt betont, dass für die Corona-Hilfe keine Rechnungen geschrieben werden.

27.1.2021 • 11:46 Uhr

Baden-Württemberg will Lehrer früher impfen lassen

Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, Lehrer und Erzieher früher zu impfen. "Für mich spricht einiges dafür, dass Lehrerinnen und Lehrer schneller geimpft werden, als die Pläne es derzeit vorsehen", sagte Eisenmann der Wochenzeitung "Die Zeit". Dies gelte gleichermaßen für Erzieherinnen und Erzieher. Eisenmann sprach sich außerdem für eine rasche Rückkehr zum Präsenzunterricht in den Schulen aus. Nach dem ersten Lockdown sei es Konsens gewesen, Kitas und Schulen nie mehr zu schließen. Nun seien die Schulen wieder geschlossen. "Da frage ich mich, ob ich nicht noch mehr Druck für geöffnete Schulen hätte machen müssen." Sie finde den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Pandemie grundsätzlich sehr gut, habe allerdings "eine andere Meinung dazu, ob man alle Schulen pauschal schließen" sollte, sagte Eisenmann. Es müsse verhindert werden, dass die junge Generation für die Schulschließungen büßen müsse.

27.1.2021 • 11:16 Uhr

Nicht notwendige Belgien-Reisen nun verboten

Nicht notwendige Reisen aus und nach Belgien sind ab sofort verboten. Eine entsprechende Entscheidung der Regierungen von Land und Regionen trat nun in Kraft. Demnach sind Urlaubs- sowie Freizeit-Reisen bis zum 1. März nicht mehr erlaubt. So soll verhindert werden, dass neue Corona-Infektionen nach Belgien getragen werden. Das Verbot soll im Straßen-, Flug-, Schiffs- und Schienenverkehr kontrolliert werden. Allerdings gibt es Ausnahmen. Soll soll der Warenverkehr weiter fließen und auch Besuche bei einem Ehe- oder Lebenspartner, Reisen aus beruflichen oder Studiengründen sowie für Beerdigungen naher Verwandter bleiben erlaubt. «Wir bauen keine Mauer um unser Land», hatte Regierungschef Alexander De Croo nach der Entscheidung gesagt. Wer für sich eine der Ausnahmen in Anspruch nimmt, muss eine "ehrenwörtliche Erklärung" ausfüllen.

Ein Lkw fährt über die Landesgrenze von Frankreich nach Belgien | dpa

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich zuletz darauf verständigt, den Reiseverkehr angesichts besonders gefürchteter Virus-Varianten weitgehend auszubremsen. Belgien geht mit seinem Verbot nun allerdings darüber hinaus. Bild: dpa

27.1.2021 • 11:12 Uhr

Umfrage: Unternehmen planen weniger Neueinstellungen

Die gedämpften Konjunkturaussichten schlagen sich auch in den Personalplänen deutscher Unternehmen nieder. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fiel im Januar im Vergleich zum Dezember um einen halben Zähler auf 95 Punkte. "Der Lockdown führt insbesondere im Einzelhandel zu mehr Entlassungen", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. In der Industrie stieg das Barometer zwar zum achten Mal in Folge. "Dennoch sind die Unternehmen, die angeben, ihre Mitarbeiterzahl zu verkleinern, noch in der Mehrheit." Im Handel seien aufgrund des Lockdowns verstärkt Entlassungen angekündigt, hieß es. "Die einzig positive Ausnahme sind die Supermärkte, wo weiter Mitarbeiter gesucht werden", sagte Fuest. Expansive Personalpläne haben weiterhin die IT-Branche sowie Unternehmensberatungen.

27.1.2021 • 11:08 Uhr

Russland reduziert Corona-Beschränkungen

In Russland werden angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben. So wurden zusätzliche internationale Flugverbindungen wieder aufgenommen, darunter mit Indien, Vietnam und Finnland. In der russischen Hauptstadt Moskau erlaubte Bürgermeister Sergej Sobjanin nach wochenlangen Verboten die Öffnung von Nachtclubs und nächtlicher Gastronomie. Zudem endete die Pflicht der Arbeitgeber, mindestens ein Drittel der Belegschaft im Homeoffice arbeiten zu lassen. Bestehen blieb allerdings die Vorschrift, dass Menschen mit Vorerkrankungen und über 65-Jährige weiter von zuhause aus arbeiten müssen. Zuvor waren in der Stadt die Museen wieder geöffnet – und eine größere Auslastung in Theatern, Kinos und Konzertsälen genehmigt worden. Auch der Präsenzunterricht in den Schulen ist seit einigen Tagen wieder zugelassen.

