Blick auf die Tanzfläche in einen Club in Köln. | imago/Thilo Schmülgen
Liveblog

Corona-Blog vom Dienstag ++ PCR-Testpflicht für Diskos in NRW ++

Stand: 17.08.2021 22:21 Uhr

Wer in Nordrhein-Westfalen in die Disko will, braucht künftig einen PCR-Test - außer man ist geimpft oder genesen. Die Maskenpflicht an Berliner Schulen wird um 14 Tage verlängert. Der Liveblog vom Dienstag zum Nachlesen.

  • NRW führt PCR-Testpflicht für Ungeimpfte in Diskos ein
  • Spahn gegen Impfpflicht für Schüler
  • US-Experten empfehlen offenbar Impfauffrischung nach acht Monaten
  • RKI: Inzidenz steigt auf 37,4
  • Zahl der Neuinfektionen in Israel steigt sprunghaft
  • Landesweiter Lockdown in Neuseeland
17.8.2021 • 22:14 Uhr

Ende des Liveblogs

Für heute schließen wir den Corona-Liveblog. Vielen Dank für Ihr Interesse - bleiben Sie gesund.

17.8.2021 • 21:27 Uhr

Weitere Corona-Fälle in Neuseeland

Neuseelands Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hat vier weitere Corona-Fälle bekanntgegeben. Bei allen sei die Delta-Variante nachgewiesen worden, sagt sie dem Sender Raido New Zealand. Wenige Stunden zuvor hatte Neuseeland einen befristeten landesweiten Lockdown verhängt - nach Entdeckung eines Corona-Falles in der größten Stadt Auckland.

17.8.2021 • 17:44 Uhr

Hamburg: Gericht kippt Tanzverbot auf Hochzeitsfeiern

Trotz Corona darf künftig auf Hochzeitsfeiern in Hamburg wieder getanzt werden. Ein Hochzeitspaar hat sich erfolgreich gegen das in der Corona-Verordnung der Stadt festgelegte Tanzverbot für private Feiern gewehrt. Das Verwaltungsgericht Hamburg gab einem entsprechenden Eilantrag des Paares statt. Nach Auffassung der zuständigen Kammer geht von der geplanten Hochzeitsfeier ein derart niedriges Infektionsrisiko aus, dass das absolute Tanzverbot nicht mehr gerechtfertigt ist.

Das Paar will nach Angaben des Gerichts in einem Veranstaltungsraum eines Hamburger Hotels vom 20. auf den 21. August eine Hochzeit feiern. Geladen sind 51 Personen über 14 Jahre, von denen 41 vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Von solchen Veranstaltungen geht nach Auffassung des Gerichts keine relevante Gefahr für das Infektionsgeschehen aus.

17.8.2021 • 17:40 Uhr

Innenministerium lässt Luca-App nicht durch BSI überprüfen

Das Bundesinnenministerium wird die umstrittene Luca-App zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht umfassend durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) untersuchen lassen. Zuvor habe das Land Hessen das BSI gebeten, eine umfassende Quellcode-Prüfung der Luca-Anwendung vorzunehmen, teilte das Ministerium auf Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht des "Spiegel".

In den vergangenen Wochen und Monaten mussten die Macher der App immer wieder Schwachstellen schließen, die Datenschützer und Aktivisten des Chaos Computer Clubs entdeckt hatten. Manche Datenschützer wie die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk stören sich an dem Konzept, die erfassten Daten zentral zu speichern. Die Hersteller der App verweisen auf einen wirksamen Schutz durch Verschlüsselungstechnik. Die Luca-App kommt in 13 Bundesländern zum Einsatz. Diese zahlen Millionenbeträge dafür.

17.8.2021 • 17:24 Uhr

Ärzte warnen vor Verfall von Millionen Impfstoffdosen

In Deutschlands Arztpraxen droht nach Einschätzung von Deutschlands Kassenärzten millionenfach Corona-Impfstoff zu verfallen. Laut einer Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland, die dem ARD-Politikmagazin Report Mainz vorliegt, könnten bis zu 3,2 Millionen Covid-19-Impfstoffdosen allein aus Arztpraxen im Herbst verfallen.

Das betrifft insbesondere 1,5 Millionen Dosen von AstraZeneca und Johnson&Johnson. Aber auch bei 1,7 Millionen Dosen BioNTech, die momentan in den Praxen lagern, ist nicht sicher, ob sie noch verimpft werden. Denn Arztpraxen können im Gegensatz zu Impfzentren keine unverbrauchten, noch haltbaren Impfdosen direkt an den Bund zurückgeben.

