Nordrhein-Westfalen, Essen: Bundespolizisten kontrollieren auf dem Hauptbahnhof die Maskenpflicht. | dpa
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ Polizei ermahnt täglich 3000 Reisende ohne Maske ++

Stand: 11.09.2020 22:12 Uhr

Die Bundespolizei ermahnt pro Tag bundesweit zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. Frankreich plant trotz Rekord-Infektionszahlen vorerst keinen Lockdown. Der Liveblog vom Freitag zum Nachlesen.

  • Starker Anstieg: Großbritannien meldet 3539 Neuinfektionen
  • Kein weiterer Lockdown in Frankreich geplant
  • Frau scheitert mit Klage gegen Corona-Lageberichte des RKI
  • Ungarn entwirft "Kriegsplan" gegen zweite Corona-Welle
  • RKI: 1484 Neuinfektionen gemeldet
  • Acht Tote in Schweizer Altenheimen
  • UN-Bericht: Armut wächst dramatisch
22:10 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute beenden wir unseren Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse!

21:50 Uhr

US-Haushaltsdefizit bei drei Billionen Dollar

Das amerikanische Haushaltsdefizit hat in elf Monaten des laufenden Haushaltsjahrs einen Rekordstand von drei Billionen Dollar erreicht. Es ist eine Folge der angesichts der Corona-Pandemie massiv erhöhten Staatsausgaben, mit der eine Rezession und der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen abgefedert werden sollte. Die Zahlen wurden vom Finanzministerium heute bekanntgegeben.

Das US-Haushaltsjahr endet am 30. September - nach Schätzungen des Haushaltsamtes des Kongresses könnte das Defizit bis dahin noch auf 3,3 Billionen Dollar steigen. Da die Regierung im September oft noch Überschüsse verbuchen kann, könnte die finale Zahl aber auch noch unter drei Billionen Dollar liegen. Das nun festgestellte Defizit von Oktober 2019 bis August ist doppelt so hoch wie der bisherige Rekord für elf Monate: 2009, im Kampf gegen die von der Finanzkrise 2008 ausgelösten Großen Rezession, betrug der Fehlbetrag nach elf Monaten 1,37 Billionen Dollar. Am Ende des Haushaltsjahres waren es 1,4 Billionen.

21:32 Uhr

Garmisch-Partenkirchen erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde für sieben Tage erhöht worden. Wie das Landratsamt mitteilte, werden Menschen, die am Dienstagabend bestimmte Bars besucht haben, aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen. An jenem Abend hätten bisherigen Erkenntnissen zufolge hochinfizierte Personen die Lokale besucht, aber nicht alle Kontaktpersonen ließen sich nachvollziehen.

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus überstieg heute die kritische Marke von 50 Personen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Wegen der aktuellen Lage ist das Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen auch am Samstag und Sonntag jeweils von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Vor allem junge Menschen seien aufgerufen, sich testen zu lassen, hieß es. Sie seien besonders von den Neuinfektionen betroffen.

Seit heute müssen alle Gaststätten in der bayerischen Gemeinde Garmisch-Partenkirchen täglich um 22 Uhr schließen, wie es weiter hieß. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt.

20:52 Uhr

Bundespolizei ermahnt täglich mehr als 3000 Reisende ohne Maske


Beamte der Bundespolizei ermahnen pro Tag bundesweit zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. "Die Bundespolizei unterstützt die zuständigen Gesundheitsämter seit Wochen in großem Umfang bei der Durchsetzung der Maskenpflicht auf Bahnhöfen und in Zügen", so Bundespolizei-Präsident Dieter Romann. In den allermeisten Fällen stoße sie bei den Reisenden auf Verständnis.

Die Deutsche Bahn kann Maskenverweigerer zum Verlassen ihrer Züge auffordern. Um ihr Hausrecht durchzusetzen, kann die Bundespolizei hinzugezogen werden. Diese wies darauf hin, dass dieses Verfahren nicht nur in Fernzügen, sondern in allen Zügen der Deutschen Bahn Anwendung finde, sowie in Zügen anderer Verkehrsunternehmen, die auf den Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes verkehren. Notfalls könne auch mit gebührenpflichtigen Platzverweisen und der Übermittlung der Personalien an die Gesundheitsämter reagiert werden.

Nordrhein-Westfalen, Essen: Bundespolizisten kontrollieren auf dem Hauptbahnhof die Maskenpflicht. | dpa

Beamte der Bundespolizei ermahnen täglich bundesweit zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen einer Schutzmaske Bild: dpa

Die Verkehrsminister der Länder hatten am Mittwoch erklärt, die Beschäftigten von Bus- und Bahn-Unternehmen könnten keine "Hilfssheriffs" werden. In einem Beschluss stellt die Verkehrsministerkonferenz nach Beratungen fest, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht grundsätzlich Aufgabe des Staates sei, nicht alleine der Unternehmen.

20:32 Uhr

Spanien meldet 4708 Neuinfektionen

In Spanien steigt die Zahl der Positiv-Tests nach offiziellen Angaben um 4708 auf 566.326. Sechs weitere Menschen starben, die positiv getestet wurden. Die Zahl der Todesfälle liegt damit nun bei 29.747.

Spanien kommt inzwischen auf so viele Corona-Infektionen wie kein anderes westeuropäisches Land. Es gelten zahlreiche Einschränkungen im öffentlichen wie im privaten Bereich. So sind in Madrid nur Treffen von höchstens zehn Personen erlaubt, wenn diese nicht demselben Haushalt angehören. Zudem ist die zugelassene Höchstzahl der Teilnehmer bei Hochzeiten, Beerdigungen und anderen Veranstaltungen reduziert worden. Das Nachtleben ist in ganz Spanien stark eingeschränkt. Überall gilt Maskenpflicht - auch im Freien. Besonders betroffene Gebiete wurden abgeriegelt, so etwa ein Arbeiterstadtteil von Palma de Mallorca.

20:02 Uhr

Birmingham kündigt neue Corona-Maßnahmen an

Angesichts der gestiegenen Corona-Infektionsrate in der englischen Stadt Birmingham dürfen die Einwohner ab nächster Woche keine fremden Haushalte mehr besuchen. Der Vorsitzende des Stadtrates, Ian Ward, sagte, es sei wichtig, "dass wir uns an diese Regeln halten und uns angesichts des plötzlichen Anstiegs der Infektionsrate gegenseitig schützen".

Die Maßnahme soll ab nächsten Dienstag gelten. Dann dürfen sich rund 1,1 Millionen Menschen in der zweitgrößten Stadt Großbritanniens nicht mehr in anderen Haushalten aufhalten. "Ich weiß, dass ist schwierig, besonders, nachdem wir uns daran gewöhnt haben, Freunde und Familie wieder zu sehen", sagte Ward. Die Bevölkerung müsse unermüdlich das Virus bekämpfen, weil es weder verschwunden noch geschwächt sei.

