Menschen in einer Einkaufsstraße in Bordeaux in Frankreich | dpa
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Liveblog zum Nachlesen ++ Frankreich meldet 7379 neue Corona-Fälle ++

Stand: 28.08.2020 23:03 Uhr

Frankreich meldet 7379 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste Zuwachs seit dem Ende der Corona-Beschränkungen. Der US-Casino-Gigant MGM entlässt 18.000 Mitarbeiter. Der Liveblog zum Nachlesen.

  • Frankreich meldet 7379 neue Corona-Fälle
  • Kassel erlaubt Kirmes-Spaß bis 3000 Besucher
  • Lufthansa muss noch 1,2 Millionen Tickets erstatten
  • Stadt München verhängt Alkoholverbot
  • Kanaren zittern um Sonderstellung
  • Merkel rechnet mit schwierigerer Situation im Winter
  • 1571 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland
28.8.2020 • 23:03 Uhr

Das war es für heute

Damit schließen wir das Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

28.8.2020 • 22:29 Uhr

IWF gewährt Ecuador Kreditpaket in Höhe von 6,5 Milliarden Dollar

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährt Ecuador ein Kreditpaket in Höhe von 6,5 Milliarden US-Dollar (5,5 Milliarden Euro). Die Finanzspritze soll die Wirtschaft des Landes stabilisieren und den Weg für Reformen ebnen, erklärte der IWF. Die Laufzeit des Kreditprogramms beträgt demnach 27 Monate. Der in Washington ansässige IWF hatte das südamerikanische Land wegen der Corona-Krise bereits im Mai mit 643 Millionen Dollar unterstützt.

28.8.2020 • 20:07 Uhr

Kassel erlaubt Kirmes-Spaß bis 3000 Besucher

Obwohl das Großveranstaltungs-Verbot gerade bis zum Ende des Jahres verlängert worden ist, dürfen auf einem Rummelplatz in Kassel jetzt bis zu 3000 Besucher gleichzeitig ihren Spaß haben - mit Masken und strenger Wegführung. Von der Pandemie geplagte Schausteller haben dafür ein ausgekügeltes Hygiene-Konzept vorgelegt.

28.8.2020 • 19:52 Uhr

Frankreich meldet 7379 neue Corona-Fälle

Mit 7379 neuen Coronavirus-Fällen hat Frankreich fast den Höchstwert von Neuinfektionen während des Lockdowns erreicht. Ende März hatten die Behörden 7578 Fälle registriert. Das französische Gesundheitsministerium spricht von einem exponentiellen Wachstum: Am Mittwoch hatte es 5400 Neuerkrankungen gemeldet, am Donnerstag 6111, am Freitag stieg die Zahl erneut. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt jetzt bei 267.077. Die Zahl der Toten stieg um 20 auf 30.596.

28.8.2020 • 19:31 Uhr

Casino-Gigant entlässt 18.000 Mitarbeiter

Der Casino- und Hotelgigant MGM Resorts International entlässt wegen der Corona-Pandemie in den USA 18.000 Mitarbeiter. Das hat Konzernchef Bill Hornbuckle in einer Mitteilung an die Belegschaft erklärt. Zwar hätten nach dem Corona-Shutdown zahlreiche Casinos wieder öffnen können, man sei aber nicht zum vollen Betrieb zurückgekehrt.

MGM hatte im März wegen der Corona-Krise alle seine Casino-Hotels in den USA geschlossen und 62.000 seiner 70.000 Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt.

Eine MGM-Mitarbeiterin desinfiziert in einem Casino einen Spielautomaten. | AP

Eine MGM-Mitarbeiterin desinfiziert in einem Casino einen Spielautomaten. Bild: AP

28.8.2020 • 19:31 Uhr

Türkei verzeichnet höchste Zahl an Todesfällen seit Mai

In der Türkei ist die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf den höchsten Wert seit Mai gestiegen. Laut türkischem Gesundheitsministerium wurden heute 36 neue Corona-Tote gemeldet. Zudem seien 1517 Neuinfektionen registriert worden.

28.8.2020 • 18:53 Uhr

Frankreich will erneuten Lockdown vermeiden

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, seine Regierung werde alles tun, um einen weiteren landesweiten Lockdown zu verhindern. Grundsätzlich ausschließen könne er es allerdings nicht. "Wir haben gelernt, dass nichts wirklich ausgeschlossen werden kann", sagte Macron.

Die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich ist in den letzten Wochen kontinuierlich angestiegen, vor allem unter jungen Menschen.

28.8.2020 • 18:39 Uhr

Söder hält Maskenpflicht im Unterricht für möglich

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält eine Maskenpflicht im Unterricht für denkbar. Söder sagte der Zeitung "Nürnberger Nachrichten", Masken seien ein einfaches und effektives Mittel, um drohende Schulschließungen zu vermeiden. "Wir wollen den Regelunterricht bei gleichzeitigem Schutz von Schülern und Lehrern." Die Entscheidung über eine Maskenpflicht solle aber im Konsens getroffen werden. Für den kommenden Montag sei eine Besprechung mit Schulvertretern geplant.

28.8.2020 • 18:34 Uhr

Beschwerde gegen Maskenpflicht im Saarland zurückgewiesen

Der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes hat entschieden, dass die Vorschrift zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verfassungrechtlich nicht zu beanstanden ist. Ein Saarländer hatte gegen die Corona-Maßnahmen der Landesregieurng Beschwerde eingelegt. Allerdings wurde die Regelung zur Kontaktnachverfolgung von den Richtern gekippt. Es handele sich um einen Grundrechtseingriff von einer derartigen Intensität, dass nur ein Parlamentsgesetz, nicht aber eine Rechtsverordnung, ihn rechtfertigen könne. Die Vorschrift bleibt aber bis zu einer Neuregelung durch den Landtag vorrübergehend in Kraft - längstens bis zum 30. November. Solange dürften personenbezogene Daten, die nach Vorschrift erhoben werden, nur aufgrund einer gerichtlichen Entscheidung an die Gesundheitsbehörden übermittelt werden.

