Eine Arbeiter in der Impfstoffproduktionsanlage von BioNTech in Marburg.  | REUTERS
Liveblog

Coronavirus-Pandemie ++ EU genehmigt neue Impfstoff-Werke ++

Stand: 24.08.2021 21:37 Uhr

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat mehrere neue Produktionslinien für die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna genehmigt. In Frankreich wird allen Menschen ab 65 Jahren eine Auffrischungsimpfung empfohlen. Die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen im Liveblog.

  • Wöchentliche Corona-Todesfälle in England und Wales wieder sehr hoch
  • Frankreich empfiehlt dritte Corona-Impfung
  • Virologin spricht sich für Hospitalisierungsrate aus
  • RKI: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 58,0
  • Spahn: 59,2 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft
  • Hamburg für 2G-Optionsmodell für Kulturbetriebe und Gastro ein
24.8.2021 • 21:37 Uhr

Ende des Liveblogs für heute

Damit beenden wir unseren Corona-Liveblog für heute. Wir danken für Ihr Interesse - bleiben Sie gesund.

24.8.2021 • 21:21 Uhr

Neuinfektionen in den USA weiter auf hohem Niveau

In den USA hat es in den vergangenen Tagen im Durchschnitt rund 137.000 Neuinfektionen pro Tag gegeben. Dies sei im Vergleich zur Vorwoche ein Anstieg von fast 12 Prozent, sagte die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen wurden, sei etwa auf dem Stand der Vorwoche.

Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients, lobte gleichzeitig Fortschritte bei der Impfkampagne. "Die größten Zuwächse sind in den Staaten zu verzeichnen, die bei den Impfungen im Rückstand waren - in Alabama, Arkansas, Louisiana und Mississippi." Im vergangenen Monat hätten sich generell mehr Menschen zum ersten Mal impfen lassen als in den beiden Monaten davor zusammen. Bislang sind in den USA 51,5 Prozent der Bevölkerung abschließend geimpft.

24.8.2021 • 20:45 Uhr

Gladbachs Ginter mit Coronavirus infiziert

Matthias Ginter vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Ja, deswegen hat er heute auch nicht am Training teilgenommen", sagte Pressesprecher Markus Aretz der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit mehrere Medienberichte vom gleichen Tag. "Er war geimpft und muss sich da offenbar irgendwo angesteckt haben", sagte Aretz. Ginter sei derzeit in häuslicher Quarantäne.

24.8.2021 • 20:22 Uhr

Erstmals seit Juni 2020 Corona-Tote in Brunei

Im südostasiatischen Sultanat Brunei sind zwei Covid-19-Erkrankungen tödlich verlaufen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, starben eine 85-jährige Frau und ein 69-jähriger Mann. Damit stieg die Gesamtbilanz der Corona-Todesfälle in Brunei auf fünf. Zuletzt war in Brunei im Juni 2020 ein Corona-Todesfall gemeldet worden.

Am Montag wurden 110 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg auf fast 2000. Damit sind die Auswirkungen der Pandemie in Brunei vergleichsweise gering. Andere Länder in der Region kämpfen derzeit mit hohen Infektionszahlen aufgrund der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante des Coronavirus.

In dem Sultanat leben ungefähr 450.000 Menschen. Zur Bekämpfung der Pandemie wurden drastische Maßnahmen verhängt, darunter ein Shutdown.

24.8.2021 • 20:08 Uhr

Swiss führt Impfpflicht für Crews ein

Die Fluggesellschaft Swiss führt ab dem 15. November eine Corona-Impfpflicht für ihr fliegendes Personal ein. Das teilte die Lufthansa-Tochter in Basel mit. Grund seien die länderspezifischen Einreisebestimmungen, die zunehmend eine Impfpflicht auch für Crews verlangten. So fordere etwa Hong Kong ab sofort von Besatzungen aus einigen Staaten einen Impfnachweis, so auch für Flüge ab der Schweiz.

"Die unterschiedliche Handhabung geimpfter und ungeimpfter Besatzungsmitglieder und die damit verbundene hohe Komplexität der Einsatzplanung hätten zur Folge, dass auf lange Sicht kein geordneter Flugbetrieb mehr sichergestellt werden könnte", erklärte Swiss. Zudem führe eine unterschiedliche Handhabung zu Ungleichbehandlungen bei der Einsetzbarkeit der Besatzungsmitglieder. Auch wolle Swiss ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Beschäftigten in Cockpit und Kabine wahrnehmen.

