Corona-Test in einem Vorort von Paris | AFP
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Mehr als 7000 Neuinfektionen in Frankreich ++

Stand: 02.09.2020 22:52 Uhr

In Frankreich wurden in den vergangenen 24 Stunden 7017 Neuinfizierte registriert. Die belgische Provinz Antwerpen ist kein Risikogebiet mehr. Die EU-Staaten wollen Reisebeschränkungen stärker abstimmen. Alle Entwicklungen im Liveblog.


  • Französische Behörden registrierten mehr als 7000 Neuinfizierte
  • Bundesregierung erklärt ganz Spanien zum Risikogebiet
  • WHO empfiehlt Hormonbehandlung für schwerkranke Covid-Patienten
  • Leipziger Buchmesse soll im nächsten Mai stattfinden
  • Spahn: Keine Besuchsverbote in Heimen
  • Studie: Gesichtsschilde weniger effektiv als Stoffmasken
  • RKI: 1256 Neuinfektionen und elf weitere Todesfälle
2.9.2020 • 22:52 Uhr

Ende des Liveblogs

Wir schließen den Corona-Liveblog für heute. Über alle Entwicklungen rund um die Pandemie informieren wir Sie natürlich weiter auf tagesschau.de.

2.9.2020 • 22:27 Uhr

Prognose: US-Staatsverschuldung steigt

Wegen der Corona-Pandemie dürfte die US-Staatsverschuldung im kommenden Jahr - erstmals seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs - die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes übersteigen. Das Haushaltsbüro des US-Kongresses erklärte in einer Prognose, die Staatsverschuldung werde 2021 mit 21,9 Billionen Dollar auf 104 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) anwachsen. 2023 werde die Schuldenquote dann auf 107 Prozent steigen - den höchsten Wert der US-Geschichte - und 2030 knapp 109 Prozent erreichen.

2.9.2020 • 21:49 Uhr

Mehr als 7000 Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich sind in den vergangenen 24 Stunden mehr als 7000 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Wie die nationale Gesundheitsbehörde bekannt gab, wurden 7017 neue Fälle bestätigt, weitere 25 Menschen starben an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung. Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten stieg auf 446. 

Die Zahl von mehr als 5000 neuen Corona-Fällen pro Tag wurde in den vergangenen Tagen mehrfach überschritten. Frankreich ist mit mehr als 30.600 Todesfällen eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas.

2.9.2020 • 20:44 Uhr

Bund: Belgische Provinz Antwerpen kein Risikogebiet mehr

Die Bundesregierung hat ihre Reisewarnung für die belgische Provinz Antwerpen aufgehoben. Aus Sicht des Bundes ist die Region kein Corona-Risikogebiet mehr. Daher wurde es von der entsprechenden und fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institut (RKI) fortlaufend aktualisiert.

Die zuständigen Bundesministerien für Innen, Außen und Gesundheit hatten wegen eines deutlichen Anstiegs von Corona-Fällen die Region Antwerpen Anfang August zum Risikogebiet erklärt, das Auswärtige Amt hatte zudem die Reisewarnung ausgesprochen. Damit gilt in Belgien aus deutscher Sicht jetzt nur noch die Region Brüssel als Corona-Risikogebiet.

2.9.2020 • 20:28 Uhr

Flughafen Heathrow: Pandemie kostet mehr als eine Milliarde Pfund

Der Ausfall von Fluggästen in der Corona-Krise hat den Londoner Flughafen Heathrow nach eigenen Angaben seit März mehr als eine Milliarde Britische Pfund gekostet. Das entspricht etwa 1,13 Milliarden Euro. In seit Monaten laufenden Gesprächen mit Gewerkschaften will der größte britische Flughafen Lohnkürzungen der Angestellten und weitere Sparmaßnahmen durchsetzen. Bislang gibt es keine Einigung. Sollten die Verhandlungen scheitern, wären Berichten britischer Medien zufolge mehr als 1000 Jobs von Ingenieuren, Sicherheitskräften und Bodenpersonal bedroht.

2.9.2020 • 20:24 Uhr

EU-Staaten wollen Reisebeschränkungen stärker abstimmen

Die EU-Staaten wollen ihre Reisebeschränkungen innerhalb Europas wegen der Corona-Krise besser abstimmen. Das haben die EU-Botschafter der Mitgliedsländer Diplomaten zufolge vereinbart. Seit Beginn der Pandemie im Frühjahr gehen die EU-Staaten sehr unterschiedlich bei Reisebeschränkungen vor.

"Es herrscht zu viel Verwirrung. Jeder Mitgliedsstaat handelt für sich", sagte der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli. "Die Lage ist ernst. Nur eine Koordinierung durch die Europäische Kommission kann sicherstellen, dass die Bestimmungen vereinheitlicht werden." Da Gesundheitspolitik aber nationale Kompetenz sei, müssten ihr die Mitgliedstaaten einen entsprechenden Auftrag erteilen. Die Beratungen sollten am Montag fortgesetzt werden.

2.9.2020 • 19:49 Uhr

Bund erklärt ganz Spanien zum Risikogebiet

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung auch die Kanarischen Inseln und damit ganz Spanien als Risikogebiet eingestuft. Bislang galt die Warnung zwar für das spanische Festland und die Balearen, aber nicht für die Inselgruppe im Atlantik. Die Einstufung sei nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat erfolgt, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit.

Ebenfalls wurde ein weiterer Teil Kroatiens zum Corona-Risikogebiet erklärt. Nun findet sich auch der Verwaltungsbezirk (Gespanschaft) Zadar auf der entsprechenden aktualisierten RKI-Liste. Zuvor galt bereits eine Reisewarnung für die Gespanschaften Šibenik-Knin mit dem Nationalpark Krka sowie Split-Dalmatien mit der Hafenstadt Split und den Inseln Brac und Hvar. Der Einstufung als Risikogebiet folgt in der Regel eine Reisewarnung.

2.9.2020 • 19:07 Uhr

United Airlines kündigt 16.000 Entlassungen an

Die US-Fluggesellschaft United Airlines will wegen der Corona-Pandemie im Oktober rund 16.000 Mitarbeiter entlassen - wenn bis dahin keine neuen Staatshilfen beschlossen werden. Kündigungen seien wegen der "verheerenden Auswirkungen" der Pandemie nach derzeitigem Stand unvermeidbar, erklärte United. Betroffen wären unter anderem mehr als 6900 Flugbegleiter.