28.8.2020 • 18:13 Uhr

Bayern verstärkt "Kontakt-Ermittler"

Um Corona-Infektionsketten schnell nachverfolgen zu könnnen, stellt Bayern bis Ende 2021 mindestens 700 Menschen zur Kontakt-Ermittlung ein. Sie sollen die bisherigen Helfer in den sogenannten Contact-Tracing-Teams der Landratsämter ersetzen. Bei jedem Landratsamt ist abhängig von der Einwohnerzahl einen Grundstock von ein bis vier Mitarbeitern pro Team geben, erklärte eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums. Das Contact Tracing, also die Nachverfolgung von Kontakten infizierter Personen, sei ein ganz wesentlicher Faktor, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Das Personal des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Bayern war während der Pandemie kurzfristig um rund 4000 auf 5150 Mitarbeiter aufgestockt worden.

28.8.2020 • 17:20 Uhr

Ungarn macht Grenzen dicht

Ungarn schließt angesichts steigender Infektionszahlen im Ausland vom 1. September an seine Grenzen für ausländische Touristen. Das gab die Regierung in Budapest bekannt. Einreisen dürfen nur noch ungarische Staatsbürger, Ausländer müssen dazu einen triftigen Grund angeben. Die meisten neuen Infektionen in Ungarn seien aufgrund von Ansteckungen aus dem Ausland festgestellt worden, begründete Regierungssprecher Gergely Gulyas den Schritt.

28.8.2020 • 17:17 Uhr

Großbritannien bereitet Notzulassung von Corona-Impfstoff vor

Die britische Regierung bereitet derzeit alles vor, um die Notfallgenehmigung eines Corona-Impfstoffs zu ermöglichen. Normalerweise dauert es Monate, bis ein solch ein Medikament zugelassen wird. Die Behörden sollen nun die Möglichkeit erhalten, einen Impfstoff vorübergehend zuzulassen, während der Lizenzierungsprozess noch läuft. Voraussetzung sei, dass Sicherheits- und Qualitätsstandards eingehalten würden, teilte die britische Regierung mit.

28.8.2020 • 17:04 Uhr

Quarantänepflicht für deutsche Urlauber in Estland

Deutsche Reisende müssen sich ab Montag in Estland nach ihrer Ankunft für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Das geht aus einer Liste hervor, die das Außenministerium in Tallinn veröffentlicht hat. Grund ist demnach die steigende Zahl der Neuinfektionen in Deutschland.

Estland hatte Anfang Juni seine Grenzen für Bürger aus europäischen Ländern mit niedrigen Ansteckungsraten geöffnet. Für Einreisende aus Staaten mit einer Infektionsrate von bis zu 16 Fällen pro 100.000 Einwohnern entfällt die Quarantänepflicht. Für Deutschland wurde von den estnischen Behörden nun eine Rate von 20,9 ausgegeben.

28.8.2020 • 15:26 Uhr

"STA Travel" meldet Insolvenz an

Die deutsche Reisebüro-Kette "STA Travel" hat beim Amtsgericht Frankfurt Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Grund seien Umsatzeinbrüche wegen der Corona-Pandemie, teilte das Unternehmen mit. Das Management will nun das Geschäft reorganisieren. Die Kette ist auf Studentenreisen spezialisiert und hat ihrer Webseite zufolge 42 Büros in Deutschland.

28.8.2020 • 15:19 Uhr

Kanaren zittern um Corona-Sonderstellung

Auf den Kanarischen Inseln ist ein neuer Rekord an Neuinfektionen registriert worden. Die regionalen Gesundheitsbehörden meldeten 338 neue Fälle binnen 24 Stunden. Das ist die höchste Zahl seit dem Ausbruch der Pandemie im März.

Die zu Spanien gehörenden Atlantik-Inseln müssen nun befürchten, ihre Sonderstellung zu verlieren und wie das gesamte Land - darunter auch die Balearen - von Deutschland auf die Liste der Risikogebiete gesetzt zu werden.

28.8.2020 • 15:19 Uhr

Stadt München verhängt Alkoholverbot

Weil binnen sieben Tagen der Warnwert von 35 Infizierten pro 100.000 Einwohner überschritten wurde, gilt in München ab heute ein nächtliches Alkoholverbot für den öffentlichen Raum. Nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag der Wert am Freitag bei 35,27.

Ab 21 Uhr darf kein Alkohol mehr verkauft, ab 23 Uhr kein Alkohol mehr im öffentlichen Raum getrunken werden. Die Verbote enden morgens um 6 Uhr. Ausnahmen gelten jeweils für den Ausschank in der Gastronomie und bei genehmigten Veranstaltungen.

28.8.2020 • 14:40 Uhr

Lufthansa muss noch 1,2 Millionen Flugtickets erstatten

Rund 1,2 Millionen Passagiere der Lufthansa warten immer noch auf die Erstattung ihrer Tickets. Dies teilte die Airline mit. Insgesamt seien im laufenden Jahr 2,5 Milliarden Euro an 5,6 Millionen Kunden zurückgeflossen. Zur Zeit seien noch Anträge mit einem Volumen von rund 600 Millionen Euro offen.

In den vergangenen sieben Tagen wurden den Angaben zufolge täglich 20.000 Fälle erledigt. Ginge es im gleichen Tempo ohne neue Stornierungen weiter, wäre der Berg in 60 Tagen abgearbeitet.

Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen veranlassten Stornierungen zur Rückzahlung des Ticketpreises innerhalb von sieben Tagen verpflichtet.

28.8.2020 • 14:00 Uhr

Tausende Festnahmen in China wegen Corona-Straftaten

Wegen Straftaten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind in China seit Jahresbeginn fast 5800 Menschen festgenommen worden. Unter ihnen befinden sich auch Menschen, die im Verdacht stehen, Mitarbeiter des Gesundheitswesens umgebracht zu haben, wie die Staatsanwaltschaft in Peking mitteilte. Mehrere Verdächtige sollen zudem Spendengelder unterschlagen haben, die für Corona-Patienten gesammelt worden waren.

"Zwischen Januar und Juli wurden 5797 Menschen festgenommen und 6755 strafrechtlich verfolgt", erklärte die Staatsanwaltschaft. Wie viele Menschen sich noch in Gewahrsam befinden oder bereits verurteilt wurden, blieb zunächst unklar. Unter den Angeklagten war den Angaben zufolge ein Mensch, der mit seinem Auto absichtlich medizinisches Personal überfahren hatte. Auch gegen einen Ladenbesucher, der einen anderen Kunden zu Tode geprügelt hatte, weil dieser keine Maske trug, wurde strafrechtlich vorgegangen.

Die Behörden im chinesischen Wuhan hatten im Dezember vergangenen Jahres den weltweit ersten Infektionsfall mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Seither hat sich das Virus weltweit ausgebreitet. Die Volksrepublik hat die Pandemie mit strengen Ausgangssperren und intensiver Kontaktverfolgung unter Kontrolle gebracht.

28.8.2020 • 13:46 Uhr

Impfstoff-Test startet in Spanien, Deutschland und Niederlanden

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson will einen möglichen Corona-Impfstoff nach Angaben des spanischen Gesundheitsministers Salvador Illa in Spanien, Deutschland und den Niederlanden testen. Die klinische Studie der Phase II werde nächste Woche starten und zwei Monate dauern, sagt Illa. Insgesamt würden 550 Probanden in den drei Ländern teilnehmen. Bei einer Phase-II-Studie wird die Wirksamkeit und Sicherheit eines Wirkstoffs in der Regel an mehreren hundert Menschen getestet, bei Erfolg folgt eine Phase-III-Studie mit mehreren tausend Probanden.

28.8.2020 • 13:29 Uhr

Slowakei weitet Quarantänepflicht aus

Die Slowakei weitet ihre Quarantänepflicht auf Reisende aus Kroatien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Malta aus. Ab dem 1. September müssen Rückkehrer aus diesen Ländern für zehn Tage in Selbstisolation, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Verkürzt werden kann die Zeit nur, wenn frühestens fünf Tage nach Wiedereinreise in die Slowakei ein negativer Corona-Test vorliegt. Das Ministerium rät zudem von Reisen nach Griechenland ab, ebenso wie von Besuchen der tschechischen Hauptstadt Prag, der österreichischen Hauptstadt Wien und Teilen Großbritanniens.

28.8.2020 • 13:26 Uhr

Ferieninsel empfängt nur Urlauber mit überstandener Corona-Infektion

Auf der brasilianischen Ferieninsel Fernando de Noronha dürfen künftig vorerst nur Touristen einreisen, die schon einmal mit dem Coronavirus infiziert gewesen sind. Die örtlichen Behörden kündigten an, die Insel ab September schrittweise wieder für Besucher zu öffnen - allerdings unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. In einer ersten Phase dürften daher "nur Touristen an Land gehen, die schon Covid-19 hatten".

Die Insel, die zur gleichnamigen Inselgruppe im Atlantik gehört und für ihre paradiesischen, unberührten Strände bekannt ist, war wegen der Corona-Pandemie vor fünf Monaten für Touristen gesperrt worden. Nach der Lockerung des Touristen-Verbots müssen Besucher bei der Einreise nun neben der Zahlung einer Umweltschutzabgabe einen positiven Coronavirus-Test vorlegen. "Wir öffnen verantwortungsvoll, vorsichtig und ohne Eile", sagte Behördenchef Guilherme Rocha. "Eile ist der Feind des Lebens. Wir können nicht alles gleichzeitig machen."

Fernando de Noronha hat gut 3000 Einwohner, hinzu kommen normalerweise aber zahlreiche Touristen aus Brasilien und anderen Ländern. Zum Schutz vor dem Coronavirus hatte die Insel am 21. März allen Besuchern die Einreise untersagt. Sogar Einwohner, die auf dem Festland waren, durften von April bis Mitte Juni nicht auf die Insel zurück.

28.8.2020 • 12:52 Uhr

Indonesien meldet 3003 neue Corona-Neuinfektionen

Indonesien meldet den zweiten Rekordwert an Corona-Neuinfektionen in Folge. Angaben der Gesundheitsbehörden zufolge wurden innerhalb von 24 Stunden 3003 neue Fälle gemeldet. Schon am Donnerstag war ein Rekordwert von mehr als 2700 neuen Fällen verzeichnet worden. Insgesamt gab es damit seit Beginn der Pandemie fast 166.000 bestätigte Infektionen. In Südostasien ist der Inselstaat das Land mit den zweithöchsten Infektionszahlen nach den Philippinen.

Fahrradfahrer in Indonesien | dpa

Indonesien meldet 3003 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Bild: dpa

Gleichzeitig meldeten die Behörden in Jakarta 105 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl kletterte auf knapp 7200. Bereits vor zwei Wochen hatte die Regierung angekündigt, voraussichtlich bis Ende des Jahres keine ausländischen Urlauber ins Land lassen. Sie will stattdessen zunächst den einheimischen Tourismus wiederbeleben. Auch die beliebte Urlaubsinsel Bali folgte vor wenigen Tagen diesem Schritt. Ausländische Feriengäste dürfen bereits seit März nicht mehr einreisen. Mit fast 270 Millionen Einwohnern ist Indonesien der bevölkerungsreichste Staat Südostasiens.

