Ein Schild mit der Aufschrift Corona Testzentrum in Göttingen | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie Mehr als 100 Infektionsfälle in Göttingen

Stand: 03.06.2020 22:06 Uhr

Die Zahl der positiv auf eine Corona-Infektion getesteten Menschen in Göttingen ist auf mehr als 100 gestiegen. Die WHO setzt ihre Forschungen am Malaria-Präparat Hydroxychloroquin für die Covid-19-Therapie fort. Alle Entwicklungen im Liveblog.

  • RKI meldet 342 Neuinfektionen in Deutschland
  • Kabinett hebt weltweite Reisewarnung zum 15. Juni auf
  • Belgien öffnet Grenzen für Schengenraum zum 15. Juni
  • Spanien verlängert Corona-Notstand zum sechsten Mal
  • Österreich beendet Grenzkontrollen - außer zu Italien
  • Stiftung Auschwitz Memorial bittet um Spenden
3.6.2020 • 22:04 Uhr

Ende des Liveblogs für heute

Für heute beenden wir unseren Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse. Bleiben Sie gesund!

3.6.2020 • 22:06 Uhr

EU-China-Gipfel im September abgesagt

Das Gipfeltreffen von China und der EU wird wegen der Coronavirus-Krise nicht wie geplant Mitte September in Leipzig stattfinden. Kanzlerin Angela Merkel habe dazu heute mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping und dem Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel, telefoniert, teilte die Bundesregierung mit. "Sie waren sich einig, dass das Treffen angesichts der pandemischen Gesamtlage zum vorgesehenen Zeitpunkt nicht stattfinden kann, jedoch nachgeholt werden soll." Details sollen zeitnah abgesprochen werden. Als Themen für den Gipfel hatte die Bundesregierung zuletzt unter anderem die Verhandlungen über ein Investitionsschutzabkommen sowie die Klimapolitik genannt.

3.6.2020 • 20:43 Uhr

Mehr als hundert Menschen in Göttingen positiv getestet

Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen im Zusammenhang mit mehreren privaten Familienfeiern ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Menschen auf mehr als hundert gestiegen. In der Stadt Göttingen seien 86 Infektionen festgestellt worden, hinzu kämen 18 Infektionen im umliegenden Landkreis sowie eine noch nicht zugeordnete Infektion, teilte die Stadt in Niedersachsen mit. Weitere 218 Menschen seien als Kontaktpersonen ersten Grades unter Quarantäne gestellt worden. 

Nach Angaben der Stadt befinden sich drei der Infizierten in stationärer Behandlung, ein Patient muss demnach künstlich beatmet werden. Die Behörden bereiten derzeit einen Massentest in einem Hochhauskomplex vor, in dem es Ende Mai private Feierlichkeiten gegeben hatte. Insgesamt sollen laut der Stadt zwischen 600 und 700 Bewohner des Komplexes noch in dieser Woche auf Sars-CoV-2 getestet werden. Wegen des Corona-Ausbruchs hat Göttingen bis Montag vorsorglich alle Schulen sowie fünf Kitas geschlossen. Hintergrund ist, dass sich unter den Infizierten auch eine Reihe von Kindern und Jugendlichen befindet. Die Stadt untersagte für einen Zeitraum von zwei Wochen zudem Mannschafts- und Kontaktsportarten.

3.6.2020 • 20:31 Uhr

Koalitionsspitzen verhandeln weiter um Konjunkturpaket

In Berlin verhandeln die Spitzen der Großen Koalition weiterhin um das geplante Corona-Konjunkturpaket. Der Druck, sich heute auf sinnvolle Maßnahmen zu einigen, sei enorm, betont Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, in ihrer Einschätzung: "Denn parteipolitische Profilierung oder ein Feuerwerk an teuren, aber nicht wirksamen Maßnahmen sei nicht zu vermitteln, hören wir von Verhandlungsteilnehmern."

Die heute bekanntgegebenen Arbeitslosenzahlen brächten Dringlichkeit in die Debatte: Allein im Mai stieg sie nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit um 169.000 Menschen. Für die Verhandlungen in Berlin gilt zwar: Noch ist nichts vereinbart, bis alles vereinbart ist. Bereits geeinigt hätten sich Union und SPD auf ein "umfangreiches Paket zur Stützung der Kommunen".

3.6.2020 • 20:19 Uhr

Iran: Rouhani droht mit Aufhebung der Lockerungen

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat mit einer Aufhebung der Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Land gedroht. "Die Bevölkerung sollte sich im Klaren sein, dass bei einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen die Limitierungen umgehend wieder eingeführt werden", sagte er. Es wäre schade, wenn der mit großer Mühe erzielte Teilerfolg im Kampf gegen das Virus nun leichtfertig verspielt werden sollte.

Hintergrund der Drohung ist der Anstieg der Zahlen von Covid-19-Toten und Corona-Infizierten in den vergangenen Tagen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von heute gab es binnen 24 Stunden 70 Tote und mehr als 3000 Neuinfektionen. Damit sind seit Ende Februar im Iran mehr als 8000 Covid-19-Kranke gestorben, mehr als 160.000 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Gesundheitsexperten sehen die Lockerungen der vergangenen Wochen als Hauptgrund für den erneuten Anstieg der Opfer- und Infektionszahlen: Fast alle Branchen haben ab Ende Mai die Arbeit wieder aufgenommen. Zwar sollen sich alle weiterhin strikt an die Hygienerichtlinien - Schutzmasken, Plastikhandschuhe und Abstand - halten, aber dem Gesundheitsministerium zufolge tun das die meisten nicht mehr.

Straßenszene in Teheran: Viele Menschen gehen dicht an dicht, die meisten tragen keine Schutzmaske mehr. | ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/Shut

Straßenszene in Teheran: Viele Menschen gehen dicht an dicht, die meisten tragen keine Schutzmaske mehr. Bild: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/Shut

3.6.2020 • 19:35 Uhr

Spanien noch bis 20. Juni im Corona-Notstand

In Spanien ist der umstrittene Corona-Notstand zum sechsten Mal um weitere zwei Wochen bis zum 20. Juni verlängert worden. Im Parlament stimmten am Mittwochabend 177 Abgeordnete für den Antrag von Regierungschef Pedro Sánchez. Es gab 18 Enthaltungen.

Die Zustimmung wurde möglich, weil Sánchez als Chef einer Minderheitsregierung dank Absprachen mit den liberalen Ciudadanos und regionalen Parteien zusätzliche Stimmen auf seine Seite bringen konnte. Mit Nein stimmten 155 Abgeordnete der oppositionellen konservativen Partido Popular (PP) und der rechtspopulistischen Vox-Partei. Letztere hatte in den vergangenen Wochen massiv Stimmung gegen die Regierung gemacht und zu Demonstrationen aufgerufen.

3.6.2020 • 19:18 Uhr

WHO nimmt Forschung an Malaria-Präparat für Covid-Therapie wieder auf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nimmt die klinischen Studien zur Wirksamkeit des Medikaments Hydroxychloroquin im Kampf gegen das Coronavirus wieder auf. "Auf der Basis der vorhandenen Daten zur Sterblichkeit" könnten die Studien fortgesetzt werden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die klinischen Tests waren vorübergehend ausgesetzt worden, nachdem eine kontroverse Studie zu dem Schluss gekommen war, dass Hydroxychloroquin Covid-19-Patienten zusätzlich gefährden könnte. Mehrere Länder untersagten daraufhin die Behandlung von Covid-19-Patienten mit dem aus der Malaria-Therapie bekannten Mittel. Die WHO setzte die klinischen Tests vorübergehend vollständig aus.

Nach massiver Kritik an der Methodik der Studie hat sich die Fachzeitschrift "Lancet", in der die Studie publiziert wurde, inzwischen allerdings von der Veröffentlichung distanziert. Zuvor hatten sich dutzende Forscher skeptisch zu der Studie geäußert. Die "Lancet"-Redaktion teilte mit mit, sie habe die Studienautoren mit einer Prüfung ihrer Daten beauftragt.