Die Fluggesellschaft hatte bereits im Juli vor einer Entlassung von 36.000 Mitarbeitern gewarnt. Durch freiwillige Abgänge, Frühverrentungen und Arbeitszeitreduzierungen hätte diese Zahl deutlich gesenkt werden können. "Leider erwarten wir keine Rückkehr der Nachfrage zu einem auch nur annähernd normalen Niveau, bevor flächendeckend ein Medikament oder ein Impfstoff verfügbar ist", hieß es.

2.9.2020 • 18:19 Uhr

WHO empfiehlt Hormonbehandlung für schwerkranke Covid-Patienten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Empfehlungen zur Behandlung von schwerkranken Patienten mit Covid-19 veröffentlicht. Sie sollten systematisch mit bestimmten Kortikosteroiden behandelt werden, heißt es in neuen Richtlinien. Patienten mit leichtem Verlauf der Krankheit, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst wird, sollen ausdrücklich nicht mit den Wirkstoffen behandelt werden.

Der Empfehlung liegen Erkenntnisse aus Studien mit verschiedenen Medikamenten zugrunde. Kortikosteroide beeinflussen unter anderem den Stoffwechsel, den Wasser- und Elektrolythaushalt, das Herz-Kreislauf- und Nervensystem. Sie werden unter anderem bei Immunerkrankungen eingesetzt. Ein Wirkstoff aus der Gruppe ist Dexamethason, für das Analysen zeigten, dass es die Sterberate bei bestimmten Covid-19-Patienten vermindern kann. Es bekämpft nicht das Virus selbst, sondern bremst die vielfach überschießende Reaktion des Immunsystems aus.

2.9.2020 • 17:46 Uhr

Eilentscheid gegen Maskenpflicht in Straßburg und Umgebung

Ein französisches Gericht hat die allgemeine Maskenpflicht in Straßburg und zwölf kleineren elsässischen Gemeinden gekippt. Das Verwaltungsgericht in Straßburg begründete dies in einem Eilentscheid mit der "Einschränkung der Freiheit" der Bürger und der zu großen Reichweite des Verwaltungserlasses. Dieser machte den Mund-Nasen-Schutz auch im Freien verbindlich. Geklagt hatten zwei Krankenhausärzte.

Seit Ende August müssen Menschen ab elf Jahren in dem Grenzgebiet zu Baden-Württemberg einen Mund-Nasen-Schutz auf der Straße tragen. Betroffen sind Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern. Im Elsass waren im Frühjahr viele Krankenhäuser massiv überlastet. Wie in ganz Frankreich stiegen auch dort zuletzt die Corona-Zahlen wieder. Mit knapp 5000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ist laut der Gesundheitsbehörde Santé Publique die Situation landesweit "sehr beunruhigend".

2.9.2020 • 17:11 Uhr

Drei Spieler von Paris Saint-Germain positiv auf Corona getestet

Laut der französischen Sportzeitung "L'Equipe" sind drei Spieler von Paris Saint-Germain positiv auf Corona getestet und unter Quarantäne gestellt worden. Danach muss der französische Meister ohne die Spieler Neymar, Angel di Maria und Leandro Paredes in die nächste Saison starten.

Der Verein bestätigte die Meldung und teilte in einer Erklärung mit, dass sich alle Spieler und der Trainerstab "in den kommenden Tagen weiteren Tests unterziehen werden".

Die Fußball-Profis Nyamar und Angel Di Maria spielen beim Pariser Verein Saint-Germain   | David Ramos/POOL/EPA-EFE/Shutter

Die Fußballprofis Nyamar (r.) und Angel di Maria wurden positiv auf Corona getestet. Bild: David Ramos/POOL/EPA-EFE/Shutter

2.9.2020 • 16:34 Uhr

OECD: Corona-Folgen treffen Minderheiten besonders hart

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) befürchtet eine überdurchschnittliche Benachteiligung von gesellschaftlichen Minderheiten durch die Coronakrise. Alte Menschen, Behinderte und ethnische Minderheiten seien einem erhöhten Gesundheits- und Sterberisiko ausgesetzt, erklärte die OECD im Vorwort einer Studie. Die Pandemie habe deren vergleichsweise schwache soziale Positionen noch verschärft.

Politische Maßnahmen zur Integration von Minderheiten kämen häufig den Privilegierten innerhalb dieser Gruppen zugute. Die Autoren der Studie empfehlen, das Augenmerk auf die am stärksten Benachteiligten zu legen. Insgesamt bleibe vollständige Integration ein Fernziel, heißt ein Fazit der Studie.

2.9.2020 • 16:23 Uhr

Niedersachen verschiebt Lockerungen auf 1. Oktober

Niedersachsen hat vor dem Hintergrund gestiegener Infektionszahlen die geplante Lockerungen der Corona-Regeln um weitere zwei Wochen auf den 1. Oktober verschoben. Die rot-schwarze Landesregierung wolle zunächst die Auswirkungen von Schulbeginn und Urlaubsrückkehrern abwarten, sagte eine Regierungssprecherin in Hannover.

Die für den 1. September angepeilten Lockerungen waren breits vor zwei Wochen auf Mitte des Monats verschoben worden und wurden jetzt erneut ausgeweitet. Sie beträfen insbesondere private Feiern, Kultur- und Sportveranstaltungen, sagte die Regierungssprecherin.

Nachdem die Zahl täglicher Neuinfektionen in Niedersachsen zwischenzeitlich auf einen niedrigen zweistelligen Wert abgesunken war, wurden zuletzt wieder mehr als 100 neue Fälle registriert, heute waren es 91.

2.9.2020 • 16:00 Uhr

Schweiz erlaubt Publikum bei Fußball- und Eishockeyspielen

In der Schweiz können ab dem 1. Oktober wieder Fußball- und Eishockeyspiele vor größerem Publikum stattfinden - allerdings müssen die Besucher Masken tragen. Das hat die Regierung in Bern beschlossen. In den Stadien sind nur Sitzplätze erlaubt, höchstens zwei Drittel dürfen besetzt werden. Essen und Getränke müssen im Sitzen konsumiert werden. Ein Alkoholverbot beschloss die Regierung nicht.

Die Schweiz hatte in den vergangenen Wochen gemessen an der Bevölkerung teils doppelt so viele neue Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet wie Deutschland.