28.8.2020 • 12:43 Uhr

AfD-Fraktion klagt gegen Corona-Hilfsmilliarden der EZB

Die AfD im Bundestag klagt wegen der gewaltigen Corona-Nothilfen der Europäischen Zentralbank (EZB) in Karlsruhe. Die Fraktion habe am Freitag beim Bundesverfassungsgericht eine sogenannte Organklage gegen Bundestag und Bundesregierung eingereicht, teilte ihr haushaltspolitischer Sprecher Peter Boehringer mit. Die Notenbank überschreite in offensichtlicher Weise die Grenzen, die Karlsruhe aufgestellt habe, um die Einhaltung der europäischen Verträge sicherzustellen. Ein Sprecher des Gerichts konnte den Eingang der Klageschrift zunächst nicht bestätigen.

Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hatte die EZB im März ein Notkaufprogramm für Anleihen aufgelegt. Das "Pandemic Emergency Purchase Programme" (PEPP) soll so lange laufen, bis der EZB-Rat die Krise für bewältigt hält, nach derzeitigem Stand mindestens bis Ende Juni 2021. Das Volumen wurde Anfang Juni um 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro fast verdoppelt. Um für die Käufe mehr Spielraum zu haben, ist die Notenbank auch bereit, ihre selbst gesetzten Grenzen aufzuweichen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte erst Anfang Mai mehreren Klagen gegen Staatsanleihenkäufe der EZB in Billionenhöhe überwiegend stattgegeben - die Notenbank überspanne damit ihr Mandat für die Geldpolitik. In diesem Verfahren ging es um 2015 gestartete Anleihenkäufe zur Ankurbelung von Inflation und Konjunktur (PSPP-Programm). Der inzwischen ausgeschiedene Gerichtspräsident Andreas Voßkuhle hatte bei der Urteilsverkündung ausdrücklich betont, dass die Corona-Hilfen nicht Gegenstand der Entscheidung waren.

Die AfD-Abgeordneten meinen, die Bundesregierung hätte das PEPP-Programm wegen der "offenkundigen Vertragsverletzungen" unterbinden müssen. Der Bundestag habe es versäumt, die Regierung dazu zu verpflichten. Nach Auskunft des Verfassungsgerichts sind bisher noch keine anderen Klagen gegen die Nothilfen anhängig.

28.8.2020 • 12:06 Uhr

Amsterdam und Rotterdam schaffen Maskenpflicht wieder ab

Amsterdam und Rotterdam heben die Maskenpflicht für belebte Plätze wieder auf. Ab Montag muss in den Einkaufsstraßen, auf Märkten und auch im Rotlichtviertel kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Die beiden Städte hatten die Regelung Anfang August angesichts des Zustroms von Touristen und der steigenden Corona-Zahlen eingeführt. Die Behörden erwarten, dass sich die Lage durch das kühlere Wetter und das Ende der Hochsaison verbessert.

Eine Maskenpflicht gilt in den Niederlanden weiterhin im öffentlichen Nahverkehr und auf Fähren.

28.8.2020 • 11:56 Uhr

Merkel rechnet mit schwierigerer Situation im Winter

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet damit, dass die Situation während der Corona-Pandemie im Winter noch einmal schwieriger wird. Im Sommer habe man Draußen mehr Freiheiten genießen können, als das im Herbst und Winter möglich sein werde, sagte Merkel bei einer Pressekonferenz in Berlin. Sie rechne nicht mit einem baldigen Ende der Pandemie. "Wir werden noch länger mit diesem Virus leben müssen", erklärte die Kanzlerin. Der Anstieg der Infektionszahlen mache ihr Sorgen. Merkel forderte die Bürger auf, die aktuelle Lage ernst zu nehmen und rief gleichzeitig zur Solidarität in der Bevölkerung auf.

Die Kanzlerin nannte die Pandemie eine "nie dagewesene Herausforderung", die sie sich noch bei ihrer Neujahrsansprache zum Jahresbeginn "nicht vorstellen konnte". Für alle Bürgerinnen und Bürger habe sich das Leben dramatisch verändert, "das Virus ist eine demokratische Zumutung", so Merkel. Auch wenn Deutschland nicht zuletzt wegen seines guten Gesundheitssystems bisher besser durch die Krise gekommen sei als andere Staaten, sei die Lage "unverändert ernst" und "wir nehmen sie auch weiterhin ernst". Dies gelte besonders angesichts wieder steigender Infektionszahlen.

Als eine Priorität für die kommenden Monate nannte Merkel, dafür zu sorgen, "dass unsere Kinder nicht die Verlierer der Pandemie sind". Besonders wichtig sei daher die Rolle der Schulen und Kitas. "Die Schule darf niemanden zurücklassen", hob die Kanzlerin hervor. Sie verwies auf das mit den Ländern verabredete zusätzliche Beschaffungsprogramm des Bundes für die digitale Ausstattung von Lehrern.

28.8.2020 • 11:33 Uhr

Proteste in Indien für Verschiebung der Uni-Zulassungsprüfungen

Mit internationaler Unterstützung protestieren junge Inder wegen der Corona-Krise für eine Verschiebung der Hochschul-Zulassungsprüfungen für Medizin und Ingenieurwissenschaften. Sie befürchten, sich bei den Prüfungen oder auf dem Weg dorthin mit Corona anzustecken und das Virus in ihre Familien zu tragen.