Eine Apothekerin in zeigt verschiedene Hydroxychloroquin-Medikamente | dpa

Eine Apothekerin in zeigt in Davenport verschiedene Hydroxychloroquin-Medikamente. Bild: dpa

3.6.2020 • 19:10 Uhr

Senegal: Proteste gegen Ausgangssperre schlagen in Gewalt um

In mehreren Städten im Senegal sind Proteste gegen die wegen der Corona-Krise geltenden Ausgangsbeschränkungen in Gewalt umgeschlagen. In Touba, der zweitgrößten Stadt des Landes, wurden nach Behördenangaben in der Nacht drei Polizeiautos und ein Krankenwagen in Brand gesetzt. Auch ein Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten sowie ein Bürogebäude des Stromversorgers Senelec wurden demnach angegriffen. Augenzeugen berichteten auch von Attacken auf mehrere Postgebäude in Touba.

Auch in den Städten Mbacké, Tambacounda und Thies gab es laut Medienberichten Proteste. In Mbacké griffen Demonstranten den örtlichen Sitz des Radiosenders RFM an, der dem ehemaligen Minister und Sänger Youssou N'Dour gehört. Der Journalistenverband 3CM verurteilte die Attacke auf den Sender als "Vandalismus" und rief die Behörden dazu auf, "die Sicherheit der Medien während dieser Zeit der Unruhen" sicherzustellen.

Hintergrund der Proteste ist der von Präsident Macky Sall am 23. März ausgerufene Ausnahmezustand, der bis Ende Juni verlängert wurde. Der Ausnahmezustand sieht eine landesweite nächtliche Ausgangssperre vor, zudem gelten Reisebeschränkungen im Inland.  Im Senegal wurden nach offiziellen Angaben bislang rund 4000 Coronavirus-Infektionen und 45 Todesfälle registriert.

3.6.2020 • 19:10 Uhr

Deutschland schließt "Inklusive Impfallianz" mit Nachbarn

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben sich zusammengeschlossen, um die Herstellung eines Corona-Impfstoffs in Europa voranzutreiben. Ziel der "Inklusiven Impfallianz" sei die Herstellung eines Impfstoffs "auf europäischem Boden", "wo immer dies möglich ist", teilte das niederländische Gesundheitsministerium mit. Die vier Länder untersuchen demnach "gemeinsam verschiedene vielversprechende Initiativen" und führen Gesprächen mit diversen Pharmaunternehmen. Um möglichst schnell einen Impfstoff zu erhalten, seien eine gemeinsame Strategie und gemeinsame Investitionen notwendig, hieß es in der Mitteilung weiter. Künftige Impfstoffe sollten neben der EU auch anderen Ländern, insbesondere ärmeren afrikanischen Staaten, zugute kommen.

Mit den Pharmaunternehmen solle zudem vereinbart werden, dass ein Impfstoff für die EU "allgemein zugänglich, verfügbar und erschwinglich" sein muss. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es weltweit schon mehr als hundert Projekte zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffes. Die vielen Forschungsprojekte nähren die Hoffnung, dass die Pandemie bald mit einer Impfung gebremst werden könnte.

3.6.2020 • 17:32 Uhr

Belgien öffnet Grenzen am 15. Juni

Belgien hebt seine wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisebeschränkungen zum 15. Juni auf. Reisen in und aus Ländern der EU und des Schengen-Raums seien dann wieder ungehindert möglich, sagte Regierungschefin Sophie Wilmès. Darüber hinaus kündigte sie an, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus erlassen worden waren, ab kommender Woche weitgehend wieder zurückzunehmen.

"Die Situation ist besser, als wir gedacht hätten", sagte Wilmès. Die Entwicklung der Virus-Ausbreitung in Belgien sei insgesamt ermutigend, eine Rückkehr zur Normalität möglich. Ab Montag könnten deshalb etwa Bars und Restaurants wieder öffnen, "vorausgesetzt, sie halten sich an strikte Vorgaben". Nach den neuen Regeln dürfen maximal zehn Menschen am selben Tisch sitzen, zwischen den Tischen sind anderthalb Meter Mindestabstand vorgeschrieben, das Personal muss Schutzmasken tragen und es gilt eine Sperrstunde um 01.00 Uhr nachts. Der Kreis von Menschen, mit denen "engerer Umgang" gepflegt werden darf, wird laut Wilmès auf zehn ausgeweitet.

Belgien hatte im März als Reaktion auf die Pandemie eine strenge Ausgangssperre verhängt, an den Grenzen wurde systematisch kontrolliert. Im Mai waren erste Lockerungen in Kraft getreten.

3.6.2020 • 17:32 Uhr

Deutschland sichert Staaten in Lateinamerika und der Karibik Hilfe zu

Deutschland will den Ländern in Lateinamerika und der Karibik in der Corona-Krise verstärkt helfen. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte in Berlin vor einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus der Region, seit Anfang des Jahres seien die deutschen Hilfsleistungen verdoppelt und zur Bekämpfung der Corona-Pandemie Expertenteams nach Kolumbien, Ecuador, Peru und Mexiko geschickt worden. Über möglicherweise weitere Hilfen solle nun gesprochen werden.

Bei der Online-Konferenz der Außenminister, zu der Deutschland eingeladen hatte, soll nach den Worten von Maas auch darüber gesprochen werden, wie multilaterale Organisationen wie die Weltbank oder der Internationale Währungsfonds (IWF) die lateinamerikanischen Länder gezielt unterstützen können. "Mit Lateinamerika verbindet uns die Überzeugung, dass die regelbasierte Ordnung nicht unter die Räder einer neuen Großmächterivalität kommen darf", sagte Maas. Er erteilte "Protektionismus" und "Abschottung" eine Absage und hob hervor: "Gerade jetzt brauchen wir starke Welthandelsbeziehungen, um aus der Krise herauswachsen zu können und das so schnell wie möglich." Auch mit Brasilien, einem der von der Pandemie am schwersten getroffenen Länder weltweit, arbeite die Bundesregierung weiter auf allen Ebenen zusammen.

3.6.2020 • 17:29 Uhr

Südkorea lässt Remdesivir zur Covid-19-Therapie zu

Nach den USA und Japan hat auch Südkorea das Medikament Remdesivir für Covid-19-Patienten zugelassen. Die Regierung in Seoul erteilte heute eine Dringlichkeitsgenehmigung und will nun die Importe des Mittels beschleunigen. Dies solle in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Gilead Science erfolgen, kündigte die koreanische Regierung an.

Südkorea war zu Beginn der Pandemie eines der am stärksten von der Verbreitung des Coronavirus betroffenen Länder in Asien. Zwar brachte es die Ausbreitung durch ein Rückverfolgungs-, Test- und Behandlungsprogramm schnell unter Kontrolle. Trotzdem sind immer noch 800 Patienten in Behandlung beziehungsweise unter Beobachtung. Die Behörden meldeten bisher 11.590 Infektions- und 273 Todesfälle.

3.6.2020 • 17:18 Uhr

USA wollen Flugzeuge aus Festlandchina nicht mehr landen lassen

Die US-Regierung will chinesischen Fluggesellschaften Passagierflüge in die Vereinigten Staaten bis auf weiteres verbieten. Die Regelung soll ab dem 16. Juni gelten, wie das US-Verkehrsministerium mitteilte. Sie ist als Vergeltungsmaßnahme gedacht und gilt für Air China, China Eastern Airlines, China Southern Airlines und Hainan Airlines Holding. Die USA werfen China vor, eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs von amerikanischen Airlines in die Volksrepublik zu verhindern.