Menschen mit Mund-Nasen-Schutz laufen bei Schneefall über den Roten Platz in Moskau. | AFP

Ein bisschen Entspannung in Moskau: Die Stadt verzeichnete zuletzt 1837 neue Cona-Infektionen - nach offiziellen Angaben der niedrigste Wert seit Ende September. Bild: AFP

27.1.2021 • 11:02 Uhr

Covid-Patient nach 306 Tagen aus Klinik entlassen

Nach mehr als 300 Tagen im Krankenhaus ist ein 74 Jahre alter Covid-Patient in London nach Hause entlassen worden. "Das Beste am Zuhause sein ist, nicht im Krankenhaus zu sein", sagte Geoffrey Woolf nach seiner Rückkehr dem Sender BBC. "Ich kann essen, wann und was ich will, und ich kann meine Söhne und Freunde sehen." Woolf war im März des vergangenen Jahres schwer an Covid-19 erkrankt und danach über zwei Monate lang künstlich beamtet und ins Koma versetzt worden. Zwischenzeitlich gab es kaum noch Hoffnung - doch im Juli wachte Woolf unerwartet wieder auf. Es dauerte weitere Monate mit Sprechtraining und Physiotherapie, bis er sich von einem erlittenen Schlaganfall und seiner Erkrankung soweit erholt hatte, dass er nach insgesamt 306 Tagen in zwei verschiedenen Krankenhäusern nach Hause entlassen werden konnte.

27.1.2021 • 11:02 Uhr

Studie: AfD-Anhänger empfänglich für Corona-Verschwörungen

Anhänger der AfD sind laut einer Studie der Universität Leipzig stärker für Verschwörungserzählungen empfänglich als Wähler anderer Parteien. Das gilt den Wissenschaftlern zufolge auch in Bezug auf Covid-19. "Dennoch bleibt festzuhalten, dass Verschwörungserzählungen auch darüber hinaus Verbreitung finden und sich nicht alleine auf Menschen im rechten Spektrum beschränken", heißt es in dem Papier, das sich auf die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage vom Frühsommer 2020 stützt. Um die Zustimmung zu Corona-bezogenen Verschwörungserzählungen zu messen, sollten sich die Befragten zu zwei Aussagen positionieren: "Die tatsächlichen Hintergründe der Corona-Erkrankung werden nie ans Licht der Öffentlichkeit kommen" sowie "Die Corona-Krise wurde so groß geredet, damit einige wenige von ihr profitieren können".

Bei der Auswertung der Ergebnisse stellten die Forscher des Else-Frenkel-Brunswik-Instituts fest: Etwa 68 Prozent der Menschen, die bei der nächsten Wahl ihr Kreuz bei der AfD machen wollten, stimmen diesen Aussagen eher zu. Das Gleiche gilt demnach auch für rund 65 Prozent der Nichtwähler sowie für knapp 47 Prozent der Wähler der FDP und rund 37 Prozent der SPD-Anhänger. Unter den Wählern der Linkspartei vertrat den Angaben fast jeder Dritte (31,9 Prozent) eine solche Ansicht. Bei den Anhängern der Unionsparteien waren es gut 28 Prozent. Mit 21,4 Prozent lag der Wert bei den Wählern der Grünen am niedrigsten.

27.1.2021 • 10:42 Uhr

Verletzte bei Corona-Protesten im Libanon

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat es im Libanon Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. Mindestens 45 Menschen wurden bei den Ausschreitungen in Tripoli im Norden des Landes des libanesischen Roten Kreuzes verletzt. Mindestens neun Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Demonstrierenden warfen Molotowcocktails, Feuerwerkskörper und Steine auf die Sicherheitskräfte. Diese gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Protestierenden vor. Tripoli gehörte bereits vor der Pandemie und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen zu den ärmsten Gegenden des Libanon. Seit die Regierung Anfang des Monats einen Lockdown verhängt hat, haben viele Einwohner von Tripoli kein Einkommen mehr. Bereits am Montag waren bei Ausschreitungen in Tripoli 30 Menschen verletzt worden. Ein ursprünglich bis zum 25. Januar angesetzter Lockdown im Libanon war zuletzt bis zum 8. Februar verlängert worden.

27.1.2021 • 10:38 Uhr

Bayerns Gesundheitsminister warnt vor Vertrauensverlust

Angesichts der massiven Probleme bei der Beschaffung und Lieferung von Impfstoffen gegen das Coronavirus warnt der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek, vor einem Vertrauensverlust in der Bevölkerung. "Wenn wir Zusagen bekommen, müssen wir auch verlässlich mit dem Impfstoff planen können", sagte der bayerische Gesundheitsminister den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Andernfalls drohen wir, den Rückhalt und die Bereitschaft der Menschen zum Mitmachen zu verlieren", so Holetschek. "Verlässlichkeit ist hier die wichtigste Währung", mahnte der CSU-Politiker. "Der Bund und die EU müssen dafür sorgen, dass wir genügend Impfstoff bekommen und die Lieferungen auch wie geplant eintreffen."