17.8.2021 • 15:51 Uhr

NRW führt PCR-Testpflicht in Diskos ein

Ab Freitag müssen in Nordrhein-Westfalen alle bis auf Geimpfte und Genesene beim Besuch von Diskotheken, Hochzeiten und privater Feiern einen negativen PCR-Test vorlegen. Die neue Regelung greift ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und gilt für alle Bereiche, "wo man zum Beispiel zusammen tanzt", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Ein Antigenschnelltest sei bei solchen Veranstaltungen mit einem hohen Risiko für Mehrfachansteckungen nicht ausreichend. Mit der neuen Coronaschutzverordnung des Landes tritt auch die sogenannte 3G-Regelung in Kraft, auf die sich Bund und Länder in der vergangenen Woche einigten. Diese sieht vor, dass Geimpften, Genesenen und Getesteten grundsätzlich alle Einrichtungen und Angebote wieder offenstehen. Die Regelung geht mit einer Ausweitung der Testpflicht für nicht geimpfte oder nicht genesene Menschen einher.

17.8.2021 • 15:14 Uhr

Impfzentrum in Südfrankreich verwüstet

Unbekannte haben ein Impfzentrum in Südfrankreich verwüstet und Hunderte Dosen Vakzin zerstört. "Es handelt sich um klassischen Vandalismus", sagte die Bürgermeisterin des betroffenen Ortes Saint-Orens-de-Gameville, Dominique Faure. Die Täter hätten in dem Impfzentrum nahe Toulouse Tische, Stühle und zwei Computerbildschirme zerstört. Nach einem Bericht der Zeitung "La Dépêche du Midi" wurden 500 Fläschchen mit mehr als 4000 Impfdosen vernichtet. In Toulouse und anderen französischen Städten waren an den fünf vergangenen Samstagen Zehntausende Gegner der Corona-Maßnahmen von Präsident Emmanuel Macron auf die Straße gegangen. Sie demonstrierten gegen die Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal und die kürzlich eingeführte Testpflicht für nicht Immunisierte etwa in Restaurants und Kinos.

17.8.2021 • 14:57 Uhr

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel steigt sprunghaft

Die Anzahl der täglich gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist in Israel sprunghaft auf mehr als 8500 gestiegen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Dienstag 8646 neue Fälle für den Vortag - den höchsten Wert seit Ende Januar. In den vergangenen Tagen hatten die Zahlen jeweils unter 6000 gelegen. Die Zahl der Schwerkranken stieg auf 559. Dies ist der höchste Wert seit Mitte März. 13 Menschen mit einer Corona-Infektion starben. Israel versucht seit rund zwei Wochen, den massiven Anstieg der Infiziertenzahlen mit einer dritten Corona-Impfung zu bekämpfen.

17.8.2021 • 14:50 Uhr

Verband: Ungenutzte Impfdosen an arme Länder geben

Entwicklungsorganisationen mahnen eine Weitergabe in Deutschland ungenutzter Impfdosen an Entwicklungs- und Schwellenländer an. Der Bundesverband entwicklungspolitischer und humanitärer Nichtregierungsorganisationen Venro forderte dafür in Berlin pragmatische Wege, um Millionen von Menschen weiteres Leid zu ersparen. Laut jüngsten Medienberichten würden rund 2,3 Millionen ungenutzte Impfdosen an den Bund zurückgegeben, erklärte der Verband. Viele dieser Impfdosen drohten zu verfallen. Allein in Bayern hätten schon mehr als 50.000 Impfdosen vernichtet werden müssen.

Vertragsauflagen verhinderten derzeit eine unkomplizierte Weitergabe an Länder, in denen Impfstoff dringend benötigt werde. Die stellvertretende Vorsitzende von Venro, Maike Röttger, appellierte: "Es darf nicht sein, dass in Deutschland Impfstoffe vernichtet werden, während die Menschen in anderen Weltregionen darauf warten und es tagtäglich tausende Neuinfektionen und Todesfällen gibt." Laut Bundesgesundheitsministerium sei es rechtlich unzulässig, ungenutzte Impfdosen an Drittländer abzugeben. Grund seien trilaterale Verträge, die die Abgabe nicht zuließen, sowie Haftungsrisiken.