2.9.2020 • 15:46 Uhr

München beschließt neues Alkoholverbot für "Hotspots"

Die Stadt München will an einigen bestimmten öffentlichen Plätzen, sogenannten "Hotspots", an einem nächtlichen Alkoholverbot festhalten - sofern der Frühwarnwert von 35 Infizierten bei 100.000 Einwohnern wieder überschritten wird. Das hat der Feriensenat offiziell beschlossen. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit lag der Wert am Mittwoch bei 34,45. Steigt er wieder, wird an den entsprechenden Plätzen der Verkauf sowie der Konsum von Alkohol zeitlich begrenzt.

Zugleich will die Stadt die Situation an den bisherigen "Hotspots" entzerren, indem sie kurzfristig mindestens fünf weitere Freiflächen mit Toiletten und Sitzgelegenheiten ausstattet. So könne man sich dort "ohne Zwang zum Konsum im Freien in kleinen Gruppen" versammeln. Ein entsprechender Antrag der Linken wurde im Feriensenat einstimmig beschlossen.

2.9.2020 • 15:23 Uhr

Leipziger Buchmesse trotz Corona-Krise

Die Leipziger Buchmesse soll 2021 wieder öffnen. Um das Außengelände besser nutzen zu können, werde der Termin aber einmalig vom März in den Mai verlegt, teilten die Veranstalter mit. Das solle zu mehr Flexibilität bei der Durchführung einer Messe unter Pandemiebedingungen sorgen. Die Behörden hätten das eigens erarbeitete Hygienekonzept bereits genehmigt.

Die zweitgrößte deutsche Branchenveranstaltung nach der Frankfurter Buchmesse soll zwischen dem 27. und 30. Mai stattfinden. Die Initiatoren erhalten aus einem Corona-Konjunkturpaket des Bundes eine Million Euro, das etwa in Hygieneschutzmaßnahmen und digitale Projekte investiert werden soll. Die Buchmesse in Frankfurt findet in diesem Jahr wegen der Coronakrise vom 14. bis zum 18. Oktober zu einem großen Teil digital statt.

2.9.2020 • 14:50 Uhr

Malediven-Urlauber brauchen negativen Corona-Test

Touristen dürfen ab dem 10. September nur noch mit einem negativen Corona-Test in die Malediven einreisen. Das hat ein Sprecher des Tourismusministeriums der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Der Test dürfe bei Abreise höchstens 72 Stunden alt sein. Für ein 30-Tage-Visa müssten Urlauber bei Einreise eine Buchungbestätigung eines Hotels vorlegen. Nach einer Corona-Pause dürfen Urlauberden Inselstaat seit Mitte Juli wieder besuchen. Dort gibt es mehr als 8000 bekannte Corona-Fälle.

Touristen auf dem Flughafen von Male/Hauptstadt der Malediven (Archivbild 15.07.2020) | imago images/Xinhua

Touristen auf dem Flughafen von Male, der Hauptstadt der Malediven (Archivbild) Bild: imago images/Xinhua

2.9.2020 • 14:35 Uhr

Vorstände fordern virtuelle Hauptversammlungen bis Ende 2021

Angesichts der anhaltenden Pandemie fordern 60 Vorstände börsennotierter Unternehmen in einem Brief an Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) eine Verlängerung der Sonderregelung zur Ausrichtung von Hauptversammlungen ohne Aktionäre.

Die Konzerne und ihre Anteilseigner benötigten möglichst frühzeitig Planungssicherheit, argumentierte der Präsident des Deutschen Aktieninstituts (DAI), Hans-Ulrich Engel. Die Verängerung solle bis Ende 2021 gelten", betonte der Finanzvorstand des Chemiekonzerns BASF.

Wegen Corona hatte der Gesetzgeber in diesem Jahr erstmals erlaubt, die jährlichen Aktionärstreffen auch online durchzuführen.

2.9.2020 • 13:59 Uhr

Papst hält erstmals wieder Generalaudienz mit Gläubigen

Papst Franziskus hat zum ersten Mal seit fast sechs Monaten wieder eine öffentliche Generalaudienz abgehalten. Der 83-Jährige empfing unter strengen Sicherheitsvorkehrungen etwa 500 Gläubige, die Mundschutz tragen und Distanz halten mussten. Der Papst hatte keine Maske auf, hielt aber einen Sicherheitsabstand von der jubelnden und winkenden Menge. Anstatt wie üblich auf dem Petersplatz fand die Begegnung im Damasushof im Vatikan statt, wo gewöhnlich Staatsgäste vorfahren, die den Papst besuchen.

Papst Franziskus trifft zu seiner ersten Generalaudienz mit Gläubigen seit Ausbruch der Corona-Pandemie ein. | dpa

Papst Franziskus trifft zu seiner ersten Generalaudienz mit Gläubigen seit Ausbruch der Corona-Pandemie ein. Bild: dpa

Franziskus mahnte die Gläubigen zu Solidarität. "Die gegenwärtige Pandemie hat uns unsere gegenseitige Abhängigkeit gezeigt", sagte er. "Wir sind alle miteinander verbunden, im Guten wie im Bösen." Um aus der Krise gestärkt hervorzugehen, müssten alle zusammenarbeiten.

In den vergangenen Monaten hatte sich das katholische Kirchenoberhaupt mit Video-Ansprachen, die von der Bibliothek des Apostolischen Palastes aus via Internet übertragen wurden, an die Gläubigen gewandt.

2.9.2020 • 13:41 Uhr

Kabinett setzt Insolvenzantragspflicht aus

Wegen der Corona-Pandemie verschuldete Unternehmen müssen bis Ende 2020 keinen Insolvenzantrag stellen. Das Kabinett hat beschlossen, die Antragspflicht für die Betriebe weiterhin auszusetzen. Bisher galt die Ausnahmeregelung nur bis Ende September.

"Die Corona-Pandemie ist noch nicht überwunden. Die bestehende Unsicherheit macht vielen Unternehmen weiterhin zu schaffen", begründete Bundesjustizministerin Christine Lambrecht den Schritt. Überschuldete Unternehmen sollten deshalb bis Ende des Jahres weitere Zeit bekommen, um sämtliche Sanierungs- und Refinanzierungsmöglichkeiten auszuschöpfen. 

Bei Unternehmen, die "lediglich überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig" seien, bestehe die Aussicht auf eine dauerhafte Sanierung, so Lambrecht. So könnten Arbeitsplätze erhalten und bestehende Strukturen bewahrt werden. Unternehmen dagegen, die nach Auslaufen der bisherigen Regelung Ende September akut zahlungsunfähig seien, sollen wieder verpflichtet sein, einen Insolvenzantrag zu stellen, sagte die Ministerin. Ursprünglich wollte Lambrecht die Antragspflicht sogar bis März 2021 aussetzen, was der CDU allerdings zu lang war.