Klaus Holetschek (CSU), bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege. | dpa

Die Länder hätten ihre Hausaufgaben gemacht, die Impflogistik in Deutschland stehe bereit, sagt Klaus Holetschek, bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege. "Der Bund und die EU müssen dafür sorgen, dass wir genügend Impfstoff bekommen und die Lieferungen auch wie geplant eintreffen." Bild: dpa

27.1.2021 • 10:17 Uhr

Dänemark verlängert Flugstopp aus Dubai

Flugzeuge aus Dubai und den weiteren Vereinigten Arabischen Emiraten dürfen weiterhin nicht nach Dänemark fliegen. Ein aus Corona-Gründen veranlasstes Flugverbot für die Emirate wird bis zum 2. Februar verlängert, teilte das dänische Verkehrsministerium mit. Die Maßnahme gilt auch für Transitflüge. Dänemark stehe in konstruktivem Dialog mit den Emiraten, wolle jedoch keine zusätzlichen Risiken eingehen, während ansteckendere Mutationen des Coronavirus im Umlauf seien, schrieb Verkehrsminister Benny Engelbrecht auf Twitter. Das Flugverbot hatte die dänische Regierung am 22. Januar eingeführt und mit Zweifeln an der Verlässlichkeit mancher Corona-Tests in Dubai begründet. Mehrere Dänen waren daraufhin vorübergehend in Dubai gestrandet, darunter der frühere Bundesliga-Profi Nicklas Bendtner.

27.1.2021 • 10:12 Uhr

Günther räumt Probleme bem Schutz in Pflegeheimen ein

Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) hat Probleme beim Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen in der Corona-Pandemie eingeräumt. "Wir versuchen so gut wie möglich zu schützen, aber die bittere Bilanz ist: Ein ganz, ganz großer Teil der Menschen, die verstorben sind, sind in Alten- und Pflegeeinrichtungen verstorben", sagte Günther dem NDR. "Das lässt sich wirklich überhaupt nicht schönreden", fügte er an. Die Politik habe die Maßnahmen in den Heimen immer wieder verschärft, dabei aber auch einen Abgleich mit dem berechtigten Interesse an Besuchen machen müssen. Niemand habe die Situation aus dem Frühjahr wiederholen wollen, als die Bewohner über längere Zeit völlig abgeschottet gewesen und in dieser Zeit teilweise allein gestorben seien.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther  | dpa

"Es ist etwas, das wirklich bitter ist, dass es uns nicht gelungen ist, in ausreichendem Maße ältere Menschen so gut zu schützen, wie es eigentlich unser Ziel sein muss", sagt der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther. Bild: dpa

27.1.2021 • 10:09 Uhr

NRW: Projekt soll Verbreitung von Mutationen klären

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium hat ein Projekt gestartet, das "möglichst schnell und umfassend" die Verbreitung von Corona-Mutationen im Bundesland erfassen soll. Bisher sei weitgehend unklar, wie weit sich Virusmutationen in NRW verbreitet hätten, teilte das Ministerium. Leiten wird das Projekt Alexander Mellmann, Professor am Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster. Laut Ministerium gab es in NRW bislang elf nachgewiesene Fälle der britischen Corona-Variante (B.1.1.7) und drei der südafrikanischen (B.1.351). Zudem gebe es Verdachtsfälle, die untersucht würden.

27.1.2021 • 10:06 Uhr

Maschinenbauer warnen vor Flugverbot

Die deutschen Maschinenbauer warnen vor einem generellen Flugverbot in Deutschland. "Die Bekämpfung der Corona-Pandemie wird zunehmend auf dem Rücken der Wirtschaft ausgetragen, ohne dass die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen in jedem Fall erkennbar ist", erklärte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagebau (VDMA). "In dieses Bild passt auch der Vorstoß des Bundesinnenministers, den internationalen Flugverkehr nach Deutschland weitgehend einzudämmen sowie die Grenzkontrollen weiter zu verschärfen." Ein generelles Verbot von Flugreisen würde der europäischen Wirtschaft schweren Schaden zufügen, so Brodtmann.

27.1.2021 • 09:03 Uhr

Habeck dringt auf verstärktes Testen

Grünen-Chef Robert Habeck dringt auf ein verstärktes Testen auch mit Selbsttests, wie sie in Österreich zugelassen seien. "Warum lässt Deutschland Tests, die in Österreich billig und schnell und in großen Massen durchgeführt werden können, in Deutschland nicht zu?", sagte er im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Zum Vorstoß von Innenminister Horst Seehofer, angesichts der Virus-Mutationen den Flugverkehr nach Deutschland massiv einzuschränken, sagte Habeck, der CSU-Politiker ziehe das Pferd von der falschen Seite auf. Es müsse viel mehr getestet werden. Das könne man aber auch in Deutschland machen, etwa an den Schulen.