Die Behörden der Stadt hatten in dieser Woche bereits die Corona-Regeln verschärft und Versammlungen von mehr als sechs Personen aus verschiedenen Haushalten verboten. Im August war die Infektionsrate in Birmingham innerhalb einer Woche von 30 auf 75 Fälle pro 100.000 Menschen angestiegen.  Nach offiziellen Angaben liegt die Reproduktionsrate, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, in Großbritannien zum ersten Mal seit März wieder bei mehr als 1,0. Seit Ausbruch des Coronavirus sind in dem Land bisher mehr als 41.600 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

19:12 Uhr

Polizei-Großeinsatz: 80 Personen ohne Maske im Zug

Mehr als 80 Aktivisten einer kurdischen Jugendbewegung sind in einem Zug von Lüneburg in Richtung Hamburg ohne Fahrschein Zug gefahren - und haben dann bei der Kontrolle die Zugbegleiterin angepöbelt. Deswegen stoppte der Zug im Bahnhof in Bardowick, wo die Bundespolizei und weitere Einsatzkräfte der Landespolizei im Einsatz auf sie warteten.

Die Polizisten seien von den Reisenden unmittelbar "mit massiver körperlicher Gewalt angegriffen worden", so die Bundespolizei. Angehörige der Gruppe hätten Polizeibeamte getreten und geschlagen, hieß es von der Polizei Lüneburg. Einige Beamte hätten leichte Verletzungen erlitten. Erst als 248 Bundespolizisten und 54 Beamte des Landes Niedersachsen vor Ort eingetroffen seien, habe die Situation beruhigt und die Identität der randalierenden Anhänger des PKK-Führers Abdullah Öcalan festgestellt werden können.

Die Bilanz des Einsatzes laut Polizei: 87 Strafverfahren wegen Erschleichens von Leistungen, 14 Verfahren wegen unerlaubten Aufenthalts in Deutschland, sechs Strafverfahren wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte, ein Verfahren wegen versuchter Gefangenenbefreiung. Zudem wurde den Angaben zufolge ein europäischer Haftbefehl vollstreckt. In neun Fällen seien Fahndungsnotierungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK festgestellt worden.

18:13 Uhr

Kein weiterer Lockdown in Frankreich geplant

Frankreich plant nach Worten von Ministerpräsident Jean Castex keinen neuen landesweiten Lockdown. Stattdessen werde die Regierung auf eine Reihe weniger radikaler Maßnahmen setzen, sagt Castex und verweist auf die steigenden Positiv-Tests. Vorgesehen seien etwa Schnelltests für dringliche Fälle. Außerdem solle lokalen Behörden ermöglicht werden, die Öffnungszeiten mancher Geschäfte zu reduzieren.

Castex forderte besonders schwer getroffene Regionen auf, bis Montag neue Maßnahmen im Kampf gegen das Virus vorzulegen. Dazu zählen die Städte Marseille und Bordeaux sowie das Überseegebiet Guadeloupe. Zugleich mahnte er, Abstandsregeln einzuhalten. "Das Virus zirkuliert mehr und mehr in Frankreich. Das Morgen hängt von Ihnen ab, von uns."

Viele Franzosen hatten die Verhängung strengerer Regeln erwartet - etwa regionale Ausgangsbeschränkungen oder Schließungen von Restaurants. Stattdessen appellierte Castex nun vorrangig an das Verantwortungsbewusstsein seiner Landsleute. Castex kündigte an, dass die Quarantänezeit für Corona-Kontaktpersonen von 14 auf 7 Tage verkürzt wird. Außerdem gelten nun insgesamt 42 Départements als Risikogebiete. Zuvor waren es knapp 30. Das heißt, dass die Behörden vor Ort die Möglichkeit haben, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben einschränken. Zu diesen sogenannten roten Zonen zählen etwa der Großraum Paris und weite Teile der Mittelmeerküste.

18:04 Uhr

Litauen und Estland lockern Einreisebeschränkungen

Litauen wird die coronabedingten Beschränkungen bei der Einreise in das baltische EU-Land lockern. Die Quarantänepflicht soll von Montag an nur noch für Einreisende aus Ländern mit einer Infektionsrate von mehr als 25 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen gelten. Dies teilte Gesundheitsminister Aurelijus Veryga am Freitag mit. Damit können auch Reisende aus Deutschland wieder nach Litauen reisen, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen. Bislang lag die Grenze bei 16 Fällen. Für alle Einreisenden gilt künftig eine Registrierungspflicht - sie müssen bei Ankunft in Litauen ihre Daten hinterlegen.

Auch Estland erhöht zum kommenden Montag für die Nachbarländer Finnland, Lettland und Litauen die Grenze ebenfalls von 16 auf 25 Fällen. Wer aus anderen Ländern mit einer Rate von mehr als 16 Fällen in den Baltenstaat einreist, muss sich weiter 14 Tage in Quarantäne begeben oder einen Corona-Test durchführen lassen. Lettland dagegen will den Grenzwert zunächst nicht erhöhen. "Dies ist eine Entscheidung, die ich nicht zu treffen bereit bin", sagte Regierungschef Krisjanis Karins in Riga. 

18:00 Uhr

Österreich begrenzt Fan-Zahl in Stadien auf 3000

Die Clubs der österreichischen Fußball-Bundesliga haben entsetzt über die coronabedingte Herabsetzung der Zuschauerobergrenze auf 3000 Besucher reagiert. "Leider müssen wir aufgrund einer erneut überraschenden, kurzfristigen und fragwürdigen Kommunikation der Bundesregierung unser Konzept überdenken", twitterte Meister FC Red Bull Salzburg am Freitag, nachdem die Regierung die neue Begrenzung verkündet hatte. Die Herabsetzung der Obergrenze unmittelbar vor Saisonstart mache Planungen äußert schwierig, sagte Liga-Vorstand Christian Ebenbauer. Einige Vereine würden auf Sicht in eine "wirklich existenzbedrohende Lage" schlittern.

Die Bundesligisten hatten bislang zum Teil mit mehr Fans in den Stadien geplant. In der Wiener Generali Arena wären zum Beispiel an diesem Wochenende etwa 7500 Zuschauer erlaubt gewesen. Die neue Regelung soll laut Bundeskanzler Sebastian Kurz über den Winter hinaus gelten. Weitere Verschärfungen schloss der ÖVP-Politiker nicht aus.

17:54 Uhr

Gericht bestätigt Einschränkungen für Münchner Corona-Demo

Die für Samstag in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts München zufolge nicht so stattfinden wie von den Veranstaltern geplant. Das Gericht entschied mit zwei Beschlüssen, dass zwei Versammlungen, die von der Initiative "Querdenken 089" angemeldet wurden, nur in dem von der Landeshauptstadt München festgelegten Umfang stattfinden dürfen. Damit bestätigte das Gericht die Entscheidungen der Stadt.

"Querdenken 089" hatte eigentlich eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Münchner Odeonsplatz unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit" angemeldet. Die Stadt untersagte diese. Stattdessen erlaubte sie die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

Gegen diese Auflage hatten die Veranstalter geklagt. Gegen die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts können die Veranstalter nun Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen.