17.8.2021 • 14:16 Uhr

Maskenpflicht an Berliner Schulen verlängert

Berliner Schülerinnen und Schüler sind nun bis mindestens zum 5. September verpflichtet, eine medizinische Gesichtsmaske in der Schule zu tragen. Die zunächst für die ersten zwei Wochen nach den Ferien angeordnete Maskenpflicht sei um weitere 14 Tage verlängert worden, teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nach der Senatssitzung mit. Dies sei zum Corona-Infektionsschutz nötig und damit wichtig, um einen sicheren Schulbetrieb in Präsenz abzusichern. "Wir bleiben vorsichtig." Die Regelung werde weiter gemeinsam mit Fachleuten fortlaufend überprüft, ergänzte die Bildungsverwaltung.

17.8.2021 • 14:09 Uhr

Verfahren nach unerlaubter Impfung einer Neunjährigen eingestellt

Nach der unzulässigen Impfung eines neunjährigen Mädchens in einem kommunalen Impfzentrum in Schwaben hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen einen Arzt eingestellt. Zur Impfung Anfang Juni sei es nur gekommen, weil der Vater auf die Frage, wer zu impfen sei, in einem unangemessenen Scherz seine Tochter genannt haben soll, teilte die Staatsanwaltschaft Augsburg mit.

Der Mediziner habe dies nicht als Scherz erkannt, zumal sich das Kind statt des Vaters auf den Impfplatz setzte. Auch die weiteren Vorbereitungen seien unwidersprochen geduldet worden. Allerdings habe der Arzt die erforderliche Kontrollen unterlassen, um die unzulässige Impfung auszuschließen. Gegen ihn war wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt worden. Für die Einstellung des Verfahrens sei neben dem Scherz besonders ausschlaggebend gewesen, dass bei dem Mädchen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt worden seien. Die Eltern hätten auch keinen Strafantrag gestellt, so die Staatsanwaltschaft. Dem beschuldigtem Arzt sei zudem fristlos gekündigt worden. Der Vorfall habe ihn sehr mitgenommen.

17.8.2021 • 14:00 Uhr

BKA registriert mehr politisch motivierte Straftaten

Die Corona-Pandemie hat sich im Jahr 2020 deutlich auf die Kriminalitätsentwicklung ausgewirkt. Insgesamt wurden von den Bundesländern 3559 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet, wie aus einem in Wiesbaden veröffentlichten Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht. Verantwortlich dafür seien unter anderem die Teilnehmenden an den Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gewesen. "Diese heterogene Mischszene eint neben einer generellen Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen zumindest partiell auch eine staatskritische bis staatsfeindliche Haltung", heißt es in dem BKA-Bericht mit dem Titel "Auswirkungen von Covid-19 auf die Kriminalitätslage in Deutschland". So seien bei Versammlungen zum Beispiel Personen aus dem rechtsextremistischen, zum Teil gewaltorientierten Spektrum wie Hooligan-Gruppen oder sogenannte Reichsbürger festgestellt worden.

17.8.2021 • 13:20 Uhr

Tschechien testet alle Schüler und lockert weiter

Nach den Sommerferien müssen sich alle Schülerinnen und Schüler in Tschechien auf Corona-Tests einstellen. Geplant sind drei Tests im Abstand von wenigen Tagen, wie Gesundheits- und Schulministerium bekannt gaben. Wer den Test verweigert, darf demnach weder in der Schule singen noch am Sportunterricht teilnehmen. Zudem müssen Testverweigerer auch im Unterricht eine Maske tragen. Ausgenommen von der Testpflicht sind Jugendliche, die bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind.

Die Regierung in Prag beschloss zudem weitere Lockerungen, die am 1. September in Kraft treten. Für Schwimmbäder, Sportstadien, Konzertsäle, Theater, Museen und Zoologische Gärten entfallen die bisherigen Kapazitätsgrenzen. Voraussetzung ist, dass alle Besucher geimpft, getestet oder genesen sind.

17.8.2021 • 13:18 Uhr

Corona-Fall im Sommerurlaub der Queen

Die Pandemie hat die Queen in ihrem Sommerurlaub eingeholt. Ein Mitglied des Personals, das die 95-Jährige auf ihrem Urlaubsdomizil Schloss Balmoral in Schottland versorgt, wurde positiv auf Corona getestet, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Die vollständig geimpfte Queen Elizabeth II., die erstmals seit dem Tod von Prinz Philip die Sommermonate allein in den schottischen Highlands verbringt, will ihren Aufenthalt dort dem Bericht zufolge jedoch wie geplant fortsetzen.