27.1.2021 • 09:00 Uhr

Hongkong riegelt Stadtviertel ab

Angesichts eines sprunghaften Anstiegs der Corona-Infektionen haben die Behörden in Hongkong besonders betroffene Stadtviertel ohne Vorwarnung abgeriegelt. Die in den Vierteln lebenden Menschen werden obligatorisch auf das Coronavirus getestet, wie örtliche Medien berichteten. In der Nacht riegelte die Polizei mehrere Mietshäuser in Yau Ma Tei ab, ohne die Bewohner vorher zu benachrichtigen. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam erklärte, diese Vorgehensweise sei notwendig, um sicherzustellen, dass die Menschen ihre Häuser nicht verlassen, um einem Corona-Test zu entgehen. "Ich danke den Anwohnern im Sperrgebiet für ihre Kooperation", schrieb bei Facebook. Bei dem Einsatz seien etwa 330 Menschen in 20 Häusern auf das Coronavirus getestet worden, dabei sei ein Infektionsfall festgestellt worden. Wie die Behörden mitteilten, könnten in den kommenden Tagen weitere Abriegelungen nötig sein.

Behördenmitarbeiter in Schutzkleidung sitzen im abgeriegelten Stadtviertel Yau Ma Tei in Hongkong. | REUTERS

Abgeriegelt ohne Vorwarnung: Behördenmitarbeiter in Schutzkleidung sitzen in Yau Ma Tei in Hongkong. Sie testeten 330 Menschen aus 20 Häusern, ein Infektionsfall wurde festgestellt. Bild: REUTERS

27.1.2021 • 08:58 Uhr

Mehr Fertiggerichte in der Pandemie

Verbraucher haben in der Corona-Krise vermehrt zu Fertiggerichten gegriffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden von Januar bis September 2020 in Deutschland rund 1,1 Millionen Tonnen Fertiggerichte hergestellt, knapp 50.300 Tonnen oder 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.. Homeoffice, Homeschooling sowie zeitweise geschlossene Restaurants und Kantinen trieben die Produktion in den ersten neun Monaten 2020 an. Den größten Zuwachs gab es in dem Zeitraum bei Gemüse-Fertiggerichten, wie die Behörde mitteilte. Gefragt waren auch Tiefkühl-Pizzen und -Baguettes (plus 5,4 Prozent auf rund 480.000 Tonnen). Die Produktion von Fertiggerichten aus Teigwaren stieg um 4,6 Prozent auf 263.000 Tonnen.

Mitarbeiterinnen kontrollieren in einem Pizzawerk die gleichmäßige Verteilung des Belags auf Pizzen für die Tiefkühltruhe | dpa

Tiefkühlboom dank Corona-Lockdown: Allein die Produktion von Pizzen und Baguettes stieg auf 480.000 Tonnen. Bild: dpa

27.1.2021 • 08:39 Uhr

Sanofi will Impfdosen von BioNTech/Pfizer produzieren

Der französische Pharmakonzern Sanofi will mehr als 125 Millionen Dosen des von den Konkurrenten BioNTech und Pfizer entwickelten Corona-Impfstoffs herstellen. Das hätten die Unternehmen nun vereinbart, teilte Sanofi mit. Die Dosen seien zur Verwendung in der Europäischen Union vorgesehen und würden am Standort Frankfurt produziert. "Das ist ein entscheidender Schritt zum gemeinsamen Ziel der Branche, alle Kräfte zur Eindämmung der Pandemie einzusetzen", erklärte Sanofi-Konzernchef Paul Hudson. Auch werde Sanofi die Entwicklung seiner eigenen Impfstoffe vorantreiben. Die Franzosen entwickeln selbst zwei Corona-Vakzine zusammen mit dem britischen Konzern GlaxoSmithKline, hatten im vergangenen Jahr aber einen Rückschlag erlitten, weil das Mittel bei älteren Erwachsenen keinen ausreichenden Schutz hatte.

27.1.2021 • 08:31 Uhr

Kramp-Karrenbauer bietet erneut Bundeswehr-Hilfe an

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat an Städte und Gemeinden appelliert, Soldaten der Bundeswehr für Corona-Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen anzufordern. "Ich kann nur dafür werben, dass jeder wirklich diese Hilfe in Anspruch nimmt, denn mit jeder Infektion, die nicht in ein Altenheim getragen wird, retten und schützen wir Leben", sagte sie im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Die Ministerin will demnach eine Vorlage im Kabinett einbringen, die die Kostenübernahme durch den Bund für die Unterstützung von Städten und Kommunen regelt. "Weil die Frage der Kostenübernahme immer im Raum steht, habe ich sehr darauf gedrängt, dass das Kabinett heute eine entsprechende Regelung trifft", sagte Kramp-Karrenbauer. Für die Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen stehen laut Kramp-Karrenbauer 10.000 Soldaten zur Verfügung.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer beobachtet beim Besuch eines Altenpflegeheims Bundeswehrsoldaten bei der Vorbereitung eines Corona-Schnelltests. | dpa

