Hände in grünen Gummihandschuhen im Labor | picture alliance/dpa
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Coronavirus-Pandemie ++ 59 Positiv-Tests in Husumer Schlachthof ++

Stand: 12.02.2021 00:11 Uhr

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof in Husum sind bereits 59 der insgesamt 332 Mitarbeiter positiv getestet worden. Portugal verlängert den Lockdown bis zum 1. März zum Nachlesen.


  • Portugal verlängert Lockdown bis zum 1. März
  • 59 Mitarbeiter eines Schlachthofs in Husum positiv getestet
  • Frankreich setzt Spucktests an Schulen ein
  • Bayerns Ausgangssperre fällt ab Inzidenz von 100
  • Giffey für frühere Impfungen für Lehrer und Erzieher
  • AstraZeneca will Impfstoff an neue Varianten anpassen
  • Merkel: "Wir müssen ausdauernd sein"
  • RKI meldet 10.237 Neuinfektionen
12.2.2021 • 00:10 Uhr

Das war es für heute

Damit schließen wir den Liveblog für heute. Vielen Dank für Ihr Interesse.

11.2.2021 • 22:37 Uhr

Tschechisches Parlament lehnt Verlängerung des Notstands ab

Das tschechische Parlament hat einer Verlängerung des wegen der Corona-Pandemie verhängten Notstands eine Absage erteilt. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis konnte sich nicht mit der Forderung durchsetzen, den Ausnahmezustand bis zum 16. März fortzusetzen. Auch Alternativvorschläge mit kürzeren Laufzeiten fanden keine Mehrheit.

Der seit Oktober geltende Notstand läuft damit am Sonntag aus. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, flächendeckend Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Die Präsidenten von fünf Verwaltungsregionen kündigten an, in die Bresche zu springen und selbst eine sogenannte "Gefahrenlage" auszurufen. In einer emotionalen Debatte hatten Regierungsvertreter vor einem Kollaps des Gesundheitssystems gewarnt.

11.2.2021 • 22:02 Uhr

USA beginnen Corona-Impfungen in Apotheken

In den USA ist ein großes Programm für Corona-Impfungen in Apotheken angelaufen. Impfdosen wurden an landesweit zunächst 6500 Apotheken geschickt. Einige große Apotheken- und Drogerieketten haben angekündigt, am Freitag mit den Impfungen zu beginnen. 

Mittelfristig sollen in 40.000 Apotheken Corona-Impfungen angeboten werden. Damit soll das Tempo der Impfkampagne beschleunigt werden. Die Kampagne hatte im Dezember schleppend begonnen, dann aber an Fahrt aufgenommen. Inzwischen haben mindestens 33,7 Millionen Menschen in den USA eine Impfdosis oder zwei Impfdosen bekommen, rund zehn Prozent der Bevölkerung.

11.2.2021 • 22:00 Uhr

Lindner verteidigt alternative Krisenstrategie

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich in den ARD-Tagesthemen erneut für eine alternative Strategie in der Corona-Krise eingesetzt. Die Gesellschaft brauche eine Perspektive. Mit einem guten Hygienekonzept müssten auch andere Bereiche neben den Frisören wieder öffnen dürfen - die derzeit vorhandenen Schutzmaßnahmen reichten aus.

11.2.2021 • 22:00 Uhr

Corona-Maßnahmen: Unterschiedliche Rechtsprechung droht

Die meisten Corona-Maßnahmen bleiben in Kraft, nur Friseurläden dürfen ab 1. März wieder öffnen. "Geeignet, erforderlich und verhältnismäßig" sei das, so Merkel. Wie werden das die Gerichte sehen?

11.2.2021 • 20:33 Uhr

Keine Ski-Weltcups in Norwegen

Der Ski-Weltcup wird in diesem Winter nicht Station in Norwegen machen. Aufgrund der verschärften Corona-Richtlinien in dem nordeuropäischen Land können die traditionellen Wintersport-Events nicht ausgetragen werden. Das teilte der Weltverband Fis mit. Betroffen sind die alpinen Skirennfahrer, die Langläufer, die Nordischen Kombinierer sowie die Skispringer.

So werden die alpinen Skirennen am 6./7. März nicht in Kvitfjell stattfinden. Betroffen sind auch die Ski-nordisch-Weltcups in Oslo (11. bis 14. März) und Lillehammer (19. bis 21. März) sowie die weiteren Skispringen der Raw-Air-Tour in Trondheim und Vikersund. Über mögliche Ersatz-Veranstaltungen hat die Fis noch nicht entschieden.

11.2.2021 • 19:52 Uhr

59 Mitarbeiter im Husumer Schlachthof positiv getestet

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof in Husum (Schleswig-Holstein) hat nun der Kreis Nordfriesland mitgeteilt, dass bereits 59 der insgesamt 332 Mitarbeiter positiv getestet wurden. Betroffen seien neben der Stammbelegschaft mit rund 207 Beschäftigten auch ein externes Unternehmen mit insgesamt 105 Angestellten sowie 20 Mitarbeiter des Kreis-Veterinäramtes. 30 Prozent der Test-Ergebnisse stehen demnach noch aus.

Bereits am Dienstag, nach Bekanntwerden des Corona-Ausbruchs in dem Betrieb, ordnete das Gesundheitsamt für alle Mitarbeiter Quarantäne an. Der Kreis prüfe nun, ob die Schließung des Betriebs bis zum 14. Februar angeordnet werden müsse, hieß es weiter.

11.2.2021 • 19:40 Uhr

Tirol wird Testpflicht-Zone

Angesichts der Ausbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Mutante in Tirol wird das österreichische Bundesland ab Freitag zur Testpflicht-Zone. Zehn Tage lang muss bei der Ausreise aus Tirol ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der nicht älter als 48 Stunden ist. Auch für die Durchreise gilt eine Testpflicht. Ausgenommen davon ist die Region Osttirol. Die Bundesregierung plant eine Einstufung von Tirol und Tschechien als Virusmutationsgebiete.

11.2.2021 • 19:29 Uhr

Frankreich meldet Anstieg neuer Virus-Varianten

Der Anteil der neuen, ansteckenderen Virus-Varianten in Frankreich nimmt zu. Er liege für die zunächst in Südafrika und Brasilien nachgewiesenen Mutationen inzwischen bei vier bis fünf Prozent, sagt Gesundheitsminister Olivier Veran. In den kommenden Wochen werde man sehen, ob weitere Beschränkungen nötig seien.

11.2.2021 • 19:27 Uhr

Eltern in Bulgarien gegen Corona-Tests an Schulen

In Bulgarien verweigern Eltern massenhaft Corona-Tests für ihre Schulkinder trotz kontinuierlich steigender Fallzahlen. Nur knapp 15 Prozent der Eltern seien einverstanden, dass ihre Kinder an den Schulen mit Antigentests auf das Coronavirus getestet würden, wie aus einer Umfrage des Bildungsministeriums hervorging.

Nach zwei Lockerungen des Corona-Lockdowns waren in Bulgarien Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasien für den Präsenzunterricht stufenweise wieder geöffnet worden.

Gesundheitsminister Kostadin Angelow begründete die vom Bildungsministerium angestrebte Einführung von Corona-Tests an Schulen damit, dass damit der Präsenzunterricht länger aufrecht erhalten werde konnte. Eltern beklagten aber, dass ihre Kinder durch Antigentests, die an den Schulen nicht im Beisein der Eltern vorgenommen werden sollen, psychisch belastet werden könnten.

11.2.2021 • 19:25 Uhr

IW-Direktor zweifelt an Corona-Politik

Der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat die erneute Verlängerung des Corona-Lockdowns kritisiert. "Wir müssen die Debatte führen, ob die aktuelle Strategie die richtige ist, oder ob die Schäden, die sie anrichtet, nicht überwiegen", sagte Hüther dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Es müsse die Tatsache berücksichtigt werden, "dass es Folgekosten wie gesundheitliche Schäden oder Existenzsorgen gibt". "Ich finde es aber falsch, bei der Gesundheit von schlimmen Schicksalen zu sprechen, bei wirtschaftlichen und finanziellen Sorgen nur von unbotmäßigem ökonomischem Denken", sagte der Wirtschaftsforscher. Hüther geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen deutlich stärker steigen werden als bislang erwartet.