In Berlin gab es zuletzt am Rande mehrerer Demonstrationen gegen die Corona-Politik Auseinandersetzungen von Demo-Teilnehmern und der Polizei. 300 bis 400 Menschen hatten Absperrungen überrannt und kurzzeitig die Treppen vor dem Reichstagsgebäude besetzt.

17:51 Uhr

Starker Anstieg: Großbritannien meldet 3539 Neuinfektionen

Das Vereinigte Königreich meldete 3.539 bestätigte neue Corona-Infektionen und sechs neue Todesfälle. Am Tag zuvor registrierten die Gesundheitsbehörden noch 2.919 Neuinfektionen. Die Zahlen zeigen, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus in allen Landesteilen weiter beschleunigt. Eine Studie ergab, dass sich die Fälle jede Woche verdoppelten. Ein neues Verbot von gesellschaftlichen Zusammenkünften tritt am Montag in Kraft, um den die Pandemie einzudämmen.

16:23 Uhr

NRW: Künftig mehr als 300 Menschen bei Sportveranstaltungen

Bei Sportveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen sollen von der kommenden Woche an mehr als 300 Zuschauer erlaubt werden. Das teilte die Staatskanzlei nach einem Sport-Gipfel von Ministerpräsident Armin Laschet mit zahlreichen Sportfunktionären mit. Dabei ging es auch um den Spitzensport jenseits der Fußball-Bundesliga. "Bevor wir über Zuschauer bei der Fußball-Bundesliga entscheiden, brauchen wir ein klares Signal für den Breitensport", hatte Laschet im Vorfeld gesagt.

Eine genaue Zahl von Zuschauern gab die Landesregierung zunächst nicht bekannt. "Bei regionalen Ligen und bei regionalen, nationalen sowie internationalen Sportwettkämpfen wird es wieder möglich sein – unter Beachtung notwendiger Hygiene- und Schutzmaßnahmen und der Kapazitäten der Sportstätte –, mehr Zuschauerinnen und Zuschauer in Stadien und Sporthallen zuzulassen", hieß es in der Mitteilung.

Es deutlich geworden, dass die Sportarten sehr unterschiedliche Bedarfe haben. Die Landesregierung arbeite nun an einem "stimmigen Gesamtkonzept, das bereits mit der nächsten Novelle der Corona-Schutzverordnung am kommenden Dienstag in gelten solle. Zudem beschloss die Landesregierung ein weiteres Hilfspaket in Höhe von 15 Millionen Euro für Vereine, die durch die Corona-Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.

16:15 Uhr

Gastwirt wollte eine halbe Million Corona-Hilfe ergaunern

In Baden-Württemberg haben Ermittler einen Restaurantbetreiber festgenommen, der in betrügerischer Absicht fast eine halbe Million Euro Corona-Soforthilfe beantragte. Der 32-Jährige aus Rottweil habe sich unter wechselnden Identitäten 488.000 Euro zu Unrecht erschleichen wollen, wie die Staatsanwaltschaft in Rottweil und das Landeskriminalamt in Stuttgart mitteilten. Er wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Demnach beantragte der Geschäftsmann zwischen März und Juli in 18 Fällen Notfallhilfen, wobei er wechselnde Namen, Firmendaten und Konten nutzte. Aufmerksame Mitarbeiter der für die Bewilligung zuständigen Behörden schöpften aber Verdacht und schlugen Alarm. So wurden auch nur Teile der beantragten Hilfsgelder ausgezahlt. Die Ermittler sprachen von einer "hohen kriminellen Energie", die der Mann zu Täuschungszwecken an den Tag legte. Sogar nach einer Wohnungsdurchsuchung der Beamten wegen der Vorwürfe versuchte er es demnach ein letztes Mal. Zwei Tage nach der Razzia stellte er einen weiteren Antrag.

16:10 Uhr

Frau scheitert mit Klage gegen Corona-Lageberichte des RKI

Bürger können das Robert-Koch-Institut (RKI) laut einer Gerichtsentscheidung nicht zu Änderungen an seinen täglichen Corona-Lageberichten zwingen. Mit dem Eilbeschluss wies das Berliner Verwaltungsgericht laut Mitteilung eine Frau ab, die die RKI-Angaben zum Infektionsgeschehen für übertrieben hält. Sie wollte dem RKI bestimmte Äußerungen verbieten lassen, weil ihre Menschenwürde "mit Füßen getreten" werde. Das RKI bestimme "faktisch seit Monaten das Schicksal des Landes und seiner Bürger", beklagte die Frau.

Das Gericht wies ihren Eilantrag als unzulässig zurück - ein Anspruch auf Unterlassung bestimmter Äußerungen bestehe "unter keinem denkbaren rechtlichen Aspekt". Beispielsweise setze eine Verletzung der Menschenwürde voraus, dass der Einzelne zum Objekt staatlichen Handelns gemacht werde. Im Gegenteil ziele das Informationshandeln des RKI gerade auf den subjektiven Schutz der Bürger ab, befand das Gericht. Die Frau hatte auch bemängelt, die Berichte könnten sie potenziell traumatisieren. Das habe sie jedoch nicht glaubhaft gemacht, beschieden die Richter. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.

16:03 Uhr

Trotz Corona: Städtetag befürwortet Weihnachtsmärkte

Der Niedersächsische Städtetag unterstützt grundsätzlich die Initiative vieler Städte und Gemeinden, trotz der Corona-Pandemie in diesem Jahr Weihnachtsmärkte zu veranstalten. "Die Märkte gehören zu unserer Tradition, sie sind ein Aushängeschild für unsere Städte", sagte Verbandspräsident Ulrich Mädge, der auch Oberbürgermeister in Lüneburg ist.

Der Städtetag hat daher einen "Weihnachtsmarkt-Gipfel" unter Einbeziehung der zuständigen Landesministerien, der Schaustellerverbände und der kommunalen Spitzenverbände vorgeschlagen. Dabei soll es vor allem um zu erstellenden Hygienekonzepte für die Weihnachtsmärkte gehen. Sollten die Infektionszahlen deutlich ansteigen, so müsse die Situation allerdings neu bewertet werden, erklärte Städtetagsvizepräsident Frank Klingebiel, Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter.

15:51 Uhr

Myanmar schottet größte Stadt Rangun wegen Corona ab

Für Myanmars größte Stadt Rangun gelten nach einem Anstieg der Corona-Zahlen seit heute strikte Reisebeschränkungen. Die Einwohner dürfen nach Regierungsangaben bis mindestens 1. Oktober nicht mehr aus der Metropole mit mehr als fünf Millionen Menschen ausreisen, auch innerhalb der Stadt soll der Verkehr auf ein Minimum begrenzt werden. Zudem wurde alle Inlandsflugverbindungen mit der Stadt eingestellt, teilte die Luftfahrtbehörde mit.