Sie wird dort abwechselnd von Familienmitgliedern besucht, derzeit sind Prinz Andrew und seine Ex-Frau Sarah Ferguson samt Kindern zu Gast. Laut Tageszeitung "Sun" wurde der oder die Infizierte am Wochenende nach dem positiven Test nach Hause geschickt. Ein Sprecher des Buckingham-Palastes sagte PA zufolge: "Wir haben feste Abläufe vorbereitet für den Fall, dass jemand aus dem Team Covid bekommt."

17.8.2021 • 13:13 Uhr

Friesland: Polizei richtet Ermittlungsgruppe ein

Im Fall möglicher Impfungen mit Kochsalzlösungen im Landkreis Friesland will die Polizei ihre Ermittlungen vorantreiben und hat dazu eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Gruppe mit dem Titel "Vakzin" umfasse zunächst acht Beamte, wie die Polizeidirektion Oldenburg mitteilte.

Darunter sind demnach Ermittlerinnen und Ermittler der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, die bereits von Beginn an mit dem Fall beschäftigt sind, ebenso wie Beamte weiterer Fachbereiche, wie etwa dem Staatsschutz und dem Bereich Rohheitsdelikte, zu dem etwa Körperverletzungen zählen. Ermittelt wird gegen eine examinierte Krankenschwester.

Sie hatte eingeräumt, am Impfzentrum in Schortens am 21. April sechs Spritzen für Corona-Schutzimpfungen überwiegend mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ihr war beim Anmischen ein Fläschchen mit Impfstoff runtergefallen, was sie nach eigener Aussage vertuschen wollte.

17.8.2021 • 13:11 Uhr

Japan verlängert Corona-Notstand für Paralympics-Stadt Tokio

Wegen der alarmierenden Infektionslage hat Japan den Notstand für die Paralympics-Stadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Regierung des wegen seiner Corona-Politik im Umfragetief steckenden Ministerpräsidenten Yoshihide Suga beschloss, den in Tokio und fünf anderen Präfekturen zunächst bis 31. August verordneten Notstand bis zum 12. September zu verlängern. Er gilt damit bis nach den Paralympics, die vom 24. August bis 5. September dauern. Zugleich wird der Notstand auf sieben weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Paralympics in Tokio werden wegen der Corona-Lage ohne Zuschauer abgehalten.

17.8.2021 • 12:50 Uhr

Berliner Pilotprojekt: Testergebnisse liegen vor

Mehrere Berliner Clubs durften ein Wochenende lang öffnen - nun liegen weitere Ergebnisse des Pilotprojekts vor. Für den Modellversuch waren vor anderthalb Wochen 2110 Personen mit einem PCR-Test getestet worden. Sieben SARS-CoV-2 Fälle seien festgestellt worden, teilten Senatskulturverwaltung und Clubcommission mit. "Hiervon waren drei Personen 'Altfälle' mit mehr als zehn Tagen zurückliegender Infektion", hieß es in der Mitteilung. Dazu zählen Menschen, bei denen das Virus vor einer Weile festgestellt wurde, aber noch immer nachweisbar ist.

Zudem wurden vier Neuinfektionen registriert. Eine Person davon war bereits vollständig geimpft. Alle anderen durften in sechs Clubs feiern, ohne Abstand und ohne Maske. Eine Woche später sollten sie sich erneut testen lassen. An der PCR-Nachtestung hätten knapp 70 Prozent - 1447 Menschen - teilgenommen, hieß es. "Alle Nachtestungen waren negativ." Kultursenator Klaus Lederer wertete das als gutes Zeichen. Seiner Einschätzung zufolge erlauben die Ergebnisse "einen positiven Blick in Richtung Zukunft und Normalisierung des Clubbetriebs".

