Medikament Remdesivir | via REUTERS
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ US-Sonderzulassung für Medikament Remdesivir ++

Stand: 02.05.2020 09:36 Uhr

  • Remdesivir erhält US-Arzneizulassung
  • Lieferengpässe von Standardimpfstoffen
  • Ansteckungsrate in Deutschland weniger als eins
  • Bahn braucht Milliarden-Finanzspritze
  • Italien stellt weitere Lockerungen in Aussicht
  • Rettungspaket für Lufthansa steht
  • DGB warnt vor Jobabbau
  • Viele Krankmeldungen in Deutschland
2.5.2020 • 00:07 Uhr

Das war es für heute

Damit schließen wir das Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

1.5.2020 • 22:41 Uhr

Medikament Remdesivir erhält Sonderzulassung in USA

Das Medikament Remdesivir erhält in den USA eine Sonderzulassung zur Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Das teilte US-Präsident Donald Trump mit. Laut US-Arzneimittelbehörde gebe es Anlass zu der Annahme, dass der Nutzen des Medikaments größer sei als das Risiko. Ursprünglich war der experimentelle Arzneistoff für die Ebola-Therapie entwickelt worden. Tests hatten ergeben, dass Remdesivir die Genesungsdauer von Patienten um einige Tage verkürzen konnte.

1.5.2020 • 22:07 Uhr

Unicef warnt vor Lieferengpässen von Standardimpfstoffen

Das UN-Kinderhilfswerk warnt vor Ausbrüchen tödlicher und eigentlich vermeidbarer Krankheiten als Folge der Corona-Krise. Unicef-Sprecherin Marixie Mercado sagte, die Reduzierung der internationalen Flugverbindungen habe in verschiedenen Regionen zu einem massiven Lieferrückstand von Standard-Impfstoffen geführt.

Allein in den vergangenen zwei Wochen seien die geplanten Lieferungen um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig seien die Frachtgebühren um 100 bis 200 Prozent gestiegen, da viele kommerzielle Fluganbieter am Boden blieben und Frachtflugzeuge kaum nachkämen. Vielen Ländern gingen die Impfstoffvorräte zum Beispiel gegen Masern oder Polio aus. "Kinderleben sind in Gefahr", sagte Mercado.

1.5.2020 • 19:33 Uhr

Sammlung für Impfstoff gegen Corona gestartet

Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs haben einen Aufruf gestartet, um insgesamt 7,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Impfstoffen und Arzneien gegen das Coronavirus zu sammeln.

"Wir werden alle unsere eigenen Zusagen auf den Tisch legen, und wir freuen uns, von Partnern aus der ganzen Welt begleitet zu werden", heißt es in dem Aufruf, der in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht wurde. "Die Mittel, die wir mobilisieren, werden eine beispiellose globale Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Regulierungsbehörden, Industrie und Regierungen, internationalen Organisationen, Stiftungen und Vertretern des Gesundheitswesens in Gang setzen."

Das gesammelte Geld soll an anerkannte globale Gesundheitsorganisationen fließen.

1.5.2020 • 19:07 Uhr

Ansteckungsrate in Deutschland weiter unter eins

Die Ansteckungsrate in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut weiter unter eins. Das Institut beziffert den sogenannten R-Faktor mit 0,79. Das heißt, dass ein Infizierter im Schnitt weniger als einen anderen Menschen ansteckt. Ein Wert unter eins bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen zurückgeht.

Bis heute Vormittag wurden in Deutschland mehr als 161.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Mindestens 6556 Infizierte starben.

1.5.2020 • 18:29 Uhr

Schulen in New York bis Schuljahrsende geschlossen

Der Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, erklärte heute, es sei zu riskant, die Schulen wieder zu öffnen. Eigentlich hätten 4,2 Millionen Schüler am 15. Mai wieder in die Schulen gehen sollen. "Wir müssen unsere Kinder beschützen," sagte Cuomo. Das Schuljahr geht offiziell bis Ende Juni.

New Yorks Bürgermeister Bill De Blasio hatte bereits am 1. April erklärt, dass die Schulen in der Stadt geschlossen bleiben und die Schüler stattdessen von zu Hause aus lernen.

1.5.2020 • 17:50 Uhr

Tschechische Pendler protestieren an Grenze zu Deutschland

Tschechische Berufspendler, die in Deutschland arbeiten, haben heute gegen die aktuellen Beschränkungen der Regierung in Prag wegen des Coronavirus protestiert. Am Grenzübergang zwischen Folmava und dem bayerischen Furth im Wald versammelten sich nach Polizeiangaben rund hundert Menschen. Zudem wurde eine Unterschriftenaktion gestartet.

Derzeit gilt, dass Grenzgänger bei der Rückkehr nach Tschechien einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorweisen müssen. Er muss mindestens alle vier Wochen erneuert werden. Andernfalls besteht die Pflicht zu einer zweiwöchigen Heimquarantäne.

Nach Schätzungen arbeiten mehr als 37.000 tschechische Grenzgänger in Deutschland und mehr als 12.000 in Österreich.

1.5.2020 • 17:40 Uhr

Komoren bestätigen als eines der letzten Länder ersten Corona-Fall

Als eines der letzten Länder der Welt hat der Inselstaat der Komoren den ersten Fall von Covid-19 bestätigt. Es handele sich um einen 50-Jährigen, der mit einem erkrankten französisch-komorischen Staatsbürger in Kontakt gekommen sei, teilte der Präsident des Staates im Indischen Ozean, Azali Assoumani, mit.

Somit gibt es auf der Welt nur noch wenige Länder ohne bestätige Covid-Erkrankungen, darunter der kleine südafrikanische Staat Lesotho als letztes Corona-freies Land in Afrika.

1.5.2020 • 17:20 Uhr

Unicef: Impfstoff-Reserven gehen aus

Als Folge der Corona-Krise hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef vor Ausbrüchen tödlicher und eigentlich vermeidbarer Krankheiten gewarnt. Die weitgehende Erlahmung im internationalen Flugverkehr habe zu einem massiven Lieferrückstand von Standard-Impfstoffen in verschiedenen Regionen geführt, erklärte Unicef-Sprecherin Marixie Mercado. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien die geplanten Lieferungen um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen.