11.2.2021 • 18:47 Uhr

EU-Mitgliedsstaaten stimmen Milliardenhilfen zu

Die geplanten Milliardenhilfen der EU zur Unterstützung der europäischen Wirtschaft in der Corona-Krise haben eine weitere Hürde genommen. Einen Tag nach dem EU-Parlament gaben auch die Mitgliedsstaaten final grünes Licht für das Kernstück des Corona-Wiederaufbauplans. Die Verordnung kann nun in Kraft gesetzt werden, damit die Mitgliedstaaten die Mittel beantragen können.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten im vergangenen Jahr einen 750 Milliarden Euro schweren Fonds gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auf den Weg gebracht. Kern ist die sogenannte Aufbau- und Resilienzfazilität. Sie ist mit insgesamt 672,5 Milliarden Euro ausgestattet, von denen 312,5 Milliarden als Zuschüsse und 360 Milliarden als Kredite für Reformen und Investitionen in die Mitgliedsstaaten fließen sollen.

11.2.2021 • 18:29 Uhr

Lockdown in Portugal bis 1. März

Portugal verlängert den landesweiten Lockdown um zwei Wochen bis zum 01. März. Die Krankenhäuser seien an ihrer Belastungsgrenze, schrieb Präsident Marcelo Rebelo de Sousa im Internet, bevor das Parlament ein entsprechenden Entwurf verabschiedete. "Daher gibt es keine Alternative, als die Zahl der Fälle zu reduzieren."

11.2.2021 • 18:05 Uhr

Altmaier will mit Wirtschaftsverbänden beraten

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will am kommenden Dienstag mit dutzenden Wirtschaftsverbänden über die schwierige Lage in der Corona-Krise sprechen. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, sind für das per Videokonferenz geplante Treffen mehr als 40 Verbände eingeladen. Bei dem Wirtschaftsgipfel solle es neben den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern auch um die Wirtschaftshilfen und "mögliche Öffnungsperspektiven" gehen. Aus der Wirtschaft hatte es bereits wiederholt Forderungen nach einem Gipfel gegeben. Kritik gab es zuletzt an der schleppenden Auszahlung von Hilfen sowie an der Lockdown-Verlängerung nach dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch.

11.2.2021 • 17:44 Uhr

Slowenien lockert den Lockdown

Slowenien, das von der Corona-Pandemie schwer betroffen ist, zuletzt aber bessere Daten aufwies, weicht seinen harten Lockdown auf. Ab kommendem Montag dürfen sich die Bürger wieder uneingeschränkt zwischen den einzelnen Gemeinden und Regionen bewegen, teilte Innenminister Ales Hojs mit. Seit Oktober durfte man die eigene Gemeinde oder Region nur unter bestimmten Bedingungen verlassen, etwa aus beruflichen Gründen. Die Gemeindegrenze hinter sich lassen durfte auch, wer Erholung suchte oder sich sportlich betätigen wollte - allerdings nur innerhalb der eigenen Region. Außerdem sollen ab Montag nach vier Monaten Pause wieder alle Grundschüler in die Schule gehen können. Auch für Abiturienten gibt es wieder Präsenzunterricht. In Geschäften und Läden, die nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienen, kann ab Montag gleichfalls wieder uneingeschränkt eingekauft werden. Bisher mussten die Kunden einen negativen Corona-Test vorweisen, weswegen viele Geschäfte gar nicht erst öffneten. Die Verpflichtung für das Verkaufspersonal, sich regelmäßig testen zu lassen, bleibt aufrecht. Weiter in Kraft bleibt die Ausgangssperre zwischen 21.00 und 06.00 Uhr früh. Auch Cafés, Pubs und Gaststätten dürfen noch nicht aufsperren. 

11.2.2021 • 17:31 Uhr

Wo die Schulen öffnen - und wo nicht

Die ersten Schulen wollen bereits ab kommender Woche wieder öffnen, in den meisten Bundesländern geht der Unterricht erst eine Woche später los. Hamburg hingegen verfolgt einen anderen Weg.

11.2.2021 • 17:26 Uhr

Deutsche-Bank-Chef warnt vor weiteren Corona-Hilfen

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing warnt vor weiteren Milliardenhilfen für die von der Pandemie gebeutelte Wirtschaft. "Wenn wir nun Vollgas geben, um wieder in Schwung zu kommen, dann wird es nicht einfach sein, die Ökonomie in der Spur zu halten", sagte Sewing beim virtuellen Neujahrsempfang der Bank, bei dem Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Grußwort hielt. Europa habe gute Konjunkturprogramme aufgelegt. "Deshalb sollten wir jetzt nicht noch einmal draufsatteln, also kein weiteres riesiges Ausgabenpaket wie in den USA auf den Weg bringen." Wenn die Krise vorbei sei, müssten so schnell wie möglich die Schulden sinken und die Zinsen wieder steigen.

11.2.2021 • 17:24 Uhr

Bündnis #AlarmstufeRot: Klage als letztes Mittel der Veranstalter

Das Aktionsbündnis #AlarmstufeRot sieht die Veranstaltungswirtschaft im Corona-Lockdown im Stich gelassen und schließt rechtliche Schritte nicht aus. "Ungewollt wird die Branche von der Regierung zum letzten Mittel gezwungen: die Entschädigungsklage", hieß es in einer Mitteilung. Eine Prozesswelle sei der einzige verbliebene Schritt, um 100.000 Betriebe und ihre Beschäftigten zu retten. Die Beschlüsse von Bund und Ländern am Mittwoch hätten klargemacht, dass es viele weitere Monate kein Veranstaltungsleben in Deutschland geben werde.

"Hierbei macht uns fassungslos, dass das Veranstaltungswesen von den politisch Verantwortlichen nicht einmal mehr erwähnt wird. Anders als alle anderen Teile des wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Lebens in Deutschland ist die Veranstaltungsbranche seit bald zwölf Monaten im totalen Lockdown", erklärte Sandra Beckmann von #AlarmstufeRot. Die Branche sei ins künstliche Koma versetzt worden, und "die Ausrottung unserer Existenzen" werde in Kauf genommen. So würden die seit Monaten versprochenen Kompensationsprogramme nicht ankommen, sofern sie überhaupt schon beantragt werden könnten.

#AlarmstufeRot vertritt die Kultur- und Eventbranche, die besonders unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie leidet. Demnach sind mehr als 3 Millionen Erwerbstätige betroffen.

11.2.2021 • 17:22 Uhr

Sachsen-Anhalt verlängert Lockdown bis 10. März

Sachsen-Anhalt verlängert den Lockdown formal bis zum 10. März - und damit um drei Tage länger als von Bund und Ländern am Mittwoch vereinbart. Das teilten Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nach einer Kabinettssitzung mit. Das Land könne bei einer positiven Entwicklung der Infektionszahlen die Corona-Regeln aber auch früher anpassen, sagte Grimm-Benne.

Haseloff kündigte darüber hinaus eine langfristige Öffnungsstrategie noch in diesem Monat an. Bis zum 26. Februar werde das Land den "Sachsen-Anhalt-Plan 2021" entwickeln, sagte der Ministerpräsident. Jedes Ministerium soll bis dahin für seinen Bereich ein Szenario vorlegen, wie "die Rückkehr in die Normalität" aussehen könnte. Am 2. März soll das Landeskabinett den Plan dann beraten, bevor sich am 3. März erneut Bund und Länder zu einer weiteren Beratung zusammenschalten. Am 4. März soll die Landesregierung den neuen "Sachsen-Anhalt-Plan" dann an die Bund-Länder-Beschlüsse vom Vortag anpassen und beschließen.

11.2.2021 • 17:09 Uhr

Kanzleramtschef macht Einzelhandel Hoffnung für März

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) rechnet damit, dass eventuell noch im März der Einzelhandel wieder öffnen kann und im Sommer wieder Biergarten-Besuche möglich sein werden. Voraussetzung sei aber, dass die Infektionszahlen so stark sinken würden wie derzeit, sagt er zu "Bild". Im Laufe dieses Jahres werde die Corona-Pandemie ihren Schrecken verlieren. "Und deshalb können wir im Sommer auch irgendwann wieder im Biergarten sitzen." Wenn die Entwicklung der Infektionszahlen so weitergehe, könne man in den nächsten zwei Wochen eine Inzidenz von 50 erreichen. "Wenn dann die Zahlen weiterhin gut sinken, kommen wir auf die 35. Und wenn es so gut weitergeht, wie im Augenblick, ist das auch Mitte März erreichbar." Dann könne man den Einzelhandel wieder öffnen.