Die Prüfungen entscheiden über das Schicksal von mehr als zwei Millionen Indern. Mit einem guten Resultat können Prüflinge an einer der besten Universitäten studieren und damit in einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit leichter eine Arbeit finden. Viele lernen Jahre für die Aufnahmeprüfungen. Die meisten leben in Großfamilien, wo sich das Virus leicht verbreiten kann.

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg nannte die Zulassungsprüfungen unter diesen Umständen auf Twitter zutiefst unfair. Die Umweltaktivistin Luisa Neubauer schrieb: "Es ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, weltweit kommt Support."

Die Schulen in Indien sind derzeit geschlossen. Millionen Kinder haben dort seit Monaten auch keinen Zugang zu Fernunterricht, weil sie keinen Zugang zu Internet und Computern haben. Zur Corona-Pandemie kommen starke Monsunregen, die viele Teile des Landes gegenwärtig überflutet haben.

In Indien steigt die Zahl der bekannten Neuinfektionen seit Wochen stark an.Zuletzt registrierten die Gesundheitsbehörden 77.266 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Insgesamt gibt es mehr als 3,3 Millionen bekannte Infektionen. Nur in Brasilien und den USA gibt es mehr.

28.8.2020 • 11:00 Uhr

Österreichs Kanzler rechnet mit Normalität im nächsten Sommer

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat in einer Grundsatz-Erklärung zur Corona-Krise Hoffnung auf eine absehbare Rückkehr zur Normalität gemacht. "Es gibt schon langsam Licht am Ende des Tunnels", sagte Kurz in Wien. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Corona-Krise kürzer dauern werde, als viele Experten ursprünglich vorhergesagt hätten. Kurz stützt sich auf Gespräche mit Gesundheitsexperten, Forschern und Pharmaunternehmen in den vergangenen Wochen.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz richtet auf einer Pressekonferenz Ende Mai 2020 zu Corona-Lockerungen seine Atemschutzmaske. | REUTERS

Österreichs Kanzler verbreitet die Hoffnung, im nächsten Sommer zur Normalität zurückkehren zu können. Bild: REUTERS

Kurz hält es für mit dem heutigen Wissenstand für sehr wahrscheinlich, dass die Menschen im nächsten Sommer zur gewohnten Normalität zurückkehren könnten. Die Fortschritte bei Impfungen, Therapien und Tests sollten dies möglich machen. Das Virus habe sich bereits vielfach verändert. Es könne sein, dass es einerseits ansteckender, aber andererseits auch harmloser geworden sei. Klar sei aber auch, dass der Herbst und der Winter noch einmal eine schwierige Phase bedeuten könnten.

28.8.2020 • 10:50 Uhr

Corona lässt schwedische Wirtschaft einbrechen

In Schweden ist die Wirtschaftskraft wegen der Corona-Krise drastisch gesunken. Im zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal um 8,3 Prozent, wie die schwedische Statistikbehörde in Stockholm mitteilte.

Der konjunkturelle Rückschlag war in den Monaten April bis Juni aber weniger schlimm als in anderen europäischen Staaten. In Frankreich und Italien war die Konjunktur im zweiten Quartal mit 13,8 Prozent beziehungsweise mit 12,4 Prozent viel stärker eingebrochen. Auch in Deutschland war der Rückschlag mit 9,7 Prozent im Quartalsvergleich stärker ausgefallen. In Großbritannien waren es sogar rund 20 Prozent.

Dennoch ist der Rückgang der schwedischen Wirtschaftsleistung im zweiten Jahresviertel der stärkste seit Beginn der Aufzeichnung von Quartalszahlen im Jahre 1980. Bereits im ersten Jahresviertel hatte die Corona-Krise die schwedische Wirtschaft gebremst, das BIP konnte in den Monaten Januar bis März aber noch leicht um 0,2 Prozent im Quartalsvergleich zulegen.

Schweden war in der Corona-Krise einen Sonderweg mit verhältnismäßig lockeren Beschränkungen gegangen. Schulen, Restaurants und Geschäfte blieben durchgehend offen. Das Vorgehen ist umstritten - auch weil das Land im Vergleich zu anderen skandinavischen Staaten eine hohe Zahl von Neuinfektionen und Todesfällen auswies.

28.8.2020 • 10:37 Uhr

Leutheusser-Schnarrenberger kritisiert Verbot von Corona-Demo

Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat das Verbot der in Berlin geplanten Demonstration gegen die Corona-Schutzauflagenkritisiert. Das Versammlungsrecht sei eine "essenzielle Säule" der Demokratie und dürfe nicht einfach außer Kraft gesetzt werden, sagte die FDP-Politikerin. Das gelte auch dann, wenn man die Ansichten der Demo-Veranstalter und -Teilnehmer ausdrücklich nicht teile.

Nach Ansicht von Leutheusser-Schnarrenberger sollte die für diesen Samstag geplante Versammlung deshalb "unter strengen Auflagen" genehmigt werden. Die Polizei müsse dann die Einhaltung der Auflagen kontrollieren. Werde dagegen verstoßen, müsse die Demonstration aufgelöst werden. Falsch sei es allerdings, "aus Frust heraus" eine solche Vorsammlung bereits im Vorfeld zu verbieten. Zudem handle es sich bei der Demo auch nach Ansicht des Verfassungsschutzes nicht um eine Veranstaltung, die von Verfassungsgegnern "gekapert" worden wäre.

Die Berliner Polizei hatte die Demonstration gegen die Corona-Schutzauflagen verboten, weil Teilnehmer bei einer "Querdenken"-Demonstration am 1. August in Berlin massiv gegen Hygiene- und Distanzregeln verstoßen hatten. Der Großteil der laut Polizei rund 30.000 Teilnehmer trug damals keinen Mund-Nasen-Schutz und verstieß gegen die Abstandsregeln.