Die Muttergesellschaft Lufthansa teilte mit, sie habe keine Pläne für eine Impfpflicht. "In Deutschland kann es eine Impfpflicht nur durch den Gesetzgeber geben", erklärte ein Konzernsprecher. "Daher beabsichtigt Lufthansa auf Basis der aktuellen Gesetzgebung nicht, für ihre Flüge einen verbindlichen Impfnachweis für Fluggäste und/oder Crews einzuführen oder eine Impfung für Beschäftigte verpflichtend vorzuschreiben."

24.8.2021 • 18:17 Uhr

Virologin Protzer: Hospitalisierungsrate ist ein guter Parameter

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer hält das Streichen der 50er-Inzidenz aus dem Infektionsschutzgesetz für vernünftig. Die Inzidenz sage nichts darüber aus, wie viele wirklich relevante, gefährliche Infektionen es gebe. "Meines Erachtens ist die Aufnahme von Covid-19-Patienten in die Krankenhäuser ein guter Parameter - also die sogenannte Hospitalisierungsrate, die natürlich ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt werden muss. Man kann sie regional aufgeteilt und tagesaktuell bestimmen."

24.8.2021 • 17:51 Uhr

Laschet begrüßt Streichen der 50er-Inzidenz

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet begrüßt, dass die 50er-Inzidenz aus dem Infektionsschutzgesetz gestrichen werden soll und stattdessen die Krankenhausaufnahmen eine größere Rolle spielen werden.

Der bisherige Inzidenzwert von 50, der noch im Infektionsschutzgesetz als Richtwert für schärfere Maßnahmen verankert ist, wird nach den Plänen der Bundesregierung gestrichen, weil sich durch die Impfungen die Lage verbessert hat. Die Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 soll künftig entscheidend sein.

Welche Zahl oder Zahlen hier konkret welche Maßnahmen nach sich ziehen werden, ist aber weiter offen. Darüber laufen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn derzeit Beratungen zwischen Bund und Ländern.

24.8.2021 • 17:07 Uhr

EMA erlaubt Ausbau der Impfstoff-Produktion

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat die Genehmigung für die Erweiterung einiger Produktionsstätten von Corona-Impfstoffen erteilt. Die Anlagen dürften unmittelbar in Betrieb gehen, eine Befassung der EU-Kommission sei nicht nötig, so die EMA.

Es handelt sich demnach um eine neue Produktionslinie am BioNTech-Standort in Marburg. Diese werde helfen, die Produktionskapazität um rund 410 Millionen Dosen zu erhöhen, erklärte die EMA. Zudem darf bei Delpharm im französischen Saint Remy sur Avre nun ebenfalls der BioNTech/Pfizer-Impfstoff produziert werden. Hier geht es laut EMA um bis zu 51 Millionen Dosen.

Zudem ließ die EMA mehrere Produktionsstätten für den Moderna-Impfstoff in den USA zu. Daneben habe man im vergangenen Monat die Erhöhung der Fertigung in zwei Werken unter anderem beim Schweizer Auftragsfertiger Lonza zugelassen. Durch diese Schritte könnten im dritten Quartal dieses Jahres zusätzlich 40 Millionen Impfdosen des US-Herstellers an die EU geliefert werden.

24.8.2021 • 16:47 Uhr

Karnevalisten werben für die Corona-Impfung

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat zusammen mit Schaustellern, Schützenvereinen und Karnevalsgesellschaften für die Corona-Schutzimpfung geworben. Er fordere alle Menschen "mit Nachdruck" auf, sich impfen zu lassen, sagte der CDU-Politiker in Düsseldorf. "Dann können wir auch endlich wieder gemeinsam feiern." Nur mit vollständig Geimpften könnten die beliebten Brauchtumsfeste verantwortungsvoll und mit größtmöglicher Sicherheit gefeiert werden.

Die letzte Karnevalssession war wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. "Wir alle sehnen uns nach unbeschwerten Volksfesten und Weihnachtsmärkten - ohne Zäune, Schranken, Tests, Kontrollen", erklärte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbunds. "Mit jeder Impfung kommen wir diesem Ziel ein Stück näher."