Laut Mercado laufen mehr als zwei Dutzend schwer zugängliche Länder in Afrika und Asien Gefahr, dass ihnen die Impfstoff-Vorräte ausgehen. Dazu gehörten der Tschad, Ghana, Guinea, Niger und Nepal - Länder, die alle im vergangenen Jahr etwa Masern-Ausbrüche erlebten. "Kinderleben sind in Gefahr", sagte Mercado.

1.5.2020 • 16:53 Uhr

102-Jährige in Singapur überlebt Coronavirus

Eine 102-Jährige hat in Singapur eine Infektion mit dem Coronavirus überlebt. Nach der Entlassung von Yap Lai Hong aus dem Hospital teilte ihr Altenheim mit: "Wir heißen unsere Bewohnerin willkommen, die so schwer gekämpft und es geschafft hat." Zwei andere Bewohner des Heims waren an Covid-19 gestorben.

1.5.2020 • 16:36 Uhr

Indien verlängert Ausgangsbeschränkungen

Indien verlängert die Ausgangbeschränkungen um weitere zwei Wochen. Die Regierung wird strengere Maßnahmen an Orten fortsetzen, die als "rote Zonen" und "orangene Zonen" deklariert sind, wo es einige Coronavirus-Fälle gibt. Zu den "roten Zonen" gehören Neu-Delhi und Mumbai. In den "grünen Zonen" oder Gegenden mit niedrigem Risiko würden Bewegungen von Menschen und wirtschaftliche Aktivitäten erlaubt, teilte das indische Innenministerium mit.

Für die 1,3 Milliarden Einwohner von Indien gibt es seit dem 25. März Ausgangsbeschränkungen. Indien hat mehr als 35.000 Corona-Fälle registriert. 1147 Menschen sind an dem Virus gestorben.

Indien, Prayagraj: Städtische Mitarbeiter mit Mundschutz desinfizieren einen Auߟenbereich der Stadt. | dpa

In Indien desinfizieren Mitarbeiter Gebäude und Straßen. Das Land will die Ausgangsbeschränkungen um weitere zwei Wochen verlängern. Bild: dpa

1.5.2020 • 16:36 Uhr

DRK: Erste Hilfe auch in Corona-Zeiten

Jeder Mensch muss bei einem Notfall Erste Hilfe leisten - auch in der Corona-Krise. Die gesetzliche Pflicht zur Ersten Hilfe bestehe trotz des Risikos einer Ansteckung, teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Mecklenburg-Vorpommern mit.

Die eigene Sicherheit stehe immer an erster Stelle, sagte Bernd Müllejans, DRK-Landesarzt. Es gebe aber verschiedene Möglichkeiten zu helfen. Zu dem Verletzten oder Erkrankten sollte möglichst ein Sicherheitsabstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Dies liege aber im Ermessen der helfenden Person und daran, welche Hilfeleistung erforderlich ist.

Auf jeden Fall sollte man den Rettungsdienst informieren und andere um Hilfe bitten. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand sollte in der Laien-Reanimation in der aktuellen Situation auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichtet und nur die Herzdruckmassage durchgeführt werden, sagt Müllejans.

1.5.2020 • 15:51 Uhr

Rettungsplan für Lufthansa steht

Nach ARD-Recherchen gibt es jetzt wohl eine Grundsatzeinigung auf ein Rettungspaket für die Lufthansa auf Ministerebene. Eckpunkte sollen festgezurrt worden sein. Weder Lufthansa noch das Wirtschaftsministerium äußern sich offiziell dazu.

Laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" befürworten Regierungsvertreter einen Direkteinstieg. Demnach sollen 5,5 Milliarden Euro in Form einer stillen Beteiligung des Bundes an die Lufthansa fließen. Im Gegenzug verlangt die Bundesregierung offenbar eine Garantiedividende von neun Prozent. Außerdem wolle der Staat mit 25,1 Prozent direkt bei der Lufthansa einsteigen, was knapp eine Milliarde kosten dürfte. Weitere 3,5 Milliarden Euro solle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beisteuern. Hierfür wolle die Regierung eine Bürgschaft übernehmen, hieß es.

1.5.2020 • 15:36 Uhr

Indien: Zug bringt mehr als Tausend Wanderarbeiter nach Hause

Indische Behörden haben mehr als Tausend gestrandete Wanderarbeiter in einem Zug nach Hause in ihre Dörfer bringen lassen. In dem Zug, der vom Süden in den Osten des Landes fuhr, habe man auf Abstand geachtet, sagte ein Bahnsprecher. So würden in Waggons für 72 Personen jeweils 54 Menschen sitzen.

Wegen der strengen Ausgangssperre und weil reguläre Züge und Busse nicht mehr fahren, sind Hunderttausende arbeitslose Wanderarbeiter in den Städten gestrandet. Seit Donnerstag dürfen die Arbeiter offiziell wieder nach Hause - sofern sie keine Coronavirus-Symptome zeigen.

1.5.2020 • 15:20 Uhr

Südafrika hebt erste Auflagen wieder auf

Südafrika hebt erste Auflagen in der Corona-Krise wieder auf. Restaurants dürfen Speisen ausliefern, Industriezweige wie Bergbau oder Stahl dürfen wieder bis zur Hälfte der Belegschaft beschäftigen.

Das Land hatte zuvor ein strikte Ausgangssperre und den Großteil der Wirtschaft komplett lahmgelegt. Das Land ist wirtschaftlich besonders stark beeinträchtigt, da es schon vor der Pandemie in der Rezession war. Die offiziellen Infektions- sowie Todeszahlen sind mit unter 6000 beziehungsweise 100 für eine Nation mit 58 Millionen Menschen vergleichsweise niedrig.

Ein Soldat der South African National Defence Force (SANDF) steht in Hillbrow, Johannesburg, einer Frau ohne Gesichtsmaske gegenüber. | AFP

Südafrika hat begonnen, erste Auflagen in der Corona-Krise wieder aufzuheben. Bild: AFP

1.5.2020 • 15:17 Uhr

Spielplätze, Museen und Zoos öffnen langsam wieder

Nach den von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungen werden diese nun allmählich umgesetzt. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Kinder bereits seit heute wieder auf die Spielplätze, in Rheinland-Pfalz ab Sonntag. In Berlin sind Schaukeln und Rutschen schon jetzt fast überall wieder geöffnet.