Myanmar, Rangun: Ein Mann fährt mit seiner Rikscha durch eine Corona Sperrzone.  | dpa

Die Einwohner Ranguns in Myanmar dürfen bis mindestens 1. Oktober nicht mehr aus der Metropole ausreisen, auch innerhalb der Stadt soll der Verkehr begrenzt werden. Bild: dpa

Die Zahl der Neuinfektionen war im August gestiegen, nachdem das südostasiatische Land zuvor vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen war. "Wir wissen, wie viele Menschen von diesen Entscheidungen betroffen sind", sagte die Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. "Aber wenn wir jetzt nicht handeln, könnten sie und ihre Familien sich anstecken."

Nach Angaben der Regionalregierung in Rangun ist die Zahl der lokal übertragenen Neuinfektionen in der Stadt allein seit dem 24. August um mehr als 650 gestiegen. In ganz Myanmar lag die Zahl der bisher bestätigen Fälle bei knapp 2300, 14 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

15:40 Uhr

Indien: Möglicherweise Millionen unentdeckte Corona-Fälle

In Indien könnten zu Jahresanfang nach einer Untersuchung Millionen von Coronavirus-Fälle nicht entdeckt worden sein. Laut der im "Indian Journal of Medical Research" veröffentlichten Studie gab es im Land im Mai schätzungsweise 6,5 Millionen Fälle. Nach offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums waren es weniger 200.000. Das Gesundheitsministerium meldet am Freitag einen weiteren Tagesrekord mit 96.551 neuen Fällen, womit sich die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungen auf 4,5 Millionen erhöhte.

15:28 Uhr

EU unterstützt Blutplasma-Forschung zur Corona-Behandlung

Die EU will die Forschung zu Blutplasmatransfusionen zur Behandlung von Covid-19 vorantreiben. Die Kommission hat dafür vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Forschungskommissarin Marija Gabriel nannte die Behandlungsform "sehr vielversprechend". Man brauche aber mehr Informationen über Wirksamkeit und Sicherheit. Ernstzunehmende Nebenwirkungen sollten ausgeschlossen werden.

Bei der Behandlung wird Blutplasma genesener Covid-19-Patienten an Erkrankte gegeben. Durch die Abwehrstoffe im Plasma, die im Verlauf der Erkrankung gebildet wurden, sollen akut Kranke schneller wieder gesund werden, beziehungsweise ihre Symptome abgemildert werden. In klinischen Studien wollen Forscher nun herausfinden, wie wirksam und sicher die Methode ist, wie das Plasma getestet und ausgewählt werden soll und welche Patienten Transfusionen erhalten sollten.

15:07 Uhr

Deutschland soll 22,7 Milliarden Euro Corona-Hilfen bekommen

Deutschland soll aus dem EU-Fonds gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise 22,7 Milliarden Euro erhalten. Dies geht aus neuen Berechnungen der EU-Kommission für den Teil der Hilfen hervor, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die höchsten Zuschüsse erhalten demnach die von der Pandemie besonders hart getroffenen Länder Italien (65,5 Milliarden Euro) und Spanien (59,2 Milliarden Euro).

Mehr als Deutschland bekommen noch Frankreich (37,4 Milliarden Euro) und Polen (23,1 Milliarden Euro). Die Corona-Pandemie hat in Europa zum schwersten Wirtschaftseinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg geführt.

Bei einem Sondergipfel im Juli hatten sich die EU-Staats- und Regierungschefs deshalb auf einen beispiellosen Aufbaufonds von 750 Milliarden Euro geeinigt. 390 Milliarden Euro sollen dabei als Zuschüsse fließen, die von den Mitgliedstaaten nicht zurückgezahlt werden müssen, und 360 Milliarden Euro als Kredite.

Bei dem Treffen wurde auch der Verteilungsschlüssel der EU-Kommission für die Anteile der Mitgliedstaaten an den Aufbaugeldern geändert. Sie wollte alle Mittel ursprünglich nur auf Grundlage der Arbeitslosenzahlen vor der Krise auf die EU-Länder verteilen. Nun gilt das nur für 70 Prozent der Gelder. Die restlichen 30 Prozent werden auf Basis der tatsächlichen Wirtschaftseinbrüche wegen der Corona-Krise vergeben.

Die Kommission verwies nun darauf, dass ihre Berechnungen für den zweiten Teil noch vorläufig sind und sich auf ihre Wirtschaftsprognose aus dem Sommer stützen. Wie hoch der tatsächliche Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise in den einzelnen Mitgliedstaaten ausfällt, kann erst später berechnet werden.

14:54 Uhr

Ungarn entwirft "Kriegsplan" gegen zweite Corona-Welle

In vielen osteuropäischen Staaten steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen die Corona-weiter deutlich an. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban sagte, seine Regierung entwerfe daher einen "Kriegsplan", um auf die zweite Corona-Welle vorbereitet zu sein. Der Plan ziele nicht darauf ab, dass jeder zu Hause bleibe und das Land zum Stillstand kommen, sondern dass Ungarn weiter funktioniere, betonte Orban.

Ungarn verzeichnete mit 718 Fällen am Freitag ebenso wie Tschechien (1382 Infektionen) die höchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Orban kündigte an, in seinem Land sollten innerhalb der kommenden Wochen Maßnahmen eingeführt werden, um die Wirtschaft des Landes zu schützen und das Wachstum anzukurbeln.

Im zweiten Quartal war Ungarns Wirtschaft um 13,6 Prozent geschrumpft. Ungarn hatte bereits Anfang September seine Grenzen geschlossen, seither aber unter anderem Ausnahmen für die drei anderen Staaten der sogenannten Visegrad-Gruppe, Polen, Tschechien und die Slowakei, gemacht. "Ich glaube, dass wir innerhalb der europaweiten Schwierigkeiten eine sichere zentraleuropäische Insel schaffen können", sagte Orban. Unter bestimmten Regeln könnten Ungarn, Slowaken, Tschechen und Polen zusammenleben.

14:47 Uhr

Söder beklagt Unvernunft im Umgang mit Corona

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich über zu viel Unvernunft in der Bevölkerung im Umgang mit dem Coronavirus beklagt. "Meine Sorge ist, ehrlicherweise, dass wir zwar medizinisch besser gewappnet sind, aber dass wir uns im Moment tatsächlich mit mehr Unvernunft umgeben", sagte Söder beim Besuch des Nürnberger Südklinikums.

"Ich mache mir schon Sorgen", fügte Söder hinzu. "Zu glauben, dass um uns herum die Zahlen explodieren und auch die Krankenhäuser langsam wieder volllaufen und zu glauben, das hätte mit uns nichts zu tun - das ist zumindest etwas blauäugig", sagte Söder mit Blick auf drastisch gestiegene Infektionszahlen in Ländern wie Frankreich.

Nürnberg: Markus Söder unterhält sich bei einem Besuch im Klinikum Nürnberg mit Ärzten | dpa

"Ich mache mir schon Sorgen", sagte Söder beim Besuch des Nürnberger Südklinikums. Bild: dpa

Entscheidend sei, dass eine exponentielle Kurve auf alle Fälle vermieden werden müsse, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. Corona bleibe beherrschbar, solange das Infektionsgeschehen auf dem bisherigen Niveau bleibe und lokal eingedämmt werden könne. Frühes und schnelles Testen bleibe deshalb eine Chance, die Verbreitung der Infektion zu verhindern. "Wir brauchen für Corona einen langen Atem."