Menschen stehen im strömenden Regen dicht an dicht am Eingang zum Kitkat-Club. Im Rahmen eines Pilotprojektes durften Partygänger in sechs Berliner Clubs ohne Maske und Abstand tanzen. Begleitet wird das Projekt von der Charité. | dpa

Menschen stehen im strömenden Regen dicht an dicht am Eingang zum Kitkat-Club. Im Rahmen eines Pilotprojektes durften Partygänger in sechs Berliner Clubs ohne Maske und Abstand tanzen. Begleitet wird das Projekt von der Charité. Bild: dpa

17.8.2021 • 11:48 Uhr

Sachsen: Inzidenzunabhängige Öffnung ab Ende August geplant

Sachsen setzt auf eine neue Strategie in der Pandemie. "Mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung ab Ende August wird es einen Paradigmenwechsel geben", sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). "Grundsätzlich werden alle Angebote und Geschäfte inzidenzunabhängig öffnen können - natürlich unter den bekannten Schutzvorkehrungen." Ab einem gewissen Infektionsgeschehen gebe es allerdings notwendige Einschränkungen. Köpping verwies darauf, dass die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin "nicht der einzige Maßstab" bei der Bewertung der Infektionslage sei. Mit dem Betten-Indikator habe der Freistaat "schon lange kein reines Inzidenzmodell mehr".

Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" soll es mit den neuen Regeln weitgehende Freiheiten geben, Ungeimpften und Nicht-Genesenen würde jedoch der Zutritt zu einzelnen Bereichen wie Konzerten, Clubs oder Fußballspielen bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte verwehrt. Die neue Corona-Schutz-Verordnung soll vom 26. August an gelten.

17.8.2021 • 10:45 Uhr

Weniger Diebstähle und Einbrüche in Deutschland durch Corona

Durch die Pandemie hat es in Deutschland weniger Taschendiebstähle und Einbrüche gegeben. Im Bereich der Eigentumskriminalität verzeichneten die Polizeistationen in Deutschland im vergangenen Jahr 7,7 Prozent weniger Fälle, wie das Bundeskriminalamt mitteilte. Dafür registrierten die Behörden viele politische Straftaten. Die Bundesländer meldeten 3559 politisch motivierte Straftaten mit Bezug zur Pandemie.

Auch die Zahl der Fälle im Bereich der Wirtschaftskriminalität stieg. Ausschlaggebend dafür waren Subventionsbetrugsfälle. Deren Zahl stieg im Vergleich zu 2019 um rund 2285 Prozent an. Dabei wurde ein Schaden in Höhe von etwa 94 Millionen Euro verursacht, was 3,1 Prozent der Gesamtschadenssumme im Bereich der Wirtschaftskriminalität entsprach.

Weitere Steigerungen gab es in den Bereichen Cyberkriminalität (plus 8,7 Prozent), Partnerschaftsgewalt (plus 4,9 Prozent) und sexueller Missbrauch von Kindern (plus 6,8 Prozent). Insgesamt sank die Zahl aller Straftaten im vergangenen Jahr jedoch um 2,3 Prozent. Im April 2020, während des ersten Lockdowns, war die Zahl der Straftaten am niedrigsten.

17.8.2021 • 10:40 Uhr

Erwerbstätigkeit steigt nur langsam

Der deutsche Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam vom Corona-Schock. Die Zahl der Erwerbstätigen und das Arbeitsvolumen stiegen zwar im zweiten Quartal 2021, konnten das Vorkrisenniveau aber weiterhin nicht erreichen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Erstmals seit der Finanzkrise 2008/2009 kommen wieder mehr Arbeitslose auf eine offene Stelle als zuvor, hat zudem das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Arbeitsagentur festgestellt.

Laut der amtlichen Statistik waren im Zeitraum April bis Juni rund 44,7 Millionen Menschen an einem Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig. Das war im Vergleich zum Auftaktquartal ein saisonbereinigter Anstieg um 75.000 Personen oder 0,2 Prozent. Zu Jahresbeginn war die Zahl noch gesunken, sie liegt aber weiterhin eine runde halbe Million unter dem Vorkrisenniveau des vierten Quartals 2019. Vor allem die Zahl der Selbstständigen und ihrer mithelfenden Angehörigen ist in der Krise weiter gesunken.

17.8.2021 • 10:25 Uhr

Bundeselternrat befürchtet Mobbing an Schulen

Nach der STIKO-Empfehlung zur Impfung auch für Kinder ab zwölf Jahren hat der Bundeselternrat vor möglichen Folgen für die Atmosphäre in Schulklassen gewarnt. Im Rundfunk Berlin-Brandenburg sagte Vorstandsmitglied Ines Weber auf die Frage, ob sie eine Zweiklassengesellschaft befürchte: "Hoffen wir, dass das nicht passiert und dass die Kinder dann auch keinem Mobbing ausgesetzt sind." Eine Zweiklassengesellschaft könne entstehen, wenn Geimpfte nach einem Corona-Fall in der Klasse nicht in Quarantäne müssten. Weber regte darum an, weiter alle Kinder - geimpfte und ungeimpfte - zu testen. Die Schulen seien nur teilweise auf das neue Schuljahr unter Pandemiebedingungen vorbereitet, sagte sie. So gebe es vielerorts noch nicht genügend Luftfilter.