In Hessen dürfen Spielplätze, Zoos, Botanische Gärten und Museen am Montag wieder öffnen, wie die Staatskanzlei mitteilte. Dabei müssen strenge Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Museen, Ausstellungen, Schlösser und Gedenkstätten dürfen aber weiter keine Gruppenführungen anbieten. Auch Friseure, Kosmetik-, Nagel- und Tattoostudios sowie Massagepraxen dürfen von kommender Woche an wieder öffnen.

Kinder auf einer Schaukel | dpa

Langsam beginnen einige Bundesländer mit den beschlossenen Lockerungen. In Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Berlin und Hessen öffnen die Spielplätze wieder. Bild: dpa

1.5.2020 • 15:02 Uhr

Italien stellt weitere Öffnungen in Aussicht

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat mehr Lockerungen der strengen Ausgangsbeschränkungen in Aussicht gestellt. "Ich bin sicher, dass sich bei Einhaltung der Regeln die Ansteckungskurve in einigen Gebieten erheblich verlangsamen wird", erklärte er auf Facebook. Sollte dies so eintreten, könnten auch Geschäfte wie Friseure oder Kosmetiksalons wieder früher als geplant öffnen.

Italien lockert ab Montag nach fast zwei Monaten die strikten Ausgangssperren. Dann dürfen rund 60 Millionen Menschen wieder zum Sport oder Spazierengehen nach draußen. Auch fahren Industrie und Bauwirtschaft langsam wieder ihre Produktion hoch. Vier Millionen Menschen könnten am Montag wieder zur Arbeit, so Conte.

1.5.2020 • 14:38 Uhr

DGB warnt vor Jobabbau

Solidarität und Schutz für Arbeitnehmer in der Corona-Krise: Mit einem vor allem im Internet organisierten Protest haben Gewerkschaften zum 1. Mai vor Einschnitten zulasten von Beschäftigten gewarnt. #SolidarischNichtAlleine lautete das Motto, unter dem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit Musik und Videoschalten den 1. Mai beging.

"Ich warne die Unternehmen dringend davor, die Krise jetzt für zusätzlichen Arbeitsplatzabbau zu missbrauchen", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn es wieder bergauf geht, werden ihnen diese Fachkräfte fehlen." Anstatt nun die alte Melodie "Wir müssen den Gürtel enger schnallen" zu bedienen, müsse mit ordentlichen Löhnen die Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten gesichert werden.

1.5.2020 • 13:55 Uhr

Pflege-Arbeitgeber warnen vor Lockerungen in Alten- und Pflegeheimen

Der Arbeitgeberverband Pflege hat vor einer Lockerung der strengen Zugangsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime gewarnt. Die Besuchsregelungen in Altenpflegeheimen "dürfen nicht zum Spiel auf Leben und Tod werden", erklärte der Verband. Die alten, meist hochbetagten Bewohner gehörten in der Corona-Epidemie zur Hochrisikogruppe und müssten besonders geschützt werden.

Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege, kritisierte  die "wenig durchdachten Lockerungsübungen bei den Besuchsverboten", wie sie jetzt etwa in Bayern, Hessen oder Niedersachsen angekündigt worden seien, als verantwortungslos. "Pflegeheime sind für alte und mehrfach erkrankte Menschen sehr sichere Orte. Das muss so bleiben", forderte Fiedler. Die Heimbewohner, aber auch das Personal müssten bestmöglich geschützt werden.

1.5.2020 • 13:26 Uhr

Bahn braucht Finanzspritze von acht bis zehn Milliarden Euro

Die Deutsche Bahn kommt wegen der Corona-Krise wirtschaftlich unter Druck und braucht vom Bund zusätzliche Finanzhilfen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur benötigt der Konzern bis 2024 rund acht bis zehn Milliarden Euro - davon könnte die Bahn bis zur Hälfte übernehmen.

Damit dürfte die geltende Schuldenobergrenze von derzeit rund 25 Milliarden Euro ausgeweitet werden, die Bahn lag vor der Krise knapp darunter. Denkbar seien außerdem an einigen Stellen Einsparungen. Die Investitionen sollen aber auf einem hohen Niveau bleiben.

Die Bahn hat ihr Angebot in der Corona-Krise zurückgefahren, der größte Teil des Fahrplans wurde aber aufrechterhalten, um eine Grundversorgung aufrechtzuerhalten. Die Fahrgastzahlen im Fernverkehr sind jedoch eingebrochen, auf 10 bis 15 Prozent des Niveaus vor der Krise. Dazu kommen Probleme im Güterverkehr.

Ein Regionalzug der Deutschen Bahn (DB) fährt in den Hauptbahnhof ein, München. | dpa

Die Bahn braucht vom Bund zusätzliche Finanhilfen: Bis 2024 benötigt der Konzern rund acht bis zehn Milliarden Euro - davon könnte die Bahn bis zur Hälfte übernehmen. Bild: dpa

1.5.2020 • 13:19 Uhr

Gesetzesreform für Frauen in Führungspositionen verzögert sich

Wegen der Coronavirus-Pandemie verzögert sich einem Medienbericht zufolge die geplante Reform eines Gesetzes, das mehr Frauen in Führungspositionen bringen soll. "Unser Gesetzentwurf sollte jetzt eigentlich ins Kabinett kommen", sagte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) dem "Handelsblatt". "Das verzögert sich allerdings wegen der Bewältigung der Corona-Krise, ist aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben."

1.5.2020 • 13:17 Uhr

DGB fordert bessere Löhne für systemrelevante Berufe

DGB-Chef Reiner Hoffmann hat zum 1. Mai bessere Löhne und Arbeitsbedingungen vor allem für sogenannte systemrelevante Berufe angemahnt. "Wertschätzung hat auch einen Preis", sagte Hoffmann in einem Video während der digitalen Live-Show des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Tag der Arbeit.

Dies bedeute ordentliche Tarifverträge mit guten Arbeitsbedingungen und vernünftigen Löhnen, fügte er hinzu. Zum ersten Mal seit Gründung des DGB 1949 fanden dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie keine Kundgebungen der Gewerkschaften statt.