US-Fluggesellschaften hatten im Februar wegen der Corona-Pandemie alle Passagierflüge nach China aus eigenem Antrieb ausgesetzt. Inzwischen dringen Unternehmen wie Delta Air Lines und United Airlines darauf, die Verbindungen wiederaufnehmen zu können. Sie stützen sich auf grundlegende Vereinbarungen zwischen beiden Ländern und verweisen darauf, dass chinesische Gesellschaften auch in der Coronakrise ihre Flüge in die USA fortgesetzt haben.

Die Pandemie hat zu verstärkten Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik geführt. US-Präsident Donald Trump wirft China eine Verschleierungstaktik nach dem Ausbruch des Coronavirus in Wuhan vor und setzt auch im US-Präsidentschaftswahlkampf auf antichinesische Ressentiments.

3.6.2020 • 16:59 Uhr

1262 Covid-19-Tote an einem Tag in Brasilien

An nur einem Tag hat Brasilien 1262 Corona-Tote und damit einen neuen Negativ-Rekord registriert. Dies geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília hervor. Im März war in Brasilien der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden, seither sind noch nie so viele Infizierte an einem einzigen Tag gestorben. Die Gesamtzahl der Corona-Toten stieg in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land Lateinamerikas auf 31.199. Das Ministerium meldete auch 28.936 Neuinfektionen, insgesamt lag die Zahl der Infizierten bei 555.383.

Brasilien rangiert nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz vier, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den Vereinigten Staaten. Die tatsächliche Zahl dürfte unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Infizierten mindestens sieben Mal höher ist als bislang bekannt.

Massenbegräbnis von Corona-Toten auf einem Friedhof in Manaus | REUTERS

Trauernde auf dem Friedhof Parque Taruma in Manaus, auf dem in einer Massenbeisetzung Covid-19-Tote beerdigt wurden (Archivbild). Bild: REUTERS

3.6.2020 • 16:36 Uhr

Stiftung Auschwitz Memorial bittet um Spenden

Zu Hochzeiten der Corona-Pandemie schloss die Gedenkstätte im früheren NS-Konzentrationslager Auschwitz ihre Tore - mit weitreichenden finanziellen Folgen, wie die Stiftung Auschwitz Memorial mitteilt: die Stiftung benötige Spenden, um weitere Bildungs- und Forschungsprojekte finanzieren zu können, schrieb Museumsleiter Piotr Cywinski in einer Mitteilung - das Budget für 2020 sei "zusammengebrochen". 2019 standen Auschwitz Memorial insgesamt 113.9 Millionen Zloty zur Verfügung - umgerechnet sind das etwa 25,82 Millionen Euro.

3.6.2020 • 16:30 Uhr

Schloss Versailles öffnet am Samstag für Besucher

Das Versailler Schloss öffnet nach der pandemiebedingten Zwangspause am 6. Juni wieder seine Türen. Zugänglich sind das Schloss, die Gärten, Parkanlagen und das von Ludwig XV. für seine Mätresse Madame de Pompadour errichtete Trianon, teilte die Schlossleitung mit. Der Besuch kann nur mit vorheriger Reservierung eines Zeitfenster-Tickets und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. 

Seit gestern dürfen in Frankreich wieder Museen und Sehenswürdigkeiten öffnen. Das Loire-Schloss Chambord soll ab dem 5. Juni wieder zu besichtigen sein, das Schloss von Fontainebleau ab dem 1. Juli.

Schloss Versailles in Frankreich | picture alliance / blickwinkel/a

Schloss Versailles in Frankreich (Archivbild). Bild: picture alliance / blickwinkel/a

3.6.2020 • 15:45 Uhr

Weitere Lockerungen in Sachsen ab 6. Juni

In seiner neuen Corona-Verordnung gesteht das Bundesland Sachsen vom 6. Juni an weitere Lockerungen der Corona-Schutzauflagen zu. Unter anderem sollen laut Gesundheitsministerin Petra Köpping Familienfeiern mit bis zu 50 Teilnehmern wieder erlaubt sein, ebenso Besuche in Alten- und Pflegeheimen.

Auch Busreisen, Ferienfreizeiten und -camps für Kinder sollen bald wieder stattfinden können, wenn die Veranstalter dafür genehmigte Hygienekonzepte geschaffen haben. Im öffentlichen Raum sind schon von Samstag an Treffen von bis zu zehn Personen möglich - bisher durften sich nur Angehörige zweier Haushalte treffen. "Wir sprechen nicht mehr von Verboten, sondern wir wollen ermöglichen", sagte Köpping dazu. Die aktuellen Infektionszahlen seien ermutigend. Es werde auf stärkere Eigenverantwortung gesetzt.

Die neue Verordnung gilt bis zum 30. Juni - wie sie vor dem Auslaufen angepasst wird, hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab. Vorerst soll weiterhin eine Mund-Nasen-Schutz-Tragepflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr gelten, Kitas und Schulen sind weiterhin eingeschränkt in Betrieb. Messen können hingegen laut Wirtschaftsminister Martin Dulig wieder stattfinden, wenn die Veranstalter ein genehmigtes Hygienekonzept haben.

3.6.2020 • 15:45 Uhr

Was Reisende beachten müssen - ein Überblick

Für insgesamt 31 Staaten wird die wegen der Corona-Pandemie geltende Reisewarnung ab dem 15. Juni wieder aufgehoben. Das gilt für die meisten EU-Staaten sowie für Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Ein Sommerurlaub im Ausland wird wieder möglich, doch es gibt in vielen Reiseländern noch Beschränkungen. Was gilt wo? Dominik Lauck von tagesschau.de gibt einen Überblick.

3.6.2020 • 15:24 Uhr

Mehrheit der Landkreise verzeichnet kaum Neuinfektionen

Die allermeisten Landkreise in Deutschland haben in den vergangenen sieben Tagen überhaupt keine oder nur wenige Corona-Neuinfektionen verzeichnet. 343 von mehr als 400 Landkreisen hatten dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge maximal fünf neue Fälle pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen gemeldet.

Laut RKI-Daten hat zum heutigen Stand kein einziger Landkreis die kritische Marke von 50 Neuinfektionen erreicht. Wird diese Obergrenze überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden. Die meisten neuen Fälle pro 100.000 Einwohner verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen der thüringische Landkreis Sonneberg. Auch Bremerhaven sowie die Landkreise Coburg und Cuxhaven registrierten verhältnismäßig viele neue Fälle.

3.6.2020 • 15:17 Uhr

Pläne der Kultusminister für das kommende Schuljahr

Schulen sollen im kommenden Schuljahr so bald wie möglich zum Präsenzunterricht nach der Stundentafel zurückkehren. Das geht aus dem Rahmenkonzept der Kultusministerkonferenz hervor, über das die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe berichtet.

Solange die Abstandsregeln gelten, wird es demnach weiterhin einen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht geben. Prüfungsanforderungen sollen den reduzierten Stundentafeln angepasst werden; die Vorgaben für das Abitur 2021 und 2022 sollen möglicherweise verändert werden. Der Sportunterricht fällt laut Informationen der Zeitung weitgehend aus, nur die unbedingt erforderlichen Leistungsnachweise sollen möglichst unter freiem Himmel erbracht werden. SWR-Korrespondent Stephan Lenhardt gibt eine Einschätzung dazu:

3.6.2020 • 15:14 Uhr

Frankreich: Regierung zufrieden mit Corona-App

Die französische Regierung zeigt sich zufrieden mit dem Start der App "StopCovid", die seit gestern zum Download verfügbar ist. Bislang hätten etwa 600.000 Menschen sie heruntergeladen, sagte Cédric O, der Staatssekretär für Digitales, dem Fernsehsender France 2. Damit die App aber wirksam sei, müssten mehrere Millionen Menschen sie nutzen, betonte er.

"StopCovid" soll mithilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahe gekommen sind - stellt sich später heraus, dass Bürger sich in der Nähe eines Nutzers mit Corona-Infektion aufgehalten haben, sollen sie gewarnt werden. Experten kritisieren mangelnde Anwendbarkeit und Datenschutzlücken in der App.