14:38 Uhr

EZB-Chefin warnt: "Keine Zeit sich auszuruhen"

Die Erholung der Wirtschaft nach dem beispiellosen Absturz im zweiten Quartal infolge der Corona-Krise ist laut EZB-Chefin Christine Lagarde nach wie vor uneinheitlich und unvollständig. Daher gebe es für die europäischen Regierungen und die Europäische Zentralbank (EZB) keinen Spielraum, sich auszuruhen", sagte sie nach einem Treffen mit den EU-Finanzministern.

"Keine Selbstzufriedenheit! Unsere konjunkturstützende Geldpolitik braucht die Unterstützung der Fiskalpolitik, und niemand von uns kann sich gegenwärtig Selbstzufriedenheit leisten", so Lagarde. Die Hilfen müssten bis zum Ende der Krise aufrecht erhalten werden. "Nach unserer Projektion werden wir vor Ende 2022 in der Euro-Zone nicht zur Vor-Covid-Situation zurückkehren", sagte die EZB-Chefin.

Die Euro-Notenbank hat wegen des Konjunktureinbruchs infolge der Coronavirus-Pandemie umfangreich Stützungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Im Juni stockte sie ihr "PEPP" getauftes Notfall-Anleihenkaufprogramm um 600 Milliarden Euro auf 1,35 Billionen Euro auf. Über ihre großen Geldsalven - im Fachjargon "TLTRO" genannt - sorgt sie zudem für reichlich Liquidität im Bankensystem. Die EU-Staaten hatten sich im Juli geeinigt, für einen EU-Wiederaufbaufonds nach der Pandemie insgesamt 750 Milliarden Euro bereitzustellen - 390 Milliarden Euro als direkte Zuschüsse und 360 Milliarden Euro als Kredite.

14:29 Uhr

10.000 Kitas in Corona-Kita-Register angemeldet

Mehr als 10.000 Kitas und Tagespflegepersonen haben sich seit der Einrichtung des Kita-Registers zur Erforschung der Corona-Bedingungen in der Kinderbetreuung inzwischen in das Verzeichnis eingetragen. Das teilte das Deutsche Jugendinstitut (DJI) mit. In dem Internet-Portal können sich seit dem 11. August Betreuungseinrichtungen und Tagesmütter anmelden, um dann an regelmäßigen Befragungen zum Infektionsgeschehen und den Kapazitäten in ihrer Einrichtung teilzunehmen.

An der ersten Befragungsrunde zwischen dem 11. August und dem 3. September nahmen demnach rund 6800 Kitas und Tagespflegestellen bundesweit teil. Die Einrichtungen wurden gebeten, auf einer Skala von 1 (leicht) bis 6 (schwer) anzugeben, wie schwierig es für sie zum aktuellen Zeitpunkt ist, eine bedarfsgerechte Betreuung zu gewährleisten. Im Schnitt gaben die Teilnehmer eine Note 2,3. Von Gruppen- oder Kita-Schließungen wegen Corona-Fällen oder Verdachtsfällen berichteten weniger als ein Prozent der befragten Einrichtungen. Etwa zwei Prozent der Fachkräfte in den am Register teilnehmenden Einrichtungen arbeiteten nach Angaben des Jugendinstituts wegen Corona zunächst nicht mehr mit Kindergruppen. Weitere zwei Prozent könnten ihrer Tätigkeit zurzeit gar nicht mehr nachgehen, hieß es.

Mit dem Kita-Register soll die seit der stufenweisen Wiederöffnung der Kitas laufende "Corona-Kita-Studie" unterstützt werden. Diese wird vom Familien- und Gesundheitsministerium finanziert und vom Deutschen Jugendinstitut und dem Robert Koch-Institut umgesetzt. Die Studie erforscht die Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen.

14:01 Uhr

Karliczek: Ausbildungsmarkt schrumpft

Durch die Corona-Krise hat sich die Lage am Ausbildungsmarkt nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek weiter verschlechtert. "Der Ausbildungsmarkt ist geschrumpft: Acht Prozent weniger Ausbildungsplätze, aber eben auch acht Prozent weniger Bewerberinnen und Bewerber", sagte die CDU-Politikerin bei der Debatte über den Berufsbildungsbericht im Bundestag. Es stünden zwar auch in der Krise nach wie vor mehr Plätze zur Verfügung, als besetzt werden könnten. Weniger Auszubildende heute bedeuteten aber auch weniger Fachkräfte morgen.

Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt war schon vor Corona problematisch, wie der bereits Anfang Mai vom Bundeskabinett beschlossene Berufsbildungsbericht zeigt. Sowohl das Angebot an Lehrstellen, als auch die Zahl der Bewerber war 2019 weiter gesunken. In der Krise werden Unternehmen nun mit Azubiprämien unterstützt, wenn sie trotz wirtschaftlicher Probleme ihre Lehrstellen nicht abbauen oder sogar aufstocken.

Anja Karliczek | dpa

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek Bild: dpa

13:52 Uhr

Eurogruppe: Finanzhilfen auch nach 2020 nötig

Die Eurogruppe rechnet damit, dass wegen der Corona-Krise auch über 2020 hinaus Finanzhilfen nötig sein werden. "Es wird Zeit und Arbeit brauchen, um den Schaden rückgängig zu machen, den die Krise verursacht hat", sagte Eurogruppenchef Paschal Donohoe nach Beratungen in Berlin.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, betonte, Hilfen seien nötig, bis die Krise vorbei sei. Die Entwicklung laufe in den unterschiedlichen Staaten ungleichmäßig und asymmetrisch. "Keiner von uns kann sich derzeit Selbstzufriedenheit leisten", betonte Lagarde.

Auch Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni warnte davor, die europäischen Hilfen zu früh zurückzufahren. Die Wirtschaftsleistung der meisten europäischen Staaten werde Prognosen zufolge auch Ende 2021 noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau sein. "Ein vorzeitiger Entzug der Unterstützung würde die fragile Erholung gefährden", sagte Gentiloni.

13:04 Uhr

Finnland lockert Reisebeschränkungen

Finnland erleichtert Einreisebeschränkungen aus Ländern mit höheren Coronavirus-Infektionsraten. Bisher hat Finnland die Einreise aus Ländern mit mehr als zehn Fällen pro 100.000 Personen verboten. Ab dem 19. September wird die Schwelle auf 25 Fälle pro 100.000 Menschen angehoben. Finnlands Infektionsrate lag in den vergangenen zwei Wochen bei 7,8 Fällen pro 100.000 Einwohner und gehörte damit zu den niedrigsten in Europa.