Wie es ablaufen könnte, davon konnte sich Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bereits überzeugen. Dennoch wird die Hilfe der Bundeswehr für Pflege- und Altenheime bislang nur zurückhaltend eingefordert. Bild: dpa

27.1.2021 • 08:15 Uhr

Dezember-Lockdown lässt Konsumklima einbrechen

Inmitten des im Dezember verhängten harten Lockdowns ist das Konsumklima in Deutschland erneut eingebrochen. "Die Anschaffungsneigung bricht regelrecht zusammen", heißt es in einer Mitteilung des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK auf der Grundlage seiner jüngsten Konsumklimastudie für Februar. "Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels Mitte Dezember 2020 hat die Konsumneigung ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres", sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Damals war das Konsumklima in historischer Weise auf einen Tiefpunkt gesunken. Dem Konsumklima stünden im ersten Quartal dieses Jahres schwierige Zeiten bevor, betonte Bürkl. "Für eine nachhaltige Erholung ist es notwendig, dass die Infektionszahlen stärker als bislang zurückgehen, damit die Maßnahmen spürbar gelockert werden können", sagte er. "Die für dieses Jahr von vielen erhoffte Erholung wird noch etwas auf sich warten lassen."

27.1.2021 • 08:11 Uhr

Erster Olympia-Test in Tokio wird verschoben

Der erste Test-Wettbewerb für die Olympischen Spiele in Tokio wird wegen der Einreisebeschränkungen im Zuge des Corona-Notstands laut japanischen Medien verschoben. Die abschließende Olympia-Qualifikation im Synchronschwimmen sollte eigentlich vom 4. bis 7. März im neuen Tokyo Aquatics Center stattfinden und zugleich der erste Olympia-Test mit Maßnahmen zum Schutz gegen eine Ausbreitung des Coronavirus sein. Doch seien der Internationale sowie der japanische Schwimmverband zu dem Ergebnis gekommen, dass Japans Einreiseverbot für Ausländer die Vorbereitungen zu schwierig mache, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Das weißrussische Team zeigt sein Können im Weltmeisterschafts-Finale des Synchronschwimmens in Budapest, Ungarn. | AFP

Ballett im Wasser: Das Team aus Belarus im Finale der Weltmeisterschaften des Synchronschwimmens. Bild: AFP

Ausländische Athletinnen und Athleten, die für Wettkämpfe oder zum Training für die Olympischen Spiele nach Japan kommen sollten, waren zunächst von einem Einreisestopp für Ausländer ausgenommen worden. Die Regierung in Tokio entschied jedoch wegen des verhängten Notstands, die Ausnahmeregelung wieder aufzuheben.

27.1.2021 • 07:56 Uhr

AstraZeneca-Chef: Später Vertragsschluss schuld an Lieferengpässen

Der Chef des britisch-schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, Pascal Soriot, sieht den langsamen Vertragsabschluss als Grund für Engpässe bei der Impfstofflieferung an die EU. "Wir sind in Europa jetzt zwei Monate hinter unserem ursprünglichen Plan", sagte er der "Welt". Zwar habe man auch Anfangsprobleme in Großbritannien gehabt. "Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen. Wir hatten dort drei Monate mehr Zeit, um Pannen zu beheben", so Soriot. Sein Unternehmen sei vertraglich nicht zur Lieferung bestimmter Impfstoff-Mengen verpflichtet. Brüssel wollte nach seinen Worten mehr oder weniger zum selben Zeitpunkt beliefert werden wie die Briten - obwohl diese drei Monate früher unterzeichnet hätten. "Darum haben wir zugesagt, es zu versuchen, uns aber nicht vertraglich verpflichtet", sagte Soriot.

Hintergrund ist die Ankündigung der Pharmafirma, nach der für diese Woche erwarteten Zulassung zunächst weniger Impfstoff zu liefern als vereinbart. Statt 80 Millionen Impfdosen sollen nach EU-Angaben bis Ende März nur 31 Millionen ankommen. Den angegebenen Grund - Probleme in der Lieferkette - will die EU nicht gelten lassen. Sie fordert Vertragstreue. Die EU-Kommission hat Konzernvertreter nun zur Krisensitzung mit Experten der EU-Staaten geladen.

27.1.2021 • 07:47 Uhr

Ein Jahr Corona in Deutschland

In der Unternehmszentrale des Autozulieferers Webasto südlich von München scheint die Zeit stehengeblieben. Verlassene Großraumbüros, eine verwaiste Kaffeeküche. Vor einem Jahr erkrankten hier mehrere Beschäftigte an Covid-19. Und heute? Zu Besuch an den Orten, an denen die Pandemie in Deutschland ihren Anfang nahm.