1.5.2020 • 12:57 Uhr

Festnahmen bei 1. Mai-Kundgebung in Istanbul

In Istanbul hat die Polizei mehr als ein Dutzend Gewerkschaftsvertreter festgenommen, die sich trotz der wegen der Corona-Pandemie geltenden Ausgangssperre an einer Kundgebung zum 1. Mai beteiligten. Unter den Festgenommenen war nach Angaben eines AFP-Fotografen auch die Vorsitzende des Gewerkschafts-Dachverbands DISK, Arzu Cerkezoglu. 

Cerkezoglu war mit rund 50 Demonstranten, darunter auch einigen Oppositionsabgeordneten, auf dem Weg zum Taksim-Platz, um den Tag der Arbeit zu begehen. Zum Schutz vor dem Virus trugen die Demonstranten dem Bericht des Fotografen zufolge zwar Masken, hielten sich aber nicht an die Abstandsregeln.

Türkische Polizeibeamte halten eine Demonstrantin fest, Istanbul/Türkei | AFP

Die türkische Polizei hat in Istanbul Gewerkschaftsvertreter festgenommen, die sich trotz der geltenden Ausgangssperre an einer Kundgebung zum 1. Mai beteiligten. Bild: AFP

1.5.2020 • 12:51 Uhr

Single der Rockband Queen für Corona-Helfer: "You Are The Champions"

Die britische Rockband Queen hat ihren Songklassiker "We Are The Champions" für einen guten Zweck mit leicht verändertem Text neu aufgenommen. Die Benefiz-Single "You Are The Champions" soll in Zeiten der Coronavirus-Pandemie ein Dankeschön an medizinisches Personal sein. Die Einnahmen kommen demnach der Covid-19-Stiftung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugute, die Mediziner auf der ganzen Welt unterstützt.

1.5.2020 • 12:42 Uhr

Thüringen will Künstlern helfen

Thüringen will nach Informationen des MDR freischaffenden Künstlern in der Corona-Krise finanziell helfen. Dies sehe ein Vorschlag von Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Die Linke) vor. Demnach solle es ein Soforthilfeprogramm über 2,6 Millionen Euro geben, das aus dem Corona-Landesfonds finanziert werden solle. Über das Programm müsse der Landtag entscheiden, berichtete der MDR unter Berufung auf eine Sprecherin der Staatskanzlei.

1.5.2020 • 12:36 Uhr

Muslime begrüßen Erlaubnis von Gottesdiensten

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) hat die Entscheidung von Bund und Ländern zur Wiederzulassung von Gottesdiensten begrüßt. Dies werde "dem Stellenwert der Religionsfreiheit gerecht" und sei "ein wichtiges Signal für die Gesellschaft", erklärte der Koordinationsrat. Das Gremium kündigte an, dass ab 9. Mai die ersten Moscheen wieder für Gebetszeiten öffnen sollen.

"Wir haben diese Entscheidung mit bestem Wissen und Gewissen sowie aus religiöser und bürgerlicher Verantwortung zum Schutz von Gesundheit und Menschenleben getroffen", erklärte KRM-Sprecher Burhan Kesici. Zunächst sollen demnach nur drei der fünf täglichen Gebetszeiten - am Morgen, Mittag, Nachmittag - unter strikter Einhaltung der behördlichen Vorgaben wieder aufgenommen werden.

Außerdem müssen die Gläubigen ihre eigenen Gebetsteppiche mitbringen. Die im Ramadan normalerweise besonders stark frequentierten Nachtgebete bleiben ebenso wie Freitags- und Festtagsgebete vorerst weiter ausgesetzt.

Baden-Württemberg, Ludwigsburg: Ein Mann läuft durch einen leeren Gebetsraum einer Moschee. | dpa

Der Koordinationsrat der Muslime begrüßt es, dass Gottesdienste in Deutschland wieder zugelassen sind. Die ersten Moscheen sollen ab dem 9. Mai wieder öffnen. Bild: dpa

1.5.2020 • 12:26 Uhr

DFB-Chef Keller bietet Hilfe für mehr Corona-Tests an

DFB-Präsident Fritz Keller hat die Hilfe des Fußballs angeboten, um die Zahl der Corona-Tests zu steigern. "Sollten die Verantwortlichen aus Politik und Wissenschaft zu dem Schluss kommen, dass Massentests - wie beispielsweise in Südkorea - ein gutes Mittel zur Eindämmung des Coronavirus sein könnten, ist der Fußball gerne bereit, hierfür seine Popularität und verbindende Kraft einzubringen. Der Fußball steht bereit, wenn er gebraucht wird", sagte Keller der Deutschen Presse-Agentur.

Der Verbandschef äußerte die Hoffnung, dass der organisierte Fußball als "Multiplikator" dienen könne, um für mehr Tests zu werben. Der Deutsche Fußball-Bund habe der Bundesregierung in Absprache mit den weiteren Teamsportverbänden und dem Deutschen Olympischen Sportbund deshalb bereits Hilfe und Zusammenarbeit angeboten.

Fritz Keller  | dpa

DFB-Präsident Fritz Keller hat Hilfe des Fußballs zur Steigerung der Anzahl von Corona-Tests angeboten. Bild: dpa

1.5.2020 • 12:19 Uhr

WHO will sich an Ermittlungen zu Virus-Herkunft in China beteiligen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will sich an den Ermittlungen zum Ursprung des Coronavirus in China beteiligen. Sie hat die Regierung in Peking um eine entsprechende "Einladung" gebeten. "Die WHO würde gerne mit internationalen Partnern zusammenarbeiten und sich auf Einladung der chinesischen Regierung an Untersuchungen zur tierischen Herkunft des Virus beteiligen", sagte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic der Nachrichtenagentur AFP.

China gerät in der Frage nach dem Ursprung des Coronavirus zunehmend unter Druck. Mehrere Regierungen weltweit haben Peking zu Transparenz bezüglich der Herkunft des Erregers aufgefordert. US-Präsident Donald Trump erklärte erneut, ihm lägen Informationen vor, die die Annahme rechtfertigten, dass das Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme. Die chinesischen Behörden weisen dies zurück. Ihnen zufolge ging das Virus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über.

1.5.2020 • 12:07 Uhr

Tschechien zieht Lockerungs-Fahrplan vor

Die tschechische Regierung beschleunigt ihren Lockerungs-Fahrplan in der Corona-Krise.