11.2.2021 • 16:51 Uhr

Regierung bereitet Grenzkontrollen für Tschechien und Tirol vor

Nach der Ausbreitung des mutierten Coronavirus in Tschechien und Teilen Österreichs bereitet die Bundesregierung neue Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen vor. "Der Freistaat Bayern und der Freistaat Sachsen haben heute die Bundesregierung gebeten, Tirol und grenznahe Gebiete Tschechiens als Virusmutationgebiete einzustufen und stationäre Grenzkontrollen vorzunehmen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der "Süddeutschen Zeitung". "Wir werden das wohl so entscheiden."

Seehofer verwies darauf, dass dies mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) abgestimmt sei. Die Kontrollen sollen dann wahrscheinlich ab Sonntag 0.00 Uhr gelten. Welche Ausnahmen gelten sollen, ist noch nicht klar. Am Nachmittag hatte sich ein Stab mit Vertretern von Innenministerium, Gesundheitsministerium und dem Auswärtigen Amt getroffen, um über die mögliche Einstufung weiterer Länder als sogenannte Virusmutationsgebiete zu beraten. Unter den bislang so eingestuften Staaten, für die ein Beförderungsverbot nach Deutschland gilt, ist bislang kein Nachbarland. Aus den bereits festgelegten Mutationsgebieten im Ausland dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr.

11.2.2021 • 16:50 Uhr

100.000 Corona-Tote in Afrika

In Afrika nimmt laut der Weltgesundheitsorganisation die Zahl der tödlichen Verläufe von Covid-19 stark zu. Alleine in den vergangenen 28 Tagen seien mehr als 22.300 Corona-Todesfälle in Afrika registriert worden, erklärte die WHO laut einer in Brazzaville verbreiteten Mitteilung. In der 28-Tage Periode davor seien es 16.000 Corona-Todesfälle in Afrika gewesen. In den nächsten Tagen werde die Marke von insgesamt 100.000 Corona-Toten auf dem Kontinent erreicht.

Die Afrikaner seien von neuen, sehr ansteckenden Varianten des Erregers bedroht. Der erste Covid-19-Fall wurde den Angaben zufolge vor einem Jahr, am 14. Februar 2020, in Afrika erfasst. Die WHO vereinbarte über ihr Covax-Programm mit verschiedenen Pharmaunternehmen den Erwerb von zwei Milliarden Impfdosen für dieses Jahr, die praktisch für alle Länder verfügbar sein sollen. Schwerpunkt sind jedoch 92 arme Länder auch in Afrika, für die 1,3 Milliarden Dosen vorgesehen sind. Die Impfkampagnen mit den Vakzinen von Covax sollen frühestens Ende Februar in Afrika beginnen. Brazzaville ist der Sitz des WHO-Regionalbüros für Afrika.

11.2.2021 • 16:41 Uhr

Roche-Medikament verringert Sterberisiko bei Covid-Patienten

Das Roche-Medikament Tocilizumab hat sich in einer breit angelegten Studie bei schwer erkrankten und hospitalisierten Covid-Patienten als wirksam erwiesen. Der Wirkstoff senke das Sterberisiko, verkürze die Genesungszeit und verringere den Bedarf an Beatmungsgeräten. "Wir wissen jetzt, dass sich der Nutzen von Tocilizumab auf alle Covid-Patienten mit niedrigem Sauerstoffgehalt und signifikanter Entzündung erstreckt", erklärte Studienleiter Peter Horby von der Universität Oxford. 2020 setzte der Schweizer Pharmakonzern mit der unter dem Markennamen Actemra verkauften Arznei 2,9 Milliarden Franken um. Fast ein Fünftel davon entfiel auf Coronavirus-Behandlungen.

11.2.2021 • 16:34 Uhr

Ein bisschen Karneval in NRW - Stille in Rheinland-Pfalz

Auch wenn Altweiber in den rheinischen Karnevalshochburgen ausfiel, gab es trotzdem ein bisschen Karneval im Landtagsplenum in Düsseldorf. Der Kölner SPD-Abgeordnete Jochen Ott verteilte bei der Sondersitzung zu den Corona-Beschlüssen Luftschlangen, rote Nasen und Partyrüssel an die Abgeordneten. Am Donnerstag vor dem Rosenmontag wird mit der Weiberfastnacht oder Altweiber normalerweise der Straßenkarneval im Rheinland eröffnet.

"Normalerweise wären in diesen Stunden Hunderttausende in Nordrhein-Westfalen unterwegs", sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im Plenum. Die Erinnerung daran, wie es sonst gewesen sei, mache klar, wie das "unbeschwerte Leben" und die "Lebensfreude" der Menschen beendet worden seien. "Das macht auch deutlich, in welcher ernsten Zeit wir sind und dass wir alles tun müssen, damit wir wieder zurückkommen in diese Normalität."

In den Hochburgen der Weiberfastnacht in Rheinland-Pfalz ist es still geblieben. Statt wilder Feiern und Stürme auf Rathäuser hielten sich die Närrinnen coronabedingt stark zurück. Die Polizeipräsidien in Mainz und Koblenz beispielsweise sprachen am Nachmittag von einer sehr ruhigen Lage. Vorsichtshalber hätten sie aber ihre Streifen bei den traditionellen Hotspots der Weiberfastnacht etwas verstärkt.

11.2.2021 • 16:18 Uhr

Tschechien riegelt drei Bezirke ab

Wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus hat Tschechiens Regierung die Abriegelung von drei Bezirken beschlossen, davon zwei an der Grenze zu Deutschland. Betroffen sind unter anderem die an Bayern grenzenden Bezirke Cheb-Eger und Sokolov-Falkenau, wie die Regierung in Prag mitteilte. Die Bewohner dürften das Gebiet nicht mehr verlassen und Fremde dürften nicht einreisen. Allerdings soll es Ausnahmen geben, von denen Berufspendler profitieren könnten. Nähere Angaben dazu machte die Regierung allerdings nicht.

Überdies wurde verfügt, dass die Bewohner der drei Bezirke an allen öffentlichen Orten FFP-2-Masken oder wenigstens OP-Masken tragen müssen. Die Maßnahmen sollen drei Wochen lang gelten, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Das tschechische Parlament wollte heute über eine Verlängerung des Notstands zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten. Sollte die Minderheitsregierung von Ministerpräsident Andrej Babis mit ihrem Anliegen scheitern, würde der Notstand am Sonntag enden. Dann dürften auch nicht dringend benötigte Läden wieder öffnen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte, Tschechien und Tirol zu Mutationsgebieten zu erklären. Dies bringe den Vorteil, dass dann Einreisen von dort nach Deutschland nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich seien, sagte Söder nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte, sein Bundesland bereite sich auf baldige drastische Beschränkungen im Grenzverkehr vor.

11.2.2021 • 16:15 Uhr

Niedersachsen und Schleswig-Holstein öffnen erste Geschäfte

Niedersachsen und Schleswig-Holstein öffnen erste Geschäfte vor dem Ende des Lockdowns am 7. März. Die niedersächsische Landesregierung will Blumenläden und Gartencenter schon an diesem Samstag öffnen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigte an, dass Blumenläden, Zoos, Wildparks und Gartenbaucenter zum 1. März geöffnet werden sollen.

11.2.2021 • 15:54 Uhr

Mathematiker: Alle Coronaviren weltweit passen in Cola-Dose

Alle derzeit kursierenden neuen Coronaviren passen Berechnungen eines britischen Mathematikers zufolge locker in eine Cola-Dose. Die zu einem einzigen aktuellen Zeitpunkt zirkulierenden Erreger Sars-CoV-2 hätten zusammengepfercht ein Volumen von rund 160 Millilitern und würden damit eine gängige Coladose, die in der Regel 330 Milliliter fasst, nicht einmal annähernd ausfüllen, schreibt Christian Yates von der Universität Bath im Online-Magazin "The Conversation".