27.1.2021 • 07:27 Uhr

Etwa jedes dritte Kita-Kind in Betreuung

Trotz des harten Corona-Lockdowns in Deutschland besucht derzeit etwa jedes dritte Kita-Kind eine Notbetreuung. Ungeachtet der Appelle der Regierungen der Bundesländer an die Eltern, die Kinder möglichst selbst zu Hause zu betreuen, sei die Inanspruchnahme der Notbetreuung seit Jahresbeginn gestiegen, berichtet das "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Das RND hatte Daten zur Notbetreuung aus allen 16 Bundesländern angefragt, zwölf Länder lieferten entsprechende Angaben. Unter den Ländern, die Daten lieferten, seien teilweise deutliche Unterschiede in der Inanspruchnahme der Notbetreuung zu erkennen, berichtete das RND. So sei in Hamburg im Lockdown knapp die Hälfte der Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren in der Notbetreuung der Kitas, in Bayern seien es hingegen nur knapp 20 Prozent.

27.1.2021 • 06:32 Uhr

Peru verschärft Corona-Maßnahmen

Angesichts zunehmender Coronavirus-Fälle hat die Regierung Perus für die Hauptstadtregion Lima und neun weitere Regionen strenge Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Die Maßnahmen sollen vom 31. Januar bis 14. Februar gelten, wie Präsident Francisco Sagasti in einer Rede an die Nation ankündigte. Wegen der extremen Ansteckungsgefahr werde auch der Flug- und der Busverkehr zwischen den betroffenen Regionen des südamerikanischen Landes ausgesetzt. Zudem müssten bis auf Lebensmittelläden und Apotheken alle Geschäfte sowie Kultureinrichtungen schließen. Nur eine Person pro Haushalt dürfe die Wohnung zum Einkaufen verlassen. Menschenansammlungen draußen wie drinnen seien verboten.

27.1.2021 • 06:29 Uhr

Homeoffice-Vorgaben treten in Kraft

Mehr Beschäftigte als bisher sollen von nun an wegen der Corona-Krise zu Hause arbeiten. Mit neuen Vorgaben werden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflichtet, ihren Beschäftigten in bestimmten Fällen das Arbeiten im Homeoffice anzubieten. "Wer kann, arbeitet zu Hause", das sei das Ziel der neu in Kraft tretenden Verordnung, sagte SPD-Fraktionsvize Katja Mast. "Nachdem wir unsere privaten Begegnungen bereits massiv heruntergefahren haben, geht es jetzt um berufliche Kontakte." Gerade Bürojobs sollten von zu Hause aus erledigt werden, forderte Mast. Zugleich sei sie zuversichtlich, "dass es harte Kontrollen gar nicht braucht", sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. "Vieles regelt sich durch vorbildliches Verhalten und gemeinsam nacheinander schauen. Das gilt im Berufs- wie Privatleben gleichermaßen." Die Einhaltung der Verordnung soll von den Arbeitsschutzbehörden der Länder kontrolliert werden.

27.1.2021 • 06:26 Uhr

Über Corona-Symptome gelogen: Haft für Frau in China

In China ist eine Frau zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, weil sie vor einem Flug Corona-Symptome verschwiegen hatte. Wie die staatliche Zeitung "Global Times" berichtete, hatte die 37-Jährige Chinesin im vergangenen Frühjahr vor einem Flug aus den USA nach China ein fiebersenkendes Medikament eingenommen. Sie gab ihre Symptome demnach erst bekannt, nachdem sie in Peking gelandet war. Dort wurde sie später positiv auf das Coronavirus getestet. 63 enge Kontakte der Frau mussten sich danach in Quarantäne begeben. Ihre Handlungen hätten gegen Antiepidemie-Vorschriften verstoßen und stellten ein ernstes Risiko für die Ausbreitung des Virus dar, urteilte ein Pekinger Gericht.

27.1.2021 • 06:23 Uhr

Bundesregierung schraubt Konjunkturprognose herunter

Angesichts der anhaltenden Corona-Krise schraubt die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für 2021 herunter. Sie sieht zugleich große Risiken für die weitere Entwicklung. Diese werde maßgeblich vom Pandemieverlauf und von den Maßnahmen zur Eindämmung beeinflusst, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht. Nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung 2020 rechnet die Bundesregierung in diesem Jahr laut Bericht mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent. Die Wirtschaftsleistung vor der Krise dürfte erst zur Mitte des Jahres 2022 wieder erreicht werden. In seiner Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für 2021 noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 4,4 Prozent gerechnet.

27.1.2021 • 06:21 Uhr

Alaska stellt erstmals britische Coronavirus-Variante fest

Auch im US-Staat Alaska ist erstmals ein Fall mit der britischen Variante des Coronavirus bestätigt worden. Die infizierte Person lebt in der Stadt Anchorage und war in einen US-Staat gereist, in dem die neue Variante bereits zuvor festgestellt worden war, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Bei der Person seien am 17. Dezember Symptome aufgetreten, am 22. Dezember habe sie ein positives Testergebnis erhalten. Die Person habe mit einer weiteren in Anchorage zusammengelebt, die ebenfalls erkrankte. Beide hätten sich in Selbstisolation begeben und seien inzwischen genesen, erklärten die Behörden. Ob auch die zweite Person mit der Variante infiziert war, war zunächst nicht bekannt. Die britische Variante, die deutlich ansteckender sein soll als frühere Varianten, wurde bereits in mehr als 20 US-Staaten festgestellt.