Vom 11. Mai an dürfen die Kulturinstitutionen des Landes wieder öffnen, wenn sie maximal 100 Menschen gleichzeitig einlassen. In den Museen, Galerien, Theatern, Kinos und Konzertsälen müssen Mindestabstände zwischen den Besuchern eingehalten werden. Auch Hochzeiten, Sportevents und Gottesdienste mit bis zu 100 Teilnehmern dürfen ab dem Stichtag wieder stattfinden. Das gleiche gilt für Friseursalons.

Große Hoffnungen setzt die Regierung in das Projekt der sogenannten "intelligenten Quarantäne", das seit Freitag landesweit verfügbar ist. Mithilfe von Handy- und Bankdaten können die Gesundheitsämter die Kontakte einer infizierten Person zurückverfolgen. Voraussetzung ist die Einwilligung des Betroffenen. In Tschechien gab es bis Freitag 7689 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. 237 Menschen starben.

1.5.2020 • 12:00 Uhr

"Spiegel": Regierung plant Direkteinstieg bei Lufthansa

Die angeschlagene Fluggesellschaft Lufthansa verhandelt mit der Bundesregierung über Finanzhilfen. Laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" befürworten Regierungsvertreter einen Direkteinstieg.

Demnach sollen 5,5 Milliarden Euro in Form einer stillen Beteiligung des Bundes an die Lufthansa fließen. Im Gegenzug verlangt die Bundesregierung offenbar eine Garantiedividende von neun Prozent. Außerdem wolle der Staat mit 25,1 Prozent direkt bei der Lufthansa einsteigen, was knapp eine Milliarde kosten dürfte. Weitere 3,5 Milliarden Euro solle die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beisteuern. Hierfür wolle die Regierung eine Bürgschaft übernehmen, hieß es. Der "Spiegel" beruft sich auf Angaben aus Verhandlungskreisen.

1.5.2020 • 11:47 Uhr

Demonstranten belagern Parlament in Michigan

Während einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen im US-Bundesstaat Michigan sind bewaffnete Protestierer ins Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Lansing eingedrungen. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich US-Medien zufolge im Eingangsbereich des Amtssitzes der Gouverneurin Gretchen Whitmer. Zum Teil bewaffnet und Plakate sowie Fahnen schwenkend forderten sie das Ende des Notstandes im Bundesstaat.

Abgeordnete waren am Donnerstag zu einer Parlamentssitzung in dem Gebäude zusammengekommen, die Gouverneurin war nach Angaben ihres Büros jedoch nicht im Haus.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat Michigan wie andere US-Bundesstaaten weitreichende Ausgangsbeschränkungen verhängt. Allerdings muss die Demokratin Whitmer die Bestimmungen gegen den zunehmend erbitterten Widerstand der republikanischen Mehrheit im Parlament durchsetzen.

Demonstranten im Parlament in Lansing, Michigan | REUTERS

Bild: REUTERS

1.5.2020 • 11:18 Uhr

Meuthen fordert Aufhebung aller Beschränkungen

Die AfD fordert, dass der Shutdown in Deutschland so schnell wie möglich beendet wird. Das schrieb der Parteivorsitzende Jörg Meuthen bei Facebook. Deutschland müsse, unter Wahrung aller hygienischen Notwendigkeiten, zu seiner "ökonomischen Normalität" zurückfinden. Anfangs seien die harten Maßnahmen richtig gewesen, nun dauerten sie aber "deutlich zu lange" an.

Der AfD-Chef malte ein düsteres Szenario: "Unzählige selbst genutzte, kreditfinanzierte Immobilien stehen auf dem Spiel. Familiäre Tragödien drohen."

1.5.2020 • 11:11 Uhr

Welche Corona-Tests gibt es?

Wo liegen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Testmethoden? Der BR gibt einen schnellen Überblick:

1.5.2020 • 11:00 Uhr

Steinmeier: "Kunst und Kultur sind keine verzichtbaren Nebensachen"

Anlässlich eines Online-Konzerts der Berliner Philharmoniker hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung der Kultur hervorgehoben. "Kunst und Kultur, die wir gemeinsam erleben können, sind keine verzichtbaren Nebensachen", sagte Steinmeier. Es sei "eine seltsame Atmosphäre" ohne Hörerinnen und Hörer in der Berliner Philharmonie. Zwar möge dies ein besonders reiner Musikgenuss sein, aber "wir möchten doch einmal wieder in einem großen Publikum sitzen", sagte Steinmeier.

Das ursprünglich in Tel Aviv geplante Konzert fand wegen der Pandemie ohne Zuschauer in Berlin statt - unter Sicherheitsvorkehrzungen. Die Streicher hätten einen Abstand von zwei Metern, bei den Bläsern müsse ein Abstand von fünf Metern. eingehalten werden, teilte Intendantin Andrea Zietzschmann mit.

1.5.2020 • 10:49 Uhr

"Es wird wieder Klassenkampf geben"

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, erwartet mehr gesellschaftliche Konflikte als Folge der Corona-Pandemie. Die Wirtschaftskrise werde "fast jeden in unserem Land treffen", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Es wird wieder Klassenkampf geben." Dies sei eine Riesengefahr und eine große Herausforderung. Der Linken-Politiker forderte Nachbesserungen bei einigen Maßnahmen der Politik. Kinder, Familien und besonders Alleinerziehende drohten zu Verlierern der Krise zu werden. Deshalb müsse gerade hier, wie auch bei Selbstständigen, nachgebessert werden. Auch Pflegerinnen, Verkäuferinnen, Logistiker oder Lkw-Fahrer sollten Zuschläge bekommen. 

1.5.2020 • 10:42 Uhr

Spanien rechnet mit Wirtschaftseinbruch

Wegen der Corona-Krise rechnet Spanien mit einer Explosion seines Haushaltsdefizits auf mehr als zehn Prozent. Das Defizit werde voraussichtlich von 2,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im vergangenen Jahr auf 10,34 Prozent im laufenden Jahr steigen, teilte Haushaltsministerin María Jesús Montero bei einer Pressekonferenz in Madrid mit. Verursacht werde das größte Haushaltsdefizit ihres Landes seit 2012 sowohl durch sinkende Steuereinnahmen als auch durch höhere Staatsausgaben.