3.6.2020 • 15:07 Uhr

"Gesundheitsinspektionen" an Bord von Turkish Airlines

Die halbstaatliche türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines setzt angesichts der Corona-Pandemie auf ihren Flügen nun sogenannte Hygiene-Experten ein. Je ein Mitglied der Crew werde sich als "Gesundheitsinspektor" allein darum kümmern, dass Reinlichkeitsmaßnahmen und Abstandsregeln eingehalten würden, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Flugbegleiter sollen beispielsweise darauf achten, dass sich vor den Toiletten keine Schlangen bilden, dass alle Passagiere ihre Masken tragen oder diese nicht alle auf einmal während der Essensausgabe abnehmen. Sie sollen die Toiletten regelmäßig desinfizieren und auf einigen Flügen an Passagiere Hygiene-Kits verteilen. Die enthalten eine Maske, Desinfektionsmittel und antiseptische Tücher.

Turkish Airlines will internationalen Verbindungen ab dem 10. Juni wieder aufnehmen. Am Dienstag wurde bekannt, dass sie außerdem ab 18. Juni zusätzliche Direktflüge in türkische Städte ins Programm aufnimmt - unter anderem, um das Umsteigen zu vermeiden. An Flughäfen werden Corona-Tests durchgeführt.

Flugbegleiterinnen der Gesellschaft Turkish Airlines am Flughafen Esenboga in Ankara. | STR/EPA-EFE/Shutterstock

Flugbegleiterinnen der Gesellschaft Turkish Airlines am Flughafen Esenboga in Ankara. Bild: STR/EPA-EFE/Shutterstock

3.6.2020 • 15:00 Uhr

Berlin-Tegel schließt doch nicht so bald

Der Berliner Flughafen Tegel bleibt bis Anfang November offen. Das sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup bei einer Pressekonferenz. Grund seien die wieder ansteigenden Passagierzahlen - die Fluggesellschaften bräuchten wegen der Abstandsregeln in der Corona-Krise mehr Platz.

Lütke Daldrup betonte, der neue Hauptstadt-Flughafen BER werde wie geplant am 31. Oktober eröffnet und Tegel als Folge dann am 8. November geschlossen. "Der 8. November wird ein emotionaler Moment", sagte der Flughafenchef. "Tegel hat viel für Berlin geleistet."

3.6.2020 • 14:38 Uhr

Deutsche Fluggesellschaften steuern bald wieder 159 Ziele an

Fluggesellschaften aus Deutschland wollen nach Angaben der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in den kommenden Tagen und Wochen zahlreiche Flugverbindungen wieder aufnehmen. Insgesamt würden im Juni von den deutschen Flughäfen aus 159 Ziele in 63 Ländern zu erreichen sein, kündigte der BDL an.

Damit Flugreisen gesundheitlich sicher sind, erarbeiten die deutschen Flughäfen und Fluggesellschaften den Angaben zufolge gemeinsam mit den Behörden entlang der gesamten Reisekette Vorsichts- und Hygienemaßnahmen. So sollen in den Flughafengebäuden, wo immer dies möglich ist, die gängigen Mindestabstände eingehalten werden. In den Flughafengebäuden und an Bord gelte zudem eine generelle Maskenpflicht für die Passagiere.

3.6.2020 • 13:45 Uhr

EU-Kommission stuft Virus in zweithöchste Risikostufe für Arbeiter ein

Die EU-Kommission hat Sars-CoV-2 in die zweithöchste Risikogruppe für Arbeitnehmer eingestuft. Nach Beratungen mit der Wissenschaftlern und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde die dritte von insgesamt vier Stufen ausgewählt. Dabei beschreibt die vierte Stufe das höchste Risiko für biologische Gefahren, gegen die es keine vorbeugenden Maßnahmen oder Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Die Entscheidung hat Auswirkungen auf die Schutzmaßnahmen, die Arbeitgeber am Arbeitsplatz ergreifen müssen und damit auch auf die Kosten, die auf Unternehmen nach dem Ende der Lockdown-Phase zukommen.

3.6.2020 • 13:37 Uhr

Auswärtiges Amt: Keine neue Rückholaktion

Die Bundesregierung betont, dass deutsche Touristen nach der Aufhebung der Reisewarnung für EU-Staaten nicht mit einer erneuten Rückholaktion bei neuen Corona-Beschränkungen in diesen Ländern rechnen können. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wies darauf hin, dass eine Wiederholung der Aktion im März und April nicht möglich sei, als Hunderttausende gestrandete Touristen mit Hilfe der Bundesregierung nach Deutschland zurückgebracht worden waren. "Jeder muss sich des Risikos bewusst sein", betonte er. Das ändere nichts an einer konsularischen Betreuung im Notfall.

3.6.2020 • 13:33 Uhr

Maas fliegt zu Termin ins Ausland

Bundesaußenminister Heiko Maas will morgen erstmals seit Monaten wieder ins Ausland fliegen. Er werde seinen niederländischen Amtskollegen in Den Haag treffen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Es werde um die Coronavirus-Pandemie, den EU-Haushalt sowie den geplanten Wiederaufbaufonds für Europa gehen.

Heiko Maas (SPD), Außenminister, sitzt mit Mund- und Nasenschutz in ein Flugzeug der Luftwaffe. | dpa

Heiko Maas (SPD), Außenminister, sitzt mit Mund- und Nasenschutz in ein Flugzeug der Luftwaffe. Bild: dpa

3.6.2020 • 13:27 Uhr

Spanien könnte Einreisestopp früher lockern als geplant

Ein Sprecher des spanischen Tourismus-Ministeriums sagte, man arbeite daran, ab dem 22. Juni mit einer schrittweisen Öffnung beginnen zu können. Bislang hat die Regierung den 1. Juli als Termin für eine Öffnung der Grenzen für Reisende genannt.

3.6.2020 • 13:26 Uhr

Wiener Staatsoper spielt nach Corona-Pause wieder auf

Die Wiener Staatsoper plant noch in diesem Monat erste Konzerte nach der Corona-Pause. Nach mehreren Wochen Stillstand stehen nun bis Ende Juni 14 Konzerte für jeweils maximal 100 Besucher am Programm, wie das Opernhaus mitteilte. Alle Konzerte werden zudem als Livestream kostenfrei übertragen. Das Opernhaus verfügt eigentlich über 1709 Sitz- und 567 Stehplätze.

Aus Sicherheitsgründen werden ausschließlich Einzel-Sitzplätze im Parkett angeboten. Besucher sollen den entsprechenden Sicherheitsabstand einhalten, sich die Hände desinfizieren und bis zu ihrem Sitzplatz einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Die Staatsoper in Wien | dpa

Die Staatsoper ist wie viele andere Kulturstätten während der Corona-Krise geschlossen. Bild: dpa

3.6.2020 • 13:16 Uhr

Tschechien und Slowakei öffnen gemeinsame Grenze füreinander

Tschechen und Slowaken können ab morgen wieder frei ins jeweils andere Land reisen. Das kündigte der neue slowakische Regierungschef Igor Matovic bei seinem Antrittsbesuch in Prag an - als ein "Geschenk", wie er sagte. Bisher war dies nur für 48 Stunden möglich. "Wir stellen die Tschechoslowakei wieder her, indem wir die völlige Bewegungsfreiheit zwischen der Slowakei und Tschechien ermöglichen", erklärte der konservative Politiker.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten sowohl Prag als auch Bratislava Mitte März ihre Grenzen dichtgemacht. Tschechien lässt ab dem 15. Juni Touristen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Staaten wieder ins Land, ohne dass ein negativer Corona-Test erforderlich ist. Die Slowakei gibt sich derzeit noch etwas zurückhaltender, was die Lockerung des Grenzregimes angeht.