17.8.2021 • 10:19 Uhr

Türkei gilt von heute an als Hochrisikogebiet

Wegen der gestiegenen Infektionszahlen gilt die Türkei aus deutscher Sicht nun als Hochrisikogebiet. Mitten in der Urlaubssaison gelten damit für Menschen, die aus dem beliebten Reiseland einreisen, seit Mitternacht andere Regeln, wie aus einer Mitteilung des Robert Koch-Instituts hervorgeht.

Einreisende, die weder genesen noch geimpft sind, müssen sich nach ihrer Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne begeben - ab dem fünften Tag kann diese durch einen negativen Test beendet werden. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantänepflicht automatisch nach fünf Tagen, wie es auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums heißt.

Die Entscheidung zur Einstufung als Hochrisikogebiet hatte die Bundesregierung vergangene Woche getroffen - rund anderthalb Monate, nachdem die Reisewarnung für die gesamte Türkei aufgehoben worden war.

17.8.2021 • 10:12 Uhr

Landesweiter Lockdown in Neuseeland

Neuseeland verhängt einen befristeten landesweiten Lockdown. Das kündigte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern nach Entdeckung eines Corona-Falles in der größten Stadt Auckland an. Dort soll der Lockdown für sieben Tage gelten, andernorts für drei Tage. Ardern zufolge gehen die Behörden davon aus, dass es sich bei dem genannten Fall um die Delta-Variante des Virus handelt.

17.8.2021 • 10:02 Uhr

Zahl der Neuinfektionen in Israel steigt sprunghaft

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen ist in Israel sprunghaft auf mehr als 8500 gestiegen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete aktuell 8646 neue Fälle für den Vortag - den höchsten Wert seit Ende Januar. In den vergangenen Tagen hatten die Zahlen jeweils unter 6000 gelegen. Die Zahl der Schwerkranken stieg auf 559. Dies ist der höchste Wert seit Mitte März.

17.8.2021 • 09:42 Uhr

Comitee bekräftigt 2G-Regel für Düsseldorfer Karneval

Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) hat seine Entscheidung bestätigt, in der kommenden Karnevalssession nur mit Geimpften und Genesenen zu feiern. Die Mehrheit der Karnevalsvereine habe sich für eine 2G-Regelung für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ausgesprochen, erklärte das Comitee am Montagabend in Düsseldorf nach einer digitalen Präsidentenrunde.

Den Angaben zufolge sollen etwa zur Kürung des Prinzenpaars im November und zur Aufzeichnung der Karnevalssitzung der ARD im Januar nur geimpfte und genesene Besucher zugelassen werden. Ob alle 70 CC-Vereine diese 2G-Regelung bei ihren eigenen Veranstaltungen umsetzen, sei noch offen, hieß es. Details zu den Regeln für die Feierlichkeiten unter freiem Himmel gab es noch nicht.

17.8.2021 • 08:56 Uhr

Spahn auch nach STIKO-Empfehlung gegen Schüler-Impfpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lehnt auch nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren zu impfen, eine Impfpflicht für Schüler ab. Der Präsenzunterricht dürfe nicht abhängig von der Impfung sein, sagte der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Gleichzeitig warnte er vor der hochansteckenden Delta-Variante: "Jeder, der nicht geimpft ist, wird bei steigender Inzidenz mit dieser Variante ziemlich sicher infiziert werden."

17.8.2021 • 07:50 Uhr

Medienbericht: US-Experten empfehlen Impfauffrischung nach acht Monaten

Experten der US-Regierung werden nach Informationen der Nachrichtenagentur AP wohl noch in dieser Woche eine Auffrischung der Corona-Impfungen unabhängig von der Altersgruppe empfehlen. Die dritte Impfspritze solle acht Monate nach der zweiten verabreicht werden, hieß es. Die Aktion mit dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer solle in wenigen Wochen beginnen. Nötig sei noch eine Zustimmung der Arzneimittelbehörde FDA.

