Ein Plakat mit der Aufschrift "Bitte mit Maske!" ist in einem Bus des Rhein-Main-Verkehrsverbunds in Frankfurt angebracht. | dpa
Liveblog

Liveblog zum Coronavirus ++ Auch Frankfurt überschreitet Warnwert ++

Stand: 08.10.2020 22:35 Uhr

Frankfurt hat den Warnwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. Zuvor hatte bereits Berlin den Grenzwert gerissen. Alle Entwicklungen vom Donnerstag zum Nachlesen.

  • RKI warnt vor unkontrollierter Ausbreitung
  • Merkel will mit Oberhäuptern großer Städte beraten
  • Mehr als 4000 Neuinfektionen in Deutschland
  • Doch kein Teil-Lockdown in Madrid
  • Ärzte warnen vor Engpässen in Krankenhäusern
8.10.2020 • 22:33 Uhr

Ende des Liveblogs

Das war es für heute von unserem Liveblog. Danke für Ihr Interesse und eine gute Nacht.

8.10.2020 • 21:32 Uhr

Infektiologin Herold: "Können die zweite Welle gut überstehen"

In den tagesthemen hat sich Infektiologin Susanne Herold optimistisch darüber geäußert, dass Deutschland auch eine zweite Infektionswelle im Winter gut überstehen könne. Dafür appellierte die Leiterin der Infektologie des Universitätsklinikums Gießen auch an die Vernunft der Menschen. "Wir müssen jetzt wieder alle unsere eigene Verantwortung leben und uns an die entsprechenden Regeln halten", so Herold. Die Infektiologin warnte zugleich davor, dass die Übertragungswahrscheinlichkeit des Virus im Winter steigen werde. Daher sei es wichtig, die Corona-Maßnahmen beizubehalten.

8.10.2020 • 20:56 Uhr

Bundestag will Kandidatenaufstellung per Briefwahl ermöglichen

Der Bundestag will am Freitag eine Neuregelung des Bundeswahlgesetzes verabschieden, um die Aufstellung von Bundestagskandidaten per Briefwahl zu ermöglichen. Bislang schreibt das Gesetz dafür Wahlversammlungen mit persönlicher Präsenz vor. Künftig sollen dafür im Falle von "Naturkatastrophen" wie etwa einer Pandemie Ausnahmen möglich sein: Dann soll die Kandidatenkür "in geheimer Abstimmung per Briefwahl" erfolgen können. Die Vorstellung der Kandidaten kann dann digital erfolgen.

8.10.2020 • 20:54 Uhr

Tschechien verschärft Sperrmaßnahmen

Die tschechische Regierung verschärft wegen eines starken Anstiegs der Coronavirus-Infektionen Sperrmaßnahmen zur Abwehr der Pandemie. Nachdem am Mittwoch mit 5335 neuen Fällen ein Rekord erreicht wurde, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula: "Wir müssen diese Zunahmen begrenzen." Von Montag an werden demnach alle Theater, Kinos und Zoos für mindestens zwei Wochen geschlossen, erklärte Prymula.

Universitäten und die meisten Oberschulen sollen den direkten Unterricht einstellen und auf Online umstellen, hieß es weiter. Fitnessstudios und Schwimmbäder werden von Freitag an für mindestens zwei Wochen geschlossen. Restaurants, Bars und Gaststätten müssen um 20 Uhr schließen und an einem Tisch dürfen höchsten vier Personen sitzen. Internationale Sportveranstaltungen im Freien dürfen ohne Publikum stattfinden, sagte Prymula weiter.

Bisher hat Tschechien seit Beginn der Pandemie rund 95 000 Coronavirus-Fälle registriert. 863 Menschen starben mit dem Virus, 41 davon am Mittwoch. Aktuell gibt es mehr als 43 000 Covid-Erkrankungen, 1700 Patienten werden in Krankenhäusern behandelt.

8.10.2020 • 20:46 Uhr

Portugal kündigt neue Corona-Maßnahmen an

Das Coronavirus macht auch dem bisher relativ gut durch die Krise gekommenen Portugal immer mehr zu schaffen. Mit 1278 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete die Gesundheitsbehörde DGS die zweithöchste Ansteckungszahl seit Ausbruch der Pandemie. Mehr neue Fälle wurden nur ein einziges Mal vor knapp sechs Monaten erfasst: Am 10. April hatte es 1516 Neuinfektionen gegeben. Seitdem war aber in Portugal nie wieder die Marke von 1000 erreicht worden.

Wegen der rapide steigenden Zahlen kündigte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident António Costa "neue Maßnahmen" an. "Nächste Woche werden wir neue Maßnahmen beschließen, ich kann aber noch nicht sagen, welche", erklärte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. Eine strikte Ausgehsperre, wie sie es zu Beginn der Pandemie gegeben hat, schloss die Politikerin aber aus. "Das Land würde kaum wieder einen allgemeinen Lockdown wie im März und April ertragen", meinte sie auf Fragen von Journalisten.

8.10.2020 • 19:42 Uhr

Höchste Corona-Warnstufe in weiteren französischen Städten

In Frankreich gilt ab Samstag in weiteren Städten die höchste Corona-Warnstufe - damit treten dort strengere Schutzmaßnahmen in Kraft. Die unter anderem bereits für die Hauptstadt Paris ausgerufene Höchstwarnstufe gelte ab dem Wochenende auch für Lille, Lyon, Grenoble und Saint-Etienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran an. Zudem sei die Situation in Toulouse und Montpellier besorgniserregend.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Frankreich war am Mittwoch auf einen neuen Höchststand gestiegen. Fast 19.000 neue Fälle wurden innerhalb von 24 Stunden registriert. Einer der Corona-Hotspots ist Paris, wo die Gesundheitsbehörde die Krankenhäuser vor einer "sehr großen Welle" von Corona-Patienten warnte. Derzeit sind nach ihren Angaben bereits 40 Prozent der Intensivbetten in der französischen Hauptstadt belegt.

In der Hauptstadt Paris sind seit Dienstag alle Bars und Cafés geschlossen, Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben. Derzeit werden in ganz Frankreich mehr als 1400 Menschen wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt, bei insgesamt 5000 Betten für Notfallpatienten. In Deutschland gab es laut Statistischem Bundesamt zuletzt mehr als fünf Mal so viele Plätze.

8.10.2020 • 19:38 Uhr

Weltweit 338.779 Neuinfektionen binnen eines Tages

Die Weltgesundheitsorganisation meldet einen Rekordanstieg der weltweiten Coronavirus-Fälle. Demnach haben sich innerhalb vergangenen 24 Stunden 338.779 Menschen neu mit dem Virus infiziert. Die größten Zuwächse verzeichneten laut der WHO Indien, die USA und Brasilien. Die Todesfälle stiegen um 5514 auf insgesamt 1,05 Millionen.

8.10.2020 • 18:42 Uhr

Auch Delmenhorst Corona-Risikogebiet

Die Stadt Delmenhorst hat nach dem Überschreiten des kritischen Corona-Grenzwertes für Neuinfektionen für Freitag die Schließung aller Schulen angeordnet. Auch Delmenhorster Schülerinnen und Schüler, die eine Schule außerhalb des Stadtgebietes besuchten, dürften dann nicht am Unterricht teilnehmen, hieß am in einer Mitteilung der Stadt. Am Montag beginnen in Niedersachsen die Herbstferien. Die Stadt hatte am Donnerstag die Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten.

8.10.2020 • 18:41 Uhr

Krisensitzung der Landesregierung in Schwerin

Die Einstufung von Berlin als Corona-Risikogebiet beschäftigt auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns. Für heute sei kurzfristig eine außerordentliche Kabinettssitzung anberaumt worden, um über das weitere Vorgehen zu beraten, sagte ein Regierungssprecher. Mit Beginn der Herbstferien in der Bundeshauptstadt werden zum Wochenende Tausende Urlauber von dort im Nordosten erwartet.