27.1.2021 • 05:48 Uhr

RKI: 13.202 Neuinfektionen und 982 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.202 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 982 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am bekanntgab. Vergangenen Mittwoch hatte das RKI 15.974 Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 101,0.

27.1.2021 • 04:32 Uhr

USA wollen 200 Millionen Impfdosen zusätzlich kaufen

Durch die Aufstockung der nationalen Impfstoff-Bestände will die Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden das Tempo der Corona-Impfungen im Land beschleunigen. Biden kündigte am Dienstag in Washington an, die Vereinigten Staaten wollten zusätzliche 200 Millionen Impfdosen kaufen - jeweils 100 Millionen von den Unternehmen Moderna und Pfizer. Auf diesem Weg will die US-Regierung dafür sorgen, dass bis zum Ende des Sommers genug Impfdosen vorhanden sind, um die gesamte Bevölkerung des Landes zu impfen.

Ein Arzt in einem Impfzentrum in Seattle hält ein Schild in die Höhe, dass er weitere Impfdosen benötigt. | AP

100 Millionen Impfungen in 100 Tagen hatte der neue US-Präsident bei Amtsantritt versprochen. Damit das gelingen, sollen im Sommer zusätzliche 200 Millionen Impfdosen ausgeliefert werden. Bild: AP

Bislang kamen die Impfungen gegen das Coronavirus in den USA nicht im erhofften Tempo voran. Biden sagte, die Lieferung der zusätzlichen Impfdosen werde bis zum Sommer erwartet. Damit solle der Bestell-Umfang von 400 auf 600 Millionen Impfdosen erhöht werden. Dies sei genug, um bis zum Ende des Sommers oder Beginn des Herbstes 300 Millionen Amerikaner zu impfen.

27.1.2021 • 04:09 Uhr

China meldet geringsten Anstieg seit 11. Januar

China verzeichnet nach Behördenangaben den niedrigsten Tages-Anstieg bei den Corona-Infektionen seit mehr als zwei Wochen. Am Dienstag seien 75 neue Fälle gemeldet worden, teilte die Nationale Gesundheitskommission mit. Das sei der niedrigste Wert seit dem 11. Januar. Insgesamt sind in Festland-China bislang 89.272 Infektionen bestätigt worden. 4636 Menschen starben.

27.1.2021 • 04:07 Uhr

Französisches Kabinett berät über Maßnahmen-Verschärfung

Angesichts steigender Infektionszahlen berät das französische Kabinett heute über eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Ein dritter Lockdown mit strikten Ausgangssperren und der Schließung aller Geschäfte scheint zumindest in dieser Woche vom Tisch. Präsident Emmanuel Macron will nach Angaben aus seinem Umfeld die Entwicklung abwarten.

Im Gespräch ist unter anderem eine längere Schließung der französischen Schulen rund um die Winterferien im Februar. Aus Protest gegen die Lage hatten am Dienstag zahlreiche Lehrer die Arbeit niedergelegt, ihnen schloss sich auch Krankenhauspersonal an. Derzeit gilt in Frankreich eine landesweite Sperrstunde ab 18.00 Uhr. Kultur- und Sporteinrichtungen, Restaurants und Cafés sind geschlossen. Schulen und Geschäfte sind dagegen tagsüber offen.

Schüler mit Masken in einer Schule in Frankreich | AFP

Unterricht in Frankreich: Das französische Kabinett prüft nun eine längere Schließung der Schulen rund um die Winterferien im Februar. Bild: AFP

27.1.2021 • 03:27 Uhr

Ärztekammer drängt zur Aufklärung der Impfschwierigkeiten

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Bundesregierung und die EU-Kommission aufgefordert, darauf zu drängen, dass die vertraglich zugesicherten Impfstoff-Liefermengen und Liefertermine eingehalten werden. "Für den breiten Einsatz in den Praxen brauchen wir Impfstoffe, die unkompliziert zu transportieren und ohne spezielle Kühltechnik gelagert werden können", zitiert die "Rheinische Post" den Mediziner. "Diese Voraussetzungen scheint das Vakzin von Astrazeneca zu erfüllen. Solche Impfstoffe sind unerlässlich, um das Ziel der Herdenimmunität bis zum Sommer zu erreichen." Die Ursachen der jetzt bekannt gewordenen Lieferschwierigkeiten müssten deshalb umfassend geklärt und so schnell wie möglich behoben werden.