1.5.2020 • 10:11 Uhr

Entlassungen bei Ryanair

Knapp 17.000 Mitarbeiter hat die Billig-Airline Ryanair. Etwa 3000 von ihnen müssen nach Aussage von Konzernchef Michael O'Leary mit ihrer Entlassung rechnen. Dabei werde es sich vor allem um Piloten und Kabinenpersonal handeln. Der Stellenabbau werde voraussichtlich in den "nächsten drei bis vier Monaten" erfolgen, sagte O'Leary dem Sender Bloomberg TV.

Für das laufende zweite Quartal erwartet Ryanair einen Verlust von 100 Millionen Euro. Das wäre das erste Minus des Konzerns in diesem Zeitraum überhaupt, erläuterte O'Leary. Die Airline rechnet damit, dass sich die Kundenachfrage erst im Sommer 2022 erholen wird. 

O'Leary hatte sich bisher zuversichtlich geäußert und gesagt, dass Ryanair "mit fast vier Milliarden Euro Cash in der Bilanz" ausreichend Geld habe. Staatshilfen für Fluggesellschaften könne er nicht nachvollziehen. Ryanair werde dieses Jahr voraussichtlich weniger als 100 Millionen Passagiere statt wie geplant 154 Millionen Passagiere befördern, sagte O'Leary. "Die Lage ist düster."

Ryanair-Maschine auf dem Flughafen Weeze | REUTERS

Ryanair-Maschine auf dem Flughafen Weeze Bild: REUTERS

1.5.2020 • 09:51 Uhr

Boeing beschafft sich 25 Milliarden Dollar auf dem Kapitalmarkt

Um in der Corona-Krise nicht auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein, hat der US-Flugzeugbauer Boeing insgesamt 25 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Das gab der Konzern bekannt. Die laut US-Medien stark nachgefragten Schuldtitel haben Laufzeiten von drei bis 40 Jahren. Es sei derzeit nicht geplant, sich um zusätzliche Finanzierungen zu bemühen - auch nicht um Staatshilfen, hieß es bei Boeing.

Bis 1. Mai hätte der Flugzeugbauer Ansprüche anmelden müssen, wenn er sich aus einem 17 Milliarden Dollar schweren Topf des US-Finanzministeriums für Unternehmen bedienen hätte wollen, die als wichtig für die nationale Sicherheit betrachtet werden.

Wie Airbus hat Boeing die Produktionskapazitäten deutlich gedrosselt. Dabei kämpft das Unternehmen ohnehin mit den Folgen von zwei Abstürzen seines Erfolgsmodells Boeing 737 MAX, das seither nicht mehr fliegen darf.

1.5.2020 • 09:41 Uhr

Journalisten: Arbeit wird zunehmend behindert

Die Journalisten der Bundespressekonferenz und der Landespressekonferenzen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder aufgefordert, die freie journalistische Berichterstattung auch in der Corona-Krise zu gewährleisten.

Sie nähmen mit Sorge wahr, dass ihre Arbeit zunehmend behindert werde, heißt es in einem zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai veröffentlichten Brief: "Pressekonferenzen ohne Journalisten, Fragen, die durch Regierungssprecher geschönt vorgetragen werden, Nachfragen, die gar nicht möglich sind". Diese Einschränkungen müssten so bald wie möglich zurückgenommen werden. Dabei dürfe die derzeitige Krise keine Ausrede sein, sich vor unangenehmen Fragen wegzuducken.

Die Pandemie stelle alle gesellschaftlichen Schichten und Gruppen des Landes vor neue, ungewohnte Aufgaben, schreiben die Journalisten . Dabei komme den Medien eine elementare Aufgabe zu.

Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel in Corona-Zeiten | REUTERS

Viel Abstand: Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel in Corona-Zeiten Bild: REUTERS

1.5.2020 • 09:30 Uhr

Kurzarbeit bei Bühnen und Orchestern

Auch Schauspieler und Musiker machen in der Corona-Krise Kurzarbeit. Der Deutsche Bühnenverein für die Arbeitgeber und drei Künstlergewerkschaften einigten sich auf die Einführung von Kurzarbeit an kommunalen Theatern und Orchestern. So sollten die Einnahmeausfälle während der Corona-Krise kompensiert und die Arbeitsplätze gesichert werden, teilte der Bühnenverein mit.

Alle Vorstellungen sind abgesagt, steht über dem Spielplan vom Theater am Palais | dpa

Bild: dpa

Die vom Arbeitgeber zu zahlenden Aufstockungen auf das Kurzarbeitergeld sehen bei niedrigeren Vergütungen mindestens 95 Prozent, bei höheren Vergütungen mindestens 90 Prozent des Nettogehalts vor.

1.5.2020 • 09:21 Uhr

Corona-Schutzmaßnahmen: Zehn Millionen für Museen

Deutsche Museen und Kultureinrichtungen erhalten vom Bund zehn Millionen Euro für Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Das Geld solle vor allem kleineren und mittleren Kultureinrichtungen eine rasche Wiedereröffnung nach der Pandemie-bedingten Schließung ermöglichen, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Sie begrüßte die Wiedereröffnung von Museen und Gedenkstätten. Dies sei ein wichtiger, nächster Schritt zur Sicherung der kulturellen Grundversorgung.

1.5.2020 • 09:18 Uhr

RKI: 1639 neue Corona-Fälle

Laut RKI ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen um 1639 auf 160.758 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle liegt nun bei 6481. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 126.900.

1.5.2020 • 08:53 Uhr

Städtetag: "Keine zusätzlichen Auflagen für Spielplätze"

Auf dem Treffen von Bund und Ländern wurde gestern vereinbart, dass die Spielplätze wieder geöffnet werden. Wann und unter welchen Bedingungen, entscheiden die Bundesländer. Einen "Silberstreif am Horizont in der Corona-Krise", nennt diese Entscheidung Familienministerin Franziska Giffey.

Doch der Zusatz "unter Auflagen" sorgt für Kritik: "Wir bitten die Länder dringend, keine zusätzlichen Auflagen festzulegen, wie beispielsweise strenge Zugangskontrollen mit Identitätsfeststellung der Spielplatzbesucher", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags Helmut Dedy. Dies wäre lebensfremd und schaffe nur Konflikte. Es sei illusorisch, überall und laufend städtische Spielplatzwachen einzusetzen.