3.6.2020 • 13:13 Uhr

Zoll bekommt Tausende Hinweise auf Betrug bei Soforthilfen

Die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen des Zolls hat mehrere Tausend Hinweise erhalten, dass Kriminelle die Situation für Corona-Soforthilfen ausnutzen. Knapp 5000 Meldungen mit möglichen Bezügen zur Coronakrisenhilfe seien in den vergangenen neun Wochen bei der Zolleinheit eingegangen, teilte die Behörde mit. Davon seien 4100 Meldungen Hinweise auf "das betrügerische Erlangen von Soforthilfen".

3.6.2020 • 13:11 Uhr

Niedersachsen plant wohl ab Montag weitere Lockerungen

Niedersachsens Landesregierung bereitet zum 8. Juni eine Reihe weiterer Lockerungen der Corona-Auflagen vor. Aus einem Entwurf der neuen Corona-Verordnung, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, geht hervor, dass unter anderem Veranstaltungen im Freien mit bis zu 250 Teilnehmern unter Auflagen wieder erlaubt werden könnten. Das gilt auch für Kulturangebote, während Theater und Kinos weiter geschlossen bleiben sollen.

Auch für den Tourismus sind weiterreichende Möglichkeiten vorgesehen. Hotels können von kommender Woche an mit einer Auslastung von 80 Prozent planen statt wie bisher mit 60 Prozent. Auch Anbieter touristischer Busreisen sollen ihr Geschäft wieder aufnehmen können. In der Gastronomie könnten Bars wieder Gäste empfangen. Demonstrationen im Freien wären anders als bisher auch unabhängig von Ausnahmegenehmigungen möglich.

Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen könnten statt mit 20 mit bis zu 50 Teilnehmern stattfinden. Nach den Freibädern könnten zudem die Schwimmbäder öffnen. Gelten soll die neue Verordnung bis zum 1. Juli. Es wäre die vierte Stufe in Niedersachsens fünfstufigem Lockerungsplan.

3.6.2020 • 12:54 Uhr

TUI will Mitte Juni wieder an den Start gehen

Nach der Aufhebung der Reisewarnung für die EU und einige andere Länder will der Reisekonzern TUI am 17. Juni seinen Sommerflugplan starten. Als Hauptreiseziele nannte TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak im Wirtschaftsmagazin "Business Insider" die Balearen, Kanaren, Griechenland, Portugal und Zypern.

Wenngleich die Balearen offiziell erst ab 1. Juli wieder Touristen auf ihre Inseln lassen wollen, sieht Andryszak Chancen für einen früheren Zeitpunkt: "Im Moment plant die Regionalregierung ein Pilotprojekt, bei dem ausgewählte Fluggesellschaften und Reiseveranstalter schon im Juni eine begrenzte Anzahl an Gästen auf die Inseln bringen können."

3.6.2020 • 12:30 Uhr

Polen wählen am 28. Juni neuen Präsidenten

Die im Mai kurzfristig abgesagte Präsidentenwahl in Polen wird nun am 28. Juni stattfinden. Dieses Datum gab die Parlamentsvorsitzende Elzbieta Witek bekannt. Amtsinhaber Andrzej Duda, der aus den Reihen der nationalkonservativen Regierungspartei PiS stammt, führt in Meinungsumfragen.

An zweiter Stelle liegt der Kandidat des größten Oppositionsbündnisses Bürgerkoalition (KO), der Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski. Da die KO nach der Verschiebung des Wahltermins ihren Spitzenkandidaten ausgetauscht hat, muss Trzaskowski aber noch 100.000 Unterstützer-Unterschriften sammeln, bevor er offiziell an den Start gehen kann. Er hat dafür sieben Tage Zeit.

Um den Wahltermin hatte es lange Streit gegeben. Ursprünglich war der 10. Mai vorgesehen. Die Opposition forderte eine Verlegung, da wegen der Corona-Epidemie kein Wahlkampf möglich sei. Die PiS hielt lange an dem Termin fest und wollte die Abstimmung als reine Briefwahl organisieren. Eine dafür nötige Änderung des Wahlrechts scheiterte jedoch am Widerstand aus den eigenen Reihen. Schließlich wurde der Termin abgesagt.

3.6.2020 • 12:17 Uhr

Österreich stellt Grenzkontrollen ein - außer zu Italien

Österreich stellt wieder vollständige Reisefreiheit zu seinen Nachbarländern her - mit Ausnahme von Italien. Ab morgen werden die Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn eingestellt, wie Außenminister Alexander Schallenberg in Wien mitteilte.

Ein deutscher Bundespolizist kontrolliert eine Fahrradfahrerin am bayerischen Grenzübergang Freilassing zwischen Deutschland und Österreich. | dpa

Ein deutscher Bundespolizist kontrolliert eine Fahrradfahrerin am Grenzübergang Freilassing zwischen Deutschland und Österreich. Bild: dpa

3.6.2020 • 12:07 Uhr

Spahn kritisiert Schlauchboot-Party

Gesundheitsminister Jens Spahn kritisiert die Berliner Schlauchboot-Party vom Wochenende. "Die Bilder bereiten mir Sorgen", twitterte er. Beim Feiern verbreite sich das Virus besonders leicht. Rund 3000 Menschen hatten auf dem Berliner Landwehrkanal mit 400 Booten an einer Techno-Party teilgenommen, die für 100 Teilnehmer angemeldet war.

3.6.2020 • 12:00 Uhr

Verkehrswende auf der Kippe?

Im Nahverkehr kann es zu Stoßzeiten eng werden wie in einer Disco. Kein Wunder, dass viele aus Angst vor dem Coronavirus nun Bus oder Straßenbahn meiden. Die Folge: Wegbrechende Einnahmen. Und Kommunen in Not.

3.6.2020 • 11:38 Uhr

Weitere Flüchtlinge im Kreis Gifhorn mit Corona infiziert

In der Flüchtlingsunterkunft Ehra-Lessien im Landkreis Gifhorn sind weitere elf Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der infizierten Flüchtlinge stieg damit auf 19, wie eine Kreissprecherin am Dienstagabend mitteilte. Bei 124 weiteren getesteten Personen waren die Befunde negativ. Auch sechs untersuchte Kinder seien gesund, hieß es.

Die auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz liegende Unterkunft steht unter Quarantäne. Seit Samstag gilt ein Besuchsverbot, die Bewohner werden vom Deutschen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk versorgt.

3.6.2020 • 11:35 Uhr

Bürgermeister von Kreuzlingen und Konstanz: Grenzzaun war Fehler

Die deutsch-schweizerischen Grenzzäune zwischen Kreuzlingen auf der Schweizer und Konstanz auf der deutschen Seite waren nach Meinung der Bürgermeister ein Fehler. "Eigentlich sind Konstanz und Kreuzlingen eine Stadt", sagte Uli Burchardt, Oberbürgermeister von Konstanz, der "Neuen Zürcher Zeitung". "Man hätte genauso gut zwischen zwei Stadtteilen von Zürich oder Stuttgart einen Zaun bauen können. Das würde ebenfalls keinen Sinn machen."

Sein Schweizer Kollege Thomas Niederberger, der Stadtpräsident von Kreuzlingen, meinte: "An der Grenze darf kein Zaun mehr aufgestellt werden, falls es zu einer zweiten Welle kommen sollte - oder ein anderes Virus im Anzug ist. Wir müssen die Probleme anders lösen."

Der nach den weitgehenden Grenzschließungen wegen der Corona-Pandemie zunächst von deutscher Seite gebaute Zaun hatte Schlagzeilen gemacht. Viele Anwohner, die sich in beiden Städten eigentlich völlig frei bewegen, waren plötzlich getrennt. Teils sei unter dem Zaun eine Picknickdecke hindurchgeschoben worden, damit die Menschen zusammensitzen konnten, sagte Burchardt. Der Zaun selbst habe als Attraktion Menschenmengen angezogen. Schließlich wurde auf Schweizer Seite ebenfalls ein Zaun errichtet, um die Abstandsregeln zu gewährleisten.