Um zu diesem Schluss zu kommen, stellt Yates einen komplizierten Rechenweg auf, den er in seinem Gastbeitrag und in einem Video jedoch nachvollziehbar erklärt. Darin fließen die geschätzte Zahl der weltweit gleichzeitig Infizierten, die durchschnittliche Viruslast pro Infektion sowie die Größe des Virus mit ein. Den Durchmesser des Covid-19-Erregers berechnet er mit 100 Nanometern - milliardstel Meter. "Dies ist eine Schätzung basierend auf den vernünftigsten Annahmen, aber ich gebe gerne zu, dass sie sicher an einzelnen Stellen verbessert werden kann", räumt Yates ein. Präziser als die Schätzung seiner Partnerin sei die Berechnung allemal: "Meine Frau hat vermutet, es sei entweder das Volumen eines olympischen Schwimmbeckens oder das eines Teelöffels", so der Mathematiker.

11.2.2021 • 15:41 Uhr

Frankreich setzt Spucktests an Schulen und Unis ein

Frankreich kann Corona-Spucktests an Schulen und Hochschulen einsetzen. Die Pariser Gesundheitsbehörde Haute Autorité de Santé (HAS) machte dafür den Weg frei. Dabei handelt es sich um Antigen-Tests, bei denen der Speichel auf das Coronavirus untersucht wird. Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran hatte den Einsatz der neuen Tests vor einer Woche angekündigt. Sie sollen bei Massentests an Schulen zum Einsatz kommen.

Trotz hoher Corona-Infektionszahlen hält Frankreich seine Schulen geöffnet, mit Ausnahme der zweiwöchigen Winterferien in diesem Monat. Die Hochschulen sind dagegen weitgehend geschlossen, die Regierung hat aber eine schrittweise Öffnung in Aussicht gestellt. Die neuen Tests würden voraussichtlich "besser angenommen", betonte die Gesundheitsbehörde. Dabei wird Speichel aus dem Rachen in einem Labor untersucht. Es handelt sich in Frankreich nicht um Schnelltests zum Eigengebrauch.

11.2.2021 • 15:38 Uhr

Ungarn plant Einführung von Immunpass

Ungarns Regierung plant die Einführung eines Corona-Immunpasses. Einen solchen bekämen Bürger ausgestellt, die gegen Covid-19 geimpft seien oder nachweislich eine Ansteckung mit dem Coronavirus überstanden hätten, erklärte Kanzleramtsminister Gergely Gulyas. Welche Vorteile die Inhaber eines solchen Passes haben werden, sei aber noch nicht festgelegt. Demnach sind in Ungarn bislang rund 300.000 Menschen gegen Covid-19 geimpft worden, 117.000 davon zum zweiten Mal. Im Zehn-Millionen-Einwohner-Land werden derzeit die Vakzine von Biontech-Pfizer und Moderna verabreicht. In den kommenden Wochen will das Land nach einer Notzulassung auch als bisher einziges EU-Land den russischen Impfstoff Sputnik V und das chinesische Sinopharm einsetzen.

11.2.2021 • 15:33 Uhr

Kontaktloses Weihwasser im Kölner Dom

Im Kölner Dom können Gläubige kontaktlos an Weihwasser gelangen. Ein neuer Weihwasser-Spender im Eingangsbereich des Gotteshauses macht das möglich. Das Prinzip sei das gleiche wie bei Spendern für Desinfektionsmittel oder Seife, erklärten die Caritas Betriebs- und Werkstätten aus dem rheinischen Eschweiler, die den mannshohen Apparat entwickelt haben. "Hält jemand die Hand unter den Spender, kommt in einer kleinen Menge das Weihwasser heraus", lautet die Beschreibung. Das Gerät besteht aus einem Glasbehälter und einer Stele aus Blaustein.

Im Eingangsbereich des Doms stehen traditionell Becken mit Weihwasser, in die Gläubige mit dem Finger tauchen und sich damit bekreuzigen. Allerdings sind die Becken wegen der Coronavirus-Pandemie schon seit Monaten leer. Seit dem vergangenen Sommer kann man im Dom auch kontaktlos spenden. Im Eingangsbereich der Kathedrale ist ein digitaler Opferstock aufgestellt. Spendenwillige halten dort ihre EC- oder Kreditkarte vor einen Sensor und lassen den gewünschten Betrag abbuchen.

Kölner Dom | dpa

Im Eingangsbereich des Doms stehen traditionell Becken mit Weihwasser, in die Gläubige mit dem Finger tauchen und sich damit bekreuzigen. Bild: dpa

11.2.2021 • 15:22 Uhr

Bei Miele brummt das Geschäft durch Corona

Kühlschrank statt Urlaubsreise, Staubsauger statt Restaurantbesuch: Die Corona-Einschränkungen haben dem Hausgeräteproduzenten Miele Rekordzahlen beschert. Im vergangenen Jahr setzte die Miele-Gruppe 4,5 Milliarden Euro um, 6,5 Prozent mehr als 2019, wie der Premiumhersteller mitteilte. In Deutschland betrug das Umsatzplus sogar 8,8 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs um 2,3 Prozent auf knapp 21.000. Davon arbeiteten Ende 2020 gut 11.000 in Deutschland, etwa genauso viele wie ein Jahr zuvor. Zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell keine Angaben.

Die Pandemie habe für eine ausgeprägte Sonderkonjunktur bei Hausgeräten gesorgt. "Die Menschen mussten – und müssen – viel mehr Zeit zu Hause verbringen, und anstatt Geld etwa für Reisen und Restaurants auszugeben, haben sie in ihre vier Wände investiert", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Besonders gefragt seien Kühl- und Gefriergeräte für die Vorratshaltung sowie Staubsauger gewesen. Auch bei fast allen anderen Produkten habe Miele Rekord-Stückzahlen produziert.

11.2.2021 • 15:09 Uhr

Grüne fordern Ausweitung von Corona-Hilfen

Führende Grünen-Politiker fordern eine Ausweitung der Corona-Hilfen für die Wirtschaft. "Bei der Vielzahl der Hilfsprogramme blickt kaum noch jemand durch. Und zu viele Unternehmen sind bei zu hohen Zugangshürden durchs Raster gefallen", heißt es in einem Papier mit dem Titel "Für Wirtschaftshilfen, die endlich helfen!". Zu den elf Unterzeichnern gehören die Bundestags-Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter sowie die Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Die Grünen warnen in dem Papier vor einer "erheblichen Insolvenzwelle im Handel, in der Gastronomie, der Kultur und bei vielen weiteren betroffenen Unternehmen". Sie fordern unter anderem, dass Umsatzausfälle voll erstattet werden können und Soloselbständige einen "Unternehmerlohn" erhalten.

11.2.2021 • 15:06 Uhr

Zahl der Intensivpatienten in Krankenhäusern sinkt weiter

Die Zahl der im Divi-Melderegister verzeichneten Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern ist weiter gesunken. Das Register wies um kurz vor 15.00 Uhr (MEZ) 3668 registrierte Patienten auf.

11.2.2021 • 14:57 Uhr

Hamburg will Grundschulen vorerst nicht öffnen

Hamburg will anders als viele andere Bundesländer die Grundschulen nicht vor März öffnen. Das kündigte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher nach einer Senatsitzung an. Man werde überlegen, wie man nach den am 12. März in Hamburg endenden Frühjahrsferien weiter machen wolle. "Wir müssen vorsichtig sein", sagt Tschentscher mit Blick auf die Virus-Mutationen. Die Zahl der Neuinfektionen sinke derzeit nur noch leicht, die Virus-Varianten seien viel aggressiver.

11.2.2021 • 14:46 Uhr

Mehr Covid-Opfer in Baden-Württembergs Pflegeheimen

Mehr als 40 Prozent aller Covid-19-Opfer in Baden-Württemberg sind während der zweiten Welle in Pflegeheimen gestorben. Das ergeben SWR-Recherchen. Experten kritisieren, dass Antigen-Tests zu spät eingeführt worden seien.

11.2.2021 • 14:30 Uhr

Sachsen will Pendler-Verkehr einschränken

Sachsen will angesichts drastischer Corona- Inzidenzen in Tschechien den Pendler-Verkehr deutlich einschränken. Das Abschotten bestimmter Hotspots sei dringend erforderlich, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Dresden. Die Lage im Nachbarland spitze sich zu, in zwei Regionen gebe es eine Inzidenz von mehr als 1000. Die britische Mutation des Virus sei dort auf dem Vormarsch. Kretschmer bedauerte die Entwicklung. Er habe Ministerpräsident Andrej Babiš erneut Hilfe angeboten. Die Entscheidung dafür müsse aber vor Ort getroffen werden. Ausnahmen vom Pendler-Stopp soll es im Bereich der Krankenhäuser und Pflegeheime sowie in der Landwirtschaft geben - und da vor allem bei der Versorgung von Tieren. "Darüber hinaus werden wir keine Ausnahmen machen können", sagte Kretschmer. Tägliche Tests sollen zur Pflicht werden. Zudem ist an eine Art Pendler-Quarantäne gedacht, Betroffene sollen sich dann nach Rückkehr von der Arbeit zu Hause aufhalten. Die Möglichkeiten, das zu kontrollieren, seien aber begrenzt, hieß es.

11.2.2021 • 14:19 Uhr

Söder für Grenzkontrollen nach Tschechien

Die bayerischen Nachbargebiete in Tschechien sowie das österreichische Bundesland Tirol sollen nach Auffassung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Kampf gegen das Corona-Virus zu Mutationsgebieten erklärt werden. Dies könnte dann stationäre Grenzkontrollen nach sich ziehen. Einreisen nach Bayern seien dann ausnahmslos nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich, der dann nicht mehr in Bayern nachgeholt werden dürfe, sagte Söder. Die Gespräche mit dem Bund liefen, es sei "sehr wahrscheinlich", dass es so komme. "Dies kann unsere Sicherheit deutlich verbessern", sagte Söder.

Bayern befürchtet, dass über Einpendler aus dem stark von Corona-Infektionen betroffenen Tschechien mutierte Coronaviren eingeschleppt werden. Alle bayerischen Hotspots lägen entlang der Grenze zu Tschechien. Teilweise habe dort bereits die mutierte britische Variante des Virus die Oberhand gewonnen. Söder forderte die südlichen Nachbarn im österreichischen Bundesland Tirol auf, die Entwicklung ernst zu nehmen. "Dort hat man schon einmal eine Entwicklung nicht ernst genommen", sagte er mit Blick auf den Skiort Ischgl, der einer der Hotspots in der ersten Corona-Welle im vergangenen Winter war.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

11.2.2021 • 14:08 Uhr

Scholz: Brauchen bessere Impf-Organisation

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz dringt auf eine bessere Organisation der Impfungen gegen das Coronavirus und fordert mehr Weitblick. Es gehe schon jetzt darum, die Impfungen im Frühjahr und Sommer vorzubereiten, wenn wöchentlich Millionen Menschen geimpft werden könnten, sagte der Vizekanzler in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart". "Das kommt schneller, als manche sich das gegenwärtig denken, spätestens im zweiten Quartal." Dass dann Impfdosen da seien, die nicht verimpft werden könnten, wolle er nicht erleben, mahnte Scholz.

Nach der Impfverordnung soll die erste Prioritätsgruppe bis etwa Ende März geimpft sein, also Über-80-Jährige, Pflegeheimbewohner, Pflegekräfte in Heimen und das Personal in Intensivstationen, Notaufnahmen sowie Rettungsdiensten. Ab April soll Gruppe zwei unter anderem mit Menschen zwischen 70 und 80 sowie mit schweren Vorerkrankungen folgen. Menschen mit nicht genannten Vorerkrankungen, aber hohem Covid-Risiko können laut Verordnung "nach individueller ärztlicher Beurteilung" im Einzelfall in Gruppe zwei geimpft werden.

11.2.2021 • 13:59 Uhr

Laschet verteidigt Schulöffnungen

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet verteidigt die Pläne, die Schulen vom 22. Februar an wieder schrittweise zu öffnen. Der Digital-Unterricht könne nicht soziale Begegnungen von Kindern ersetzen, sagte Laschet im Düsseldorfer Landtag. Jeder Tag, an dem Kinder nicht in Schulen und Kitas gehen könnten, bedeute auch "einen Verlust von Zukunftschancen". Bei einer 7-Tage-Inzidenz unter 50 wolle NRW weitere Schritte angehen und den Unterricht auch abseits der Grundschulen aufnehmen.

11.2.2021 • 13:54 Uhr

Bayerns Ausgangssperre fällt ab Inzidenz von 100

Die Ausgangssperre in Bayern bleibt in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz in Kraft. Ministerpräsident Markus Söder sagte, in den Gebieten mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gelte sie auch künftig für die Zeit von 22.00 bis 05.00 Uhr. Unterhalb dieser Schwelle entfalle diese Einschränkung dagegen ab kommender Woche. "Die Ausgangssperre hat sich als extrem wirksam erwiesen", sagt der CSU-Chef. Es wäre deswegen unverantwortlich, sie in den besonders von Corona betroffenen Regionen einfach abzuschaffen.

Bayerns Grundschüler können laut Söder ab dem 22. Februar wieder in die Schulen zurückkehren. Allerdings gelte die Öffnung für den Wechselunterricht nur für die Landkreise und Städte, in denen die Inzidenz unter 100 falle, sagte Söder. "Über 100 müssen wir noch warten." Auch die Abschlussklassen an den Real- und Mittelschulen könnten dann wieder in der Schule unterrichtet werden. Begleitet werde der Schritt von einem Masken- und Testkonzept. Derzeit gehen in Bayern lediglich die Abiturienten in die Schulen.

Die stärker ansteckende Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat nach Angaben von Söder in einigen ostbayerischen Regionen bereits die Oberhand gewonnen. In den nordostbayerischen Regionen Hof, Wunsiedel und Tirschenreuth an der Grenze zu Tschechien betrage der Anteil der Mutation an den positiven Fällen bereits 40 bis 70 Prozent, sagte Söder nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Es sei deswegen umso wichtiger, die Zahl der Neuinfektionen besonders deutlich nach unten zu drücken. "Wir müssen den Mutationspuffer einbauen", sagte Söder. Ansonsten drohten schwere gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden.

11.2.2021 • 13:42 Uhr

WHO: Impfhilfe für sechs frühere Sowjetrepubliken

Die Weltgesundheitsorganisation will sechs frühere Sowjetrepubliken mit Hilfsprogrammen für Impfungen gegen das Coronavirus unterstützen. Wie der Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, in Kopenhagen mitteilte, sollen ein Programm der EU und Covax, eine Initiative für eine faire Verteilung von Impfstoff, dafür kombiniert werden. Die Hilfen sollen an Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau und die Ukraine gehen. "Vakzine eröffnen einen Weg, schneller aus der Pandemie herauszukommen", sagte Kluge. "Aber nur, wenn wir sicher stellen, dass alle Länder, unabhängig von ihrem Einkommensniveau, Zugang zu ihnen haben."

Eine unfaire Verteilung könne schwerwiegende Folgen haben, warnte Kluge. "Je länger das Virus bleibt, umso größer die Gefahr von gefährlichen Mutationen." Eine gute Nachricht sei, dass die Neuinfektionen in der aus 53 Ländern bestehenden WHO-Region Europa die vierte Woche in Folge rückläufig seien. Die Zahl der mit dem Virus gestorbenen Menschen sei in den beiden vergangenen Wochen ebenso zurückgegangen wie die der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19. Dennoch seien diese Zahlen noch immer zu hoch. Vollen Impfschutz in der Region hätten bisher rund 7,8 Millionen Menschen erhalten.

11.2.2021 • 13:27 Uhr

Dreyer erwartet klare Perspektiven

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erwartet von der nächsten Videoschalte der Länder mit der Kanzlerin am 3. März konkrete Aussichten für die Lockerung des Lockdwons. Die Chefs der Staatskanzleien der Länder und Kanzleramtsminister Helge Braun bereiteten dies gemeinsam vor, sagte Dreyer. "Es ist leider nicht gelungen, ein richtiges Stufenmodell für ganz Deutschland vorzulegen", sagte sie über die Videoschalte der Länderchefs mit der Kanzlerin am Mittwoch. "Der Frust" darüber sei "schon umfassend groß" gewesen. Die Meinungen über "Perspektivstrategien" seien jedoch weit auseinander gegangen und in dem Gremium könne nicht offen gesprochen werden, weil gleich alles direkt nach außen dringe.

"Am Ende sind wir stärker den Weg von Sorge und Vorsorge gegangen als von Risikobereitschaft", sagte Dreyer. Dies sei angesichts des mutierenden Virus und den Entwicklungen in anderen europäischen Ländern "angemessen".

11.2.2021 • 12:59 Uhr

Giffey befürwortet schnelle Impfung für Lehrer und Erzieher

Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey drängt darauf, Grundschullehrer und Erzieher schneller gegen das Coronavirus impfen zu lassen als bislang geplant. "Ich halte das für einen sehr guten Weg", sagte Giffey mit Blick auf den Bund-Länder-Beschluss, das Vorziehen dieser Impfungen prüfen zu lassen. Dies würde Lehrern und Erziehern mehr Sicherheit verschaffen, sagte die SPD-Politikerin. Sie sollten ein entsprechendes Angebot dann auch wahrnehmen.

Die Länderregierungschefs und Bundeskanzlerin Merkel hatten sich nach ihren Beratungen zu den Corona-Maßnahmen am Mittwoch dafür ausgesprochen, die Kräfte in Grundschulen und Kitas bei der Priorisierung der Impfungen vorzuziehen. Diese Beschäftigten gehören bislang in die dritte Gruppe und sollen demnach in die zweite Gruppe aufsteigen. Dafür müsste Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Impfverordnung ändern.

Schüler und Schülerinnen einer 12. Klasse des Unterhachinger Lise-Meitner-Gymnasiums nehmen im April am Unterricht teil (Archivbild). | dpa

Schüler und Schülerinnen einer 12. Klasse des Unterhachinger Lise-Meitner-Gymnasiums nehmen im April am Unterricht teil (Archivbild). Bild: dpa

11.2.2021 • 12:35 Uhr

Mutationen auf dem Vormarsch

Nach jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts hat sich der Anteil der untersuchten Proben, in denen Hinweise auf Virusmutationen gefunden wurden, in der vergangenen Woche verdoppelt. Für die vierte Kalenderwoche hatte das RKI mitgeteilt, man habe bei fünf Prozent der sequenzierten Corona-Fälle Mutationen entdeckt, die meisten davon entfielen auf das "britische Virus" B.1.1.7. In der ersten Februarwoche stieg der Anteil auf zwölf Prozent.

11.2.2021 • 12:33 Uhr

NGOs fordern weltweiten Zugang zu Impfstoffen

Mehr als 20 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben die Pharmakonzerne Pfizer und BioNtech sowie Curevac zu einer schnellen Ausweitung der weltweiten Produktion von Corona-Impfstoffen aufgefordert. In offenen Briefen appellieren NGOs wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen an die Unternehmen, während der Pandemie "vollständigen Technologietransfer zu leisten" und "einen Teil der Impfstoffe für ärmere Länder bereitzustellen", teilte Ärzte ohne Grenzen mit.

Da beide Unternehmen jeweils mehrere hundert Millionen Euro allein durch die Bundesregierung erhalten hätten, stünden sie in der Verantwortung, Menschen weltweit Zugang zu Impfstoffen zu gewähren. In Ländern wie Malawi, Mosambik, Afghanistan und Brasilien seien derzeit "drastisch ansteigende" Infektionszahlen zu beobachten.

11.2.2021 • 12:12 Uhr

Bericht: Lebenspartner von AWO-Heimleitern bekamen Impfungen

In Pflegeheimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Schwaben soll es laut eines Zeitungsberichts zu unzulässigen Impfungen gekommen sein. Wie die "Augsburger Allgemeine" berichtet, sollen Angaben in Augsburger AWO-Heimen so manipuliert worden sein, dass zwei Lebenspartner von Heimleitern Impfungen erhielten. Die zwei Betroffenen seien als Mitarbeiter ausgegeben worden, obwohl sie nicht in den Einrichtungen arbeiteten. Von dem schwäbischen AWO-Bezirksverband war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Vorsitzende des AWO-Landesverbandes machte klar, dass das Vorgehen nicht akzeptabel sei. Sollten Impfungen auf die beschriebene Art erschlichen worden sein, missbillige er dies, erklärte AWO-Chef Thomas Beyer. "Ich erwarte, dass bei Impfungen in AWO-Heimen in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Impfärzten die Vorschriften in jeder Weise eingehalten werden."

11.2.2021 • 12:08 Uhr

Lettland schließt für zwei Wochen seine Grenzen

Lettland schließt für zwei Wochen die Grenzen: Aus Bedenken vor mutierten Coronavirus-Varianten dürfen von heute an nur noch Menschen in das baltische EU-Land einreisen, die einen triftigen Grund sowie einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die Regelung gilt zunächst bis zum 25. Februar.

Ganz ausgesetzt wird bis auf weiteres der Passagierverkehr mit Großbritannien, Irland und Portugal. Die verschärften Einreiseregeln waren von der Regierung in Riga in der Vorwoche beschlossen worden. Bei Ankunft in Lettland besteht zudem unverändert eine Registrierungs- und Quarantänepflicht.

11.2.2021 • 12:03 Uhr

Virologe: 35er-Inzidenz bis Anfang März möglich

Aus Sicht des Gießener Virologen Friedemann Weber könnte die von Bund und Ländern angepeilte bundesweite 35er-Inzidenz bereits Anfang März erreicht werden. "Ich kann mir vorstellen, dass man bis dahin auf den Zielwert von 35 kommt - wenn sich alle weiter an die verordneten Maßnahmen halten", sagte Weber der Nachrichtenagentur dpa. Am Morgen lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) laut RKI bundesweit noch bei 64,2.

Abstand halten und Maske tragen helfe auch gegen die britische Mutante, sagte Weber. Zudem könne der zunehmende private Einsatz von Antigen-Schnelltests ein Schlüssel sein. "Das muss dann aber auch an ein Meldesystem gekoppelt sein." Dennoch sei es jederzeit möglich, dass die Zahlen wieder ansteigen, warnte Weber. Daher brauche es nicht nur den Fokus auf Lockerungen, sondern es müsse auch klar festgelegt sein, welche Bereiche bei ansteigenden Zahlen wieder geschlossen werden.

11.2.2021 • 12:00 Uhr

Instagram löscht Wendler-Account

Das Social Media Netzwerk Instagram hat den Account des Schlagersängers und Verschwörungstheoretikers Michael Wendler gelöscht. "Wir haben den Instagram Account entfernt, da er wiederholt gegen unsere Richtlinien verstoßen hat", erklärte ein Sprecher von Facebook auf Anfrage. Facebook hatte den Fotodienst Instagram 2012 gekauft. Wendler verbreitete im Lauf der Pandemie immer wieder Verschwörungstheorien über seinen Account.

Zuletzt flog Wendler aus der Jury der RTL-Castingshow "Deutschland Sucht den Superstar". Der Fernsehsender verpixelte den Sänger zunächst in den Aufzeichnungen und schnitt ihn schlussendlich vollständig aus der Sendung. Auch nach seinem Rauswurf bei RTL verbreitete der 48-Jährige immer wieder Verschwörungstheorien. Vor der Löschung seines Instagram-Accounts hatte Wendler rund 320.000 Follower auf der Plattform.

11.2.2021 • 11:49 Uhr

Dobrindt zweifelt an baldigen Schulöffnungen

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat Bedenken gegen baldige Schulöffnungen in dieser Phase der Pandemie angemeldet. Er verstehe, dass es Druck und enorme Belastungen für Familien gebe, sagte Dobrindt im Bundestag. Er habe aber Zweifel, dass diese Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt die richtige sei. Es gelte, alles daran zu setzen, dass dies nicht weitere Perspektiven der Öffnung der Wirtschaft verbaue.

Dobrindt unterstrich das Ziel, bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen deutlich unter die Schwelle von 50 zu kommen, um Erfolge nicht zu verspielen. "Die 50 war immer die Zahl, wo man bei wachsender Infektion den Einstieg in den Lockdown gewählt hat. Sie kann nicht gleichzeitig die Zahl des Ausstiegs aus dem Lockdown sein." Ansonsten drohe ein "andauernder Achterbahneffekt". Mit Blick auf stockende Hilfen für Unternehmen mit Einbußen wegen des Lockdowns forderte Dobrindt Härtefallregelungen, wenn Lebenswerke auf dem Spiel stehen, aber Algorithmen der Hilfsprogramme nicht greifen.

11.2.2021 • 11:37 Uhr

AstraZeneca will Impfstoff an neue Varianten anpassen

AstraZeneca will mit einer Anpassung seines Corona-Impfstoffs Schutz vor neuen Varianten des Virus bieten. Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen teilte mit, dass es dafür mit der Universität Oxford zusammenarbeite. AstraZeneca und die Hochschule hatten den Impfstoff gemeinsam entwickelt, der als einer der ersten gegen Covid-19 zugelassen wurde. Der Konzern hofft nach eigenen Angaben, die Zeit, die für die Produktion großer Mengen eines neuen Impfstoffs erforderlich ist, auf sechs bis neun Monate zu verkürzen.

11.2.2021 • 11:12 Uhr

1200 Einsatzkräfte kontrollieren die Ausreise aus Tirol

Im österreichischen Bundesland Tirol werden rund 1200 Polizisten und Soldaten für die Ausreisekontrollen wegen der Coronavirus-Mutante eingesetzt. Zur Zeit werde noch an der Infrastruktur für die Kontrollstellen gearbeitet, teilte ein Sprecher der Landespolizeidirektion mit.

Für die Ausreise aus dem Bundesland ist von Freitag an für zunächst zehn Tage ein negativer Corona-Test nötig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ausgenommen von dieser Vorschrift sind nach bisherigen Angaben Kinder sowie der Güterverkehr und die Durchreise ohne Zwischenstopp. Der Schritt soll helfen, die Verbreitung der in Tirol vermehrt aufgetretenen Südafrika-Variante des Coronavirus einzudämmen.  Nach jüngsten Auswertungen ist nach Angaben des Bundeslands in Tirol von derzeit 139 aktiven Fällen der als höher ansteckend geltenden Mutante auszugehen.

11.2.2021 • 11:02 Uhr

Einzelhandel fühlt sich im Stich gelassen

Der Einzelhandel kritisiert die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern zur Verlängerung des Lockdowns. "Es ist gestern keine Öffnungs-, sondern eine Schließungsstrategie verabschiedet worden", sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth vom Einzelhandelsverband HDE. "Viele Händler wissen nicht mehr, wie es weitergehen soll." Die Situation sei oft aussichtslos: "Keinerlei Planungssicherheit, kein Licht am Ende des Tunnels und nach wie vor unzureichende staatliche Unterstützung." Die Händler seien im Lockdown gefangen - "und die Politik nimmt dies in Kauf".

11.2.2021 • 10:59 Uhr

Mehr Corona-Tote in Pflegeheimen als bisher bekannt

In Baden-Württemberg sind in der zweiten Welle mehr als 40 Prozent aller Covid-Opfer in Pflegeheimen gestorben. Das ist deutlich mehr als bisher bekannt war und geht aus Recherchen des SWR hervor. In Presseberichten war die Landesregierung zuvor mit Angaben von 10 beziehungsweise 15 Prozent zitiert worden. Das Sozialministerium hat dem SWR auf Anfrage jetzt aber bestätigt, dass der Anteil der in Alten- und Pflegeheimen verstorbenen Infizierten von Anfang Dezember bis heute bei 40 Prozent lag.

Obwohl Alten- und Pflegeheime schon in der ersten Welle als Corona-Hotspots aufgefallen waren, seien die Schutzvorkehrungen des Sozialministeriums offenbar nicht ausreichend gewesen, kritisiert der Pflegeschutzbund BIVA. Die Einführung von Antigen-Schnelltests im Herbst sei zu bürokratisch abgelaufen. In einer Umfrage der BIVA hatten vor Weihnachten 40 Prozent der Teilnehmer aus Baden-Württemberg angegeben, ihre Angehörigen in einem Pflegeheim ohne Schnelltest besucht zu haben. Bundesweit hatten dies nur 27 Prozent berichtet.

11.2.2021 • 10:09 Uhr

Weidel wirft Regierung Rechtsbruch vor

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel hat der Bundesregierung Rechtsbruch bei ihren Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vorgeworfen. "Was die Bundesregierung hier betreibt, ist verfassungswidrig", sagte sie in der Bundestagsaussprache zur Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel (CDU). Weidel sagte die Regierung betreibe eine "falsche Politik, die nur Verbot und Zwang zu kennen scheint".

Auf dem Arbeitsmarkt hinterlasse diese Politik eine "Spur der Verwüstung", 175 .000 Unternehmer und Selbstständige stünden vor der Insolvenz, das Lebenswerk von Gastronomen und Gewerbetreibenden zerbreche, sagte Weidel. Einzelhändler säßen auf Bergen von unverkauften Waren und Schulden, hätten aber von den angekündigten Hilfen noch nichts gesehen.

11.2.2021 • 09:43 Uhr

Strenge Lockdown-Kontrollen in Athen

Seit dem Morgen gilt für den Großraum Athen erneut ein harter Lockdown, die Polizei setzt dessen Einhaltung mit zahlreichen Straßensperren durch. Selbst Drohnen kommen zum Einsatz, wie griechische Medien berichteten. Außer Supermärkten, Apotheken und Tankstellen ist der Handel geschlossen, Friseure, Beauty- und Fitnessstudios, Museen und archäologische Stätten haben ebenfalls zu. Arbeiten dürfen lediglich Beschäftigte in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Derweil stellen griechische Experten in Frage, ob der zweieinhalbwöchige Lockdown überhaupt ausreichen wird.

Die griechische Gesundheitsbehörde hatte am Mittwoch 1496 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Gemessen an den 11 Millionen Einwohnern Griechenlands ist das im Vergleich zu anderen EU-Staaten wenig. Allerdings steht das Gesundheitssystem vor allem im Großraum Athen mit seinen rund 4 Millionen Einwohnern stark unter Druck, ein Großteil der Intensivbetten ist bereits belegt.

11.2.2021 • 09:39 Uhr

Die Beschlüsse im Überblick

Vieles bleibt angesichts der Pandemie-Lage geschlossen, doch für Schulen und Friseurläden gibt es erste Perspektiven. Worauf sich Bund und Länder im Detail geeinigt haben und wie es nun weitergehen könnte - ein Überblick.

11.2.2021 • 09:30 Uhr

Ministerpräsident Günther mahnt zu Geduld

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther hat bei der Rücknahme von Corona-Auflagen zur Geduld gemahnt. "Je vorsichtiger wir diese Schritte machen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir neben den Friseursalons auch endlich wieder andere Bereiche öffnen können", sagte der CDU-Politiker. "Wir hoffen, dass wir bis Mitte März mit den Inzidenzzahlen so weit herunterkommen, dass der Einzelhandel eine Perspektive hat." Dieser müsse dauerhaft planen können. Günther: "Immer wieder hoch- und runterzufahren ist nicht im Sinne des Handels." Im Augenblick sei es für die Geschäftsleute entscheidend, dass die vom Bund zugesagten Hilfen ausgezahlt würden.

11.2.2021 • 09:23 Uhr

Merkel: "Wir müssen ausdauernd sein"

In ihrer Regierungserklärung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März verteidigt. Deutschland befinde sich in einer schwierigen widersprüchlichen Lage: Zwar sinken die Infektionszahlen, die Trendumkehr sei gelungen - dennoch drohte aufgrund der Virusmutationen eine dritte Welle. Deshalb blieben Kontaktbeschränkungen das wichtigste Mittel. "Wir müssen ausdauernd sein", sagte sie im Bundestag. Das höchste Ziel bleibe aber die Aufhebung der Einschränkungen.

11.2.2021 • 08:47 Uhr

Eigenheime immer teurer

Die Coronakrise wirkt sich weiter auf dem deutschen Immobilienmarkt aus: Der starke Preisanstieg bei Ein- und Zweifamilienhäusern setze sich fort, heißt es in einer Analyse des Hamburger Forschungsinstituts F+B. Demnach verteuerten sich Ein- und Zweifamilienhäuser im vierten Quartal 2020 im Schnitt um 8,2 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Damit stiegen die Preise für Eigenheime noch stärker als die für Eigentumswohnungen (plus 5,3 Prozent). Schon im zweiten und dritten Quartal hatte F+B diese Entwicklung beobachtet.

Binnen fünf Jahren - von Ende 2015 bis Ende 2020 - haben sich Ein- und Zweifamilienhäuser um fast 38 Prozent verteuert, zeigt die Analyse. Damit stiegen die Preise für Eigenheime in dem Zeitraum stärker als die für Eigentumswohnungen (plus 32 Prozent). Dies sei sehr ungewöhnlich, so das Institut. Denn langfristig zeigten Eigentumswohnungen, die auch bei Kapitalanlegern hoch im Kurs stehen, die größten Preiszuwächse. "Umso bedeutsamer ist die Trendumkehr", so Unternehmenschef Bernd Leutner. Die Nachfrage nach Eigenheimen sei schon vor Corona-Krise stark gewesen, nun habe sich sie sich noch verstärkt.

11.2.2021 • 08:38 Uhr

Ökonom Felbermayr kritisiert fehlende Perspektiven

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel), Gabriel Felbermayr, hat die Bund-Länder-Beschlüsse zur Corona-Politik als "enttäuschend" kritisiert. Es sei zwar richtig, nicht überstürzt zu öffnen, erklärte er. "Aber das Fehlen eines Stufenplanes ist sehr bedauerlich." Es wäre "an der Zeit gewesen, klar vorzulegen, bei welchen Kennziffern welche weiteren Öffnungen möglich werden".

"Sehr bedauerlich" sei zudem, dass es immer noch keine wirkliche Teststrategie in Deutschland gebe. Hier liege das Land sehr deutlich hinter vielen anderen EU-Staaten zurück, kritisierte Felbermayr.

11.2.2021 • 08:16 Uhr

Fratzscher fordert weitere Finanzhilfen

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, fordert weitere Wirtschaftshilfen in der Corona-Krise. "Die Bundesregierung wird in den kommenden Monaten ein weiteres Wirtschaftsprogramm auflegen müssen", sagt er im ZDF. Das Geld, das der Staat jetzt ausgebe, sei bestens investiert. Davon dürfe er sich auch nicht von einer "unsinnigen Schuldenbremse" abhalten lassen.

Fratzscher kritisiert zugleich, dass viele der aktuellen Hilfen zu langsam und nicht ausreichend seien. Er nennt hier zum Beispiel Soloselbständige und Minijobber. "Es fallen noch zu viele hinten runter", betont der DIW-Chef, vor allem die sozial Schwächsten.

11.2.2021 • 07:43 Uhr

Lob und Tadel für Öffnung von Kitas und Schulen

Der Beschluss von Bund und Ländern zur schrittweisen Öffnung der Schulen und Kitas hat ein geteiltes Echo ausgelöst. Während die Kultusministerkonferenz die Öffnungsperspektiven für Schulen ausdrücklich begrüßte, kritisierten der Deutsche Lehrerverband und der Deutsche Städte- und Gemeindebund, dass die Bundesländer unterschiedlich vorgehen können. Im Rahmen ihrer Kultushoheit entscheiden die Länder über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Ausweitung der Kita-Betreuung.

11.2.2021 • 07:41 Uhr

Weiter schlechtes Geschäft für Frankfurter Flughafen

Die verschärften Lockdowns und Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie haben dem Frankfurter Flughafen auch den Start in das neue Jahr verhagelt. Im Januar zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Luftfahrt-Drehkreuz 882.869 Passagiere und damit 80,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen mitteilte. Bereits im Dezember war das Aufkommen im Jahresvergleich um 81,7 Prozent eingebrochen.

Viele Fluggesellschaften haben auf die Lockdowns in zahlreichen Ländern reagiert und ihr ohnehin gekapptes Flugangebot in den vergangenen Wochen weiter zurückgefahren. Deutlich besser lief es weiterhin im Cargo-Geschäft. Im Januar erhöhte sich das Aufkommen an Fracht und Luftpost in Frankfurt im Jahresvergleich um 18,1 Prozent auf 176.266 Tonnen.

11.2.2021 • 07:32 Uhr

"Impf-Vordrängler müssen bestraft werden"

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, das Vordrängeln bei Corona-Impfungen zu sanktionieren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe es versäumt, in seiner Verordnung eine Aussage zu Verstößen zu treffen, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch im Deutschlandfunk.

In Sachsen-Anhalt gebe es Über-80-Jährige in Pflegeheimen, die noch auf einen Impftermin warten, während ein Oberbürgermeister schon mal drankomme. "Das muss doch mindestens eine Ordnungswidrigkeit sein", forderte Brysch. Die Folge dieser Verstöße seien das Gefühl von Ungerechtigkeit und Frust in der Bevölkerung.

11.2.2021 • 06:54 Uhr

Weil verteidigt Lockdown-Verlängerung

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wirbt für die neuerliche Lockdown-Verlängerung. "Wir können mit Hinblick auf die Mutationen niemandem schnelle Öffnungen versprechen, so sehr ich den Druck und das Leiden nachvollziehen kann", sagt Weil dem Magazin "WirtschaftsWoche".

"Eines haben wir doch alle schmerzlich gelernt: Der Anstieg kann schnell und plötzlich kommen, ein Abstieg hingegen ist mühsam und schwierig. Für die Betriebe und Firmen wäre es also hochschädlich, wenn wir nach dem mühsamen Kampf der vergangenen Monate in eine dritte Welle hineinlaufen würden. Das wäre der Worst Case."

11.2.2021 • 06:44 Uhr

Mexiko erteilt zwei chinesischen Impfstoffen Zulassung

Mexiko hat zwei chinesische Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen. Die Entscheidung der Aufsichtsbehörden kam unmittelbar, bevor heute ein erster Teil von zwei Millionen Dosen des Impfstoffs von Cansino ankommen sollte. Das Vakzin soll in Mexiko fertig gestellt und abgefüllt werden, wie es aus dem Gesundheitsministerium hieß. Das andere für den mexikanischen Markt zugelassene chinesische Mittel ist das von Hersteller Sinovac.

Das Vakzin von Cansino hat Berichten zufolge eine Wirksamkeit von rund 65,7 Prozent. Das von Sinovac ist mit einem niedrigen Wert von 50,65 Prozent eingestuft worden, Corona-Infektionen zu verhindern. Bislang erhielt Mexiko etwa 760.000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer und Biontech, die so gut wie aufgebraucht sind.

11.2.2021 • 05:43 Uhr

RKI meldet 10.237 Neuinfektionen und 666 neue Todesfälle

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland auf 64,2 (Vortag: 68,0) weiter zurückgegangen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche rechnerisch neu positiv getestet werden. Bund und Länder streben einen Wert unter 50 an.

Zudem gibt das RKI 10.237 neue Fälle bekannt, in denen Menschen positiv auf Corona getestet wurden. Ferner werden 666 weitere Fälle mitgeteilt, in denen Menschen starben, die positiv getestet worden waren. Damit steigt die Zahl der Todesfälle insgesamt auf 63.635.

11.2.2021 • 04:39 Uhr

Altmaier will Engpässe bei Impfstoff-Lieferketten beseitigen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bietet führenden Impfstoffherstellern seine Unterstützung an, um Engpässe bei den Impfstoff-Lieferketten zu beseitigen. Es gelte jetzt, "etwaige Schwachstellen und Engpässe bei den Lieferketten zur Impfstoffherstellung und Impfstoffproduktion frühzeitig zu erkennen, um Problemen vorzubeugen, und gemeinsam an Lösungsoptionen zu arbeiten", formulierte Altmaier in einem Schreiben an die Vorstandsvorsitzenden von neun Impfstoffherstellern, aus dem die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" zitieren. Altmaier bittet die Hersteller, "den Status der Versorgung" mit dem Impfstoff zu beschreiben und auf sich abzeichnende Engpässe" hinzuweisen.

11.2.2021 • 04:00 Uhr

Söder hält Schließung der Grenzen zu Tschechien und Österreich für möglich

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus eine Schließung der Grenze zu Tschechien nicht ausgeschlossen. "Sollte Tschechien nicht in der Lage sein, seine Notmaßnahmen zu verlängern, dann muss auch klar sein, dass Tschechien ein Mutationsgebiet ist und dann muss auch die Grenzschließung ein Thema sein", sagte Söder am Mittwochabend im ZDF-"heute-journal".

Das gelte auch für Österreich. "Wir sind bei Österreich sehr verunsichert", sagte Söder. Die Regierung in Wien habe im von der südafrikanischen Virusvariante stark betroffenen Bundesland Tirol Quarantänemaßnahmen verhängt. "In Tirol, so hört man, interessiert das niemanden", sagte Söder. "Ich bin schon besorgt, dass da ein zweites Ischgl droht."

11.2.2021 • 04:00 Uhr

Kultusministerkonferenz begrüßt Perspektiven für Schulöffnung

"Die ersten, die von Lockerungen profitieren, sind Kinder und Jugendliche. Das ist ein gutes Ergebnis", sagt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst (SPD), der Zeitung "Rheinische Post" zu den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz. Auch "die Prüfung, ob Erzieherinnen, Erzieher und Grundschullehrkräfte früher geimpft werden können", sei zu befürworten.