Wegen der stark um sich greifenden Delta-Variante des Coronavirus haben die US-Bundesbehörden geprüft, ob ab Herbst eine zusätzliche Impfung verabreicht werden soll, weil der Schutz mit der Zeit nachlässt und auch vollständig Geimpfte erkranken. Dabei wurden nicht nur die Zahlen in den USA, sondern auch die Entwicklung in Israel berücksichtigt, wo bereits Auffrischungen für Menschen über 60 angeboten werden, die vor mindestens fünf Monaten vollständig geimpft worden sind. Vergangene Woche hatten US-Gesundheitsbehörden bereits Auffrischungen für Menschen mit geschwächtem Immunsystem empfohlen.

17.8.2021 • 07:07 Uhr

Proteste gegen argentinischen Präsidenten nach Verstoß gegen Corona-Regeln

Mit einem Verstoß gegen die von seiner eigenen Regierung verhängten Maßnahmen hat der argentinische Präsident Alberto Fernández viele Menschen gegen sich aufgebracht. In Buenos Aires legten Demonstranten am Montag Hunderte Steine mit den Namen von Corona-Toten auf den Platz vor dem Präsidentenpalast. "Der Präsident macht was er will, während wir gehorchen", sagte die Demonstrantin Miriam Deleppe.

Fernández ist wegen eines Fotos in die Kritik geraten, das ihn im Juli 2020 bei der Geburtstagsfeier seiner Frau mit zahlreichen Gästen zeigt - damals waren in Argentinien eigentlich alle Treffen verboten, sogar Trauerfeiern. Mit mehr als 109.000 Todesfällen gehört Argentinien zu den stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern auf dem amerikanischen Kontinent. Fernández bat seine Landsleute mittlerweile um Verzeihung. "Es war ein Fehler", sagte der Präsident. Einen Rücktritt schloss er allerdings aus.

17.8.2021 • 06:36 Uhr

Tausende Jobs in Metall- und Elektroindustrie verloren gegangen

Die Metall- und Elektroindustrie verzeichnet infolge der Corona-Pandemie und des Wandels zu mehr Klimaschutz einen Beschäftigungsrückgang. "Seit der Rezession 2019 sind mehr als 200.000 Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie bereits verloren gegangen", sagte Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch in diesem Jahr setze sich der Rückgang in abgeschwächter Form fort.

17.8.2021 • 05:20 Uhr

Japan weitet Gesundheitsnotstand auf weitere Präfekturen aus

Eine Woche vor Beginn der Paralympics in Tokio hat die japanische Regierung den Gesundheitsnotstand wegen rapide steigender Corona-Infektionszahlen verlängert und auf weitere Landesteile ausgedehnt. Der Notstand, der bisher in der Hauptstadtregion und fünf weiteren Präfekturen galt, gelte nun auch in sieben weiteren Präfekturen, teilte die Regierung mit. Für alle Regionen wurde der Notstand, der ursprünglich am 31. August auslaufen sollte, bis zum 12. September verlängert. Das Coronavirus breite sich in Japan "in einem Ausmaß aus, wie wir es noch nie erlebt haben", sagte der für die Pandemie-Bekämpfung zuständige Minister Yasutoshi Nishimura. Auch die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten nehme jeden Tag zu. In den vergangenen Tagen hatte Japan jeweils mehr als 20.000 Neuinfektionen verzeichnet - so viele wie noch nie seit Pandemie-Beginn.

17.8.2021 • 04:24 Uhr

RKI meldet 3912 Neuinfektionen - Inzidenz bei 37,4

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Morgen lag sie bei 37,4 - am Vortag hatte der Wert 36,2 betragen, vor einer Woche 23,5. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3912 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2480 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 19 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.827.051 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2.

17.8.2021 • 04:24 Uhr

Hausärzteverband: Praxen stehen für impfwillige Jugendliche bereit

Nach dem neuen Votum der Ständigen Impfkommission zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren sehen sich die Arztpraxen für eine mögliche stärkere Nachfrage gewappnet. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Für impfwillige Jugendliche stehen auch bei steigender Nachfrage die Kinder- und Hausarztpraxen bereit". Weigeldt kritisierte, die Politik habe Druck auf die STIKO ausgeübt. "Wir haben immer betont, dass die Wissenschaft entscheidet, wann ausreichende Erkenntnisse vorliegen, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. Dazu hätte es keines Drängens von Politikseite aus bedurft."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. August 2021 um 07:00 Uhr.