2.9.2020 • 13:18 Uhr

Grüne fordern "Pandemierat"

Die Grünen haben erneut einen "Pandemierat" gefordert, um die Herausforderungen der Corona-Krise besser bewältigen zu können. Diesem Rat sollten demnach Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen angehören, die neben dem Infektionsgeschehen auch Wirtschaft, Arbeitsmarkt und soziale Fragen in den Blick nehmen, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt zum Auftakt einer Klausurtagung der Grünen in Berlin.

"Wir müssen endlich dafür sorgen, dass die Bundesregierung diese Fragen zusammendenkt", so Göring-Eckardt. Die Grünen-Politikerin betonte, dass die Verunsicherung in der Bevölkerung weiterhin groß sei. Es sei deswegen dringend notwendig, dass Bund und Länder gemeinsam handelten. "Wir brauchen bundeseinheitliche Regeln, die regional unterschiedlich angewandt werden je nach der Pandemie-Situation in der Region, im Bundesland, im Ort", sagte Göring-Eckardt.

2.9.2020 • 13:02 Uhr

13,4 Milliarden Corona-Soforthilfen ausgezahlt

Bis Ende Juli hat der Bund Corona-Soforthilfen in Höhe von 13,4 Milliarden Euro an kleine Unternehmen und Soloselbstständige ausgezahlt. Das geht aus einem Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums hervor.

Demnach wurden die Beträge über die Länder an rund 1,75 Millionen Empfänger ausgezahlt. Der größte Anteil, rund 3,77 Milliarden Euro, ging an kleine Firmen und Soloselbstständige in Nordrhein-Westfalen. Noch nicht ausgezahlt waren zum Stand 31. Juli knapp 1,2 Milliarden Euro der vom Bund an die Länder zugewiesenen Hilfen.

Die Betroffenen konnten den einmaligen Zuschuss von bis zu 15.000 Euro von Anfang April bis Ende Mai beantragen. Die Soforthilfe war dazu gedacht, in der Corona-Krise die wirtschaftliche Existenz der Firmen und Selbstständigen zu sichern und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Personalkosten und private Lebenshaltungskosten durften mit dem Geld nicht gedeckt werden.

2.9.2020 • 12:54 Uhr

Neuer Höchstwert von Neuinfizierten in Israel

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, wurden am Vortag 2183 Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert in dem Land seit Ausbruch der Pandemie.

Im Vergleich meldeten die Gesundheitsämter am selben Tag in Deutschland innerhalb eines Tages 1256 neue Infektionen. Israel hat also fast doppelt so viele Neuinfektionen - wobei Deutschland etwa neunmal mehr Einwohner hat.

Am Dienstag hatte in Israel das neue Schuljahr begonnen. Die Regierung wollte die Zahl der Neuinfektionen bis dahin eigentlich deutlich senken. Mitte September sind wichtige jüdische Feiertage. Im Raum stehen härtere Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus bis hin zu einem Lockdown.

2.9.2020 • 12:41 Uhr

Erster Corona-Fall im Flüchtlingslager Moria

Im Flüchtlingslager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat sich ein Mensch erstmals mit dem Coronavirus infiziert. Es handle sich um einen 40-Jährigen aus Somalia, dem bereits im Juli Asyl gewährt worden sei, teilte das Migrationsministerium in Athen mit. Er sei zunächst nach Athen gefahren, habe dort aber keine Arbeit gefunden und sei dann nach Moria zurückgekehrt. Die Gesundheitsbehörden verfolgen demnach alle Kontaktpersonen des Mannes, um auch sie auf das Virus zu testen.

Im Lager wurden für 14 Tage Quarantäne-Maßnahmen verhängt, wie das Migrationsministerium weiter mitteilte. Bereits Mitte August waren im Lager von Vial auf der benachbarten Insel Chios fünf Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ausbreitung des Virus konnte jedoch durch Isolierung der Erkrankten gestoppt werden.

Migranten im Flüchtlingslager Moria | REUTERS

In Griechenlands größtem Flüchtlingslager hat sich der erste Mensch mit dem Coronavirus infiziert. Bild: REUTERS

In Moria leben rund 13.000 Asylsuchende unter schwierigsten Bedingungen. Angaben von Ärzte ohne Grenzen von Ende Juli zufolge zählen mehr als 300 von ihnen wegen ihres hohen Alters oder ihres Gesundheitszustands vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zur Risikogruppe.

2.9.2020 • 12:07 Uhr

Spahn: Keine Besuchsverbote in Heimen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schließt erneute Besuchsverbote in Pflege- und Altenheimen aus. Es brauche keine Besuchsverbote mehr, es brauche Beschränkungen und Konzepte, gerade im Winter, wenn es nicht mehr so einfach sei, sich draußen zu treffen, sagte Spahn. Im März seien die getroffenen Maßnahmen, auch die Besuchsverbote in Pflege- und Altenheimen und das Schließen von Kitas und Schulen, richtig gewesen, um die gesamte Bevölkerung und vor allem die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen.

2.9.2020 • 11:50 Uhr

Milliarden für die Krankenhäuser

Die Krankenhäuser in Deutschland sollen in den nächsten Jahren Milliarden an zusätzlichem Geld für Investitionen bekommen. Das Bundeskabinett beschloss einen Gesetzentwurf zur Einrichtung eines Krankenhauszukunftsfonds, den der Bund mit drei Milliarden Euro befüllen will. Länder und Krankenhausträger sollen sich an den konkreten Investitionen mit 30 Prozent beteiligen, so dass insgesamt rund 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Das Geld solle "in moderne Notfallkapazitäten, in die IT-Sicherheit und vor allem in konkrete Digitalisierungsprojekte" fließen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn.

2.9.2020 • 11:10 Uhr

China erlaubt wieder ausländische Direktflüge

Ab dem 3. September erlaubt die chinesische Regierung wieder ausländische Direktflüge nach Peking. Zunächst dürfen acht Länder die Hauptstadt anfliegen, wie die Luftfahrtaufsicht mitteilt. Dazu gehören Österreich, Schweden, Griechenland, Dänemark, Kanada, Thailand, Kambodscha und Pakistan.