28.8.2020 • 10:19 Uhr

Südkorea verschärft Corona-Beschränkungen

Die südkoreanische Regierung hat angekündigt, die Kontaktbeschränkungen im Großraum der Hauptstadt Seoul zu verschärfen. So müssen Unternehmen schließen, in denen nicht kontaktfrei gearbeitet werden kann. Restaurants und Bäckereien dürfen nur zwischen 21 und 5 Uhr Speisen zum mitnehmen verkaufen oder ausliefern. Zudem müssten die Gäste Masken tragen und die Tische entsprechende Abstände zueinander haben. Alle Fitnessstudios sollen geschlossen werden.

Gesundheitsminister Park Neung-hoo kündigte die Maßnahmen an, nachdem das Land 371 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet hatte. Allein in den letzten 15 Tagen meldeten die Behörden 4300 neue Infektionen. Insgesamt hat das Land 19.077 Corona-Infizierte registriert, darunter 316 Todesfälle.

Park sagte, dass mehr als 470.000 Unternehmen in der Region Seoul von den Maßnahmen betroffen sein würden. Die Restriktionen seien die letzte Möglichkeit, bevor man möglicherweise über einen Lockdown nachdenken müsse. Die Maßnahmen, die Sonntag in Kraft treten, sollen erstmal für acht Tage gelten.

28.8.2020 • 09:55 Uhr

Maskenpflicht in Paris teilweise gelockert

Seit Freitagmorgen müssen die Menschen überall in Paris unter freiem Himmel eine Maske tragen - doch die Regeln sind nicht so streng wie ursprünglich vorgesehen. Wer eine körperliche Aktivität wie Joggen oder Radfahren ausübe, bleibe von der Maskenpflicht befreit, teilte die Pariser Polizeipräfektur mit.

Man werde die neue Regel nun erstmal im Rahmen einer Aufklärungskampagne umsetzen. Verwarnungen würden mit Augenmaß ausgesprochen. Zuvor hatte das Pariser Rathaus gegen die Maskenpflicht auf dem Rad protestiert. "Wir halten es für eine schlechte Entscheidung", sagte Vizebürgermeister Emmanuel Grégoire. "Es schreckt davon ab, ein Fahrrad zu benutzen." Die Polizeipräfektur lenkte kurze Zeit später ein.

In Paris galt bereits zuvor in weiten Teilen der Innenstadt eine Maskenpflicht unter freiem Himmel. Allerdings handelte es sich bei den Masken-Zonen um einen unübersichtlichen Flickenteppich. Nur an wenigen Orten in der Stadt gab es Schilder, die auf die Verpflichtung hinwiesen. Häufig war den Parisern gar nicht klar, wo nun Maskenpflicht herrschte und wo nicht. Die neue Maskenpflicht gilt nun auch in den an Paris grenzenden Départements Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne. Kinder unter elf Jahren sind von der Pflicht befreit. Die Bundesregierung hat für den Großraum Paris eine Reisewarnung wegen steigender Corona-Zahlen ausgesprochen.

28.8.2020 • 09:09 Uhr

Französische Wirtschaft bricht ein

Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen der Corona-Pandemie deutlich stärker abgestürzt als die deutsche. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 13,8 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Konsum, Exporte und Investitionen brachen wegen der Corona-Krise stark ein.

Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft büßte im Frühjahr 9,7 Prozent ein. Der landesweite Lockdown zur Eindämmung der Pandemie hatte weite Teile der französischen Wirtschaft lahmgelegt: Geschäfte und Hotels mussten bis 11. Mai schließen. Cafés und Restaurants durften erst ab 2. Juni wieder öffnen. Angesichts der Konjunkturbelebung der vergangenen Wochen geht Finanzminister Bruno Le Maire davon aus, dass es in diesem Jahr insgesamt nicht ganz so schlecht werden dürfte wie bislang angenommen. Ein Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von weniger als den bislang erwarteten elf Prozent sei möglich. "Wir haben tatsächlich eine Verbesserung erzielt", sagte Le Maire.

Das Geschäftsklima stieg im August auf den höchsten Stand seit Monaten. Auch die Konsumausgaben legten erneut zu: Im Juli gab es ein Plus von 0,5 Prozent. Frankreich hatte zuletzt 6111 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das ist der höchste Anstieg seit dem Ende der Corona-Beschränkungen.

28.8.2020 • 08:58 Uhr

Bundeselternrat kritisiert Krisenmanagement an Schulen

Der Bundeselternrat stellt den Kultusministern zum Schuljahresbeginn in Corona-Zeiten ein schlechtes Zeugnis aus. "Eine Vier minus - eine bessere Note haben die Politiker für die Vorbereitung des Schuljahres nicht verdient", sagte Stephan Wassmuth, Vorsitzender des Bundeselternrats. Die Kultusminister erinnerten an Schüler, die vor einer wichtigen Klassenarbeit nicht oder nur das Allernötigste lernen, "in der Hoffnung, sie werden schon irgendwie durchkommen", so Wassmuth. Für Politiker, die Verantwortung für die Gesundheit Hunderttausender trügen, sei das zu wenig.

Als Beispiel nannte Wassmuth die Frage des Lüftens: "Jedes Kind weiß mittlerweile, dass Aerosole in der Corona-Pandemie entscheidend für die Verbreitung des Virus sind. Wir müssen lüften, lüften, lüften!" Das gehe aber gar nicht in allen Klassenräumen. "Da hätte man schon in den Ferien umbauen oder technische Lösungen mit Luftfilteranlagen suchen müssen."