Chemnitz: Ein leerer Spielplatz im Chemnitzer Küchwald | dpa

Leerer Spielplatz im Chemnitzer Küchwald Bild: dpa

In Berlin durften die Kinder am Donnerstag bereits wieder auf viele Spielflächen. In Mecklenburg-Vorpommern dürfen Kinder bereits ab Freitag wieder auf die Spielplätze, in Rheinland-Pfalz ab Sonntag. Auch Hessen, Brandenburg und Schleswig-Holstein entschieden nach den Beschlüssen, ihre Plätze möglichst rasch, teils schon am Wochenende wieder zu öffnen.

1.5.2020 • 08:35 Uhr

China öffnet Verbotene Stadt für Gäste

Mehr als drei Monate nach der Schließung wegen des Ausbruchs des Coronavirus in China sind der Kaiserpalast in Peking (Verbotene Stadt) und die Große Mauer wieder für Besucher geöffnet worden. Auch Parks und Museen öffneten am Freitag ihre Tore. Eintrittskarten mussten über das Internet bestellt werden.

5000 Besucher dürfen die Verbotene Stadt täglich betreten - früher waren 80.000 erlaubt. Städtische Parks erlauben nur 30 Prozent der üblichen Besucherzahlen.

An den Eingängen wird Fieber gemessen. Besucher müssen Mundschutz tragen und mit einem grünen Code auf einer in China jetzt weit verbreiteten Handy-App nachweisen, dass sie nicht krank sind oder Kontakt zu Infizierten hatten. Auch mussten sie Abstand zueinander halten.

Blick auf die Verbotene Stadt in Peking | null

1.5.2020 • 08:31 Uhr

Trotz Warteschlangen - Baumärkte klagen

Trotz oft langer Schlangen vor Baumärkten spürt die Branche nach Angaben des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) die Folgen der Corona-Krise. BHB-Hauptgeschäftsführer Peter Wüst befürchtet Insolvenzen: "Der Verband vertritt über 2100 Bau- und Gartenfachmärkte - mehr als ein Drittel waren lange geschlossen. Die Kosten laufen aber weiter und sind durch die Sicherheitsmaßnahmen höher als vor Corona", sagte er.

Menschen stehen unter Einhaltung der Abstandsregel vor einem Baumarkt in Kassel an. | dpa

Nur 100 Kunden auf 10.000 Quadratmetern - deshalb müssen viele Kunden vor den Baumärkten wie hier in Kassel warten. Bild: dpa

Die Vorstellung, dass die Baumärkte zu den Krisengewinnern zählten, sei nicht richtig, sagt auch ein Hornbach-Sprecher. "In unseren deutschen Märkten hatten wir im April weniger Kunden als üblicherweise. Verantwortung dafür tragen wir selbst - denn wir begrenzen den Eintritt in unsere Märkte seit dem 18. März strikt." Einen Markt mit 10.000 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen nur 100 Kunden zeitgleich betreten. "Alle weiteren Kunden müssen außen warten - was bisweilen den Eindruck verstärkt, es gäbe einen Ansturm."

1.5.2020 • 08:23 Uhr

Enttäuschung über Bund-Länder-Beschlüsse

Mit Enttäuschung haben Gewerkschaften und Elternvertreter auf die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie reagiert. Obwohl die Kultusministerkonferenz ihre Hausaufgaben gemacht und ein Konzept zur schrittweisen Öffnung der Schulen vorgelegt habe, sei die Beratung dieses Konzeptes auf den 6. Mai vertagt worden, kritisierten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Verband Bildung und Erziehung sowie der Bundeselternrat. Erst am kommenden Mittwoch soll über die Themen Schulöffnung und Kitastart gesprochen und entschieden werden. Auch eine bundesweit gemeinsame Öffnungsstrategie für Sporteinrichtungen wurde bis dahin vertagt.

1.5.2020 • 07:29 Uhr

Laschet: "Wachsende Wut bei vielen Menschen"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ruft dazu auf, die gravierenden Folgeschäden der Einschränkungen des öffentlichen Lebens stärker in den Blick zu nehmen. In einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin "Focus" spricht der CDU-Politiker von "zunehmenden Zweifeln und der wachsenden Wut bei vielen Menschen, deren Leben, Familie und Beruf davon unmittelbar betroffen sind". "Perspektivisch droht uns eine tiefe Rezession, in der Hunderttausende von Menschen ihren Job verlieren", betont Laschet und fordert: "Verantwortungsvolle Normalität heißt immer weniger Reglementierung - immer mehr Eigenverantwortung."

1.5.2020 • 07:11 Uhr

Wissenschaftler: Eindämmung "einzig sinnvolle Strategie"

Führende Forschungsorganisationen in Deutschland sind sich einig, dass eine konsequente Eindämmung des Coronavirus aus epidemiologischer Sicht im Moment die "einzig sinnvolle Strategie" ist. "Das Erreichen einer "Herdenimmunität" würde nach den bisher vorliegenden Daten einen Zeitraum von einigen Jahren erfordern, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll", heißt es in einer Stellungnahme der Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft und der Leibniz-Gemeinschaft.

Die Experten schlagen auf Basis von mathematischen Analysen der Datenlage vor, zunächst die Neuinfektionen weiter soweit zu reduzieren, bis eine effektive Kontaktverfolgung möglich ist. Unter anderem sollten zudem Testkapazitäten, aber auch die Möglichkeiten der Rückverfolgung (Tracing) ausgebaut werden. Auf Basis gezielter Querschnittstests vor allem in Bereichen mit erhöhtem Infektionsrisiko könnte eine Frühwarn-Infrastruktur etabliert werden.

1.5.2020 • 06:56 Uhr

Weitere Lockerungen gefordert

Der Städte- und Gemeindebund dringt auf eine weitere Entlastungen in der Corona-Krise: "Als Betreiber der öffentlichen Freibäder erwarten die Kommunen ein klares Konzept, ob, wann und wie diese gegebenenfalls wieder geöffnet werden dürfen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Das gilt entsprechend für andere Sportanlagen als wichtige Einrichtungen des Gesundheitsschutzes." Auch in der Gastronomie und beim Tourismus sei unter strengen Auflagen an weitere Lockerungen zu denken.