3.6.2020 • 11:26 Uhr

UN fordern längeres Schuldenmoratorium für pandemiegeplagte Länder

Die Präsidentin des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen (UN) hat Schuldenerleichterungen für Staaten gefordert, die durch die Coronavirus-Pandemie finanzielle Probleme bekommen haben. Eine wachsende Zahl von Staaten sei wegen der Pandemie in eine "Schuldennotlage" geraten oder stehe kurz davor, sagte Mona Juul. Deshalb sollten die 20 größten Wirtschaftsnationen der Welt den Schuldendienst der ärmsten Staaten der Welt über das Jahresende hinaus einfrieren.

Juul, die norwegische UN-Botschafterin, begrüßte zwar die Entscheidung der G20, bis Jahresende keine Zinsen und keine Tilgung für ihre Kredite an arme Staaten zu verlangen. Damit könnten die Schuldner-Staaten in diesem Jahr elf Milliarden Dollar (rund 9,8 Milliarden Euro) für die Bewältigung der wirtschaftlichen Pandemie-Folgen ausgeben. Gleichzeitig müssten sie aber immer noch 20 Milliarden für multilaterale und Bankschulden ausgeben. Selbst wenn das G20-Moratorium bis Ende 2021 verlängert werde, stünden viele Regierungen vor der schwierigen Wahl, entweder den Schuldendienst aufrecht zu erhalten oder die Pandemie zu bekämpfen und Geld für wirtschaftliche Erholung auszugeben.

3.6.2020 • 11:22 Uhr

Grüne Justizminister beharren auf Gesetz für Corona-Warn-App

Die vier Justizminister und -senatoren der Grünen in den Bundesländern bestehen darauf, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. So müsse sichergestellt werden, dass die App lediglich auf freiwilliger Basis eingesetzt werden dürfe, heißt es in dem Positionspapier von Katja Meier (Sachsen), Dirk Adams (Thüringen), Dirk Behrendt (Berlin) und Till Steffen (Hamburg). Zuvor hatte sich bereits die Bundestagsfraktion der Grünen für eine solche gesetzliche Grundlage stark gemacht, allerdings vergeblich.

3.6.2020 • 11:13 Uhr

Südafrikas Justiz weist Regierung in die Schranken

Teile der in Südafrika verhängten Corona-Restriktionen sind nach Ansicht des obersten Gerichtshof in Pretoria nicht verfassungskonform und daher nichtig. Zur Nachbesserung setzte das Gericht der Regierung eine gut zweiwöchige Frist - solange bleiben die bestehenden Einschränkungen vorerst in Kraft.

Das Gremium hatte damit am späten Dienstagabend der Klage einer bisher kaum bekannten Gruppierung namens Liberty Fighters entsprochen. Die Kläger hatten sich unter anderem auch an Vorgaben der zuständigen Minister gestoßen, die zum Teil heftig kritisiert und als irrational bezeichnet wurden. Südafrika hatte Ende März im Kampf gegen das Coronavirus landesweit eine strenge Ausgangssperre verhängt - verboten waren zunächst selbst Joggingrunden. Auch der Verkauf von Alkohol und Tabak war untersagt.

3.6.2020 • 10:54 Uhr

Tegnell: Hätten mehr Maßnahmen ergreifen sollen

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat sich erstmals selbstkritisch über den schwedischen Sonderweg in der Corona-Krise gezeigt. Schweden hätte schon von Beginn an mehr Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergreifen sollen, sagte Tegnell in einem Interview mit dem schwedischen Radio.

Der Staatsepidemiologe Anders Tegnell von der schwedischen Gesundheitsbehörde | AFP

Tegnell steht federführend hinter der schwedischen Strategie gegen die Pandemie. Das skandinavische EU-Land hatte deutlich freizügigere Maßnahmen ergriffen als etwa Deutschland oder der Rest Europas. Bild: AFP

"Ich glaube, dass es sicherlich Verbesserungspotenzial bei dem gibt, was wir in Schweden gemacht haben, klar. Und es wäre gut gewesen, wenn man exakter gewusst hätte, was man schließen soll, um die Infektionsausbreitung besser zu verhindern." Zu viele Schweden seien zu früh gestorben. Würde man mit dem heutigen Wissensstand auf dieselbe Erkrankung stoßen, läge der richtige Weg seiner Ansicht nach zwischen dem schwedischen und dem, den der Rest der Welt eingeschlagen habe, sagte Tegnell.

Welche Vorkehrungen in anderen Ländern den größten Effekt gegen die Coronavirus-Pandemie gezeigt hätten, könne man jedoch nur schwer sagen, da diese Staaten viele Maßnahmen gleichzeitig ergriffen hätten.

3.6.2020 • 10:47 Uhr

Koalitionsausschuss setzt Beratungen über Konjunkturpaket fort

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben ihre Verhandlungen über ein milliardenschweres Konjunkturpaket in der Corona-Krise zunächst in getrennten Vorbesprechungen fortgesetzt. Am Dienstag wurden bereits eine ganze Reihe der zum Teil strittigen Themen diskutiert, Entscheidungen sollen heute fallen, wie aus Koalitionskreisen verlautete.

Zu den Streitthemen gehören die in der Union geforderte Autokauf-Prämie sowie das SPD-Vorhaben für eine Entlastung der Kommunen bei den Altschulden. Keine Einigkeit gibt es offensichtlich zudem über den von der SPD geforderten Familienbonus von 300 Euro pro Kind. Auch zu Art und Umfang möglicher Steuersenkungen gehen die Meinungen in der Koalition auseinander.

3.6.2020 • 10:39 Uhr

Island testet Touristen ab Mitte Juni bei Ankunft auf Corona

Urlauber in Island können sich ab dem 15. Juni direkt bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Damit biete man internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft auf der Nordatlantik-Insel, teilte die isländische Regierung mit. Entsprechende Pläne hatte sie bereits Mitte Mai bekanntgegeben.

Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen. Island verzeichnet so gut wie keine Neuinfektionen mehr. Derzeit gibt es nur noch zwei aktive Corona-Fälle.

3.6.2020 • 10:14 Uhr

Kabinett beschließt Aufhebung von Reisewarnungen

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 29 europäische Staaten aufheben, falls die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Das geht aus einem Eckpunktepapier hervor, das vom Kabinett beschlossen wurde.

Danach soll die am 17. März für alle rund 200 Länder der Welt pauschal verhängte Warnung vor touristischen Reisen durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, mit denen über die landesspezifischen Risiken informiert wird. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung traf das Kabinett noch nicht. Sie soll zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt in den nächsten beiden Wochen erfolgen.

Für einzelne Länder wird sich der Schritt möglicherweise noch verzögern. Von Reisen in Regionen, in denen Quarantäne-Maßnahmen in Kraft seien, werde weiter dringend abgeraten.

Das könnte nach jetzigem Stand Norwegen und Spanien betreffen. Die Regierung in Madrid will erst am 1. Juli die Grenzen für ausländische Touristen wieder öffnen. Die norwegische Regierung erwägt, das bestehende Einreiseverbot bis zum 20. August aufrecht zu erhalten. Ab 15 Juni dürfen dort zumindest die Dänen einreisen. Außerdem wird geprüft, ob man die Grenzen für Reisende aus "einzelnen anderen nahe liegenden europäischen Ländern" öffnen kann.

3.6.2020 • 10:00 Uhr

Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder

In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern während der Corona-Krise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, heißt es in der aktualisierten Version der Studie.

Ein erster Entwurf der Untersuchung war Ende April veröffentlicht worden und hatte Kritik und teils heftige Auseinandersetzungen in den Medien nach sich gezogen. Die Aussage bereits damals: Kinder tragen eine ebenso hohe Viruslast wie Erwachsene - und sind mithin vermutlich genauso ansteckend. Die Forscher hatten aufgrund dieser Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland gewarnt.