12:54 Uhr

Pflegebevollmächtigter gegen Isolation von Heimbewohnern

In der Corona-Krise sollten Pflegeheime aus Sicht des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, eine weitgehende Abschottung vermeiden. Es gebe Einrichtungen, die sich sehr gut auf möglicherweise wieder steigende Infektionszahlen im Herbst und Winter vorbereitet haben, sagte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium.

Sie hätten kreative Lösungen entwickelt, um Besuche, Spaziergänge oder Einkäufe zu vernünftigen Bedingungen zu ermöglichen. "Aber leider höre ich auch immer noch von Einrichtungen, die primär auf die Isolation der Bewohner setzen. Das kann sechs Monate nach Beginn der Pandemie einfach nicht mehr sein", so Westerfellhaus.

Für Bewohner sei es nicht nur eine Pflegeeinrichtung, sondern ihr Zuhause. "Dort benötigen sie nicht nur Schutz vor Infektionen, sondern auch Nähe, soziale Kontakte und die Gewissheit, Einfluss auf ihre Lebensbedingungen nehmen zu können." Pauschale Besuchsverbote könnten nur in Ausnahmefällen und zeitlich begrenzt Lösungen sein.

Andreas Westerfellhaus | REUTERS

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus. Bild: REUTERS

12:46 Uhr

Acht Tote in Schweizer Altenheimen

Bei Corona-Ausbrüchen in zwei Altenheimen in der Schweiz sind acht Menschen gestorben. Insgesamt seien 90 Bewohner und Pfleger positiv auf das Virus getestet worden, teilten die Behörden mit. In der Schweiz steigt die Zahl der Corona-Fälle seit Mitte Juni kontinuierlich an, auch wenn das Land im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn noch immer relativ wenig Infektionen registriert hat.

In einem Altenheim in Siviriez im Kanton Freiburg steckten sich nach Angaben der lokalen Behörden 37 Bewohner und 19 Pflegekräfte mit dem Coronavirus an. Sieben Menschen starben innerhalb von einer Woche. Der Zivilschutz wurde zur Hilfe gerufen, um die Betreuung der Menschen aufrecht zu erhalten. In einem anderen Pflegeheim in Bulle, ebenfalls im Kanton Freiburg, wurden 21 Bewohner und 13 Mitarbeiter positiv getestet. Ein Mensch starb an Covid-19.

12:40 Uhr

Schärfere Corona-Regeln in Österreich

Nach einem starken Anstieg der Corona-Ansteckungszahlen verschärft Österreich die landesweiten Maßnahmen wieder. Von Montag an muss ausnahmslos in allen Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wie die Regierung in Wien mitteilte. Das gilt auch für Beschäftigte in Lokalen.

Außerdem dürfen Speisen und Getränke in Innenbereichen nur noch an Sitzplätzen serviert werden. Bei Veranstaltungen sind draußen nur noch 3000 Besucher statt derzeit bis zu 10.000 erlaubt. In Innenräumen sind nur noch 1500 statt 5000, ohne zugewiesene Plätze nur 50 Gäste zugelassen. Kinder müssen in der Schule außerhalb ihrer Klassenzimmer Maske tragen.

Heute wurden in Österreich 580 neue Fälle gemeldet, nachdem es gestern 664 waren. Vor zwei Wochen hatte die Zahl täglicher Neuinfektionen noch etwa halb so hoch gelegen. Fast 5000 Menschen gelten als erkrankt, mehr als die Hälfte davon in Wien.

11:50 Uhr

UN-Bericht: Armut wächst dramatisch

Im Zuge der Corona-Pandemie droht laut einem UN-Bericht ein historischer Anstieg der weltweiten Armut. Die Krankheit habe den schwersten Wirtschaftseinbruch in Friedenszeiten seit der Weltwirtschaftskrise 1929 verursacht, heißt es in dem in Genf veröffentlichten Bericht. 176 Millionen Menschen drohe dadurch der Fall in die Verarmung.

"Die schlimmsten Auswirkungen der Krise auf die Armut stehen noch bevor", so der Sonderberichterstatter für extreme Armut, Olivier De Schutter. Der Bericht, der sich unter anderem auf Zahlen der Weltbank stützt, geht dabei von einer Armutsgrenze von 3,20 US-Dollar pro Tag aus, was 2,70 Euro entspricht. Zwar hätten 113 Länder im Verlauf der Corona-Krise Sozialprogramme von insgesamt 589 Milliarden US-Dollar aufgelegt, doch bei vielen Menschen komme dieses Geld nicht an.

Dies beginne schon damit, dass Anträge oft online auszufüllen seien, wodurch Menschen ohne Internetzugang oder Analphabeten außen vor blieben. Außerdem, so der Sonderberichterstatter: "Diese derzeitigen Maßnahmen sind im Allgemeinen kurzfristig, die Hilfe ist unzureichend und viele Menschen werden unausweichlich in die Lücken fallen."

11:38 Uhr

Dreyer fordert neue Konzepte für Karneval und Fastnacht

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat Karnevals- und Fastnachtsvereine wegen der Corona-Pandemie zu neuen Konzepten für die kommende Session aufgefordert. "Die Fastnacht ist kreativ und wird neue Formate finden", erklärte Dreyer nach einem Gespräch mit Vertretern zweier Karnevalsverbände in Mainz. Die fünfte Jahreszeit werde es, "so wie wir sie kennen, in der nächsten Kampagne nicht geben".

Gemeinsames Singen und Schunkeln auf engstem Raum über vier bis sechs Stunden sei nicht vorstellbar, erklärte Dreyer. Dennoch werde Fastnacht in anderer Form stattfinden können. Sie schlug Onlineangebote, Livestreams von Veranstaltungen mit wenigen Zuschauern sowie kleinere Formate vor.

11:29 Uhr

Philippinen melden mehr als 4000 Neuinfektionen

Die Philippinen haben 4040 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet und damit die meisten seit zwölf Tagen. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg damit auf 252.964, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 42 auf 4108. Der Inselstaat ist in Südostasien am schwersten von der Pandemie betroffen.

11:26 Uhr

Klagen gegen Auflagen für Corona-Demo in München

Die Veranstalter einer für Samstag in München geplanten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen gehen gerichtlich gegen die Auflagen der Stadt vor. Am Verwaltungsgericht München ging ein Eilantrag gegen das Verbot ein, mit einem Demonstrationszug durch die Stadt zu ziehen. Ein weiterer Antrag, der sich gegen eine Beschränkung auf 1000 Teilnehmer richte, sei angekündigt, sagte ein Gerichtssprecher. Das Gericht wollte noch im Laufe des Tages entscheiden.

Die Vereinigung "Querdenken 089" hatte für Samstag eine Demonstration mit 5000 Teilnehmern auf dem Münchner Odeonsplatz angemeldet unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit". Die Stadt untersagte diese. Stattdessen darf die Demo unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese stattfinden - allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

10:32 Uhr

Arzt: Corona hätte Berlusconi im März oder April getötet

Der mit dem Coronavirus infizierte italienische Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi wäre nach Ansicht seines Arztes bei einer ähnlichen Corona-Infektion im März oder April an der Krankheit gestorben. "Die Viruslast beim Nasen-Rachen-Abstrich von Berlusconi war dermaßen erhöht, dass das im März oder April sicherlich nicht so einen glücklichen Ausgang wie jetzt gehabt hätte", sagte Professor Alberto Zangrillo gestern im TV-Sender La7. "Ob es ihn umgebracht hätte? Absolut ja, sehr wahrscheinlich ja, und er weiß das."