Der oberste Elternvertreter bemängelte, die Sommerferien hätten genutzt werden müssen, um die Lehrer in Sachen digitalem Unterrichten fortzubilden. Das sei so nicht passiert. Für Schüler und Eltern bliebe es ein Lotteriespiel. "Einige haben das Glück, dass die Schulleitung sich schon seit Jahren um das Thema kümmert. An vielen Schulen funktioniert wenig bis gar nichts." Wassmuth warnte, dass das Chaos im Fall von großflächigen Schulschließungen auch beim nächsten Mal riesig sein werde.

28.8.2020 • 08:47 Uhr

Coronavirus-Infektionen steigen in der Ukraine stark an

Das Coronavirus breitet sich in der Ukraine trotz der diese Woche verschärften Beschränkungen aus. Binnen 24 Stunden wurden 2438 Neuinfektionen gemeldet - so viele wie nie zuvor. Insgesamt wurden den Behörden zufolge 114.497 nachgewiesene Ansteckungsfälle und 2451 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert. Bis 28. September verwehrt die Ukraine Menschen aus den meisten Ländern die Einreise. Weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wurden bis Ende Oktober verlängert.

28.8.2020 • 08:42 Uhr

Rekordanstieg: Indien meldet 77.266 Neuinfektionen

In Indien haben die Behörden 77.266 Neuinfektionen registriert - so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Insgesamt sind damit 3,39 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen. Innerhalb eines Tages seien 1057 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Gesamtzahl steigt damit auf 61.529. Nach den USA und Brasilien verzeichnet Indien die höchste Infektionszahl weltweit.

28.8.2020 • 08:14 Uhr

Trump-Nominierung: Gäste ignorieren Corona-Regeln

Bei Trumps Abschlussrede auf dem Parteitag der Republikaner im Weißen Haus hielten viele Gäste die Abstands- und Hygieneregeln nicht ein. Der Großteil der 1500 Gäste trug nicht einmal eine Maske. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Menschen dicht an dicht auf Stühlen im Garten des Weißen Hauses saßen. Einige schüttelten in der dicht gedrängten Menge vor Beginn der Veranstaltung Hände.

Das Wahlkampfteam teilte mit, Gesundheitsexperten hätten mit den Republikanern zusammengearbeitet, um zu gewährleisten, dass der Sicherheit von Personen beim Parteitag Rechnung getragen werde. Die strengen Protokolle stünden in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC.

Gäste beim Parteitag von Donald Trump. | AFP

Bei Trumps Abschlussrede auf dem Parteitag trugen viele der 1500 Gäste keinen Mund-Nasen-Schutz. Bild: AFP

In den USA sind nach Statistiken der Universität Johns Hopkins mehr als 180.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Alleine in den ersten drei Tagen des viertägigen Parteitags kostete die Pandemie demnach rund 3000 Menschen das Leben. Die Demokraten um Präsidentschaftskandidat Joe Biden werfen Trump vor, beim Schutz der Amerikaner vor der Pandemie versagt zu haben.

28.8.2020 • 07:22 Uhr

Mexiko: Schulunterricht im Fernseher

Weil ein Schulunterricht im Klassenzimmer wegen der hohen Corona-Zahlen nicht möglich ist, lernen die Kinder in Mexiko vor dem Fernseher. Das mexikanische Bildungsministerium hat sich mit vier privaten Sendergruppen zusammengetan, um 4550 Fernseh- und 640 Radiosendungen mit jeweils ans Alter angepassten Lerninhalten zu produzieren - einige davon in 20 indigenen Sprachen. Das neue Schuljahr hat am Montag begonnen. Die Programme laufen seitdem in mehreren Kanälen montags bis freitags zwischen 7.30 Uhr und Mitternacht. Für jede Klassenstufe gibt es täglich zwei bis drei Stunden Unterricht.

In Mexiko bekommen zwei Schülerinnen Unterrichtsstunden über den Fernseher | dpa

Wegen der Corona-Pandemie findet der Schulunterricht in Mexiko im Fernsehen statt. Bild: dpa

Dass sich die Klassenzimmer - wie jetzt in Deutschland - wieder füllen, ist in Mexiko im Moment undenkbar. Dort wurden schon mehr als 60.000 Todesfälle - die drittmeisten weltweit - im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 registriert, und weiterhin kommen jeden Tag viele hinzu. Nachdem der Präsenzunterricht wegen der Pandemie im März abgebrochen wurde, ging es, wie in anderen Ländern auch, zuerst per Internet weiter - die Regierung stellte auf einer Website Material zur Verfügung. Allerdings drohten dabei viele Schüler auf der Strecke zu bleiben. Nur etwas mehr als die Hälfte der Haushalte in Mexiko hat nach einer Statistik der Regierung Zugang zum Internet, noch weniger einen Computer. 95 Prozent hingegen haben einen Fernseher.

28.8.2020 • 07:01 Uhr

Studie: Blutverdünner können Überlebenschancen bei Infektion erhöhen

Blutverdünner können bei Covid-19-Patienten das Sterberisiko deutlich senken. Das berichten US-Mediziner nach einer Studie mit knapp 4400 Teilnehmern im "Journal of the American College of Cardiology". Demnach ging die Behandlung mit Blutverdünnern - unter Berücksichtigung des Zustands der Patienten - mit einer etwa halbierten Todesrate einher. Zudem war das Risiko für eine künstliche Beatmung um etwa 30 Prozent reduziert, wie die Gruppe um Valentin Fuster vom Mount Sinai Hospital in New York schreibt.

"Als Ärztin, die Covid-19-Patienten an vorderster Front behandelt hat, weiß ich, wie wichtig es ist, Antworten darauf zu haben, was die beste Behandlung für diese Patienten bedeutet", sagt Co-Autorin Anuradha Lala in. Sie und ihre Kollegen hatten Patientendaten aus fünf Krankenhäusern der Mount-Sinai-Gruppe in New York von März und April analysiert.