27.1.2021 • 02:38 Uhr

Höchststände bei Todesfällen und Patienten in Portugal

Portugal hat ein Rekordhoch bei den täglichen Corona-Todesfällen und Krankenhauspatienten verzeichnet. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden vom Dienstag starben innerhalb von 24 Stunden 291 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl der registrierten Todesfälle überstieg die Marke von 11.000. Die Zahl der Patienten, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus lagen, stieg auf den bisherigen Höchststand von 6472. Experten befürchten, dass der Anstieg erst Mitte Februar seinen höchsten Stand erreichen könnte. In Portugal leben rund zehn Millionen Menschen.

Krankenhauspersonal steht in einem Flur in einem Krankenhaus in Lissabon (Portugal) | REUTERS

Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich immer weiter zu: Das portugiesische Gesundheitsministerium erwägt nun offenbar, andere EU-Staaten um Hilfe bei der Behandlung von Covid-Patienten zu bitten. Bild: REUTERS

27.1.2021 • 02:03 Uhr

Weitgehende Ruhe in Niederlanden nach Ausschreitungen

Nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage ist es in den Niederlanden am vierten Abend der Ausgangssperre weitgehend ruhig geblieben. Ein massives Polizeiaufgebot überwachte am Dienstag in mehreren Städten - darunter Amsterdam, Rotterdam und Den Haag - die Einhaltung der Ausgangssperre, die zwischen 21.00 Uhr und 04.30 Uhr gilt. Dabei kam es nur vereinzelt zu Konfrontationen. In Amsterdam versammelte sich nach Angaben der Polizei eine größere Gruppe junger Männer, die Feuerwerkskörper entzündeten. Die Gruppe sei schnell aufgelöst worden, berichteten niederländische Medien.

An den drei Vorabenden hatte es heftige Ausschreitungen in mehreren Städten gegeben. Dabei wurden auch Geschäfte geplündert. Die Polizei nahm hunderte Menschen fest. In zahlreichen Städten wurde die Polizei mit Sondervollmachten für den Einsatz gegen Randalierer ausgestattet. Die nächtliche Ausgangssperre gilt seit Samstag und soll zunächst bis zum 9. Februar in Kraft bleiben. Die Maßnahme soll bei der Eindämmung der als besonders ansteckend geltenden Coronavirus-Variante helfen, die zuerst in England festgestellt worden war.

27.1.2021 • 01:34 Uhr

Trudeau besorgt über angedrohte Impfstoffexport-Regulierung

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich besorgt gezeigt über eine mögliche Regulierung von Impfstoff-Exporten aus der Europäischen Union. Sollte die EU blockieren, dass Kanada Vakzin-Dosen aus der EU erhält, wäre das besorgniserregend, sagte Trudeau. Die EU hat angedroht, die Exporte von innerhalb der EU-Grenzen gefertigten Impfstoffen zu kontrollieren. Sie verlangt von Pharmafirmen, die mit EU-Förderung Corona-Vakzine entwickelt haben, sich an die Lieferverträge mit der EU zu halten. Alle in Kanada in der Corona-Pandemie bislang eingesetzten Impfstoffe wurden in der EU produziert.

27.1.2021 • 00:42 Uhr

Irland verlängert Corona-Lockdown bis März

Irland verlängert seinen derzeitigen Corona-Lockdown bis zum 5. März. Damit bleiben die Schulen, die für die Versorgung der Bürger nicht wesentlichen Geschäfte sowie die Restaurants und Pubs bis zu diesem Datum geschlossen, wie Regierungschef Micheal Martin am Dienstag mitteilte. Die Botschaft an die Bürger sei sehr einfach, sagte er: "Bleiben Sie zu Hause, verreisen Sie nicht!" Erstmals verhängt Irland auch eine generelle Quarantäne-Pflicht für Reisende, die aus dem Ausland eintreffen, wie Vize-Regierungschef Leo Varadkar ergänzte.

Die meisten Einreisenden können die Zeit der Isolation zu Hause oder anderen Orten ihrer Wahl verbringen. Einreisende aus Südafrika und Brasilien sollen hingegen in von der Regierung festgelegten Unterkünften isoliert werden. In diesen beiden Staaten sind Mutanten des Virus aufgetreten, von denen angenommen wird, dass sie besonders ansteckend sind.

27.1.2021 • 00:28 Uhr

Drosten hält Reisebeschränkungen für sinnvoll

In der Debatte um die Drosselung des touristischen Reiseverkehrs im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Virologe Christian Drosten Einschränkungen als "aus wissenschaftlicher Sicht" sinnvoll bezeichnet. Angesichts sinkender täglicher Corona-Fallzahlen in Deutschland "muss man natürlich auf das achten, was von Außen kommt", sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité am Dienstagabend in den tagesthemen. Je stärker die Ausbreitung des Coronavirus innerhalb Deutschlands gebremst werde, "desto wichtiger wird das, was von Außen eingeschleppt wird", sagte Drosten in Bezug auf die Sorge wegen der Ausbreitung von Virus-Mutanten.