Mecklenburg-Vorpommern hat für Besucher aus Corona-Hotspots mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen hohe Hürden für die Einreise gesetzt. Berlin hat diese Zahl nun überschritten; zuvor hatte der Wert schon in einigen Bezirken der Hauptstadt über der kritischen Schwelle gelegen. Neben einem aktuellen negativen Virus-Test schreibt die Corona-Landesverordnung eine 14-tägige Quarantäne unmittelbar nach der Einreise vor. Die Wartezeit kann durch das zuständige Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn ein zweiter, selbst zu bezahlender Test nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt. Die Tourismuswirtschaft im Nordosten befürchtet angesichts dieser Maßgaben drastische Folgen für die Geschäfte der kommenden Wochen.

8.10.2020 • 18:35 Uhr

Siegburg schließt Schulen

Die Stadt Siegburg bei Bonn hat wegen hoher Corona-Infektionszahlen alle Schüler vorzeitig in die Ferien geschickt. Die Schulen blieben an diesem Freitag geschlossen, schrieb die Verwaltung auf ihrer Homepage. Für die Schülerinnen und Schüler beginnen die Herbstferien damit einen Tag früher. Auch für die Kita-Betreuung gelten Einschränkungen. Zudem empfahl die Verwaltung den Bürgern, im gesamten Stadtgebiet auch draußen eine Maske zu tragen.

In Siegburg hatten sich in den vergangen sieben Tagen 69 Menschen pro 100.000 Einwohner angesteckt. Die Warnschwelle liegt bei 50. Der Kreis führt den Anstieg unter anderem auf einen Ausbruch in einer christlichen Gemeinde zurück - für 350 Mitglieder der Gemeinde sei Quarantäne angeordnet worden. In der offiziellen Statistik des Robert Koch-Instituts taucht die Stadt mit ihrem hohen Ansteckungswert nicht auf: Sie gehört zum Rhein-Sieg-Kreis. Im gesamten Kreisgebiet war die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen mit 22,3 am Donnerstag deutlich niedriger.

8.10.2020 • 18:35 Uhr

NRW-Kreis Unna mit Infektionswert über 50

Mit dem Kreis Unna ist ein weiteres Gebiet in Nordrhein-Westfalen über die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen geklettert - ein sprunghafter Anstieg. Der Kreis registrierte 65 neue Coronavirus-Fälle, die meisten in Lünen und Unna, und liegt damit nach eigenen Berechnungen über dem Wert, ab dem weitere Einschränkungen zur Eindämmung des Virus erfolgen müssen.

Die Entwicklung sei sehr schnell gewesen, sagte ein Sprecher. Erst am Dienstag hatte man den Warnwert von 35 bei der sogenannten Sieben-Tages-Inzidenz überschritten und erste Maßnahmen verhängt. Nun berate der Krisenstab mit der Bezirksregierung über weitere Schritte. "Wir können den Anstieg nicht auf ein einzelnes Superspreader-Event zurückführen", sagte der Sprecher. Vielmehr verteilten sich die gemeldeten neuen Fälle gleichmäßig auf alle Städte im Kreis. Es gebe Infektionen und Verdachtsfälle an mehreren Schulen, Kitas und in Fußballmannschaften.

8.10.2020 • 18:32 Uhr

Demokraten lehnen Trumps Vorschlag für Luftfahrtbranche ab

Die US-Demokraten haben einen Vorschlag von US-Präsident Donald Trump zu Corona-Hilfen für die Luftfahrtbranche ohne ein Gesamtkonjunkturpaket zurückgewiesen. Oppositionsführerin Nancy Pelosi sagte in Washington, ein einzelnes Gesetz ohne ein umfassenderes Gesetz zu neuen Corona-Hilfen werde es nicht geben.

Trump hatte am Dienstag Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket überraschend abgebrochen und die Börsen damit auf Talfahrt geschickt. In einer teilweisen Kehrtwende brachte der Präsident dann aber die Möglichkeit von einzelnen Hilfsmaßnahmen ins Spiel, unter anderem für die von der Corona-Krise hart getroffene Luftfahrtbranche.

Die Demokraten, Trumps Republikaner und die Regierung hatten zuvor wochenlang um ein neues Hilfspaket gerungen, um Bürger und Unternehmen angesichts der verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie zu unterstützen. Der US-Kongress hatte im März das mit einem Umfang von 2,2 Billionen Dollar größte Hilfspaket der US-Geschichte beschlossen, den sogenannten Cares Act. Ende April folgte ein weiteres Hilfspaket im Umfang von rund 500 Milliarden Dollar. Viele Hilfsmaßnahmen sind inzwischen aber ausgelaufen oder Fonds aufgebraucht. Experten halten weitere Hilfen für dringend notwendig.

8.10.2020 • 18:25 Uhr

Merkel will zweiten Lockdown vermeiden

Bundeskanzlerin Angela Merkel will in Anbetracht der ansteigenden Infektionszahlen einen zweiten Lockdown vermeiden. "Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt", sagte Merkel bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen. Im ersten Halbjahr sei die deutsche Wirtschaft in eine "historisch schwere Rezession gefallen.

Trotz eines derzeit verbesserten Geschäftsklimas könne es noch keine Entwarnung geben, betonte Merkel. Die Regierung habe versucht, zur Unterstützung der Betriebe passende Angebote zu machen, um glimpflich durch die Krise zu kommen. Viele Maßnahmen hätten sich als hilfreich erwiesen. Merkel sprach von einer außerordentlich hohen Neuverschuldung. Diese sei in dieser außergewöhnlichen Situation aber gerechtfertigt. Ab 2022 solle der Bund die grundgesetzliche Schuldenbremse wieder einhalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel Ende September 2020 vor Beratungen mit den Ministerpräsidenten zur Corona-Krise. | dpa

Angesichts steigender Infektionszahlen möchte Bundeskanzlerin Merkel einen weiteren landesweiten Lockdown verhindern. Bild: dpa

8.10.2020 • 18:22 Uhr

Berliner Bürgermeister schließt weitere Beschränkungen nicht aus

Angesichts des starken Anstiegs der Corona- Infektionen in Berlin schließt der Regierende Bürgermeister Michael Müller weitere Beschränkungen nicht aus. "Diese Entwicklung bereitet mir große Sorge", erklärte Müller am Donnerstag, nachdem die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 52,8 stieg - und damit über den wichtigen Schwellenwert 50.

Die Entwicklung zeige, wie wichtig es sei, dass der Senat weitere Einschränkungen diese Woche beschlossen habe, so Müller. "Es ist nicht auszuschließen, dass wir uns vor diesem Hintergrund noch auf weitere Schritte verständigen müssen. Einen Lockdown, wie wir ihn schon hatten, wollen wir unbedingt vermeiden." Müller appellierte an die Menschen in Berlin, vorerst keine wilden Partys mehr zu feiern, sich an Abstandsregeln zu halten und soziale Kontakte soweit wie möglich einzuschränken.

8.10.2020 • 18:15 Uhr

Italien verzeichnet höchste Infektionszahl seit April

Italiens Gesundheitsministerium meldet 4458 Positiv-Tests und damit zum ersten Mal seit Mitte April mehr als 4000 an einem Tag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 22. Landesweit wurden 128.000 Abstrich-Tests durchgeführt. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Italien beträgt 36.083.

8.10.2020 • 18:00 Uhr

Kreuzfahrtriese Carnival: Umsatzeinbruch um 99,5 Prozent

Die Corona-Pandemie hat das Geschäft des US-Kreuzfahrtriesen Carnival im Sommer praktisch zum Erliegen gebracht. Im dritten Quartal brachen die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um 99,5 Prozent von 6,5 Milliarden auf 31 Millionen Dollar ein, wie das Unternehmen in Miami mitteilte. Unterm Strich verbuchte der Mutterkonzern der deutschen Aida Cruises einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von 1,8 Milliarden Dollar zu Buche.

Für etwas Hoffnung sorgt immerhin, dass sich die Buchungen für die zweite Jahreshälfte 2021 laut Carnival gut entwickeln. Doch vorerst wird die Leidenszeit anhalten: Im vierten Quartal rechnet der Konzern damit, pro Monat im Schnitt 530 Millionen Dollar zu verlieren. Liquiditätsengpässe gibt es indes nicht, Ende August verfügte Carnival über Barmittel von 8,2 Milliarden Dollar. Der Branchenriese war in der Corona-Krise durch Virus-Ausbrüche auf einigen Schiffen schon recht früh in die Schlagzeilen und in die Kritik geraten.

Kreuzfahrtschiff von Carnival Cruise. | AP

Der Umsatz des US-Kreuzfahrtriesen Carnival ist wegen der Corona-Pandemie um 99,5 Prozent eingebrochen. Bild: AP

8.10.2020 • 17:22 Uhr

Auch Frankfurt überschreitet Grenzwert

In Frankfurt ist der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten worden, teilte Hessens größte Stadt mit. Die aktuelle Inzidenz liege bei 59,1, hieß es in einer Allgemeinverfügung, die die Stadt erließ. Damit sei die Eskalationsstufe rot des Landes Hessen eingetreten. Frankfurt hatte wegen der gestiegenen Infektionszahlen bereits Einschränkungen wie ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und eine Ausweitung der Maskenpflicht angekündigt.

8.10.2020 • 16:59 Uhr

Tschechien verbietet Kultur- und Sportveranstaltungen

Im Kampf gegen massiv steigende Corona-Zahlen hat Tschechien verschärfte Maßnahmen beschlossen. Von Montag an würden Freizeitaktivitäten "sehr drastisch eingeschränkt und praktisch eingefroren", sagte Gesundheitsminister Roman Prymula. Theater, Kinos und Zoologische Gärten müssen für zunächst 14 Tage schließen. Auch Profi- und Amateursportveranstaltungen werden untersagt. Ausnahmen gelten unter anderem für internationale Begegnungen mit einer Sondergenehmigung. Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnesszentren werden geschlossen. Die Sperrstunde für Gaststätten wird auf 20.00 Uhr vorgezogen. An einem Tisch dürfen maximal vier Gäste sitzen. Die Herbstferien an den Schulen werden um eine Woche verlängert, der Fernunterricht landesweit ausgeweitet.

8.10.2020 • 16:51 Uhr

Trump: Verhandlungen über Corona-Hilfen laufen wieder

Die US-Regierung hat nach Angaben von Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit dem Kongress über weitere Corona-Hilfen wieder aufgenommen. "Jetzt beginnen sie zu laufen", sagte Trump dem Sender Fox Business Network über die Gespräche. Themen seien Hilfen für die Luftfahrtbranche und weitere direkte Geldzahlungen an die US-Bürger. Es gebe eine wirklich gute Chance auf eine Einigung. Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow sagte Fox News, der Präsident wolle noch vor der Wahl am 3. November neue Hilfen verabschiedet sehen. Dabei schwebten ihm einzelne, gezielte Pakete vor.

Trump hatte am Dienstag die Verhandlungen über ein umfassendes billionenschweres Programm für beendet erklärt. Der Schritt schickte die US-Börsen auf Talfahrt und wurde überparteilich kritisiert.

8.10.2020 • 16:44 Uhr

Viele Neuinfektionen: Berlin überschreitet Grenzwert

Eine der zentralen Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage ist in Berlin über den als problematisch definierten Wert von 50 gestiegen. Pro 100.000 Einwohner sind in den vergangenen sieben Tagen in der Hauptstadt 52,8 Neuinfektionen gemeldet worden, wie aus dem aktuellen Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung hervorgeht. In Hinblick auf mögliche Maßnahmen des Senats ist in Berlin allerdings ein eigenes Frühwarnsystem entscheidend, das aus mehreren Komponenten besteht und nicht nur die Infektionszahlen berücksichtigt.

8.10.2020 • 16:34 Uhr

Merkel: "Es liegt an uns allen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bürger aufgerufen, sich angesichts steigender Corona-Zahlen stärker an die Regeln zu halten. Dies sei auch für die Wirtschaft wichtig, sagte sie auf einer Veranstaltung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). "Das ist rein wirtschaftlich betrachtet das wichtigste Konjunkturprogramm", sagte sie. Die Unternehmen, die unter dem Lockdown im Frühjahr gelitten hätten, machten derzeit wieder Boden gut. Dies dürfe man nicht erneut aus Spiel setzen.

"Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt", sagte Merkel. Viele Unternehmen hätten schwer zu kämpfen gehabt. Die Bundesregierung stütze viele Firmen mit Milliardenhilfen. Merkel mahnte, dass jeder in Deutschland eine Verantwortung dafür habe, sich und die anderen zu schützen. "Es liegt an uns allen, dass das Infektionsgeschehen möglichst eingedämmt wird", sagte sie.

8.10.2020 • 16:22 Uhr

IWF: Lockdowns können Wirtschaftserholung beschleunigen

Aus Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) können schnelle Lockdowns bei einer Pandemie zu einer rascheren wirtschaftlichen Erholung beitragen. "Lockdowns verursachen kurzfristig Kosten, aber sie können zu einer schnelleren wirtschaftlichen Erholung führen, da sie die Infektionsraten verringern und daher den Umfang der freiwilligen sozialen Distanzwahrung", schreiben die IWF-Volkswirte Francesco Grigoli and Damiano Sandri in einem Blog-Beitrag. Freiwillige soziale Distanzwahrung aus Furcht vor einer Ansteckung habe stark zu der Rezession beigetragen. Dies nehme wahrscheinlich nicht ab, sollten Lockdowns trotz hoher Fallzahlen aufgehoben werden.

8.10.2020 • 16:14 Uhr

Hotspot in DHL-Frachtzentrum im Kreis Esslingen

76 Mitarbeiter eines DHL-Frachtzentrums im baden-württembergischen Köngen sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der zuständige Landrat sagte, das Gesundheitsamt arbeite an der Fallermittlung und Kontaktpersonennachverfolgung. Insgesamt wurden 250 Mitarbeiter getestet, die übrigen Ergebnisse stehen noch aus.

8.10.2020 • 16:09 Uhr

1278 neue Fälle in Portugal - Höchststand seit April

In Portugal steigen die Fallzahlen deutlich an. Die Gesundheitsbehörde DGS meldete erstmals seit April mehr als 1000 Positiv-Tests innerhalb eines Tages. Angezeigt wurden 1278 neue Fälle. Die Gesamtzahl steigt damit auf 82.534 bei einer Bevölkerungszahl von rund zehn Millionen. "Wir müssen uns vorbereiten auf das, was kommt", sagte der Staatssekretär für Gesundheit, Antonio Lacerda Sales.

8.10.2020 • 16:03 Uhr

Lukaschenko macht Proteste für Corona-Infektionen verantwortlich

Im Machtkampf in Belarus hat Präsident Alexander Lukaschenko die Massenproteste mitverantwortlich für den Anstieg bei Corona-Infektionen gemacht. "Was gerade auf den Straßen von Minsk an den Wochenenden passiert, dabei ist klar, welche Folgen das haben wird", sagte der 66-Jährige bei einem Treffen zur Gesundheitslage in der früheren Sowjetrepublik. "Der Krankenstand in Minsk ist viel höher als in anderen Regionen." In der Hauptstadt mit ihren etwa zwei Millionen Einwohnern gehen seit der Präsidentenwahl Anfang August besonders viele Menschen gegen Lukaschenko auf die Straße.

Lukaschenko hatte das Coronavirus lange kleingeredet und es als Psychose abgetan. Er selbst gab kurz vor der Wahl an, eine Erkrankung ohne Symptome überstanden zu haben. Nach offiziellen Zahlen gab es in Belarus seit Beginn der Pandemie mehr als 81.500 Infektionen. 874 Menschen starben mit dem Virus.

8.10.2020 • 15:13 Uhr

Hunderttausende US-Amerikaner beantragen erneut Arbeitslosenhilfe

Wegen der anhaltenden Corona-Krise in den USA haben erneut mehr als 800.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 3. Oktober lag die Zahl der Erstanträge wie auch in der Vorwoche bei rund 840.000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl selten über 100.000 pro Woche gelegen. Die offizielle US-Arbeitslosenquote sinkt allerdings seit Monaten wieder. Im September war sie auf 7,9 Prozent zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote erfasst aber nicht alle Menschen, die derzeit keinen Job haben. Die US-Zentralbank Federal Reserve geht davon aus, dass die wirkliche Arbeitslosenquote derzeit wohl eher bei 10 oder 11 Prozent liegt.

8.10.2020 • 15:08 Uhr

Polen führt Maskenpflicht im Freien ein

Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen wird das Tragen einer Maske im Freien ab dem 10. Oktober in ganz Polen Pflicht, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Donnerstag. Das Land sei nur wenige Schritte von einem Mangel an Krankenhausbetten für Coronavirus-Patienten entfernt, fügte Morawiecki auf einer Pressekonferenz hinzu.

Von Samstag an werde das gesamte Land als sogenannte gelbe Zone eingestuft. Bislang gibt es in Polen 51 lokale gelbe und rote Zonen mit erhöhtem oder stark erhöhtem Infektionsgeschehen. Mit der Ausweitung gelten weitere Restriktionen - etwa die Begrenzung von Feiern auf maximal 75 Teilnehmer. "Nur so können wir einen Lockdown verhindern", sagte Morawiecki.

Zuvor hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verzeichneten die Behörden 4280 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum starben 76 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie nie zuvor. Das Land wird vom Robert Koch-Institut in Berlin bislang nicht als Risikogebiet eingestuft.

8.10.2020 • 15:00 Uhr

Neuinfektionen in Lettland erreichen erneut Rekordwert

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erneut einen Rekordwert erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden am Donnerstag 109 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 95 Neuinfektionen - er wurde Ende September erfasst.

Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 2370 bestätigte Infektionen und 40 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Damit gehört der Baltenstaat zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Wie in vielen anderen EU-Staaten nahmen die Infektionszahlen zuletzt aber zu.

8.10.2020 • 14:54 Uhr

5800 Neuinfektionen - neuer Höchstwert in den Niederlanden

Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in den Niederlanden stieg innerhalb von 24 Stunden um mehr als 5800, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Damit wächst der Druck auf die Behörden, neue Beschränkungen im Land zu verhängen. Die Niederlande weisen eine der höchsten Pro-Kopf-Infektionsraten der Welt auf.

8.10.2020 • 14:46 Uhr

Trump lehnt virtuelles TV-Duell mit Biden ab

Das für den 15. Oktober geplante zweite TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten könnte platzen: Präsident Donald Trump erklärte im Sender Fox, er werde an einer virtuell organisierten Debatte nicht teilnehmen. Dies sei "für uns nicht akzeptabel", so der Präsident.

Kurz zuvor hatten die Organisatoren erklärt, die zweite TV-Debatte zwischen Trump und seinem Herausforderer Joe Biden werde aus Sicherheitsgründen nicht in einem Raum stattfinden; vielmehr würden die Kontrahenten an unterschiedlichen Orten platziert. Die Corona-Infektion Trumps hatte Bedenken hinsichtlich des Formats der TV-Debatten ausgelöst.

8.10.2020 • 14:27 Uhr

Spanien setzt 2000 Soldaten bei Rückverfolgung ein

Spanien setzt das Militär im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein. An fünf Armeestützpunkten in Madrid verbringen 150 Soldaten ihre Tage damit, die Kontakte positiv getesteter Menschen nachzuvollziehen. "Wir versuchen, ihnen klarzumachen, dass ihre Hilfe unerlässlich ist, um dem Chaos, das wir dieses Jahr durchleben, so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten", sagte Leutnant Hector Sanchez.

Von den 2000 Soldaten, die die Regierung für die Unterstützung der Rückverfolgung angeboten hat, werden 1783 in 15 der 17 Regionen eingesetzt, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa auf einer Pressekonferenz. Mit 741 Corona-Fällen pro 100.000 Menschen ist Madrid ein Epizentrum der zweiten Virus-Welle in Westeuropa.

8.10.2020 • 14:18 Uhr

Merkel will mit Verantwortlichen der großen Städte beraten

Angesichts stark gestiegener Corona-Zahlen will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Verantwortlichen der elf größten deutschen Städte über die Lage beraten. Merkel werde an diesem Freitag an einer Videokonferenz mit Oberbürgermeistern und Bürgermeistern von elf Städten teilnehmen, die derzeit hohe 7-Tage-Inzidenzen von Corona-Neuinfektionen meldeten, teilte ein Regierungssprecher mit.

Die Kanzlerin werde sich über die Corona-Lage und die vor Ort eingeleiteten Maßnahmen informieren. Nach "Spiegel"-Informationen nehmen die Oberhäupter von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart teil. Auch der Sprecher des Hamburger Senats bestätigte die geplante Schaltkonferenz.

8.10.2020 • 13:46 Uhr

Zweites TV-Duell zwischen Biden und Trump virtuell

Die zweite TV-Debatte von US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden wird virtuell stattfinden. Das gab die Kommission für Präsidentschaftsdebatten bekannt. Nach Trumps Covid-19-Erkrankung waren Bedenken aufgekommen, ob die beiden zum Fernsehduell erneut persönlich aufeinander treffen sollten. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus hat Trump betont, er fühle sich gut. Biden sagte über das für den 15. Oktober angesetzte Duell, er freue sich zwar über eine weitere Begegnung mit dem Präsidenten. Aber die Debatte solle nicht stattfinden, wenn Trump noch krank sei. Die erste Debatte der beiden hatte am 29. September stattgefunden. Zu den Corona-Schutzmaßnahmen gehörte unter anderem, dass die beiden Männer auf der Bühne weit auseinander standen.

8.10.2020 • 13:29 Uhr

EU sichert sich weiteren Impfstoff

Die EU-Kommission hat sich Bezugsrechte für einen weiteren künftigen Impfstoff gesichert: Sie schloss einen Vertrag mit der belgischen Tochter von Johnson&Johnson über die mögliche Lieferung von Impfstoffen für 200 Millionen Menschen. Vorgesehen sei zudem die Option auf Impfstoffe für weitere 200 Millionen Personen, teilte die Brüsseler Behörde mit. Die Kommission hat bereits ähnliche Verträge mit AstraZeneca und mit Sanofi-GSK geschlossen, die ebenfalls aussichtsreiche Impfstoff-Kandidaten testen. Bisher ist aber noch keiner dieser Stoffe zugelassen. Ein Kommissionssprecher wollte keine Prognose abgeben, wann die Mittel auf den Markt kommen. Man arbeite daran, so schnell wie möglich einen sicheren Impfstoff von hoher Qualität verfügbar zu haben, sagte er.

8.10.2020 • 13:12 Uhr

Höchststand in Frankreich - neue Beschränkungen wahrscheinlich

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Frankreich mit fast 19.000 Neuinfektionen auf einen neuen Höchststand gestiegen. Präsident Emmanuel Macron kündigte weitere Einschränkungen für das öffentliche Leben an. "Das Virus zirkuliert seit einigen Wochen schneller", sagte Macron im Fernsehen. Verschärfte Corona-Maßnahmen drohen nach seinen Worten vor allem in Gebieten, in denen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus "zu schnell voranschreitet". Dies könnte Großstädte wie Lyon, Lille, Grenoble und Toulouse treffen. 

Gesundheitsminister Olivier Véran will sich am Donnerstagabend um 18 Uhr bei einem gemeinsamen Auftritt mit Wirtschaftsminister Bruno Le Maire äußern. Neue Reisebeschränkungen schloss Macron vor den französischen Herbstferien ab dem 17. Oktober aus. 

Die Gesundheitsbehörde der Region um Paris warnte vor einer deutlichen Verschlechterung der Lage. Derzeit sind nach ihren Angaben bereits 40 Prozent der Intensivbetten in der französischen Hauptstadt belegt, wo die höchste Corona-Warnstufe gilt. In zwei Wochen dürften es demnach bereits 50 Prozent sein.

Eine Frau geht an leeren Restaurants im Zentrum von Lyon vorbei.  | dpa

Eine Frau geht an leeren Restaurants im Zentrum von Lyon vorbei. Bild: dpa

8.10.2020 • 13:02 Uhr

Corona verschärft Lage armutsgefährdeter Jugendlicher

Mehr als drei Millionen Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland sind einer aktuellen Studie zufolge gefährdet, in die Armut abzugleiten. Prekär sei insbesondere die Situation für junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren, heißt es im jetzt vorgestellten "Monitor Jugendarmut 2020" der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit.

Für sie stünden immer weniger Ausbildungsplätze bereit. Die Corona-Pandemie habe diese Situation verschärft, weil immer weniger Betriebe Ausbildungen anböten. Diejenigen in Ausbildung könnten sich dagegen mit einem Monatslohn von durchschnittlich 937 Euro keine eigene Wohnung leisten. Die Bundesjugendsekretärin Manuela Conte vom DGB warnte davor, dass die betroffenen Jugendlichen in eine "Armutslaufbahn" gerieten, die bis zur Rente reichen könnte. Sie forderte daher eine gesetzliche Ausbildungsgarantie.

8.10.2020 • 12:55 Uhr

NGOs fordern Schuldenerlass

Hilfsorganisationen fordern umfassende Schuldenerlasse für Entwicklungs- und Schwellenländer, deren Wirtschaft durch die Corona-Pandemie besonders stark eingebrochen ist. Das bestehende Schuldenmoratorium der großen Wirtschaftsmächte (G20) reiche nicht aus, erklärten das deutsche Entschuldungsbündnis erlassjahr.de, "Brot für die Welt", Misereor und Oxfam Deutschland in Berlin. Bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in der kommenden Woche sollten die Bundesregierung und die anderen IWF-Mitgliedsstaaten Schuldenstreichungen ermöglichen.

Der vom IWF für 2020 prognostizierte globale Wachstumseinbruch um 4,9 Prozent werde viele dieser Länder überproportional treffen, hieß es. Selbst bei einer Verlängerung des Moratoriums um mehrere Jahre wären viele Länder nicht in der Lage, Schuldenrückzahlungen so bald wieder aufzunehmen, erklärte Oxfam-Experte Tobias Hauschild. Es sei völlig unrealistisch, dass die für die Länder des Globalen Südens bedeutenden Wirtschaftssektoren, darunter Tourismus oder der Export von Rohstoffen, und die daraus resultierenden Einnahmen schon in Kürze wieder das Vorkrisen-Niveau erreichen. Die Organisationen kritisierten zudem die bislang fehlende Beteiligung privater Gläubiger an der Aussetzung des Schuldendienstes.

8.10.2020 • 12:35 Uhr

37 Corona-Fälle im Umfeld des Bundestags seit März

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise im März hat es im Deutschen Bundestag insgesamt 37 Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Das berichtete die "Saarbrücker Zeitung" am Freitag unter Berufung auf die Bundestagsverwaltung. Demnach sind in den Gebäuden des Bundestages etwa 10.000 Menschen tätig - unter ihnen Abgeordnete, Fraktions- und Verwaltungsmitarbeiter sowie Handwerker und andere Dienstleister.

Die 37 Infektionsfälle stammten aus diesem Personenkreis, sagte eine Sprecherin der Verwaltung der Zeitung. Dies bedeute aber nicht, "dass sich das Infektionsgeschehen im Bundestag abgespielt hat", sagte die Sprecherin. Die Ansteckungen könnten auch im Wahlkreis, im Urlaub oder in den Wohnorten staatgefunden haben. Seit Dienstag gilt in den Liegenschaften des Bundestages die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble erlassene Maskenpflicht.

Reichstagskuppel | a (Kruse)

37 Infektionen wurden seit Beginn der Pandemie bekannt - nicht unbedingt müssen sie sich im Gebäude abgespielt haben. Bild: a (Kruse)

8.10.2020 • 12:31 Uhr

DIHK in Sorge über wirtschaftliche Entwicklung

Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf die steigenden Corona-Infektionen. "Viele Betriebe stehen schon jetzt mit dem Rücken zur Wand, denn die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen haben seit März tiefe Spuren in den Bilanzen hinterlassen", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, zur Nachrichtenagentur Reuters. "Ausbleibende Umsätze belasten weiterhin die finanzielle Lage vieler Unternehmen, deren Reserven bereits zu großen Teilen aufgebraucht sind."

Das gelte für besonders betroffene Branchen wie Veranstalter oder Messebauer, aber auch für Betriebe im Hotel- und Gastronomiebereich, im stationären Einzelhandel in den Innenstädten oder in der Industrie, die unter Nachfrageeinbrüchen litten. Weitere Produktions- und Geschäftsausfälle könnten Unternehmen in ihrer Existenz gefährden.

An die Politik appellierte der DIHK, Corona-Beschränkungen so ausgewogen wie möglich auszugestalten. Damit zum Beispiel Hotels und Pensionen wissen, aus welchem Bundesland sie Gäste beherbergen dürfen, müssten die Maßnahmen zugleich aber auch verständlich, eindeutig und möglichst einheitlich sein. "Betriebe brauchen Rechtssicherheit und keine rechtliche Grauzone", sagte Schweitzer. Für die international agierenden deutschen Unternehmen bleibe bedeutsam, dass der europäische Binnenmarkt funktioniere und ihnen lange Wartezeiten gerade an den innereuropäischen Grenzen erspart blieben.

8.10.2020 • 12:23 Uhr

Lockdown in Madrid von Gericht aufgehoben

Ein Gericht in Madrid hat den teilweisen Shutdown der spanischen Hauptstadt und neun weiterer Orte in der Region aufgehoben. Die Regionalregierung hatte gegen die Vorgabe der Zentralregierung geklagt. Grund für die Verschärfung war die steigende Zahl an Neuinfektionen. Zuletzt durften die Bewohner des Großraums Madrid ihre Häuser nur mit triftigem Grund verlassen.

Mit mehr als 640.000 Infektionen und über 30.000 Toten ist Spanien das von der Corona-Pandemie am schlimmsten getroffene Land Westeuropas. Auf die Region um die Hauptstadt entfällt seit Wochen mehr als ein Drittel aller Neuinfektionen.

8.10.2020 • 12:14 Uhr

Karliczek hofft auf Impfstoff bis Mitte 2021

Forschungsministerin Karliczek erwartet für Mitte 2021 einen weithin einsetzbaren Corona-Impfstoff. Sie gehe davon aus, dass dann "breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können", sagte Karliczek bei einer Pressekonferenz zum Stand des Sonderprogramms ihres Ministeriums zur Förderung der Impfstoff-Forschung.

Anja Karliczek | dpa

Bild: dpa

8.10.2020 • 12:14 Uhr

Spahn: Neun Millionen Corona-Schnelltests pro Monat

Deutschland hat sich nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn die Lieferung von neun Millionen Corona-Schnelltests pro Monat gesichert. Man bemühe sich um eine weiter steigende Zahl. Schnelltests sollen ab kommender Woche die normalen PCR-Tests ergänzen und vor allem im Krankenhaus- und Pflegebereich eingesetzt werden.

Besucher, Bewohner und Personal sollen so oft wie nötig getestet werden können. Bis zum 15. Oktober soll geklärt werden, in welchem Umfang die Krankenkassen die Kosten übernehmen.

8.10.2020 • 12:03 Uhr

Höchster Tageswert an Infektionen in Österreich

Die Zahl neu gemeldeter Corona-Fälle in Österreich hat erstmals die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überstiegen. Behörden zählten am Donnerstag 1209 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 613 davon allein in Wien. Acht neue Todesfälle wurden seit dem Vortag gemeldet. Im Krankenhaus liegen 506 Covid-19-Patienten, 107 davon auf der Intensivstation.

Die Zahlen seien mit dem Frühjahr nicht vergleichbar, weil mehr getestet werde, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Er nannte die Situation dennoch schwierig. Etwa 10.000 Menschen galten am Donnerstag österreichweit als aktiv erkrankt, mehr als doppelt so viele wie vor einem Monat.

8.10.2020 • 11:50 Uhr

Einreisebeschränkungen für Menschen aus Tunesien und Georgien

Angesichts des weltweiten Anstiegs der Corona-Infektionszahlen führt das Bundesinnenministerium neue Einreisebeschränkungen für Drittstaaten ein. Wie das Ministerium mitteilte, sind von Freitag an Einreisen für Menschen aus Tunesien und Georgien nach Deutschland nur noch aus zwingenden Gründen möglich.

Begründet wird die Maßnahme mit der Einstufung der beiden Länder als Risikogebiete. Für beide Staaten galten seit Beginn der Corona-Pandemie bis Anfang Juli bereits Beschränkungen. Im Juli wurden die pandemiebedingten Einreisebeschränkungen für Staaten außerhalb Europas dann wieder umfassend gelockert. Eingeführt wurde damals eine sogenannte Positivliste mit Staaten, für die eine unbeschränkte Einreise zugelassen wurde.

Mit der Streichung von Georgien und Tunesien stehen nun noch Australien, Kanada, Neuseeland, Thailand und Uruguay darauf. Von den Einreisebeschränkungen ausgenommen sind deutsche Staatsbürger, Angehörige von EU- und weiteren europäischen Ländern sowie Drittstaatsangehörigen, die ein längerfristiges Aufenthaltsrecht in einem EU- oder Schengenstaat haben.

8.10.2020 • 11:35 Uhr

Corona bedroht gesellschaftlichen Frieden in Israel

In Israel steigen die Corona-Zahlen stark an. Vor allem die Ultraorthodoxen stehen in der Kritik, sich nicht an Regeln zu halten. In vielen Gemeinden wird gefeiert wie vor der Pandemie. Der israelischen Gesellschaft droht eine Spaltung.

8.10.2020 • 11:18 Uhr

Sachsen-Anhalt: Keine Klassenfahrten ins Ausland bis Februar

Wegen steigender Infektionszahlen sind in Sachsen-Anhalt bis zum Ende des Schulhalbjahres im Februar keine Klassenfahrten ins Ausland erlaubt. Die Schulleitungen sollen alle bereits geschlossenen Verträge für Auslandsfahrten umgehend stornieren, wie das Landesbildungsministerium in Magdeburg mitteilte. Diese Regelung gilt den Angaben zufolge auch für Studienfahrten ins Ausland und für internationale Schüleraustausche. Anfallende Stornierungskosten werden vom Land übernommen.

Einschränkungen soll es demnach auch für Klassenfahrten innerhalb Deutschlands geben. Details nannte das Ministerium nicht. Für innerdeutsche Fahrten wollen die Regierungschefs und Gesundheitsressorts der Länder demnach in den kommenden Tagen weitere Verfahren vereinbaren.

8.10.2020 • 11:14 Uhr

Söder berät mit Österreichs Kanzler Kurz

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder trifft morgen Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Beide wollten ein kurzes persönliches Arbeitsgespräch in Bad Reichenhall führen, teilte die bayerische Staatskanzlei in München mit. Der Gesprächsort ist nahe dem Autobahngrenzübergang Walserberg. Ein wesentliches Thema der Beratungen dürften bilaterale Coronafragen sein. Wien sowie die österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol stehen auf der Liste der Corona-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts.

8.10.2020 • 11:06 Uhr

Lebenshilfe fordert Gratis-Schnelltests für Menschen mit Behinderung

Die Lebenshilfe fordert kostenfreie Corona-Schnelltests auch in Gemeinschaftsunterkünften von Menschen mit Behinderung. Auch sie müssten vor Infektionen wie unnötiger Isolation geschützt werden, sagte die Vorsitzende des Selbsthilfevereins, die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, in Berlin. "Die Besuche ihrer Eltern und Geschwister sind für sie notwendig und schon im Frühjahr über Monate nicht möglich gewesen." Schmidt äußerte sich angesichts der Pläne für kostenfreie Corona-Schnelltests in Senioren- und Pflegeheimen ab Mitte Oktober.

8.10.2020 • 11:01 Uhr

Mehr transplantierte Organe in Schleswig-Holstein

Die Anzahl der Organtransplantationen in Schleswig-Holstein ist trotz Corona-Pandemie deutlich angestiegen. So wurden im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 88 Organe transplantiert, 35 mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Techniker Krankenkasse (TK) in Kiel mit Hinweis auf Daten der Stiftung Eurotransplant mitteilte. Am häufigsten war eine neue Leber (42), gefolgt von Niere (38), Herz (5) und Bauchspeicheldrüse (3). Aktuell warten 375 Schleswig-Holsteiner auf ein Spenderorgan, sieben von ihnen sind noch minderjährig. Bundesweit wurden im ersten Halbjahr 1967 Organe transplantiert.

8.10.2020 • 10:56 Uhr

Engländer ziehen aufs Land

In der Corona-Krise ziehen Maklern zufolge immer mehr Engländer aufs Land oder an die Küste. Ein wesentlicher Grund dafür sei der Wunsch nach sozialer Distanz während der Pandemie, zitierte der britische Sender BBC Tim Bannister vom großen Maklerunternehmen Rightmove. In mehreren Dörfern und Kleinstädten, etwa in der Grafschaft Dorset im Südwesten, verdoppelte sich demnach die Nachfrage. Die Immobilienpreise sind einer Studie zufolge in Großbritannien im September um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Es handele sich um das stärkste Wachstum seit Juni 2016 im Land.

Allerdings könnte mit der starken Nachfrage schon bald Schluss sein. Experten warnen vor einem Preisrückgang im kommenden Jahr: Denn dann dürfte wegen der Corona-Krise die Arbeitslosigkeit noch massiver zu spüren sein.

Derweil denkt die britische Regierung offenbar über weitere Beschränkungen für England nach: In manchen Landesteilen würden die Zahlen sehr schnell steigen und das nehme man ernst, sagte der britische Minister für Wohnen, Gemeinden und Lokalverwaltung, Robert Jenrick. Er gab in der BBC bekannt, dass die Regierung unter Beratung von Wissenschaftlern und Medizinern weitere Schritte abwäge.

8.10.2020 • 10:53 Uhr

EU sichert sich bei Gilead 500.000 Dosen Remdesivir

Die Europäische Kommission und der Pharmakonzern Gilead haben einen Vertrag über 500.000 Behandlungsdosen des Medikaments Remdesivir abgeschlossen. Das antivirale Präparat Remdesivir erhielt Anfang Juli im Schnellverfahren eine bedingte Marktzulassung für die Europäische Union. Die Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt Remdesivir für die Behandlung von erwachsenen Corona-Patienten sowie von Jugendlichen ab zwölf Jahren, die an einer Lungenentzündung leiden und mit Sauerstoff versorgt werden müssen.

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) beruht der Nutzen von Remdesivir vor allem auf einer statistisch signifikanten Verkürzung der Genesungszeit - vor allem bei Patienten, denen Sauerstoff zugeführt wird. Laut RKI sollte Remdesivir maximal zehn Tage lang verabreicht werden und erstmals in der Frühphase der Corona-Erkrankung eingesetzt werden. Ein späterer Behandlungsbeginn könnte demnach möglicherweise nachteilig sein.

8.10.2020 • 10:26 Uhr

Städtetag für Stufenkonzept

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, hat sich in der "Rheinischen Post" für ein Stufenkonzept zur Eingrenzung von Corona-Infektionen ausgesprochen. Welche Maßnahme konkret ergriffen werde, sei aber auch davon abhängig, wo die Infektionen herkämen. "Wenn ich beispielsweise zahlreiche Infektionen in einem bestimmten Betrieb habe, ist eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone oder im Unterricht nicht zwingend", erklärte der Leipziger Oberbürgermeister. Wenn das Infektionsgeschehen in den Pflegeinrichtungen unauffällig sei, müssten nicht erneut Besuchsverbote ausgesprochen werden: "Auch wenn die 7-Tage-Inzidenz über 50 liegt." Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen ab einem kritischen Wert von 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner halte er für sinnvoll, sagte Jung. Damit Corona nicht regional aus dem Ruder laufe, komme auch eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen in Betracht, weil sich dort viele Menschen auf dichtem Raum bewegen.

8.10.2020 • 10:07 Uhr

Infektiologin Herold warnt vor Engpässen in Krankenhäusern

An Deutschlands Krankenhäusern steigt angesichts der immer zahlreicheren Coronainfektionen aus Expertenansicht die Gefahr von Engpässen. "Wir bereiten uns darauf vor, auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind", sagte die Leiterin der Abteilung Infektiologie des Uniklinikums Gießen, Susanne Herold, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin.

Derzeit würden 470 Covid-19-Patienten in Deutschland auf Intensivstationen behandelt. Die Ärzte erwarteten einen deutlichen Anstieg dieser Zahl. Denn die Mediziner befürchteten, dass die Infektionszahlen insgesamt auch in der nächsten Zeit deutlich ansteigen, sagte Herold. Für die Kliniken gelte: Räume für neue Patienten müssten geschaffen werden. Vielleicht müssten elektive Operationen, also Eingriffe, die nicht so dringend sind, möglicherweise auch wieder abgesagt werden.

8.10.2020 • 09:49 Uhr

Niedersachsen doch für Beherbergungsverbot

Niedersachsen will nun doch ein Beherbungsverbot für Urlauber aus Corona-Risikogebieten einführen. Eine entsprechende Landesverordnung werde auf den Weg gebracht, sagte Ministerpräsident Stephan Weil im Landtag in Hannover. Man habe sich darüber innerhalb der Landesregierung abgestimmt.

Viele andere Bundesländer wollen auch keine Touristen aus Corona-Risikogebieten mehr in ihren Hotels und Ferienwohnungen übernachten lassen. Darauf hatten sie sich bei einer Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder mit Kanzleramtschef Helge Braun verständigt. Niedersachsen hatte sich dem zunächst nicht angeschlossen.

Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Maßgeblich sei das Datum der Einreise nach Niedersachsen, sagte Weil. Es solle vermieden werden, dass kurzfristig Aufenthalte abgebrochen werden müssen. Zudem könnten Touristen mit einem negativen Corona-Test doch in Niedersachsen Urlaub machen.

8.10.2020 • 09:42 Uhr

Sporthilfe will Einbußen für Spitzensportler untersuchen

Das Ausmaß der finanziellen Ausfälle für die deutschen Spitzensportler durch die Corona-Krise soll in einer Studie im Auftrag der Stiftung Deutsche Sporthilfe ermittelt werden. "Wir wollen wissen, wie groß sind in Euro ausgedrückt die Einbußen der Athleten", sagte Sporthilfe-Chef Thomas Berlemann in Berlin. In dem Projekt solle die Sporthochschule Köln "konkrete Zahlen pro Athlet" feststellen.

Von der Sporthilfe werden rund 4000 Top-Athleten unterstützt. Die Förderung sei auch nach der Verlegung der Olympischen Spiele ins kommende Jahr weiter gesichert, betonte Berlemann. Allerdings sind viele Athleten neben der Sporthilfe auch auf private Sponsoren angewiesen. Hier habe es teils deutliche Kürzungen bei der Verlängerung auslaufender Verträge gegeben, sagte die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Dagmar Freitag. Sie gehe davon aus, dass der Sport auch 2021 Probleme haben werde.

8.10.2020 • 09:35 Uhr

Robert Koch-Institut warnt vor unkontrollierter Verbreitung

Angesichts der hohen Neuinfektionsrate hat das Robert Koch-Institut (RKI) vor einer unkontrollierten Verbreitung des Coronavirus in Deutschland gewarnt. Es sei "möglich, dass wir mehr als zehntausend neue Fälle pro Tag sehen und dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. "Die aktuelle Situation beunruhigt mich sehr", sagte Wieler. Derzeit sei unklar, "wie sich die Lage in Deutschland in den nächsten Wochen entwickeln wird". Er hoffe aber, "dass wir es schaffen, die Infektionen auf einem Level zu halten, mit dem wir umgehen können".

RKI-Präsident Lothar Wieler (links) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. | AP

RKI-Präsident Lothar Wieler (links) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. Bild: AP

8.10.2020 • 09:33 Uhr

Ärzte fürchten Engpass bei Intensivbetten

Die Ärzteschaft warnt angesichts steigender Infektionszahlen vor Engpässen bei den Intensivbetten in großen Städten. Momentan sei die Situation auf den deutschen Intensivstationen zwar noch entspannt, sagte Christian Karagiannidis von der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DIIN) der "Rheinischen Post" von Donnerstag. "Allerdings zeigen sich regional, insbesondere in den Großstädten, doch schon deutliche Einschränkungen in den Kapazitäten. Besonders in Berlin."

In den vergangenen Tagen habe es bundesweit eine Zunahme der intensivstationären Aufnahmen von Covid-Patienten bis aktuell etwa 450 Patienten gegeben. "Das ist noch gut händelbar, allerdings zeigt sich von Tag zu Tag ein stetiger Zuwachs", erklärte der künftige DIIN-Präsident. Betroffene müssten sich darauf einstellen, dass es möglicherweise zu Verlegungen in ortsfremde Kliniken kommen könne. Insgesamt sieht der Mediziner die deutschen Kliniken deutlich besser aufgestellt als während der ersten Corona-Welle im Frühjahr.

8.10.2020 • 09:16 Uhr

Spahn mahnt Einhaltung der Regeln an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut dazu aufgerufen, die Corona-Regeln einzuhalten. Die Zahlen in Deutschland seien besorgniserregend. Dies gelte besonders für die aktuelle, sprunghafte Steigerung auf mehr als 4000 Neuinfektionen binnen eines Tages. "Sie besorgen mich sehr", sagte Spahn mit Blick auf diese Zahlen bei einer Pressekonferenz mit dem Robert Koch-Institut. Vor allem jüngere Menschen steckten sich an - aber nicht nur. Gerade die Jüngeren hielten sich oft für unverletzlich. "Das sind sie aber nicht." Bei Covid-19 handele es sich im Übrigen weiter um eine ernsthafte Erkrankung. Die Zahlen an Todesfällen und Intensivpatienten seien aber derzeit vergleichsweise niedrig.

Es liege nun "an uns allen selbst, ob wir es schaffen, das Erreichte zu sichern", sagte der Minister. Das "Wirksamste" sei dabei immer noch die Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. "Die Frage, ob das Feiern und Reisen jetzt unbedingt sein muss, kann jeder für sich selbst beantworten", sagte Spahn.

8.10.2020 • 08:52 Uhr

Kreuzfahrtverband beschließt Testpflicht

Die Kreuzfahrtindustrie hat eine Covid-19-Testpflicht für alle Gäste und Crewmitglieder an Bord der Schiffe beschlossen. "Nur mit einem negativen Testergebnis wird der Zugang zum Schiff gewährt", teilte die Cruise Lines International Association (Clia), der größte Verband der Kreuzfahrtindustrie, in Hamburg mit. An diese globale Testpflicht sollen sich alle Clia-Mitgliedsreedereien ab sofort halten. Den Angaben zufolge repräsentieren sie 95 Prozent der Kreuzfahrtkapazitäten weltweit. Die Pflicht gelte für Schiffe ab 250 Passagieren. Wann und wie Mitarbeiter und Gäste auf das neuartige Coronavirus getestet werden, dürften die Reedereien selbst entscheiden.

8.10.2020 • 08:46 Uhr

Easyjet erwartet herbe Verluste - Dividende fraglich

Der Geschäftsausfall infolge der Corona-Krise hat den britischen Billigflieger Easyjet im abgelaufenen Geschäftsjahr tief in die roten Zahlen gerissen. Für die zwölf Monate bis Ende September stehe vor Steuern voraussichtlich ein um Sonderposten bereinigter Verlust von umgerechnet 895 bis 928 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Hinzu kämen weitere Belastungen etwa durch Abschreibungen.

Zu einer Prognose für das neue Geschäftsjahr, das Anfang Oktober begonnen hat, sieht sich Easyjet-Chef Johan Lundgren angesichts der unsicheren Geschäftsaussichten und der schwachen Ticketnachfrage infolge der Pandemie nicht in der Lage. Im laufenden Quartal bis Ende Dezember dürfte das Unternehmen nur rund ein Viertel seines üblichen Flugprogramms anbieten, hieß es. Angesichts der angespannten Finanzlage rät der Verwaltungsrat davon ab, für das abgelaufene Jahr eine Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

Fluggäste von Easyjet betreten ein Flugzeug | AFP

Im laufenden Quartal wird Easyjet nur etwa ein Viertel der Flüge anbieten. Bild: AFP

8.10.2020 • 08:34 Uhr

Exporte im August weiter unter Vorkrisenniveau

Die deutschen Exporte haben auch im August noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Gegenüber Februar, dem Monat vor Beginn der coronabedingten Einschränkungen, lagen die Ausfuhren um 9,9 Prozent niedriger, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Exporte waren im März um fast zwölf Prozent und im April um fast 24 Prozent jeweils gegenüber dem Vormonat eingebrochen. Seit Mai erholen sich die Ausfuhren langsam. Von Juli bis August legten die Exporte laut Statistik um 2,4 Prozent zu.

8.10.2020 • 08:31 Uhr

Tourismus in Deutschland: Delle auch im August

Auch im Hauptreisemonat August hat die deutsche Tourismusindustrie die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren bekommen. In den Unterkünften mit mindestens zehn Betten wurden in dem Monat 49,6 Millionen Übernachtungen registriert und damit 14,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Vor allem die ausländischen Besucherinnen und Besucher sind ausgeblieben: Ihre Übernachtungszahl sank im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 4,7 Millionen.

Auch wenn gefühlt fast jeder Urlaub in Deutschland gemacht hat: Die Zahl der Übernachtungen von Inländern ging um 4,7 Prozent auf 44,9 Millionen zurück. Hier konnten fehlende Geschäftsreisen nicht ausgeglichen werden. In den ersten acht Monaten liegen die Hotels und andere Betriebe nun mit 212,2 Millionen Übernachtungen 37,4 Prozent hinter dem Vorjahreszeitraum zurück.

Touristen am Brandenburger Tor in Berlin  | dpa

Touristen am Brandenburger Tor in Berlin - auch der Inlandstourismus verlor im August. Bild: dpa

8.10.2020 • 08:10 Uhr

Hagen und Wuppertal überschreiten Infektionskennziffer

Auch in Hagen und Wuppertal ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern offenbar in einer Woche über die Schwelle von 50 gestiegen. Nach der jüngsten Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) betrug am Donnerstag der Wert im etwa 190.000 Einwohner zählenden Hagen 56,2.

Die über 360.000 Einwohner zählende Stadt Wuppertal teilte zudem auf ihrer Internetseite mit, dass mit Stand Mittwochabend der Wert von 50 überschritten wurde.

8.10.2020 • 07:57 Uhr

Ukraine und Bulgarien vermelden Höchststände

Die Ukraine vermeldet mit 5397 Fällen in den vergangenen 24 Stunden einen Rekord an Neuinfektionen. Insgesamt zählt das Land 244.734 Infektionen und 4690 Tote in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Auch in Bulgarien steigen die Zahlen weiter an: Binnen 24 Stunden wurden im Land 437 neue Infektionen verzeichnet - ebenfalls ein neuer Höchststand. Insgesamt haben sich in Bulgarien 22.743 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 873 starben.

8.10.2020 • 07:02 Uhr

Städtebund fordert mehr Personal für Gesundheitsämer

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland fordert der Städte- und Gemeindebund, die Gesundheitsämter kurzfristig personell zu verstärken. "In den Gesundheitsämtern fehlt es an Personal", sagte Städtebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Passauer Neuen Presse" vom Donnerstag. Hier könnten "Studenten als Praktikanten und Ärzte helfen, die vorübergehend aus dem Ruhestand zurückkehren". Das Ziel, 1500 neue Stellen in den Gesundheitsämtern bis Ende 2021 zu besetzen, ist laut Landsberg nur schwer zu erreichen.

Mitarbeiter mit Schutzmasken telefonieren im Gesundheitsamt Berlin Mitte  | dpa

Gesundheitsamt Berlin Mitte (Bild vom April). Der Städte- und Gemeindebund fordert mehr Personal für Gesundheitsämter in der Corona-Krise. Bild: dpa

8.10.2020 • 06:40 Uhr

UN: Zahl der weltweiten Totgeburten könnte steigen

Fast zwei Millionen Kinder werden jährlich tot geboren - und diese Zahl könnte laut einem UN-Bericht wegen der Corona-Pandemie noch deutlich steigen. Im Schnitt alle 16 Sekunden gebe es eine Totgeburt auf der Welt, heißt es in einem Bericht, den das UN-Kinderhilfswerks Unicef, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Weltbank veröffentlichten.

Der größte Teil der Totgeburten, nämlich 84 Prozent, ereignen sich dem Bericht zufolge in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Eine flächendeckende medizinische Grundversorgung könnte hier jedes Jahr hunderttausende Babys retten. Totgeburten sind den UN-Angaben zufolge meist auf fehlende Ausrüstung und mangelnde Ausbildung von Hebammen zurückzuführen. Mehr als 40 Prozent der Totgeburten ereignen sich während des Geburtsprozesses. Da die Corona-Pandemie derzeit rund die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen beeinträchtige, könnten nun knapp 200.000 Totgeburten hinzukommen.

8.10.2020 • 06:29 Uhr

Trump: Kostenlose Behandlungen mit Antikörpern

US-Präsident Donald Trump hat seinen Landsleuten eine kostenlose Covid-Behandlung mit Antikörper-Mitteln versprochen, wie er sie bekommen hat. "Ich nenne es ein Heilmittel", verkündete Trump in einem veröffentlichten Video. Er wolle den raschen Einsatz der Arzneien mit einer außerordentlichen Erlaubnis ermöglichen.

Der US-Präsident war vergangene Woche mit einem noch experimentellen Mittel der Biotech-Firma Regeneron behandelt worden. Danach habe er sich binnen 24 Stunden "großartig" gefühlt, schwärmte Trump. "Ich will, dass Sie bekommen, was ich bekommen habe - und ich werde es kostenlos machen." Es gebe "hunderttausende Dosen" davon, und man wolle sie so schnell wie möglich in die Krankenhäuser bringen. Das Militär sei für die Verteilung zuständig, sagte Trump. "Das nennt man Logistik." Unklar ist allerdings, ob und wie der Zulassungsprozess für so neue Medikamente beschleunigt werden kann.

8.10.2020 • 05:21 Uhr

RKI meldet mehr als 4000 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut am Morgen mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet wurde.

8.10.2020 • 05:05 Uhr

Medien: Japan hebt Reiseverbote für zwölf Länder auf

Japan will einem Zeitungsbericht zufolge kommenden Monat Reiseverbote nach China und in elf weitere Länder aufheben, berichtete das Blatt "Yomiuri". Die Erleichterungen würden auch Taiwan, Australien, Neuseeland, Singapur, Südkorea, Vietnam und Malaysia umfassen.

8.10.2020 • 05:05 Uhr

Tschechische Republik verzeichnet schnellsten Anstieg in Europa

Die Tschechische Republik meldet nach Angaben des Gesundheitsministeriums 5335 neue Coronavirus-Fälle. Das Land verzeichnet damit die höchste Zahl an Neuinfektionen seit dem Ausbruch der Pandemie und den schnellsten Pro-Kopf-Anstieg in Europa in den vergangenen zwei Wochen.

Ein Spaziergänger mit Maske auf der Karlsbrücke in Prag | dpa

Ein einsamer Spaziergänger mit Maske auf der Karlsbrücke in Prag - Tschechien vermeldet einen Höchststand an Neuinfektionen. Bild: dpa

8.10.2020 • 04:30 Uhr

Trump zurück im Oval Office

US-Präsident Trump ist ins Oval Office zurückgekehrt. Dort hat der am Coronavirus erkrankte US-Präsident seine Arbeit aufgenommen und meldete sich im Anschluss per Videobotschaft zu Wort. Dabei bezeichnete er seine Erkrankung als "Segen Gottes".

8.10.2020 • 04:30 Uhr

Brasilien überschreitet Schwelle von fünf Millionen Corona-Infektionen

Brasilien hat die Schwelle von fünf Millionen nachgewiesenen Corona-Infektionen überschritten. Die Zahl der registrierten Ansteckungen stieg um 31.553 auf 5.000.694 Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte. Nur die USA und Indien haben bislang mehr Infektionen registriert. Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien stieg um 734 auf 148.228. Nur die Vereinigten Staaten haben mehr Opfer der Pandemie zu beklagen. Sowohl die Zahl der Neuinfektionen als auch der Todesopfer geht in Brasilien derzeit zurück. Experten warnen allerdings, dass die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in dem 212-Millionen-Einwohner-Land weiter besorgniserregend sei.