"In den Kliniken ist schon lange bekannt, dass thromboembolische Ereignisse eine häufige Komplikation bei Covid-19 sind", sagt Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Dennoch lobt Janssens die großen Datenmengen der aktuellen Studie. Es sei bei der Einlieferung von Corona-Patienten ins Krankenhaus sehr wichtig, sich viele Aspekte ihres Zustands genau anzusehen.

28.8.2020 • 06:47 Uhr

Bevölkerungsschützer wünschen sich mehr Krisenvorsorge

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hofft, dass die Corona-Pandemie das Krisenbewusstsein der Deutschen schärft. "Wir können derzeit noch nicht wissenschaftlich belegen, ob die Corona-Krise eine Verhaltensänderung mit sich bringt", sagte Christoph Unger, Präsident des Bundesamts, . "Aber wir wünschen es uns und wir arbeiten dafür." Es gebe noch viel zu tun in der Krisenvorsorge, so Unger.

Der BBK-Präsident ist überzeugt, dass sich Katastrophenfälle künftig häufen werden - schon wegen des Klimawandels. Erdbeben, Hochwasser, Stromausfälle - die Menschen müssten für den Notfall vorsorgen. "Die Deutschen vertrauen sehr stark darauf, dass der Staat immer zur Hilfe kommt." So hätten die wenigstens Menschen Vorräte für zehn Tage zuhause, wie es das Bundesamt empfiehlt. Wer keine Reserven daheim habe, der kaufe dann panisch Klopapier wie zu Hochzeiten der Corona-Krise.

Einkauswagen mit Lebensmitteln | dpa

Die wenigstens Menschen haben Vorräte für zehn Tage zuhause, wie es das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt. Bild: dpa

Das BBK unterstützt es, wenn Menschen sich auf Katastrophen-Szenarien vorbereiten. Klar wolle er keine Panik schüren, sagte Unger. Aber: "Wir dürfen die Menschen nicht einlullen."

Am 10. September soll es den ersten bundesweiten Warntag seit Ende des Kalten Krieges geben, vom BBK organisiert. An diesem Tag würden die unterschiedlichsten Warnmittel wie Sirenen, Apps, aber auch digitale Werbetafeln bundesweit ausgelöst

28.8.2020 • 06:40 Uhr

Havanna verhängt Ausgangssperre

Wegen steigender Corona-Infektionen verschärft Kuba die Schutzmaßnahmen in der Hauptstadt Havanna. Unter anderem wird vom 1. bis zunächst zum 15. September eine Ausgangssperre zwischen 19 und 5 Uhr verhängt, wie Havannas Gouverneur Reinaldo García Zapata mitteilte. Minderjährige sollen sich ihm zufolge auch tagsüber nicht auf den Straßen und in den Parks aufhalten dürfen. Ein- und Ausreisen zwischen der Hauptstadt und dem Rest des Landes müssen zudem genehmigt werden.

Um die Maßnahmen durchzusetzen, werde die Polizeipräsenz in den Straßen erhöht. In dem karibischen Inselstaat wurden bislang 3806 Infektionen mit dem Virus und 92 Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung registriert. Nach Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus stieg zuletzt vor allem in Havanna die Zahl der Neuinfektionen.

28.8.2020 • 05:29 Uhr

1571 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die deutschen Gesundheitsämter nach RKI-Angaben 1571 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 1507. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 239.507 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9288. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis zum Morgen hatten etwa 213.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Corona-Virus Neuinfektionen Stand 28.08.2020 |

28.8.2020 • 05:17 Uhr

Kanzleramtschef Braun findet Berliner Demo-Verbot schwierig

Kanzleramtschef Helge Braun hält die Entscheidung der Berliner Polizei, eine für Samstag geplante Großdemonstration zu verbieten, für schwierig. "Was ich sehr schwierig fand und was hier, glaube ich, das große Problem war, dass bei der Begründung der Ablehnung der Demonstration die Absicht der Demonstranten mit in die Argumentation einbezogen worden ist. Und das geht natürlich nicht", sagte der CDU-Politiker am Abend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Braun sprach von einer ganz schwierigen Abwägungsfrage bei dem Verbot. "Ich finde, dass auch Corona-Gegner demonstrieren können", sagte der Kanzleramtschef. Man müsse sich dort natürlich auch den Regeln unterwerfen.

28.8.2020 • 04:59 Uhr

Johnson will Briten zur Rückkehr aus dem Homeoffice bewegen

Der britische Premierminister Boris Johnson will einem Zeitungsbericht zufolge in der nächsten Woche mit einer öffentlichen Kampagne für eine Rückkehr aus dem Homeoffice werben. Hintergrund seien Befürchtungen der Regierung, dass die in der Corona-Pandemie vermehrte Arbeit von zu Hause aus die Beschäftigten "anfälliger" für Entlassungen mache, berichtet der "Telegraph". Die Kampagne solle unter anderem erläutern, dass das Büro ein sicherer Arbeitsplatz sei und die sozialen Vorteile hervorheben. Zudem solle ein neues Online-Tool helfen, überfüllte Züge und Busse zu vermeiden.

28.8.2020 • 04:59 Uhr

Kinderärzte fordern Maskenpflicht für Lehrer im Klassenzimmer

Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, hat sich für eine Maskenpflicht für Lehrer auch im Klassenzimmer ausgesprochen. Er halte eine solche Maskenpflicht "durchaus für sinnvoll", sagte Fischbach der "Welt". Der empfohlene Sicherheitsabstand sei in beengten Klassenräumen oft nicht möglich. Frontalunterricht vor der Klasse sei eine ähnliche Situation wie im Chor. "Da können Lehrer zu Superspreadern werden." Bei den jüngsten Corona-Ausbrüchen an Schulen seien es immer Lehrer gewesen, die das Virus von außen hereingetragen hätten.