Im März hatten die Behörden wegen der Corona-Pandemie angeordnet, alle internationalen Flüge nach Peking auf andere Flughäfen als erste Einreisemöglichkeit umzuleiten. Die Hauptstadt hatte damals ihre Maßnahmen zur Bekämpfung importierter Infektionen verstärkt. Sollten mehr als drei Passagiere bei der Ankunft positiv auf das Corona-Virus getestet werden, will die zivile Luftfahrtbehörde neue Beschränkungen erlassen.

2.9.2020 • 11:07 Uhr

Schottland verschärft Corona-Beschränkungen

Wegen zunehmender Corona-Infektionen sind die Kontaktbeschränkungen in Schottland teilweise verschärft worden. Betroffen davon sind der Großraum Glasgow und westliche Regionen des britischen Landesteils. Seit Mittwoch dürfen sich die Bewohner dort nicht mit Mitgliedern anderer Haushalte zu Hause treffen. "Die Übertragungen scheinen mehr in Wohnungen und zwischen Haushalten zu passieren als in Pubs und Restaurants", begründete die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon die Maßnahme.

Besucher des Edinburgh Castle stehen in Kreisen, die auf den Boden gemalt wurden, zur Einhaltung des Corona-Mindestabstandes. | dpa

Besucher des Edinburgh Castle stehen während der täglichen Kanonenzeremonie in Kreisen, die auf den Boden gemalt wurden, um den Mindestabstand einzuhalten. Bild: dpa

Betroffen von dem Kontaktverbot zwischen Haushalten sind insgesamt 800.000 Menschen. Schulen und Kindergärten sollen geöffnet bleiben. In Großbritannien entscheidet jeder Landesteil selbst über seine Maßnahmen gegen die Pandemie. Premierminister Boris Johnson hatte kürzlich die Menschen in England dazu aufgerufen, wieder an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. In vielen Regionen folgen die Menschen dem aber nicht. Auch im Regierungsviertel in London sind etliche Büros nicht besetzt. Großbritannien ist mit Blick auf die Todesfälle europaweit das am schlimmsten von der Corona-Krise betroffene Land .

2.9.2020 • 11:03 Uhr

Deutschland: Volkszählung soll verschoben werden

Wegen der Corona-Pandemie soll die ursprünglich für den kommenden Mai geplante Volkszählung auf 2022 verschoben werden. Das hat das Kabinett in Berlin beschlossen. Die Entscheidung benötigt noch die Zustimmung des Bundestags. Auch der Bundesrat befasst sich noch damit.

Die Vorbereitungsarbeiten für den Zensus hätten nicht wie geplant erledigt werden können, heißt es zur Begründung im Gesetzentwurf. So habe Personal aus den Statistikbehörden in Bund und Ländern "zum Teil in erheblichem Umfang" an anderer Stelle ausgeholfen, etwa in Gesundheitsämtern. Die Zählung nimmt nicht nur die Bevölkerung in den Blick, sondern soll auch Daten zu Erwerbstätigkeit und Wohnsituation liefern. Die letzte Volkszählung war 2011.

2.9.2020 • 10:59 Uhr

Kabinett verlängert Pflege-Rettungsschirm

Der Rettungsschirm für die Pflege soll bis zum 31. März nächsten Jahres verlängert werden. Das beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes. Die Leistungen waren zunächst bis zum 30. September befristet.

Zu den Maßnahmen zählt, dass stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen zusätzliche Aufwendungen sowie Mindereinnahmen, die ihnen durch die Corona-Pandemie entstehen, gegenüber den Pflegekassen geltend machen können. Konkret sollen die Pflegeheime etwa die Kosten für zusätzliche Schutzausrüstung wie Masken und Anzüge umgehend ersetzt bekommen. Die Heime können auch fremdes Personal einsetzen oder Überstunden anordnen, obwohl das in ihren Verträgen anders geregelt ist. Kann ein Heim durch die Corona-Krise keine neuen Pflegebedürftigen aufnehmen, erstatten die Kassen die ausfallenden Beiträge für Unterkunft, Verpflegung und Eigenanteil.

Ein Pfleger eines Pflegeheims schiebt eine Bewohnerin mit einem Rollstuhl. | dpa

Der Rettungsschirm für die Pflege soll bis zum 31. März nächsten Jahres verlängert werden. Bild: dpa

Mit dem Gesetzentwurf soll auch die zeitliche Erweiterung des Anspruchs auf Pflegeunterstützungsgeld von 10 auf 20 Arbeitstage bis zum Ende dieses Jahres verlängert werden. Nicht verlängert werden soll hingegen die Regelung, nach der Pflegegutachten statt in den Einrichtungen nach Aktenlage vorgenommen werden, um die Bewohner zu schützen. Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll voraussichtlich im Oktober in Kraft treten.

2.9.2020 • 10:32 Uhr

Philippinen: Niedrigster Corona-Anstieg seit fünf Wochen

Das philippinische Gesundheitsministerium registrierte am Mittwoch 2218 neue Coronavirus-Infektionen und damit den niedrigsten täglichen Fallanstieg des Landes seit fünf Wochen. Demnach gab es 27 weitere Todesfälle. In einer Mitteilung schrieb das Ministerium, dass die Gesamtzahl der Infektionen auf 226.440 gestiegen sei. Die Zahl der Todesfälle, von denen ein Viertel in den letzten 15 Tagen registriert wurde, stieg auf insgesamt 3.623.

2.9.2020 • 10:10 Uhr

Coronavirus verhilft Lego zu Absatzsteigerung

Für den Spielzeughersteller Lego hat sich die Corona-Krise positiv auf das Geschäft ausgewirkt. Die Verkäufe des Unternehmens stiegen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 14 Prozent an. Das teilte Lego in der Firmenzentrale in Billund mit. Familien hätten in Zeiten von Lockdowns durch den Coronavirus demnach mehr Zeit zu Hause mit den Kindern verbracht.

Hessen, Frankfurt/Main: Geschäft des dänischen Spielzeugherstellers Lego in der Frankfurter Innenstadt. | dpa

Der Spielzeughersteller Lego konnte seine Verkäufe während der Corona-Pandemie um 14 Prozent steigern. Bild: dpa

"Wir haben eine sehr positive Entwicklung während der Corona-Lockdowns beobachtet, weil die Familien anfingen, zusammen mit Lego zu spielen", sagte Geschäftsführer Niels Christiansen. Diese Dynamik setzte sich auch in der zweiten Jahreshälfte fort, obwohl viele Menschen wieder zur Arbeit gingen. "Das gute Ergebnis spiegelt sich also nicht nur in den Monaten wider, in denen alle zu Hause saßen", so Christiansen.