Karl-Josef Laumann (links), Gesundheitsminister in Nordrhein-Westfalen, warb zusammen mit Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, für die Corona-Schutzimpfung. | dpa

Laumann (links) warb zusammen mit Albert Ritter für die Corona-Schutzimpfung. Auf dem Foto prostet er Vertreterinnen und Vertretern von Schützen- und Karnevalsvereinen mit einem Altbier zu. (nicht in Köln) Bild: dpa

24.8.2021 • 16:26 Uhr

Vierte Corona-Welle in der Schweiz

In der Schweiz stuft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Corona-Situation als besorgniserregend ein. "Wir müssen die aktuelle Lage als vierte Welle bezeichnen", sagt Patrick Mathys, Leiter des Bereichs Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG.

Die Zahl der neuen Erkrankungen und Krankenhauseinlieferungen bewege sich auf einem Niveau, wie man es bei der dritten Welle gesehen habe. Die Situation auf den Intensivstationen sei als angespannt einzustufen. Dem BAG zufolge gab es binnen 24 Stunden 2993 neu laborbestätigte Corona-Fälle.

Eine Entspannung sei angesichts der stagnierenden Impfzahlen nicht absehbar. "Die große Mehrheit der hospitalisierten Personen ist ungeimpft", so Mathys.

24.8.2021 • 15:59 Uhr

Ungeimpfte Griechen sollen Tests selbst zahlen

Die griechische Regierung erhöht den Druck auf Ungeimpfte. Ab dem 13. September müssen Corona-Tests selbst bezahlt werden. Nicht betroffen sind allerdings Geimpfte, Genesene, Schülerinnen und Schüler sowie Menschen, die Symptome zeigen, kündigte der Gesundheitsminister Vassilis Kikilias an. Ein Schnelltest kostet in Griechenland rund zehn Euro.

"Weit über 90 Prozent der Covid-Patienten auf den Intensivstationen sind ungeimpft", begründete Kikilias die Maßnahme. Arbeitgeber können künftig Auskunft von den Beschäftigten darüber erhalten, ob sie geimpft sind oder nicht - und andernfalls zwei Tests pro Woche verlangen.

In geschlossenen Räumen in Tavernen und Theatern oder auch Fußballstadien sind künftig nur noch Geimpfte und Genesene zugelassen. In Griechenland gilt landesweit eine Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegesektor sowie bei den Streitkräften.

24.8.2021 • 15:47 Uhr

Mehr Tests für Kita-Kinder in Niedersachsen

In Niedersachsen sollen allen Kindern in Kitas, in der Kindertagespflege oder in heilpädagogischen Kindergärten drei statt bisher zwei Antigen-Schnelltests wöchentlich zur Verfügung stehen. Die Regelung gelte ab September und zunächst bis Jahresende, teilte die Landesregierung mit. Kinder könnten damit während der Betreuungszeiten an jedem zweiten Tag getestet werden.

Mit der Aufstockung der Testfrequenz in den Kitas knüpfe die Landesregierung an positive Erfahrungen mit der Testpflicht an Schulen an, hieß es. Daher solle das Modell auf die Kindertagesbetreuung übertragen werden, jedoch auf freiwilliger Basis und ohne eine strikte Testpflicht für kleine Kinder.

24.8.2021 • 15:30 Uhr

US-Impfspende für Palästinenser angekommen

Im Westjordanland und dem Gazastreifen sind 500.000 Impfdosen des Herstellers Moderna angekommen. Der Impfstoff ist ein Geschenk der US-Regierung. Insgesamt sind nach palästinensischen Angaben nun 2,5 Millionen Impfdosen verfügbar, die gekauft oder gespendet wurden.

Im Westjordanland und dem Gazastreifen leben zusammen ungefähr fünf Millionen Menschen.

Ein Mann erhält in Gaza-Stadt eine Corona-Schutzimpfung (23. August 2021) | AFP

Noch ist die Impfquote im Gazastreifen niedrig. Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich deshalb schnell aus. Bild: AFP

24.8.2021 • 15:22 Uhr

Frankreich: Drittimpfung ab 65 Jahren empfohlen

Die französische Gesundheitsbehörde (HAS) hat eine Corona-Auffrischungsimpfung für alle Bürger ab 65 Jahren empfohlen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit, die bei einer Infektion ein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken, sollten "nach einer Analyse der vorliegenden Daten" eine dritte Impfdosis erhalten, teilte die Behörde mit.

Das Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche Auffrischungsimpfungen für alle Bewohner von Altenheimen, alle über 80-Jährigen, die zu Hause leben sowie für Hochrisikopatienten angekündigt. Drittimpfungen könnten Anfang September für alle Betroffenen starten, deren zweite Impfung zudem mindestens sechs Monate zurückliegt.

24.8.2021 • 15:03 Uhr

Hamburg erlaubt 2G-Optionsmodell in Kulturbetrieben

Der Hamburger Senat hat die Einführung einer 2G-Regelung beschlossen. Ab Samstag dürfen Restaurants, Theater, Kinos und andere Kulturbetriebe Angebote ausschließlich für Geimpfte und Genesene anbieten. Impf- oder Genesenen-Nachweis müssen kontrolliert werden.

Im Gegenzug entfallen Beschränkungen in Bezug auf Abstandsvorgaben, Testpflicht, Tanzverbot sowie Vorgaben zu Sitzplätzen und Tischanordnung, wie Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher erläuterte.

24.8.2021 • 14:45 Uhr

Lauterbach kritisiert Kurswechsel bei Inzidenzen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat seine Kritik an der Abkehr vom Inzidenzwert als zentralem Maßstab erneuert. "Wenn die Inzidenzzahlen weiter so steigen, gehen die Ungeimpften voll ins Risiko - einschließlich der Kinder", sagte er dem "Spiegel". Lauterbach bezeichnete es als "zynisches Experiment, die Jüngsten einer Krankheit auszusetzen, vor der viele Erwachsene Angst haben". Er gehe davon aus, dass fünf Prozent der erkrankten Kinder unter Long-Covid-Symptomen leiden könnten.

Angesichts stark steigender Fallzahlen brauche es eine Grundsatzentscheidung: "Entweder wir entschließen uns, die Inzidenzen weiter zu begrenzen, dann wären unpopuläre Maßnahmen nötig. Oder wir ignorieren die Inzidenzzahlen künftig weitgehend, dann geben wir den Schutz der Ungeimpften auf."

Viele Mediziner begrüßten die Entscheidung der Bundesregierung hingegen.

24.8.2021 • 13:23 Uhr

Todesfälle in England und Wales auf höchstem Stand seit März

Die Zahl der wöchentlichen Corona-Todesfälle ist in England und Wales kürzlich auf den höchsten Stand seit März gestiegen. In der Woche bis zum 13. August starben 571 Menschen an oder mit Covid-19, wie aus Zahlen des nationalen Statistikamtes hervorgeht. Das entspricht dem höchsten Stand seit Mitte März, als innerhalb einer Woche 719 Corona-Tote gezählt wurden.

Damals nahmen die Fallzahlen steil ab, nachdem die zweite Welle ihren Höhepunkt im Januar erreicht hatte. In Großbritannien sind die Corona-Beschränkungen weitgehend aufgehoben. Zunächst gingen die Fallzahlen nach dem "Freedom Day" in England Mitte Juli überraschenderweise zurück, mittlerweile steigen sie jedoch wieder kontinuierlich an. Die Inzidenz liegt mit 327 (Stand: 18. August) weiterhin auf hohem Niveau.

24.8.2021 • 12:10 Uhr

Apotheken stellen nun Genesenenzertifikate aus

Die sogenannten Genesenenzertifikate nach einer Corona-Infektion sind ab sofort auch in zahlreichen Apotheken digital erhältlich. Das berichtete die Bundesvereinigung der Apothekerverbände. Inzwischen sei die technische Infrastruktur dafür betriebsbereit. Das Angebot ist demnach jedoch nur in teilnehmenden Apotheken verfügbar. Interessierte sollten sich vorab informieren.

Ärzte stellen die digitalen Zertifikate schon etwas länger aus, in analoger Form sind sie ebenfalls erhältlich. Genesenenzertifikate sind eine Art Brückenlösung für Erkrankte im ersten halben Jahr nach einer Infektion. In dieser Zeit sollen sie laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) noch keine Schutzimpfung bekommen. Sie besitzen daher auch kein Impfzertifikat, was mit Blick auf Ausnahmen von Beschränkungen relevant sein kann. Zugleich haben sie zumindest vorübergehend Immunität aufgebaut. Das Zertifikat gilt sechs Monate.

24.8.2021 • 12:05 Uhr

Laschet: Mehrere Gründe für die hohen Inzidenz-Zahlen in NRW

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet führt den starken Anstieg der Inzidenz in seinem Bundesland auf ein Bündel an Gründen zurück. Zum einen liege dies an Reiserückkehrern, der Einreise aus Hochrisikogebieten sowie daran, dass Nordrhein-Westfalen den mit dem Ruhrgebiet dichtesten Lebensraum in Europa aufweise. "Ich gehe davon aus, dass diese Welle sich fortsetzt, je nachdem wo die Schulferien enden", fügte er mit Blick auf die anderen Bundesländer hinzu. Außerdem teste Nordrhein-Westfalen besonders intensiv. Beim Schulstart gehe man mit PCR-Lolly-Tests für Kinder sowie einer Maskenpflicht im Unterricht vorsichtig vor.

NRW weist laut Robert Koch-Institut mit 108,4 derzeit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter den Ländern auf.

24.8.2021 • 11:55 Uhr

Studie: Viruslast bei Delta-Variante 300 Mal höher

Die Viruslast bei einer Infektion mit der Delta-Variante ist einer Studie aus Südkorea zufolge 300 Mal höher als mit dem ursprünglich aufgetretenen Virus. Die Wissenschaftler der Korea Disease Control and Prevention Agency (KDCA) haben aber auch herausgefunden, dass die Anzahl der Viren, die bei den ersten Symptomen auftreten, rasch abnimmt. Nach zehn Tagen sei die Viruslast etwa so hoch wie bei anderen Coronavirus-Mutationen.

Die Ergebnisse bedeuteten nicht, dass die Delta-Mutation 300 Mal ansteckender sei, erklärt das südkoreanische Gesundheitsministerium. Die Übertragungsrate sei in etwa doppelt so hoch wie bei dem Anfang 2020 aufgetretenen Virus.

24.8.2021 • 11:50 Uhr

Umfrage: Familien in Corona-Zeit überdurchschnittlich belastet

Familien mit Kindern waren laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durch die Corona-Maßnahmen besonders stark belastet.

Wie die Kasse mitteilte, gab im März mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten mit mindestens einem Kind im Haushalt an, sich durch die Pandemie-Situation stark oder sehr stark belastet zu fühlen. Von den Teilnehmenden ohne Kinder im Haushalt stimmten 37 Prozent dieser Aussage zu. Im Vergleich zu 2020 ist die Belastung von Familien laut der Untersuchung gestiegen.

24.8.2021 • 11:00 Uhr

Spahn: 59,2 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Die Corona-Impfungen in Deutschland gehen weiter voran. 49,2 Millionen Menschen oder 59,2 Prozent der Bevölkerung sind nun vollständig geimpft, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitteilte. Mindestens eine erste Impfung haben 53,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise 64,2 Prozent der Bevölkerung erhalten. Spahn warnte davor, dass sich die vierte Corona-Welle aufbaue. Jede zusätzliche Impfung helfe, die Welle abzuflachen, twitterte er.

24.8.2021 • 10:43 Uhr

Forscher: Starke Corona-Auswirkungen bei Helferberufen

Die Corona-Pandemie hat im Frühjahr 2020 zu einem starken Einbruch im Bereich der Helferberufe wie etwa in der Gastronomie geführt. "Der Pandemieausbruch im März 2020 verhinderte die ansonsten besonders starke jahreszeitlich bedingte Beschäftigungszunahme", erklärte Holger Seibert vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB). Gleichzeitig habe sich dieser Bereich ab Juni und damit zwei Monate früher erholt als der restliche Arbeitsmarkt, so die Wissenschaftler in ihrer Studie.

Das IAB spricht bei Helferberufen von einfachen, wenig komplexen Tätigkeiten, für die in der Regel keine formale Ausbildung erforderlich ist. Besonders betroffen vom pandemiebedingten Rückgang seien Helferjobs in den Bereichen Gastronomie und der Beherbung gewesen, so IAB-Forscherin Barbara Schwengler. Hier seien die Auswirkungen durch den Lockdown besonders ausgeprägt gewesen, da sonst in diesem Bereich eine stärkere Frühjahrsbelebung zu verzeichnen sei als in anderen Tätigkeiten.

24.8.2021 • 10:20 Uhr

Israel registriert fast 10.000 Neuinfektionen

Israel hat erstmals seit Januar wieder fast 10.000 Corona-Neuinfektionen an einem einzigen Tag registriert. Das Gesundheitsministerium meldete heute 9831 neue Fälle, die alle am Montag erfasst wurden. Dies ist ein sprunghafter Anstieg im Vergleich zur vergangenen Woche - allerdings hat auch die Zahl der Tests etwas zugenommen. Die Zahl der Schwerkranken sank auf 678. Zwölf weitere Menschen mit einer Corona-Infektion starben.

Seit Juni steigt die Zahl der neuen Corona-Fälle in Israel wieder deutlich. Die höchste Zahl an täglichen Corona-Neuinfektionen seit Pandemiebeginn wurde in dem 9,4-Millionen-Einwohner-Land Mitte Januar mit rund 10.100 Fällen registriert. Insgesamt gab es seit Beginn inzwischen schon mehr als eine Million Infektionen. Zweifach geimpft sind knapp 59 Prozent der Bevölkerung. Knapp 17 Prozent haben bereits eine dritte Impfung.

24.8.2021 • 10:16 Uhr

Hersteller: Luftfilter-Bestellungen kommen zu spät

Mobile Luftreiniger sollen dazu beitragen, den Präsenzunterricht in Schulen bei steigenden Infektionszahlen zu sichern. Die Hersteller kritisieren die Zögerlichkeit der Politik. Die Lieferung der nun bestellten Geräte könnte viele Monate dauern.

24.8.2021 • 09:41 Uhr

Erwachsenen-Impfquote beeinflusst Situation an Schulen

Für die Offenhaltung der Schulen im zweiten Pandemie-Herbst spielen Experten zufolge Erwachsene eine entscheidende Rolle. Vereinzelte Infektionen an den Schulen sind nach Ansicht des Berliner Virologen Christian Drosten hinnehmbar, wenn möglichst alle Eltern und Lehrer geimpft sind. "Ein kontrolliert schwelendes Geschehen muss man akzeptieren, wenn der Schulbetrieb laufen soll. Man wird nicht jegliche Verbreitung an Schulen unterbinden können, aber möglichst eine unkontrollierte Ausbreitung." Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hält es generell für wichtig, dass sich so viele Erwachsene wie möglich impfen lassen. "Das ist wichtig für den Eigenschutz, aber eben auch, um diejenigen zu schützen, die sich nicht beziehungsweise noch nicht impfen lassen können. Dazu zählen insbesondere auch Kinder."

Einen wesentlichen Einfluss auf die Situation an den Schulen wird auch die Akzeptanz der Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche haben, die seit Mitte August von der Ständigen Impfkommission für die Altersgruppe ab 12 Jahren empfohlen wird. Derzeit beobachten Kinderärzte eine hohe Nachfrage in den Praxen.

24.8.2021 • 09:03 Uhr

Intensivmediziner begrüßen Abkehr von 50er-Inzidenz-Marke

Die Vereinigung der Intensivmediziner hat die Abkehr von der 50er-Inzidenz als zentralem Maßstab in der Pandemie begrüßt. "Wir befürworten den Beschluss von Gesundheitsminister Spahn", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Er verwies dabei unter anderem auch auf die steigenden Impfquoten.

Die Inzidenz werde trotzdem weiterhin beachtet und bleibe für die Entwicklung im Gesundheitswesen "relevant", betonte Marx. Es gebe generell einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Neuinfektionen und der Krankenhausbelegung. Derzeit stelle diese aber "überhaupt kein Problem" dar. Die Lage müsse jedoch täglich beobachtet werden. Die Bundesregierung will den Inzidenzwert von 50 nach eigenen Angaben aus dem Infektionsschutzgesetz streichen. Bislang dient er als eine zentrale Schwelle für die Einführung von Schutzmaßnahmen und Beschränkungen.

24.8.2021 • 09:00 Uhr

Melbourne: Bußgeld wegen Verlobungsparty im Lockdown

Die Polizei im australischen Melbourne hat 56 Gäste einer illegal im Corona-Lockdown abgehaltenen Feier mit Bußgeld von insgesamt mehr als 300.000 australischen Dollar (184.000 Euro) belegt. Jeder Erwachsene, der bei der Party dabei war, müsse 5452 Dollar zahlen, berichtete der australische Sender 9News unter Berufung auf die Behörden. Einige Teilnehmer waren nach dem Fest positiv auf das Coronavirus getestet worden.

24.8.2021 • 08:14 Uhr

Deutsche Wirtschaft wächst nach Lockdown wieder

Die Kauffreude der Verbraucher nach dem Corona-Lockdown hat der deutschen Wirtschaft im Frühjahr zu Wachstum verholfen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni um 1,6 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und eine Schätzung von Ende Juli leicht revidierte. Zuvor hatten die Experten ein Plus von 1,5 Prozent gemeldet.

Für Schwung sorgten vor allem die privaten Haushalte, die 3,2 Prozent mehr ausgaben als zuletzt. Der Staatskonsum kletterte um 1,8 Prozent. Der Außenhandel allerdings bremste die Wirtschaft, weil die Exporte mit 0,5 Prozent schwächer zulegten als die Importe mit 2,1 Prozent. Damit konnte sich die Konjunktur aus dem Corona-Tief befreien, denn Anfang 2021 war die Wirtschaft noch um 2,0 Prozent geschrumpft. Während vor allem die Dienstleister nach den monatelangen Einschränkungen wegen der Pandemie Morgenluft schnuppern, könnte es bei den Industriebetrieben trotz guter Aufträge oft noch besser laufen. Denn vielen Firmen machen die Lieferengpässe und steigenden Kosten bei wichtigen Vormaterialien zu schaffen.

24.8.2021 • 08:12 Uhr

Griechische Inseln sind nun Hochrisikogebiete

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln nun als Hochrisikogebiet ein. Die Regelung gilt ab heute. Nach jüngsten Schätzungen des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind derzeit etwa 150.000 Pauschalurlauber aus Deutschland in Griechenland unterwegs. Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl an Individualreisenden. Das Land zählt zu den beliebtesten Zielen rund ums Mittelmeer.

Neben Kreta ist nun auch die südliche Ägäis mit Urlaubsinseln wie Rhodos, Kos, Mykonos oder Naxos Hochrisikogebiet. Die Inseln gelten auch wegen ihres intensiven Nachtlebens als Keim der Corona-Ausbreitung in Griechenland. Einreisende aus Hochrisikogebieten, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen für zehn Tage in Quarantäne. Sie können sich aber nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Für vollständig Geimpfte und Genesene gibt es keine Quarantänepflicht.

24.8.2021 • 07:39 Uhr

Mehr als 4,6 Millionen Corona-Tote weltweit

Weltweit haben sich bislang mehr als 212,38 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Zählung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Mehr als 4,61 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus. Die höchsten Infektions- und Totenzahlen weisen nach wie vor die USA auf.

24.8.2021 • 04:45 Uhr

Hausärzte befürworten geplante Abkehr von Inzidenz

Der Hausärzteverband befürwortet die Pläne der Bundesregierung, die Beschränkungen im öffentlichen Leben nicht mehr allein an die Corona-Inzidenz zu knüpfen. "Die Bewertung des Infektionsgeschehens müsste längst mehr Aspekte als nur die Inzidenz einbeziehen", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt der "Rheinischen Post". "Die geplante Berücksichtigung der Hospitalisierungsrate ist deshalb ein richtiger erster Schritt, und dafür wurde es auch höchste Zeit." Es gehe darum, die Belastung des Gesundheitswesens abzubilden. "Diese ist im Moment moderat, und sie wird vor allem durch Personen verursacht, die nicht geimpft sind."

24.8.2021 • 04:31 Uhr

RKI meldet 5747 Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 58,0

Das Robert Koch-Institut hat 5747 Neuinfektionen gemeldet. Das sind 1835 mehr als am Dienstag vor einer Woche, als 3912 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 58,0 von 56,4 am Vortag. 42 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 92.022. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,87 Millionen Corona-Tests positiv aus.

24.8.2021 • 04:29 Uhr

Patientenschützer: Mangelnde Impfbereitschaft in der Altenpflege

Angesichts der vierten Corona-Welle beklagen Patientenschützer einen immer noch lückenhaften Impfschutz bei den Beschäftigten in Pflegeheimen und Pflegediensten. "Die Impfbereitschaft beim Personal in der Altenpflege ist zum Teil nicht so hoch wie sie sein sollte", sagt Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das betreffe sowohl stationäre Einrichtungen als auch mobile Pflegedienste. Anders scheine es in der Krankenpflege zu sein. Hier sei die Impfbereitschaft höher. Eine berufsspezifische Impfpflicht sei jedoch nicht die richtige Antwort auf die Impflücken. "Eine solche Pflicht käme in einem Mangelberuf wie der Altenpflege eher einer Verzweiflungstat nahe und wäre kontraproduktiv."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. August 2021 um 04:55 Uhr.