3.6.2020 • 09:57 Uhr

Arbeitslosigkeit steigt wegen Corona-Krise im Mai weiter

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai wegen der Folgen der Corona-Krise im Vergleich zum April noch einmal um 169.000 auf 2,813 Millionen Menschen gestiegen. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 577.000 Personen nach oben.

3.6.2020 • 09:56 Uhr

Österreichs Tourismusministerin freut sich auf deutsche Touristen

Die österreichische Regierung hofft, ab Mitte Juni wieder viele deutsche Gäste im Land zu begrüßen. Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) zeigte sich im Bayerischen Rundfunk zuversichtlich, dass die deutsche Bundesregierung die wegen der Corona-Pandemie verhängte Reisewarnung für Österreich ab Mitte Juni aufhebe. Die Gespräche zwischen Berlin und Wien seien sehr konstruktiv.

"Dementsprechend freuen wir uns natürlich, dass Grenzen wieder öffnen können ab 15. Juni und wir auch wieder unsere deutschen Freunde begrüßen können." Die Deutschen stellen in der Alpenrepublik die wichtigste Gruppe unter den Touristen.

3.6.2020 • 09:51 Uhr

Reiseverband hält sichere Urlaube in Europa für möglich

Sichere Urlaubsreisen ins europäische Ausland werden diesen Sommer nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Reiseverbandes, Dirk Inger, möglich sein. "In allen europäischen Ländern gibt es vernünftige und ordentliche Gesundheitssysteme und auch belastbare Infektionszahlen", sagte Inger im Deutschlandfunk. "Wir können schon davon ausgehen, dass in sehr vielen Ländern ein sicheres Reisen möglich ist."

Es gebe sicherlich "auch einige Ecken, die man meiden sollte", sagte Inger. In Madrid oder Norditalien werde man diesen Sommer wohl wenig Urlauber sehen. "Aber im wesentlichen ist es wie in Deutschland: Wir würden auch nicht in Heinsberg Urlaub machen, oder im Moment nach Göttingen fahren." Man müsse sich das regionale Infektionsgeschehen ansehen und danach eine Entscheidung treffen. Außenminister Heiko Maas sollte den Blick möglichst schnell auf das außereuropäische Ausland richten, forderte Inger.

3.6.2020 • 09:04 Uhr

Mehrheit für komplette Öffnung von Schulen und Kitas

Die Mehrheit der Deutschen ist dafür, alle Schulen und Kitas nach den Sommerferien zu öffnen. Das ergab eine Befragung von infratest dimap im Auftrag des SWR. In der bundesweiten Befragung sprachen sich demnach 58 Prozent für eine komplette Öffnung der Schulen und Kitas in Deutschland nach den Sommerferien aus. Rund ein Drittel der Befragten (34 Prozent) meinten, der Kita- und Schulbetrieb sollte weiterhin nur teilweise erfolgen. Lediglich drei Prozent bevorzugten eine gänzliche Schließung der Schulen und Kindertageseinrichtungen.

3.6.2020 • 08:55 Uhr

Kommunen verstärken Ruf nach Hilfen

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert im Rahmen des geplanten Konjunkturpakets Hilfen für die klammen Kommunen. "Wir müssen investieren", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Wie genau den Kommunen dabei geholfen werde, sei nicht entscheidend. Das könne über höhere Zuschüsse des Bundes bei den Sozialkosten gehen, einen Ausgleich bei den wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen und eine Übernahme von Altschulden. "Das eine schließt das andere ja gar nicht aus."

3.6.2020 • 08:51 Uhr

Zahl der Erwerbstätigen sinkt erstmals seit mehr als zehn Jahren

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ist im April wegen der Corona-Krise erstmals seit mehr als zehn Jahren gesunken. 44,8 Millionen Personen mit Wohnort in Deutschland waren erwerbstätig - das ist ein Rückgang von 210.000 oder 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. "Damit entwickelte sich die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr erstmals seit März 2010 rückläufig", wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im März hatte es noch ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent gegeben. "Die Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ab der zweiten Märzhälfte haben sich mittlerweile deutlich auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt", betonte das Statistikamt. Wegen der restriktiven Maßnahmen mussten viele Geschäfte, Restaurants und Fabriken schließen. "Normalerweise steigt die Erwerbstätigkeit im April eines Jahres im Zuge der üblichen Frühjahrsbelebung kräftig an." Diese fiel diesmal wegen der Corona-Krise aus.

3.6.2020 • 08:44 Uhr

Weil gegen Diktat der Wissenschaft in Krisen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich gegen ein dogmatisches Beachten wissenschaftlicher Empfehlungen beim Klimawandel und in der Corona-Krise ausgesprochen. "Wir haben in der Wissenschaft einen sehr breiten Konsens, was die Gefährlichkeit sowohl des Klimawandels als auch der Corona-Pandemie angeht", sagte Weil der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Aber auch beim Klimawandel kann man nicht allein auf wissenschaftlichen Rat hoffen, wenn man zu einer klugen Politik kommen will."

Die Politik dürfe sich nicht allein auf die Klimaforschung verlassen. Auch andere Disziplinen müssten gehört werden, sagte der Ministerpräsident. Wie in der Corona-Krise müssten auch in Bezug auf das Klima die gravierenden Folgen von Maßnahmen für Gesellschaft und Wirtschaft abgewogen werden. "Ich gebe wirklich viel auf wissenschaftlichen Rat. Aber es ist doch so, dass wir alle in den vergangenen Monaten dazugelernt haben und immer noch dazulernen. Das gilt für Politiker und die Gesellschaft, aber eben auch für Wissenschaftler."

Stephan Weil | dpa

Weil glaubt, dass in Krisen Vertreter verschiedener Wissenschaftsdisziplinen gehört werden sollten. Bild: dpa

3.6.2020 • 07:54 Uhr

Mehr als 200.000 nachgewiesene Infektionen in Indien

In Indien sind inzwischen mehr als 200.000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Zahl der Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 8909 auf 207.615, wie die Behörden mitteilen. Das Land liegt damit weltweit auf Rang sieben. Ein weiterer rasanter Anstieg wird erwartet. Indien sei noch weit vom Höhepunkt der Infektionswelle entfernt, sagt ein Vertreter der Gesundheitsbehörden. Bislang sind in dem Land 5815 infizierte Menschen gestorben.

3.6.2020 • 07:27 Uhr

Australien rutscht in erste Rezession seit fast 30 Jahren

Die Corona-Pandemie bedeutet das Ende der längsten Wachstumsserie eines entwickelten Landes in der Geschichte: Australien wird erstmals seit 1991 in eine Rezession rutschen. Die Wirtschaft des Landes ist bereits in den ersten drei Monaten des Jahres geschrumpft und wird daher zwei Quartale hintereinander den Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verzeichnen. Bis Ende März sei die Wirtschaft im Vergleich zum vierten Quartal 2019 um 0,3 Prozent gesunken, teilte die nationale Statistikbehörde mit.

Da sich die Corona-Pandemie wie in Europa und den Vereinigten Staaten erst ab März stärker ausbreitete und seither voll auf die Wirtschaft durchschlägt, gilt ein deutlicher Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal als ausgemacht. Das hat das Land seit 1991 nicht mehr erlebt. Australien rutschte als einziges OECD-Land selbst während der globalen Finanzkrise 2008 nicht in eine Rezession.

3.6.2020 • 07:11 Uhr

Lufthansa macht zwei Milliarden Euro Verlust durch Corona-Krise

Der Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie hat der Lufthansa im ersten Quartal einen hohen Verlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von 2,1 Milliarden Euro nach einem saisontypischen Minus von 342 Millionen ein Jahr zuvor. Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich der Vorstand weiterhin nicht zu, erwartet aber unverändert einen signifikanten Rückgang des operativen Ergebnisses.

Die Corona-Pandemie hat den Luftverkehr weltweit seit März weitgehend lahmgelegt. Die Airline-Gruppe muss wegen des Schocks mit staatlichen Finanzhilfen von bis zu neun Milliarden Euro vor der Pleite gerettet werden. Das Unternehmen kündigte herbe Einschnitte an. "Angesichts der absehbar nur sehr langsam verlaufenden Erholung der Nachfrage müssen wir nun mit tiefgreifenden Restrukturierungen gegensteuern", sagte Vorstandschef Carsten Spohr. Das Management will die Stückkosten im Vergleich zum Vorkrisenniveau "deutlich" senken. Genauere Angaben zu einem Stellenabbau machte die Lufthansa zunächst nicht.

3.6.2020 • 06:43 Uhr

Kabinett bereitet Aufhebung der Reisewarnung für 31 Länder vor

Das Bundeskabinett will heute die Aufhebung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Reisewarnung für 31 europäische Staaten ab dem 15. Juni vorbereiten. Dazu soll ein Eckpunktepapier mit Vorschlägen für den Schutz von Urlaubern verabschiedet werden. Auf dieser Grundlage will die Bundesregierung die Verhandlungen mit den wichtigsten Urlaubsländern der Deutschen über den grenzüberschreitenden Reiseverkehr weiter vorantreiben. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung der Reisewarnung soll erst später fallen.

Zu den Ländern, für die die Reisewarnung nun aufgehoben werden soll, zählen neben den 26 EU-Ländern das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Für diese Länder soll es ab dem 15. Juni nur noch individuelle Reisehinweise geben, in denen jeweils auf die landesspezifischen Risiken hingewiesen wird. Noch nicht entschieden hat die Bundesregierung, wie sie mit den Ländern außerhalb der EU umgehen will. Vor allem die Türkei, die Nummer drei unter den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen, hofft darauf, dass auch für sie die Reisewarnung aufgehoben wird.

3.6.2020 • 05:54 Uhr

Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger

Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen sind Italiens Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit heute für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

3.6.2020 • 05:33 Uhr

RKI meldet 342 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 342 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182.370 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8551 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 12. Etwa 167.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 800 mehr als noch einen Tag zuvor.

3.6.2020 • 04:42 Uhr

Studie: Arbeitgeber geben 1,6 Milliarden mehr für Lohnfortzahlung aus

Wegen des sprunghaften Anstiegs der Krankenzahlen in der Corona-Krise müssen die Arbeitgeber laut einer Studie im laufenden Jahr voraussichtlich rund 1,6 Milliarden Euro zusätzlich für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgeben. Zum Jahresende drohten damit die Kosten der Entgeltfortzahlung bei Krankheit auf insgesamt knapp 69 Milliarden Euro zu steigen, zitiert die Düsseldorfer "Rheinische Post" aus der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Das Institut führt demnach den außergewöhnlich starken Anstieg des Krankenstandes vor allem auf die vom 9. März bis Ende Mai geltende Sonderregelung zurück, wonach Krankschreibungen lediglich nach Telefonat und ohne Arztbesuch möglich waren. Der Anteil der krankgemeldeten Arbeitnehmer schnellte im März laut einer Erhebung der Techniker Krankenkasse (TK) auf 6,84 Prozent und damit den höchsten Wert seit 20 Jahren hoch.

3.6.2020 • 04:25 Uhr

Trump: Republikaner werden Parteitag wegen Corona-Auflagen verlegen

Die US-Republikaner werden ihren kommenden Parteitag Präsident Donald Trump zufolge wegen zu strenger Corona-Auflagen an einen anderen Ort verlegen. Die für Ende August im Bundesstaat North Carolina geplante Großveranstaltung müsse wegen fehlender Garantien von Gouverneur Roy Cooper verlegt werden, schrieb Trump auf Twitter. Der Parteitag soll mit Blick auf die Präsidentenwahl im November eine Krönungszeremonie für Trump als Kandidat der konservativen Partei werden.

3.6.2020 • 03:47 Uhr

Forscher glaubt an Gesellschaftswandel durch Pandemie

Der bekannte deutsche Hirnforscher Gerald Hüther glaubt, dass die Corona-Pandemie die Gesellschaft zum Positiven verändern kann. "Nach der Corona-Pandemie könnte sogar ein gesellschaftlicher Aufbruch stattfinden. Sicher kehrt ein Großteil der Gesellschaft wieder zurück zu ihrem Leben vor der Corona-Krise, aber die Anzahl der Menschen, die ihr Leben künftig nicht mehr so weiterführen wollen, ist gewachsen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Reichtum, Ansehen und Macht seien im Lichte der Corona-Pandemie nutzlos.

3.6.2020 • 02:35 Uhr

Zahl der Corona-Infizierten in Brasilien steigt weiter

In Brasilien sind inzwischen mehr als 550.000 Coronavirus-Fälle bestätigt - nur in den USA sind es noch mehr. Trotz der weiter steigenden Zahl an Toten und Erkrankten hat die Regierung weitere Lockerungen in Kraft gesetzt. Unter anderem dürfen alle Geschäfte wieder öffnen.

3.6.2020 • 01:51 Uhr

Kompletter ukrainischer Fußballklub muss in Quarantäne

In der Ukraine ist eine komplette Fußballmannschaft unter Quarantäne gestellt worden, nachdem insgesamt 25 Spieler und Mitarbeiter des Vereins positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden sind. Wie die erste Fußball-Liga des Landes mitteilte, muss sich der Klub Karpaty Lwiw "für mindestens zwei Wochen" in Quarantäne begeben. Die Infizierten befinden sich demnach bereits in häuslicher Isolation. Der Klub setzte das Training bis auf weiteres aus. Zwei für Mitte Juni geplante Spiele wurden verschoben.  Insgesamt wurden nach Angaben des Klubs 65 Spieler und Mitarbeiter auf Sars-CoV-2 getestet.

3.6.2020 • 01:51 Uhr

Lettland öffnet Grenzen für Europäer aus mehr als 20 Ländern

Nach Estland und Litauen öffnet auch Lettland seine Grenzen wieder für die Bürger zahlreicher europäischer Länder. Reisende aus mehr als 20 europäischen Staaten dürfen ab heute wieder in Lettland einreisen, ohne sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben zu müssen, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins bei einer Pressekonferenz in Riga. 

Staaten wie Großbritannien und Schweden, in denen die Corona-Infektionsrate weiterhin hoch ist, sind von der Lockerung ausgenommen. Für den Reiseverkehr geschlossen bleiben die Grenzen zudem zu den Nachbarstaaten Russland und Belarus. Die lettischen Behörden haben angekündigt, alle wegen der Pandemie geltenden Einschränkungen bis 9. Juni aufzuheben.

3.6.2020 • 01:51 Uhr

Alle Schulen in Göttingen wegen Coronavirus-Ausbruchs geschlossen

Nach einem Coronavirus-Ausbruch in Göttingen im Zusammenhang mit privaten Familienfeiern werden alle Schulen in der niedersächsischen Stadt geschlossen. Die präventiven Schulschließungen gelten bis zum Wochenende, wie die Stadtverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Auch werden fünf Kitas in der Stadt sowie eine Reihe von Schulen im Umfeld von Göttingen bis zum Wochenende geschlossen.  Inzwischen wurden den Angaben zufolge 80 Menschen, die an den Feiern teilgenommen hatten, positiv auf das Coronavirus getestet. Die Schließungen von Schulen und Kitas verschafften die Zeit, um Tests auszuwerten, mögliche Infektionsketten nachzuverfolgen, Quarantäne-Anordnungen auszusprechen "und ein weiteres Infektionsgeschehen möglichst frühzeitig einzudämmen", erklärte die Stadtverwaltung.