Als Folge der Corona-Pandemie musste Lego die Produktion in Mexiko und China vorübergehend einstellen und weltweit alle 616 Geschäfte schließen. Die steigenden Online-Verkäufe überkompensierten die fehlenden Verkäufe in den Geschäften demnach sogar. Inzwischen hätten fast alle Geschäfte wieder geöffnet.

2.9.2020 • 09:35 Uhr

Online-Handel profitiert weiterhin von Corona-Krise

Der Internet- und Versandhandel verzeichnet erneut ein starkes Umsatzplus. Im Juli stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat bereinigt um Preiserhöhungen um 15,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Der Einzelhandel arbeitet sich zudem weiter aus dem Corona-Tief. Im Juli stieg der Umsatz um 4,2 Prozent. Nominal gab es ein Plus von 5,6 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz real um 0,9 Prozent höher. Auch die Erlöse mit Einrichtung, Haushaltsgeräten und Baubedarf (plus 12,9 Prozent) sowie mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren (plus 4,2 Prozent) legten gegenüber dem Vorjahresmonat zu.

Der Modehandel leidet dagegen weiter unter den Folgen der Corona-Krise. Die Geschäfte mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verringerten sich um 8,0 Prozent. Der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, worunter Waren- und Kaufhäuser fallen, verzeichnete Einbußen von 14,5 Prozent. Die Branche sieht sich auch noch nicht über den Berg: Die Corona-Krise werde den Handelsunternehmen abseits des Lebensmittelhandels voraussichtlich Umsatzeinbußen von 40 Milliarden Euro bescheren, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des Branchenverbands HDE.

2.9.2020 • 09:18 Uhr

Studie: Gesichtsschilde weniger effektiv als Stoffmasken

Amerikanische Wissenschaftler haben die Schutzfunktion von Gesichtsschilder aus Plastik untersucht. Den Forschern zufolge sind Gesichtsschilde sowie Masken mit einem Ventil als Coronaschutz weniger effektiv als medizinische Masken und Stoffmasken. Das veranschaulichten die Wissenschaftler der Florida Atlantic University mit einer Video-Untersuchung.

An einer Puppe, mit der Niesen und Husten nachgeahmt wurde, verfolgten sie die Bewegung der künstlich hergestellten Tröpfchen mithilfe von Laserlicht in einem dunklen Raum. Aus der Visualisierung geht hervor, dass das Plastikschild zwar zunächst die Vorwärtsbewegung der austretenden Luft blockt, die Tröpfchen sich dann aber um das Visier herum im Raum verteilen.

Video-Analyse eines Corona-Maskentests | AFP

Einer Studie zufolge sind Gesichtsschilde zum Schutz vor dem Coronavirus weniger effektiv als medizinische Masken und Stoffmasken. Bild: AFP

Bei Masken mit einem Ventil sei es ähnlich. Dort werde die Luft durch die Öffnungen am Ventil ungefiltert herausgedrückt und verteile sich ebenfalls. Zwar filterten Ventil-Masken die eingeatmete Luft, nicht jedoch die austretende. Spezielle Atemschutzmasken mit N95-Standard und die vielfach verwendeten einfachen Stoffmasken böten zwar keinen hundertprozentigen Schutz, ließen aber weniger Tröpfchen durch. Die amerikanischen Forscher empfehlen daher, trotz des dabei höheren Komforts auf das Tragen von Gesichtsschilden und Ventil-Masken zu verzichten.

2.9.2020 • 09:06 Uhr

Pharmakonzern will Schnelltest auf den Markt bringen

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will bis Ende September einen Corona-Antigen-Schnelltest auf den Markt bringen. Mit dem Test soll binnen 15 Minuten eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt werden können, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Test werde zunächst in Ländern verfügbar sein, die die CE-Kennzeichnung der EU für Produkte anerkennen. Es sei aber geplant, auch eine Zulassung durch die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA zu erhalten.

Bei der Markteinführung sollen demnach zunächst 40 Millionen Schnelltests pro Monat hergestellt werden. Bis Ende des Jahres könne die Kapazität mehr als verdoppelt werden. Roche bringt den Test in Zusammenarbeit mit dem Biotech-Unternehmen SD Biosensor auf den Markt.

2.9.2020 • 08:56 Uhr

Niedersachsen verschiebt Corona-Lockerungen

Niedersachsen verschiebt die Lockerungen der Corona-Regeln angesichts steigender Infektionszahlen um weitere zwei Wochen auf den 1. Oktober. Das sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei. Die rot-schwarze Landesregierung wolle zunächst die Auswirkungen von Schulbeginn und Urlaubsrückkehrern abwarten, berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung". Zunächst war der 1. September für weitere Lockerungen angepeilt worden, Ministerpräsident Stephan Weil hatte aber bereits vor zwei Wochen eine Verschiebung des Termins auf Mitte September angekündigt - dieses Datum wurde nun erneut nach hinten geschoben.

2.9.2020 • 08:21 Uhr

KfW sieht Energiewende wegen Corona gefährdet

Die Fortschritte in der Energie- und Verkehrswende drohen nach Einschätzung der staatlichen Förderbank KfW durch die Corona-Krise in Gefahr zu geraten. Die Experten fürchten, dass angesichts der wirtschaftlichen Verwerfungen die Bereitschaft der Menschen sinkt, in Photovoltaik, Wärmepumpen, Elektroautos und Co. zu investieren.

"Langfristige Investitionen werden in unsicheren Zeiten kritischer geprüft oder erst gar nicht umgesetzt. Gleiches gilt für kostspieligere Alternativen zum Status quo wie ein Elektroauto", heißt es in einer KfW-Studie. Grundsätzlich halten die meisten Menschen in Deutschland die Energiewende für wichtig oder sehr wichtig. Das gaben knapp 90 Prozent der etwa 4000 Haushalte an, die im Frühjahr vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie befragt wurden.

"Zwei Drittel der Haushalte sehen sich heute oder künftig durch den Klimawandel beeinträchtigt. Dies unterstreicht die Dringlichkeit der Umsetzung der Energiewende", sagt KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Daraus folgen allerdings nicht automatisch entsprechende Investitionen.

Der Umfrage zufolge verfügen aktuell 23 Prozent der Haushalte (Vorjahr: 21 Prozent) über eine von sieben ausgewählten Energiewendetechnologien - Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpe Batteriespeicher, Kraft-Wärme-Kopplung, Holzpelletheizung, Elektroauto.

2.9.2020 • 08:15 Uhr

Bei Madame Tussauds trägt Trump jetzt Maske

Die Wachsfigur von Donald Trump trägt im nach einer Corona-Pause wiedereröffneten New Yorker Touristenmagnet Madame Tussauds nun eine Maske. Das Wachsfigurenkabinett am Times Square in Manhattan hatte im März wegen der Pandemie geschlossen und vor wenigen Tagen die Türen wieder aufgemacht - mit eingeschränkten Öffnungszeiten, Besucherkapazitäten sowie Abstands- und Hygieneregeln.

Am Eingang steht nun die Trump-Figur - mit schwarzem Anzug, roter Krawatte und schwarzem Mund-Nasen-Schutz. Man wolle die Gäste daran erinnern, ihre Selfies sicher mit einer Maske zu machen, sagte ein Sprecher des Wachsfigurenkabinetts. Der echte US-Präsident Trump hat sich in der Öffentlichkeit bislang allerdings nur hin und wieder mit Maske gezeigt.

USA, New York: Wachsfigur von Donald Trump im nach Corona-Pause wiedereröffneten Museum Madame Tussauds. | dpa

Die Wachsfigur von Donald Trump trägt nach der Wiedereröffnung des Wachsfigurenkabinetts nun einen Mund-Nasen-Schutz. Bild: dpa

2.9.2020 • 07:31 Uhr

Australien rutscht erstmals seit 1991 in Rezession

Die Corona-Pandemie hat in Australien gleich für zwei historische wirtschaftliche Ereignisse gesorgt. Zum einem ist die Wirtschaft im zweiten Quartal so stark eingebrochen wie noch nie und zum anderen ist das Land erstmals seit 1991 in eine Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei zwischen April und Ende Juni im Vergleich zum ersten Quartal um sieben Prozent gefallen, teilte die nationale Statistikbehörde am Mittwoch in Canberra mit. Dies ist der stärkste Einbruch seit der 1959 gestarteten Aufzeichnung von Quartalsdaten. Der Rückgang fiel zudem etwas höher aus als Experten erwartet hatten.

Da die australische Wirtschaft bereits in den ersten drei Monaten des Jahres auf Quartalsbasis geschrumpft war, sprechen Volkswirte von einer Rezession, also einer Phase mit sinkender Wirtschaftsleistung. Das hat das Land seit 1991 nicht mehr erlebt. Selbst in der globalen Finanzkrise 2008 konnte Australien dies vermeiden - als einziges der 37 Mitglieder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Grund für den starken Rückgang im zweiten Quartal war vor allem der Einbruch beim privaten Konsum. Australien ringt nicht nur mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, sondern auch mit einem starken Anstieg der heimischen Währung vor allem im Vergleich zum US-Dollar. Dies erschwert den australischen Unternehmen die Exporte und bei in der US-Währung abgerechneten Geschäften kommt weniger bei den Konzernen an. Die australische Notenbank hatte erst am Dienstag ihren lockeren geldpolitischen Kurs bestätigt und das Kreditprogramm für kleine und mittelständische Unternehmen ausgeweitet.

2.9.2020 • 07:26 Uhr

USA lehnen Teilnahme an weltweiter Impfstoff-Initiative ab

Die US-Regierung lehnt eine Teilnahme an der internationalen Initiative "Covax" ab, die einen fairen weltweiten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen garantieren soll. Die USA ließen sich nicht durch multilaterale Projekte einschränken, die unter dem Einfluss "der korrupten Weltgesundheitsorganisation und Chinas" stünden, hieß es in einer Erklärung aus dem Weißen Haus.

"Covax" wird federführend von den Impfallianzen Gavi und Cepi und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getragen. Die USA waren im Juli aus der WHO ausgetreten. Präsident Donald Trump warf der in Genf ansässigen Organisation vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen, obwohl China geringere Beiträge an die WHO zahle als die USA. Trump macht die WHO mitverantwortlich für die hohe Anzahl der Toten im Zusammenhang mit dem Virus.

Mehrere Dutzend Länder haben dagegen Interesse an einer Impfstoff-Kooperation gezeigt. Das Programm umfasst mehrere Impfstoffkandidaten. Sobald sich ein Präparat als effektiv und sicher herausgestellt hat, sollen bis Ende 2021 zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden. Damit sollen in allen Ländern weltweit Pflegekräfte und durch Alter oder Vorerkrankung besonders gefährdete Menschen geschützt werden - etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung in den teilnehmenden Ländern.

2.9.2020 • 07:15 Uhr

Duisburg plant Pokalspiel mit Fans

Fußball-Drittligist MSV Duisburg möchte sein Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund vor Zuschauern bestreiten. Dafür hat der Club beim Duisburger Gesundheitsamt ein entsprechendes Hygienekonzept eingereicht, wonach unter Berücksichtigung der in Nordrhein-Westfalen gültigen Corona-Schutzverordnung eine Zulassung von bis zu 8000 Besuchern in der Duisburger Arena möglich sein könnte. Das wäre rund ein Drittel des Stadion-Fassungsvermögens.

Aber auch mit weniger Fans im Stadion wäre der MSV laut eigener Aussage zufrieden. "Was uns allen extrem fehlt, ist die Gemeinsamkeit von Fans und Mannschaft im Stadion. Wir wollen einen Stein ins Rollen bringen", sagte der neue MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt. Der MSV empfängt den Revierrivalen BVB am 14. September.

Ohne Ticketeinnahmen würden dem finanziell angeschlagenen Drittligisten wichtige Einnahmen fehlen. Bislang hat die Stadt Duisburg unter Berücksichtigung der Corona-Infektionsentwicklung einem Spiel mit einer teilweisen Zulassung von Zuschauern allerdings eine Absage erteilt. Um die Behörden von ihrem Konzept zu überzeugen, planen die MSV-Verantwortlichen eine Art Testlauf vor Zuschauern mit ihrer Bundesliga-Mannschaft der Frauen. Zum Saisonstart am kommenden Sonntag empfängt Duisburg den Aufsteiger SV Meppen.

2.9.2020 • 07:06 Uhr

Australien: Ausnahmezustand in Corona-Hotspot verlängert

In Australiens schwer vom Coronavirus getroffenen Bundesstaat Victoria wurde der Ausnahmezustand um weitere sechs Monate verlängert. Das hat das Oberhaus des Parlaments des Bundesstaates mit 20 zu 19 Stimmen entschieden. Der Ausnahmezustand vergrößert die Befugnisse der Regierung, Corona-Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Regierung hatte geplant, den Ausnahmezustand um zwölf Monate zu verlängern.

In Victoria, dessen Hauptstadt die schwer vom Virus getroffene Metropole Melbourne ist, wurden am Mittwoch 90 neue Infektionen und sechs Todesfälle registriert. Am Dienstag waren es 70 Infektionen gewesen. Der Durchschnitt der vergangenen sieben Tage rutschte mit 95 zum ersten Mal seit langem auf eine zweistellige Zahl. Vergangene Woche waren es durchschnittlich 175 Neuinfektionen am Tag gewesen.

2.9.2020 • 06:58 Uhr

Sechs Millionen Infizierte in den USA

In den USA haben sich mittlerweile mehr als sechs Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden seien 32.087 Neuinfektionen registriert worden, teilten die US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) am Dienstag mit. Insgesamt hätten sich damit 6.004.443 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Todesopfer sei um 428 auf 183.050 gestiegen. Die USA sind mit Abstand das am stärksten von der Pandemie betroffene Land - sowohl bei den Infektions- als auch bei den Todesfällen.

2.9.2020 • 06:52 Uhr

Peru liegt bei Corona-Sterblichkeit weltweit an der Spitze

Gemessen an der Bevölkerungszahl sterben in keinem anderen Flächenstaat der Erde so viele Menschen an der Krankheit Covid-19 wie in Peru. 89,99 Tote je 100.000 Einwohner registrierte das südamerikanische Land zuletzt. Damit liegt es noch vor Belgien, Andorra und Großbritannien. Nur der Kleinstaat San Marino in Italien kommt umgerechnet auf die Bevölkerungszahl auf noch mehr Tote - allerdings mit insgesamt gerade einmal 42 Opfern.

Bislang haben sich in Peru über 652.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 28.000 Patienten sind an Covid-19 gestorben. In Südamerika ist nur das viel größere Brasilien stärker von der Pandemie betroffen. Trotz großer Bemühungen ist es der peruanischen Regierung bislang nicht gelungen, die Infektionszahlen zu senken.

Peru, Arequipa: Menschen tragen einen Sarg auf dem Friedhof El Cebollar inmitten der Corona-Pandemie.  | dpa

In Peru haben sich bislang über 652.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 28.000 sind in der Folge gestorben. Bild: dpa

Zwar erließ sie gleich zu Beginn der Pandemie weitreichende Ausgangssperren, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Allerdings können es sich in dem armen Land viele Menschen schlicht nicht leisten, zu Hause zu bleiben. Denn die meisten Peruaner arbeiten im informellen Sektor, verkaufen also Waren auf lokalen Märkten, oder bieten einfache Dienstleistungen an. Rund 70 Prozent der arbeitenden Peruaner erwirtschaften in diesem Sektor ihr Einkommen - das ist selbst für lateinamerikanische Verhältnisse sehr viel.

Nun hat die Regierung die Regeln noch einmal verschärft: Sonntags gilt eine komplette Ausgangssperre, Familientreffen sind vorerst untersagt. Außerdem soll eine Aufklärungskampagne mit drastischen Slogans die Menschen vor der Gefahr durch Covid-19 warnen. "Wenn du unbedingt mit einem Freund einkaufen gehen musst, dann nutzt die Chance und kauft euch gleich zusammen eine Grabstelle auf dem Friedhof", heißt es beispielsweise auf einem der Plakate.

2.9.2020 • 06:22 Uhr

Brasiliens Wirtschaft bricht massiv ein

Brasiliens Wirtschaft hat infolge der Corona-Pandemie einen Rekordeinbruch erlitten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas sank im zweiten Quartal dieses Jahres um 9,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal, wie die brasilianische Statistik-Behörde in Rio de Janeiro mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug der Rückgang 11,4 Prozent. Das ist jeweils der größte Rückgang, seit Beginn der Aufzeichnungen vergleichbarer Daten im Jahr 1996. Die brasilianische Wirtschaft fiel auf das Niveau von 2009 zurück.

Besonders stark seien die Auswirkungen der Pandemie im Industrie- sowie dem Dienstleistungssektor zu spüren, die Landwirtschaft dagegen wuchs. Zwar lehnte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Corona-Einschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen ab. Das oberste Gericht übertrug die Kompetenzen für den Kampf gegen das Coronavirus aber an die Gouverneure.

Um die sozialen Folgen der Pandemie abzufedern, zahlte die Regierung eine Corona-Nothilfe von 600 Reais (rund 100 Euro) aus. Bolsonaro kündigte am Dienstag an, dass die vor allem für Freiberufler und Tagelöhner gedachte Unterstützung mit 300 Reais noch vier Monate weiterlaufen solle.

2.9.2020 • 05:54 Uhr

Mostra in Venedig als erstes großes internationales Filmfestival in Corona-Zeiten

In Venedig beginnt heute das erste große internationale Filmfestival in Corona-Zeiten, das nicht nur virtuell stattfindet. Wegen der Corona-Pandemie gibt es allerdings keine Fans am Roten Teppich, deutlich weniger Hollywood-Prominenz und Zuschauer in den Kinosälen. Eröffnet wird die 77. Ausgabe des Festivals mit dem außer Konkurrenz laufenden neapolitanischen Ehedrama "Lacci" von Daniele Luchetti. 

2.9.2020 • 05:20 Uhr

Pelosi: Keine Einigung über neuen US-Corona-Hilfsfonds in Sicht

Im Ringen um ein neues Corona-Hilfspaket in den USA stecken die Verhandlungen weiter fest. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sieht nach einem Telefonat Finanzminister Steven Mnuchin "gravierende Meinungsverschiedenheiten" zwischen den Demokraten und der republikanischen Regierung in Washington hinsichtlich neuer Staatshilfen. "Leider hat dieser Anruf deutlich gemacht, dass Demokraten und das Weiße Haus weiterhin ernste Differenzen haben, wenn es darum geht, wie ernst die Situation der arbeitenden Familien in Amerika ist", so Pelosi.

2.9.2020 • 05:20 Uhr

RKI: 1256 Neuinfektionen und elf weitere Todesfälle

In Deutschland sind elf weitere Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) bekannt gab, stieg die Zahl der Todesfälle damit auf 9313. Die Zahl der Positiv-Tests legt um 1256 auf 244.855 zu.