Der 83-Jährige wird seit gut einer Woche wegen einer Infektion mit dem Coronavirus im Mailänder Krankenhaus San Raffaele behandelt und ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Italien war im Frühjahr besonders stark von der Coronavirus-Pandemie getroffen worden. Die Intensivstationen im Norden des Landes hatten weder genug Betten noch Beatmungsgeräte.

Silvio Berlusconi | AFP

Italiens Ex-Premierminister Silvio Berlusconi. Bild: AFP

10:13 Uhr

Versicherer setzt Verkauf von Policen mit Pandemieschutz aus

Nach milliardenschweren Schäden durch die Corona-Krise hat der Rückversicherer Munich Re den Verkauf von Policen mit einem Versicherungsschutz für den Fall künftiger Pandemien vorerst gestoppt. "Wir überprüfen derzeit, ob wir im Schaden- und Unfallgeschäft neue Verträge anbieten, die im Fall von Pandemien greifen", sagte der für den Bereich zuständige Vorstand Torsten Jeworrek in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Vorerst biete der Konzern solche Verträge nicht mehr an. Dies betreffe etwa Versicherungsschutz gegen den Ausfall von Großveranstaltungen. In der Lebens- und Kranken-Rückversicherung will die Munich Re für die Folgen von Pandemien laut Jeworrek aber auch in neuen Verträgen geradestehen. Im ersten Halbjahr hatte der Rückversicherer infolge der Corona-Krise Schäden von 1,5 Milliarden Euro verbucht. Der Großteil davon entfiel auf den Ausfall und die Verschiebung von Veranstaltungen wie den Olympischen Spielen in Japan, gegen die sich die Veranstalter versichert hatten.

09:26 Uhr

Söder: Bayerns Teststrategie hat "voll funktioniert"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die umstrittene bayerische Corona-Teststrategie für einen großen Erfolg. "Das hat ja voll funktioniert", sagte er dem Nachrichtenportal "The Pioneer" über die Massentests für Reiserückkehrer an Flughäfen, Autobahnen und Bahnhöfen.

6000 positive Fälle seien dabei identifiziert worden. "Die wären ohne die Maßnahmen unerkannt gewesen und hätten zu einer großen Verbreitung geführt." Es sei zwar immer mal wieder zu Verzögerungen bei der Mitteilung der Testergebnisse gekommen. "Aber insgesamt habe ich den Eindruck, dass gerade die bayerische Bevölkerung da schon sehr dankbar war, dass es diese Möglichkeiten gibt."

CSU-Chef Markus Söder | OMER MESSINGER/EPA-EFE/Shutterst

Hält die bayerische Teststrategie für einen großen Erfolg: CSU-Chef Markus Söder. Bild: OMER MESSINGER/EPA-EFE/Shutterst

09:19 Uhr

Fehler in iOS kann Risikobewertung der Corona-App verfälschen

Nutzer der Corona-Warn-App bekommen auf iPhone-Modellen mit der neusten Betriebssystem-Version iOS 13.7 unter Umständen ein höheres Risiko angezeigt, als sie tatsächlich hatten. Darauf haben die Entwickler der App in einem Blogeintrag hingewiesen. "Unter der am 1. September von Apple veröffentlichten neuen iOS-Version kann es bei einer geringen Zahl von Nutzern zu irreführenden Risiko-Berechnungen kommen", heißt es in dem Eintrag.

Das Problem sei im Rahmen von regelmäßigen Tests der App durch die Entwickler entdeckt worden. Nutzer der Anwendung auf Android-Geräten sowie auf iPhones mit einem älteren iOS (bis einschließlich Version 13.6.1) seien von diesem Fehler nicht betroffen.

08:50 Uhr

Lockdown in Israel kommende Woche erwartet

Die Corona-Zahlen in Israel steigen immer weiter. Das Gesundheitsministerium teilte mit, am Donnerstag seien 4038 neue Fälle registriert worden. Damit wurde den vierten Tag in Folge der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

Gestern hatte das israelische Corona-Kabinett angesichts des Anstiegs erneut striktere Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Der Drei-Phasen-Plan muss allerdings am Sonntag noch von der israelischen Regierung gebilligt werden. Er sieht zunächst landesweite Ausgangsbeschränkungen vor. Die Menschen dürfen sich dann nicht weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Schule und Kindergärten sollen geschlossen werden, ebenso wie Restaurants und Geschäfte. Gebete sollen nur im Freien erlaubt werden. Nach Medienberichten soll diese Phase zwei Wochen dauern und vor dem jüdischen Neujahrsfest am Freitag beginnen.

In einer zweiten Phase sollen Fahrten zwischen Wohnorten und Versammlungen eingeschränkt werden. Restaurants und Geschäfte sowie Einkaufszentren sollen geschlossen bleiben, ebenso wie Schulen und Kindergärten. Schüler von der fünften Klasse an sollen in der ganzen Zeit Fernunterricht über Zoom erhalten. Nur ein Teil der Angestellten darf zur Arbeit gehen, die Menschen sind angewiesen, möglichst aus dem Homeoffice zu arbeiten. Auch diese Phase soll laut Medienberichten zwei Wochen dauern. Anschließend ist eine Rückkehr zu den bisher geltenden Beschränkungen geplant, falls die Infektionszahlen wie erhofft sinken.

08:41 Uhr

Britische Wirtschaft wächst dritten Monat in Folge

Die britische Wirtschaft erholt sich weiter von ihrem Einbruch in der Corona-Krise, allerdings mit abnehmendem Tempo. Im Juli sei die Wirtschaftsleistung (BIP) zum Vormonat um 6,6 Prozent gestiegen, teilte das britische Statistikamt ONS in London mit. Es ist bereits der dritte Monat in Folge mit Wachstum, nachdem das BIP im März und April drastisch eingebrochen war. Allerdings war die Wirtschaft im Vormonat Juni mit 8,7 Prozent noch etwas kräftiger gewachsen.

08:14 Uhr

Rechte von Heimbewohnern weiterhin eingeschränkt

Trotz der Lockerungen der Corona-Maßnahmen ist der Kontakt von alten Menschen in Heimen zu ihren Angehörigen und zur Außenwelt weiter eingeschränkt. Nach Einschätzung der Leiterin der Rechtsberatung des Biva-Pflegeschutzbundes, Ulrike Kempchen, kommt es dabei zu Rechtsverletzungen. Beschwerden von Angehörigen zeigten, dass Besuche häufig nur eingeschränkt möglich seien und auch der Ausgang für Heimbewohner problematisch bleibe.