Nil-Gans in einem Freibad in Frankfurt am Main | dpa

Noch sind die Schwimmbäder in Deutschland geschlossen. Der Städte- und Gemeindebund fordert nun ein KOnzept für eine Öffnung. Bild: dpa

1.5.2020 • 06:51 Uhr

FDP-Chef Lindner: 1. Mai als "Tag der Arbeitsplätze"

Angesichts der verheerenden Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft hat der FDP-Vorsitzende Christian Lindner an die gemeinsame Verantwortung von Sozialpartnern und Politik appelliert. In diesem Jahr sollte der Tag der Arbeit zum "Tag für Arbeitsplätze" gemacht werden, sagte Lindner.

In diesem Jahr werde der Feiertag von Rekordzahlen bei der Kurzarbeit, einem beispiellosen Einbruch des Wachstums und der großen Sorge um gute Arbeitsplätze überschattet. Deshalb sollten diesmal nicht Gegensätze betont werden, sondern das gemeinsame Interesse. "Es sollte nicht um Verteilungsfragen gehen, sondern um eine politische Vorfahrtsregel für Wachstum und Beschäftigung", sagte der Vorsitzende der Freien Demokraten.

Christian Lindner  | dpa

Bild: dpa

1.5.2020 • 06:23 Uhr

Krankenstand während Corona-Krise stark gestiegen

Das Coronavirus treibt einem Medienbericht zufolge den Krankenstand in Deutschland auf den höchsten Wert seit Jahren. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) verzeichnete im April 43 Prozent mehr Krankschreibungen von Arbeitnehmern als im März, wie die "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf ihr vorliegende Daten berichtete. Absolut stieg die Zahl der wegen Krankheit arbeitsunfähigen, krankengeldberechtigten Mitglieder von 1,49 Millionen im März um über 640.000 auf 2,13 Millionen im April, wie die Zeitung aus einem ihr vorliegenden Bericht des GKV-Spitzenverbandes zitierte.

1.5.2020 • 06:10 Uhr

Kalifornien schließt weitere Strände

In Kalifornien werden im Bezirk Orange County einige Strände geschlossen. Das kündigte Gouverneur Gavin Newsom an, nachdem sich zuletzt größere Menschenmengen an den Stränden versammelt hatten. Dies seien "verstörende Bilder" gewesen, sagte Newsom. Die Auflagen seien vorübergehend und würden nur in Orange County gelten, betonte der Gouverneur. In anderen Teilen des Westküstenstaates hätten sich die Bewohner an die bestehenden Auflagen gehalten.

1.5.2020 • 05:50 Uhr

Ausgangsbeschränkungen in Österreich enden

Nach den wochenlangen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie brauchen die Menschen in Österreich ab Freitag keinen besonderen Grund mehr, um das Haus zu verlassen. Allerdings sollen sie in der Öffentlichkeit zu Menschen, die nicht im eigenen Haushalt leben, weiterhin mindestens einen Meter Abstand halten. Die Zahl der Menschen, die sich im öffentlichen Raum versammeln dürfen, bleibt vorerst grundsätzlich auf zehn begrenzt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober warnte die Bürger vorab davor, durch ein zu sorgloses Verhalten erneute Corona-Einschränkungen notwendig zu machen.

1.5.2020 • 05:29 Uhr

Tourismusbeauftragter bringt Rettungsfonds für Reisebranche ins Spiel

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat einen Rettungsfonds für die angeschlagene Reisebranche sowie Verbraucher ins Spiel gebracht - falls eine Gutscheinlösung für abgesagte Reisen nicht klappt. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Der Druck in der Reisebranche wächst von Tag zu Tag. Die Lage ist mehr als angespannt. Die Reiseveranstalter und Reisebüros brauchen jetzt Verlässlichkeit."

1.5.2020 • 04:37 Uhr

Ermittlungen gegen New Yorker Bestatter wegen verwesender Leichen in Lastwagen

Nach dem Fund von Dutzenden verwesenden Leichen in Transportern vor einem Bestattungsunternehme haben die Behörden in New York Ermittlungen eingeleitet. Polizisten hatten die grausige Entdeckung am Mittwoch gemacht, nachdem Anwohner sich über den furchtbaren Geruch beschwert hatten, der aus zwei Fahrzeugen kam, die im Stadtteil Brooklyn vor einem Bestattungsinstitut standen.

Bürgermeister Bill de Blasio bezeichnete den Umgang mit den Toten als "absolut inakzeptabel". Die Bestatter seien verpflichtet, die Menschen "mit Würde zu behandeln".  Der Eigentümer des Unternehmens sagte der "New York Times", er sei wegen der Corona-Pandemie wie andere Kollegen in der Stadt völlig überlastet gewesen angesichts der vielen Todesfälle.

1.5.2020 • 04:20 Uhr

US-Experte Fauci: Impfstoff gegen Coronavirus im Idealfall im Januar

Der prominente US-Regierungberater und Immunologe Anthony Fauci rechnet im Idealfall im Januar mit einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus - schneller als zu Beginn der Krise von ihm selbst angenommen. "Ich kann das aber nicht garantieren", schränkte Fauci im US-Sender CNN ein. Es gebe zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, die einen Impfstoff verzögern könnten. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor bestätigt, dass es eine "Operation Warp-Geschwindigkeit" seiner Regierung gebe, die eine beschleunigte Entwicklung eines Impfstoffes zum Ziel habe.

1.5.2020 • 04:07 Uhr

Trump: Hinweise auf Coronavirus-Ursprung in Labor in China

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass die Corona-Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Forschungslabor genommen haben könnte. Auf die Frage eines Journalisten, ob er Informationen darüber habe, die ihm ein "hohes Maß an Zuversicht" in dieser Hinsicht gäben, sagte Trump im Weißen Haus gleich zwei Mal: "Ja, habe ich". Der US-Präsident bezog sich auf das Institut für Virologie in der chinesischen Stadt Wuhan, in der Ende vergangenen Jahres die ersten Fälle bekannt geworden waren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Mai 2020 um 10:50 Uhr, 12:00 Uhr und 20:00 Uhr.