Kempchen sagte dem Evangelischen Pressedienst, zwar sei es in allen Bundesländern wieder möglich, Besuche in einem Heim zu machen. Doch seien die Ausführungen sehr unterschiedlich: "Welche Rechte man hat, hängt jetzt auch davon ab, in welchem Bundesland man wohnt." Es gebe Einschränkungen wie etwa auf einen Besuch pro Woche, zeitliche Beschränkungen oder keine Besuche am Wochenende, weil nicht genug Personal da ist, um die Erfüllung der Corona-Auflagen zu garantieren, sagte Kempchen.

07:46 Uhr

Rekordanstieg bei Neuinfektionen in Tschechien

Tschechien hat 1382 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet und damit einen neuen Höchstwert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit wurden zum dritten Mal in Folge mehr als 1000 Neuinfektionen registriert. Angesichts der steigenden Zahl hatte die Regierung in dieser Woche die Maskenregelungen verschärft.

07:40 Uhr

Krise belastet Flughafenbetreiber Fraport weiter schwer

Beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist die Erholung der Passagierzahlen im August nur leicht vorangekommen. Auch wegen neuer Reisewarnungen für wichtige Urlaubsregionen lag die Zahl der Fluggäste an Deutschlands größtem Airport sowie an den Fraport-Flughäfen im Ausland erneut nur bei einem Bruchteil des Vorjahresniveaus, wie das MDax-Unternehmen in Frankfurt mitteilte.

Im Vergleich zum Juli verbesserte sich die Lage etwas. So zählte Fraport am Flughafen Frankfurt im August gut 1,5 Millionen Passagiere und damit 78,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das waren rund 200.000 Fluggäste mehr als im Juli, als der Rückgang im Jahresvergleich bei 81 Prozent gelegen hatte. Im April, Mai und Juni hatte das Minus sogar mehr als 90 Prozent betragen.

06:48 Uhr

Infektionen in Indien erreichen neuen Höchststand

Indien hat einen neuen Rekord an Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Infizierten um 96.551 auf mehr als 4,5 Millionen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg um 1209 auf 76.271 Tote.

In keinem anderen Land der Welt steigen die Infektionszahlen schneller als in Indien, das nach den USA die meisten Fälle aufweist. Die Zahl der Todesfälle in Indien ist zwar vergleichsweise niedrig, aber seit zehn Tagen wurden immer mehr als tausend Tote gemeldet.

06:42 Uhr

Kassenärzte plädieren für weitere Lockerungen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) plädiert für eine weitere Lockerung der Corona-Regeln in Deutschland. "Man kann den Panikmodus ausschalten", sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider". Bei genauerem Blick auf das Infektionsgeschehen gebe es derzeit keine explosionsartigen Corona-Hotspots. Auch gebe es auf den Intensivstationen erhebliche freie Kapazitäten. Die Zahl der Intensivpatienten und Sterbefälle sei weiterhin auf niedrigem Niveau. 

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen | CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutt

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Bild: CLEMENS BILAN/POOL/EPA-EFE/Shutt

"Die Zahlen geben Anlass, Corona-Maßnahmen zu überdenken, ohne leichtsinnig zu werden", sagte Gassen. Konkret sprach er sich etwa für die Lockerung der Auflagen bei Veranstaltungen aus: "Mir leuchtet nicht ein, warum in einem Stadion für bis zu 60.000 Menschen nicht Veranstaltungen mit 5000 bis 8000 Menschen Platz finden können." Dies sei Ende August in der Berliner Waldbühne bereits erfolgreich praktiziert worden. Entscheidend sei dabei lediglich, Nadelöhre mit engen Kontakten zu vermeiden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

06:39 Uhr

Corona-Hilfen für Privatradios starten

Die angekündigten staatlichen Corona-Hilfen für Privatradios in Deutschland sollen rasch ausgezahlt werden. Das teilte das Haus der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), der Nachrichtenagentur dpa mit. Im Juni hatte der Bund das Hilfspaket "Neustart Kultur" in Höhe von rund einer Milliarde Euro auf den Weg gebracht. Dazu zählt auch die Unterstützung der privaten Hörfunkveranstalter mit bis zu 20 Millionen Euro.

In der Krise kämpfen Medienhäuser mit ausbleibenden Werbeerlösen, die eine wichtige Ertragssäule sind. Private Hörfunkveranstalter sind davon teils stark betroffen gewesen. Kleine lokale Anbieter etwa sahen sich demnach mit Umsatzrückgängen von bis zu 90 Prozent konfrontiert. In Deutschland gibt es nach Verbandszahlen rund 270 private Radiosender, darunter etwa 160 Lokalradios.

06:03 Uhr

1484 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben innerhalb eines Tages 1484 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut Daten des Robert-Koch-Instituts mindestens 256.850 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9342. Das ist einer mehr als noch am Vortag. Bis zum Morgen hatten etwa 230.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

05:57 Uhr

Prognose: Deutschland profitiert von neuem Schlüssel für Corona-Hilfen

Deutschland wird nach einer Prognose der EU-Kommission ein Gewinner des neuen Verteilungssystems für die Milliardenbeträge aus dem europäischen Corona-Konjunkturprogramm sein. Nach den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Zahlen könnte die Bundesrepublik 7,27 Prozent der Zuschüsse aus der sogenannten Aufbau- und Resilienzfazilität bekommen. Dies entspricht rund 22,7 Milliarden der insgesamt 312,5 Milliarden Euro. Nach dem ursprünglich geplanten Verteilungsschlüssel hätte Deutschland nach Zahlen der Kommission nur 6,95 Prozent der Mittel erhalten, also rund eine Milliarde Euro weniger.

04:59 Uhr

US-Mediziner testen Blutverdünner an Covid-19-Patienten

US-Gesundheitsbehörden wollen für die Behandlung bei schweren Corona-Verläufen mehrere Blutverdünner testen. Hintergrund sei, dass in den Körpern von vielen Covid-19-Todesopfern immer wieder Blutgerinnsel sowie Anzeichen von Schäden an Nieren, Lungen, Herz und Blutgefäßen entdeckt würden. Um Schlaganfälle, Herzinfarkte, Blutgerinnsel und andere Komplikationen zu vermeiden, werde es Testreihen mit gleich mehreren Blutverdünnern geben. Die nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) werden eine Studie an stationär behandelten Patienten betreuen, bei denen die Gabe von geringen und regelmäßigen Dosen des Blutverdünners Heparin verglichen wird. Beteiligt sind mehr als 100 Einrichtungen in aller Welt sowie mehrere Regierungen, Pharmakonzerne, Universitäten und andere Akteure.

04:59 Uhr

Französische Regierung berät über verschärfte Corona-Maßnahmen

Die französische Regierung berät heute über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Der wissenschaftliche Beirat drängt die Regierung wegen der seit Wochen steigenden Infektionszahlen zum Handeln. Präsident Emmanuel Macron warnte aber vor "Panik". Kurz vor der Sondersitzung der Regierung wurde in Frankreich die Rekordzahl von fast 10.000 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet.